Fressen, Kunst und Puderquaste

Moment mal…

Heute:
George Michael

Als ich heute Abend wahllos Lieder von George Michael auf You Tube hörte, war mir noch nicht ganz klar, dass ich jetzt etwas über ihn schreiben würde. Ich habe alle seine Alben und das sind deren nicht allzu viele, aber ich hätte nie gesagt dass ich ein totaler Fan von ihm wäre. Und doch wurde mir von Video zu Video klar wie sehr mich seine Songs durch all die Jahre begleitet haben und dass ich so einige davon an Begebenheiten festgemacht habe und dadurch nicht vergesse.
Es fing an als ich zufällig auf ein paar Songs des legendären Freddie Mercury Tribute Konzertes stieß, das ich damals fast ganz im Fernsehn mitverfolgt hatte. Kaum ein Sänger des Konzertes konnten damals Freddie stimmlich das Wasser reichen. Einer konnte. George Micheal. Dass er ausgerechnet das Lied Somebody To Love sang, das einer schwersten Songs des Queen Repertoires ist, ließ das Gerücht aufkommen, dass er eventuell der Nachfolger von Freddie werden könnte…

Das erste Mal das ich eines der Lieder von George bewusst wahrnahm und an einer Begebenheit festmachte, war als ich 18 war. Es war im Sommer im August. Ich hatte meinen ersten Job als Barman in einem Hotel in Echternach und es war der Abend der Open-Air Disco am See. (Heute heißt es ja E-Lake) Es lief damals in einem sehr, sehr, sehr, viel kleineren Rahmen ab als heute. Es wurden ein paar Pfähle in dem Boden gerammt an denen ein paar kleine Spots in rot, grün und blau flimmerten und irgendjemand vom Echternacher Jugendclub legte eine Scheibe nach der nächsten auf. Damals gab es ein Part der sich Slowtime nannte und alle Paare eng umschlungen oft knutschend sich auf der Tanzfläche hin un her wiegten. Es war schon spät und ich hätte längst zu hause sein sollen. So gegen drei Uhr in der Nacht startete ich einen letzten Versuch jemanden zu finden der mich nach hause fährt. Es gab auch jemanden der es hätte tun können es aber nicht tat und so musste ich den ganzen Weg bis nach hause was gute 3-4 Kilometer waren mitten in der Nacht zurücklegen. In den 2 Stunden die ich dafür brauchte, (denn der Weg ging steil bergauf) hatte ich viel Zeit um Bilanz zu ziehen über den Abend an dem ich mich eigentlich gar nicht amüsiert hatte. Ich kannte die meisten von den Jugendlichen die dort waren, aber ich war der Aussenseiter. Ich ging schon seit Jahren nicht mehr in Echternach zur Schule sondern in der Hauptstadt. Ich war nie Mitglied von Echternacher Jugendclub, der sich für sehr elitär hielt. Insgesamt erntete ich an dem Abend nur abschätzende Blicke und beleidigende Kommentare.
Und während des ganzen Nachhause Weges hatte ich Careless Whisper im Kopf was irgendwann an dem Abend lief und noch mal wiederholt wurde als ich wegging. Damals schwor ich mir dass ich mit all den eingebildeten Spießern nichts mehr zu tun haben will…

Ein anderes Lied von George das bei mir sehr schmerzvolle Erinnerungen wachruft ist A Different Corner. Es war drei oder vier Jahre später. Es war Sommer und ich war bereits in der Friseur Lehre. Eine frühere Schulfreundin von mir hatte in diesem Jahr ihren Führerschein gemacht. Sie jobbte in den Ferien in einem kleinen Hotel in einem Nachbarort und war an diesem Wochenende in der einzigen Disco in Echternach die L’Affaire hieß. Sie, Ihr Freund und noch ein anderes Paar waren anschließend bei mir (ich war zur der Zeit schon aus dem elterlichen Hause ausgezogen) auf einen letzten Drink. Die Schulfreundin kannte ich schon seit langem, die anderen drei hatte ich erst kurz davor kennengelernt. Irgendwann spät in der Nacht fuhren alle vier nach hause. Am Montag morgen war eine große Schlagzeile in der Zeitung dass es auf der Strecke Echternach/Luxemburg einen sehr tragischen Unfall gegeben hatte. Es war die Schulfreundin mit ihrer Clique die am Sonntag Nachmittag nach Luxemburg fahren wollten. Die Schulfreundin, die am Steuer saß, überlebte, die anderen drei waren auf der Stelle tot.
An dem Abend als wir in der Disco waren lief das Lied von George A Different Corner. Ich fühle mich heute noch sehr traurig wenn ich das Lied höre und sehe verschwommen drei Gesichter…

In den 90ern brachte George Micheal eine Mini LP auf den Markt mit den Liedern Somebody To Love und dem Mix Killer/Papa Was A Rolling Stone. Die CD lief Jahre lang im Café Philo’soff rauf und runter und erinnert mich an viele lange Abende die ich dort verbrachte.

Und dann ist da noch der ultimative Klassiker (ich höre jetzt sehr viele von euch laut schreien) Last Christams. Inzwischen kann ich ihn nicht mehr hören, weil er immer weider, alle Jahre, hervorgekramt wird. Aber es gab eine Zeit in der es für mich das Weihnachtslied schlechthin war. Ohne ihn fand Weihnachten für mich gar nicht statt.

Eben habe ich ein Video gefunden von ihm was recht neu ist. Er hatte vor kurzem einen Gastauftritt in der Show American Idol. Geroge ist alt geworden und das leider nicht zu seinem Vorteil.
Aber ich mag ihn.

Eines seiner Videos das ich heute wiederfand und das mich wieder überraschte weil es so genial gemacht ist, ist As, das er zusammen mit Mary J Blige singt.

5 Kommentare

  1. sandra

    George Michael as mega.
    grad sou wei Prince(deen ech vlait eng Onz leiwer hun)
    an d’soll mir keen de Contraire zielen.

  2. Thierry

    Komisch, mir sind beim Lesen selbst ein paar Erinnerungen durch den Kopf geschossen. Ich bin so gar kein George Michael Fan, womit ich nicht sagen will er sei schlecht, es ist halt einfach nicht die Art Musik die ich mag. Ich hab ironischerweise aber trotzdem auch zwei Erinnerungen, die ich mit einem George Michael Lied verbinde – beide Male das berüchtigte “Last Christmas”. Die erste ist von 2004, als wir (alle Abschlussklassen) am Nikolaustag einer Englischprofessorin das Lied sangen. Ich erinnere mich noch heute sehr gerne an den Tag, da war für ein paar Stunden die Welt in Ordnung – denn zu der Zeit war mein gesamtes Leben aus den Fugen geraten.

    Die zweite Erinnerung ist rezenter, vom letzten Mai. Es war mein letzter Tag in Cardiff vor den Sommerferien, und mein letzter Tag mit meinen Erasmusfreunden. Wir kamen aus dem Park am Schloss und spazierten an der Cardiffer Uni vorbei, und fingen an die schlechtesten Lieder zu singen, die uns einfielen (jaja, aber das Lied ist nunmal langsam nervtötend, auch wenns viellicht mal gut war). Und so gröllten wir bei 30 Grad Hitze im Schatten “Last Christmas” während wir über den Campus gingen. Einer von ihnen sagte einmal er wünschte, sein Leben wäre ein Musical. Und irgendwie war unser aller Leben dann auch genau das für ein paar Minuten. Der Moment erinnert mich daran, wieviel Freude ich mit diesen Leuten erlebt habe, und wie schmerzlich ich sie wohl noch sehr lange vermissen werde.

    Und was ganz anderes: wenn du George Michael magst, könnte dir die Sendung “Eli Stone” Mittwoch Abends auf Pro7 gefallen. Da spielt er regelmäßig mit, weil der Hauptdarsteller Visionen hat in denen er George Michael in total unrealistischen Situationen singen sieht. Ich finde ja es ist eine ungelungene Ally McBeal Kopie, aber ein Michael Fan sieht das vielleicht anders. 🙂

  3. Joël

    So Thierry! Jetzt hab ich dich! 😀
    Ich habe schon lange nach einer Gelegenheit gesucht, dir das zu sagen, jetzt habe ich den schlagenden Beweis. 😈
    Das was du oben schreibst hat Blogqualitäten und ist eigentlich kein Kommentar mehr.
    Du solltest endlich wieder dein Blog öffnen, verdammt noch mal!!!

    Eli Stone habe ich bereits gesehen und gefällt mir schon, aber nicht sooooo gut , dass ich es unbedingt sehen muss. Und wie ich schon sagte, ich mag George, aber ich würde mich nicht unbedingt als Fan von ihm bezeichnen.

  4. Georges

    Ich bin kein George Michael Fan, anerkenne jedoch sein Gesangtalent. Du hast in deinem Post fast alle Lieder aus George’s Répertoire aufgezählt, die mir auch wichtig sind, eins fehlt allerdings: Das Duett mit Elton John Don’t Let The Sun Go Down On Me.

    Und dann möchte ich dir abwartend auch noch danken für den Wink an Thierry. 😉

  5. Thierry

    Dann werd ich ab jetzt wieder kürzere Kommentare schreiben. 😛 Im Ernst, ist ein schönes Kompliment, dass mein Schreiben vermisst wird. Aber momentan ist für ein Blog kein Platz in meinem Leben. Vielleicht komme ich bald wieder, vielleicht auch nicht.

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