Die lange Fahrt & Bravo Starschnitt Ausstellung

Ich fuhr nicht so früh los wie angedacht, weil ich schlecht geschlafen hatte und am Morgen dann mehr Zeit brauchte um in die Gänge zu kommen. Was mir nicht bewusst war, war dass die ominöse B51 zum Teil gesperrt ist. Alle Navioptionen zeigten mir eine Alternative an, die mich durch die entlegensten Dörfer führte mit sehr seltsamen Namen. Auf der Autobahn selbst machte das Navi auch einen Bogen um Köln herum an Brühl vorbei mit einem Teil A3 und A4. Nun ja. Zumindest stand ich nirgendwo im Stau bis Kucksiepen wo ich Halt machte und das Auto auflud.
Kucksiepen (den Namen behalte ich auch nur weil ich ihn sehr lustig finde) war für mich nie eine Anlaufstelle, weil es dort nur eine Raststätte mit Kaffee und Klo gibt und keine Tankstelle. Dass sie jetzt auch eine Ladestation haben mit zwei Anschlüssen à 100kw ist sehr von Vorteil.

Das zweite Stück der Strecke zog sich dann schon sehr und ich beschloss die Strecke am Mittwoch nicht noch einmal komplett zu fahren, selbst mit einem Abstecher und Halt in Duisburg. Ich würde einen zweite Übernachtung einlegen. Ich fuhr, weil das Navi das so wollte, an Recklinghausen und Münster vorbei, eine Stecke die ich sehr oft gefahren bin vor sehr vielen Jahren. Von den Menschen in Münster, -die ich damals alle kennenlernte, habe ich in all den Jahren nichts mehr gehört und ich beschloss am Abend im Hotel noch ein wenig nachzuforschen wo denn alle abgeblieben sind.

Gegen 15:00 kam ich dann endlich in Cloppenburg an. Ziel dieses Ausfluges war es mir eine Ausstellung anzusehen. Seltsamerweise hatte ich vor zwei Tagen schon in einem Thread bei Mastodon eiferig mitgemacht bei dem es um die Zeitschrift Bravo ging. Da wusste ich bereits, dass ich mir die Ausstellung der Starschnitte ansehen würde. Ich hatte in meiner Jugend mindestens 5-6 Stück davon. Ich konnte mich noch an Superman erinnern und an Life Garret. Doch es gibt sie alle nicht mehr. Ich weiß nicht was damit passiert ist.

Die Ausstellung befindet sich im Museumsdorf Cloppenburg. Und jetzt gibt es sehr viele Fotos. Ich habe das abgelichtet, was ich daheim an der Wand hängen hatte und was ich hätte haben können, wenn ich die Starschnitte gesammelt hätte.

Der Eingang. An Udo konnte ich mich als Starschnitt erinnern, aber er war nie mein Fall.
Brigitte Bardot war weit vor meiner Zeit.
An Kim Wilde, The Teens und Olivia Pascal konnte ich mich erinnern. Gesammelt und zusammengeklebt habe ich sie aber nicht. 
An Mark Spitz habe ich auch noch eine verschwommene Erinnerung. Ich glaube sogar, weil er fast nackt war, dass es ein kleiner Skandal war.
Den hatte ich ganz bestimmt! Interessant bei den Ausstellungsstücken ist, dass man keine Klebekanten sieht. Es sind Nachdrucke. Zudem war es oft der Fall, dass man von Zeitschrift zu Zeitschrift mal eine bekam, mal mit mehr, mal mit weniger Tinte und somit die einzelnen Teile farblich nicht genau zueinander passten.
Man musste die Zeitschrift schon sehr auseinandernehmen, und die Heft Klammern rauspuhlen, damit man die Doppelseiten einigermaßen intakt behielt.
Wehe, man schnitt einen Kleberand weg anstatt die Schnittkante! Das ist mir mehrfach passiert und ich hätte mich dafür selbst ohrfeigen können.
In einer Seite befand sich eine alte Werbung. Oh je, so schreibt man heute keine Werbetexte mehr!
Die hätte ich auch gerne gehabt, aber ich glaube da hatte ich ein paar Nummern verpasst, so dass das Bild nicht komplett war. (Ich denke, dass ich als Kind schon wusste, was und wer ich war, ohne es aber betiteln zu können)
Die hätte ich auch gerne gehabt, aber das war ein bisschen vor meiner Taschengeld Zeit.
Status Quo war nie mein Fall.

Zum Abschluss noch ein Foto eines Schlafzimmers:

Dieses gelb/braune Bettzeug hatte ich auch!
Und genau dieses Poster von den Bee Gees hing bei mir auch an der Wand.
Die unsäglichen Sticker, die so toll klebten, dass man sie nicht mehr ab bekam. Ich hatte sie auf den Schulheften. Ich bin sicher, dass ich den von Adam Ant und Kim Wilde hatte.

Kommen wir noch zu den Dingen, die man sonst noch in diesem Museumsdorf sehen konnte. Es folgen Fotos, die man als Postkarten verkaufen könnte:

Jedes einzelne Gebäude konnte man auch von innen besichtigen. Da mein Kopf, von der langen Fahrt bereits so müde und mein Körper platt war, ersparte ich mir das.

Mitten im Park gab es eine kleine Bäckerei, die geöffnet hatte. Dort trank ich einen Pott Kaffee und aß 4! Stücke Butterkuchen.

Zugegeben, ich hätte keine vier Stück geschafft, wenn er nicht so lecker gewesen wäre und nicht so luftig leicht wie ich noch nie Butterkuchen gegessen habe.

Im Hotel dann fiel ich regelrecht aufs Bett und war schon im Begriff einzuschlafen, als mir einfiel, dass ich dann doch vielleicht noch ein Restaurant aufsuchen sollte, zwecks einem Abendessen. Doch die vier Stücke Butterkuchen am späten Nachmittag zeigten immer noch ihre Wirkung, dass sich das Abendessen ausfallen ließ. Stattdessen wanderte ich einmal durch die Innenstadt mit Fußgängerzone. Cloppenburg hat jetzt nicht sonderlich viel zu bieten, was andere kleine Städte nicht auch hätten. Später setzte ich mich gemütlich auf eine Seitenterrasse im Hotel und schrieb hier schon mal alles vor.

Ich buchte noch ein Hotel für den darauffolgenden Tag in Duisburg, schmiedete noch ein paar Pläne und lag beizeiten flach.