Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 8

Nach so einem heißen Tag wie gestern mit einer abkühlenden Nacht dahinter, riecht es in dem frühen Morgenstunden draußen wie in einem Kräutergarten. Ich versuche zu ergründen was ich alles rieche, doch es ist nicht auszumachen was es genau ist. Es ist diese wilde Mischung aus Lavendel, Thymian, Rosmarin und vielen anderen Gerüchen. Kindheitserinnerungen werden wach als ich noch jedes Jahr den Sommer mit meinen Eltern in Korsika verbrachte, eine Insel von der Napoleon schon sagte, dass er sie mit verbundenen Augen allein am Geruch erkennt. Überhaupt erinnert mich vieles hier an Korsika. Die schmalen kurvenreichen Landstraßen, die Hügel und Berge und die südländische Architektur sowieso.

Ich werde nur selten von Mücken gestochen. Warum kann ich nicht genau sagen. Doch hier im Süden bleibe auch ich nicht verschont.
Als ich heute erwachte hatte sich ein Viech an meiner Hand und am Arm gründlich den Bauch vollgeschlagen und es juckte wie Teufel.

Dann erinnerte ich mich an ein Hausmittel meiner Mutter aus Kindertagen. Ein Wattebausch mit Apfel- oder Weinessig getränkt mit dem man die Einstichstellen abtupft. Es brennt ein wenig doch danach juckt es nicht mehr.

Mit geballter Kraft versucht der Rosenstrauch unterhalb meines Balkons noch drei Blüten zu hervorzubringen. Eine hat er bereits geschafft.

Eine der täglichen Aufgaben des Tages ist Wasser am Brunnen holen.

Der Brunnen befindet sich keine zehn Meter von Haus entfernt. Das Haus hat zwar Wasseranschluss aber es riecht sehr gechlort was da aus der Leitung kommt und eignet sich dann nicht unbedingt zum trinken.

Die Aussicht von der oberen Terresse.

Es war ein richtig heißer Tag, der am späten Nachmittag eine kräftige Regenschauer mit sich brachte.

Es war als ob die Welt untergehen würde. Zwei Stunden später war wieder eitel Sonnenschein, so als ob nichts passiert wäre.

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