An einem Freitag in Trier

Der Tag begann trüb mit Regenschauern, nach den wunderschönen goldenen Herbsttagen

Da ich heute einen Kinderschminkkurs habe, (meine Gute Tat für den Monat Oktober) musste ich gestern nach Trier um dort in einem Bastelgeschäft Kinderschminke kaufen. Der Laden ist um einiges besser sortiert als der in Luxemburg. Und da sie relativ gute und bekannte Marken haben, kann ich dort bedenkenlos kaufen, ohne zu fürchten, dass sie Kiddies anschließend mit Pusteln nach hause gehen.

Ich fuhr beizeiten los, denn in Trier ist der Verkehr seit einer Weile mindestens genauso schlimm wie in Luxemburg. Anschließend ging ich wie wie gewohnt in die Trier Brasserie zum Mittagstisch.  Im Kaufhof machte ich sensationelles Schäppchen. Ich erstand ein Service von Zwilling für 6 Personen für…nein das verrate ich jetzt nicht. Aber zeigen kann ich es euch.

Das Besteck ist sehr schlicht, schnickschnack- und zeitlos und liegt sehr gut  in der Hand. Zudem schneiden die Messer perfekt. Man sieht mich übrigens in den Löffeln 🙂

Glücklich endlich mal ordentliches Besteck zu haben schritt ich zurück zum Parkhaus. Das Wetter war inzwischen wieder besser geworden und die Sonne schien.

Ich begegnete einer alten Frau, die bei Mc Donalds auf der Terrasse saß.  Sie sah verhärmt aus, hatte dünne fettige Haare und machte insgesamt keinen besonders gesunden Eindruck. Sie hatte das Gesicht in die Sonne gedreht, die Augen geschlossen und kaute mit Genuss auf einem Hamburger. Und sie schien sehr glücklich. Es war für sie perfekte glückliche Augenblick, den man sogar in einem Mc Burger findet, auch wenn ich dieser Dinger nie wieder anrühre, seitdem Jamie Oliver aufgedeckt hat, wie die Fleischpatties hergestellt werden.

Ich ging an meinem Lieblingsschuhgeschäft Ragazza vorbei und musste mit Schrecken feststellen, dass es Ende des Monats schließen wird. Ich war erschüttert. „Der Laden läuft nicht mehr so wie früher“, erklärte mir der Besitzer. Zudem kam eine saftige Mieterhöhung. Er erzählte mir, dass die Ladenmieten insgesamt für Trier ins unermessliche gestiegen seien und er nannte mir ein paar Preise. Ich sollte einen Schlag bekommen. Noch liegen sie nicht ganz gleichauf mit den Preisen die man für Toplagen in Luxemburg bezahlt aber ganz weit davon entfernt sind sie nicht mehr. Ich probierte mehrere Paar Schuhe an die noch in meiner Größe verfügbar waren und kaufte zwei Paar für den Winter.

Es war wiederum ein Schnäppchen, aber eines auf das ich liebend gerne verzichtet hätte, wenn es den Laden dann noch geben würde.

4 thoughts on “An einem Freitag in Trier

  1. Man darf bei den Dingen, die Jamie Oliver über Mc Donald’s rausgefunden hat, nicht automatisch davon ausgehen, dass das in allen Ländern so ist. Es ist tatsächlich so, dass zum Beispiel in Deutschland die Gesetze zu den Lebensmitteln viel schärfer sind als in den USA, so das vieles, was dort erlaubt ist, in Deutschland nie gehen würde.
    Die Zusätze in den Burgerpatties zum Beispiel. In Deutschland gibt es das Deutsche Lebensmittelbuch und hier die Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse. Und dort ist geregelt, dass ein Hamburger aus grob entsehntem Rindfleisch besteht und außer Salz und Gewürzen keine weiteren Zusätze enthalten darf. Weiterhin ist festgelegt, wie viel sogenanntes bindewebsfreies Fleischeiweiß in der zubereiteten Fleischmasse enthalten sein muss. Das ist der Anteil des Hackfleisches, der aus reinem Muskelfleisch eben ohne Bindegewebe und ähnlichem besteht. Das die Burger von den großen Ketten mit einem handgemachten Burger nicht viel zu tun haben, steht außer Frage, Man darf bei diesen Skandalen (der letzte war, glaube ich, bei Subway), wenn sie in den USA stattfinden, nicht darauf schließen, dass es in Deutschland (für Luxemburg kann ich nicht sprechen, da kenne ich mich mit den rechtlichen Regelungen nicht aus) genauso gemacht wird.
    Liebe Grüße

    1. Die Kette von Mc Donalds in Luxemburg wird, soweit ich das beurteilen kann, von Deutschland aus beliefert, oder, dem Benelux Abkommen geschuldet, aus Belgien. Eins von beiden. Es mag bestimmt richtig sein was Sie schreiben, doch esse ich dort trotzdem nichts. Es ist einfach sehr schlechtes unausgewogenes Essen, das mir auch nicht schmeckt.

      1. Sie sollen da auch gar nicht Essen 😉 Essen Sie lieber etwas, das Ihnen schmeckt, ich mag Ihre Berichte über Restaurants sehr gerne, weil ich es sehr mag, wenn jemand gutes Essen zu schätzen weiß und es entsprechend genießt. Diese „viel und billig“-Einstellung vieler (deutscher) Menschen zum Essen finde ich schlimm, daher freue ich mich immer, wenn ich bei Ihnen (und zB Frau Kaltmamsell) die andere Seite lesen kann.

  2. Die Freude über ordentliches Besteck kann ich gut verstehen: Schönes Porzellan genieße ich zwar auch, doch als meine Eltern mich seinerzeit auf ein solches einladen wollten, lehnte ich ab. Ich hätte immer Angst darum gehabt. Statt dessen erbat ich mir schönes Besteck. Vielleicht hat meine Freude auch damit zu tun, dass es sich eigentlich um Werkzeug handelt.

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