Fressen, Kunst und Puderquaste

Zurück katapultiert

Ein guter Tag. Zumindest erwachte ich nicht mit den unerträglichen Kopfschmerzen wie am Tag davor.

Interessanterweise wenn ich die Arbeit die tagtäglich ansteht einfach erledige, ohne über den ganzen Rest nachzudenken, geht es einigermaßen, selbst dann wenn ich das Ganze noch nicht in seinem Ausmaß erfassen kann. Das ist nämlich genau der Punkt bei dem ich immer in wenig in Panik gerate, wenn ich die Übersicht nicht habe, bzw. noch nicht habe. Aber warum es sich einfach machen es auch komplizierter geht…

Zwischendurch noch einmal fix zum Fernsehstudio weil ich die Aufnahmen von Saarbrücken noch nicht abgeliefert hatte. Die Sendung wird übrigens (dem Gefühl nach) eine der sehr unterhaltsamen werden.

Am Abend wollte ich mir einfach etwas Gutes tun. (Die, die schon lange hier mitlesen, werden jetzt denken, dass ich das eh beständig tue, aber wenn ihr genau hinschaut, dem ist ist nicht so) Ich versuchte mein Glück in der Skybar, eines meiner Lieblingsrestaurants, und bekam sofort einen Tisch.

Espresso Mrtini
Baklava mir Champions gefüllt
Tagliatta vom Fasan
Tiramisu mit Trüffel

Und dann sah ich am Tisch im Eingang das hier:

Ein Adventskranz an dem die erste Kerze brannte. Und schlagartig kamen Bilder aus der Vergangenheit hoch. Es ist Dezember. Ein Monat den ich schon lange nicht mehr mag. Ein Monat der der mich immer wieder, obwohl es mit Jahren besser geworden ist, zurück katapultiert zu dem Menschen die nicht mehr da sind. Mein Bruder, meine Mutter, mein Vater… Größer war die Familie nicht. Keiner davon ist mehr da. Und es schmerzt immer noch, obwohl sie inzwischen so weit weg sind. Sie leben in mir weiter… Ich spiele oft das Gedankenspiel, als ob sie noch da wären und wie es ihnen jetzt wohl ginge. Kämen sie noch klar mit der Welt in der wir jetzt leben?

Zum Glück riss mich der Chefkoch Renaud Nols aus meinen dunklen Gedanken, als er sich an meinen Tisch setzte und wir urplötzlich über alles mögliche redeten. Ich habe ihm nicht gesagt was mich davor beschäftigte, aber ich bin ihm dankbar, dass es mich aus dem Loch rausholte. Für die, die noch nicht so lange hier mitlesen; Renaud war der Chefkoch, der meinen 50. Geburtstag ausgerichtet hat. Das war damals noch im Annexe…

Als ich wieder daheim war schrieb ich Renaud eine Sms um mich zu bedanken, dass er mich aus sehr dunklen Gedanken gerissen hat.

Daheim schaute ich mir eine Doku im SWR an. Aidas Geheimnise, ist eine sehr emotionale Reise in die Vergangenheit zweier Brüder die sich nicht kannten.

2 Kommentare

  1. Margarete

    Mir wurde beim Lesen Ihres Textes ganz warm ums Herz. Und dazu diese Farben: ein schönes Geschenk!

  2. Manuela

    Sehr berührend.

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