Gleich am Morgen beim Aufstehen einen gewaltigen Ohrwurm. So sehr, dass ich ihn mir anhören musste, sonst wäre ich ihn den ganzen Tag nicht losgeworden.
It’s 5:00PM on Sunday, No one knows we‘re dancing, Outside the sun is blinding, No one knows we‘re dancing.
Dabei fiel mir wieder der Traum mit Tracey Thorn ein, den ich letztens hatte. Sie ist die Gesangsstimme im Ohrwurm. Ich habe übrigens vor einer Weile erst mitbekommen, dass sie ihre Kolumne im New Statesman schon im Juni letzten Jahres aufgegeben hat. Ich las die eher selten weil der Statesman so massive Hürden mit Anmeldung und allem PiPaPo hat, bevor man den Artikel lesen kann.
Und wenn wir schon bei den Träumen sind, Frau Klugscheisser, der es zur Zeit nicht so gut geht, schriebt über eine interessante Korrelation zwischen Gefühl und Traum. (Irgend ein Update auf ihrer Seite ist nicht gemacht worden. Eindach ignorieren und weiterklicken.)
Dieses Ereignis, an das man sich meist noch sehr gut erinnern kann, ist oft nicht der Rede wert aber sobald die Gefühlsdose in seine Nähe rückt, gibt’s eine chemische Reaktion, bei der sehr viel Energie frei wird.
Ja, so ähnlich hatte ich das im Dezember, als ich träumte dass eine mir vertraute Person eine Beziehung mit meinem, in den 90ern verstorbenen Bruder hätte. Da war diese „chemische Reaktion“ so heftig, dass mir fast schlecht wurde, denn die beiden gehören in meinem Kopf im zwei völlig verschiedene Welten und hatten im realen Leben nie etwas miteinander zu tun. Ich vermied es tunlichst in irgendeine Traumdeutung abzurutschen…
Ich überlegte eine Weile was ich an diesem Montag machen sollte, denn geplant war nichts. Dann fiel mir ein, dass sich nie jemand rückgemeldet hatte aus dem St.Zithe Krankenhaus wegen der Terminvereinbarung. Also beschloss ich eine andere aufzusuchen. Ich fuhr zu der großen Klinik am Kirchberg.
Ich nahm den Bus 21. Eine Strecke die ich selten fahre. Er machte ein paar kleine Umwege, egal, ich war ja nicht in Eile. Ich fuhr durch die Straßen mit all den Neubauten und sah viele neue Geschäfte. Es ist ein geschäftiges Viertel, aber irgendwie hat das alles keine Seele. Das kommt vielleicht noch, aber das werde ich sicherlich nicht mehr erleben.
In der Klinik vertröstete mich dann wieder mit gleichen Trick wie in der anderen, dass man sich zurück melden würde. Ich würde spätestens am Donnerstag Post erhalten. Na gut, ich lasse mich noch ein zweites mal auf die Masche ein, ansonsten wird es scheppern.
Wieder daheim fuhr ich zum Grand Frais und kaufte alles ein für etwas das ich vor ein paar Tagen wiederentdeckt hatte und zum letzten mal in der Alten Heimat gekocht hatte. Eine Carbonade Flamende.
Das ist ein Gericht ist das eigentlich zweieinhalb Stunden köcheln muss, im Ofen oder auf dem Herd, machte ich es im Cookeo, der Schnellkochtopf von Moulinx, der auch anbraten kann. Und statt 2 Stunden 30 kochte das Ganze nur 40 Minuten.

Ich schaffte zwei Portionen, las noch ein wenig, und kugelte ins Bett.