Fressen, Kunst und Puderquaste

Umfrage

Nach welchen Kriterien kauft ihr Bücher?
Gute Frage, gell? Als ich sie mir selbst stellte, musste ich scharf nachdenken.
Was bewegt mich grade dieses Buch zu kaufen?
Die Zusammenfassung auf dem Buchdeckel?
Die Rezensionen anderer Leser auf Amazon.de?
Die Buchbesprechung aus einer Zeitschrift?
Der Buchhändler?
Wem vertaut ihr blindlings? Wem nicht?
Ich bin gespannt auf die Antworten.

13 Kommentare

  1. Chris

    Ich kaufe meistens nur Klassiker der Weltliteratur, da sie mir bei meinen Studien helfen können.

  2. Thierry

    Ich gehöre zu den Menschen, die nicht in ein Büchergeschäft gehen können ohne minimum ein Buch zu kaufen. Meistens verbringe ich auch mehrere Stunden im Büchergeschäft, vor allem in meinem liebsten Büchergeschäft in Cardiff. Ich gebe zu: ich bin süchtig nach Büchern, alt wie neu. 😀 Die Auswahlkriterien sind dabei recht variabel. Genre ist mir egal, ich lese alles von Dickens und Twain über Nietzsche und Sartre bis Richard Morgan und Christopher Hitchens. Ich sehe mir *immer* alle Neuerscheinungen an (sind nie so viele, weil ich regelmäßig da bin), kaufe mir auch recht oft eines davon, wenn die Zusammenfassung vielversprechend klingt und ich nach der ersten Seite Lust auf mehr habe. Blickfang ist aber stets der Titel des Buches. Dann stöbere ich meist noch durch die bereits länger veröffentlichten Bücher, sehe mir an ob es ‘neue’ Klassiker gibt die ich noch nicht gelesen habe, und schlendere durchs Geschäft – da ist dann vor allem das Cover Blickfang, aufgrund der hohen Masse an Büchern. Unregelmässig stöbere ich auch noch durch die Kinderabteilung, da ich für den Kurs “Writing for Children” immer mal wieder Arbeiten über klassische und aktuelle Kinderautoren schreiben muss.
    Buchbesprechungen interessieren mich eher wenig. Ich habe allerdings eine hohe Meinung von literaturcafe.de. Ich bekam auch schon öfters Lesetipps von Leti, der vertraue ich mittlerweile blindlinks denn bisher haben mir diese Bücher immer gefallen.

  3. sara

    ich mache das immer so, dass ich in die Bibliothek gehe und einfach durch die Reihen schlendere und wenn mich ein Titel anspricht nehme ich das Buch aus dem Regal und lese die ersten Seiten. Wenn die mir gefallen, leihe ich es aus, wenn nicht, stelle ich es zurück und gehe weiter. Meistens tun es mir ältere bis sehr alte Bücher an, irgendetwas, aber ich hab noch nicht rausgefunden was, stört mich an zeitgenössischer Literatur. Ich habe mir abgewöhnt, Klappentexte zu lesen, weil ich die mesitens so schrecklich finde, dass sie mich eher davon abhalten, Bücher zu lesen. Kaufen tue ich dann nur Bücher, die ich unbedingt immer in meiner Nähe haben will, dh wenn ich nach mehrmaligem lesen immer noch begeistert davon bin.

  4. Thierry

    Bibliotheken sind ein Konzept, das ich nie verstanden habe. Ich leihe mir dort immer nur Bücher aus, die ich für Arbeiten an der Uni brauche. Wenn ich ein Buch lesen will, will ich es besitzen. Ich will, dass man dem Buch ansieht, dass es gelesen wurde – und mit Büchern die ich nicht besitze gehe ich logischerweise behutsamer um. Ich mag es, von Zeit zu Zeit durch meine Regale zu stöbern und mich an die Geschichten zu erinneren (ja, ich erinnere mich tatsächlich an *alle*), weil diese Geschichten ein Teil von mir geworden sind, die ich als feste Form besitzen will. Das ist wie bei Musik, Downloads sind zwar praktischer, aber ich mag Platten / CDs noch immer lieber. Hab nen Großteil meines Ferienbudgets in Plattenläden in Stockholm verballert, obwohl sie dort um sehr vieles billiger sind als hierzulande. 😀
    Klappentexte lese ich meistens, aber die Editionen im Vereinigten Königreich haben auch sehr oft einen Auszug aus dem Buch auf dem Deckel stehen, und keine Zusammenfassung.
    Es gibt sicherlich viele schlechte zeitgenössische Literatur, aber es gibt auch miserable klassische Literatur. DH Lawrence schrieb auch immer wieder bloß dasselbe, wie Dan Brown heute. Vielleicht hast du bisher bloß die falschen zeitgenössischen Bücher gelesen. Was mich manchmal bei zeitgenössischer Literatur stört ist der Entertainment Faktor. John Grisham z.B. schreibt seit Jahren immer wieder das gleiche, das ist wie ein Hollywood Popcornfilm. Irgendwann nervt’s. Ich kann gut nachvollziehen, dass man unter all den Dan Browns und Stephen Kings etwas suchen muss, bis man etwas lesenwertes gefunden hat. Aber es lohnt sich. Jon McGregors “if nobody speaks of remarkable things” ist so ein Buch. Ist einer von Letis Tipps, und bisher der Beste. Hab das Buch schon erfolgreich weitervermittelt. Es ist wunderschön poetisch, zeitlos, und unglaublich originell.

  5. Tom

    Also eigentlich wollte ich ja meine Antwort geben aber die hat Sara schon pratisch ganz für mich abgeben 😀
    Läuft bei mir eigentlich genau so ab ausser dass ich mich nicht so viel auf ältere Bücher ‘konzentriere’ und auch eigentlich nie eine Bibliotheke besuche.
    Mein ehemaliger französisch Lehrer (der wohl jede Woche minimum 20 Büchertipps seinen Schülern mit auf den Weg gab) sagte mal, dass man das Lesen des Buchdeckels unterlassen soll, da dort so wie so keine Zeilen des Author stehen.
    Allerdings muss ich wohl auch sagen, dass ich hier in Lux eigentlich nur in 1 Büchergeschäft sehr gerne gehe und der Name fängt nicht mit einem E an 😉 Finde ich durch Zufall ein interessantes Buch im Netz, so bestelle ich es mir meistens auch dort. Ist einfacher und ich muss mir nicht erklären lassen, dass das Buch nicht existiert oder es ja aus England kommt und auf Englisch geschrieben ist. (Ja, das ist alles schon passiert).

  6. Thierry

    Gibt zwei Büchergeschäfte hier im Land, die ich sehr gerne mag. Alinéa, weils dort wirklich alles gibt, der Herr vorn an der Kasse mir überaus sympathisch ist weil er selbst öfters ein Buch liest wenn er gerade keine Kunden bedient, und die Damen hinten im Geschäft können einem ein Buch bestellen. Und man wird nicht wie bei diesem Geschäft mit E. mit dem Argument abgewimmelt, das Buch würds nicht geben oder erst erscheinen, selbst wann man die ISBN Nummer dabei hat. Fellner Art Books mag ich auch sehr gerne, weils dort unglaublich gute Bücher gibt über Design, Fotografie, Kunst, und Architektur. Die sind zwar meist etwas teurer, dafür aber auch von hoher Qualität. Messagerie du livre mag ich gar nicht, ist mir viel zu groß. Ich mag bei Büchergeschäften mehr kleine Geschäfte, wo man sich richtig heimlich fühlen kann. 🙂

  7. Joël

    Es ist interessant wie unterschiedlich die Antworten ausfallen. Am meisten überraschte mich der Umstand das es noch Welche gibt die in Bibliotheken gehen. Ich selbst habe seit Jahrzehnten keine Bibliothek mehr betreten, nicht weil ich es nicht möchte sondern weil mir schlichtweg die Zeit dafür fehlt.Wenn man bis zum Anschlag in der Arbeitswelt steckt, geraucht man die inzwischen kostbar gewordene Freizeit nicht mehr damit um in Bibliotheken abzuhängen, und Abgabefristen einzuhalten.
    Was alte Bücher betrifft so stöbere ich gerne wenn es sich ergibt auf Flohmärkten und in Antiquariaten herum, auf denen ich oft schon tolle Sachen entdeckt habe.
    Was neue Bücher angeht vertraue ich ein paar wenigen Literaturkritikern, bei denen ich herausgefunden habe dass deren Empfehlungen ganz auf meiner Wellenlänge liegen. Dazu gehört (jetzt kommts) der ungekrönte Literaturpapst himself, Marcel Reich-Ranicki. (Ich höre einen Aufschrei durch die Menge gehen) Und doch, er kann noch so schrullig sein und mit erhobenem Zeigefinger laut deklamieren, ich mag den alten Herrn sehr. Er hat mir in all den Jahren viele Klassiker näher gebracht. Es gab vor Jahren mal eine Reihe von Sendungen in der ARD in der er pro Sendung einen großen klassischen Schriftsteller besprach. Ein Punkt in dem ich mit ihm vollkommen übereinstimme, das wichtigste für ihn ist die Sprache bzw, der Schreibstil eines Autors.
    Ansonsten lese ich leidenschaftlich gerne ein gewisses Gerne von Büchern nämlich Kriminalromane, was mitunter auch die erste Abteilung ist die ich in jeder Buchhandlung aufsuche. In Luxemburg habe ich kein einziges Buchgeschäft das ich regelmäßig aufsuche und wenn dann wäre es das von Thierry schon angesprochene Fellner Art Books, aber das auch eher aus professionellen Gründen zwecks Recherche. Mein Leiblingsbuchgeschäft ist in Trier, Interbook in dem ich Stunden und Tage verbringen könnte.

    Ich gehöre zu den Menschen, die nicht in ein Büchergeschäft gehen können ohne minimum ein Buch zu kaufen.

    Den Satz von Thierry kann ich blindlings mitunterschreiben. 🙂

  8. Fireball

    Da ich nicht unbededingt dem Bistum Geld in den Arsch schieben will und es sonst keinen guten Buchladen bei mir zuhause gibt, kaufe ich meistens per Internet, also Amazon. (Ich liebe Buchläden und schaffe es auch kaum, sie ohne Beute zu verlassen! [Das heissgeliebte Books&Beans mal ausgeschlossen, da hab ich – schande, noch kein einziges Buch gekauft!])
    Ich kaufe Bücher von Autoren, die ich kenne, sei es durch Verfilmungen ihrer Werke oder weil ich schon andere Bücher besessen habe. Bei Leuten will Burroughs oder Thompson entwickle ich eine richtige Sammeleidenschaft nach dem guten allem Pokémonprinzip “Gotta catch em all!”.
    In Buchläden verlasse ich mich auf Titel, Bücher&Autoren von denen ich schon mal etwas gehört habe und manchmal auch auf die Cover. Bisher habe ich damit meistens Glück gehabt. Manche Bücher leihe ich mir auch aus, zB. von A.
    Dann gibt es immer noch die kleine Büchersammlung meiner Eltern, die ich regelmässig plündere (besonders Spass macht das mit Schulklassikern meiner Mutter, in denen das halbe Programm der A-Klassen notiziert ist.) und in denen ich schon mal ungelesene Schmuckstücke wie Das foucaultsche Pendel entdeckt habe.

    Und dann kommen Tipps ja mittlerweile von überall: Blogs, twitter, Podcast, usw.

  9. sara

    Ich finde Bibliotheken sehr sinnvoll weil man so jedem die Bücher zur Verfügung stellen kann, denn sie sind nun mal nicht gerade erschwinglich. Außerdem lesen die wenigsten Leute ein Buch mehr als ein Mal, und danach verstaubt es im häuslichen Regal oder auf dem Dachboden, bis irgendwann mal ausgemistet wird und sie dann eh auf dem Flohmarkt landen. Als ich das Abitur geschafft und meine 7 Sachen gepackt habe, hab ich alle Bücher, von denen ich wusste, dass ich sie niemehr lesen werde, in die Bibliothek des LGL gebracht und die haben sich gefreut.
    Die meisten Unibibliotheken sind auch öffentlich zugänglich und das mit den Fristen ist auch nicht mehr so wild, weil man sie persönlich via Internet verlängern kann wenn noch niemand das Buch vorbestellt hat ;)Und Thierry: wo genau warst du in Stockholm so exzessiv CD-shoppen? Ich hab da so ‘ne Ahnung… 🙂

  10. Thierry

    Ich glaube, die einzigen Bücher die ich mir jemals in der Bibliothek des LGL ausgeliehen habe, waren italienische Romane, weils die nicht mehr im Büchergeschäft gab. 🙂

    Waren mehere Läden, weiss gar nicht mehr wie die alle hießen. Da war einer in der Drottninggatan, der war etwas mehr auf (schwedischen) Mainstream ausgelegt, da lag gleich neden dem Eingang auch ein großer Stapel mit Hellacopters CDs. Dann war da noch einer in der Nähe vom Sergels torg, frag mich aber nicht wie Straße hieß weil wir haben ihn aus purem Zufall gefunden. WIr sind auch eine Stunde in Södermalm rumgelaufen, weils dort angeblich einen netten kleinen Musikladen gibt, aber weils nen Wolkenbruch gab und man seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sah haben wir aufgegeben. Und die andern Tage waren sind wir mit Fähre auf andere Inseln gefahren, also kamen wir nicht mehr dazu zurückzugehen. Angeblich gibt’s auch noch ein paar feine Plattenläden in Östermalm. Ich wäre ja ohnehin am liebsten dort geblieben. Und so oft wie wir für einen Schweden gehalten wurde (wir wurden mehrere Male von Touristen nach dem Weg gefragt, und mehrmals von Schweden angequatscht) würde das auch nicht großartig auffallen. ^^

    Wo gehst du denn in Stockholm CDs kaufen?

  11. Tom

    Joëls Kommentar hat mich auf eine andere Frage gebracht. Welcher Art (Genre) von Bücher lest ihr am meisten/liebsten? Als für mich persönlich ist das jedenfalls auch eine schwierige Frage. Würde schon fast meine Standart-Antwort von der Musik abgeben: “Alles bis auf Hip-Hop”. Hier wohl dann eher “Alles bis auf Schnulze” 🙂

    @Thierry
    Gut dass du das hier geschrieben hast. Ich hatte den Plattenladen beim Sergels torg schon ganz vergessen und musste stark nachdenken. 🙂 Wir haben einfach zuviel (wenn das möglich ist) von dieser Stadt in 4 Tagen gesehen. Und als Einheimische gehalten zuwerden ist schon klasse. 😀

    @sara
    Ja, wo gehst du denn in Stockholm einkaufen?

  12. sara

    ma mear hun leschten Summer eng Nuet am wasa hotel op St Eriksplan iwernuet an op St Eriksgatan sin direkt epuer genial Plakkenbuttécker beieneen. Mear hun den ganzen Moien do verbruet an hun souvil top second hand Saachen ergattert 😀
    An zu den Hellacopters: dat neit Album fannen ech net gud, mé dat sin och gecovert Songs. Mé aner Saachen, wéi zum Beispill High Visibility, fannen ech einfach jhust phä-no-me-nal! 😀 Hun schon Ticket’en fir d’farewell Tour… an wël nach ëmmer net gleewen dass se ophalen 🙁

  13. Thierry

    Hmpf, dat wier mol net sou wäit wech gewiecht, mir waren an der Bryggargatan. Mee verhalen ech mer fir d’nächste Kéier, et hällt jo och praktescherweis en tunnelabana um St Eriksplan.

    Hunn mer deen och net kaaf, wann ech mech lo richteg erenneren hat ech an deem Geschäft just den “The good times we shared, were they so bad?” vun Niccokick kaaf. Hat ech zwar schon als MP3, mee si haten eng limitéiert Editioun fir nemmen 139:- do konnt ech net widderstoen. 😀

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