Malen & Austausch übers Malen

Erzähl von einem Hobby, das du dir erst kürzlich angeeignet hast – wie bist du dazu gekommen?

Wer schon länger hier mitliest, weiß es: Aquarelle malen. Das kam, als ich die gewaltige Zahn OP letztes Jahres hatte. Da konnte ich fast drei Wochen nicht vor die Tür. Und weil ich daheim nicht wahnsinnig werden wollte, brauchte ich eine weitere Beschäftigung. Ich hätte nicht gedacht, dass es mich so faszinieren und dass ich weitermachen würde. Inzwischen ist es ein Hobby geworden, von dem nicht nur ich profitiere, sondern auch meine Mitmenschen. Jedes Mal, wenn ich eingeladen werde, ist das Mitbringsel meist ein kleines Bild. Durch Zufall (wir sprachen ja gestern über Zufälle), sinnierte ich noch heute Morgen kurz nach dem Aufstehen über meine Herangehensweise. Ich bin ja jemand, der sehr präzise ist und alles muss irgendwie unter Kontrolle sein und seine Ordnung haben. So funktioniert Aquarell aber nicht. Bei Aquarell liegt das Schöne im Unpräzisen. Es ist somit auch eine gute Übung loszulassen, das ich nicht besonders gut kann. Ich zeige es mal an einem Beispiel. Nehmen wir das Foto von vorgestern, wo ich zwei Lesezeichen so gemalt habe, die, wenn man sie zusammenlegt, ein Bild ergeben:

Die Schattierungen in den Bergen, (bei den Wolken ist es noch mal was anderes) sind per Zufall entstanden. Manchmal werden sie richtig gut, so wie hier, manchmal gehen sie komplett daneben, aber das passiert meistens dann, wenn ich versuche die Schattierungen zu kontrollieren. Auch die Perspektive erschließt sich mir nicht sofort. Da ich hier den oberen Teil zuerst gemalt habe und den unteren mit einem Stück Malerkrepp abklebte, entsteht eine gerade Linie dort, wo die Berge aufhören und das Wasser anfängt. Der kleine weißliche Bereich dazwischen ist gewollt, denn wenn ich den unteren Teil male, klebe ich mit Malerkrepp von oben her, ein ganz klein wenig über den Fuß der Berge hinweg. Dabei entsteht die Illusion, dass da irgendwie wie ein Strand ist. Das kommt dann dem superpräzisen, alles unter Kontrolle haben wollenden Joël zugute. Und im Moment arbeite ich daran, mir andere Motive zu suchen, in denen das nicht geht.

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Die Tagesberichterstattung:

Nachdem ich diese sehr ausführliche Antwort oben geschrieben hatte, zog ich los zum Wochenmarkt.

Ich kaufte ein wenig Obst aber sonst nicht viel, weil ich nächste Woche ja schon wieder unterwegs bin.

Ich traf den Y den ich schon eine Weile nicht gesehen hatte. Er malt auch aber völlig andere Dinge und wir zeigten und gegenseitig was wir in letzter Zeit zustande brachten. Wir aßen zusammen Mittag im Renert.

Am Nachmittag fing ich wieder an mit einem Editing von einem Podcast an, obwohl ich ja noch Zeit hätte damit, doch ich will mich damit nicht beschäftigen müssen wenn ich wieder unterwegs bin.

Am Abend hatte ich Lust auf leichte Kost für den Kopf und da es zwischendurch immer wieder regnete blieb ich daheim. Ich schaute mit einen Sherlock Holmes an, einer von den ganz alten mit Basil Rathbonre. Prelude to Murder.

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Das Lied hörte ich auf der Rooftop Terrasse on Duisburg und ging mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Ein loungiges Teil und sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber ich mag es.