Fressen, Kunst und Puderquaste

Dating

person s hand forming heart
Photo by Sharon McCutcheon on Pexels.com

Heute mache ich mal was anderes.

Dabei wusste ich nicht wie ich das angehen und ob ich überhaupt darüber schreiben soll. Aber ok, ich werde es jetzt tun.

Es ist kein Geheimnis dass ich schon länger Single bin. Dating Apps sind nichts neues für mich. Und mit den Jahren lernt man sehr gut zwischen Zeilen in den Profilen zu lesen, wahrscheinlich sogar zu gut.
Es wäre schon schön wieder jemand an der Seite zu haben. Manchmal reichen all die guten und sehr guten Freunde dann doch nicht. Und ‚‘ Freinds with Benefits‘ sind ja eigentlich gar keine Freunde, es sind nicht mal Bekannte wenn man es genau nimmt. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Engel. Es gibt genug ‚schnelle Gelegenheiten‘ und unter Männern ist es meines Erachtens um einen Dreh leichter, als zwischen Frauen und Männern.

Ich muss dabei mal eine Eigenheit von Luxemburg erklären. Es gibt hier in der Stadt keine einzige Schwulenbar mehr. Es gab auch davor nur zwei Stück. Die letzte, die ‚Bar Rouge‘ viel dem Covid zum Opfer und die andere schon weitaus davor, der Insolvenz. (Wenn ich falsch liege, möge man mich bitte berichtigen)

Das war vor 30 Jahren und mehr noch ganz anders. Als ich endlich alt genug war und einschlägige Bars besuchen durfte, gab es allein in der Stadt fünf bis sechs Stück. Und wenn es mir hier nicht gefiel, Trier hatte auch nochmal eine ganze Reihe von Lokalen zu bieten. Doch das war alles Pre-Internet und gehört zur Sparte “Schwank aus meinem Leben”. Ich schweife ab…

Ich gehöre, (weil ja alles und jeder in eine Schublade gehört, sonst würde die Welt untergehen) inzwischen der Daddy Fraktion an, obwohl ich mich gar nicht so sehe. Um es noch spezifischer zu machen, ich bin ein Silver Daddy, das meinem inzwischen silbergrauen Bart geschuldet ist. Das lässt mich zum Beuteschema von sehr viel jüngeren Jahrgängen werden, die auf der Suche nach einer Daddy/Sohn Beziehung sind.
Ich habe in all den Jahren mich immer erfolgreich dagegen gesträubt, weil es mir seltsam vorgekommen wäre, eine Beziehung mit einem jungen Burschen zu haben, dessen Vater ich altersmäßig tatsächlich sein könnte. Und von diesen sehr jungen Herrn gibt es aber sehr viel mehr als ich dachte.

Natürlich lässt das auch den Verdacht aufkommen, dass sie nicht einfach einen älteren Jahrgang suchen, sondern auch einen Sugar Daddy. Bei manchen merke ich das schon in der ersten Zeilen einer Profilbeschreibung oder eines Chats.
“Hi Daddy.”
Allein schon die Anrede widerstrebt mir zutiefst, weil ich dann im Kopf das Bild eines Kinderschänders habe, selbst wenn sich altersbedingt alles im legalen Rahmen abspielt.

Nun lernte ich ich aber mit der Zeit (denn die jungen Herren sind nicht daran schuld, die wissen ja ganz genau was sie wollen) das eigene Erscheinungsbild zu akzeptieren und dass Silberhaare schlicht für andere sexy sind.

So kam es, dass ich am Donnerstag und Freitag, an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, zwei verschiedene Dates hatte. Einer davon ist Anfang dreißig, also schon nicht mehr der ganz junge Hüpfer und arbeitet in der gehobenen Hotelbranche. Der zweite ist im unteren Drittel von zwanzig und eher schüchtern. obwohl er in Berlin studiert hat und ich dachte, dass Berlin da schon was “vorgeleistet” hätte, aber dem scheint nicht so.

Und damit endet dieser Post. Die “knusperigen” (oder auch mauen) Details gehören nicht ins Blog, obwohl es wahrscheinlich genau das ist, was sich nun jeder erwartet.

Doch vielleicht eines noch. Ich habe mit den Jahren gelernt, dass man Dates ohne irgendeine Erwartung angehen soll und muss. Dann entsteht im Nachhinein auch keine Enttäuschung. Wenn es sich doch zu etwas Positivem entwickeln sollte, ist die Überraschung umso größer.

3 Kommentare

  1. Frau Klugscheisser

    Danke für Deine Offenheit. Ich wünsche Dir auf jeden Fall Spaß – egal wie geartet – und vor allem Durchhaltevermögen. Dass es nicht so einfach ist, die richtige Person zu finden, weiß ich aus Erfahrung. Und dann kommt noch all der Mist mit den Onlinedatingeigenheiten hinzu, dem man inzwischen fast nicht mehr entgehen kann.

  2. Trulla

    Vermutlich werden wir darin übereinstimmen, dass es besser ist allein zu leben als in einer unglücklichen Partnerschaft.
    Aber ein gutes Miteinander ist etwas wirklich Schönes, wie ich gerade unter Pandemiebedingungen wieder dankbar feststellen konnte.
    Deshalb wünsche ich Ihnen aktuell von ganzem Herzen viel Glück bei der Erfüllung Ihrer Wünsche.

  3. Herr Rau

    Danke fürs Aufschreiben. Sehr interessant, andere Menschen. Dir alles Gute!

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