Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 8

Nach so einem heißen Tag wie gestern mit einer abkühlenden Nacht dahinter, riecht es in dem frühen Morgenstunden draußen wie in einem Kräutergarten. Ich versuche zu ergründen was ich alles rieche, doch es ist nicht auszumachen was es genau ist. Es ist diese wilde Mischung aus Lavendel, Thymian, Rosmarin und vielen anderen Gerüchen. Kindheitserinnerungen werden wach als ich noch jedes Jahr den Sommer mit meinen Eltern in Korsika verbrachte, eine Insel von der Napoleon schon sagte, dass er sie mit verbundenen Augen allein am Geruch erkennt. Überhaupt erinnert mich vieles hier an Korsika. Die schmalen kurvenreichen Landstraßen, die Hügel und Berge und die südländische Architektur sowieso.

Ich werde nur selten von Mücken gestochen. Warum kann ich nicht genau sagen. Doch hier im Süden bleibe auch ich nicht verschont.
Als ich heute erwachte hatte sich ein Viech an meiner Hand und am Arm gründlich den Bauch vollgeschlagen und es juckte wie Teufel.

Dann erinnerte ich mich an ein Hausmittel meiner Mutter aus Kindertagen. Ein Wattebausch mit Apfel- oder Weinessig getränkt mit dem man die Einstichstellen abtupft. Es brennt ein wenig doch danach juckt es nicht mehr.

Mit geballter Kraft versucht der Rosenstrauch unterhalb meines Balkons noch drei Blüten zu hervorzubringen. Eine hat er bereits geschafft.

Eine der täglichen Aufgaben des Tages ist Wasser am Brunnen holen.

Der Brunnen befindet sich keine zehn Meter von Haus entfernt. Das Haus hat zwar Wasseranschluss aber es riecht sehr gechlort was da aus der Leitung kommt und eignet sich dann nicht unbedingt zum trinken.

Die Aussicht von der oberen Terresse.

Es war ein richtig heißer Tag, der am späten Nachmittag eine kräftige Regenschauer mit sich brachte.

Es war als ob die Welt untergehen würde. Zwei Stunden später war wieder eitel Sonnenschein, so als ob nichts passiert wäre.

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 7

Die A. hatte Geburtstag.
In aller Frühe, die A. schlief noch, machten ihr Freund und ich uns auf, ins benachbarte größere Dorf um dort in der Patisserie eine Zitronentarte zu kaufen, die man uns im Laden freundlicherweise mit einem Geburtstagsspruch und einer Kerze versah.
Und die Überraschung gelang…

***

Eines fällt mir hier sehr auf. Die Tage kommen und gehen und ich denke an nichts was mich in Luxemburg nach meiner Rückkehr erwartet. Es stehen ein paar große Projekte noch bis Ende des Jahres an, doch das ist mir gerade mal schnurzegal. Ich habe zwar schon so meine ersten Vorstellungen und Ideen wie ich was machen könnte, doch keine davon ist ausformuliert, geschweige denn zu Ende gedacht. Und was die Baustelle der Wohnung angeht, die ist fertig wenn sie fertig sein wird. Rumtoben und sich ärgern hilft nicht.

***

Wieviele Bassins habe ich schon beschrieben? Drei? Dann kommt jetzt der vierte. Dieses liegt am unteren Ende des Dorfes und ist eigentlich das Bassin, wo sich die meisten Sommergäste aufhalten. Folgendes Foto zu schießen war auch nicht so einfach um möglichst wenige Menschen mit darauf zu haben. Denn es wurde im Verlauf des Nachmittages richtig voll.

Das schöne an diesen Wasserlöchern ist, dass beständig frisches Wasser aus den Bergen nachfließt und alles glasklar und sauber ist. Es schwimmen hunderte von kleinen Fischen darin. Zudem sind hier alle Besucher sehr darauf bedacht alles sauber zu halten. Man sieht nirgendwo Plastikflaschen oder sonstigen Müll liegen.

Eine Libelle stattete mir einen Besuch ab und blieb schön sitzen als ich langsam mein Smartphone aus der Tasche holte und sie abzulichten.

Da es heute so heiss war, dass man wirklich nichts anderes tun konnte als rumliegen und sich ab und an im Wasser abzukühlen, unternahmen wir auch nichts weiter bis zum Abend.

Wir speisten in den kleinen Restaurant das sich im Herzen des kleinen Dorfes befindet und ich muss gestehen, dass es nicht besonders war. Die A. kannte den neuen Besitzer auch noch nicht, da es letztes Jahr noch jemand anders war.

Anschließend gingen wir noch eine Straße weiter (jetzt kommt’s) zum Jazz Festival! Diese klitzekleine Dorf hat ein Jazzfestival und das schon seit über 10 Jahren! Nun muss man wissen, dass die Franzosen es verstehen manche Dinge mit Namen so aussehen zu lassen, dass man glaubt es wäre das absolute Sumumm. Das Endresultat ist dann oft niederschmetternd enttäuschend.

Doch ich war dann doch sehr erstaunt wie gerammelt voll der Platz war.

Ich bin nun nicht der große Fan von Jazz, es sei denn es ist klassisch, was an dem Abend nur sehr bedingt de Fall war. Den Namen der Band kann ich nicht sagen ich müsste es nachsehen und es ist letztendlich nicht wichtig. Aber dass es so viele Begeisterte anzieht, die total aus dem Häuschen waren, war verblüffend.

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 6

Die A. gab mir die Erlaubnis folgendes Foto zu posten als wir gestern morgen einige Besorgungen im Mini Market des Dorfes machten.

Sie ist überhaupt einer meiner liebsten und großzügigsten Freundinnen und Arbeitskolleginnen, die ich habe.

Die Pizza, gestern Abend war sehr lecker, lag mir aber die ganze Nacht durch, inklusive heute morgen etwas schwer auf dem Magen. Zudem schmerzten meine Knie vom Herumhüpfen auf den Felsen am Wasserbassin. Also ließ ich den Morgen langsamer anlaufen mit Lesen und Bloglesen.

Ich las, dass Luxemburg diese Nacht stellenweise in gewaltigen Hagelschauern unterging. Hier herrscht jedoch eitel Sonnenschein.

Hier mal eine kurze Zwischenfrage, weil ich das nicht checken kann: Sehen die Posts vom Urlaub in einem Computerbrowser alle ok aus? Ich kann die Fotos nicht skalieren und nur bedingt runterrechnen, damit WordPress sie annimmt, da ich ja alles nur mit dem iPhone 7 schreibe. Zudem habe ich das seltsame 3G Netz, das zwar volle Pulle 3G anzeigt, aber nicht einhält. Das Hochladen geht bisweilen und dann wieder nicht. (4G habe ich nur im größeren Nachbardorf)

Am Nachmittag fuhren wir hinauf zu den Gorges du Tarn. Und wenn wir in dem kleinen Dorf nur auf 500 Höhenmeter sind so waren wir dort auf 1300 Meter. Der Fluss Tarn speist ebenfalls mehrere Bassins und die A. fuhr uns zu einem der höchstgelegenen.

Es ist bei weitem das schönste Bassin das ich bis jetzt gesehen habe. Und wenn ich bei den anderen dachte, dass ich hart im Nehmen bin, so wurde ich hier eines besseren belehrt. Das Wasser ist A….kalt! Da das Wetter auch nicht so ganz mitspielte (es war sehr bewölkt) traute ich mich auch nur bis zur Hüfte hinein.

Zum Abendessen lud die A. in die ‚Truite Enchantée‘ ein das sich etwas unterhalb dem Bassin in Pont de Montvert befindet.

Wir saßen draußen auf dem Balkon und verzehrten, wie in Frankreich üblich, ein komplettes Menü. Dazu gab es ein Flasche Rosé Faugères (ich hoffe ich habe das richtig geschrieben) denn ich noch bestens in Erinnerung habe als ich das letzte mal in der Camargue war. Es war wunderbar.

Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 5

Stille Tage in Clichy. An den Titel dachte ich gestern Abend als ich zu Bett ging. Obwohl der Film und der Roman von Henry Miller an sich alles andere als still waren….
Er spielt sogar teilweise in Luxemburg, und wurde dort bei seiner Erstaufführung von der prüden und zugeknöpften Staatsanwaltschaft kurz vor seiner Luxemburgpremiere beschlagnahmt. Der damalige Minster Emile Schaus gab ihn dann kurze Zeit später wieder frei.
Ich schweife ab…

Das Buch von Alan Bennett ‚Handauflegen‘, von dem ich gestern sprach, ist übrigens sehr schön.

Als ich heute Morgen erwachte, tröpfelte es immer wieder kurz. Wir frühstückten im Dorf und machten anschließend eine kleine Wandertour auf der anderen Seite des Dorfes. Dabei schoß ich folgende Fotos

Ein Esel ohne menschliche Begleitung kam uns entgegen. Niemand störte sich weiter daran. Er trottete an uns vorbei, grüßte höflich, und stieg dann seitlich in eine Wiese hoch, wo ein anderer Esel ihn lautstark empfing.

Das Dorf vom gegenüberliegenden Hang aus gesehen. Es ist so malerisch dass es beinah kitschig erscheint.

Wenn man sich umdreht, hat man diesen Berg im Blickfeld.

Eine der letzten Rosen an den Sträuchern die um das Haus stehen. Die meisten sind für dieses Jahr schon verblüht.

Am Nachmittag las ich dass die großartige Jeanne Moreau verstorben ist. In den vielen Jahren in denen ich nach Cannes fuhr bin ich zwei mal begegnet. Mit ihr zusammengearbeitet habe ich leider nie, obwohl sie mehrfach in Luxemburg zu Dreharbeiten war.

Wir wanderten am Nachmittag zu einem weitern Bassin das von einem Gebirgsbach gespeist wird. Das Wasser ist kalt aber ich war drin.
Hier der Beweis:

Es war sogar recht angenehm.

Und während die A. und ihr Freund auf den Felsen herum kletterten, lag ich im Schatten und fing das dritte Buch von Alan Bennett an, ‚ Miss Fozzard findet ihre Füße‘.

Für das Abendmahl hatte die A. Lust auf hausgemachte Pizza. Und so sah sie aus:

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 4

Ich erwache morgens fast immer so gegen 7 Uhr.
Von ganz weit her hört man einen Hahn krähen. Die Grillen sind früh am Morgen seltsamerweise still. Dafür hört man die Vögel. Und von der anderen Seite des Tals, näher zum Dorfkern hin, hört man das Rauschen des Gebirgsbaches, in dem ich gestern gebadet hatte.
Die A. meinte dass wir heute noch ein weiteres Bassin aufsuchen könnten. Es gäbe insgesamt drei Stück um das Dorf herum und die Kletterei wäre auch nicht so schlimm.

Das mit dem Runterrechnen und einfügen der Fotos ist, wenn man alles nur über das iPhone tätigt, wirklich nicht so einfach. Das versprochene Panoramafoto von gestern ist kleiner geworden als ich wollte.

Aber das alles hier ist eine gute Übung für kommendes Jahr wenn die richtig lange Reise beginnt. Und ich werde auch noch nach anderen Lösungen suchen, wie ich mir das Bloggen vereinfachen kann. Konstruktive Ratschläge sind willkommen. Denn ihr wollt doch mit dabei sein, wenn es einmal rund um die Welt geht, oder?

Das ist der Berg über dem Dorf an dem auch das Haus im unteren Teil des Hanges liegt.

Der Tag begann sehr gemütlich mit spätem Frühstück, Bloglesen und anschließendem Lesen und rumlümmeln auf der Terrasse. Es war bewölkt und es fielen ein paar Regentropfen, die man alle mit Namen nennen könnte, denn es waren recht wenige.

Wenn ich die Tür vom Gästezimmer öffne stehe ich unter alten Weinreben. Reif sind die Trauben aber noch.

Ich verbrachte den Nachmittag mit Lesen. Ich las von Alan Bennett ‚Ein Cracker unterm Cannapé‘ aus und fing vom gleichen Author ‚Handauflegen‘ an.
Alles in allem ein sehr ruhiger Tag.

Am frühen Abend kam der Freund von der A. aus Luxemburg an.

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 3

Das Haus ist in 4 Ebenen aufgeteilt. Die unterste ist der Garten.

Ein sehr alte, sehr malerische Bank unter einem Kirschbaum (der leider keine Früchte mehr trug) und einer Kaffeetasse. (Meiner Tasse… räusper)

Auf der Ebene darüber, befindet sich eine Art Gästezimmer in dem ich untergebracht bin.

Es hat einen eigenen kleinen Balkon mit einer Aussicht über das ganze Tal.
Als ich diese Aussicht fotografierte, sah ich zum ersten mal einer dieser seltsamen Untertassenwolken die sich nur sehr selten bilden.

Sie zwar nicht perfekt aber der untere Teil stimmt schon mal.

Den Rest der Morgens verbrachten wir im Nachbardorf auf den Wochenmarkt. Es ist schließlich Samstag und gute Gewohnheiten sollte man nicht aufgeben.

Am Nachmittag kraxelte die A. mit mir den Berg hoch zu einem Bach aus den Bergen, der eine kleines Naturbassin speist. Als wir endlich oben ankamen ( wir spazierten ziemlich flott hinauf) war ich völlig k.o. und triefte aus allen Poren.

Doch der Anblick, das glasklare Wasser und Rauschen des Baches waren die Mühe wert.
(Hier werde ich später noch ein Panoramafoto einsetzen. Mit der App ist das etwas schwierig.)
Gern hätte ich euch noch noch ein Foto von mir im Wasser gezeigt. (Ja ich war drin!) Aber uns verjagte ein Gewitter, das aber wieder abzog.

Ein wenig später waren wir in der Bar du Nord und genossen den ersten Pastis des Tages. Herrlich!

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 2

Es ist ein kleines Paradies das die A. hier hat.

Auf der Fahrt hierher träumten wir von einem eiskalten Pastis. In Luxemburg fällt es mir im Traum nicht ein Pastis zu trinken. Doch hier gehört es einfach dazu.

Nach einer sehr friedlichen Nacht ( so still dass es schon fast unheimlich war) entdeckte ich am Morgen folgendes vor der Eingangstür:

In diesem etwas vertrockneten Lavendelstrauch sitzt ein Tierchen das ich bis jetzt nur aus Tiersendugen kannte. Live hatte ich es noch nie gesehen.

Eine noch recht kleine Gottesanbeterin.

Ansonsten verbrachten wir den Tag in dieser recht dünnen besiedelten Gegend mit der Suche nach einem Zahnarzt, weil die A. mit akuten Zahnschmerzen geplagt war. Der nächst gelegene Zahnarzt war 25 km entfernt bei dem die A. Gott sei dank noch am späten Nachmittag ein Termin bekam. Uff… Sie wurde mit knallharten Schmerztabletten und Antibiotika versorgt, weil der Arzt eh nichts weiter für sie tun konnte.

Es wurde somit ein sehr ruhiger Abend.

Da ich nicht alles gleich am ersten Tag erzählen möchte, was er hier so alles gibt, werde ich euch die nächsten Tage ein bisschen was über die Gegend zeigen.

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Ein kleines Dorf in den Cevennen / Tag 1

Die Fahrt hat dann doch ungleich länger gedauert als wir dachten. Ich schrieb auch im Beitrag davor, dass wir in der Provence wären. Ein Bisschen südlicher wäre es es fast der Fall.

Nein, wir befinden uns in einem kleinen Dorf weitab von allem. Die Großeltern der A. haben das Haus in 60er Jahren gekauft und es ist seitdem das Familienferiendomizil.
Ich sitze auf der unteren Terrasse und es wird langsam dunkel. Gerne würde ich euch eine Kostprobe vom Zirpen der Grillen hören lassen, denn es ist alles was ich an Geräusch höre. Sonst nichts.

Es werden ruhige Tage in V.

Neues von der Baustelle 4 & Und was die nächsten Tage wichtig wird

Seuftz.

Es ist offiziell.

Ich werde nicht vor September umziehen.Es macht mich schon etwas wütend, da ich da ich gehofft hatte, ich könnte mich im August in aller Ruhe einrichten und Anfang September noch mal für ein paar Tage verduften, bevor die Theatersaison mit voller Wucht zuschlägt. Aber das wird wohl nichts.

Die Maler sind nicht fertig geworden vor dem Kollektivurlaub. Das einzige was fast fertig wurde ist das Badezimmer…

und das Wohnzimmer,…

mit dem alten Parkettboden, der abgeschliffen und seidenmatt versiegelt wurde.

Die Küche sieht aus wie eine Müllhalde und ich habe kein Foto davon gemacht… Stattdessen zeige ich euch wie es demnächst aussehen soll.

Baustelle

***

Es war noch bis vor ein paar Tagen nicht ganz klar, aber ich werde nach Südfrankreich fahren, zusammen mit der A., die dort ein kleines Haus in der Provence hat. Es ist mitten in der Pampa und ich weiß nicht ob ich von dort aus bloggen kann, werde es aber versuchen.

Wir lesen uns.

Der digitale Nachlass

Nachlass
© Pixabay

Von der Überschrift her könnte man meinen dass es sich um praktische Tipps handeln würde, wie man seinen eigenen digitalen Nachlass regelt, doch ich möchte mit diesem Posting noch einen Schritt weiter gehen. Denn es gibt schon genug praktische Anleitungen wie man sich zu Lebzeiten anlegen kann, das mit den E-mail Konten und sozialen Netzwerken zu regeln.  Hier ein paar Links bei denen man das nachlesen kann:

Wikipedia: Digitaler Nachlass
Zeit Online : Datenerben ist kompliziert
SZ.de : Das Digitale Erbe regeln

Hier geht es um mein Blog und was damit passiert wenn ich das zeitliche segne.

Das Gedanke kam mir gestern Abend, als mich zu einer WordPress Veranstaltung in Luxemburg anmeldete. Ich musste dazu, (wie bei fast allem) ein Konto anlegen und mich als Mitglied anmelden. Das war in diesem speziellen Fall mit ein paar Fragen hinsichtlich WordPress verbunden. Eine davon war wie lange ich WordPress bereits nutze. Ich wollte automatisch das Geburtsdatum des Blogs eintragen (Januar 2004), doch dann fiel mir ein, dass es nicht stimmt. Ich habe mit Blogger.com angefangen. Also suchte ich im Bolg nach wann genau ich zu WordPress wechselte und kam auf Juni 2006.

Mein Blog ist somit auch für mich ein historisches Zeitdokument, in dem ich diese Dinge festhalte. Dieses Datum vom Wechsel zu WordPress ist jetzt für niemanden so sehr von Belang wie für mich selbst, doch was ist mit anderen Beiträgen?

Ich habe viel Zeitgeschichtliches verbloggt. Die Serie „Moment mal..“ z.B. behandelt die Lebensgeschichte von Menschen, die mir wichtig waren oder immer noch sind. Es gibt Theaterkritiken, Einblicke hinter die Kulissen und Begebenheiten die sich an Drehorten abgespielt haben. Es gibt Restaurantkritiken (siehe den letzten Beitrag) Filmkritiken (siehe die ‚Kino am Mittag‘ Beiträge) und es gibt Spaziergänge durch Stadt die ich mit Fotos versehen habe, über Dinge die mir auffielen. Es gibt auch ein paar fiktive Kurzgeschichten.

Ich möchte mich auf keinen Fall als Historiker oder Schriftsteller hinstellen, denn das bin ich ich nicht. Ich möchte auch nicht dass dieser Beitrag aufgeblasen und großkotzig daherkommt. Wer mich kennt weiß dass ich das nicht bin. Aber ich investiere viel Zeit und Arbeit in mein Blog, und wer hier schon eine Weile mitliest weiß, dass ich vor kurzem zwei böse technische Havarien hinter mir habe, die mich das Blog noch mehr schätzen lassen als je zuvor. Um ein Haar wäre alles weggewesen. Und der Gedanke daran lässt mich immer noch schaudern.

Ich stricke den Gedanken mal weiter, und ziehe auch andere Blogger in Betracht die kein Tagebuchblogging machen sondern sich einem bestimmten Thema verschrieben haben. Ein Fashionblogger erstellt über Jahre hinweg ein geschichtliches Dokument, das für Modehistoriker von großem Nutzen sein kann. Ich kann mir auch vorstellen, dass Maskenbildner es in 20 Jahren viel einfacher haben, eine Recherche zu starten, wie die man sich heute schminkte und zurecht machte, dank der ganzen Beautyblogger und Vlogger, die über jeden noch so verrückten Trend berichten.

Ein sehr schönes Beispiel ist das Techniktagebuch, das schon seit Jahren eine großartige Pionierarbeit leistet in Sachen Alltagstechnik.

Was passiert also mit meiner Arbeit von all den Jahren, wenn ich einmal nicht mehr bin? Ich habe keine Nachkommen denen ich es vererben könnte. Ich könnte einen Nachlassverwalter ernennen, doch wer garantiert mir dass er das Blog von einem Tag auf den andern nicht schließt und alle Daten vernichtet?

Es gibt in Luxemburg ein nationales Literaturarchiv, bei dem schon feststeht, dass ein paar der großen Schriftsteller, wie Gast Gröber oder Lambert Schlechter, dass deren Blog auf jeden Fall in das Archiv aufgenommen wird. Genau so verhält es sich mit den Tages- und Wochenzeitungen die von der Nationalbibliothek archiviert werden.

Aber was ist mit rein digitalen Aufzeichnungen?

Ich bin gespannt auf die Kommentare. Ich werde diesen Beitrag auch an das Nationale Literaturachiv weiterleiten, denn ich weiß, dass sie sich bereits mit dieser Thematik beschäftigen.

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