Fressen, Kunst und Puderquaste

Zwischenstand der Dinge

Ich bin in Korsika. Ich schreibe auch jeden Tag nur kann ich es nicht online setzen aus mir diffusen technischen Gründen. Hier mal das was ich so die letzten Tage geschrieben habe. Der Rest folgt wenn ich wieder im trauten Heim bin.
Die Fotos folgen in den nächsten Tagen, wenn der seltsame Computer und das Internet hier will.

9.6.2008 7:14

Korsika
Ich bin seit zwei Tagen in Korsika. Aber irgendwie bin ich noch nicht richtig hier. Die Dreharbeiten stecken mir mir noch zu sehr in den Knochen und Gehirnwindungen. So einfach abschalten kann ich noch nicht. Eben erwachte ich aus einem Traum in dem ich irgendein Schriftdokument fertig machen sollte, das der Hauptdarsteller unbedingt auch haben müsste. Da ich es aber im Gewühl des ganzen Films nicht fertig hatte, erschrak ich so sehr, dass ich erwachte und einen Moment lang felsenfest davon überzeugt war, ich müsste und sollte… Sogar jetzt da ich hellwach bin zweifele ich immer noch ein wenig daran. Dabei sitze ich auf der Terrasse meines Hotelzimmers, vor mir liegt die Bucht von Propriano das Meer ist fast spiegelglatt und ich kann die ersten Schiffe vorbei fahren sehen. Eine Traumkulisse für einen Traumurlaub doch mein Kopf will sich nicht darauf einstellen.

Gestern besichtigte ich ein prähistorisches Gelände das ich bis jetzt noch nicht kannte. Filitosa heißt das kleine Dorf in der sich diese Ausgrabungsstätte befindet. Ich habe jede Menge Fotos gemacht, ich im Fotoblog einsetzen werde. Ungewöhnlich an dieser Stätte ist dass man während der ganzen Tour mit einer Art Meditationsmusik berieselt wird die überall im Gelände aus Lautsprechern aus dem Boden kommen. Im Grunde brauch man nur der Musik zu folgen. Am Anfang fand ich das etwas kitschig, doch je länger die Tour dauert, je mehr man sich darauf einlässt und man ist am Ende der Tour so zen wie selten zuvor.

10.6.2008 6:12

Den Kopf leer kriegen

Habe gestern in der Bar des Hotels gesehen, warum ich hier einen W LAN Zugang habe, der allerdings noch keinen Anschluß ans Internet hat. Wie schön… Ich glaube nicht, dass ich das noch in der Woche in der ich hier bin, erleben werde.
Meine Schlafenszeiten sind völlig aus dem Lot. Ich wachte kurz vor sechs Uhr auf und bin hellwach und kann auch nicht mehr schlafen. Also sitze ich auf der Terrasse des Zimmers schaue übers Meer, und sehe grade dass ein ziemlich großes Schiff den Hafen von Propriano anläuft. Es fährt ganz langsam und man hört es kaum.
(Foto)
Ich überlege grade ob es ein Fehler war herzukommen. Das mag sich verrückt anhören, denn was gibt es besseres als eine Reise um sich von den Strapazen eines Films zu erholen. Wenn ich zuhause geblieben wäre hätte ich wahrscheinlich andere Dinge gemacht um zur Ruhe zu kommen als hier. Und doch bin froh hier zu sein, grade an diesem Ort, mit dieser Aussicht aufs Meer, mit einem Plastikstuhl und einem Plastiktisch und im Hintergrund das leise Rauschen des Meeres.

Gestern war ich kurz in Bonifacio, was ein Fehler war, denn die Stadt war so voll mit Touristen, dass ich mir vorkam wie in Echternach zur Hochsaison. Ein zwanzig minütiger Stau um in die Stadt hineinzukommen, dann die Suche nach einem Parkplatz…es war alles recht mühsam. Eine Bootsfahrt zu den Grotten absolviert, die ich schon vor zwei Jahren unternommen hatte mit dem Unterschied dass wir dieses Mal mit dem Boot in die Grotten hinein fuhren, was letztes Mal wegen des Seegangs nicht möglich war.


Die Oberstadt

11.6.2008 7:16

Lesen

Was mir am meisten fehlte während der letzten acht Wochen des Films war das Lesen. Ich hatte zwar mal was in der Zwischenzeit über eine Comicserie geschrieben, aber Comic lesen ist für mich nicht das gleiche wie ein Buch lesen. Ein Buch in die Hand zu nehmen und sich den Worten hingeben; ein Umstand den ich sehr vermisst habe. Vorsorglich habe ich zwei Bücher mitgenommen, eines davon, das ich gestern angefangen habe ist von Fred Vargas ‘Fliehe weit und schnell’. Nun werden sich wahrscheinlich einige wundern warum ich hier den deutschen Titel angebe und nicht den französischen. Nun weil ich die deutsche Übersetzung lese und nicht das Original auf französisch. Ich habs halt nicht so mit dem Französischen, obwohl es meine Vaterlandssprache ist, was widerrum auch nicht ganz stimmt, den dann wäre es elsässisch. Ich schweife ab…
Die Welt der Fred Vargas ist eine Welt für sich mit wunderbaren Gleichnissen und Beschreibungen die mir fast Vertraut vorkommen….

Ich stelle mir grad die selbst die Frage warum ich über Fred Vargas schreibe, wenn ich auf Korsika bin und so es viel anderes zu berichten gäbe wie zum Beispiel den Ausflug gestern über zwei Bergpässe. Ich lasse wohl am besten einige Fotos für sich sprechen und selbst dann kann man das Majestätische der Berge von Korsika kaum in Worte fassen.

12.6.2008 6:33
Menhire und Dolmen

Für alle die sehnlichst darauf warten, ein Foto von mir mit Brille!!!!

Sie ist sehr diskret und die meisten sagen es sähe so aus als ob ich sie schon immer gehabt hätte. Das ist mir nur recht.

Gestern habe ich zwei weitere Ausgrabungsstätte besichtigt mit Menhiren und einem Dolmen.

Wenn man sie auf den Fotos sieht sind sie beinah nichtssagend und doch geht von den Steinen eine Faszination aus die nicht beschreiben kann. Zumal der Dolmen, der ja eine Grabstätte ist, ist schon sehr imposant. Auch die Menhire erinnern mich irgendwie an einen Friedhof. Übrigens ist eine der Fundstellen die größte Ansammlung an Menhiren und im südlichen Mittelmeerraum.

Was ich heute unternehmen werde weiß ich noch nicht. Ich sitze wie jeden Morgen am Tisch auf der Terrasse und sehe heute ausnahmsweise mal den tief hängenden Wolken zu und dem Regen schon seit Stunden hinunterprasselt. Was unternimmt man auf einer Insel auf der Regen im Grunde nicht vorgesehen ist ?

2 Kommentare

  1. Thierry

    Brille steht dir. 🙂 Sieht tatsächlich so aus, als hättest du die schon immer getragen.

  2. Tom

    Korsika scheint wirklich eine schöne Gegend zusein.

    Und die Brille steht dir wirklich. 🙂

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