Absolute Stille – das akustische Manifest

Seit ein paar Tagen arbeite ich an einem Kurzfilm der unter anderem auch in den Minen von Rumelange abgedreht wurde.

Nein, halt. Ich ziehe das Thema verkehrt rum auf. Ich sollte mit dem Akustischen Manifest beginnen, von dem ich heute Abend auf dem Nachhause Weg in Radio hörte. Das Manifest ist eine Initiative der europäischen Kulturhauptstadt Linz 2009 und wurde verfasst  vom Komponisten Peter Androsch, seines Zeichens Leiter der Musiksparte von Kulturhauptstadt Linz.

Schall ist die neue Waffe der Macht. Schall ist zu Strahlung geworden. Das Volk wird mit Schall beschallt und blöde gemacht an jedem Ort, zu jeder Zeit, unter allen Umständen. In Supermärkten, Geschäften, Einkaufszentren, Restaurants, Warteräumen, Telefonwarteschleifen, Wohnungen, Stiegenhäusern, sogar Toiletten sind täglich Millionen von Menschen Opfer toxischer Schallstrahlungen, die durch ihre Körper kriecht. Verkehrsschneisen schleudern als Strahlungskanonen ihren krankmachenden Lärm auf Junge und Alte, auf Babys und Greise. Niemand entrinnt dem Bombardement. Automobile, Stahlrosse und Aeroplane machen uns mit Strahlenmilitarismus gefühllos, leblos. Tot. Willkommen im Wilden Westen des Hörens.

Das ist ein Ausschnitt aus der Reportage die in der Sendung Fazit lief, nachzulesen hier.

Die Idee des Manifestes an sich finde sehr schön und auch deren Umsetzung, so z. B. schalldichte Rückzugsgebiete die mit einem dementsprechenden Aufkleber versehen  sind. Auf der Seite Linz 09 gibt es die entsprechenden Infos dazu.

So, und jetzt gehe ich Miene zurück von der ich eingangs sprach. Im Sommer ist dies Mine für Besucher zugänglich und man kann eine Führung dadurch machen. Die Mine ist unsagbar groß und verzweigt und mit anderen Minen in der Gegend Kilometer weit verbunden, dass man sich nur zu gerne darin verläuft, wenn man es denn auf eigene Faust versuchen würde. Es gibt da diverse gruselige Geschichten von Kinden die in den Stollen verschwunden sind und man hat sie nie mehr gefunden…

Als ich nun vor ein paar Tagen dort war, drehten wir nicht allzu weit von Eingang entfernt, etwa drei bis vierhundert Meter weit hinein. Dort sind ein paar Ecken mit mit Puppen ausgestattet die diverse Szenen darstellen, so wie man halt früher das Eisenerz dort abgebaut hat.  In der Mine ist die Temperatur Sommer wie Winter 10 C° mit einer Luftfeuchtigkeit von satten 90%. Nicht sehr gemütlich…

Das Interessante aber daran ist, dass dort die absolute Stille herrscht. Man hört nichts, rein gar nichts. Kein einziger Laut dringt von außen herein, kein Wind pfeift durch die Stollen, gibt nichts außer hartem Stein, Geröll und Staub. Diese unglaubliche Stille hat etwas sehr beruhigendes und gleichzeitig etwas sehr bedrückendes. Man wird selbst ganz still und versucht der Stille zu lauschen, was aber in diesem Fall widersinnig ist, denn dort herrscht die absolute wahre Stille an der es nichts zu lauschen gibt.

Eine schöne Erfahrung.

Pianocktail Mixtape die Siebte

What an Honour!

Dabei hatte ich schon mal ganz höflich bei Pianocktail angefragt, ob ich das Stöckchen auch haben darf obwohl ich grade nicht blogge. (Ihr erinnert euch, die kurze Zeit geistiger Umnachtung, in der ich annahm, ich müsste aufhören zu bloggen…tz tz tz)

Ich war sehr unschlüssig was mein Beitrag zum Mixtape sein sollte. Zuerst dachte ich an Art of Noise, von denen ich fast alles teilweise sogar noch auf Vinyl habe, und die ich vor kurzem wiederentdeckte auf einem Streifzug durchrs Regal. Weiter standen zur Auswahl Tracy Thorn oder auch noch Ben Watt von dem ich kürzlich von einer Freundin ein tolles Album bekam von seinen Anfängen. Das Rennen machte jedoch Róisín Murphy mit dem Titel Parallel Lives aus ihrem Album Overpowered.  In Runde 7 vom Mixtape geht es also eher in die elekrtonische Richtung.

*****

Lidd Nummer 1
kennt vum Thorben
heescht Je t’emmène au vent vu Louise Attaque
bedeit him laang Owenter bis moies em véier am Flying mat sou villen Leit an esou villen gudden Momenter
an passt heibai

Lidd Nummer 2
kennt vum Chris
heescht Skinny Love vum Bon Iver
bedeit him e wonnerbaren Album, deen en am Dezember 2008 entdeckt huet a bis well rop a rof lauschtert
an passt heibai

Lidd Nummer 3
kennt vum Joël
heescht There Are Some Remedies Worse Than The Disease vun This Will Destroy You
bedeit him een Lidd, waat wéi gemaach ass fir dobai ze schreiwen, am Reen mam Auto ze fueren an dobai ze fëmmen, fir d’Gedanken op d’Rees iwert groniweleg Länner ze maachen, iwert denen en Zeppelin schwiewt
an passt heibai

Lidd Nummer 4
kennt vum Charel
heescht Bumbo vum Moondog
bedeit him een Lidd, waat ee fesselt an dobäi an eng parallel Welt eranzit, déi wäit eweg an dach nobäi ass. Eppes lieweges fléisst duerch seng musikalesch Oderen, de systolesche Rythmus erënnert de Charel un draamähnlech Sequenzen, déi e nëmmen aus Lynch Filmer an Luciden Dreem hier kennt.
an passt heibäi

Lidd Nummer 5
kënnt vum Georges
heescht The Ice Is Getting Thinner vun Death Cab for Cutie
bedeit him ee Lidd, dat souwuel de gelongenen Ausklang vun engem exzellenten Album duerstellt, wéi och eenzel gelauschtert zum Nodenken ureege kann, besonnesch wann et grad Vältesdag ass.
a passt heibäi.

Lidd Nummer 6
kënnt vum Thierry
heescht War on Sound vu The Moonbabies
bedeit him Zuchfueren duerch England mam Sara an erënnert hien emmer erem drun wéi glécklech en sech dierf schätzen esouvill wonnerbar Leit an sengem Liewen ze hunn
a passt bei all d’Fotoen un senger Mauer.

Lidd Nummer 7

kënnt vum Joël
heescht  Parallel Lives vum Róisín Murphy
bedeit him vun der Musek hier huet daat Lidd eppes Hypnotesches, an den Text beschreiwt daat waat ech och denken. Dass mer all verschidde Liewen parallel hun, déi sech nie mateneen vermëschen.
a passt heibäi

Mixtape Part 7

*****

Tja, an wen geb ich nun weiter?   Myclaude.org, willst du????

*****

Und noch was in eigener Sache. Ich sehe, Thierry hat es schon getan. Würdet ihr bitte alle den alten Link vom Augenblicke Blog aus euerer Blogroll rausnehmen und durch den Neuen ersetzen? Verschidenlich finde ich bei manchen sogar noch den Link davor der eine automtische Umleitung hat.

Social Networking Wars

Das fand ich eben. Ist schon 10 Monate alt. Vielleicht hat es auch schon mal die Runde gemacht und ich hab’s nur verschlafen, oder war grad selbst mit Film beschäftigt.  Ich finde es ganz lustig und wahr ist es auch.

Social Networking Wars
by current.com

Nachtrag: A propos Social Networking. Es geht zur Zeit ein Kettenbrief bei Facebook um der alle Rekorde schlägt. 25 random things about you. Zu erstellen bitte im Notizblock von FB und dann an 25 deiner Freunde weiterzuleiten. Ich hab ihn schon vor zwei Wochen bekommen, hatte auch damit angefangen, hab ihn dann aber nicht weiter gesendet. Das Ding scheint ein derart durchschlagenden Erfolg bei Facebook zu haben, dass es der New York Times einen größeren Artikel wert war, und dem SpOn auch.

Das kommt davon

…wenn man mal zuhause ist und Lust hat zu kochen. Ich hatte Lust auf Kartoffelpuffer. Da das Braten der Puffer aber zur Folge hat, dass es im ganzen Haus riecht wie in einer ungelüfteten Pommesbude, hatte ich die Idee mir einen einzigen größeren Puffer in einer Form im Ofen zu backen. Sowas ähnliches wie ein Rösti eben. Meinem Gefühl und der Dicke des gebastelten Puffers nach rechnete ich mit 20 Minuten Garzeit.

Zeit genug um Mails abzurufen…und zu sehen wer grad bei Facebook ist…und schnell noch das neuste Video von Happyslip zu sehen…und einen schnellen Blick auf das Happyslip Blog zu werfen….und dabei einen neuen und überraschend guten Typen zu finden der ähnliche Videos herstellt wie die von Happyslip…und sich dort ein paar Videos anzusehen (dauern ja alle nur 2 bis 3 Minuten)…und einen Schluck aus vorhin mitgebrachten Tasse Kaffee zu nehmen…und überrascht feststellen dass der Kaffee eiskalt ist.
Und dann wie von einer Trantel gestochen in die Küche rennen um das folgende Resultat aus dem Ofen zu ziehen.

Zu Mittag gab es ein Butterbrot mit Käse.  🙁

Alter Dreck

Beim Aufräumen verspüre ich bisweilen die Lust in altem Dreck zu kramen. So ging es mir gestern Abend. Stunde um Stunde wühlte ich mich durch alte Augenblicke Blog Beiträge und fand den Fall Blogdelux wieder. Ha! Ich habe mal ein bisschen zurückverfolgt wer sich dort alles ins Zeug geschmissen hat und wer wen in den Kommentaren in der Luft zerriss.  Hach war das schön!

Dabei viel mir auf, dass wir am 7.Januar 2009  verpasst haben den ersten Geburtstag Todestag von Blogdelux gebührlich zu feieren begehen.

† R.I.P. Blogdelux

Im Blogcover von Fireball gibt es ein paar lustige Dinge drüber.

Ich kapituliere

Ich kann nicht mehr!
Mir stehen seit Tagen die Schweißperlen auf der Stirn.
Ich leide unter qualvollen Entzugserscheinungen.
Nachts träume ich davon wie ich am Notebook sitze und wie besessen in die Tastatur reinhaue.
Dann wache ich laut schreiend und schweißgebadet auf.
Es ist wie ein Fluch.

Ich…muss…BLOGGEN!!!

Das Ende

Ein seltsamer Tag heute. Es sind so viele Dinge passiert in den letzten Tagen. Es sind zwei Menschen gestorben die ich näher kannte und ich stehe kurz vor einer Theaterpremiere und bin nicht im mindesten motiviert. Nicht das es an den zwei Verstorbenen läge, ich glaube es ist eher das Stück an sich…
Zudem passieren noch so viele andere Dinge um mich herum und der Zeitpunkt kommt mir heute sehr ungeeignet vor. Doch ich habe es mir schon seit langem vorgenommen und vielleicht muss es so sein…

Heute ist der 29. Januar 2009

Vor genau 5 Jahren, am 29. Januar 2004 habe ich mit dem Augenblicke Blog begonnen. Damals hieß es noch „Carpe Diem“ lief unter Blogger.com und war alles andere ausgereift. In den fünf Jahren habe fast 2100 Beiträge geschrieben über alles Mögliche und Unmögliche.
Heute am 29. Januar 2009 werde ich das Augenblicke Blog beenden. Die Idee es zum Abschluss zu bringen, schwirrte mir schon lange im Kopf herum, doch war mir bis vor zwei Monaten nicht ganz klar, wie ich das anstellen sollte. Mein Freund Claude, der ein ausgesprochener Zahlenfreak ist, gab mir die Idee es am fünften Jahrestag des Blogs zu tun. Eine schöne Idee und eine schöne runde Zahl, so gesehen die kleinste Zahl zum Jubiläum feiern.

Warum ich das mache?
Weil ich finde, dass es an der Zeit ist etwas Neues zu beginnen. Fünf Jahre sind etwas mehr als 10% meines ganzen Lebens und ich finde das reicht.
Zudem habe ich vor die Masse an aufgeschriebenen Ideen, Überlegungen, Gedanken und Erlebnissen in einer Buchform heraus zu bringen. Ich habe bereits damit angefangen die ersten Monate zu verarbeiten und es sieht nach sehr viel Arbeit aus.

Und wie geht es hier weiter?
Ich weiß es nicht.
Ich bin sehr unschlüssig. Einerseits ist das Bloggen mit den Jahren eine große Leidenschaft geworden, andererseits denke ich, dass jetzt, da ich fünf Jahre lang fast täglich aufgeschrieben habe was mich bewegt, eine Pause nicht verkehrt wäre. Nach so langer Zeit wäre das lustigerweise auch eine neue Erfahrung.
Es wird also weitergehen, nur wie, wann und in welcher Form weiß ich noch nicht.

Ich möchte mich bei all meinen Stammlesern bedanken die mir über die Jahre die Treue gehalten haben. Hoch die Tassen und Schampusgläser auf fünf Jahre „Augenblicke“. Und auf ein baldiges Wiedersehen.

Fundstück

Das Foto fand ich eben in meinem Postfach bei Facebook wieder.

Das letzte Projekt das Thierry van Werveke im Kasemattentheater machen sollte. Es wurde aber ein oder zwei Tage bevor es stattfinden sollte, abgesagt, da es ihm da schon sehr schlecht ging.

Und als ich eben die Archive des Kasemattentheaters durchstöberte, fand ich nichts darüber. Das finde ich wiederum…

Moment mal…

Heute:
Max*

Max war ein kleiner eher schmal aussehender Mann den ich nie anders gesehen habe als im Jogginganzug oder wenn es denn etwas besser sein soll, in einer Jeans mit T-Shirt. Max wohnte mit seiner Familie in einem Haus das je nach Jahreszeiten mal mehr mal weniger dekoriert war. Als er am Anfang mit seiner Frau Anneliese* und seinen zwei Töchtern einzog war die Deko noch recht spärlich, aber jedes Jahr kam neues buntes Zeug dazu. In den letzten Jahren war das Haus immer mit einer ziemlich knalligen Beleuchtung an Weihnachten versehen.
Max war großer Formel 1 Fan und man konnte sich darauf verlassen, dass wenn ein Rennen an einem Sonntag gefahren wurde hing ab Samstags eine große Ferrari Fahne über der Eingangstür. Max war ein Michael Schumacher Fan, auch wenn er das nicht so ganz zugab und immer sagte Ferrari wäre seine Marke. Als Michael Schumacher aufhörte Rennen zu fahren war kurze Zeit später auch die Fahne nicht mehr da.

Seine Frau Anneliese kannte ich schon als ich neun, zehn Jahre alt war. Anneliese wohnte in meiner damaligen Nachbarschaft. Ihr und mein Vater waren Arbeitskollegen und waren bis zu seinem Tod gute Freunde. Als er starb hinterließ er eine Frau mit vier Kindern von denen 3 aus einer Ehe davor waren zu denen Annelise auch gehörte. Anneliese hatte somit ihre beiden Eltern mit 13 Jahren verloren. Die Stiefmutter bat meine Mutter doch bitte mich und meinen Bruder ab und an zum spielen zu schicken, da niemand der anderen Kinder zu ihnen kam. Warum das so war kann ich heute noch nicht genau erklären.
Ich sah sie dann lange nicht mehr.

Im Sommer saßen fast immer alle vor der Tür auf einer Bank die eigens dafür gekauft worden war. Max hatte eine Stimme die laut, kehlig und etwas quäkend war. Wenn er sich mit jemandem unterhielt wusste man sofort dass er es war. Max besaß nicht mehr allzu viele Zähne was ihm eine leichte Aussprache eines Zahnlosen verlieh.
Max wusste über alles und jeden Bescheid in der Nachbarschaft. Seit ein paar Jahren konnte Max nicht mehr arbeiten weil krank war. Es wurmte ihn oft, er wäre gerne noch Arbeiten gegangen. Seit etwas mehr als einem Jahr war Max nun in Rente. Max saß viel draußen auf der Bank und rauchte. Im Haus selbst musste es ihm Anneliese wohl verboten haben, oder er nahm den Anlass zum Rauchen dafür das er raus gehen konnte um sich auf seine Bank vor Tür zu setzen um zu sehen was draußen so geschah. Ich sah ihn oft wenn ich abends spät aus dem Theater kam oder morgens in aller Frühe wenn ich irgendwo zu einer unmöglichen Zeit am Drehort sein musste. Max, schien nie zu schlafen. Er grüßte mich immer. Manchmal wenn er mich Koffer schleppen sah, fragte er mich wo die Reise hingehen würde. Er war ein einfacher Mann ohne große Bildung, bescheiden und schien glücklich mit dem war er hatte.

Am Sonntag bekam ich einen Anruf, dass Max urplötzlich gestorben sei. Man wolle es mir nur sagen damit ich Bescheid wisse, da die Angehörigen keine Todesanzeige in der Zeitung schalten würden. Seitdem versuche ich mich daran zu erinnern wann ich das letzte Mal mit ihm gesprochen habe. Ich glaube es muss zwischen Weihnachten und Neujahr gesehen sein, als vorne auf der Hauptstraße in einem Haus ein Feuer ausbrach.

Gestern Abend warf ich eine Beileidskarte in den Briefschlitz an der Tür…

(* Die Vornamen habe ich geändert)

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