Ein Besuch im Restaurant Le Strogoff

Vor langer Zeit hieß das Restaurant noch „Le Cordial“ und war eines der liebsten Restaurants meines angeheirateten Onkels, der gern und oft dort speiste. Ich habe ihn und meine Tante ein einziges mal begleitet, aber wie es damals eingerichtet war, weiß ich nicht mehr. Es ist mindestens 30 Jahre her…
Es war ein traditionsgeladener Ort, bis er schloss, und sich ein Italiener niederließ.

 

Strogoff

So sah es noch im Februar aus.

Im unteren Teil des Fotos sieht man auch noch den Namen des italienischen Restaurants das nach den Cordial ansässig  war. La Voglia Matta. Ich war ein einziges mal mit der N. dort. Und obwohl das Essen ganz ok war, war das Ambiente fürchterlich. Es war durch den Steinboden und die kahlen Wände sehr kühl und man saß an billigen Plastik Tischen und Stühlen die an Aldi Gartenmobiliar erinnerten.  Für ein Restaurant dass sich preislich in einem oberen Segment ansiedeln wollte, ziemlich undenkbar.

Es hat dann doch ein wenig länger gedauert bis das neue Restaurant Le Strogoff eröffnete. Es wurde Mai statt April. Seltsamerweise habe ich bei den hiesigen Bloggern noch keinen Beitrag darüber gelesen. (Vielleicht habe ich es auch verpasst.) Doch ich scheine der erste zu sein der darüber berichtet, obwohl diese Woche ein Bloggerevent dort stattfinden wird.

Von der Einrichtung her haben sie richtig Mühe gegeben. Da das Restaurant ein riesengroße Fensterfront mit Blick auf die Place de Paris hat, und einen sehr altmodischen Steinboden, den man unbedingt in das restliche Design integrieren muss (was man davor nicht tat) war es bestimmt nicht einfach. Es ist ein Mix aus modernen und alten Objekten, der meiner Meinung nach, sehr gut gelungen ist.

 

Das Essen jedoch war weniger erfreulich. Wir hatten zum Aperitif Bruschetta und ein paar Streifen Gurke in Tempura Teig frittiert. Es war ganz ok, aber Bruschetta und Tempura Gemüse sind nicht irre schwer herzustellen.  Anschließend hatte ich ein Tartare vom Rind auf traditionelle französische Art mit Pommes und einem Ruccola Salat,  und so gerne ich es loben möchte, es schmeckte mir nicht. Es war auf seltsame Art sehr trocken und hatte wenig Geschmack.  Auch der Salat mit frischem Buffala für meine Begleitung, war lieblos und fade, trotz der frischen einwandfreien Zutaten.

Das ist sehr schade, denn der Ort an sich ist ein absoluter Knaller. Es ist sehr gemütlich und man verweilt gerne länger dort. Auch die Bedienung ist supernett und tadellos.

Da sie aber auch traditionelle Pasta, Risotto und Pizzen haben werde ich das nächste Mal davon etwas probieren, und berichten. Es wäre sehr schade wenn es nur an der Küche liegen würde, dass der Ort ein schlechte Note bekommt.

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Klassentreffen 2017

Für manche sind Klassentreffen ein Gräuel. Der Gedanke daran lässt bei vielen Erinnerungen hochsteigen, die man besser ruhen lässt. Bei mir siegte die Neugierde als die M-F. vor sieben Jahren den ersten Aufruf zu einem Klassentreffen startete. Doch leider war ich in Frankreich unterwegs mit dem Film Vertraute Fremde. In einer der Hauptrollen, die Dame neben mir, Alexandra Maria Lara.

Ich schweife ab….

***

Nach 7 Jahren war es wieder soweit. Um 11 sollten wir uns vor dem ältesten Gebäude der Stadt treffen, wir, die in den Jahren 1966/67 geboren wurden und in der „Alten Heimat“ zur Grundschule gingen.

Da ich am Tag davor die Premiere des Freilichtspektakel hatte, viel die Nacht etwas kurz aus, doch ich kam pünktlich an.  Erstes Beschnuppern. Die meisten kannte ich auf den ersten Blick wieder. Doch ein paar davon hatte weit über 20 Jahre nicht gesehen es dauerte etwas länger bis der Groschen fiel.
Die M. war die Erste die mir um den Hals fiel. Sie war meine Nachbarin quer hinter meinem Elternhaus. Sie hatte mir vor Jahren einmal bei Schulvorstellung geholfen für die ich engagiert worden war.
Die M-F. die zusammen mit dem G. des Treffen organisiert hatte, war die zweite. Mit ihr habe ich sporadisch Kontakt, denn sie liest eifrig im Blog mit.
Die C. erdrückte mich fast. Sie hat sich kein bisschen verändert, man erkennt sie sofort. Sie hat noch immer ihre wilden unbändigen Locken und ist noch immer ein prall gefülltes Bündel an Energie und Herzlichkeit.
Und dann sah ich die A. die seit der Schulzeit nicht wieder gesehen habe. Die A. die hinter mir in der Schulbank saß, und in die der Großteil der Jungs aus der Klasse heimlich verknallt war. (Und wenn ich den Blick vom einigen der Jungs richtig deutete, sind sie es heute immer noch)
Auch der A. schien selig zu sein. Er ist einer der Wenigen der den Familienbetrieb, ein Hotel mit Restaurant, übernahm und somit in der „Alten Heimat“ geblieben ist. Der Großteil wohnt, so wie ich, nicht mehr dort.

Und so wie dem A. ging es Vielen. Ich hatte nicht erwartet dass das Wiedersehen mit einer so großen Freude und Glückseligkeit verbunden wäre.

Wie die M-F. und der G. es angestellt hatten, dass wir zu einem Ehrenwein vom Bürgermeister empfangen wurde, weiß ich nicht. Aber er selbst schien auch hocherfreut so viel bekannte Gesichter wiederzusehen. Was ihn aber am meisten begeisterte war, dass sich auch ein paar der LehrerInnen eingefunden hatten um mit uns zu feiern. Leider war keine von meinen Lehrerinnen dabei. (Ja ich hatte nur Lehrerinnen)

Nach dem ersten Ehrenwein ging weiter in das nahegelegene Wirtshaus das dem A2. gehört der uns das ein Aperitif spendierte. (Der zweite Ehrenwein…)Da ich morgens weiter nichts gegessen hatte, war das zweite Glas Wein schon fast ein Glas zu viel.

Wir schlenderten weiter zum Hotel des A. in dem ein Tisch für uns reserviert war. Auf den Menü:

Haugemachte Ravioli mit Foie Gars und Parmesan /Faux-Filet dry age mit Bearnaise oder Pfeffersauce, Gratin Dauphinois und Pfannengemüse. Das Dessert habe ich weggelassen. (Fotos habe ich leider keine davon gemacht)

Wie so oft im Leben wenn man alte vertraute Gesichter wieder sieht, kamen bei manchen auch die Emotionen hoch, und es wurden ein paar Tränchen vergossen. Der D. erzählte von seiner Ehe die völlig aus dem Ruder gelaufen ist und wie sehr er darunter leidet.  Die A. erzählte eher nüchtern, dass sie sich nach über 20 Jahren geschieden wurde und bis dahin nur Hausfrau und Mutter gewesen war. Sie hat mit 50 nochmal ganz von vorn angefangen und gibt jetzt Unterricht in einer Schule für Erwachsenenbildung.
Der L. erzählte mir von dem N. der einer seiner besten Freunde gewesen war und sie hatten jahrelang immer noch Kontakt. Doch etwas muss zwischen dem N. und seinen Eltern passiert sein, denn er brach den Kontakt völlig ab zu allem und jedem. auch zum L.

Und so schien jeder sein Bündel an Sorgen und Problemen mit sich zu tragen.

Es war trotz allem ein wunderschöner Nachmittag an dem auch viel gelacht wurde. Und wir schworen uns nicht 7 Jahre zu warten bis zum nächsten Treffen.

Klassentreffen

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Fotoausbeute der letzten Tage

Als ich gestern Abend von der Premiere des Freilichtspektakel in Grosbous zurück fuhr, wurde mir endlich bewusst dass ich das letzte Projekt, die letzte Baustelle  für diese Spielzeit abgeschlossen habe. Juchuuuu!

Auf einer großen grünen Fläche zwischen Bauernhöfen, einer Mühle, und einem Bach steht die Bühne. Die Gänse, nebst ein paar Hühnern spielen auch mit. Die Premiere war ein voller Erfolg. Wenn ihr euch den Revisor ansehen wollt, Eintrittskarten gibt es hier.

Die Hauptdarstellerin, die fürs Foto ein gewaltiges Duckface zeigte, dass sie kaum wiederzuerkennen ist.

***

Nachtrag vom Vorabend des französischen Nationalfreitages.

Ich speiste mit der N. im Annexe, draußen, als sie mich plötzlich darauf aufmerksam machte, dass eines der Hochhäuser auf Kirchberg, rot, blau und weiß horizontal gestreift sei. Fast wie die französische Flagge, nur die Reihenfolge der Farben war falsch.

***

Am Samstag auf dem Weg zum Wochenmarkt entdeckte ich zum ersten Mal dieses Jahr das Beduinen „Trio“, das fast jedes Jahr an der Place d’Armes sitzt. Ich wollte noch immer ein Foto von ihnen machen für’s Blog.

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Ein Casting Aufruf

Gestern erreichte mich der ein Casting Aufruf. Und als ich las was es genau ist, biss ich mir auf die Unterlippe.

Ich kann guten Gewissens darüber schreiben, denn das Stück ist kein Geheimnis, es steht bereits im Spielplan 2017/18 des Grand Théâtre.

Meine gute Freundin die Anne, wird ein Stück im Grand Théâtre inszenieren, in Koproduktion mit dem Queen’s Theatre in England. Es heißt „Kindertransport“ von Diane Samules, und es geht um 10.000 meist jüdische Kinder die, kurz bevor der zweite Weltkrieg ausbrach, ein Visum für England bekamen um auszureisen. Ein spannendes Thema, ein spannendes Stück.

Ich habe bis jetzt fast an fast allen Theaterstücken von Anne mitgearbeitet; das letzte war Ashcan. Doch hier wird es leider nicht klappen, da es genau die Zeit der Weltreise fallen wird.

Lesen hier auch ein paar Schauspieler mit? Wenn ja und ihr passt in das Schema der gesuchten Protagonist/innen , bitte schön

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KINDERSTRANSPORT
CASTING CALL

For their upcoming production of Kindertransport, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg and Hornchurch Queen’s Theatre are happy to share the following casting call:

Summary
In November 1938 in reaction to the “Kristallnacht”, the growing violence against Jews, Social Democrats and Bolsheviks and the rising Nazi threat, the British government made available permits for children – and only children – from Germany, Austria and other Nazi-occupied territories in Europe to enter the UK safely. Before World War II erupted, nearly 10.000 youngsters, most of them Jewish, had made it to England.
To mark the 80th anniversary of that rescue operation – which became known as the “Kindertransport” – the Théâtres de la Ville are embarking on an international collaboration to produce Diane Samuels’ play inspired by those events. Anne Simon will direct a mixed cast and work with an international team on a production that is set to be performed in the UK and in Luxembourg. Kindertransport approaches the experience of surviving the Holocaust from the unusual perspective of a child who thankfully escapes its horrors but pays a heavy price long after it is over.
Tagged like a piece of luggage, Eva Schlesinger leaves her mother in Hamburg and travels to England, where the well-meaning Lil takes over her upbringing. Little by little, the distraught child grows into a reserved young woman. Her accent fades. And so, presumably, do the old traumas but also her connection with her roots. As a result, she finds a way to cope that redefines her sense of self and creates a new identity. These processes profoundly affect the relationships between all the women in the play. When her own daughter, Faith, preparing to move out of the family home, discovers a box carefully tucked away in the attic, she uncovers links to Eva Schlesinger from all those years before.
With its profound drama of separation, cultural and linguistic dislocation, painful loss of one family then formation of another, and with its attendant sense of betrayal and guilt, Kindertransport draws a simple yet truthful portrait of one child in one time that easily expands to many similar experiences across history. It is even more relevant today than ever.

» The play is not about the Holocaust, not a history play at all. It explores the question of how human beings survive after they have suffered deep emotional trauma and how the damage caused is passed onto the following generation. Also, at its heart, the play is about that universal and timeless aspect of human experience: the separation of a child from its parent. Every person on earth, whatever their age, can relate to that. Diane Samuels, May 1999

Production details:
Directed by Anne Simon
Designed by Marie-Luce Theis

Rehearsing Luxembourg 29th Jan – 17th Feb 2018
Rehearsing UK 19th Feb – 3rd March 2018
Technical rehearsals at Queen’s Theatre 5th March 2018
Performances 8th – 24th March 2018, including previews
Move to Luxembourg 25th March – 26th March 2018
Shows in Luxembourg 27th, 28th, 30th, 31st March 2018

Casting details (Luxembourg casting)
Casting location Grand Théâtre, Luxembourg, 1, Rond-point Schuman,
L-2525 Luxembourg
ROOM 0.18 (enter via entrée des artistes)
July 27th 2017
10am – 1pm: first rounds
2pm – 5pm: callback

Diane Samuel’s multi-layered play calls for a quick-minded cast as it oscillates between times and states of mind. Ease to change situations and to work emotional breaks are essential. The play jumps between:
• Three times periods; pre-war, war and post-war.
• Three cities; Hamburg, Manchester, London.
• Three mothers; Helga, Lil and Evelyn and the impact of choices
that a parent has to make for the protection of their child.

Please double check the exact language requirements for each role before applying.
Please prepare one monologue of maximum 5 minutes. A short dialogue will be sent to you with the casting call confirmation.
Send your CV to the 3 following people:
Ben Bauler: bbauler(at)vdl.lu
Tamara Fascella: tfascella(at)vdl.lu
Anne Simon: simonanne(at)icloud.com
with the header:
Kindertransport casting application

 

PARTS to be cast

Evelyn
A middle-classed English, white woman in her fifties. Basic knowledge of German could be handy but is no obligation. Evelyn has buried her past and taken on a new identity.
Faith
Evelyn’s only daughter. In her 20s. Native English speaking, white. Faith is struggling with the decision of leaving the security of the mother’s home in order to make a life of her own.
Eva Schlesinger
Evelyn’s younger self. The Jewish girl that was on the Kindertransport from Germany to Britain. At the beginning of the play she is 9 years old and grows to 17. Must be fluent in German and English.
Lil Miller
Working-class English woman from Manchester. Eva’s/Evelyn’s adoptive mother. Although she appears at different time periods from around 40 years to 80 years of age, we will cast her at a playing age of around 75-80 years old.
Helga Schlesinger
Mother of Eva, German Jewish woman. In her 30s. Helga has taken the painful decision to protect her child by sending her away. She comes to meet Eva as a teenager to take her away to the US, but has to realize that Eva’s roots have been displaced. Must be fluent in German and English. A Yiddish accent can be of advantage. Singing skills.
The Pied Piper
Border Officer, Post Man, etc. Male, Playing age 25-45. Fluent in English and German. Singing skills, playing a musical instrument can be of advantage. Good movement skills are a requirement.

Erinnerungen an die J.

©Pixabay

 

Während der Fahrt nach Grosbous wo ich das Freilichtspektakel betreue, muss ich durch ein Dorf fahren, das mir durch seinen etwas ungewöhnlichen Namen, seit meiner Kindheit ein Begriff ist. Der Ort ist nichts besonderes, er hat meiner Kenntnis nach weder Sehenswürdigkeiten, noch ist er für irgendetwas anderes bekannt. Ich habe ihn mir als Kind immer irgendwie mitten im Wald vorgestellt (was teilweise auch der Fall ist) Und ich verbinde mit einer Klassenkameradin, der J.

Ich habe, glaube ich, kein Foto von ihr. (Oder doch?)*

Ihr Gesicht habe ich nur von ihren letzten Jahren in Erinnerung, das immer sehr blass war, zeitenweise sogar bläulich. Die J. hatte einen angeborenen Herzfehler der nie richtig behandelt wurde oder werden konnte.

Zusammen mit ihrem jüngeren Bruder war sie im Kinderheim meiner alten Heimat. Sie waren Halbwaisen. Ihre Mutter lebte nicht mehr. Warum ihr Vater die beiden ins Heim gab weiß ich nicht.  Die J. saß ein Jahr lang hinter mir in der Bank, und war eine der seltenen Kameradinnen die mich nicht hänselte. (Aber das ist eine andere Geschichte)

Sie hatte ein Foto von ihrem Vater in ihrer kleinen Geldbörse. Sie zeigte ihn mir einmal. Es war ein seltenes Privileg, weil sie noch nie jemandem das Foto gezeigt hatte. Es war ein alter Mann mit strengen Gesichtszügen und, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war er  Förster von Beruf.

Was mir seltsamerweise an dieser kleinen Begebenheit mit dem Foto in Erinnerung geblieben ist, war der Umstand, dass ich ihr das mit dem Foto nicht abnahm. Er sah so „anders“ aus. Nicht wie mein Vater oder die andern Väter. Er schien wie aus einer vergangenen Epoche.  Auf mich hatte er dir gleiche Wirkung wie das riesengroße Porträt vom Urgroßvater, das die Großmutter Thérèse im Salon hängen hatte. J’s Vater hatte genau den gleichen riesigen Schnauzer, der das halbe Gesicht verdeckte.  Die J. musste das irgendwie gespürt haben dass ich ihr nicht glaubte und sagte mir sehr fester Stimme: Das…ist…mein…Vater!“ Sie steckte das Foto wieder ein und niemand bekam es je wieder gezeigt.

Erst Jahre später zur Firmung, sollte ich den Vater einmal kurz zu Gesicht bekommen. Er stand nach der Messe ein wenig verstohlen abseits der Kirche und schien sehr verlegen, als die J. auf ihn zurannte und ihn ganz fest drückte. Er war groß und hager und hatte tatsächlich den gewaltigen Schnauzer.  Ich weiß noch dass sich ein paar der anderen Kinder fragten wer das denn sei. Ich wusste die Antwort.

Er kam selten zu Besuch. Die J. blieb auch an den meisten Wochenenden im Heim.

Ansonsten war die J. war sehr still und sprach kaum. Eine besonders gute Schülerin war sie nicht. Nach den Grundschuljahren verlor ich sie aus den Augen, weil ich anschließend ins Internat kam.

Es war seltsam, die J. Jahre später im Supermarkt zu sehen. Sie war nach der Schule nicht zurück in ihr Dorf gezogen sondern in meiner ‚alten Heimat‘ geblieben, arbeitete in dem kleinen Supermarkt und füllte die Regale auf.

Wir waren nicht wirklich gute Freunde. Wir kannten uns halt von der Grundschule her und grüßten uns wann immer wir uns trafen.

Doch dann plötzlich war sie nicht mehr da. Man sagte sie läge wieder im Krankenhaus. Kurze Zeit später fing sie in der Großküche vom  Altenheim an zu arbeiten, in dem meine Mutter Oberkrankenschwester war. Doch lange blieb sie nicht. Sie ging mit Mitte 30 in Rente, da sie nicht mehr arbeiten konnte.

Irgendwann erzählte meine Mutter dass sie in bei den Zeugen Jehovas eingetreten sei. Niemand schien das für eine gute Idee zu halten, wegen der ganzen Indoktrinierung und so. Doch ich fand letztendlich war es gar nicht so verkehrt. Die J. war immer ein Einzelgänger gewesen und hatte nie richtig irgendwo Anschluss gefunden, wahrscheinlich weil sie auch keinen wollte. Hier hatte sie zumindest ein paar Bekannte von den Jehovas die sich um sie kümmerten, besonders dann, wenn es ihr gesundheitlic nicht gut ging. Jeder wusste, einschließlich sie selbst, dass ihre Zeit kurz bemessen war.  Doch immer wenn ich sie sah, war sie guter Dinge und irgendwie schien sie sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben. Es sah zumindest nie so aus, als ob sie damit hadere.

Irgendwann Anfang der 2000er starb die J.

Immer wenn ich den Namen des Dorfes höre, muss ich an die J. denken, weil es die einzige Person war, die ich von dort kannte.

***

*Als ich den Beitrag zu Ende geschrieben hatte, kramte ich in alten Fotos rum. Nein, ich habe kein Foto von ihr.

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Von Strecken und falschen Springbrunnen

Es fängt wieder richtig heiß zu werden und die Wohnung ist wieder ein Backofen. Ich muss eine Technik entwickeln wie ich das erfolgreich ignorieren kann.

***

Mir fällt auf, dass es nicht mehr gewohnt bin lange Fahrtzeiten wegen der Arbeit auf mich zu nehmen. Ich bin nun fast 5 Jahre in der Hauptstadt angesiedelt und hier sind die Wege kurz. Doch das Freilichtspektakel in Grosbous ist 40 km von Luxemburg entfernt. Als ich noch in der alten Heimat wohnte, brauchte ich für solche Strecken kein Navi, da ich sämtliche Strecken wie meine Westentasche kannte.  Grosbous gehörte auch dazu. Doch da ich nun anders fahren muss um hinzukommen, gab es verschiedene Optionen und ich zog das Navi zu Rate. Seltsamerweise leitete es mich immer wieder anders, je nachdem von welchem Punkt der Hauptstadt aus ich es startete. Gestern habe ich nun endlich die logischste und schnellste Stecke gefunden.  Erfreulicherweise brauchte ich nur noch knappe 35-40 Minuten. Dabei ist es nicht die kürzeste Strecke.

***

Da es weit nach Mitternacht war, bevor ich gestern (bzw heute) nach hause kam, erlebte ich zum ersten Mal die Sprinkelanlage der Place des Marthys, die meiner Meinung nach aber eine gewaltige undichte Stelle hat, oder es hat jemand daran herumgefummelt.

Dieser kleine Springbrunnen mitten in der Anlage sieht sehr falsch aus. Ein weiteres Kuriosum war, dass das Wasser irgendwo hinläuft, nur nicht auf die Straße. Ich hoffe dass es nicht in der darunterliegenden Tiefgarage landet. Ich schwimme an sich gerne, aber nicht unbedingt in der Tiefgarage bis zu meinem Auto hin…

 

Neues von der Baustelle 3

©Pixabay

Ein Baustellentermin in der Wohnung gestern morgen, zusammen mit der Innenarchitektin, fiel ernüchternd und negativ aus. Dabei hatte mein Bauchgefühl es mir schon angekündigt, doch ich wollte es nicht wahrhaben. Merke: Man sollte grundsätzlich keine Erwartungshaltung einnehmen, denn die Erwartung wird meistens nicht erfüllt.

Die Maler- und die Fliesenfirma haben getrödelt. Zudem rückt der Kollektivurlaub der Baufirmen immer näher, und es wird nicht alles termingerecht fertig.

Den Umzugstermin den ich für Mitte August angesetzt habe, kann ich knicken. Es wird sich alles gute zwei Wochen nach hinten verschieben. Wenn wir nicht noch ein richtig tollen Idian Summer haben, sehe jegliche Hoffnung schwinden den neuen Balkon noch vollen Zügen genießen zu können.

Das läßt jedoch meine angedachten Pläne, eine paar Tage zu verduften, wieder aufleben. Die A. hatte mich eingeladen mit ihr zusammen in ihrem Haus in der Ardèche in Frankreich ein paar Tage zu verbringen. Ich hatte zu Anfang abgelehnt weil alles zu eng getaktet schien, doch jetzt…

Wir werden sehen…

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Was heute und die nächsten Tage wichtig wird

Es ist meine letzte Produktion für die Saison 2016/2017, die außerordentlich gut gefüllt war. So sehr, dass es mir fast zu viel wurde.  Und danach ist erst mal Ruhe bis September.

Der Revisor von Nikolai Gogol wurde ins Luxemburgische übersetzt von meinem geschätzten Freund Claude Mangen, der ebenfalls die Inszenierung übernimmt.

Das Foto entstand vorab, während der Proben.

Aufgeführt wird es von der Schankemännchen a.s.b.l. ,eine Laientruppe die alle zwei Jahre ein großes Freilichtspektakel auf die Bühne bringt. Was ich ganz besonders finde, ist dass sie seit ein paar Jahren keine Boulevardstücke mehr nehmen, sondern sich an die ganz großen Klassiker herantrauen, und diese ins luxemburgische übersetzen. Das vorletzte Stück z,B.  war „Besuch der alten Dame“ von Dürrenmatt.

Premiere ist am Donnerstag. Wenn ihr Lust habt euch das Stück anzusehen, solltest ihr euch sputen Karten zu bekommen. Es gibt noch welche aber ein paar der Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Karten bekommt ihr auf der Seite von Schankemännchen.

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Links, zwei, drei ,vier… Links!

©Pixabay

Erst mal was in eigener Sache. Da ich auf das Angebot von Facebook nie eingehe, mich für ein paar Euro häufiger zu verlinken, als sie es automatisch tun, verlinken sie mich immer weniger. Zumal wenn ich etwas mehr Zeit habe und darum mehr schreibe, werden die Links ungleich weniger oft bei Facebook angezeigt. Zudem nehmen sie immer öfter das Foto nicht an und zeigen nur einen textbasierten Eintrag.

Ich habe deswegen beschlossen nicht mehr jeden Beitrag zu verlinken. Wenn ihr trotzdem wissen wollt was bei Joel.lu abgeht, versucht es doch mal mit einen altmodischen aber effektiven Abo der RSS Feed. Den Link dazu findet ihr ganz unten auf der Seite. Es gibt zudem Programme zu Hauf die das für euch regeln. Bloglovin‘ z.B. oder eine App für den Firefox Browser wie Bamboo Feed Reader (nutze ich selbst auch)
Oder wie wäre es mit dem guten alten Bookmark? Weiß noch jemand was das ist?

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Nachtrag: Hier gibt es ab der Minute 9:40 die RTL Reportage über die Afterwork Party.

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Links!

Ich werde immer mehr ein Fan der Artikel von Stephen Greenblatt im New Yorker. Letztens verlinkte ich von ihm den Beitrag über die Erfindung des Sex. Heute der Artikel was Shakespeare ihm beigebracht hat.  Sehr lesenswert.

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© Wikipedia

Ein Zwischenfall in einer Berlin Ausstellung im Martin Gropius Bau.  Franz Kafka. Der ganze Prozess. von Read on my Dear. Lesenswert und erhebend.

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12von12 im Juli

Ha!
Diesmal hab ich dran gedacht!
Wer nicht weiß was 12 von 12 ist, schaut bitte hier nach.

Ich erwachte spät da ich keinen Wecker gestellt hatte.

Am Vorabend hatte ich diesen Artikel über Kaffee von SpOn gepostet (nicht auf den Blog).
Per Whats App erreichte mich dann das hier worüber ich sehr lachen musste. Der Tag fing gut an.


Ich schmiss die Waschmaschine an.

Und während die Maschine die Klamotten wusch, reinigte ich den Unterbau der Kleidung; ich duschte.

Die Wohnung ist von den letzten Hitzetagen noch immer sehr aufgeheizt. Da ich in diesem Mini Studio aber nur ein Fenster habe, kann ich nicht durchlüften. Und so steht seit gestern Abend der Ventilator vor dem weit geöffneten Fenster und pumpt nur halbherzig frische Luft in die Wohnung.

Wäscheaufhängen, anziehen, los!

Ein trister, trüber Tag, so wie ich sie nicht mag.

 

Ich musste nach Trier zum Perückenladen meines Vertrauens. Die einzige Perücke die im Freilufttheaterstück vorkommen wird, war in den drei Fundussen*, die mir zur Verfügung stehen, nicht so richtig vorhanden. Das ist egentlich immer so, wenn man etwas ganz Spezifisches sucht. Also muss eine Neue her.
Da ich erst kurz nach Mittag in Trier ankam, und der Laden über Mittagsstunde geschlossen hat (einer der seltenen Läden der das noch macht) ging ich wie gewöhnlich in die Trier Brasserie.

Als Tagesmenü Kalbskotelett mit Pfifferlingen. Es wäre zum ersten mal seit gefühlten 30 Jahren, dass ich ein Kotelett esse. Ich mag Kotelett nicht, weder vom Schwein noch vom Rind. Lammkotelett ja, aber nur wenn sie als Krone gebraten werden. Es gab nur eine Frau auf der ganzen Welt, die Schweine- und Kalbskotelett so braten konnte, dass sie nicht trocken und zäh schmeckten, nämlich meine Großmutter Thérèse. Sogar ihre Tochter (meine Mutter) die wirklich sehr gut kochen konnte, bekam es nicht hin.

„Was soll das, Joël, stell dich nicht so an! Du isst jetzt ein Kotelett! Vielleicht schmeckt es dir ja doch, nach all den Jahren.“

Es sah sehr gut aus und war es eine gewaltige Portion. Aber geschmeckt hat es nicht, sorry.

***

In Trier, weitaus mehr als in Luxemburg, sieht man oft Leute, die wie aus der Zeit gefallen aussehen. Für mich als Maskenbildner sind das natürlich spannende Studienobjekte. Und als solches möchte ich auch folgendes Foto verstanden wissen. Denn gegen die Frau selbst habe ich nichts und es geht mir auch nicht darum sie in irgendeiner Form zu dissen. Sie ist nur Firsurtechnisch in einer anderen Zeit hängen geblieben. Sie ist Anfang/ Mitte 70, genau so schlank wie sie mit 20 oder 30 Jahren war. Eine lange naturkrause wallende Mähne fast bis zur Taille, massiv mit Strähnchen durchgebleicht. Dazu ein bauschiger Pony bis zu den Wimpern. Ein wenig wie die letztes Jahr verstorbene Sonja Rykiel, aber in Blond.

Zum Ausgleich frönte ich meiner Leidenschaft: Schuhe. Ich fand im Step by Step ein paar Grashopper, die ich als Kind immer potthässlich fand aber trotzdem, wegen der Einlagen tragen musste. Damals nannte man sie Waldläufer.  Wenn sie, wie dieses Paar, in giftgrün mit weißen Sohlen gewesen wären, hätte ich sie angezogen.

12von12 im Juli

Auf dem Heimweg stand ich im Stau.

Am frühen Abend machte ich auf zum Dipso. Unterwegs machte ich ein Foto von dem Kopf, der inzwischen gruselig weiß angestrichen wurde.

Es wurde ein angenehmer Abend. Die S. und der M. waren da, sowie den N. , mit der ich vor etlichen Jahren die erste luxemburger Sitcom bestritt. Ich in der Maske, sie in der PR. Wir kramten viel in alten Erinnerungen und stellten fest, dass wir demnächst wieder zusammen auf einem Projekt arbeiten werden. Es wird sehr spannend werden, aber davon berichte ich im September, wenn es soweit ist.

Auf dem Rückweg bestellte ich mir ein Taxi. Ich machte noch ein Foto von der Ecke in der das Dipso verschachtelt zwischen all den anderen Lokalen liegt.

Und das, meine Damen und Herren waren meine 12von12 im Juli. Ich bin froh, dass ich sie nicht verpasst habe.

***

* ja, ich war auch perplex bei der Pluralbildung von Fundus, aber ich habe extra nachgesehen. Fundi geht, Fundusse auch.