Fressen, Kunst und Puderquaste

KIK

Ich war heute zum ersten mal in einem KIK Textildiskont. Ihr wisst schon, das rote T-Shirt mit der quäkenden Stimme aus der Werbung. Die Ware die dort angeboten wird hat einen proletarischen Schick der nicht zu übertreffen ist. Ich wandelte an den übervollen Kleiderständern vorbei, zusammen mit der “rüstigen Rentnerin” und wir lachten uns halb tot über manche arg ausgefallene Modelle. Es ist der reine Wahnsinn. Fast kein Kleidungsstück kostete über 10 Euro. Ein Herrenhemd schon für 3 Euro. Schnäppchen über Schnäppchen. Da fragt man sich echt was die im Einkauf dafür bezahlen und wo das Zeug hergestellt wird.
Ein grün kariertes Hemd mit schwarzen Schulterteilen aus fein geripptem Samt hatte es mir ganz besonders angetan. Es war so hässlich, dass es schon wieder schön war. Da es nur 4.99 kostete war ich sehr versucht es zu kaufen. Die rüstige Rentnerin bog sich vor Lachen, als sie sah, dass ich den Mantel auszog um das Hemd anzuprobieren. Aber leider, leider passte es nicht und es waren auch keine anderen Größen mehr da.
Als wir merkten dass in diesem Schnäppchenparadies leider kein einziges davon für uns bestimmt sein sollte gingen wir.
Als wir auf der Straße waren, wurde mir bewusst, dass es viele Menschen in Deutschland gibt, die froh sind, dass es solche Läden gibt, weil sie sich schlichtweg nichts anderes leisten können. Oder wie es sonst zu erklären, dass die Kette schon 2500 Läden hat und auf ihrer Homepage einen Aufruf macht dass sie weitere 1000 Lokale sucht?

5 Kommentare

  1. claud^e

    Sowas kann man sich in Luxemburg eigentlich nicht wirklich vorstellen. Bei uns gibt es (soweit ich weiss) keine solchen Ketten/Laeden, wo man so guenstig Kleidung herbekommt. Es ist jedoch erschreckend wenn man mal hochrechnet, wieviele Leute auf solche Laeden angewiesen sind, und dass ich doch immer dachte, dass Deutschland doch ein recht wohlhabendes Land ist. Dem scheint nicht so.
    Wo diese Kleidung hergestellt wird, unter welchen Umstaenden, von wem usw. will ich gar nicht erst wissen. Die werden wahrscheinlich irgendwo in Asien von Kindern hergestellt, die dann ohne jegliche Schutzkleidung da fuer einen Hungerlohn ackern.
    Beides ist sehr erscheckend.

  2. Joël

    @ Cla^de
    Das mit der Kinderarbeit sind nur Vermutungen. Ich wäre mit solchen Äußerungen vorsichtig an deiner Stelle. Du legst dich mit einem gewaltigenTextilkonzern an.

  3. sandra

    “rüstige Rentnerin”
    schmunzel.

  4. sandra

    enplus, sou Kleederbutteker gin et och zu Letzebuerg, schon eiweg.Do as den Superconfex an dann war nach een zu puuh Boufer? An dee Buttek an der Staad wou freier de Rosenstiel dran war as jo awer och keen déieren.An Aarmut as iwwregens och eng Realitéit zu Letzebuerg.
    Fir de Rescht, wees net.Perseinlech gin ech gären mei Suen aus (wann ech der hun) fir Qualitéit dei mer mei laang Freed mecht.Awer ech geif lo mol och an de Raum geheien dat, ob ech d’Jeans lo an der Marque kaafen oder an engem diskount, dess am meescht aussereuropäeschen Ausland an derbai vun mei oder manner volljähregen Menschen hiergestallt gouf dei en Hongerloun kreien an sozial null oofgesechert sin.Also daat schengt mer awer ze stemmen.
    An ouni wellen zynesch ze wierken oder op Provoque aus ze sin, mee dei Menschen (ob Kanner oder Grousser) dei sou schaffen gin, ernieren oft domat eng ganz Famill.Kanneraarbecht wellen ze verbidden brengt op mannst an desen Kulturkreeser menger Meenung noo guer naischt. Am Contraire, d’geifen der wuel nach mei an der Zwangsprostitutioun landen.Vun dohier.
    Also ech mengen d’as wierklech ees wei kees wou ech meng Jeans kaafen.

  5. claud^e

    Serieux? Ech sinn solchen Butteker nach net begeint. Alt rem eppes beigeleiert, merci.

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