Zwischen Tutanchamun & Dalí

Im ihrem Blog fragte sich Modeste wie es eigentlich um sie als Kind und Kunstausstellungen bestellt war. Die Frage stelle sich, als sie jetzt mit ihrem kleinen Sohn in der Toskana war.

…Oder wieso man diese unfassbar großartigen, weltbewegenden Gemälde von Velázquez und Vermeer, vor denen ich mal als Achtjährige stand und mich und alle mich herum ausdauernd mit der Frage beschäftigt haben soll, wann es denn hier endlich Eis gibt. Eis.

Ich habe versucht an meine Kindheit zu denken und es kamen mir seltsamerweise keine Erinnerungen an Kunstausstellungen die ich mit meinen Eltern besichtigt habe. Wann fing das also an mit der Kunst?

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Ich kann mich an eine Tutanchamun-Ausstellung in Köln erinnern die wir mit der Klasse 1980 während einem Schulausflug besuchten. Ich war 13. Wir hatten natürlich vorab mehr als gründlich die Geschichte von Carter und der Entdeckung der Grabkammer durchgenommen. Didaktisches Material gab es massenweise vorab und danach. Und ich kann mich erinnern, dass ich fasziniert und wie versteinert vor der Totenmaske stand und zuweilen dachte sie würde leben…

 

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Mit 14 wurde ich Internatsschüler und kam in die Hauptstadt. Die Villa Vauban war damals schon ein Ort für Kunstausstellungen. Ich war im Lycée Technique du Centre und in der Bibliothek hing ein Plakat von einer Dalí Ausstellung. Und so besichtigte ich die Ausstellung an meinem freien Nachmittag an dem ich Ausgang hatte. (Das Wort Ausgang hört sich seltsam, so als ob es ein Gefängnis gewesen wäre.) Ich weiß, dass meine Mutter ein Poster von Dalí hatte; Jesus auf dem Kreuz von oben gesehen. Sie mochte es sehr. Doch das was ich dann in der Ausstellung sah, war für mich sehr befremdlich. Sehr gut kann ich mich an die brennende Giraffe im Zirkus erinnern.

Ein paar Jahre später sah ich in der gleichen Villa eine Marc Chagall Retrospektive, die ich aber nicht mochte. Es waren hautsächlich Blumenstäuße und Heilige zu sehen..

Ich kann nicht richtig sagen wann das mit der Kunst losging. Es war wahrscheinlich schon immer irgendwie in mir drin. Und die Gene meiner Großmutter Marie, die eine sehr talentierte Malerin war, werden das Übrige getan haben.

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