Weltreise Tag 10: Die Rückseite der Medaille

Das erste was ich heute morgen las, war das Ergebnis der Goldenen Blogger. Ich machte ein riesigen Jauchtzer, als ich las dass die Kaltmamsell für das Beste Tagebuchblog gewählt wurde. Ich hatte die ganze Veranstaltung leider verschlafen wegen der Zeitverschiebung. Ich habe ihr Blog Vorspeisenplatte schon mehr als einmal erwähnt. Sie versorgt mich und die Welt täglich mit ihren Geschichten und interessanten Links. Zudem hat sie mich während einer Wandertour in Luxemburg besucht und ich war einmal bei ihr und ihrem Gatten in München. Und wir sehen uns alle Jahre wieder auf der re:publica.

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Es war ein seltsamer Tag. Ich hatte nicht wirklich was geplant und ging gestern mit dem Vorsatz ins Bett, dass sich schon irgendwas ergeben würde. Oder mir würde etwas einfallen.
Mir fiel nichts besseres ein als zum Stand zu wandern und mich dort im eine Liege zu legen und zu lesen. Das tat ich dann auch, maximal eingecremt. Irgendwann fiel es mir dann ein mir vielleicht doch noch eine Massage verpassen zu lassen. Diesmal vielleicht ein komplettes Bodyscrup. Gesagt, getan. Ich habe jetzt eine Haut wie ein Kinderpopo.

Die Bodysrup Massage habe ich vom gleichen Masseur wie vor ein paar Tagen für die andere Massage. Er meinte in seinem sehr gebrochenen Englisch, dass er auch private Massagen geben würde. Dabei strahlte er mich auf eine ganz bestimme Art an… Ich hatte sofort verstanden was er damit meinte. Er hatte mir das berühmte ‚Happy Ending‘ einer Massage angeboten.

Ich erklärte ihm dass ich ein ‚Husband‘ hätte und dem auch treu sei, was natürlich gelogen war. Er war hellauf begeistert, als ich ihm erklärte, dass man in Luxemburg als Mann einen Mann heiraten kann.  Und dann erklärte er mir wie schlimm es in Indonesein sei und man sehr gut aufpassen müsse. Er meinte dass man in Bali schon noch einen gewissen Spielraum hätte, doch man sei auf Gedeih und Verderb der Polizei ausgeliefert.
Er erzählte mir ,dass ein Freund von ihm mit Sack und Pack seine Familie verlassen musste, weil er an einer Sexparty teilgenommen hatte. Die Polizei hatte die Party ausgehoben (weil sie nicht ‚bezahlt‘ worden sei) und hatte ein Fernsehteam dabei. Diese Bilder gingen wochenlang über die Sender.  Er zeigte mir die Aufnahmen die immer noch auf YouTube zu finden sind.
Das ist die Rückseite der Medaille eines Paradieses dass eigentlich keines ist.

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Für den Abend hatte ich mir einen Tisch im Baby Monkey bestellt. ( als ich nämlich gestern hin wollte, war alles voll) Ich aß ein fantastisches Mie Goreng.


Der Besitzer und seine Frau kennen mich inzwischen und ich werde sehr herzlich empfangen.

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Gestern sah ich zum ersten mal die Sterne. Da Abend der Himmel meistens bedeckt ist, hatte ich noch keine gesehen. Und da ich mich ja hier nun auf südlichen Hemisphere befinde, gibt es hier Sterne zu sehen die ich noch nie gesehen habe, oder noch nie so hell und so hoch. Sirius zu Beispiel, den man auch bei uns sieht aber nicht so deutlich und so hoch am Himmel.

Ein Screenshot der App Redshift, die ziemlich genial ist. Man hält sie gen Himmel und sie zeigt an welcher Stern sich dort befindet, wie er heißt und wieviele Lichtjahre er entfernt ist.

2 thoughts on “Weltreise Tag 10: Die Rückseite der Medaille

  1. Lieber Herr Joël,

    herzlichen Dank erstmal für das Blogschreiben! Ich lese hier seit einiger Zeit sehr gerne immer mal wieder mit und freue mich besonders auf die weiteren Berichte von der Weltreise. Fast habe ich schon das Gefühl, wir seien so eine Art Bekannte, was natürlich völlig einseitig und komplett virtuell ist, aber das ist vielleicht der besondere Reiz von Tagebuchblogs?
    Dass ich heute endlich auch mal meine Kopf aus dem Loch strecke und kommentiere, liegt daran, dass ich die Überlegungen zu dem Masseur so interessant fand, besonders die Idee von der „Kehrseite des Paradieses“. Ich musste an einen schon älteren Artikel von William Gibson über Singapur denken, „Disneyland with the Death Penalty“: https://en.wikipedia.org/wiki/Disneyland_with_the_Death_Penalty
    Ich war noch nie selbst dort, aber vom Bauchgefühl her empfinde ich das, was oft über die Ordnung und Sauberkeit berichtet wird, auch als ein bisschen ominoes. Ihnen hat es ja sehr gut gefallen (und ich will Ihnen natürlich die Reiseländer nicht vermiesen – die klingen toll, v.a. wenn man hier im Januarregen sitzt 🙂 ), aber hatten Sie zwischendurch auch Momente, in denen es ein Gefühl von solchen Kehrseiten gab? Anyway, mehr von solchen Momenten zu lesen, auch gerade zur Frage, was Ihr Eindruck zum Umgang mit Homosexualität an den Reiseorten ist, fände ich ungeheuer spannend.

    Herzliche Gruesse aus dem grauen Europa
    Dorothee

    1. Nun ist es ja so, dass ich über das schreibe was ich sehe und erlebe.
      Und in Singapur sah ich es auch einen kurzen Moment lang, als ich abends zurück zum Hotel ging, an einem Park vorbei vor sich sehr diskret im Schatten der Dunkelheit ein paar Männer hingelegt hatten zum schlafen. Man sah sie kaum.
      Ich glaube dass überall solche Paradiese immer eine Kehrseite haben und es immer einen Preis zu zahlen gibt, dafür dass es andererseits so wunderschön ist.
      Disneyland wih Death Penality kann man übriges auch für das ‚Original‘ sagen, nicht nur für Singapur.

      Nachtrag: Ich habe den verlinkten Artikel auf Wikipedia gelesen. Der berüchtigte Artikel selbst wurde vor 25 Jahren geschrieben. Darin beschreibt Gibson ja dass er nichts mehr wiederfindet aus der viktorianischen Zeit als Singapur entstand, außer ein paar Gebäude. Ich würde es absolut schrecklich finden wenn das der Fall wäre! Außerdem kritisiert es den aseptischen Zustand der Stadt und den Mangel an eigenr Kreativität und dass alles nur importiert wurde. Das ist inzwischen nicht mehr so. Es gibt eine Menge verschiedener ethischer Kulturen in der Stadt und jede hat mit ihrer eigenen Identität dazu beigetragen, dass es heute ein ganz eigenwilliger Mix ist, den man nur dort findet. Und gerade das finde ich persönlich sehr toll.

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