Da der Tag mit sehr viel Unverblogbarem und nasskaltem Wetter behaftet war, gibt es eine grundsätzliche Beantwortung einer Day-One Tagesfrage.
Erzähle uns von deinen Lieblingsschuhen und wohin sie dich getragen haben.
Ich nehme diese Frage nur als Beispiel. Beantworten werde ich sie nicht und das hat folgenden Grund. 
Inzwischen gehen mir Fragen nach dem Lieblings-, schönsten, besten, teuersten, längsten, dicksten oder schwersten „Irgendetwas“ zunehmend auf die Nerven. Noch gestern sah ich ein Interview mit Jodie Foster, in dem auch sie sich solchen Fragen stellen musste. Aus journalistischer Sicht erscheinen mir diese Fragen wie eine Verlegenheitslösung weil man aller Wahrscheinlichkeit nach nicht genügend vorbereitet war. Im Rahmen der „One Day“-Tagesfragen sind es meiner Ansicht nach eher Fragen, die Zwanzigjährige besser beantworten können als ich. Mit 59 Jahren habe ich so viel gehört, gesehen und erlebt, dass sich vieles relativiert. Es gibt für mich keine ultimative Antwort mehr auf die Frage nach dem „Lieblings-was-auch-immer“. Auch die Neigung, alles in Ranglisten oder Hitparaden einordnen zu müssen, wird mir zunehmend fremd. Ich habe weder eine „Number One“ noch eine „Top Five“ in irgendeinem Bereich. Zudem habe ich den Eindruck, dass eine solche Kategorisierung gedankliche Unbeweglichkeit fördert. Wenn etwas erst einmal zur Nummer eins erklärt wurde, scheint es dort verharren zu müssen: „Das ist so, das bleibt so, und das war schon immer so.“
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Ansonsten bleibt nur zu berichten, dass ich einen langersehnten Anruf bekam und am Freitag ENDLICH meinen fahrbaren Untersatz bekomme!
Am Abend war ich von dem langen Tag ziemlich hinüber. Ich hatte nicht mal Lust zu kochen.
Um ein wenig auf andere Gedanken zu kommen und um meinen Kopf mit etwas anderem zu beschäftigen, als mit dienstlichem Zeug, surfte ich wahllos in Videos herum, bis ein Gen-Z Mudikproduzent und Komponist fand, der sich das Album Breakfast in America von Supertramp zum ersten mal anhörte. Ich hörte mir es mit ihm, seit langen Jahren mal wieder, gemeinsam an. Manchmal glaube ich, dass diese React-to Videos doch ein bisschen Fake sind. Wie kann man dieses Album nicht kennen?! Und dann fiel mir wieder ein, wie alt ICH bin…

Ich war damals 13 als das Album rauskam, fühlte mich höchst unverstanden, daheim und überhaupt, wusste eh schon dass ich nicht wie die anderen war und wurde in ein Internat verfrachtet. Einer der Mitbewohner im Internat hatte eine Kassette von dem Album und sie lief rauf und runter. Und als ich das Album jetzt mit dem Gen-Z hörte, konnte ich fast jedes Lied auswendig mitsingen. Es scheint mich doch sehr geprägt zu haben.