Am Morgen war ich gleich sehr emsig. Ich musste die Wohnung auf Vordermann bringen, denn die Putzhilfe hatte diese Woche um ihren freien Tag gebeten hatte, also musste ich selbst Hand anlegen. Kurz nach 10:00 Uhr ging ich zum Wochenmarkt und kaufte alles für den Abend ein. Ich hätte mir lange überlegt, was ich machen sollte, denn ich hatte keine große Lust, mich stundenlang in die Küche zu stellen. Also kaufte ich drei Sorten frische Pasta. Zudem kaufte ich Erdbeeren und machte dafür fix ein Vanilleeis. Am späten Nachmittag kamen die Übernachtungsgäste an. Es wurde ein schöner Abend an dem ich sie auch kurz durch die Stadt führte. Es wurde jedoch nicht sehr spät, denn die Gäste wollten am Sonntag zeitig los.
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Nenne die Menschen, die du bewunderst und bei denen du Rat suchst.
Menschen die ich bewundere UND bei denen ich Rat suche; das sind zwei Bedingungen. Das eine setzt das andere nicht zwingend voraus. Die Menschen, die ich bewundere, kenne ich zumeist nicht persönlich, weil es oft Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind, und die, die mir grad einfallen, sind bereits verstorben. Die kann ich schlecht um Rat fragen. Ich könnte höchstens nach Rat in ihren Büchern suchen, wenn sie denn welche geschrieben haben. Wenn ich praktischen Rat brauche, frag ich meistens Freunde und Bekannte in meinem Umkreis. Wenn es um Lebensfragen geht oder Fragen philosophischer Natur, das mache ich mit mir selber aus. Ich bin inzwischen so alt, habe so viel gesehen, gehört und gelesen, dass ich die Antwort auf diese Fragen meist kenne, auch wenn ich sie, je nach Situation, manchmal nicht wissen will.
Ich bin ja immer auf der Suche nach Antworten und Lösungen, wie wir alle. Als ich heute Morgen aufstand, hatte ich Kopfschmerzen. Es war nicht genau auszumachen, ob es nur Kopfschmerzen waren, oder ob er sich in eine ausgewachsene Migräne verwandeln würde. Doch als ich die ersten 10 Minuten auf den Beinen war, war mir klar, dass es eine Migräne werden würde. Es war jetzt so lange nichts und jetzt geht das wieder los.
Ich habe mich gefragt, ob diese Migränewellen im Zusammenhang mit der Andropause stehen. Ich suchte danach und ja, in der Tat, das kann ein Symptom sein.
Also nahm ich zwei Tabletten, legte mich eine Weile hin und begann das Tageswerk erst später. So lange rezeptfreie Paracetamol in einer etwas höheren Dosis ihre Wirkung zeigen, sollte ich mich nicht beschweren. Ich mache mir immer wieder selbst Vorwürfe, dass ich zu viel von dem Zeug schlucke, doch seit einer Weile vermerke ich immer im Kalender wann ich welche nehme. Daraus geht hervor, dass die Einmahne sehr unregelmäßig ist. Es gibt Zeitabschnitte in denen über Monate hin nichts ist und dann treten sie wieder verstärkt auf.
Ich schrieb endlich das leidige Datenblatt fertig, was diesmal nicht so schlimm war, aber halt gemacht werden muss. Dabei entdeckte ich in einem unscheinbaren Umschlag, Briefmarken von 1995! Es sind zwei Serien von vier Stück, die zusammen jeweils ein Bild ergeben. Sammelt jemand meiner geschätzten LeserInnen Briefmarken? Sie sind aus Luxemburg und damit eher selten.
Am Nachmittag begab ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Präsent für einen Geburtstag. Am Abend war ich nämlich bei einer Freundin und Kollegin, die B., aus Saarbrücken eingeladen. Ich ging in den kleinen Laden, der noch vor ein paar Monaten mitten im der Stadt war, jetzt befindet er sich in meinem Viertel. Sopilipili ist ein kleiner exklusiv Laden mit tollen Unikaten und jeder Menge an Ideen für Geschenke zu absolut vernünftigen Preisen. Ich ging rein und war binnen 5 Minuten fündig geworden.
Kurz nach 16:00 Uhr fuhr ich los weil ich befürchtete in der Feierabendverkehr zu kommen. Doch dank dem Brückentag war die Sorge unbegründet. Die B. hatte ein Restaurant und Hotel entdeckt, das ich nicht kannte, das aber von den Fotos her schon mal sehr ansprechend aussah. Gasthaus Schloss Saareck.
Leider habe ich es verpasst mehr Fotos zu machen auch vom Essen, dass nicht sternewürdig, aber sehr gut war. Da geh ich auf jeden Fall noch mal hin.
Wieder daheim, ging ich noch kurz durch die Innenstadt und machte ein paar Fotos. Eines davon ist ganz gut geworden.
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Was ist dein Lieblingsfeiertag? Warum?
Ha! Sehr gute Frage! Es wäre Weihnachten wenn ich das im Hochsommer feiern könnte, so wie ich das zweimal in Australien gemacht habe. Das war wunderbar. Da ist nix mit Besinnlichkeit, Dunkelheit und Kälte. Das ist wunderbares Essen draußen mit Sonne und in einem Jahr sogar mit Swimmingpool. Da gibt es auch ein Foto:
Das sind inzwischen fünf Jahre her. *Seuftz*
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Und dann wäre da noch etwas. Ich fand es heute per Zufall heraus. Ich überprüfe nicht regelmäßig meine Linkliste, nur sehr sporadisch. Genauso wenig tun das andere. Ich mache es also niemandem zum Vorwurf, sonst müsste ich mich selber an den Ohren ziehen. Der Link vom Blog des Fräuleins, führt bei mir zum Web Archive. Bei Frau Brüllen steht immer noch der direkte Link readonmydear.com . Er war lange nicht aktiv und stand zum Verkauf. Jetzt jedoch ist er wieder aktiv und mit ein paar alten Texten des Fräuleins versehen aber irgendwie so ‚ohne alles‘. Es ist nicht mal ein richtige Mirrorseite davon. Da ich nicht an das Übernatürliche glaube und das Fräulein ganz sicher nicht aus dem Jenseits bloggt, wüsste ich gern, was das soll und wer dahinter steckt.
Heute möchte ich mal über eine Buchstabenabfolge sprechen, LGBTIQ+. Ich gehöre dieser Community auch an. Auslöser war die Cover Story, die ich für queer.lu geschrieben habe. Darin ging es um den Mitbegründer und ersten Präsidenten von Rosa Lëtzebuerg, der inzwischen 25 Jahre verstorben ist. Er war ein Aktivist mit Leib und Seele. Er setzte sich für die Rechte der Lesben und Schwulen ein, also für das L und das G und logischerweise dann auch für das B. Später kam dann das T noch dazu, und ab da, fängt es an kompliziert zu werden. Das I und das Q machten es dann noch verwirrender. Versteht mich nicht falsch, für mich ist es nicht kompliziert, aber für alle, die sich nie mit dem Thema auseinandergesetzt haben.
Hier einmal alle Buchstaben kurz erklärt: L= Lesbisch G= Schwul (Gay) B= Bisexuell T= Trans (Transgeschlechtlich oder Transgender) I= Intergeschlechtlich (Menschen mit körperlichen Geschlechtsmerkmalen, die nicht eindeutig männlich oder weiblich sind) Q = Queer und/oder Questioning („Queer“ ist ein Sammelbegriff was von den Mehrheit, sprich Cis und Hetero, abweicht. „Questioning“ steht für Menschen, die ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität noch hinterfragen) + = Steht für alle weiteren Identitäten und Orientierungen, die nicht explizit in der Abkürzung genannt sind.
Die drei ersten Buchstaben, LGB stehen für sexuelle Identitäten. T und I stehen für Geschlechtsidentitäten, das Q steht wiederum für alles.
Gut daran ist, dass LGBTIQ+ Organisationen ein Sprachrohr für alle diese Menschen ist und eine Anlaufstelle, wenn sie nicht mehr weiter wissen.
Schlecht daran finde ich, dass die breite Masse nicht versteht, dass diese Buchstabenabfolge zwei völlig verschiedene Dinge behandelt und sie erstmal nichts miteinander zu tun haben, Jeder, wirklich jeder Mensch hat zwei Identitäten, die geschlechtliche und die sexuelle Identität. Die meisten Menschen sind Cisgeschlechtlich , sprich als Mann oder Frau geboren und sie erkennen dieses Geschlecht für sich an. Das sagt aber nichts über ihre sexuelle Identität aus.
Ich mache es jetzt noch verwirrender. Ein Mann oder eine Frau, die von Anfang an wissen, dass sie nicht im richtigen Körper geboren wurden beziehungsweise mit dem falschen Geschlecht auf die Welt gekommen sind und nach vielen Mühen, eine Transition vollzogen haben und jetzt zu sich und ihrem Körper stehen können, wechseln mit der Transition, auch meistens die sexuelle Identität, obwohl sie sich per se nicht ändert. Ich sage meistens, denn es gibt Ausnahmen. Ein Beispiel: Ein Cis Mann, der eine Cis Frau geheiratet hat, und anschließend eine Transition vollzogen hat, also zur Trans-Frau wurde, aber immer noch mit der gleichen Frau zusammen ist, wechselt automatisch von hetero zu lesbisch. Die Partnerin übrigens auch. Man könnte aber davon ausgehen, dass beide bi- oder pansexuell waren, vielleicht sogar asexuell. In dem Fall würde die sexuelle Identität nicht ändern.
Ihr seht die Verwirrung?
Wie man das beseitigen kann, weiß ich leider auch nicht. Ich glaube, dass die meisten Menschen, die sexuellen Identitäten verinnerlicht haben, auch dann, wenn sie sie ablehnen und z.B an Homophobie leiden. Ein Lösung wäre demnach, der geschlechtlichen Identität mehr Bedeutung beizumessen als der sexuellen, denn letztendlich ist es egal, wen man liebt und mit wem man Sex hat. Doch damit würde man viele aktuelle Probleme ignorieren, denn die Gesellschaft rudert zur Zeit in all diesen Bereichen rückwärts, und das ist sehr beängstigend.
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Kommen wir zur Tagesberichterstattung.
Nachdem ich den Text oben fertig hatte, und er nahm mehr Zeit in Anspruch als gedacht, hüpfte ich unter die Dusche und machte mich tages- und ausgehtauglich.
Ich hatte gestern kurz von den Traumpfad gesprochen, den ich begehen wollte. Heute hatte ich Zeit dafür. Little did I know…
Dieser Pfad befindet sich nicht weit von Virton entfernt.
Ich stellte den Wagen etwas oberhalb des ‚3 Lacs‘ ab und ging den Rest der Strecke zu Fuß, denn von dort aus war die Straße gesperrt. Es waren mehr Menschen unterwegs als ich erwartet hatte. Ich ließ sie überholen, denn ich wollte die Natur genießen. Schließlich war hochsommerliches Wetter und dass ich nicht alleine dort sein würde war mir klar.
Als ich dann am Pfad ankam standen dort noch sehr viel mehr Autos und mir schwante Fürchterliches. Ich kam an den Schild vorbei, das ich schon im Internet entdeckt hatte, dort aber wegen der schlechten Qualität des Fotos nicht lesen konnte. Jetzt konnte ich. Ich habe das mal übersetzt:
Das lothringische Gaume-Gebiet, mit seinen sanften, märchenhaften Wäldern, seiner romantischen Architektur und seinen außergewöhnlichen Legenden, ist eine Quelle der Inspiration und Kreativität. Künstlerinnen und Künstler, „Traumfänger“ genannt, haben sich von diesem Ort verzaubern lassen und dort Skulpturen, Land-Art-Installationen, Anamorphosen sowie lebende Weidenstrukturen geschaffen.
Das war mir schon klar gewesen dass es sich um Kunst im Wald handelt. Aber jetzt kommt‘s:
Wir befinden uns hier im Tal der Zigomars. Wer sind die Zigomars? Kleine Waldkobolde, die die Feen beschützen, die sich ganz in der Nähe niedergelassen haben? Wenn ihr sie treffen möchtet, kommt zum Fest am 1. Mai, das jedes Jahr in ihrem Versteck etwas weiter oben gefeiert wird. Dort könnt ihr ihre köstliche Erbsensuppe und ihr besonderes Getränk, den Zigomar, aus Waldmeister und Apfelwein probieren. Ihr werdet dem Charme erliegen – ganz sicher!
Die Gegend ist also das ganze Jahr über ein stiller Ort der Kontemplation nur zum 1.Mai nicht? Und ausgerechnet dann trete ich an! Aber wenn ich schon dort bin wollte ich sehen was ausgestellt ist. Das lothringische Gaume Gebiet war mir ebenfalls ein völlig neuer Begriff. Später las ich, dass es hier einen Zusammenschluss von 35 kleinen Gemeinden gibt, grenzüberschreitend von Frankreich und Belgien und dass es von der EU abgesegnet wurde.
Kommen wir zu den Fotos des eigentlichen Pfades, der ganz schön ist, aber nicht sehr lang.
Nach dem Kobold kam eine kleine Lichtung mit einer Menschenmasse. Im ersten Moment überlegte ich mir, warum eigentlich nicht, doch als ich näher kam, entschied ich mich anders. Ich sah gleich zwei Mütter die ihre Kinder mit schallenden Ohrfeigen versorgten und es ging ein riesiges Geschrei los. Ich machte auf der Stelle kehrt.
Ich ging, nach dem Pfad, nicht den asphaltierten Weg zurück, zwischen Bäumen im Schatten. Es kamen mir weiterhin viele Autos entgegen und ich war froh, dass ich nicht dort geblieben war:
Ich fuhr heim.
Am Abend sah ich mir die beiden Schnelldurchläufe der Vorentscheidung vom ESC an.
Hmm! Da ist nichts dabei was mich von Hocker haut. Island eventuell? Das von Luxemburg kenne ich schon auswendig weil es hier rauf und runter läuft. Aber vielleicht war ich auch nicht in der Stimmung. Es ist, bis auf ein paar Ausnahmen, viel Geschrei.
Als ich am Morgen so vor mich hin mäanderte, kam mir ein Gedanke. Gibt es bereits Forschungen, die sich mit der der Reduzierung der Aufmerksamkeitsspanne beschäftigen insbesondere wenn man Shorts auf Tik Tok, Insta und Co. in größeren Mengen konsumiert? Ich stelle das zumindest an mir ein wenig fest, mal davon angesehen dass ich wertvolle Zeit vertrödele. Ich habe immer weniger Geduld mir langen Content oder Spielfilme anzuschauen und befürchte, dass meine Aufmerksamkeitsspanne sich auf das Niveau einer Stubenfliege reduzieren wird.
TikTok und ähnliche Apps aktivieren in unserem Gehirn unser neuronales Belohnungssystem, das Botenstoffe ausschüttet, die den weiteren Konsum motivieren. Die kurzen Videos trainieren unser Gehirn, sich schnell wechselnden Umgebungen anzupassen. Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit langfristig und in reizärmeren Umgebungen aufrechterhalten zu können, verliert so an Relevanz. Unsere Aufmerksamkeitsspanne schrumpft ebenso wie unsere Geduld.
Aha! Also trügt mein Gefühl mich nicht. Mein Gehirn funktioniert eh schon so, dass es sich wechselden Umgebungen sehr schnell anpasst, weil das vom Job her gefordert wird. Das muss nicht noch durch den anderen Mist beflügelt werden. Tik Tok habe ich eh nie genutzt, da mir das von Anfang an zu blöd war. Aber YouTube und IG reiten inzwischen auf der gleichen Schiene. Ich werde sie wohl als App abschaffen müssen, falls ich keine andere Lösung finde, wie z.B. eine App, die sie allesamt bündelt und das Ungewollte herausfiltert. (Das wäre doch DIE Geschäftsidee!)
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Angedacht, an dem freien Tag, war eine kleine Wanderung auf einen Pfad, einem sogenannten Traumpfad, den ich noch gar nicht kannte und den ich irgendwann mal fand und auf Google Maps abgespeichert hatte. Doch dann erinnerte ich mich, dass ich auch noch sehr leidige Büroarbeit zu verrichten hätte, die nicht besser wird, wenn sie liegen bleibt. Also verschob ich den Ausflug und setzte mich an den Schreibtisch. Zwischendurch kamen haufenweise Anfragen und Nachrichten, alle beruflicher Natur, die keinen Aufschub duldeten.
Und dann kam die Nachricht die alles ein wenig über den Haufen warf und bei der ich letzten Endes froh war, dass ich nicht wandern war. Ein nahestehender Freund verlor gestern, ohne jegliche Vorwarnung, seinen Vater. Ich las es auf FB und schickte ihm sofort eine private Nachricht, dass er sich melden solle, wenn er nicht allein sein möchte. Er sagte sofort zu.
Alles was dann am späten Nachmittag folgte, muss leider privat bleiben, obwohl es ein Freund ist, der regelmäßig hier mitliest und auch schon erwähnt und abgelichtet wurde.
Später schickte die D. mir ein Foto von dem Ort wo sie heute ankam.
Kenner wissen wo das ist, oder lesen was auf dem Hochsitz geschrieben steht.
Als ich wieder in meinen vier Wänden war, trat ich raus auf den Balkon und war, wie so oft verzaubert von dem klaren Himmel.
Nein, es war keine Sternschnuppe, die da vorbeiflog, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht. Es war etwas viel weltlicheres.
Gestern fragte mich jemand wie gut der 25 fache Zoom der Kamera vom Smartphone wirklich ist. Ich habe dafür mal zwei Fotos zum Vergleich gemacht. Hier ein Foto vom Balkon im Weitwinkel. In der Mitte befindet sich ganz hinten ein Balkon den man auf dem Foto nur erahnt.
Von genau der gleichen Stelle aus ein Foto mit 25-fachem Zoom:
Es ist schon sehr beeindruckend was die Kamera von einem Smartphone heute kann. Und jetzt macht das auch wieder mehr Spaß zu fotografieren.
Kurz nach Mittag zog ich los um Einkäufe zu besorgen. Ich brauchte Kaffeebohnen, denn nach der letzten morgendlichen Tasse Kaffee tummelten sich nur nich ein paar wenige Bohnen in der Maschine.
Wieder daheim las ich ein wenig und schlief noch mal ein. Als ich erwachte war es fast schon an die Zeit die nächste Dienstrunde anzutreten. Und so war der Tag schneller vorbei als gedacht.
Wieder daheim strahlte der Mond in einer sehr dünnen Sichel aber er leuchtete auch irgendwie ganz.
Das war sehr schön auch weil jetzt die Zeit beginnt, in der die Arbeit einen Rhythmus bekommt und es von den Arbeitszeiten her nicht mehr komplett unregelmäßig ist.
Ich stand früh auf und schrieb erst mal das lange Posting von gestern fertig. Ich hatte nach so vielen Tagen fast vergessen, wie Bloggen geht. Zudem putzte und wienerte ich das alte Handy auf Hochglanz, stellte sämtliche Einstellungen zurück und löschte alle Daten. Ich hatte schon länger mit der Idee geliebäugelt; letzte Woche Freitag huschte ich zur Post und kaufte ein Neues. Warum ich das gemacht habe? Weil ich in letzter Zeit unzufrieden war, was die Kamera betraf. Jetzt habe ich eine mit 25-fachem Zoom.
Gegen 11:00 erschien der M, mit dem ich die lange Reise nach Liechtenstein bestritten hatte, und holte das alte Handy ab.
Um 13:00 Uhr hatte mein Wägelchen einen Termin in der Garage. Die Sommerreifen sollten aufgezogen werden und die jährliche Inspektion war fällig. Zudem musste ich neue Sommerreifen kaufen, denn die alten waren vom Profil abgefahren. Es würde also länger dauern. In der Garage meinte man, dass ich mindestens bis 17:00 Uhr Zeit hätte.
Da das Wetter wieder so schön war, beschloss ich mit der D., eine größere Wanderung zu machen. Wir gingen einen Weg, den ich vor mehreren Jahren zum gegangen war, von Dommeldange aus zurück in die Stadt. Wir trafen uns auf der roten Brücke, nahm dort die Zahnradbahn ins Tal und fuhren eine Station mit dem Zug zurück. Von dort aus wanderten wir dann an den Schienen vorbei bis zum Park Laval. Eine Strecke, die ich schon als ganz ganz kleiner Junge gelaufen bin zusammen mit Onkel Nicolas. Es folgen Fotos:
Der komplett neu angelegte Spidolsgaart, der noch eine große Baustelle das letzte mal war. Die Skulptur De midde Waasserdréier (der erschöpfte Wasserträger) ist von Menny Olinger.
Das Foto oben braucht eine Erklärung. Am 7. Mai wird zum ersten Mal die LUGA stattfinden. LUGA steht für Luxemburger Gartenausstellung. Eine temporäre Open-Air Ausstellung in Luxemburg und Ettelbrück, (wo sich die Luxemburger Ackerbauschule befindet) mit urbanen Gärten, Landschafts- und Kunstinstallationen, landwirtschaftliche Projekte und Lebensräume.
Das gesamte Petrusstal wird miteinbezogen und an manchen Stellen konnte man hinter die Absperrungen lugen, um sich ein Bild davon machen.
Von diesen eisernen Kisten fand ich mehrere. Zwei davon habe ich abgelichtet. Sie gehören sicherlich zu einer Kunstinstallation, von der noch nicht genau gewusst ist, was sie zu bedeuten hat.
Hinter dieser Mauer verbirgt sich ein Container, der ein wenig umgebaut wurde und jetzt als Touristen Wohnung vermietet wird. Leider war er nicht von innen zu besichtigen.
Made by D.
In der Jugendherberge gab es eine Erfrischung in Form einer Limonade. Und anschließend war es auch schon Zeit für mich zurück zur Garage zu fahren, um das Auto abzuholen. Ich nahm den Bus bis zum Bahnhof und von dort aus einen anderen Bus hinaus zur Bourmicht, wo sich die Werkstatt befindet.
Ich verabredete mich mit der D zum Abendessen in der Stadt. Da ist Montag war, war die Auswahl um einiges kleiner, denn vieles ist am Montag geschlossen. Doch die Osteria hat immer geöffnet.
Wir hatten beide so Hunger, dass wir über die Teller herfielen wie die Wölfe. Demnach gibt es heute zum ersten Mal ein Foto mit Tellern die schon zum Teil abgegrast sind.
Donnerstag und Freitag waren arbeitsreich und demnach nicht fürs Blog bestimmt. Nur so viel, das Stück ist ein kleiner Knaller und hat in der Luxembourg Times eine schöne Kritik bekommen.
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Aber dafür war der Samstag ein toller Tag mit einer Unternehmung, die nicht alltäglich ist. Ich flog mit der G. und zwei Piloten vom Sportfliegerclub über Frankreich, Belgien und Luxemburg.
Die MoselEin Hafen bei ThionvilleCattenomWunderschöne Rapsfelder
 Der erste Zwischenstopp war in Chambley. Es ging bei dem Flug auch darum, die Tankkarte auszuprobieren. Man kann auf jedem kleinen Aerodrom den Flieger auftanken, aber dafür braucht man eine spezielle Tankkarte. Sonst könnte ja jeder kommen und sich kurz mal eben ein paar Liter Kerosin mitnehmen.  Was ich nicht wusste, ist dass Frankreich voll von solchen kleinen Landeplätzen ist.
Ich sah seit ewigen Zeiten mal wieder Schlüsselblumen. Als Kinder pflücken wir die zu Hauf und brachten immer kleine Sträuße davon mit nach Hause.
Der zweite Flug führte uns nach Verdun. Die meisten werden den Namen des Ortes kennen wegen der großen Schlacht, die dort stattfand.
Das Monument um die Schlacht aus dem ersten Weltkrieg sieht aus der Luft schon sehr beeindruckend aus. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie dort war.
Weiter ging es dann nach Sedan.
Dort sahen wir auch zwei kleine Flieger, wahrscheinlich mit Schülern. die touch and go übten. Das bedeutet, landen, ein paar Meter über dem Boden rollen und wieder abheben.
Ein Windrad wird aufgebaut.
Anschließend ging es zurück nach Luxemburg, wo wir eine Weile über der Stadt kreisen mussten bis wir die Landeerlaubnis bekamen.
Kirchberg gut zu erkennen an den drei ‚Goldbarren‘. Die Kathedrale und der Pont Adolphe über den just eine Trambahn fuhr.
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Am Sonntag dann, war eine Nachmittagsvorstellung und anschließend fuhr ich zum Parc Belair wo die die D., die N., die S. und die A. saßen. Das Wetter war den ganzen Tag so schön gewesen und war auch abends noch so mild, dass man Urlaubsgefühle bekam. Es gab zum ersten mal dieses Jahr den Sommerdrink Rosé Piscine.
Der Dienstag sowie der Mittwoch waren Tage die ausschließlich mit Arbeit vollgepackt waren, und müssen im Blog, so wie die Hunde vor der Metzgerei, draußen bleiben.
Nur am Mittwoch Morgen gab es einen kleinen Lichtblick mit dem Markt, auf dem ich erstmal meine Obstvorräte auffüllte, da war daheim gar nichts mehr vorhanden. Anschließend gab es einen Kaffee im Renert mit der D. und danach eine Fahrt ins benachbarte Ausland in eine Drogerie.
Wieder zurück legte ich mich eine Weile hin, weil es am Abend wieder sehr spät werden würde. Wurde es auch…
Ich habe in den letzten Jahren schon so oft über diesen traditionellen Markt der Aulenbäcker geschrieben, der immer am Ostermontag stattfindet , hier und hier und hier, dass ich das nicht nochmal machen werde. Die D. und ich waren jedenfalls da.
Ich kaufte kein Peckvillchen sondern erstand eine Tasse der Fondation Kräizbierg, von der es ein Foto weiter unten gibt. Da ist das Geld zumindest für einen guten Zweck.
Wir waren mehr als zeitig losgezogen, weil es ab 10:00 Uhr kein Durchkommen mehr durch die Menschenmassen gab und ich vertrage das immer weniger gut. Wie immer begegneten wir vielen Bekannten. Kurz nach 10:00 setzten wir uns kurz auf eine Terrasse für einen Kaffee und dann war mein Pegel schon kurz vor dem oberem Anschlag für Gemenschel. Ich verabschiedete mich von der D. Zudem war es ziemlich kalt, wenn die Sonne nicht schien.
Da ich aber nicht heim wollte, beschloss ich in die Alte Heimat zu fahren, in der sicherlich das eine oder andere Lokal geöffnet hätte. Dem war auch so. Aber es war auch erstaunlich ruhig. Kein Vergleich mit dem was hier vor 20 und mehr Jahren abging.
Ich bekam einen Tisch im Steak House. Sie hatten Spargel als Empfehlung, von dem ich noch nicht so viele hatte dieses Jahr. Mit Räucherlachs hatte ich sie schon oft, aber noch nie gebratenem Lachs:
Von dem was ich so an dem Nebentischen vernehmen konnte, war in der kleinen Stadt, zumindest bei ein paar älteren Damen, die Aufregung groß, weil der Papst am Morgen ins Gras gebissen hatte. Sorry, für die Despektierlichkeit, aber ich halte nicht viel von Gottes kirchlichen Vertretern auf Erden. Ich sah wieder viele bekannte Gesichter, auch einige die ich nicht unbedingt sehen wollte, aber das ist eine andere Geschichte.
Nach dem Essen fuhr ich zurück.
Hier ist die Tasse. Sie wird nur zu Ostern zu Ehren kommen:
Am Abend schaute ich mir auf ONE den wunderbaren Film The Straight Story von David Lynch an. Für mich einer der schönsten Filme, die er in seiner gesamten Karriere gemacht hat. Es ist die Geschichte von Alvin Straight der, weil er keinen Führerschein hat, mit einem Rasenmähertraktor von Iowa nach Wisconsin fährt, um seinen Bruder zu sehen und sich mit ihm auszusöhnen. Ein Road Movie der sehr langsamen Art, wunderschön und herzergreifend. Schaut ihn euch an, solange er in der Mediathek verfügbar ist. Er wird viel zu selten gezeigt.
Aber vorab noch etwas in eigener Sache. Was ich schon vor einer Woche hätte posten sollen es aber irgendwie verwurschtelt habe: Die neue Queer.lu ist raus mit der Coverstory die meine Wenigkeit geschrieben hat. Für meine Luxileser gibt es sie kostenlos Rainbow Center. Die anderen müssen sich noch ein wenig gedulden.
Sobald sie online ist werde ich sie verlinken.
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Kommen wir zur Tagesordnung. Der Ostersonntag. Ein kurzes Gespräch, dass ich am Samstagabend auf der Feier mitbekam, war, dass ein paar von den Gästen stöhnten, weil sie an großen Familienfeiern teilnehmen müssten. Ich kann das einerseits nachvollziehen, andererseits würde ich mir nichts sehnlicher wünschen, als dass ich auch wieder an einer großen Feier meiner eigenen Familie teilnehmen könnte. Mein Rat: macht es so lange, wie es möglich ist, auch wenn es euch noch so sehr auf die Nerven geht, denn irgendwann ist Schluß damit.
Mein Ostersonntag fing mit einem Spaziergang durch ein Naturschutzgebiet an, die D. und ich machten eine Runde zum Giele Botter.
Los ging es mit einer Begegnung mit Vierbeinern:
Ich war 2007 an einem Kunstprojekt beteiligt, das in diesem Gebiet stattfand. Es gibt Fotos davon und ich sah noch sehr anders aus:
200720072007
So viel zur Vergangenheit. Ich war seither nicht mehr dort und wollte sehen wie es heute aussieht. Es folgen viele Fotos:
Auf dem Weg durch den Wald, kamen wir an eimem Pfadfinderhaus vorbei, wo sich auch ein sehr alter Spielplatz befand. Das „Karussell“ oben erinnerte mich an meine Kindheit. Es gab etwas ähnliches in meiner Alten Heimatauf dem Spielplatz, war aber nicht im Boden verankert, sondern hatte ein breites Kreuz als Stand. Unter einen der Füße, legten wir dann einen großen Stein damit es leicht schief steht. Dann wurde es zum einem Karussell das hoch und runter ging, wie auf der Kirmes. Auch die Schaukel unten mit dem festen Eisenstangen, statt Gliederketten katapultierte mich in die früheste Kindheit zurück.
Da das Gebiet wie ein Berg ist, der im Tageabbau abgetragen wurde und dadurch ein Tal entstand, muss man egal von welcher Seite man das Aral besucht, erstmal bergauf gehen. Es liegt zwischen drei Ortschaften und ich hatte die ausgewählt in der der Weg bis hinein, am weitesten war, was aber nicht meine Absicht war. Aber es war auch die richtige Entscheidung, denn wir waren fast allein unterwegs.
Auf dem Weg zurück beschlossen wir ins Pavillion Parc meines Viertels zu gehen. Es war inzwischen recht frisch geworden. Im Parc Belair gab es eine neue Fotoausstellung mit Portraits, die die „Wahrheit“ zeigen. Eines davon war Spiegel:
Wir aßen ein Kleinigkeit zu Mittag, das ich nicht abgelichtet habe.
Eigentlich wird jetzt erwartet dass ich, nach dem gestrigen Posting, über gruselige Zahngeschichten berichte, mit viel Blut und markerschütternden Schreien. Nein. Es ging alles ruhig von Statten. Der Zahn ist nicht mehr zu retten, es muss ein neuer her. Er wurde vor über 20 Jahren einer Wurzelbehandlung unterzogen und ist nun definitiv hinüber. Aber der Zahnarzt entdeckte aber noch zwei weitere Dinge die nicht in Ordnung waren, die mein alter Zahnarzt schon hätte viel früher in Angriff hätte nehmen müssen. So gibt es an einer Stelle ein schwerwiegendes Problem, das er nie angesprochen hat und nicht mehr in Angriff nehmen wollte, weil er wahrscheinlich keine Lust mehr hatte. Ich ging mit einem einerseits traurigen Gefühl aus der Praxis, andererseits bin ich fuchsteufelswild auf den Zahnarzt dem ich fast 30 Jahre vertraut habe, denn das Problem besteht nicht erst seit gestern.
Mit diesen dunklen Gedanken fuhr ich zurück. Ich hatte Mühe den Schalter im Kopf umzulegen, denn geplant war ein schöner Tag mit ein Menschen die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte.
Doch als ich im Hêtre ankam, den kleinen Hof sah mit seiner schönen Aussicht sah, war alles verflogen. Ich hatte einen Tisch für mich und die Arbeitskollegin bestellt, mit der ich das große Theaterprojekt bestreite und später sollte noch eine weitere Kollegin hinzukommen, die ich über Monate nicht gesehen hatte.
Wir saßen draußen und ließen es uns sehr gut gehen.
Oben Tataki vom Thunfisch, ich hatte Dorade. Dazu gab es einen herrlichen Pinot Gris, von Cep d Or, einem Weingut dem ich das nicht zugetraut hätte.
Gegen 17:00 war ich wieder in der Wohnung und legte mich kurz für eine Weile hin.
Später ging es dann auf eine Geburtstagsfeier, denn die A2, (nicht die A mit Blue, sondern die A mit schwarzem Schäferhund Arris) hatte mich eingeladen.
Viele Menschen, viele Begegnungen und sehr viele Gespräche. Gegen 23:00 war ich fix und foxi.
Ein weitere langer Tag in einer großen Produktion die,was mich angeht, gar nicht so heftig ist. Es aber wegen dem Volumen an Arbeit aus allen Abteilungen, gibt es viel zu diskutieren zu planen und zu organisieren und das kostet Zeit.
Und dann kam der Moment, der gesetzlich so vorbestimmt ist, dass er Abends spät, möglichst an einem Freitag UND !!!sehr wichtig!!! vor nicht einem, sondern ZWEI Feiertagen kommt. Mir brach ein großes Stück von einem Eckzahn weg! Ja, meine Damen und Herren, das muss so sein!
Die zweite große Unbekannte bei der Aktion war, aber das wusste ich schon seit zwei Monaten, zu welchem Zahnarzt gehen? Bei der letzten Zahnkontrolle eröffnete mir mein Zahnarzt, dass er in Rente gehen würde. Ich hatte mich noch nicht darum gekümmert einen Neuen zu finden, weil die nächste Kontrolle wäre erst Anfang September. Aber wie gesagt, das muss alles so sein.
Eine Kollegin riet mir ihre Gemeinschaftspraxis anzurufen, denn die hätten auch am Samstagmorgen geöffnet.
Und da ich das hier ja am Samstagmorgen schreibe, kann ich bestätigen, dass ich einen Termin bekommen habe. Folgt mir für weitere spannende Geschichten über Zahnlücken und Co.
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Vielleicht überrascht es wenn ich sage, dass ich nebst all der Elektromusik, die ich tagein tagaus höre, auch ein Fan von Lenny Kravitz bin. Hier zeigt er sein Heim in Paris, wo er die meiste Zeit lebt. Das ist schon sehr WOW!
Ich bin in den Endproben. Das Stück ist vom Kaliber her einige Nummern größer und verlangt mehr Aufmerksamkeit, als so manches Stück davor. Da bleibt wenig Zeit für andere Dinge. Darum gibt auch mal wieder eine Tagesfrage etwas weiter unten.
Den Mittwoch verbuchen wir unter viel Gerenne, hin und her, auf und nieder, immer wieder… Ich war am späten Nachmittag bereits so platt, dass ich mich hätte ins Bett legen können.
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Der Donnerstag verlief nicht viel besser, aber es gab zusätzlich auch eine Reihe von privaten Terminen. Der Erste war gleich früh am Morgen mit einem Installateur. Ich habe nämlich beschlossen, dass ich eine neue Heizung bekommen soll. Meine ist über 30 Jahre alt und entspricht gar nicht mehr den Normen. Das wird, wenn der Preis nicht ins Unermessliche geht, die größte Anschaffung für dieses Jahr. Der Installateur machte mich aber auf ein paar Dinge aufmerksam die vom Haus her auch nicht ganz konform sind, und wenn, müsste da auch etwas gemacht werden, was aber auf Kosten der Allgemeinheit geht. Da wir aber da auch finanziell schon andere Baustellen bedienen, wird es eine Kostenfrage werden ob das überhaupt dieses Jahr machbar ist. Es hängt also von mehreren Faktoren ab, ob ich eine neue Heizung bekomme oder nicht. Ich bin gespannt.
Gegen 11:00 ein Friseurtermin. Ich hatte das Gefühl dass meine Haare noch mehr gewachsen sind in den letzten drei Wochen, als davor, Aber der Friseur meinte, dass der Schein trüge. Wahrscheinlich hat er recht.
Für Mittag hatten die PR J. und ich schon von langer Hand geplant, dass wir ins Romader essen gehen. Ich war schon ewig nicht mehr dort gewesen. Ich hatte mit Lasagne Salsiccia bestellt.
Sie war sehr gut, aber auch sehr teuer. Ich bin nicht gewillt für Pasta den gleichen Preis zu zahlen, wie anderweitig für Fisch oder ein Filetstück. Auch der Nachtisch schlug mit einem sehr hohen Preis zu Buche. Nee sorry, für mich kein Roma mehr, so gut es auch geschmacklich war und der Service einwandfrei, aber Nudeln sind Nudeln, „an ech hu net de Geldschësser.“
Danach begann ein langer Tag „unter Tage“. Der Maskenraum im Kapuziner befindet sich nämlich im Keller. Vom Wetter aber kein Problem, weil es wieder viel kälter und regnerisch geworden war.
Kurz nach 21:00 war wieder im trauten Heim.
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Beschreibe eine Entscheidung, die du in der Vergangenheit getroffen hast und die dir geholfen hat, zu lernen oder zu wachsen.
Die Vergangenheit ist ja ein dehnbarer Begriff, denn sooo lange ist es noch nicht her, dass ich daraus gelernt habe und gewachsen bin. . Ich habe, seitdem ich für Queer.lu schreibe, so einiges dazu gelernt, was das Schreiben selbst angeht, aber auch über die LGBTIQ+ Gemeinschaft. Es geht hauptsächlich um eine Horizonterweiterung, die mir in manchen Themen schlichtweg fehlte. Aber es ließ mich auch Schlüsse ziehen, die dem LGBTIQ+ ein wenig kritisch…, nein das ist ist das falsche Wort, ein wenig andersdenkend, gegenüberstehen. Dabei geht es um den Blick von außen auf die Community und wie sie wahrgenommen wird. Über dieses Thema hatte ich auch eine längere Diskussion mit der D. schon vor einigen Tagen. Das Thema trottet mir seitdem im Kopf herum und ich werde darüber schreiben, aber dann wir es ein längerer Text, den ich ggf. anderweitig veröffentlichen werde.
Jetzt, da es schon Montag Abend ist, kommt mir der ganze Lichtenstein Abstecher wie ein seltsamer Traum vor. Es war stressig. Da wir nur den einen Vormittag und Mittag am Samstag frei hatten, war keine Zeit sich viel anzusehen oder einen Ausflug nach Feldkirch zu machen. Es ging alles so schnell. Aber zumindedt kann ich jetzt sagen dass ich in ZWEI Ländern war die kleiner sind als meines. Das andere war Singapur.
Denn Sonntag verbrachte ich somit weitgehend im Auto auf dem Weg zurück. Ich war mit dem Regieassistenten allein unterwegs, was sehr angenehm war. Am Abend war müde vom Nichtstun.
Ein Foto noch vom Samstagabend:
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Der Montag dann ging am Morgen schon mit durchdrehenden Rädern los. Hui! Nebst allerlei Gehechte zwischen zwei Theatern musste ich auch in den Baumarkt. Ich habe nämlich meine Liebe zum Dremel entdeckt. Damit arbeitete ich bis in den Nachmittag hinein.
Weil ich die letzten Tage aber nicht so gut geschlafen hatte, war meine Batterie schon um 15:00 platt. Ich fuhr heim, legte mich kurz hin und ging dann zur jährlichen Eigentümerversammlung unseres Hauses. Das ging so schnell von statten, wie selten davor. Ich hatte nämlich schon vor Wochen, alles zur Sprache gebracht, als ich als Kassenwart alle Konten überprüfte. Und da sonst keiner anwesend war außer ich und zwei andere Parteien mir dir Vollmacht übergeben hatten, konnte ich allein entscheiden was zu tun war.
Danach gab es das hier zusammen mit der A. und später der N. …
Ich schlief aus und erwischte so just noch das Frühstück.
Ich fuhr mit Kollegen aus dem Theater mit ins Zentrum von Vaduz. Sie fuhren dann weiter zu einer Gondelbahn, die auf einen Berg führt, worauf ich aber nicht wirklich Lust hatte.
Ich wanderte durchs Zentrum, das wirklich sehr übersichtlich ist.
Die Kirche von Vaduz. Sie sieht der von Schaan ähnlich. Das ParlamentVon Modern auf Alt.Hoch oben die richtige Burg und unten die Miniatur davon.
Ich ging ins Landesmuseum, den ich wollte dich ein wenig mehr über Lichtenstein erfahren.
Bei dieser großen Freitreppe lachte ich laut auf. Die Hirschgeweihe sind wahrscheinlich echt, aber die Köpfe nicht:
Der sogenannte Fastenteppich. Die erste Reihe oben ist aus dem Alten Testament, alle darunter aus dem Neuen. Die Geschichte Jesu in Bildern, weil früher viele Menschen nicht lesen konnten.Das Bild hängt auch im Theater. Der Jünglingsverein spielte am gleichen Ort schon in den 20ern Theater.Die Lichtensteiner Tracht. Ein Dirndl etwas hochgeschlossener und eine ganz andere Kopfbedeckung. Die Ahnengalerie des Fürsten. Ganz rechts hängt der aktuelle Fürst und sein Sohn.
Wieder draußen, ging ich durch die Fußgängerzone. Am Ende sah ich das Rathaus:
Ich begegnete einer Kollegin die sich das Kunstmuseum angesehen hatte. Wir saßen nich eine Weile auf einer Terrasse in der Sonne. Gemeinsam fuhren wir mit dem Bus zurück nach Schaan.
Es gibt dafür eine App, die ich schon in Freiburg hatte und die über die Landesgrenzen hinaus funktioniert auch in der Schweiz und in Österreich. Es hängt von Fahrverbund ab, alle sind noch nicht drin. FAIRTIQ schaltet man ein, wenn man den Bus, Zug, oder die Trambahn nimmt, und wieder aus, wenn man aussteigt. Die berechnet genau den Preis und bucht ihn von der Geldkarte ab ohne zusätzliche Kosten. Sehr bequem, einfacher geht es wirklich nicht.
Wieder in Schaan ging ich zum Spar Gourmet (das habe so auch nich nie gesehen) und aß einen Teller mit allerlei Salaten, den ich mir selbst zusammengestellt hatte. Er wurde aufs Gramm gewogen und kostete stolze 21 Schweizer Franken. Peng!
Am Abend gab es dann nich mal eine zweite und letzte Vorstellung. Und morgen geht es wieder heimwärts.
Wieder einer der Tage, an denen ich dienstlich über viele Stunden hinweg gefordert war. Verhältnismäßig wenig springt aus den Tagen für‘s Blog raus. Zugegeben, ich bin auch nicht hier zum Urlaubmachen, sondern dienstlich.
Aber ein paar Fotos gehen immer.
Was in diesen Fotos nie zum Ausdruck kommt, ist diese unglaubliche Wucht der Berge und dass sie wie im oberen Bild sehr weit himter der Kirche sind.
Im Theater in den Kulissen Ich bin kein Bierfan weil es mich schläfrig macht, aber das hier nach der Probe war sehr gut.
Ja, die Fahnen erinnerten mich daran dass ich endlich mein Jodeldiplom machen sollte. (Der erste der mir in die Kommentare schreibt, an wen ich mit diesem Satz dachte, hat meine Hochachtung verdient 😜)
Wir sind nicht mitten in Vaduz, sondern in Schaan, das nördlich davon liegt. Auf der Landkarte kann man aber nicht so genau ausmachen, wo das eine aufhört und das andere anfängt. Das Schloß von Vaduz sieht man von hier aus nicht.
Eine interessante Beobachtung am Morgen. Ich hatte gestern schon berichtet, dass ich ein ziemlich geräumiges Zimmer habe. Der Zugang zum Badezimmer, gleich neben dem Bett, verfügt aber über keine Tür. So merkte ich erst, als ich bereits unter Dusche stand, dass man mir durch ein Seitenfenster ungehindert beim Duschen zusehen konnte. Und es lief auch tatsächlich eine Frau vorbei, die aber keine Notiz von mir nahm.
Es ist alles sehr ländlich, quitschsauber und gepflegt hier. Durch den Aufbau, das Einrichten und die Proben blieb nicht wirklich Zeit sich in der Gegend umzusehen.
Ich ging jedoch einmal den steilen Berg hoch zu Hotel…puh! Das mach ich aber nicht noch mal! Google meinte ich bräuchte 14 Minuten dafür. Ha! Da war die Steigung nicht mit eingerechnet. Auch das Hinabgehen zurück zum Theater ging ganz gewaltig in die Knie, so sehr dass ich mich für die kommenden Tage weigern werde, dem Berg noch einmal hinunter zu gehen.
Ansonsten kann ich aus dienstlichen Gründen nicht viel berichten. Es war viel und lang und am Abend war ich froh, als ich in mein Bett konnte.
Ich schaltete den Fernseher ein und war erstaunt dass man in Liechtenstein sehr viele Programme bekommt, die es in Luxemburg nicht gibt, wie z.B. alle britischen Sender. BBC, ITV, u.a. Einen fand ich sogar ganz besonders interessant, weil ich den auf meinen Reisen noch nirgendwo gesehen hatte. INDIA TODAY. Ich war fasziniert wie hektisch und mit was für irrsinnigen blinkenden Bannern das Bild versehen war. Es gab eine Breaking News über die Festnahme eines Terroristen im Rahmen der Mumbai Attacken von 2008.
Es war ein langer Reisetag, der aber entspannt ablief, weil uns die Kollegen vorgewarnt hatten. Sie standen auf der A4 in Frankreich im Stau. Und so fuhren wir eine andere Stecke durch die Vogesen, die um einiges langsamer aber dafür malerischer war.
Nach gut 6 Stunden waren wir da.
Doch ich war auch ein wenig platt bei der Ankunft. Wir checkten im Hotel ein, einem alten Kloster das mit viel Liebe renoviert und eingerichtet wurde, ein klein wenig stylisch aber nicht zu sehr. Ich habe ein sehr geräumiges Zimmer bekommen. Abendessen im Hotel. Das war sehr gut aber auch sehr teuer, wie, so habe ich mir sagen lassen, fast alles in Lichtenstein.
Ich fing das hier schon Montag am späten nachmittag an zu schreiben, mit dem flauen Gefühl, dass es eh erst am Mittwoch gepostet wird.
Montag morgen war ich sehr früh wach, postete den Reisetag und schmiss die Wachmaschine an. Dann kam ein Anruf der alles umschmiss. Ich werde das was ich an Arbeitspensum für drei Tage geplant hatte, auf zwei Tage zusammenstauchen müssen. Also rannte ich heute schon mal kreuz und quer um alles zusammenzusuchen was gebraucht wird. Ich legte alle Termine um, was aber erstaunlicherweise kein Problem war. Und für einen Termin werde ich eine Kollegin bemühen müssen, weil ich mich nicht in zwei teilen kann.
Kurz vor 18:00 war ich k.o. und gönnte mir das hier:
Am Abend kontrollierte ich lediglich ob alles geplant ist, was ich für Dienstag vorhatte und war sehr schnell unter dem Federbett.
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Kleine Erinnerung an mich: Dienstag war der erste Tag an den ich erwachte und endlich das Gefühl hatte dass in den Nebenhöhlen alles wieder in Ordnung zu sein scheint. Ich roch Dinge die ich schon lange nicht mehr gerochen hatte, z.B. mich selbst. Das war schön.
Der Dienstag gestaltete sich strukturierter. Am Morgen eine Besprechung die genau das ergab, was ich vorausgeahnt hatte. Ich hatte mich schon im Kopf danach gerichtet es war keine Überraschung.
Ich hatte ja vor einigen Tagen von den Masken gesprochen. Das wird schon sehr klasse aussehen…
Gegen 17:00 hatte ich alles durch. Mehr kann ich nicht tun. Der Rest folgt am Montag.
Ich wollte eine kleine Luftveränderung, keine große, doch es erwies sich als… ich will nicht Fehler sagen, denn es war keiner, es war eher eine Unzulänglichkeit, die ich hätte vermeiden können wenn ich aufmerksamer gewesen wäre. Ich ging ins Bowary, weil ich auf einer Terrasse sitzen wollte . Doch an dem Abend waren ebenfalls zwei Lesungen bzw. zwei Buchvorstellungen. Die eine Schriftstellerin kannte ich seit langen Jahren. Sie war überglücklich mich zu sehen, denn sie hatte Angst dass niemand kommen würde. Sie hatte mir eine Einladung geschickt; ich hatte sie auch gelesen aber nicht mehr weiter daran gedacht. Dass ich jetzt dort erschien war, war reiner Zufall. Ich war so gar nicht im Modus für Lesung und zuhören, ich wollte alleine sein, mit meinen Gedanken und meiner Planung für die kommenden Tage. Doch ich gab mir einem Ruck. Zudem stellte ich mir vor, wie ich mich wohl fühlen würde, wenn ich in ihrer Lage wäre.
Das Buch ist autofiktional, so beschreibt sie es selbst und es geht um ein Jahr in dem sie in Südfrankreich gelebt hat. Sie beschreibt die Zeit als eine Herausforderung und ein Kampf obwohl es die Erfüllung eines Traumes sein sollte. Ich kaufte das Buch.
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Die nächsten Tage werde ich in einem Land verbringen das kleiner ist als das, in dem ich lebe. Das kam erst ein einziges mal vor, als ich in Singapur war. Das hier ist aber nicht so weit weg.
Ich ging den Sonntag sehr langsam an weil die Fresserei am Samstag war dann doch heftig. Zudem hatte ich genug zu schreiben und zu posten von Tag davor. Aber das sind die Postings die mir Freude machen, denn der Alltagskram immer wieder neu und frisch zu beschreiben ist mitunter schwierig, zumal dann wenn so gar keine Inspiration da ist.
Ich ging hinunter zum Bahnhof und kaufte im dem Automatenladen Stephans Käsekuchen. Ich hätte ihn auch am Samstag auf dem Markt kaufen können, doch dann hätte ich ihn noch elend lange mit herum schleppen müssen. Anschließend fuhr ich nach Bad Krozingen zu dem S. dass wir uns noch ein letztes mal sehen.
Dann trat ich die Fahrt heim an. Ich hatte die gleiche Route aber die App zeigte mir eine andere Aufladestelle als das letzte mal und die war, na ja, etwas älter und anders als die anderen ich musste zwei mal versuchen bevor es klappte. Zudem gab es nur eine Säule zum Laden. Wenn sie besetzt gewesen wäre… Das nächste mal nehme ich die Ladestelle die auf der Route davor ist. Kurz nach 20:00 war ich zurück. Es war zu kurz wie immer. Das nächste mal muss ich mehr Tage einplanen.
Die Mitbringsel: Ich habe zwei neue Jeans gekauft. Die eine hatte ich bereits an. Auf dem ‚Joel‘ Foto von gestern sieht man sie. Sie sitzt perfekt.
Dann wären da zwei Flaschen Essig, einmal Himbeeressig und einmal weißen Balsamico auf Basis von Marc de Champagne. Die kleine Flasche ist eine Probierflasche mir Orangenessig.
Alle Präsente die mir die liebe C. mitgab: Marmalade aus der der Löwen Konditorei die ich das letzte mal besucht hatte und ein Nutellaglas als Spielzeug für Blue, Tonka Sablés und der Honig den ich gestern schon zeigte.
Ein halbes Pfund Kaffee aus einem neuen Laden der Origin heißt und der die Kaffeebohnen direkt von den Bauern importiert. Ein neues Buch von André Aciman. Und der Käsekuchen natürlich.
Am Abend machte ich beizeiten Schluss.
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Zwei Hörtipps: auf der Hin- und Rückfahrt hörte ich zwei Podcasts vom DLF aus der Langen Nacht. Sie sind ja immer 3 Stunden lang und ich habe selten Zeit und Gelegenheit, sie zu hören. Da ich aber bei der langen Fahrt wusste, dass ich zumindest einen pro Fahrt hören kann, wählte ich zwei Stück aus. Einer war über Hans Albers. Ich wusste wenig über den Mann, der sich durch drei politische Regimes geschmuggelt hat und immer ein Star war und keines des Regimes konnte ihm wirklich etwas anhaben. Ich wusste auch nicht, dass er eine starke Frau im Hintergrund hatte, die die Fäden zog.
Die andere Lange Nacht war über Marlene Haushofer, eine österreichische Schriftstellerin, die lange verkannt war und postum zu den Ehern kam, zu denen sie schon zu Lebzeiten hätte kommen müssen. Einen Roman von ihr kannte ich. Die Wand, der vor einigen Jahren auch verfilmt wurde. Was mich bei ihr sehr faszinierte, waren die inneren Abgründe, die in jedem ihrer Bücher vorkommen. Diese dunklen Ecken, die jeder von uns hat und sich nie wagt dort hineinzuschauen.
Ich traf mich mit der lieben C. mit ihrem Gemahl R. auf dem Markt. Ein freudiges Wiedersehen. Für mich gab es eine „Lange Rote in der Seele“ mit Zwiebeln und Senf. Wer die noch nie in Freiburg gegessen hat, ist selbst schuld und hat was verpasst. Später machten wir uns auf den Weg und probierten gleich zwei Konditoren aus. Der R., als ehemaliger Bäcker und Konditor, die C. und meine Wenigkeit, könnten einen Konditoreiführer rausbringen. Der erste war so so la la, der zweite war im einiges besser aber mit einem kleinen B Note, weil die zwei Salzkaramel Käsetörtchen nicht gleich schmeckten und wahrscheinlich eines ein Tag alt war. Nun ja.
Wir verabschiedeten uns vom R., der Fussball kucken musste, weil der BVB in Freiburg zu Gast war. Die C. ind ich machten einen Ausflug nach Breisach. Es folgen viele Fotos:
Wir fuhren durch den Kaiserstuhl und machten Halt an einer Stelle mit einer wunderbaren Aussicht über den Breisgau bis nach Freiburg.Diese Bodenschicht nennt sich Löss und ist sehr sandig. Dies Schicht und das Mikroklima ist mit ein Grund warum es hier so tollen Wein gibt.Breisach und sein Münster im Hintergrund.Das konnte ich nicht NICHT ablichten.Die Bäume sind hier schon um Längen grüner als in Luxemburg. In Hintergrund sieht man den Rhein und auf der anderen Seite ist Frankreich. Es gibt Trumfalken.Das Münster von innen mit einem spektakulären Altar.Breisacher Honig. Die C. schenkte mir ein Glas.Ein Eis. Die untere Kugel war, ich lachte laut auf als ich das Eis in der Theke sah, Dubai Schokolade, also mit einer knusprigen Pistazien Creme.
Was zu Anfang als kleines umherziehendes Pop-up Restaurant begann, fand jetzt eine feste Stelle. Der Ort ist nicht besonders chic und gediegen, darum geht es nicht. Es geht um das was auf dem Teller ist und das war sensationell!
Es war ein Überraschungsmenü und die kleine Karte mit der Abfolge gab es erst am Ende.
Es waren 9 kleine Gänge. Ich hatte die Weinbegleitung gewählt, die C. die Saftbegleitung die sehr spannend war, denn sie ließ mich kosten. Zum Hauptgericht gab es eine kleine frische Brioche zum Abzupfen, die ich so großartig fand dass man uns am Ende ein kleine Brioche mitgab:
Ein wirklich tolles Menü und seit meinem Geruchsschwund das erste Mal, dass ich mich das wieder traue.
Ein letztes Absacker im Café Danz und ich war überfällig für die Horizontale.
Jedesmal wenn ich in Freiburg bin, empfängt mich die Stadt, von ihrer schönsten Seite mit wunderbarem Wetter:
Das Hochkant Panofoto war absichtlich. Nicht dass jemand glaubt, ich hätte mit den Füßen im Bächle gestanden und müsste, wie man das hier so sagt, noch in diesem Jahr in Freiburg heiraten. (Übrigens wenn schon heiraten, dann NUR in Freiburg)
Dann ging es hoch ins Münster in dem ich noch nie war. Bis zu der Plattform hoch sind es um die 270 Stufen.
Ich verabschiedete mich von den Boys und traf mich mit später mit dem S. auf dem Weg zu einer Eisdiele. Das Wetter war fast irreal schön.
Am Abend ging es zusammen mit der lieben C und und dem S ins Spicetrails
Und so wie es auf der Karte stand, dass es south Asien Soul Food wäre, so war es auch.
Ich hatte das schon vor einer Weile geplant, weil es was zu feiern gibt. Aber erstmal ein paar Fotos.
Es ging alles nicht ganz wie am Schnürchen. Ein Stau gleich hinter der Grenze in Frankreich, ließ mich erstmal ein Weile still stehen. Als es dann wieder rollte, war von dem Unfall der den Stau verursacht hatte, schon nichts mehr zu sehen. Danach lief es aber wie geschmiert. Auch an Straßburg vorbei, wo es immer ein wenig hinkt, lief alles glatt.
Ich lud das Wägelchen zwei mal , obwohl einmal gereicht hätte, doch ich wollte mich nicht gleich in Freiburg schon wieder eine Ladestelle suchen, und für Freitag wollte ich mobil sein ohne Zeit zu vertrödeln.
Fahrräder und Bächle, zwei Wahrzeichen von Freiburg, nebst dem Münster.
Als ich geparkt und im Hotel eingecheckt hatte, lief ich eine Runde durch die Stadt, doch mir war ein wenig schwummerig. Ich hatte noch nichts gegessen und vor allem während der Fahrt nicht genug getrunken. Also kaufte ich mir ein Brötchen und setzte mich beim Augustinermuseum auf eine Terrasse und kümmerte mich um meinen niedrigen Wasserstand. Nach einer halben Stunde war ich wieder hergestellt.
Es war um einige Grad wärmer hier als in Luxemburg. Ich hatte vorsichtshalber eine Jacke übergestreift, die es aber nicht gebraucht hätte.
Wieder um Hotel legte ich mich kurz hin. Die medikamentöse Behandlung wegen der Sinusentzündung ist ja noch nicht durch und eine gewisse Müdigkeit macht sich immer noch bemerkbar.
Später setzte ich mich ins Restaurant des Hotels.
Ein Steak:
Sehr gut. Zu viele Pommes für meinem Geschmack, aber dafür war der Salat sehr gut mit einem sehr guten Dressing.
Toll ist, dass ich ein Zimmer ganz oben im 7.Stock bekommen habe aber leider zur Rückseite. Ich war, obwohl es ein ungewohntes Bett ist, ziemlich schnell eingeschlafen.
Den Dienstag lassen wir mal aus dienstlichen Gründen außen vor, weil er so viele Menschen involviert, die alle keinen Vertrag mit Joel.lu unterschrieben haben, um hier verewigt zu werden. Nur so viel, der Tag war erfolgreich, wenn auch teilweise mühsam, weil die Technik versagte. Und da ich in der Nacht nicht so gut geschlafen hatte, war ich gegen 16:00 schon platt.
Später erstellte ich einen Arbeitsplan für Mittwoch damit ich alles wegschaffe, was noch zu tun ist, bevor am Donnerstag das lange Wochenende beginnt, auf das ich mich schon irrsinnig freue.
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Der Mittwoch dann begann mit ein dezenten Klingelton am Handy um mir mitzuteilen, dass der Server von Joel.lu mal wieder ausgefallen ist. Es wäre auch zu schön gewesen. Aber es lief jetzt so lange gut, dass ich fast vergessen hatte, dass da mal was war. Ich schickte eine Mail, wie immer. Da ich keine Zeit hatte auf eine Antwort warten, schaltete ich im auf Abarbeitungsmodus. Dann kam ein Anruf und noch einer und eine Nachricht, so als ob man mich nicht in das lange Wochenende gehen lassen wollte. Ich ergriff die Flucht und ging zum Wochenmarkt.
Dort traf ich die D. und viele andere.
Ein schnelles aber leckeres Mittagessen bevor wieder los musste. Tagliatelle Cacio e Peppe mit Trüffel in der Casa Gabriele. Es war noch so einiges zu tun. Und ich wollte nichts was bei meiner Rückkehr von dem langen Wochenende noch immer unerledigt herumliegt.
Bis auf Kofferpacken schaffte ich alles weg. Und morgen geht es los!
Nun ja, der Sonntag war bis in den Nachmittag hinein mit viel far niente belegt. Ich hatte mir das auch vorgenommen, den der Kopf musste zur Ruhe kommen. Es war die letzten Tage zu viel zum Großteil unbezahlte Kopfarbeit. Am späten Nachmittag sah ich mit wenn auch klein wenig widerwillig die letzte Vorstellung von Elektra an. Eine tolle Arbeit und doch waren eine Reihe an Referenzen darin, Andy Warhol z.B., die sich mir nicht erschlossen. Was aber im Anschluss schön war, war der Drink mit der A, der D und der N auf der Terrasse der Brasserie Schuman in der Abendsonne. Die Abende sind endlich wieder länger.
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Am Montagmorgen bekam ich einen Schreck, weil ich durch die geklaute Stunde zu spät wach wurde und dann im Eiltempo zu einem Termin hechten musste. Hier lernte ich wie neue Technologien sich auch in angenehmer Weise auf meinen Beruf Einfluss nehmen werden und mir ein gewisser Weise die Arbeit erleichtern. Ich kann euch ein Foto zeigen:
Die penible Arbeit einen Abdruck zu erstellen in dem man ein Negativ mit Alginat erstellt, entfällt in Zukunft komplett, weil das Gesicht mit Infrarot eingescannt wird. Der Kopf kommt dann aus dem 3D Drucker. Das ist sehr viel angenehmer für die Darsteller weil sie nur knappe 4-5 Minuten stillsitzen müssen. Die nächste Etappe wird die Prothesen Erstellung am Rechner sein und dass man sie ebenfalls ausdrucken kann, aber das ist noch Zukunftsmusik, den Drucker die mit Silicon klarkommen gibt es meines Wissens noch nicht.
Am Nachmittag ein weiterer und letzter Termin bei Chiropraktiker. Der drückte nochmal auf Stellen die mir nicht bewusst waren.
Am frühen Abend fuhr ich raus zu Gestüt weil die A eine Springstunde mit Dalton hatte. Als kleiner Minorkiner ist er zum Springen eigentlich nicht geeignet, aber da er das von kleinauf kannte macht er es gern. Zudem ist die A keine Springreiterin.
Blue war auch da und war sehr ungehalten dass sie an der Leine bleiben musste und nicht rummrennen durfte.
Danach gab es nich einen Schlaftrunk im Parc Belair und ab in die Federn.
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Nachtrag: Ich wäre fast darauf hereingefallen, aber nur, weil alles was von Donald Trump kommt, einem Aprilscherz ähnelt:
Der Workshop war schon vor längerer Zeit geplant worden. Aber der Reihe nach.
Der Wetter war wie gestern wunderbar angenehm mit viel Sonne, dass der morgendliche Gang zum Markt ein Erlebnis war. Ich kaufte am Kräuterstand ein Päckchen Kampot Pfeffer und ihre Salatkräutermischung, die so wunderbar abgemischt ist, dass ich nicht genug davon kriegen kann. Ein Kaffee im Renert zusammen mit der D. gab es auch. Zum Mittagessen waren wir beide mit der J verabredet. Wir hatten uns in dieser Konstellation schon sehr lange nicht mehr gesehen. Die Idee hatte einen Tisch reserviert im Al Bacio.
Danach musste ich mich verabschieden. Ich hatte die Vorbereitungen für den Workshop.
Gegen 16:00 kamen die Teilnehmerinnen an. Eine davon kannte ich nich vom letzten Kursus. Die anderen waren neu. Es war wieder einmal ein Workshop den ich komplett auf Englisch halten musste, was kein Problem ist, aber fordert doppelte Konzentration. Nach drei Stunden war ich wirr im Kopf. Doch es schien ein voller Erfolg gewesen zu sein, den jede hatte im Verlauf einen kleinen Aha-Moment und lernte ein paar Tricks und Kniffe.
Nach dem Kursus packte ich alles ein und fuhr die leitende Angestellte heim, da sie sonst ewig auf den Bus hätte warten müssen. Wieder in der Stadt traf ich mich noch kurz mit der A auf einen Absacker, sprich Apérol Spritz auf „unserer“ Terrasse. Es wurde aber nicht sehr spät. Gegen 22:00 war ich schon fast bettfertig.
Nachtrag zum neuen Haarschnitt. So sieht das aus wenn ich das style. Ich mag es, wird aber ohne Wachs & Co. nicht aussehen.
Die G. habe ich hier, soweit ich weiß, noch nie erwähnt. Ihr Mann starb vor wenigen Wochen. Ich hatte ihr in meinem Beileidsschreiben, vorgeschlagen, dass sie mich anrufen soll, wenn ihr die Decke auf den Kopf fällt. Das tat sie dann auch. Wir verabredeten uns für das Mittagessen. Ich holte sie ab und wir fuhren in ein Restaurant, in dem ich das letzte Mal in den neunziger Jahren war. Das alte Casino in Dudelange beherbergte schon immer eine Gaststätte. Inzwischen gab es einen großen Anbau im hinteren Teil des Gebäudes und das Restaurant mir dem etwas seltsamen Namen ‚Loxalis‘ zog dorthin. Im eigentlichen Gebäude sind die Büros einer ambulanten Krankenversorgung untergebracht. Ich verpasste es völlig Fotos zu machen, aber da ich unser Treffen auch ein wenig wie eine Mission ansah, waren die Fotos zweitrangig.
Ich hatte vorab ein wenig überlegt, wie wir unser Treffen gestalten sollten. Ich schlug ihr vor, dass wir die gemeinsame Zeit dazu nutzen sollten, um sie wie einen Ausflug in die Sommerfrische, weg von all der Trauer zu gestalten. Sie nahm den Vorschlag dankbar an. Es wurde ein wunderschöner Mittag und Nachmittag. Ihr Mann war ein begeisterter Sportflieger und Fluglehrer. Und so fuhren wir nach dem Mittagessen zurück in die Stadt zum Flughafen. Dort saßen wir dann eine Weile vor dem Clubhaus und schauten den Flugzeugen zu. Sie bot mir an, wenn einer der anderen Fluglehrer eine Flugstunde geben würde, einfach mit zu fliegen. Doch leider ergab sich keine Gelegenheit. Aber auch so war das Ganze schon ein tolles Erlebnis, und es erinnerte mich an meinen letzten Flug mit einem Sportflieger. Das war in Neuseeland…
Später schlug dann wieder die Müdigkeit zu wegen der Medikamente und ich fuhr heim und legte mich eine Weile hin. Später las ich den ersten Band der zweiten Staffel der Aldebaran Comic Serie:
Auch wenn die erste Staffel mir eine Idee zu gesprächig war und sie lange brauchte um richtig in Gang zu kommen, so fängt der zweite Zyklus mit viel mehr Action an.
Es entschied sich dann doch schneller als gedacht. Vielleicht haben das die wenigsten in den Kommentaren mitbekommen. Ich werde doch zur re:publica reisen, einerseits weil ich es zu sehr vermisst hätte und andererseits weil es dort eine Job Opportunity geben wird, von der ich sehr stark hoffe, dass sie zustande kommt. Sie hat aber nur indirekt mit der re: zu tun. Also buchte ich schon mal die Reise. Das Hotel wird die Tage folgen. Wer mich kennen lernen will: Die re:publica ist von 26-28. Mai.
Um 11:00 Uhr, wie alle drei Wochen, der Friseurtermin. Es wurde diesmal kürzer und struppiger.
Mein Friseur war begeistert, weil er endlich etwas anderes machen durfte. Ob es mir so gefällt, sehe ich morgen, wenn ich es föhnen muss.
Mittagessen gab es bei Namur. (Kenner sehen das oben im Foto) Ich war schon länger nicht mehr dort. Und schon beim Eintreten merkte ich, dass etwas nicht stimmte.
Irgendwo in den Tiefen des Blogs ist ein Ehepaar versteckt, das ich einmal erwähnte. Ein älteres Ehepaar, beide immer einwandfrei klassisch elegant gekleidet. Er immer im Anzug, sie immer entweder im Zweiteiler mit Rock und Jackett oder Bluse und Rock. In Hosen habe ich sie nie gesehen. Als ich 2013 in die Stadt umzog, war eine meiner erster Anlaufstellen für dem Mittagstisch, die legendäre Konditorei Namur, die ich schon aus meiner frühen Jugend kannte. Wir gingen immer hin un eine richtig gute heiße Schokolade zu trinken, mit richtiger Sahne, die sonst nirgendwo üblich war. Da befand sich das Restaurant noch im ersten Stock. Seit der Pandemie ist das Restaurant ins Erdgeschoss gezogen. In dem kleinen Erker im ersten Stock mit den großen Fenstern, von dem man die ganze Kreuzung überblicken kann, stand ein Tisch, der immer fertig eingedeckt war und an dem immer das Ehepaar zu Mittag ass. Herr und Frau P. Ich glaube ich habe den Tisch selbst vielleicht ein oder zwei mal bekommen. Von dem Tisch übersah man das ganze Restaurant, aber auch das Geschehen draußen, ohne gleich im Blickfeld von jedem Passanten zu sein. Mit den Jahren lernte ich das Ehepaar, wenn auch nur sehr oberflächlich, kennen. Wir grüßten uns und sprachen übers Wetter, mehr nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich einmal mit der D. über sie sprach, als es im das Thema ‚Unikate der Stadt‘ ging.
Als ich heute kam, und ich gehe weitaus weniger oft hin, als noch vor Jahren, merkte ich sofort dass der Tisch der beiden nicht eingedeckt war. Als ich die Bedienung nach den beiden fragte, machte sie ein trauriges Gesicht. Er sei schon eine Weile im Altenheim und sie kam noch ab und an aber nicht mehr jeden Tag. Sie ist im Februar verstorben und ihn haben sie seitdem nicht mehr gesehen. Als ich fertig gespeist hatte unterhielt ich mit einer der Bedienungen, die A., die schon dreißig Jahre dort arbeitet. Sie bekam feuchte Augen. Sie hätte die beiden gekannt vom ersten Tag. Und damit weitere Lebensgeschichte findet ihr Ende…
Es war wunderschönes Wetter und ich machte auf, auf eine Terrasse, die jetzt noch in der prallen Sonne war; die Renert Terrasse. Während einem Kaffee schrieb ich hier schon mal vor.
Doch irgendwann merkte ich, dass es mir nicht so besonders ging; die Medikamente vom ORL lassen grüßen. Da ich am Abend noch einen weiteren Termin hatte, beschloss ich daheim mich ein wenig hinzulegen und zu lesen.
Die N. holte mich ab und wir fuhren ins TOL, ein kleines Theater ein wenig außerhalb in Bonnevoie. Auf dem Programm die Weltpremiere von Foxfinder von Dawn King auf Französisch. Ich hatte mich vorab ein wenig über das Stück informiert, weil ich es gar nicht kannte. Zum einen gewann es vorab schon mal den Papatango Playwriting Price und das versprach so einiges. Das englische Stück ist von 2011 und wurde 2014 ins Deutsche übersetzt, aber jetzt erst auf Französisch. Eine dystopische Story über eine Gesellschaft die sich ein Feindbild, in Gestalt des Fuchses geschaffen hat, der an allem Unglück der Menschheit schuld sein soll. Ich sah ein wunderbares Stück gespielt von vier sehr guten Darstellern auf einer winzig kleinen Bühne die von ihrer Wandelbarkeit sechs oder sieben verschiedene Dekors hergeben musste und das erstaunlicherweise klappte.
Ach, ihr kennt das doch alle, wenn man versucht etwas wegzuignoieren. Den riesigen Berg an Dreckwäsche oder die Wühlschublade die nur noch mit Gewalt geschlossen werden kann. In meine Fall war es etwas gesundheitliches. Als ich mir an Weihnachten diese Nasennebenhöhlenentzündung zuzog und dabei den Geruchssinn völlig verlor, ging ich, als wieder von St.Jean zurück war, zu meiner Hausärztin, die mich mit Antibiotika versorgte und noch ein paar anderen verschreibungspflichtigen Dingen. Es wurde besser und als ich wieder anfing ein klein wenig zu riechen war die Freude groß. Ich versuchte mich zu schonen über all die Wochen und Monate und mich möglichst nicht nochmal zu erkälten.
Derweil fingen auch wieder die dienstlichen Dinge an, mit voller Wucht zuzuschlagen. Als die Medikamente alle waren, war es besser aber ganz weg war es nicht. Und wie das halt so ist, versuchte ich weiter mit Hausmitteln den Zustand in den Griff zu bekommen, weil einfach keine Zeit war. Es wurde auch langsam Stück für Stück besser. Inzwischen rieche ich wieder das Seifenstück das ich morgens in der Dusche verwende. Doch ganz ist der Geruchssinn nicht hergestellt und in Nase fühlt es sich an, als ob das etwas wäre, was da nicht hingehört. Es gibt immer noch Dinge, die ich gar nicht wahrnehme. Ich kaufte mir vor einigen Tagen herrlich frische Mangos. Nichts. Auch als ich vor einigen Tagen den Möhrenkuchen bug, zu dem ja eine kräftige Prise Zimt gehört, konnte ich die nicht herausschmecken. Auch Vanille, die ich sehr mag, nehme ich gar nicht wahr.
Ich fragte die A. die ja aus einer fast reinen Arztfamilie stammt, ob sie einen Hals-Nasen-Ohren Arzt kenne zu dem ich gehen kann. Dort nahm ich mir einen Termin. Und der war dann endlich am Mittwoch. Der Arzt hat seine Praxis im der Zitha Klinik in meinem alten Viertel.
Ich erklärte meinen Fall und ich musste ein Riechtest machen. Resultat: 11 von 16 Dingen rieche ich. Die restlichen Dinge gar nicht. Das heißt, ich nehme sie zum Teil wahr, dass da was ist, doch ich kann nicht ausmachen was es genau ist. unter anderem ist es Mango und Vanille, von denen ich überrascht war, dass sie als Option auf einem Zettel standen. Interessanterweise waren auch strengere Gerüche dabei. Alles was leicht faulig ist, wie Fisch oder Käse, nehme ich nicht wahr. Für mich ist das ein herber Schlag, denn die kleinen, feinen Geruchs- und Geschmacksnuancen bei einem Gourmetmenü, die die Freude am schlemmen und genießen ausmachen, sind bei mir nicht vorhanden.
Der Arzt war jedoch zuversichtlich, dass das wiederkommen würde. Also gibt es jetzt nochmal Medikamente für eine längere Weile.
Zu Mittag gab es im Renert Polpette a la Sorentina mit einem Salat. Solche deftigen Gerichte mit viel Geschmack sind zur Zeit das einzige was Freude macht.
Am Nachmittag hatte ich ein längeres Gespräch hinsichtlich unverblogbare Dinge die in den kommenden Wochen auf mich zukommen.
Am Abend schaute ich mir zwei Folgen von Delgliesh an, das heißt, ich wollte, denn in der ersten Folge schlief ich fest ein.
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Das habe ich als Kind geliebt. Er war der erste Maler der mir im Kindesalter perspektivisches Zeichnen beibrachte. An den Schornsteinfeger konnte ich mich erinnern. Eines meiner Lieblingsmotive von ihm waren aber die Zugschienen, die ins Nichts führten.
Da das Wetter einigermaßen werden sollte und ich keine Lust hatte daheim zu bleiben, beschloss ich nach Metz zu fahren und zwar hierhin:
Centre Pompidou
Die Fahrt dorthin war beschwerlich, da ich gleich zu Anfang länger im einem Stau hing. Ich fragte much was die Ursache wäre. Es war weil ein Teil der verbreiterten Autobahn hinzukam und wegen der Malarbeiten alles auf eine Spur reduziert wurde.
Derweil hörte ich ein Interview mit einen norwegischen Autor im DLF Kultur über ein Buch, das mich sehr interessierte. Die Prinzen vom Birkensee von Lars Elling ist die Lebensgeschichte der beiden Großväter von Lars, die so lange er sich erinnern kann, kein Wort miteinander sprachen, obwohl sie Nachbarn waren und Tür an Tür lebten. Ich habe mir das Buch vorgemerkt.
Als ich dort ankam, zeigte vor dem Gebäude nichts darauf hin, dass es geschlossen wäre. Ich merkte es erst als ich vor der Tür stand. Das kommt davon wenn man vorab die Öffnungszeiten nicht einsieht! Ich hatte die ganze Fahrt umsonst gemacht. Nebenan im großen Einkaufszentrum Muse suchte ich nach ein paar neutralen T-shirts, weil ich vor kurzen ein paar entsorgt hatte und wurde ohne weiteres fündig. Ich erwägte kurz ob ich das Auto nicht umstellen soll und im Zentrum der Stadt eine Runde drehen sollte, doch ich verwarf den Gedanken.
Ich fuhr zurück. Daheim muckte mein Körper auf von der gestrigen Chiro-Aktion. Also legte ich mich eine Weile hin. Anschließend fuhr ich zum Rainbow Center um ein letztes Mal über das Layout zu schauen des Cover Artikels, den ich ja geschrieben hatte. Es werden noch ein paar kleine Änderungen in den Fotos kommen und am Freitag geht er in die Druckerei.
Am Abend lag ich beizeiten in der Horizontalen, las ein wenig und schaute mir eine Folge von Schwester Bonifas an, eine englische Krimiserie.
Ganz ehrlich, mein Chiropraktiker ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Ihr erinnert euch dass ich da eine falsche Bewegung gemacht hatte? Heute war der Termin! Der Mann ist erstens immer sehr zuvorkommend und nett aber auch sehr kompetent. Er nannte das scherzhaft was er mit mir machen würde, eine TÜV Kontrolle. Und er knetete meinen Rücken an Orten, von denen ich nicht wusste, dass sie schmerzen würden, wenn man etwas kräftiger hinlangt. Das was er macht, ist eine Mischung aus Ostheo und Chiro. Bitte fragt mich nicht wie das von den Philosophien her zusammenpasst. Ich habe keine Ahnung; Hauptsache es hilft!
Als ich von der „Streckbank“ aufstand fühlte ich mich so schmerzfrei wie lange nicht mehr. Die Begeisterung war groß und musste gefeiert werden. Es ging zu Oberweis in der Concorde. Auf dem Menü stand Lammkeule mit cremiger Polenta! Aber hallo!!!
Ein Festtagsmenü an einem gewöhnlichen Montag.
Doch danach setzte eine große körperliche Müdigkeit ein. Der Chiro hatte mich vorgewarnt. Ich kaufte noch schnell ein paar Dinge für den Haushalt, legte mich anschließend in der Wohnung hin und schlief sofort für eine ganze Stunde ein.
Und damit war auch der Rest des Tages weitgehend gelaufen. Ich kuckte eine bisschen hier las ein wenig da, konnte mich auf nichts wirklich konzentrieren und lag beizeiten im Bett.