Aus dem Familienalbum 15

Ich wuchs mit einem Hund auf.
Ich kannte ihn seit meinem dritten Lebensjahr.
Raxy war aus dem Tierasyl. Sie war eine Promenadenmischung sah aber einem kurzhaarigen Leonenberger nicht ganz unähnlich. Er saß für sei Leben gern auf dem Stuhl, damit er zum Fenster hinaussehen konnte.

Beide Fotos wurden von Großmutter Marie gemacht, weil sie halt so sehr gestellt aussehen.

Als Raxy starb war ich im Internat und so untröstlich wie nie davor. Das letzte mal als ich sie sah, war an einem Sonntagabend kurz bevor ich zurück ins Internat gefahren wurde. Ich sehe sie noch um die Ecke nach mir schauen als ich hinaus ging und in den Wagen stieg…

Kino am Mittwoch / Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald

Der Morgen nach der Fresserei vom Vorabend war dann doch ….nun ja. Ich ging alles etwas langsamer an.
Eine SMS der D. trudelte ein ob ich nicht Lust hätte mit ins Kino zu gehen.
Hatte ich.
Auf dem Programm, Fantstic Beasts der zweite Teil.
Ich hatte den ersten Teil nicht gesehen, weil…ja warum eigentlich?

manseok / Pixabay

Der zweite Teil ist, dramaturgisch so schön erzählt dass einem keine Sekunde langweilig wird. Dabei ist Geschichte von Grindelwald selbst gar nicht so super spannend. Vom Plot her erinnerte es mich doch sehr Harry Potter und sein Gegenspieler der Dunkle Lord, die auf eine gewisse Weise miteinander verbunden waren. Das ist hier auch der Fall nur eben zwischen Dumbledore und Grindelwald die eine gemeinsame Vergangenheit haben.
Johnny Depp als Grindelwald ist sehr überzeugend und in einer der Schlussszenen in der er eine Rede hält noch um einiges furchterregender. Man kommt nicht umhin um an die heutigen politischen Zustände zu denken. Mehr kann ich jetzt nicht preisgeben sonst verrate ich zu viel.

***

Am Abend nachdem ich alle Schauspieler für die Vorstellung zurecht gemacht hatte, fuhr zu Fabrice im Rooftop, das inzwischen wieder zu einer Art Holzhütte  für die Wintermonate umgewandelt wurde. Es war gemütlich und lustig und ich war nicht zu spät im Bett.

Zurück nach Luxemburg & Cuisine des Amis

Der Montag ist schnell erklärt.
Unter strömendem Regen schritten wir vom Hotel zur Gare de l’Est und nahmen den Zug zurück nach Luxemburg. Ich hatte mich ein wenig in den Zeiten verrechnet und ließ eine Besprechung platzen, die ich aber am Dienstagmorgen nachholte. Am Abend hatte ich Vorstellung und fiel später wie ein Stein ins Bett, obwohl der Tag nicht so anstrengend war. Es ist schon seltsam wir sich eine Zugfahrt in der man ja nichts tut außer rumsitzen und lesen, das den Müdigkeitslevel steigen lässt…

***

Der Dienstag fing mit der oben erwähnten Besprechung an. Ich werde im Dezember, da ich ja beschlossen habe keine große Reise im Winter zu unternehmen, mit einer zeitgenössischen Oper beginnen, die ihre Uraufführung aber erst im Februar haben wird. Die Oper selbst ist ( ich kann es ruhigen Gewissens sagen, da es ja schon offiziell ist) von keinem gierigeren als Alexandre Desplat!
Man hat mich als Maskenbildner vorgeschlagen und ich werde die ganze Crew Mitte Dezember zu einem ersten Gespräch treffen.

Anschließend machte ich auf die Suche nach Strasssteinchen und allerlei Geglitzer, da ich am Samstag einen Galaabend betreuen werde, doch davon berichte ich wenn es soweit ist. Da es in Luxemburg zwar einen Bastelladen gibt, von dem ich aber weiß dass er nicht sooo viel Auswahl hat, fuhr ich nach Trier in die Bastelstube. Das Geschäft hat einen eigenen Parkplatz  den es sich mit einem sehr tollen Biosupermarkt teilt, den ich auch schon seit langem wieder aufsuchen wollte, und so schlug ich zwei Fliegen mit einem Schlag.

Wieder zurück mache ich ein Foto zum Fenster hinaus weil das Licht so seltsam war.

Für den Abend hatte ich mich seit ewigen Zeiten mal wieder für eine Cuisine des Amis im Dipso angemeldet. Wer schon länger hier mitliest kann sich vielleicht an diese bisweilen sehr schönen Abende erinnern. Der mir am tiefsten in Gedächtnis eingegraben ist, ist der von René  Matthieu.
Ein paar Stunden später starb Tante Gritty. Ich habe es damals so im Blog nicht erwähnt, doch lagen Freud und Leid  so nah beieinander, dass es mich fast zerriss.

Es war ein wunderbarer Abend an dem ich ein paar sehr nette Bekannte und Freunde wiedersah, denen ich schon lange nicht mehr begegnet war. Der Koch war Jeremmy Parjouet aus den Lion d’Or, das ich zu meiner großen Schande gestehen muss, noch nie besucht habe.

Das gab es zu essen:

Ganz hervorragend war das Gericht unten links auf dem Bild, das nicht so besonders aussah. Es war ein Stück Sellerie in einem am Tisch daraufgeträufelten Daschi Sud mit zwei verschiedenen Gemüse Cremes und kleinen gerösteten Brotscheiben. Knaller!
Auch der Baba au Rhum rechts war sehr lecker mit kleinen Apfelstückchen und Basilikumsahne….Himmel!

Ich sah an dem Abend jemand wieder, mit dem ich demnächst zusammenarbeiten werde, aber darüber schreibe ich wenn es soweit ist.

Zingaro

Eine seltsame Überschrift mag man denken. Auch für mich, der das gar nicht vorher kannte. Doch letztendlich war das der Grund warum wir in Paris sind.
Doch der Reihe nach:

Ich erwachte spät. Es war fast 9 Uhr und ich erschrak ein bisschen, dass ich so spät erst wach geworden war. Ich hatte nach der Fresserei am Vorabend bei Mme Shawn geschlafen wie ein Stein.

Wir, die N. , die A. und ich marschierten kurz nach zehn Uhr los, denn das Frühstück im Hotel war bereits um 9:30 vorbei. Wir fanden dann auch gleich quer auf der anderen Straßenseite ein Café. Es regnete in Strömen, und es sollte uns den ganzen Tag begleiten bis auf wenige Stunden.   Die A. wollte uns ihr Viertel, die rue Mouftard, zeigen wo sie zu ihrer Studentenzeit gewohnt hatte. Ich kannte die Ecke kaum, obwohl dort  die Maskenbildnerschule ist die, ich mehrfach besucht hatte. Da ich aber den ganzen Tag dort in Intensivkursen steckte sah ich nie etwas von der Gegend.

Ich erwarb einen neuen Schal, die A. ein Abendkleid und die N. eine Tasche.
Anschließend kehrten wir im Café Léa ein in dem die A. einen Tisch reserviert hatte zum Brunch.
(Die Fresserei nahm kein Ende)

Von dort aus gingen wir hoch bis zur Ile-de-France mit der Notre Dame.

Der Regen weichte uns alle regelrecht auf und ich hatte irgendwann keine Lust mehr durch den Regen zu latschen, auch die A., deren Schuhe durch und durch aufgeweicht waren. Wir gingen also zurück zum Hotel zogen uns um.

Der eigentlich Grund warum wir überhaupt in Paris waren folgte jetzt. In den Cevennen im Sommer, als wir A. s Geburtstag feierten, hatten wir ihr einen Ausflug nach Paris geschenkt mit einem Besuch der neuesten Zingaro Show.

Die Show ist etwas außerhalb von Paris im Fort d’Aubervillier und wir fuhren mit der Metro hin.

Mit dem Bild oben wird wohl jeder verstanden haben dass es eine Pferdeshow ist.
Die Ställe, die Manege und der Vorraum sind alle komplett aus Holz gebaut. Vor allem die Vorhalle in der man wartet ist mit unglaublich vielen Kostümen und Requisiten vergangener Shows ausgestattet, dass man viel zu schauen hat.

 

 

Bevor die Show losging wurden wir ununterbrochen darauf aufmerksam gemacht, dass das Handy unbedingt ausgeschaltet sein müsste und es quasi unter Strafe stünde Fotos zu machen.
Wir wurden ebenfalls gebeten bis zum Ende der Show keinen Applaus zu geben, da es die Konzentration der Pferde stören würde.

Und was wir dann sahen war so unglaublich dass man es eigentlich nicht fassen konnte. Die Show findet völlig ohne Reiter statt. Es sitzt nie jemand auf dem Rücken eines Pferdes.  Die Pferde steuern die Show quasi im Alleingang. Es sind zwar fast immer Trainer zu sehen doch greifen sie wirklich in das Geschehen ein. Man sieht nur dass die Pferde sehr die Ohren spitzen und dann urplötzlich alle wie auf Kommando kehrt machen und einem Leitpferd folgen. Man hört und sieht aber nie den Befehl oder den Auslöser. Eine Szene die mich sehr beeindruckte war eine nachgestellte Kriegsszene, in der die Pferde alle zum Teil rücklinks auf dem Boden liegen und sich nicht mehr bewegen. Zwischen den Pferden liegen die Soldaten wir tot. Und im Halbdunkel sieht man richtige Wölfe auftauchen und zwischen den Pferden und Soldaten umherschleichen und nach Fressbarem suchen.  Man taut sich kaum zu atmen…
Überhaupt traute sich der ganze Saal während der ganzen Show kaum zu atmen. Sogar kleine plärrende Kinder waren mucksmäuschenstill.
Es sind fast zwei volle Stunden Show ohne Pause und man ist begeistert, leicht verstört und man hat Muskelkrämpfe, weil man sich nicht traute sich während der ganzen Show zu bewegen. Ich hatte so etwas noch nie gesehen und auch die A. die schon mehrere Shows hier gesehen hatte meinte auch, dass diese Show so außergewöhnlich sei wie keine andere davor.

Wieder zurück in der Vorhalle kaufte die A. das Buch der Show und die Verkäuferin ermunterte sie zum legendären Direktor Bartabas zwecks Autogramm zu gehen, der u.a. auch für seine Wutausbrüche bekannt ist. Doch er war sehr nett und die A. sehr froh.

Vom Luxemburg nach Paris

Es regnete und nieselte in Luxemburg ununterbrochen. Ich hatte am Tag davor noch mit K. ausgemacht dass wir uns auf dem Wochenmarkt sehen, doch der Blick morgens hinaus zum Fenster war so was von nicht ermunternd, dass ich absagte. Stattdessen ging ich den Tag sehr langsam an mit, bloggen, lesen, Kaffee und Tasche packen für zwei Tage. Ich packe dementsprechend für die beiden Tage denn das Wetter verspricht in Paris nicht besser zu werden als hier.

Kurz nach Mittag schritt im strömenden Regen hinunter zum Bahnhof um dort die A. und die N. auf dem Bahnsteig zu treffen.

Pünktlich in Paris suchten wir unser Hotel auf, das ich nur empfehlen kann, Soft Hotel.

Wir trafen uns mit der C. die eine langjährige beste Freundin der A. mit der sie in Paris studiert hat. Wir besichtigten wir die Ausstellung im Palais de Tokio.

Das sind Spinnweben verschiedenster Spinnen aus der ganzen Welt. Aber so wie Thomás Saraceno sie in Szenen setzt mit Licht ist schon sehr außergewöhnlich und sehr schön. Es geht durch  die ganze Ausstellung ausschließlich um Spinnennetze und wie das ganze Universum mit jedem einzelnen Mensch und Tier verbunden ist.
Sehr schön sehr außergewöhnlich und beeindruckend.

 

Und dann erwarb ich ein Kunstwerk!!!!

Die die schon länger mitlesen, können sich erinnern dass ich eine sehr schöne Ausstellung von Yayoi Kusama im Brisbane in Australien sah.  Das erste was ich in der Buchhandlung entdeckte war ein Kunstwerk der Japanischen Künstlerin in Form eines Kissens, doch es war winzig klein und sehr teuer. Doch dann entdeckte ich eines auf einem oberen Regal das wesentlich größer war und ich schlug zu, denn es war im Vergleich zu dem kleinen Kissen eher günstig.
Abends speisten wir bei Madame Shawn eine pariser Kette von thailändischen Restaurants die sehr lecker und gut sind. Fotos habe ich leider keine gemacht, aber ich habe mich seit langem  mal wieder völlig überfressen.

 

Mindestens ein Foto aus Paris mit Eiffelturm.

Eine Magenverstimmung & Art Week

Am Donnerstag nach der Vorstellung hatte ich einen Bärenhunger weil ich den dan ganzen Tag nicht dazu kam etwas gescheites zu essen. Mein erster Gedanke war ins Annexe zu gehen. Doch als ich am Palais de Chine vorbei kam ging ich dort hinein und bekam sofort einen Tisch. Ich hatte schon lange nicht mehr chinesisch gegessen und freute mich darauf. Ich hatte ein paar Dim Sum anschließend Hühnchen mit Gemüse. Es war lecker aber etwas davon muss nicht in Ordnung gewesen sein denn noch in der Nacht zu Freitag hatte ich eine Magenverstimmung die mich lange wach hielt.
Am Morgen sah ich dementsprechend gerädert aus.

Am Abend als sich der Magen wieder einigermaßen beruhigt hatte, ging ich mir dem B. und der K. zur Art Week. Es ist die alljährliche große gemeinsame Ausstellung aller Kunstgalerien aus Luxemburg und sie laden auch jedes mal Galerien aus anderen Ländern ein. Letzte Jahr hatte ich dort ein Kunstwerk erworben und war neugierig ob ich dieses Jahr wieder eine Liebe auf den ersten Blick habe würde. Ich hatte auch etwas gefunden doch es war weitab von meiner Preisvorstellung und zudem zu teuer für das was es war.

Sehr schön fand ich aber die Plastiken von Hannes Helmke

***

…und ab morgen wird aus Paris berichtet.

 

1000 Fragen 601-620

OyeHaHa / Pixabay

Der November und die Arbeit bringen leider mit sich dass es nicht sehr viel zu berichten gibt.
Darum eine Runde 1000 Fragen:

601. Worauf achtest du bei jemandem, dem du zum ersten Mal begegnest?
Tja, da lässt der Maskenbildner grüßen : Ich schaue mir sein/ihr Gesicht genau an.

602. In welcher Hinsicht könntest du etwas aktiver sein?
Sport.

603. Spielst du in deinem Leben die Hauptrolle?
Ja. (Ich stelle mir vor ich würde sie nicht spielen, das macht irgendwie keinen Sinn)

604. Welcher Lehrer hat einen positiven Einfluss auf dich gehabt?
Durch die Bank weg meine Sprachenlehrer in Deutsch, Englisch und Französisch.

605. Was würdest du am meisten vermissen, wenn du taub wärst?
Hörspiele und das damit verbundene Kopfkino und Musik.

606. Über welche Nachricht warst du in letzter Zeit erstaunt?
Den Ausgang der Wahlen in Luxemburg.

607. Wärst du gern wieder Kind?
Nein.

608. Was kannst du stundenlang tun, ohne dass es dir langweilig wird?
Serien anschauen. Binge Watching.

609. Wann warst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort?
Ich denke das war Ende der 90er Jahre als ich für die erste große amerikanische Filmproduktion in Luxemburg arbeitete und die Produzenten wurden auf mich aufmerksam.  Von da an gingen regelmäßig Aufträge ein und konnte davon leben.

610. Denkst du oft darüber nach, wie Dinge hergestellt werden?
Nur dann wenn ich etwas neues entdecke das noch nicht kenne.

611. Welchen kleinen Erfolg konntest du zuletzt verbuchen?
Die Frisur einer Schauspielerin im letzten Stück, die wie die Faust aufs Auge passte für die Rolle.

612. Wirst du am meisten jünger oder älter geschätzt?
Seit ein paar Jahren wieder jünger.

613. Wann hast du zuletzt Sand zwischen den Zehen gespürt?
Vor drei Wochen als ich St. Jean-de-Luz war.

614. Welchen Beruf haben sich deine Eltern für dich vorgestellt?
Gute Frage! Ich weiß nur was NICHT für mich wollten, das war nämlich das was ICH wollte.

615. Welches Gerät von früher fehlt dir?
Es gab früher ein Schwamm mit einem Hohlraum und Reißverschluss in den man die winzig kleinen Restseifenstücke einfüllen konnte. Da ich seit langem keine Duschgel mehr nehme sondern ein Stück Seife wäre dieser Schwamm wieder sehr von Vorteil, wenn das des Stück auf sein Ende zugeht. Könnte das mal wieder jemand erfinden oder gibt es das noch?

616. In welcher Hinsicht denkst oder handelst du immer noch wie ein Kind?
Da gibt es nichts mehr. Ich bin erwachsen.

617. Heilt die Zeit alle Wunden?
Ja, aber die Narben bleiben.

618. Bist du romantisch?
Ja. Zumindest was Beziehungen angeht. Ansonsten bin ich Realist.

619. Was würdest du deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben?
Träume können wahr werden, aber man muss Geduld haben und nicht locker lassen.

620. Was machst du mit Souvenirs, die du bekommen hast?
Das hängt davon von wem ich sie bekommen habe und zu welcher Gelegenheit.
Da ich weitgehend versuche jegliche Sammelleidenschaft zu vermeiden, wird vieles irgendwann entsorgt.

Premierentag

Premierentag.

Da ich sonst nicht zu tun hatte stand ich erst gegen 9 auf und las davor gemütlich die neueste Ausgabe vom New Yorker. Darin befindet sich ein Kurzportrait des Ravenmaster Christopher Skaife aus dem Tower of London, dem ich schon seit geraumer Zeit auf Twitter folge. Er hat vor kurzem ein Buch (affilate Link) herausgebracht über sein Leben im Tower mit den Raben, von denen man ja sagt dass, an dem Tag an dem die Raben den Tower verlassen, das britische Königreich zu Staub zerfallen wird…

***

Die Premiere verlief gut. Ich selbst fühle mich bei diesem Stück ein wenig unterfordert, obwohl es neun Schauspieler sind. Doch da es ein zeitgenössisches Stück ist muss da nicht großartig viel umgemodelt werden…
Nach der Vorstellung überfiel mich eine sehr große Müdigkeit und Kopfschmerzen und ich verabschiedete mich früher als gewöhnlich.

 

Eingelegte Quitten, Early Bird Ticket & andere Ereignisse.

Es ist ein seltsames Gefühl seit zwei Tagen Nachrichten von meiner “Verhängnisinsel” auf allen Kanälen zu hören.
Neukaledonien hat sich ja mit einer deutlichen Mehrheit gegen die Abtrennung von Frankreich entschieden.
Beim Rückwärtsblättern im Blog fand ich auch ein paar Details die ich darüber aufgeschrieben hatte. Ich kann mich erinnern dass diese Spannung zwischen den Kanaken und dem Rest der Bevölkerung deutlich zu spüren war. Auf dem Fernsehkanal der Insel sah ich mindestens zwei oder drei Debatten, pro/contra Unabhängigkeit. Auch ich spürte immer wieder diese misstrauischen Blicke.

***

Am Morgen legte ich ich die Quitten in Earl-Grey ein, die ich für Sonntag vorgesehen hatte.
Das Original Rezept findet hier bei der Kaltmamsell in den Kochrezepten.
Eine sehr schöne Sammlung übrigens die ich ab und an durchforste wenn ich nicht weiß was ich kochen soll.

Ich habe aber ein paar kleine Änderungen vorgenommen. Ich nahm zum Beispiel kein Earl-Grey, weil ich keinen im Haus hatte, sondern Countess Grey den man mir von Fortnum&Mason aus London mitgebracht hatte. Das daumengroße Stück Ingwer wurde bei mir noch etwas größer da das Stück weg musste. Zudem sah ich während dem Schneiden der Quitten dass die Stücke schnell braun wurden. Ich drückte also fluchs die Biozitrone aus (deren Schale ja im Sud mitköchelete), vermischte den Saft mit Wasser und schüttete das über die schon fertig geschnittenen Scheiben, aus dem ich sie später wieder herausfischte , bevor sie in den Kochtopf mit dem Sud wanderten.

Das Resultat:

***

Gegen Mittag kam ein Tweet:

Geordert, bezahlt und abgespeichert.
Ich bin werde dort sein!
Vom 6 bis zum 8 Mai 2019

***

Und dann passierte etwas, das mir so auch noch nicht vorgekommen ist.

Mein Putzhilfe und beste Seele, die F. war kurz nach Mittag da. Da ich viel Papaierkram erledigen musste, den ich nicht aufschieben konnte, verzog ich mich mit dem Laptop raus auf den hinteren Balkon. Es waren gute 12 Grad und sie Sonne kam langsam zum Vorschein. Mit einer Jacke demnach kein Problem.
Plötzlich hörte ich im Innenhof ein Wagen starten. Es war die F. die alles erledigt hatte und wahrscheinlich nicht mehr zu Terrassetür hinausgeschaut hatte und die Wohnung verließ.
“Ok, dachte ich, dann kannst du ja wieder im Büro weiterarbeiten.”
Doch die Tür zum Küche und zum Schlafzimmer waren zu! Die F. hatte mich ausgesperrt! Da sie meistens allein in der Wohnung ist, weil ich mich immer verdrücke wenn sie herumwirbelt, hatte sie mich völlig auf dem Balkon vergessen und die Tür geschlossen. Gott sei dank hatte ich das Smartphone mitgenommen und ich konnte sie anrufen.
Es war ihr sehr peinlich…

Ein Live Update Tag

Das hier wird  etwas Neues. Ich weiß nicht ob ich es den ganzen Tag durchhalten werde und es mit dem Smartphone nicht zu kompliziert wird, aber ich kann es nicht wissen wenn ich es nicht versuche. Dieser Tag wird live verbloggt!

10:03 / Heute ist mein erster freier Tag seit …ich weiß nicht.
Eigentlich wollte Quitten einkochen die ich gestern auf dem Wochenmarkt gekauft habe, nach dem Rezept der Kaltmamsell. Doch wenn ich jetzt zum Fenster hinaus schaue und dieses wunderbare sonnige Wetter sehe, nein. Die Quitten können auch warten bis heute Abend. Das schöne Wetter ist muss ausgenutzt werden. Also Frühstück, Dusche, und los!

15:30 / Endlich finde ich ein paar Minuten Zeit. Ich sitze im Kaffee ‘Beim Cyrille’ in der Fußgängerzone und frage mich was ich eigentlich hier soll. Aber der Reihe nach.

Eine Baustelle. Nichts erinnert mehr an das Haus das 50 Jahre dort stand.
Ich klingelte höflich bei den Nachbarn und fragte ob ich von ihrem Garten aus ein Foto machen könnte. Sie waren hellauf begeistert, dass sie mich nach vielen Jahren wieder sahen.

Das Fundament für das neue Haus ist schon fast fertig aber es wird wesentlich kleiner werden. Wir redeten über eine Stunde lang über alles mögliche was in den letzten Jahren sich so zugetragen hat in der Gegend. Es war schön die beiden wiederzusehen. Anschließend für ich zurück ins Zentrum der kleinen Abteistadt und war entsetzt wie ruhig es dort war trotz Sonntag und dem guten Wetter.

20:15 / Wieder zurück in der Hauptstadt. Ich war jedoch nach den Kaffee unschlüssig was ich machen wollte. Ich rief den A. an der zu hause war und nur einen Katzensprung entfernt wohnt. Ich lud mich selbst auf eine Tasse Kaffee ein. Wir verabredeten uns in zwei Wochen zu einem Dinner in der Hostellerie.

***

Eines habe ich heute definitiv dazu gelernt. Die Erinnerungen verblassen und die Emotionen sind dahin. Das was mich einst mit der alten Heimat verband gibt es nicht mehr. Die Stadt hat sich in der letzten fünf Jahren verändert und ich auch. Wir passen nicht mehr zusammen. Wir müssen ab jetzt getrennte Wege gehen. Alles ist im Fluss, alles ist gut. Ich habe losgelassen und die Hände frei…

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