Blätter im Wind

Ein Schwumm am Morgen.

Auf dem Rückweg vom See kam ein Windstoß und wirbelte jede Menge Blätter von zwei völlig ausgetrockneten Birken auf, was aber eher an einer Krankheit liegen wird, denn sie stehen so nah am Wasser dass es von der Trockenheit der letzten Wochen nicht kommen kann. Alle anderen Bäume rundherum sehen fit aus weil sie Wasser vom See bekommen.

Das hatte etwas arg herbstliches. Könnten wird das bitte noch eine Weile hinausschieben?

Wieder zurück ging setzte ich mich daheim hin und schnitt den nächsten Podcast zurecht. Er wird für die „rentrée“ erscheinen. Davor kommt aber noch ein weiterer, der auch „frisiert“ werden will, und nahm ihn mit der D am Nachmittag auf.

Zurück in die eigenen vier Wände konnte ich dann nicht mehr weil Meisterin Propper ausnahmsweise schon am Mittwoch kam. Ich setzte mich ins Renert auf die Terrasse und arbeitete dort weiter. Das Gefühl einen Podcast fertig zur Veröffentlichung zu haben ist immer wieder eine Art Glücksmoment.

Am Abend schaute ich aus einer Reihe von 3sat Kunst für die Ewigkeit die Folge über Edward Hopper an, von dem ich wusste dass er ein seltsamer Zeitgenosse war. Seine Ehe war nicht die glücklichste, aber wenn er seine Frau nicht gehabt hätte, wäre er wahrscheinlich nie so berühmt geworden. Mitte der 2000er Jahre gab es eine große Retrospektive über ihn in Köln zu sehen, wo all seine berühmtesten Bilder hingen, und die mich damals sehr beeindruckte. Noch heute wenn ich seine Bilder sehe, erkenne ich ihn ihnen eine Seite von mir, die ich mit Worten nicht zu beschreiben weiß. Es ist diese allumfassende Einsamkeit und Melancholie, die wohl jeder von uns in sich hat.

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