Fressen, Kunst und Puderquaste

Ein Scheisstag

Gleich vorneweg: es nieselte und war grau den ganzen Tag, was nicht zur Erheiterung beitrug.

Es fing mit der banalsten Haushaltsarbeit, der Spülmaschine ausräumen. Ich nahm ein Glas hervor und stellte bestürzt fest, das es Schrammen und Abreibungen hatte, die ich vorher nie gesehen hatte. Ich habe jedoch noch immer die gleichen Tabs und im Prinzip hat sich nichts geändert, bis ich merkte was für ein Glas es war.

Ich hatte schon mal vor langer Zeit über diese Gläser berichtet und wie sehr ich an ihnen hänge. Ich hatte lange gesucht um die gleichen nochmal zu finden doch eine Bekannte wurde fündig. Dieses eine Glas allerdings ist noch ein letztes Original aus dem elterlichen Haushalt. Es hat schon viele Spülgänge in vielen verschiedenen Maschinen überlebt.
Und plötzlich sah ich mich das gleiche Glas aus der Maschine in der Küche in meinem Elternhaus ausräumen und in den Schrank stellen, und die Vergangenheit war wieder so präsent, dass sie schmerzte…

Später erfuhr ich dass eine Bekannte ihren Job verloren hat.

Eine gute Nachricht dann: die N. wurde heute entcyborgt. Aus dem gebrochenen Fuß von vorletztem Jahr wurde die Metallschiene entfernt.

Und dann kam so kurz vor knapp eine SMS dass die Vorstellung heute bereits eine Stunde früher anfängt, sonst wird es wegen der Sperrstunde um 23:00 eng werden für die Zuschauer um nach hause zu kommen.

Die Vorstellung verlief ohne Zwischenfälle.

Noch später bekam ich eine SMS dass gute Freundin von mir es jetzt erwischt hat.

Was für ein Scheisstag!

3 Kommentare

  1. Trulla

    Auch Scheißtage gehen vorüber, welch ein Glück!

    Mir geht’s ähnlich wie Ihnen, lieber Joel, wenn ich Teile aus dem Haushalt meiner längst verstorbenen Eltern in die Hand nehme: Innehalten, Wehmut, feuchte Augen.
    Draußen droht neben dem an sich schon üblen November auch noch das böse C-Monster, das macht es nicht besser.
    Da helfen nur die lieben Menschen um einen herum, mit denen man Freude und Sorgen teilen mag.

    • Margarete

      Ich empfinde ebenso: Fast alle Erinnerungsstücke an meine Eltern habe ich Freunden und Bekannten geschenkt, an Fremde abgegeben oder sogar entsorgt. “Mein Opfer an die Götter” habe ich das genannt. Nur so konnte und kann ich weiterleben. Die wenigen Reststücke halte ich in Ehren, muss ihnen aber auch nicht jeden Tag begegnen.
      Das Corona-Monster hat nun auch Bremen fest in seinen Krallen. Wir müssen alle einen kühlen Kopf behalten.
      Herzliche Grüße!

  2. Margarete

    Erinnerungsstücke sind mir langsam ein Graus geworden. Leider!

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