Fressen, Kunst und Puderquaste

Figaros Hochzeit

Von der Presse ziemlich hochgelobt, geht am Sonntag die letzte Vorstellung der Oper Figaros Hochzeit im Grand Theatre de la Ville de Luxembourg über die Bühne.
Und da sie eh bis auf den Letzten Platz ausverkauft ist kann ich hier ruhig ein paar Dinge darüber schreiben, die ich nicht gut finde, ohne mir dabei selbst ins Hemd zu sch…
Vielleicht vorab ein kleine Erklärung. Die Oper lief bereits im Sommer in Aix-en-Provence und ist ein Koproduktion zwischen Luxemburg und Aix. Für die Vorstellungen in Luxemburg sind aber eine Reihe von Sängern ausgetauscht worden, was zur Folge hatte, dass während vier Wochen in Luxemburg noch einmal intensive Proben stattfanden.
Die Kostüme sind von dem weltberühmten Haute-Couture Schneider Christian Lacroix entworfen worden. Lacroix mag für seine eigene Kollektionen und sein verrücktes Design ein Händchen haben, für Bühnenkostüme hat er es nicht. Angelehnt an die Tradition der japanischen Papierkostüme, sind sie so schlicht gehalten, dass sie bei den Chorsängern geradezu armselig aussehen. Genau so schäbig und schon fast eine Frechheit finde ich die Bühnenbauten. Es ist ein großer leerer Raum mit 2 Fenstern und 3 Türen. Einzige Möbelstücke sind ein Stuhl und eine Matratze die einsam und verlassen herumstehen als ob man vergessen hätte sie beim Umzug einzupacken.
Über das Make-up Design möchte ich mich nicht weiter auslassen, das habe ich bereits vor ein paar Tagen getan. Es wird ein riesen Aufwand betrieben für ein bisschen Grundierung und ein Hauch rosa Fettschminke. Lächerlich.
Aber es gibt auch zwei gute Dinge. Das Orchester, habe ich mir sagen lassen soll wirklich herausragend gut sein, ebenso die Sänger selbst. Außerdem, und das empfinde ich als sehr angenehm, ist unter all den Solisten kein einziger dabei der die Diva raushängen lässt.

Am Sonntag ist noch eine Vorstellung mittags um drei und dann ist Schluss. Uff.

2 Kommentare

  1. Renée

    Diese im wahrsten Sinne oberflächlichen Kulissen sind leider jetzt üblich geworden in den Opernvorführungen. Man nennt sie modern und ist stolz auf sie. Ich finde, sie verderben sogar teilweise die Musik, da man sich durch ihre Grobheit und ihre Kälte nicht wirklich in die Aufführungen einfühlen kann.
    Sogar Paris zieht da unbekümmert mit. Man muss wohl nach Wien fliegen, um eine wahre gute Oper zu hören und zu sehen?!

  2. Joël

    Ob man nach Wien gehen muss, kann ich nicht beurteilen, so viele Opern kenne ich nun auch wieder nicht. Aber ich finde dass grade Figaros Hochzeit eine gewisse Opulenz an Kostüm und Kulisse braucht.

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