Die Berichterstattung des Mittwochs reduziert sich auf sehr wenig. Da ich den ganzen Tag nichts weiter hier vorgeschrieben hatt, musste ich das in einem Wisch am Donnerstagmorgen tun. Genau genommen reduziert sich sogar alles nur auf ein einziges Foto:

Der Mittwoch war gefühlt der verregnetste Tag der letzten Tage. Ich musste zweimal raus wegen ein paar Einkäufen und wurde zweimal sehr nass.
Ansonsten gab es viel Getue rund um dienstliche Dinge, und es wurden Termine festgezurrt, wieder los geschnallt, anderweitig festgezurrt, um sie dann noch einmal umzulegen. Das Gute daran, ich kann den Donnerstag in aller Ruhe angehen und muss mich nicht sonderlich hetzen. Das schlechte daran. Es wurde etwas verschoben, was ich gerne am Donnerstag hinter mich gehabt hätte.
***
Bei Herr Buddenboom einen neuen Trend entdeckt. Poetcore. Ich werde es hier nicht noch einmal beschreiben. Herr Buddenbrom hat das selbst schon so perfekt hinbekommen, dass ich nur hinterherhinken kann. Interessant ist, dass dieser Trend einen Lebens- und Kleidungsstil vermarktet, der voll in die Klischeekiste greift und der in sich dafür steht, dass man keinem Trend folgt. So gesehen ist es fast ein doppelter Widerspruch. Für mich stellt sich die Frage, ob ein doppelter Widerspruch wie Mathematik funktioniert, also minus + minus = plus? Ist ein doppelter Widerspruch ein Zuspruch?
***
Ich werde das nie zubereiten, aber Emmy macht das ja, so we don‘t have to. In den Achtzigern, als George Michael noch zu Wham! gehörte, stand er für ein Rezept einer Lasagne, die mit Mayonnaise zubereitet wird! So super ungewöhnlich finde ich das nicht, Mayonnaise ist nichts anderes als emulgiertes Fett. Und in all den seltsamen Rezepten, aus den 60ern und 70ern, in denen es im Kuchen verarbeitet wird, werden diese prinzipiell sehr saftig. Aber in Lasagne als Ersatz für Béchamel?
Sehr bemerkenswert und lustig finde ich, dass in den Rezepten in den 70ern ständig alles mit „Kondensmilch“ abgeschmeckt wurde. Der Grund erschließt sich nur selten.
Heute ist dieser Fetisch komplett verschwunden. Auch sieht man mehr Menschen, die normale Milch in den Kaffee kippen, als hochprozentige Kondensmilch.
Ich bin mit solchen seltsamen Trends nicht groß geworden. In den Sechzigern und Siebzigern gab es bei uns sehr viel französische Küche, weil mein Vater Franzose war. Diese Küche war damals, wie viele andere auch, sehr fleischlastig. Typisch luxemburgische Gerichte gab es eher selten. Was die Kondensmilch angeht, so erhielt die erst Einzug in im elterlichen Haushalt, als mein Vater verstorben war. Im Gegensatz zu allen andern braucht er immer Milch im Kaffee. Danach wurde nur noch frische Milch verwendet, wenn sie wirklich in einem Rezept verwendet wurde. Ansonsten hatte meine Mutter immer eine Dose Kondensmilch im Kühlschrank, wenn wir Besuch hatten, der unbedingt Milch im Kaffee haben wollte.