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Fressen, Kunst und Puderquaste

Zwei Tage Getue

Den Dienstag lassen wir mal aus dienstlichen Gründen außen vor, weil er so viele Menschen involviert, die alle keinen Vertrag mit Joel.lu unterschrieben haben, um hier verewigt zu werden. Nur so viel, der Tag war erfolgreich, wenn auch teilweise mühsam, weil die Technik versagte. Und da ich in der Nacht nicht so gut geschlafen hatte, war ich gegen 16:00 schon platt.

Später erstellte ich einen Arbeitsplan für Mittwoch damit ich alles wegschaffe, was noch zu tun ist, bevor am Donnerstag das lange Wochenende beginnt, auf das ich mich schon irrsinnig freue.

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Der Mittwoch dann begann mit ein dezenten Klingelton am dem Handy um mir mitzuteilen, dass der Server von Joel.lu mal wieder ausgefallen ist. Es wäre auch zu schön gewesen. Aber es lief jetzt so lange gut, dass es zu schön gewesen wäre. Ich schickte eine Mail, wie immer. Da ich keine Zeit hatte auf eine Antwort warten, schaltete ich im auf Abarbeitungsmodus. Dann kam ein Anruf und noch einer und eine Nachricht, so als ob man mich nicht in das lange Wochenende gehen lassen wollte. Ich ergriff die Flucht und ging zum Wochenmarkt.

Dort traf ich die D. und viele andere.

Ein schnelles aber leckeres Mittagessen bevor wieder los musste. Tagliatelle Cacio e Peppe mit Trüffel in der Casa Gabriele. Es war noch so einiges zu tun. Und ich wollte nichts was bei meiner Rückkehr von dem langen Wochenende noch immer unerledigt herumliegt.

Bis auf Kofferpacken schaffte ich alles weg. Und morgen geht es los.

2 Tage & neue Technik

Nun ja, der Sonntag war bis in den Nachmittag hinein mit viel far niente belegt. Ich hatte mir das auch vorgenommen, den der Kopf musste zur Ruhe kommen. Es war die letzten Tage zu viel zum Großteil unbezahlte Kopfarbeit. Am späten Nachmittag sah ich mit wenn auch klein wenig widerwillig die letzte Vorstellung von Elektra an. Eine tolle Arbeit und doch waren eine Reihe an Referenzen darin, Andy Warhol z.B., die sich mir nicht erschlossen. Was aber im Anschluss schön war, war der Drink mit der A, der D und der N auf der Terrasse der Brasserie Schuman in der Abendsonne. Die Abende sind endlich wieder länger.

***

Am Montagmorgen bekam ich einen Schreck, weil ich durch die geklaute Stunde zu spät wach wurde und dann im Eiltempo zu einem Termin hechten musste. Hier lernte ich wie neue Technologien sich auch in angenehmer Weise auf meinen Beruf Einfluss nehmen werden und mir ein gewisser Weise die Arbeit erleichtern. Ich kann euch ein Foto zeigen:

Die penible Arbeit einen Abdruck zu erstellen in dem man ein Negativ mit Alginat erstellt, entfällt in Zukunft komplett, weil das Gesicht mit Infrarot eingescannt wird. Der Kopf kommt dann aus dem 3D Drucker. Das ist sehr viel angenehmer für die Darsteller weil sie nur knappe 4-5 Minuten stillsitzen müssen. Die nächste Etappe wird die Prothesen Erstellung am Rechner sein und dass man sie ebenfalls ausdrucken kann, aber das ist noch Zukunftsmusik, den Drucker die mit Silicon klarkommen gibt es meines Wissens noch nicht.

Am Nachmittag ein weiterer und letzter Termin bei Chiropraktiker. Der drückte nochmal auf Stellen die mir nicht bewusst waren.

Am frühen Abend fuhr ich raus zu Gestüt weil die A eine Springstunde mit Dalton hatte. Als kleiner Minorkiner ist er zum Springen eigentlich nicht geeignet, aber da er das von kleinauf kannte macht er es gern. Zudem ist die A keine Springreiterin.

Blue war auch da und war sehr ungehalten dass sie an der Leine bleiben musste und nicht rummrennen durfte.

Danach gab es nich einen Schlaftrunk im Parc Belair und ab in die Federn.

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Nachtrag: Ich wäre fast darauf hereingefallen, aber nur, weil alles was von Donald Trump kommt, einem Aprilscherz ähnelt:

Aus Kennedy muss Trump ginn

Ein Workshop

Der Workshop war schon vor längerer Zeit geplant worden. Aber der Reihe nach.

Der Wetter war wie gestern wunderbar angenehm mit viel Sonne, dass der morgendliche Gang zum Markt ein Erlebnis war. Ich kaufte am Kräuterstand ein Päckchen Kampot Pfeffer und ihre Salatkräutermischung, die so wunderbar abgemischt ist, dass ich nicht genug davon kriegen kann. Ein Kaffee im Renert zusammen mit der D. gab es auch. Zum Mittagessen waren wir beide mit der J verabredet. Wir hatten uns in dieser Konstellation schon sehr lange nicht mehr gesehen. Die Idee hatte einen Tisch reserviert im Al Bacio.

Danach musste ich mich verabschieden. Ich hatte die Vorbereitungen für den Workshop.

Gegen 16:00 kamen die Teilnehmerinnen an. Eine davon kannte ich nich vom letzten Kursus. Die anderen waren neu. Es war wieder einmal ein Workshop den ich komplett auf Englisch halten musste, was kein Problem ist, aber fordert doppelte Konzentration. Nach drei Stunden war ich wirr im Kopf. Doch es schien ein voller Erfolg gewesen zu sein, den jede hatte im Verlauf einen kleinen Aha-Moment und lernte ein paar Tricks und Kniffe.

Nach dem Kursus packte ich alles ein und fuhr die leitende Angestellte heim, da sie sonst ewig auf den Bus hätte warten müssen. Wieder in der Stadt traf ich mich noch kurz mit der A auf einen Absacker, sprich Apérol Spritz auf „unserer Terrasse. Es wurde aber nicht sehr spät. Gegen 22:00 war ich schon fast bettfertig.

Wie ein Ausflug in die Sommerfrische

Nachtrag zum neuen Haarschnitt. So sieht das aus wenn ich das style. Ich mag es, wird aber ohne Wachs & Co. nicht aussehen.

Die G. habe ich hier, soweit ich weiß, noch nie erwähnt. Ihr Mann starb vor wenigen Wochen. Ich hatte ihr in meinem Beileidsschreiben, vorgeschlagen, dass sie mich anrufen soll, wenn ihr die Decke auf den Kopf fällt. Das tat sie dann auch. Wir verabredeten uns für das Mittagessen. Ich holte sie ab und wir fuhren in ein Restaurant, in dem ich das letzte Mal in den neunziger Jahren war. Das alte Casino in Dudelange beherbergte schon immer eine Gaststätte. Inzwischen gab es einen großen Anbau im hinteren Teil des Gebäudes und das Restaurant mir dem etwas seltsamen Namen ‚Loxalis‘ zog dorthin. Im eigentlichen Gebäude sind die Büros einer ambulanten Krankenversorgung untergebracht. Ich verpasste es völlig Fotos zu machen, aber da ich unser Treffen auch ein wenig wie eine Mission ansah, waren die Fotos zweitrangig.

Ich hatte vorab ein wenig überlegt, wie wir unser Treffen gestalten sollten. Ich schlug ihr vor, dass wir die gemeinsame Zeit dazu nutzen sollten, um sie wie einen Ausflug in die Sommerfrische, weg von all der Trauer zu gestalten. Sie nahm den Vorschlag dankbar an. Es wurde ein wunderschöner Mittag und Nachmittag. Ihr Mann war ein begeisterter Sportflieger und Fluglehrer. Und so fuhren wir nach dem Mittagessen zurück in die Stadt zum Flughafen. Dort saßen wir dann eine Weile vor dem Clubhaus und schauten den Flugzeugen zu. Sie bot mir an, wenn einer der anderen Fluglehrer eine Flugstunde geben würde, einfach mit zu fliegen. Doch leider ergab sich keine Gelegenheit. Aber auch so war das Ganze schon ein tolles Erlebnis, und es erinnerte mich an meinen letzten Flug mit einem Sportflieger. Das war in Neuseeland

Später schlug dann wieder die Müdigkeit zu wegen der Medikamente und ich fuhr heim und legte mich eine Weile hin. Später las ich den ersten Band der zweiten Staffel der Aldebaran Comic Serie:

Auch wenn die erste Staffel mir eine Idee zu gesprächig war und sie lange brauchte um richtig in Gang zu kommen, so fängt der zweite Zyklus mit viel mehr Action an.

Eine Entscheidung, ein Ende und ein Theaterstück

Es entschied sich dann doch schneller als gedacht. Vielleicht haben das die wenigsten in den Kommentaren mitbekommen. Ich werde doch zur re:publica reisen, einerseits weil ich es zu sehr vermisst hätte und andererseits weil es dort eine Job Opportunity geben wird, von der ich sehr stark hoffe, dass sie zustande kommt. Sie hat aber nur indirekt mit der re: zu tun. Also buchte ich schon mal die Reise. Das Hotel wird die Tage folgen. Wer mich kennen lernen will: Die re:publica ist von 26-28. Mai.

Um 11:00 Uhr, wie alle drei Wochen, der Friseurtermin. Es wurde diesmal kürzer und struppiger.

Mein Friseur war begeistert, weil er endlich etwas anderes machen durfte. Ob es mir so gefällt, sehe ich morgen, wenn ich es föhnen muss.

Mittagessen gab es bei Namur. (Kenner sehen das oben im Foto) Ich war schon länger nicht mehr dort. Und schon beim Eintreten merkte ich, dass etwas nicht stimmte.

Irgendwo in den Tiefen des Blogs ist ein Ehepaar versteckt, das ich einmal erwähnte. Ein älteres Ehepaar, beide immer einwandfrei klassisch elegant gekleidet. Er immer im Anzug, sie immer entweder im Zweiteiler mit Rock und Jackett oder Bluse und Rock. In Hosen habe ich sie nie gesehen. Als ich 2013 in die Stadt umzog, war eine meiner erster Anlaufstellen für dem Mittagstisch, die legendäre Konditorei Namur, die ich schon aus meiner frühen Jugend kannte. Wir gingen immer hin un eine richtig gute heiße Schokolade zu trinken, mit richtiger Sahne, die sonst nirgendwo üblich war. Da befand sich das Restaurant noch im ersten Stock. Seit der Pandemie ist das Restaurant ins Erdgeschoss gezogen. In dem kleinen Erker im ersten Stock mit den großen Fenstern, von dem man die ganze Kreuzung überblicken kann, stand ein Tisch, der immer fertig eingedeckt war und an dem immer das Ehepaar zu Mittag ass. Herr und Frau P. Ich glaube ich habe den Tisch selbst vielleicht ein oder zwei mal bekommen. Von dem Tisch übersah man das ganze Restaurant, aber auch das Geschehen draußen, ohne gleich im Blickfeld von jedem Passanten zu sein. Mit den Jahren lernte ich das Ehepaar, wenn auch nur sehr oberflächlich, kennen. Wir grüßten uns und sprachen übers Wetter, mehr nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich einmal mit der D. über sie sprach, als es im das Thema ‚Unikate der Stadt‘ ging.

Als ich heute kam, und ich gehe weitaus weniger oft hin, als noch vor Jahren, merkte ich sofort dass der Tisch der beiden nicht eingedeckt war. Als ich die Bedienung nach den beiden fragte, machte sie ein trauriges Gesicht. Er sei schon eine Weile im Altenheim und sie kam noch ab und an aber nicht mehr jeden Tag. Sie ist im Februar verstorben und ihn haben sie seitdem nicht mehr gesehen. Als ich fertig gespeist hatte unterhielt ich mit einer der Bedienungen, die A., die schon dreißig Jahre dort arbeitet. Sie bekam feuchte Augen. Sie hätte die beiden gekannt vom ersten Tag. Und damit weitere Lebensgeschichte findet ihr Ende…

Es war wunderschönes Wetter und ich machte auf, auf eine Terrasse, die jetzt noch in der prallen Sonne war; die Renert Terrasse. Während einem Kaffee schrieb ich hier schon mal vor.

Doch irgendwann merkte ich, dass es mir nicht so besonders ging; die Medikamente vom ORL lassen grüßen. Da ich am Abend noch einen weiteren Termin hatte, beschloss ich daheim mich ein wenig hinzulegen und zu lesen.

Die N. holte mich ab und wir fuhren ins TOL, ein kleines Theater ein wenig außerhalb in Bonnevoie. Auf dem Programm die Weltpremiere von Foxfinder von Dawn King auf Französisch. Ich hatte mich vorab ein wenig über das Stück informiert, weil ich es gar nicht kannte. Zum einen gewann es vorab schon mal den Papatango Playwriting Price und das versprach so einiges. Das englische Stück ist von 2011 und wurde 2014 ins Deutsche übersetzt, aber jetzt erst auf Französisch. Eine dystopische Story über eine Gesellschaft die sich ein Feindbild, in Gestalt des Fuchses geschaffen hat, der an allem Unglück der Menschheit schuld sein soll. Ich sah ein wunderbares Stück gespielt von vier sehr guten Darstellern auf einer winzig kleinen Bühne die von ihrer Wandelbarkeit sechs oder sieben verschiedene Dekors hergeben musste und das erstaunlicherweise klappte.

Kurz nach Mitternacht war ich daheim.

Was ich bisher verschwiegen habe

Ach, ihr kennt das doch alle, wenn man versucht etwas wegzuignoieren. Den riesigen Berg an Dreckwäsche oder die Wühlschublade die nur noch mit Gewalt geschlossen werden kann. In meine Fall war es etwas gesundheitliches. Als ich mir an Weihnachten diese Nasennebenhöhlenentzündung zuzog und dabei den Geruchssinn völlig verlor, ging ich, als wieder von St.Jean zurück war, zu meiner Hausärztin, die mich mit Antibiotika versorgte und noch ein paar anderen verschreibungspflichtigen Dingen. Es wurde besser und als ich wieder anfing ein klein wenig zu riechen war die Freude groß. Ich versuchte mich zu schonen über all die Wochen und Monate und mich möglichst nicht nochmal zu erkälten.

Derweil fingen auch wieder die dienstlichen Dinge an, mit voller Wucht zuzuschlagen. Als die Medikamente alle waren, war es besser aber ganz weg war es nicht. Und wie das halt so ist, versuchte ich weiter mit Hausmitteln den Zustand in den Griff zu bekommen, weil einfach keine Zeit war. Es wurde auch langsam Stück für Stück besser. Inzwischen rieche ich wieder das Seifenstück das ich morgens in der Dusche verwende. Doch ganz ist der Geruchssinn nicht hergestellt und in Nase fühlt es sich an, als ob das etwas wäre, was da nicht hingehört. Es gibt immer noch Dinge, die ich gar nicht wahrnehme. Ich kaufte mir vor einigen Tagen herrlich frische Mangos. Nichts. Auch als ich vor einigen Tagen den Möhrenkuchen bug, zu dem ja eine kräftige Prise Zimt gehört, konnte ich die nicht herausschmecken. Auch Vanille, die ich sehr mag, nehme ich gar nicht wahr.

Ich fragte die A. die ja aus einer fast reinen Arztfamilie stammt, ob sie einen Hals-Nasen-Ohren Arzt kenne zu dem ich gehen kann. Dort nahm ich mir einen Termin. Und der war dann endlich am Mittwoch. Der Arzt hat seine Praxis im der Zitha Klinik in meinem alten Viertel.

Ich erklärte meinen Fall und ich musste ein Riechtest machen. Resultat: 11 von 16 Dingen rieche ich. Die restlichen Dinge gar nicht. Das heißt, ich nehme sie zum Teil wahr, dass da was ist, doch ich kann nicht ausmachen was es genau ist. unter anderem ist es Mango und Vanille, von denen ich überrascht war, dass sie als Option auf einem Zettel standen. Interessanterweise waren auch strengere Gerüche dabei. Alles was leicht faulig ist, wie Fisch oder Käse, nehme ich nicht wahr. Für mich ist das ein herber Schlag, denn die kleinen, feinen Geruchs- und Geschmacksnuancen bei einem Gourmetmenü, die die Freude am schlemmen und genießen ausmachen, sind bei mir nicht vorhanden.

Der Arzt war jedoch zuversichtlich, dass das wiederkommen würde. Also gibt es jetzt nochmal Medikamente für eine längere Weile.

Zu Mittag gab es im Renert Polpette a la Sorentina mit einem Salat. Solche deftigen Gerichte mit viel Geschmack sind zur Zeit das einzige was Freude macht.

Am Nachmittag hatte ich ein längeres Gespräch hinsichtlich unverblogbare Dinge die in den kommenden Wochen auf mich zukommen.

Am Abend schaute ich mir zwei Folgen von Delgliesh an, das heißt, ich wollte, denn in der ersten Folge schlief ich fest ein.

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Das habe ich als Kind geliebt. Er war der erste Maler der mir im Kindesalter perspektivisches Zeichnen beibrachte. An den Schornsteinfeger konnte ich mich erinnern. Eines meiner Lieblingsmotive von ihm waren aber die Zugschienen, die ins Nichts führten.

Ein Ausflug mit Enttäuschung

Da das Wetter einigermaßen werden sollte und ich keine Lust hatte daheim zu bleiben, beschloss ich nach Metz zu fahren und zwar hierhin:

Centre Pompidou

Die Fahrt dorthin war beschwerlich, da ich gleich zu Anfang länger im einem Stau hing. Ich fragte much was die Ursache wäre. Es war weil ein Teil der verbreiterten Autobahn hinzukam und wegen der Malarbeiten alles auf eine Spur reduziert wurde.

Derweil hörte ich ein Interview mit einen norwegischen Autor im DLF Kultur über ein Buch, das mich sehr interessierte. Die Prinzen vom Birkensee von Lars Elling ist die Lebensgeschichte der beiden Großväter von Lars, die so lange er sich erinnern kann, kein Wort miteinander sprachen, obwohl sie Nachbarn waren und Tür an Tür lebten. Ich habe mir das Buch vorgemerkt.

Als ich dort ankam, zeigte vor dem Gebäude nichts darauf hin, dass es geschlossen wäre. Ich merkte es erst als ich vor der Tür stand. Das kommt davon wenn man vorab die Öffnungszeiten nicht einsieht! Ich hatte die ganze Fahrt umsonst gemacht. Nebenan im großen Einkaufszentrum Muse suchte ich nach ein paar neutralen T-shirts, weil ich vor kurzen ein paar entsorgt hatte und wurde ohne weiteres fündig. Ich erwägte kurz ob ich das Auto nicht umstellen soll und im Zentrum der Stadt eine Runde drehen sollte, doch ich verwarf den Gedanken.

Ich fuhr zurück. Daheim muckte mein Körper auf von der gestrigen Chiro-Aktion. Also legte ich mich eine Weile hin. Anschließend fuhr ich zum Rainbow Center um ein letztes Mal über das Layout zu schauen des Cover Artikels, den ich ja geschrieben hatte. Es werden noch ein paar kleine Änderungen in den Fotos kommen und am Freitag geht er in die Druckerei.

Am Abend lag ich beizeiten in der Horizontalen, las ein wenig und schaute mir eine Folge von Schwester Bonifas an, eine englische Krimiserie.

Streckbank & Lammkeule

Ganz ehrlich, mein Chiropraktiker ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Ihr erinnert euch dass ich da eine falsche Bewegung gemacht hatte? Heute war der Termin! Der Mann ist erstens immer sehr zuvorkommend und nett aber auch sehr kompetent. Er nannte das scherzhaft was er mit mir machen würde, eine TÜV Kontrolle. Und er knetete meinen Rücken an Orten, von denen ich nicht wusste, dass sie schmerzen würden, wenn man etwas kräftiger hinlangt. Das was er macht, ist eine Mischung aus Ostheo und Chiro. Bitte fragt mich nicht wie das von den Philosophien her zusammenpasst. Ich habe keine Ahnung; Hauptsache es hilft!

Als ich von der „Streckbank“ aufstand fühlte ich mich so schmerzfrei wie lange nicht mehr. Die Begeisterung war groß und musste gefeiert werden. Es ging zu Oberweis in der Concorde. Auf dem Menü stand Lammkeule mit cremiger Polenta! Aber hallo!!!

Ein Festtagsmenü an einem gewöhnlichen Montag.

Doch danach setzte eine große körperliche Müdigkeit ein. Der Chiro hatte mich vorgewarnt. Ich kaufte noch schnell ein paar Dinge für den Haushalt, legte mich anschließend in der Wohnung hin und schlief sofort für eine ganze Stunde ein.

Und damit war auch der Rest des Tages weitgehend gelaufen. Ich kuckte eine bisschen hier las ein wenig da, konnte mich auf nichts wirklich konzentrieren und lag beizeiten im Bett.

Geheimnisse

Der Sonntag war vom Wetter her trüb und von den Ereignissen her ohne besondere Vorkommnisse.

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CBS Sunday Morning hat eine Zusammenstellung von Berichten auf YT gestellt in denen sie kleine Geheimnisse aufdecken. Der zweite Bericht (ab 6:55) war hatte mich sehr fasziniert. Es geht um Geheimnisse. Schaut euch das bitte an und dann reden wir weiter:

Ich habe mir den Blog angesehen. Postsecret. Habt ihr auch so ein Geheimnis, dass euch so sehr belastet, dass sie es irgendwann erzählen müsst, aber ist es aus Gründen so schwerwiegend, dass ihr euch niemandem anvertrauen könnt? Also ich hätte schon eines. Eines das in manchen Aspekten hier immer wieder aufblitzt, aber nie in seiner Gesamtheit.

Orgelkonzert & Drag Queen Workshop

Das hatte ich so noch nie probiert:

Ich hatte ja keine Ahnung, dass es hier am Samstag Orgelkonzerte in der Kathedrale gibt, so wie im Freiburger Dom zu dem die liebe C. mich einmal mitgenommen hatte.

Es waren zum grössten Teil zeitgenössische Stücke. Vor allem das erste Stück gefiel mir sehr, das sich sehr anfühlte wie die Filmmusik eines Action Blockbusters. Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen einen ganzen Film nur mit Orgelmusik zu untermalen? Am Ende des Konzerts schnappte ich mir den kleinen Zettel auf dem stand was gespielt wurde. Das zeitgenössische Stück war von Grimoaldo Macchia. Variationen auf ‚Tantrum Ergo‘.

Wieder auf der Place Guillaume hatte ich Glück und bekam einen Tisch in der Casa Gabriele. Die Tische auf der kleinen Terrasse waren alle weg, weil das warme Wetter zu verlockend war um draußen zu sitzen, aber innen war Platz.

Ich hatte Hammer gute Cappelllacci mit Trüffel und Morcheln. Oh mein Gott!

Am Nachmittag hatte ich mich für eine kleine Performance im Rainbow Center angemeldet. Tom verwandelte sich in Tata Tom. Der Grund warum ich mir das ansah war nicht uneigennützig. Nächste Woche gebe ich am gleichen Ort einen Make Up Kursus für transfeminine Menschen und ich wollte ihm zusehen wie er kompliziertere Dinge selbst hinbekommt, wie Eyeliner oder falsche Wimpern. Der Trick ist der kleine Spiegel vor ihm. Ich habe einen hier und werde den nächste Woche auf jeden Fall mitnehmen.

Am Abend schaute ich mir die zwei ersten Folgen der ersten Staffel von Adam Delgliesh auf ONE an. Die Gesichte die einer Schwesternschule spielte war eine Idee einfacher gestrickt aber immer noch sehr sehenswert.

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Ein schöner Thread für alle die sich mit französischen Sprichwörtern auskennen.

Und wenn wir schon in Frankreich sind, dort will ich bei meinem nächsten Paris Besuch hin!

Falsche Bewegung

Ich machte am Morgen eine falsche Bewegung mit dem Arm und fühlte sofort einen stechenden Schmerz vorne, seitlich im Burstbereich. Es war genau die gleiche Stelle wie vor ein anderthalb Jahren als in St.Jean von Strand aufstand. Aber diesmal nicht auf der rechten Seite, sondern auf der linken. Ach, wie schön! 😡 Ich rief sofort meinem Chiropraktiker an und bekam einen Termin für Montag morgen. Das letzte mal hatte er mit drei Terminen alles wieder in Ordnung gebracht. Ich merkte eh schon die letzten Wochen, dass der ganze Schulter- und Rückenbereich knirscht wie ein alter Dachstuhl. Ich weiß auch, dass ich mir das immer wieder selbst einhandele und es nicht so schlimm wäre, wenn ich mehrfach die Woche Sport treiben würde. (Vor meinem geistigen Auge sehe ich die gesamte Leserschaft mit dem Kopf nicken.)

Da es Freitag war und ich an dem Wochentag am Nachmittag lieber aus der Wohnung verdufte, weil Meisterin Propper das Regiment führt, nahm ich eine Schmerztalblette und fuhr in die alte Heimat um eine Runde um den See zu machen.

Das Wetter war bedeckt aber es war sehr warm. Weit über 20 Grad.

An dieser Stelle fotografierte ich letztes Jahr immer das Nilgänse Paar mit den ihren Jungen.

Ich begegnete wie immer jede Menge von Bekannten unter anderem einer Kollegin vom Fernsehen die zur genau der gleichen Zeit eine Runde um den See drehen wollte wie ich. Und natürlich wurden wir beide erkannt. Es war eine schöne Runde, weil wir endlich mal außerhalb von Sender über andere Dinge konnten.

Die Bewegung tat gut ich war für den Rest des Tages quasi schmerzfrei. Die Tablette tat den Rest.

Beim Renert traf ich die freischaffende PR ( jetzt hätte ich beinah Aktivistin geschrieben) also ich traf die J. , die vor allem in der Kunst und Kultur PR arbeitet. Wir waren uns erst letzte Woche über den Weg gelaufen. Diesmal hatten wir beide ein wenig Zeit um zu reden. Wir zurrten einen Termin im April fest für ein Dinner.

Ich war beizeiten daheim und sehr früh in den Federn.

Welche Sache würdest du gerne täglich häufiger tun?

Darauf werde ich jetzt eine äußerst blöde Antwort liefern, aber jeder kann es nachvollziehen. Ich würde gerne täglich ein wenig mehr Geld verdienen, als ich das jetzt tue. Ich beschwere mich nicht, aber wenn die Preise für den Lebensunterhalt, vor allem hier in Luxemburg, weiter ansteigen, wird es in naher Zukunft eng werden.

Nochmal Schreibkram & Tattoo?

Aus Gründen, die ich leider verschweigen muss, war der Morgen noch einmal mit gestrigen Schreibkram belegt, doch fand es endlich seinen Abschluss. Uff! Und jetzt bin ich gespannt auf der Dinge, die folgen werden. Denn es wird Folgen haben, dessen bin ich mir sicher! Wenn alles unter Dach und Fach ist, seid ihr im Blog die ersten, die davon erfahren. 

Gegen 14:00 Uhr zog ich los in die Stadt. Es war so schönes Wetter dass wir ich die Jacke nicht gebraucht hätte. Ich hatte Bücher bei Ernster bestellt, die ich abholte.

Zwischendurch gab es ein Kaffee im Renert. Dort überlegte ich was ich am Abend machen könnte. Der Kühlschrank ergab von Inhalt her nichts, was selbst in bizarrsten Kombi essbar gewesen wäre. Auf ein Restaurant hatte ich keine Lust. Nach was stand mir der Gusto?

Die Frage wurde mir mit einem Anruf abgenommen, den die A fragte mich ob ich Lust hätte, mit ihr zum ersten mal dieses Jahr auf der Terrasse des Parc Belair zu speisen.

Gegen 21:00 wurde es jedoch unangenehm kalt und kurze Zeit später war ich daheim.

Welches Tattoo möchtest du und an welcher Körperstelle?

Ich habe ein sehr gespaltenes Gefühl zu Tattoos. Einerseits muss ich mich immer wieder beruflich damit beschäftigen, weil falsche Tattoos immer wieder verlangt werden. Andererseits sind Tattoos so sehr in unserem Alltag verankert, dass wir sie kaum noch wahrnehmen. Wenn sie in einem Theaterstück verwendet werden, um eine gewisse Aussage zu machen, dann verpufft sie meistens. 

Aber das war nicht die Frage. Welches Tattoo ich gerne an welcher Körperstelle hätte, danach wurde gefragt. Sich mal kurz eben ein Tattoo stechen lassen, ist so ein Unding in unserer Gesellschaft geworden, dass ich beschlossen habe, mir nie eines stechen zu lassen. und wenn, dann müsste es schon etwas sein, dass ich mein Leben lang mit mir tragen werde und zu dessen Aussage ich auch noch in 20 oder 30 Jahren stehe. Da ich aber in 20 oder in 30 Jahren nicht mehr der gleiche sein werde, habe ich keine Ahnung, was das sein könnte.

Manchmal finde ich an Darstellern kleine versteckte Tattoos an diskreten Stellen:

Das fühlt sich dann so an wie ein bisschen schwanger sein. Ein Tattoo um des Tattowillen aber bitte so, dass es dem Beruf nicht zu sehr in die Quere kommt. Das kann ich für mich nicht nachvollziehen.

Versteht mich nicht falsch, es gibt Tattoos, die ich wunderschön finde und bei denen ich staune, was für Kunstwerke da geschaffen wurden. Das einzige, was ich mir in dieser Richtung für mich vorstellen könnte, ist, dass ich durch das Tattoo zu einem lebenden Kunstwerk werde. Das berühmteste Beispiel ist Tim der vom Künstler Wim Delvoye tätowiert wurde und der sich vertraglich immer wieder in Kunstmuseen ausstellen muss. Ich hatte Tim einmal in Tasmanien gesehen.

Zwei Tage aus Zeitmangel

Der Dienstag war ein langer Schreibtag der sich ewig hinzog bis zu dem Punkt wo mein Gehirn sich wie Brei anfühlte. Es brauche eine Verschnaufpause und Alkohol. Im Renert gab es einen wohlverdienten Negroni.

Ein gemeinsames Abendessen mit der A. im Bovary. Wie waren schon länger nicht mehr dort gewesen.

Natürlich musste jemand mit und auf meinen Schoß:

Das Lokal hat ja den Untertitel ‚le café litéraire‘ und ist folglich zudekoriert mit Büchern aller Art. Neben mir auf dem Tresen fand ich ein Buch von 1990 das mir bekannt sein müsste es aber nicht war:

200 Rezepte mit Bier. Herausgegeben von der luxemburgischen Brauerei Bifferding. Entweder wird Bier im Rezept selbst gebraucht oder es ist das ultimative Getränk das man dazu trinken muss. Zudem gibt es am Anfang ein Exkurs in die Biergeschichte, die 7000 v.Ch in Mesopotamien beginnt. Vergleicht man es mit der neuesten historischen Forschung , ist Bier noch um 2000 Jahre älter. Ich hätte das Buch gerne gemopst, stellte es aber wieder hübsch an den Platz und werde meine Sammlung an Büchern durchforsten ob ich da nicht was an Stelle hinstellen kann. Denn das Buch möchte ich wirklich gerne haben.

***

Der Mittwochmorgen fing mit einem Besuch und einer längeren Besprechung an, die uns aber ein gutes Stück weiterbrachte, hinsichtlich eines zukünftigen Projektes. Ich war sehr froh wie gut dass wir vorankamen und bin guter Dinge dass wir dafür mehrere Partner und Koproduzenten finden werden.

Der Nachmittag war dann nochmal mit Schreibaktivitäten belegt.

Am Abend schaute ich mir eine zweiteilige Doku auf Prime an. Das Geständnis. Sie war nicht schlecht, aber ich bin jetzt noch wütend, dass ich sie mir überhaupt angesehen habe, weil es wieder eine dieser Stories war, die auf zwei Stunden in die Länge gezogen wurde. Interessant war aber, dass der vermeintliche Mörder seiner Frau selbst zu Wort kommt.

Im Kino: Queer

Ein Tag der sehr ruhig anfing. Ich wurschtelte daheim ein wenig herum, schrieb den Blogeintrag vom Vortag fertig und beschäftigte mich noch mit anderem Schreibzeug.

Angedacht war, dass ich mit dem J. ins Kino gehen sollte, der aus Arbeitsgründen aber nicht konnte. Ich hatte den Film auch schon hier in den Kommentaren empfohlen bekommen.

Eine Liebesgeschichte basierend auf dem semi-autobiografischen Roman von William Burroughs mit dem gleichen Titel.

Daniel Craig zeigt wieder einmal dass er ein grandioser unterschätzter Darsteller ist. Vor allem in den Anfangsszenen, wenn er den jungen Mann so linkisch und unbeholfen umwirbt sind so rührend, dass sie mich an Szenen aus meinen sehr jungen Jahren erinnerten. Auch Details, z.B. in der Maske fand ich großartig. Craig hat nie saubere Hände und ist sieht immer verschwitzt aus. Warum er so schwitzt stellt sich später heraus. Ein Teil der Geschichte ist in Traumsequenzen angelegt, die versuchen in Bildern das zu zeigen was in den Köpfen vorgeht. Sehr gelungen. ‚I want to talk to you without speaking‘ ist, im Nachhinein gesehen der Satz, der die ganze Liebesgeschichte auf einen Nenner bringt. Absolut sehenswerter Film, wenn auch sehr traurig.

Sonntagskuchen

Das war doch was mit Möhrenkuchen vor zwei Tagen, oder? Richtig, das war was! Ich hatte Lust darauf. Die Anregung kam wegen einem Video der Kuchenfee, die gleich drei Rezepte postete.

Das dritte Rezept sprach mich an. Mir fehlte nur noch Frischkäse den ich fix in den neuen Supermarkt kaufte der Ende Februar in meinem Viertel eröffnete. Die Alima Kette, die eine Reihe von kleinen Supermärkten durch die Stadt verteilt hatte, gibt nicht mehr. Delhaize hat ein Teil davon übernommen und Gott sei Dank auch den bei um die Ecke.

Und so sah der Kuchen aus:

Im Rezept stand 35 Minuten backen, was aber definitiv nicht reicht. Es braucht 40 wenn nicht 45 Minuten.

Das mit der Frischkäsecreme als Toping hatte ich noch nie probiert, es passte aber sehr gut.

Und dann war es schon an der Zeit für eine letzte Runde Dienst und, weil Sonntag, schon um 15:00 Uhr für mich.

Bevor jemand fragt, was die Zahnbürste soll, ich putze den Darstellern damit nicht die Zähne, die ist zum Reinigen des Tülls der Perücken wenn sie geklebt werden müssen. Besser noch geht es mit einem Stupfpinsel, doch meiner hat sich vor ein paar Tagen in den Pinselhimmel verabschiedet. Eine weiche Zahnbürste tut es auch.

Am Abend war ich im Räiskär, weil ich keine Lust hatte zu kochen. Sie hatten Bibimbap auf der Karte bei den Empfehlungen stehen, das mich an Australien erinnerte, weil ich es dort zum ersten mal bei einem Koreaner aß. Es war eine gewaltige Portion und leider gibt es kein Foto davon.

Am Abend schaute ich mir die zwei letzten Folgen der Serie von Adam Delgliesh auf ONE an. Jede Kriminalgeschichte findet ihren Abschluss in zwei Folgen und das ist sehr gut so. Zudem bedienen die Charaktere die Geschichte, sprich den Krimi an sich und nicht den ganzen privaten Befindlichkeitskram, der sich von einer zur Folge nächsten, nicht-enden-wollend hinzieht, und der in anderen Serien, immer Überhand nimmt. Eine große Empfehlung von mir und ab nächster Woche zeigt ONE die erste Staffel auf die ich sehr gespannt bin.

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