rp25: Tag 1

Es ist wie jedes Jahr am Stand der Akreditierung. Ich erwische immer den oder die, die das zum ersten mal macht und ich bin der erste den sie/er bedient und beim dem es erstmal nicht klappt. Ich musste schon fast lachen.

Guten Morgen, re:pubilca25.

Die Eröffnung:

…mit einer gut gefüllten Stage1.

Die Digitale Welt brennt und wir müssen sie löschen. Das war einer der Sätze von Markus Beckedal, der vor allem bei mir hängen blieb.

Ich blieb gleich bei Stage1 sitzen und schaute mir Björn Ommer an:

Es war ein für mich mühsamer Vortrag, der aufzeigte was Generative KI ist und wo das hinführt. Mühsam daher, weil KI schon so viel weiter ist, als ich das vermutete. KI ist so viel mehr nur reine Wissensansammlung die wiedergegeben wird. KI kann inzwischen komplexe Probleme lösen, die es in der Zukunft geben wird. Ich habe das zumindest so als kleiner Laie verstanden. Doch kann man das den wenigen Global Playern nicht überlassen. In Amerika liegt diese Wissensmacht mir ihrer sehr rechtsgerichteten Ideologie nicht in guten Händen. Es müssen andere neue Wege her.

Danach brauchte ich bereits eine Pause.

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Ich holte mir einen Kaffee und sah mir dann auf Stage 6 Sanaz Saleh-Ebrahimi an, Wissenschaftsjournalistin und jetzt Content Creatorin auf Instagram.

Es ging dabei um ein Short bzw. einen kritischen Bericht über einen Zuckersatz. Es war vor allem ein gewisser Christian Wolf von More Nurtion, den ich gar nicht kannte, der sich auf sie eingeschossen hatte. Sie gewann alle gerichtlichen Abmahnungen und Prozesse gegen ihn. Der ganze Vortrag war leider ein wenig kurz und ich fragte mich ob ernsthaft ob man über Shorts und Co. die Menschen wirklich zurück wieder zum ernsthaften Journalismus zurückgewinnen kann. Sie ist überzeugt, ich bin da eher skeptisch.

Zurück zu Stage1 mit Markus Beckedahl.

Sein Thema: Eine bessere digitale Welt ist trotzdem möglich. Er machte einen kurzen Ex-Kurs über alles was digital in Deutschland von Anbeginn in Sachen Digitalisierung schief lief und wie wenig ernst das von der Politik genommen wurde, mit der Begründung, ‚das geht auch wieder weg‘. Tja, nichts ging weg. Was mir hier richtig bewusst wurde, war wieviel Macht die großen U.S. Techfirmen wirklich haben und wie sehr sie zur Zeit vor „The Idiot Trump“ heuchlerisch auf den Knien kriechen.

Es wird Zeit dass ich in meinen Sozialen Medien auch Dinge ändere.

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Was dann folgte war etwas anderes. Verbotene Liebe: Queere Schicksale in der NS Zeit auf der Media Stage von ARD und ZDF.

Es ging um eine Dokuserie auf ZDF Info, die mit großem Aufwand produziert wurde. Ich muss mir die erst ansehen, vielleicht sogar heute Abend im Hotel. Moderiert wurde die Diskussion von einem der sein Handwerk als Journalist wirklich versteht, Andreas Wunn, mit dem beiden Machern der Serie, Julia Morno und Monti Ott. Julia Morno, eine Transfrau, erzählte auch aus ihrem Leben und wie sie dem Mut fand endlich zu sich selbst zu stehen aber dafür ihr ganzes soziales Umfeld zu verlor. Ich hätte große Lust sie zu interviewen für die Queer. lu.

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Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen referierte über vernetzte Gewalt. Analyse und Gegenwehr.

Es tut mir sehr leid, Herr Pörksen, ich habe ihnen kaum zugehört. Ich war mit dem Kopf noch zu sehr in der Diskussion davor. Aber sie waren ja auf Stage1, das kann ich auf YouTube nachholen.

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Das letzte Panel das ich besuchte war ‚Das Bloggertreffen der Generationen‘. Es war ein kleines Panel mit knapp 30 Menschen die zuhörten.

Ich saß zwischen KammerbloggerInnen, die alle, so wie ich, auch über 20 Jahre und mehr im Internet schreiben. Aber es gab auch jüngere Menschen die erst vor kurzem damit angefangen haben. Blogs sind noch lange nicht ausgestorben. Ich persönlich glaube sogar dass sie die Zukunft sind denn auf die großen Social Media Plattformen kann man sich nicht mehr verlassen.

Und damit war Schluss für heute. Ich hatte Hunger.

Pizza im 12 Apostel. Es ist ein der seltenen Orte an denen ich Pizza mag, den sonst bin ich kein großer Fan davon.

Spät am Abend entdeckte ich auf Mastodon das Foto:

Joël in der ersten Reihe.

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Es passierte noch do einiges drumherum was ich aber weggelassen habe, sonst hätte das Posting keine Ende genommen.

Von Luxemburg nach Berlin

Den Morgen mit rumgammeln und Koffer packen verbracht.

Die App hatte es fast auf die Minute genau angekündigt. Als ich gegen 16:00 Uhr aus dem Haus ging um zum ersten mal die Tram Richtung Flughafen zu nehmen, fing es an zu regnen. Ich ging zur nächsten Bushaltestelle und sah, dass dort der Bus der schon immer hinaus zum Flugplatz fuhr, immer noch dorthin fährt und er würde im 4 Minuten abfahren. Also nahm ich den und blieb bis zur Endstation darin sitzen.

Interessant zu wissen ist, dass zumindest am Sonntag, Tram und Bus gleich schnell sind. Der Bus war nur eine knappe Minute später da als die Tram da.

Im Duty Free, der proppenvoll mit Düften ist, versuchte ich einen. Ich habe nämlich seit meinem Geruchsschwund Ende Dezember, keinen mehr gekauft und ich verlasse mich auf die Düfte die ich bis dahin eh hatte. Ich muss gestehen, dass ich verschiedenes immer noch nicht rieche. Vieles ist wieder da, aber die kleinen Nuancen sind immer noch weg. Ich bin aber guter Dinge, denn es kann, zwischen neun Monaten bis zu einem Jahr dauern.

Ich hörte während dem Flug einen Podcast vom WDR5 Alles in Butter. Es ging um die Stadt Münster in der ich vor vielen Jahren mal mit einem Herrn liiert war. Was man mir im Podcast alles von Münster erzählte, das hat der besagte Herr mir nie gezeigt, woraus ich schloss, dass er es nicht kannte und sich überhaupt für herzlich wenig interessierte. Das ist schade, denn Münster ist schon eine schöne Stadt und ich hätte gerne mehr davon gehabt, als den langweiligen Herrn.

In Berlin gelandet ließ ich es bis zum Ende offen wie ich in die Stadt reinfahre. Öffis oder Taxi. Es hing von Stresslevel ab. Was hier aber Usus zu sein scheint, denn es war schon das letzte mal der Fall, dass der Bustranfer zum Gebäude immer mit guten 10-15 Minuten Verspätung kommt. Letztendlich hatte ich keine Lust nochmal über Stunde durch Berlin zu pendeln und gönnte mir ein Taxi.

Guten Abend Berlin.

EMOP & schlimme Dinge

Ich erwachte ziemlich früh, zu tristem und sehr kühlen Wetter. Auf dem Wochenmarkt saß ich mit der D zusammen im Renert und wir beschlossen, uns am Nachmittag einen Teil der Foto Ausstellungen im Rahmen der EMOP anzusehen.

Unterwegs entdeckte ich einen jungen Mann, der mir schon gestern auffiel. Dass jemand passende Schuhe zur Kleidung trägt, ist nichts ungewöhnliches. Das aber jemand die passende Haarfarbe zum Outfit hat, das ist schon ein Foto wert. Respekt!

Nein, es war keine Perücke, das hätte ich gemerkt.

Wir besuchten zwei Ausstellungsräume. Den einen hatte ich bereits gesehen, es war der Ratskeller. Die andere Ausstellung befand sich im nationalen Museum, und dort muss man schon sehr suchen, um den Raum zu finden.

Das Unsichtbare sichtbar machen war das Thema dieses Jahr:

Die schwarz-weiß Fotos fand ich sehr beeindruckend, da sie von einer KI erstellt wurden. Der Jesuiten Pater Baranbé Cobo Peralta, schrieb 1653, ein Buch über Indien. Le nouveau Monde. Darin beschrieb er zahlreiche Pflanzen und Gräser. Diese Texte gab an einer K.I. zu lesen, und sie wandelte sie in Fotos um.

Ganz beeindruckend fand ich noch dieses Foto, dass ich im Ratskeller befand:

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Das, was ich jetzt schreibe, könnte ich eigentlich auch auf privat stellen. Und es ist im Grunde auch nur für mich gedacht, weil es mich die letzten Tage sehr beschäftigt hat. Da es aber einen Teil meines heutigen Abends ausmachte, habe ich es aufgeschrieben.

Die Theater- und Kunstwelt war in letzten sehr in Aufruhr hier in Luxemburg, weil ein Gerichtsurteil bereits im Februar/März gesprochen wurde, über einen Mann, den wir in der Theaterwelt alle kennen. Europol hatte bereits 2019 die Luxemburger Polizei darauf aufmerksam gemacht, dass sie einen pädophilen Ring im Darknet aufgedeckt haben und darin unter anderem auch ein Luxemburger aktiv war. Wie und warum die Presse das aufdeckte und warum das jetzt erst ein Knaller wurde, weiß ich nicht. Obwohl alles anonymisiert war, und der Mann nur mit seinem Alter in der Presse stand, und dass er im Vorstand eines Theaters war, war im Ausschlussverfahren schnell herausgefunden, wer es ist. Ich wurde in den letzten Tagen so oft darauf angesprochen, dass es mir fast peinlich war. Der Mann wurde durch die Presse geschleift wie ein Stück Fleisch. Ich kannte ihn nicht sonderlich gut, da ich recht wenig für das besagte Theater in den letzten Jahren gemacht habe. Das letzte Mal, dass ich mit ihm gesprochen habe, war auf einem Rückflug von Berlin nach Luxemburg. Das muss letztes oder vorletztes Jahr gewesen sein.

Vorgestern war noch einmal einen Knaller in der Presse, da das Luxemburger Wort ihn im Interview hatte und ihm, nach ihrer Aussage, die Gelegenheit gab, zu der Verurteilung Stellung zu nehmen. (Der Artikel ist auf ihrer Internetseite wieder heraus genommen worden) Aus diesem Interview ging hervor, dass er sich beklagt, über seine eigene Lage. Dass niemand ihn anrufen würde und keiner ihm die Gelegenheit gibt, seine Sicht der Dinge zu erklären. Dieses Interview sorgte noch einmal für gründlichen Wirbel. Wie man es wagen könnte, einem verurteilten Pädophilen, eine Plattform in der größten Luxemburger Tageszeitung zu geben. Ich habe das Interview gelesen und muss sagen, dass er sich damit nur noch mehr geschadet hat. Er ist einerseits in Berufung gegen das Urteil gegangen, was sein gutes Recht ist, aber andererseits erwähnte mit keinem Wort, dass es ihm leid tut, was für einen Schaden er angerichtet hat.

Da das Urteil öffentlich ist, kann man auch die Prozessakten einsehen. Das Dokument ist 75 Seiten lang. Es war gestern Abend meine Bettlektüre bis zur Seite 10. Danach hatte ich mehr als genug gelesen. Es ging nicht nur darum, dass der Mann pädophiles Material besaß und wahrscheinlich weiter in Umlauf brachte, er produzierte auch selber Fotos und Filme u.a. mit seiner minderjährigen Tochter. Bitte fragt mich nicht wie schlimm oder wie harmlos sie waren, es steht wahrscheinlich im Gerichtsurteil, aber mehr wollte und konnte ich nicht lesen.

Zwischen Friseur, Foto und re:

Spät wach geworden durch den Klingelton der mich daran erinnern sollte, dass ich um 11:00 einen Termin beim Friseur hätte. Theoretisch wäre er erst nächste Woche, aber da ich Luxemburger Landei ab Sonntag in Berlin bin, wollte ich dann doch kurz davor nochmal die Haare scheren lassen.

Ich räumte noch ein bisschen auf in der Wohnung, damit sie putzfertig für Meisterin Propper ist. Und dann sah ich im Kalender, dass eine Kollegin gegen 15:00 Uhr vorbei kommen sollte wegen, Materialzeugs. Ich beschloss ihr das selbst zu bringen.

Wieder aus Bettembourg zurück fuhr ich in die Stadt rein und ass in der Casa Gabriele das hier:

Mit Lachs und Zitrone gefüllte Tortelloni mit grünem Spargel, Burrata und Räucherlachs. Sehr gut, wie immer.

Im Renert war es im Anschluss ein wenig ruhiger auf der Terrasse. Ich nahm den Kaffee dort zum mir und schrieb schon mal hier vor. Zudem überlegte ich was ich noch bis 17:00 Uhr machen könnte, denn zurück in die Wohnung mit der Putzlappen schwingenden Meisterin Propper, war keine Option. Auch mit dem Wagen ganz raus aus der Stadt war kein guter Plan, denn ich hätte anschließend wieder viel Mühe reinzufahren.

Ich erinnerte mich dass es eine Fotoausstellung im Ratskeller gab, die ich noch nicht gesehen hatte.

Ich mochte sie ganz gerne, werde sie mir aber die nächsten Tage noch einmal ansehen, wenn ich mehr Zeit und Muße habe.

Ich fuhr zeitig ins Theater und da mir noch etwas Zeit blieb, schaute ich mir den Plan aller Vorträge und Gespräche der re: an und suchte schon mal Verschiedenes raus.

Das Foyer, in dem ein Kostüm- und Perückenwechsel stattfindet, und der Darsteller durch den Haupteingang wieder die Bühne betritt. Darum steht der Kopf auf dem Tisch.

Nach der Show war ich unendlich müde, fiel daheim in den Sessel und schlief sofort für eine Stunde ein. Als ich erwachte wurde mir schlagartig bewusst, dass ich die lange Durststrecke geschafft hatte. Das nächste was jetzt kommt, ist Berlin und die re:publica. Hiii Haa!

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Der Schauspieler Gary Sinise, bekannt aus der Serie CSI:NY, erzählt von seinem Sohn Mac der 2024 verstarb:

Eine sehr berührende Geschichte. Ich hörte mir das Album an, für das Mac die Musik komponiert hatte:

Aber darüber schreibe ich die Tage, wenn ich das Album ganz gehört habe.

Ein schreibintensiver Donnerstag & Tagesfrage

Ich erwachte recht früh und freute mich endlich einen Tag ohne Arbeit zu haben. Also so ganz ohne Arbeit ging auch nicht, aber es hatte zumindest nichts mit Unverblogbarem zu tun.

Ich setzte mich zeitig hin und schrieb, also eher ich transkribierte das Interview fertig, das ich schon vor fast zwei Wochen geführt hatte. Es war aufwändiger, als ich vermutet hatte. Wenn Interviewpartner sich in ihren Gedanken verheddern, wird es schwierig, gescheite Sätze daraus zu machen.

Apropos schreiben: die Coverstory aus der letzten Queer Ausgabe ist endlich online.

Am Abend traf ich mich mit der D. aus P. (nicht die hier regulär erwähnte D.) Wir hatten einiges durchzuarbeiten bezüglich eines Projektes im Winter und taten das bei einem Abendessen.

Wir entschieden uns für das Mamacita:

Da es recht kühl war setzten wir uns nicht draußen hin. Wir bekamen einen Tisch im ersten Stock und aßen eine gewaltige Portion Chili con carne.

Später ging es noch auf einen kurzen Absacker hinüber zum Renert:

Interessant war, als wir um die Ecke bogen, dass ich fast vergessen hatte, dass da noch ein bisschen mehr auf dem Platz steht, als nur der stolze Reiter Wilhelm.

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Hast du dir jemals etwas gebrochen?

Es widerstrebt mir darauf eine Antwort zu geben, weil mich das dumpfe Gefühl beschleicht, dass ich damit das Schicksal herausfordere. Aber nein, ich hatte noch nie etwas gebrochen. Aber dafür hatte ich verstauchte und verrenkte Gliedmaßen zu Hauf. Vor allem verstauchte Fußgelenke war lange Zeit eine Spezialität von mir.

Drei Tage

Drei Tage mir sehr viel Unverblogbarem. Es passierte nicht mal was, das irgendwie erwähnenswert gewesen wäre. Es waren die letzten Tage vor der Premiere und die sind immer stressig. So sehr diesmal, dass ich staunte wie viel Arbeit es dann doch war um zu einem Resultat zu kommen, das…. Über den Rest muss ich schweigen…

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Am Dienstag kam ein ersehnter Anruf. Meine Brille ist wieder heil und ich kann sie abholen. Hurra!

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Am Mittwoch Abend war die Premiere und ich hatte tagsüber frei. Am Morgen schrieb ich noch am einen Text und ich machte dann mich auf zum Wochenmarkt der während der Muttergottes Oktave in verschlankter Form bei der ‚Gëlle Fra‘ stattfindet.

Davor traf ich mich kurz mit der D. und der K. auf einen Kaffee im Wëllem. Die Stadt ist zur Zeit, sogar in der Woche, ein großes Gewühl an Touristen und Pilgern. Pilger erkennt man meistens an ihrer Kleidung. Sie sind immer eine Idee feiner angezogen als die anderen. Im französischen gibt es ein schönes Wort dafür; endimancher. Das Lexikon meint dazu:

Das Wort „endimancher“ stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich übersetzt „sich sonntäglich anziehen“ oder „sich herausputzen“. Es kommt von „en dimanche“, also „im Sonntagsstaat“, und bezieht sich darauf, sich besonders elegant oder festlich zu kleiden – so wie man es früher sonntags zur Kirche oder zu besonderen Anlässen tat.

Das Wort gibt es aber auch im luxemburgischen, endimanchéiert, obwohl es nur noch selten gebraucht wird. Im krassen Gegensatz dazu gibt es dann, Sonndesgezei, das prinzipiell Sonntagskleidung bedeutet, dass für viele aber eine Jogginghose und ein T-Shirt ist, um damit am Sonntag auf der Couch zu liegen.

Mittagessen gab es, weil ich aus der Stadt raus wollte, im Tzukii. Ich hatte schon lange keine Sushi mehr.

Am Abend dann die oben erwähnte Premiere. Ich hatte im Verlauf des Nachmittags einen Brummschädel bekommen, weil das Wetter umschlug. Ich musste mich durch die Arbeit quälen. Doch irgendwann merkte ich dass es besser wurde. Es hatte zu regnen begonnen. Endlich.

Ein sonorer Sonntag & Auquatunnel

Ich hatte mit der D. beschlossen gleich am Morgen eine Runde durch die Stadt zu drehen, doch es war ausgesprochen kalt und windig. Die Wetter App zeigte dass es am Nachmittag besser sein sollte.

Es wurde also erst mal ein sehr gemächlicher Morgen.

Wir verabredeten uns im Mudam. Dort sollte um 14:00 eine live Performance stattfinden von Bárbara Sánchez-Kane mit The Pueri Cantores.

Das war schon sehr berührend und wunderschön.

Anschließend ging es mit der Seilbahn hinunter ins Pfaffental zur LUGA (Luxemburger Gartenausstellung) über die ich schon vor ein paar Wochen berichtet hatte und die inzwischen eröffnet ist. Miteinbezogen wurde auch der Aquatunnel, den man nur sehr selten besichtigen kann. Man geht mit einem Führer hindurch.

Der Aquatunnel wurde zwischen 1961 und 1963 gebaut und verbindet das Petrusstal mit dem Pfaffenthal. Dieser unterirdische Tunnel ist 900 m lang und befindet sich 63 m unterhalb des Stadtzentrums. Der Tunnel wurde als Sammelstelle für Abwässer errichtet und auch für zivile Schutzzwecke ausgebaut, genauer gesagt als Atombunker.

In diesem Tunnel gibt es eine Sound Installation von Susan Philipcz.

An manchen Stellen hängt ein Straßenschild. Das ist schon sehr beeindruckend zu wissen dass man 60 Meter tiefer, genau unter der Strasse steht.

Auf dem ersten Foto sieht man, dass der Tunnel zu einem Großteil renoviert wurde. Der letzte Abschnitt ist allerdings noch immer der raue kahle Fels. Dort ist es auch weitaus feuchter.

Der Ausgang ist dann im Petrustal, wenige Meter oberhalb des neu angelegten Minigolf.

Dort zieht man auch wieder eine Reihe von angelegten Gärten und Pflanzen, die es davor nicht gab. Das einzige, was mich dabei störte, war, dass vieles schon sehr vertrocknet aussah. Es reicht nicht, es einfach einzupflanzen, es muss auch bewässert werden.

Dieser kleine Garten ist nur durch Gucklöcher zu bewundern. Doch plötzlich merkt man, dass der Garten eigentlich nur halb so breit ist. Die Rückseite ist ein Spiegel…
… in dem man sich selbst sieht.

Ich habe bei weitem noch nicht alles von der LUGA gesehen, und wahrscheinlich muss man auch bis in den Oktober mehrfach hingehen und sehen, wie alles wächst und gedeiht. Denn das, was ich bis jetzt gesehen habe, fand ich noch nicht so berauschend. Mit Ausnahme vom Aquatunnel. Der ist den Umweg auf jeden Fall wert.

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Caitlin Doughty macht nur noch selten Videos. Sie hat einen anderen Beruf, sie ist Totengräberin. Wenn man ein wenig weiter zurückblättert im Blog, wird man mehrere ihrer Videos finden, die ich gepostet habe. Hier eine weitere skurrile Geschichte über eine Leiche, die sehr bekannt wurde.

Ein langer Dienst Samstag & ESC mit einer Problematik

Es ist wie immer,wenn eine Premiere ansteht, die Dienstrunden werden härter und länger.

Als ich wieder daheim legte ich mich erstmal hin. Dass eine Hauptprobe so früh am Morgen stattfand, war schon sehr außergewöhnlich. Ich schlief fest ein.

Am Abend hatte ich entschieden, dass ich mir dann definitiv das Finale vom ESC im Public Viewing im Rainbow Center ansehe. Doch alles es dann soweit war, beschwerte sich mein Sofa warum ich schon wieder gehen müsste. Oder andersrum, mein innerer Schweinehund wollte nicht aufstehen. Also blieb ich daheim und sah mir den ESC dort an. zudem fing es an, unangenehm kühl zu werden.

Ich muss sagen, Basel hat sich sehr viel Mühe gegeben. Was mir ganz besonders auffiel, war das viele drumherum, dass in Basel stattfand und sonst nie gezeigt wird. Den türkisen Teppich zum Beispiel oder die große Arena gleich neben der Jakobs Halle, die ebenfalls bis zum letzten Platz ausverkauft war. War das in den anderen großen Städten nicht so oder wurde nur nicht gezeigt?

Das Gewinnerlied:

Dass Österreich gewinnen würde, war keine große Überraschung, es war einer der Favoriten. Was mich dann aber überraschte, waren die Punkte der Publikumswahl. Es kapitulierte Israel von den unteren Plätzen bis zum letzten Moment auf Platz 1. Ich hatte das Lied überhaupt nicht auf dem Schirm. Ohne jetzt politisch werden zu wollen, denn das sollte in diesem Wettbewerb nicht sein, finde ich trotzdem, dass Israel, wegen seiner Lage zur Zeit nicht teilnehmen dürfte.

Was mich aber wütend machte, denn das machte kein anderes Land ausser Israel, war die Werbung, die ich für das Lied im Internet sah. Es fiel mir vor allem bei YouTube schon seit Wochen auf. Das hat doch niemand von den anderen gemacht,oder? Ich kann das nicht beurteilen, denn die Werbung in den sozialen Medien und auf der Videoplattform sind ja länderspezifisch ausgerichtet. Ich finde, das müsste schlichtweg verboten werden.

Kurz nach 1:00 lag ich im Bett.

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Noch eine Tagesfrage:

Bist du eher ein Anführer oder ein Mitläufer?

Oh ha! Ich bin eigentlich eine Mixtur von beidem. Prinzipiell wäre ich ein Mitläufer. Aber ich bin Individualist, der weder in die eine, noch in die andere Kategorie so richtig passt.

Zwischen WAZIFUBO & Dienst

Ein WAZIFUBO Foto beim Zahnarzt, und das in, für mich, aller Frühe, nämlich kurz nach 7:00:

Ich war sehr zeitig losgefahren, denn ich hatte Angst dass ich nicht durch den morgendlichen Verkehr komme. Doch es ging erstaunlich gut, sogar auf dem Glacis wo es zur der Stunde immer stockt, weil sich dort drei große Schulen befinden.

Es war eine Zahnreinigung die quasi eine ganze Stunde dauerte. Es war anstrengend. Mein in Rente gegangener Zahnarzt, hat es am Ende ganz schön schleifen lassen und ich bin stocksauer auf ihn. Es hätte noch eine Röntgenaufnahme von der Stelle gemacht werden sollen, an der er das letzte Mal schon ein Problem sah, doch die Software des Apparates streikte. Also muss ich nochmal hin. Es bleibt spannend.

Auf dem Rückweg ging ich nochmal in die Stadt wegen einem Einkauf und gab zugleich die Arztrechnung in der Krankenkasse ab. Ich fuhr mit der Tram hin weil es am schnellsten geht. Aus dem Wagen heraus machte ich dieses Foto von dem neuen Aussichtsturm. Es ist ein anderer wie im vorigen Jahr.

Aus dem Briefkasten zog ich einen New Yorker. Inzwischen sind sie fast einen Monat im Verzug. Vor der Pandemie waren es 14 Tage. Ich frage mich, ob ich die Papierausgabe im Abo nicht beenden soll. Wir hegen ja zur Zeit alle einen Groll gegen die Staaten und vor allem gegen ihr-wisst-schon-wer. (Allein schon seinen Namen auszusprechen, fühlt sich an, als ob man sich mit eine schlimmen Krankheit infizieren würde.) Aber wenn ich dann die Coverzeichnungen sehe, wie diese hier, versöhnt es mich ein wenig:

Was vor sehr vielen Jahren von Charlie Chaplin eine Farce in einem Film war…

Am späten Nachmittag sollte ich nochmal eine kurze aber intensive Dienstrunde haben aber die fiel aus, weil die Darstellerin gar nicht in der Probe war und erst morgen kommt. Ein Kommunikationsproblem.

Da ich aber noch auf der Suche nach einem Profiproduckt war, nutzte ich die Gelegenheit und fuhr in die verhasste Belle Étoile, die als Einkaufszentrum einfach zu groß ist. Ich war auf der Suche nach einem Trockenshampoo das keine Rückstände hinterlässt. Es gibt welche, von Marken die ich hier nicht bekomme, ausser im Netz, zu irrealen Preisen. Ich fand aber eines von einer Marke, der ich schon lange für andere Produkte vertraue; ich wusste nur nicht, dass sie auch Trockenshampoo führen:

Ich konnte es im Geschäft probieren nebst anderen, die deutlich weiße Spuren hinterließen, war bei dem fast gar nichts zu sehen. Ich las, dass es auf Basis von Tapioka ist, alles anderen sind meist auf Basis von Talk.

Wieder daheim verabredete ich mich mit der A. auf einen Schlummertrunk im Pavillon im Park.

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Hier eine Tagesfrage die nicht von Day One stammt, sondern von mir selbst:

Nimmst du dich selbst ernst?

Nein. Absolut nicht. Ich denke sogar, dass es ein sehr großer Fehler ist, das zu tun. Ihr kennt alle Menschen in euerem Umfeld, die sich fruchtbar wichtig und ernst nehmen, mit dem Resultat, dass ihr sie als furchtbar anstrengend empfindet. Ich stelle grad mir vor wie ich wäre, wenn ich so ein riesiges aufgeblasenes Ego hätte. Nicht auszudenken!

Dienstliches und das zweite ESC Halbfinale

Ein Tag mit mehr hin und her als erwartet.

Ich hatte nicht besonders gut geschlafen und brauche am Morgen länger als gedacht.

Großes Hallo im Renert mit der D. Ich hatte sie seit ein paar Wochen nicht gesehen.

Anschließend noch ein paar Einkäufe und dann war es schon an der Zeit, dass ich eine intensive wenn auch kurze Dienstrunde antrete.

Mit fällt bei dem Foto grad auf, dass ich am Hinterkopf dann auch schon sehr grau geworden bin, bis auf eine Stelle im Nacken.

Am Abend schaute ich mit das zweite Halbfinale des ESC an. Und da waren weitaus mehr Songs dabei, die herausstachen als in der ersten Runde. Ich stimmte sogar mit ab für drei der Lieder die alle auch ins Finale kamen. Österreich, Dänemark und Lettland. Dass Luxemburg weiterkam, wunderte mich nicht, das war bei dem Ohrwurm schon ziemlich klar.

Ich hoffe nur, dass wir nicht gewinnen, denn sonst sitzen wir schön in der Sch… Ok, wir haben ein quietschneues Stadion, das erstmal überdacht werden müsste und wenn ich den Aufwand sehe, der in Basel betrieben wurde… Luxemburg wird aus allen Nähten platzen.

Ein Restaurant beim Seerosenteich

Ein schöner Mittwoch mit einem feudalen Mittagessen. Ich entdecke immer noch neue Orte in der Gegend. So war ich mit der G. in einem kleinen Dorf über die Grenze, nicht weit von Cattenom entfernt, in Manom. Les étangs ist ein Kleinod zwischen den mehreren kleinen Teichen.

In wenigen Wochen könnte man hier ein impressionistisches Bild mit Seerosen à la Monet malen.

Es war wunderbar. Leider habe ich nichts weiter von Restaurant selbst abgelichtet. Das Ambiente innen ist nämlich auch sehr schön.

Zu essen gab es eine ganze Seezunge für zwei nur mit braunem Butter und ein wenig Zitronensaft. Dazu ein köstliches Kartoffelpüree. Es war wunderbar, aber ich hätte mir gewünscht, dass noch ein bisschen Gemüse dabei gewesen wäre.

Als Nachtisch hatte ich ein Baba mit Ruhm.

Die Konsistenz des Baba war eine andere wie gewöhnlich und ich wüsste gerne, welche Art von Teig er dafür gemacht hat. Es war sicherlich nicht der übliche Biskuit Teig.

Vollgefressen fuhren wir zurück. Da gehe ich sicherlich nochmal hin.

***

Liste deine fünf Lieblingsfrüchte auf.

🍒 , 🥭 , 🍊 , 🍌 , 🍓 , 🍎, 🍑, 🍇. Das wären dann acht an der Zahl. Aber wenn man mich nach einer einzigen Frucht gefragt hätte, dann wäre das allen anderen voran, Kirschen gewesen.

Zwei emsige Tage ESC erstes Halbfinale

Der Montag. Es wäre so schön gewesen wenn ich ihn frei gehabt hätte, weil das ganze Wochenende ja dienstlich vollgepackt war. Aber nein. Der Montag war einer der Tage, über die ich nicht viel schreiben kann, weil hauptsächlich aus Vorbereitungen für die nächste Produktion bestand. Der einzige Lichtblick war ein Telefonanruf der D, die Mittwoch zurück nach Luxemburg kommt.

***

Am Dienstagmorgen fand ich endlich die Zeit das Interview von letzter Woche anzugehen und niederzuschreiben. Es ist mühsamer als ich dachte. Ich habe für die Einführung länger gebraucht als geplant. Das Interview selbst wird einfacher.

Den Nachmittag habe ich dann wieder mit dienstlichem verbracht, dass ausgenommen Spaß machte. Da ich erfreulicherweise früher fertig war, beschloss ich ins Rainbow Center zu gehen, um mir das erste Halbfinale des ESC anzusehen. Da noch etwas Zeit war, ging ich eine Runde durch den Park.

Viele Karpfen tummelten sich im Teich um kamen sofort angeschwommen, als ich mich näherte, aber ich hatte nichts zum füttern dabei und würde das auch nicht tun.

Ich erhielt aber einen Anruf, der das alles kippen ließ und ich mich um andere Dinge kümmern musste.

Ich schaute mir dann den Rest der Sendung daheim an. Eigentlich hatte ich vorgehabt, ein bisschen Liveblogging zu machen, aber ich war schlichtweg zu müde. Ich hatte hier schon einmal kurz erwähnt, dass ich mir alle Titel im Schnelldurchlauf angehört hatte und mich da recht wenig begeisterte. Die Titel in ihrer gesamten Länge zu hören, machte es nicht besser. Der Einzige, bei dem ich sicher war, dass er weiterkommen würde, war Schweden. Das Lied geht ins Ohr, ist aber auch nicht mein Geschmack. Sehr schräg, fand ich die beiden Vögel aus Italien, die ja neuerdings, obwohl sie zu den Big Five gehören, einmal im Halbfinale singen dürfen. Aber das Lied an sich fand ich gar nicht mal so schlecht.

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Ein netter kleiner Podcast über den berühmtesten Frosch der Welt.

Sonntag mit Smokey Carrot Bacon

Na ja, der Bacon steht in der Überschrift wegen dem Gag, weswegen ich das machte. Aber von vorn.

Als ich in Lichtenstein war, entdeckte ich zum ersten mal Smokey Carrot Salmon, das jeden Morgen auf dem Frühstücksbuffet stand. Es schmeckte mir ausgezeichnet, nicht weil es als Lachsersatz angeboten wurde sondern weil man die Möhren so sehr in ihrer Konsistenz umgewandelt hatte, das es nicht mehr an Möhre erinnerte. Später las ich, dass dieses Verfahren mit dreifachem einfrieren und auftauen von statten geht. Was für ein Aufwand! Ich verwarf den Gedanken. Aber in dem Stück das ich zur Zeit betreue, geht es unter andrem, um Somkey Carrot Bacon als Speckersatz.

Also machte ich heute für die letzte Vorstellung, als Toi Toi für die Derniere, eine große Ladung davon nach diesem Rezept.

Ich rührte die Marinade in einer tiefen Schüssel an und nahm die Mandoline aus dem Schrank, die ich schon so lange habe, dass ich im Geiste auf die 80er Jahre zurückrechnete. Die Möhren hatte ich bereits die Tage gekauft. Die Mandoline erfüllte aber ihren Zweck nicht mehr. Die Messer sind inzwischen stumpf. Also musste ich mich mit einem normalen Messer abmühen, die dann doch sehr festen und harten Möhren in feine Scheiben zu schneiden.

Ich nutzte zum ersten mal die Smoker Funktion vom Grill den ich letztes Jahr gekauft hatte und stellte ihn auf Speisefön Modus.

Resultat, hervorragend! Es sind noch immer Möhren und bei weitem kein Speck, aber geschmacklich sind die dünnen Scheiben großartig geworden. Ich machte zwei große Portionen davon. Ich musste mich sehr zusammenreißen, um den Teller nicht leer zu futtern:

Ich packte sie hübsch ein in Stanniolpapier und kleine Tüten.

Am Nachmittag machte ich mach dann auf, zu der letzten Vorstellung. Die Darsteller die Masken hatten, bekamen ihre Maske als Miniatur…

… die anderen bekamen Möhrenspeck. Die Kollegin fand den ‚Speck‘ schon mal ausgezeichnet.

Da in dem Stück auch eine Reihe von Jugendlichen mitspielten, und es ihre erste Erfahrung war, im Profibereich mitzuspielen, war die Trauer am Ende groß, dass es vorbei war und es flossen ein paar Tränen. Was mir persönlich Mut machte war der Umstand, dass die ganze „Rasselbande“ mitunter disziplinierter war als ein paar der Profis. Es sind ein paar Talente in Sicht.

Später gingen wir noch ins Microcosmos, über das ich die Tage berichten werde.

Ich war früh daheim und im Bett, denn ab Montag wird es Schlag auf Schlag gehen und ich habe ein wenig Bammel davor dass, ich das nicht schaffe. Wir werden sehen.

Ein stressiger Samstag

Es war mir klar dass es ein wenig viel werden würde, dass es aber sooo viel war, war nicht geplant.

Zudem hatte ich schlecht geschlafen, denn es schwirrten Geister aus der Vergangenheit in meinem Kopf herum. Und plötzlich waren lang vergangene Zeiten und Begebenheiten wieder so präsent als wären sie eben passiert und die ganze Wut, die ich damals nie zum Ausdruck bringen konnte, wühlte mich so auf, dass an schlafen nicht mehr zu denken war. Jetzt da ich das schreibe, mehrere Stunden vergangen sind und ich den Tag fast hinter mir habe, frage ich mich was diese Aktion sollte. Ich habe das nie psychologisch aufgearbeitet, weil es mit dem Ableben der betroffenen Person, für mich erledigt war. Wenn das öfters vorkommt, werde ich etwas unternehmen müssen.

Um 9:30 Termin um den immerwährenden kaputten Fingernagel wieder mit UV Gel auffüllen zu lassen.

Dann zurrte ich einen Termin beim Optiker fest für nächste Woche. Ich habe mir die Brille Anfang der Woche zerdeppert und der Rahmen ist gebrochen. Mist. Doch im Laden versicherte man mir dass, noch Gewähr auf dem Gestell sei und dass der Rahmen ersetzt wird. Nichtsdestotrotz lasse ich einen Test machen ob die Dioptrien noch immer gleich sind, denn ich habe das Gefühl das die Weitsicht nachgelassen hat.

Dann fuhr ich ins Theater wegen einem Projekt das in zehn Tagen Premiere haben wird und ich hatte noch keinen blassen Schimmer was Sache war. Die Produktion hatte mir das als ‚Locker vom Hocker’ verkauft, doch dem ist gar nicht so. Ich erarbeitete mit der Kostümbildnerin einen Schlachtplan was die nächsten Tage alles zu bewältigen ist. Danach war ich sehr niedergeschlagen. Ich werde aller Voraussicht nach, bis zur re:publica in Berlin, keinen freien Tag mehr haben.

Ein schnelles Mittagessen im Renert und dann eine Runde Shopping für die anstehende Theaterproduktion.

Und dann war es schon an der Zeit eine vorletzte Dienstrunde der aktuellen Produktion anzuteten. Später saß ich nochmal im Renert auf der Terrasse und genoss endlich ein wenig das schöne Wetter.

Twisted Cat für mich das beste alkoholfreie Bier.

Der hell erleuchtete Stand im Hintergrund ist Teil vom Mäertchen.

Kurz nach 22:00 war ich daheim. Ufffffffff.

Eine Tagesfrage und anderes

Da ist für diesen Europa Tag, der in Luxemburg ja ein Feiertag ist, nichts weiter zu berichten gibt was wirklich erwähnenswert wäre, machen wir zwei kleine andere Dinge. Da wäre erst mal die Tagesfrage:

Mit welcher Persönlichkeit des öffentlichen Lebens kannst du dich am wenigsten identifizieren?

Mit gar keiner. Aber wenn schon danach gefragt wird welche Persönlichkeit am weitesten von mir entfernt ist, ist es wohl The Idiot Trump. (Ich nenne ihn übrigens nur so. Es ist sein ganz persönlicher von mir verliehener Titel.)

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Und wenn wir schon bei aktuellen Persönlichkeiten sind. Es gab da noch einen Umstand, die letzten Tage, weswegen sich hier in Luxemburg heimlich Hoffnungen gemacht wurden, obwohl es sehr unwahrscheinlich war. Es war das erste Mal, dass ein Luxemburger im Konklave mit dabei war. Jean-Claude Hollerich, unser Kardinal, galt in manchen ausländischen Berichterstattungen als einer der Favoriten. Hollerich hatte es aber von Anfang an, in mehreren Interviews, von der Hand gewiesen, dass er für diesen Posten nicht infrage käme. Nicht auszudenken, wenn Luxemburg jetzt auch noch Papst wäre! Dass ist ein Amerikaner wurde, kann man auch als eine politisch motivierte Entscheidung sehen.

Am Abend schaute ich das vom Arte Kanal über eine Malerin, die ich beschämenderweise nicht kannte, Lotte Laserstein. Sie hat wunderbare Portraits gemalt:

Fast wie in alten Zeiten

Es war ein Tag der erstmal sehr ruhig und langsam anfing. Um 11:00 hatte ich einen Termin zum Haareschneiden. Auf dem Weg dorthin sah ich Blümchen aus allen Ecken sprießen:

Da meine Putzhilfe für gewöhnlich am Freitag kommt, morgen aber der Europatag ist, also ein Feiertag, machte ich mich daran einiges jetzt schon im Haushalt in Ordnung zu bringen.

Am späten Nachmittag trat ich eine Dienstrunde an, die wie gehabt verlief, ohne Zwischenfälle.

Auf FB hatte ich gesehen, dass Miss Orey Li im Dipso für die Spring Party auflegen würde. Sie ist eine Freundin aus längst vergangenen Zeiten und sie legt nicht besonders oft auf, aber wenn, dann fliegen die Fetzen. Da ich auch schon seit sehr langer Zeit nicht mehr gescheit tanzen war, dachte ich, dass es mal wieder an der Zeit wäre.

Und es war fast wie in alten Zeiten. Es waren so viele gekommen die ich noch aus den 2000er Jahren kannte, dass ich mich in der Zeit zurück festsetzt fühlte.

Ich blieb vernünftig und versackte nicht bis in die frühen Morgenstunden, sondern war brav kurz nach 1:00 daheim.

Versuchskaninchen & Eigenwerbung

Kurze Zwischenfrage: Gibt es im Medizinstudium ein Pflichtfach, wie man sich eine Sauklaue in der Handschrift aneignet? Werden gar Punkte abgezogen, wenn man zu leserlich schreibt? Warum schreiben MdizinerInnen so schlecht? Is that a thing? Das war heute ein Thema, in meiner Thread Timeline. Es wurden ein paar Handschriften gepostet, die ich bei aller Liebe nicht entziffern konnte.

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Zur Tagesordnung.

Am Morgen war nichts besonderes. Ich fing an das Interview von gestern durchzuhören, weil ich es aufgenommen hatte und nicht aufgeschrieben. Das wird ein schöner Text werden.

Am Nachmittag hatte ich einen Termin mit der G. Es war aber nur kurz und wir zurrten einen Termin fest für nächste Woche.

Ich schaute kurz im Rainbow Center vorbei und dann war es auch schon an der Zeit die Dienstrunde anzutreten.

Die Kollegin brauchte jemand der dem Kopf hinhält, da sie grad an einem anderem Projekt arbeitet. Ich weiß ja selbst wie das manchmal ist, wenn man eine Idee umsetzten will und man grad niemand zur Hand um etwas auszuprobieren.

Resultat:

Das ist NICHT schwarz gefärbt oder eingesprüht. Das wäre nie und nimmer so regelmäßig geworden. Frage an des Publikum: Mit was hat die Kollegin das hinbekommen? Ich bin auf die Antworten gespannt. Kleiner Tipp, das zweite Foto verrät es ein wenig.

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Und da die Tagesfrage grad sehr gelegen kam:

Was tust du, um dich in der Community zu engagieren?

Das ist schnell beantwortet. Ich schreibe vierteljährlich für die Queer.lu. Wer noch nichts von mir gelesen hat was ich außerhalb vom Blog schreibe, sollte hier mal reinschauen.

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Und wenn wir schon bei der Eigenwerbung sind, hier ist ein Interview mit mir im Rahmen einer Sendung in der es ums Scheitern geht. Das Fiasko Fest. (Auf luxemburgisch.)

Dienstag mit Interview

Am Morgen legte ich erstmal eine Runde Haushaltspflichten ein, und das später als gedacht, weil ich nicht besonders gut geschlafen hatte. Danach setzte ich mich mich eine Weile hin und dachte mir Fragen aus, die ich am Nachmittag für ein Interview brauchte, was in der nächsten Queer stehen wird. Nebenbei bemerkt wird es das/die erste Interview/Reportage sein die ich komplett auf luxemburgisch schreiben werde. Das wird auch eine neue Erfahrung.

Gegen Mittag fuhr ich dann los. Das Interview sollte in Esch stattfinden. Da ich wesentlich zu früh da war, wanderte ich ein wenig durch die Fußgängerzone. Sie ist die größte Fußgängerzone in Luxemburg und sorgte über die Jahre für viel Gesprächsstoff. Diese schrägen Eisenträger z.B. mit kleinen Lämpchen zu nächtlichen Beleuchtung dran, wurden schon viel belächelt und sehen heute mit ihrem lila Anstrich noch mehr aus als ob aus der Zeit gefallen wären.

Ich lichtete den Teil ab, der keine Baustelle war.

Das Interview verlief ohne Probleme. Im Gegenteil, es war sehr angenehm und ich habe mehr Material, als ich letztendlich in der Niederschrift verwenden werde.

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Am Abend schaute ich mir eine Reportage auf Arte an über Tiefseetaucher im Mittelmeer. Davon gibt es inzwischen eine ganze Reihe. Es ist immer die gleiche Crew, und es erinnert mich an, da es Franzosen sind, Jacques Cousteau und seine Mittarbeiter. Mein Vater war ein riesiger Fan von ihm und immer, wenn Dokumentationen im Fernsehen gezeigt wurden galt das oberste Gesetz, sich die anzusehen.

Montag mit Konklave

Nein, ich ging nicht mit mir selbst in Konklave.

Von vorn.

Ich erwachte sehr früh, zu früh um schon geschäftig zu werden. Also gab es ein Tasse Kaffee die mit zum Bett wanderte und ich legte mich nochmal hin.

Es gab ein wenig Büroarbeit und eine Wäscheladung, um die ich mich kümmern musste. Es stand ebenfalls ein Dienstbesuch an und eine Runde Einkäufe für daheim. Da ich für beides eh den Wagen nehmen musste, konnte ich auch in einen Supermarkt fahren, der etwas weiter weg lag. Wenn ich die Zeit und Muße dafür habe, erkunde ich gern andere Orte, um meine Einkäufe zu tätigen, die mir ein wenig fremd ist. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass die Cactus Kette immer ein wenig andere Produkte in ihren größeren Supermärkten anbieten, je nachdem wo sie beheimatet sind. So habe ich vor Jahren schon festgestellt, dass es Produkte von Ferrero gibt, die man nur im Süden des Landes findet und nicht anderweitig. 

So fand ich gestern eine Flasche Teppichreiniger mit Bürstenaufsatz von Dr. Beckmann, die ich noch nie gesehen hatte. Hoffentlich kommt die endlich zurande mit ein paar unverwüstlichen Flecken auf dem weißen Teppich im Wohnzimmer.

Am Abend schaute ich mir den Film Konklave*auf Prime an, den ich im Kino verpasst hatte. Zum einen, weil es ja bald mit dem richtigen Konklave losgeht und zum anderen, weil ich sehr neugierig auf den Film war. (Weil ich das Wort so selten gebrauche, war ich überzeugt, dass es die Konklave sei. Falsch. Es ist das Konklave.)

Der Film der auf dem Roman von Robert Harris basiert, hält sich einer Filmkritik nach, eng an die Romanvorlage. Es ist spannend zu sehen, wie es im innersten dieser Versammlung zugeht, denn eigentlich ist das Konklave ja eine streng geheime Veranstaltung. Das lässt aber auch den Schluss zu, dass das, was wir im Film sehen, nur ansatzweise der Realität entsprechen kann. Oder es trifft den Nagel auf den Kopf; man weiß es nicht so genau.

Eine großartige Geschichte mit Intrigen und Verwicklungen, aber auch ein bisschen Klischee, was dem Film aber nicht schadet. Den Schluss finde ich großartig!

(Wenn mir ein Film gefällt, lese ich häufig im Anschluss ein paar Kritiken. Wenn ihr eine lesen wollt, die schlecht geschrieben ist, von einer Person die sich selbst gerne liest / reden hört, dann lest diese hier aus den Filmstarts.)

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Und zum Abschluss gibt es noch eine Tagesfrage:

Was sind deine Lieblingsmarken und warum?

Eine Frage die ich mal wieder so nicht beantworten kann, ohne die Frage selbst zu hinterfragen. Was ist dein Lieblings-was-auch-immer, kann ich zum Beispiel bei Filmen, Musik und Büchern nicht beantworten, weil ich zu viele davon gesehen, gehört und gelesen habe. Es gibt aber augenblickliche Lieblinge. Im Falle von Musik ist das ganz oft der Fall. So gab es vor ein paar Monaten ein Lied von Billie Eilish / Birds of a Feather, dass ich rauf und runter hörte. Es verband sich mit einem Moment des Abschiedes und der Trennung und einer definitiven Veränderung. Ich denke nicht, dass ich diesen Moment explizit hier im Blog beschrieben habe. Aber wenn das Lied noch ab und an im Radio läuft, werde ich an diesen Moment zurück erinnert. Auch bei Büchern kann ich keinen Liebling hervorstreichen. Genauso wenig bei Filmen. Sie kommen und gehen, manche davon bleiben eine Weile länger im Gedächtnis. Andere sind, auch wenn sie gut waren, sind nach einem knappen halben Jahr verschwunden.

Bei Lieblingsmarken setze ich voraus, dass es sich um Dinge handelt wie Bekleidung, Esswaren, Süßigkeiten und, und, und. Ich habe mir lange den Kopf zermartert um eine Marke zu finden und kam zu dem Schluss, dass es nur eine gibt, in einem einzigen Bereich, die ich gerade allen anderen bevorzuge. Zur Zeit bevorzuge ich Camper Schuhe allen anderen Marken, weil sie eine große Auswahl haben und zu jeder Gelegenheit, das passende Schuhwerk. Zudem trifft der Stil genau meinen Geschmack. Es kann aber durchaus sein, dass sich das in den nächsten Jahren ändert. Es hängt von den zukünftigen Modellen ab.

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*Lest im diesem Wiki Link, wenn ihr den Film sehen wollt, die Handlung nicht ganz, denn sie verrät das Ende des Films.

Sonntag mit dreierlei

Der Sonntag fühlte sich insgesamt sehr stressig an.

Ich war zeitig auf, um die Übernachtungsgäste zu verabschieden, weil sie früh los wollten. Es folgte Bett abziehen und eine erste Waschmaschine füllen, bevor ich dann auch los musste.

Der erste Termin war gleich dienstlicher Natur. Eine Übergabe an eine Kollegin, die eine Zeit lang mein linker und rechter Arm war. Der Grund war, weil ich mich nicht in zwei teilen und terminlich nicht alles bewältigen kann. Das ging sehr fix und ohne Probleme von statten.

Kurz nach Mittag stand ich dann bei dem JR auf der Matte der zum Mittagessen geladen hatte. Die A. zusammen mit Blue und jede Menge anderer Gäste waren auch da. Der JR. tischte herrliche Dinge auf. Als erstes gab es eine Brennnesselsuppe mit frischen Brennnesseln aus dem Garten. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal eine gegessen hatte, aber das ist schon ewig her. Anschließend folgten grüne und weiße Spargel mit Vinaigrette, Ei und Parmesan Flocken. Danach gab dreierlei Quiche. Eine klassisch mit Speck, eine mit Artischocke und eine mit getrockneten Tomaten, Ricotta und Spinat. Alles sehr lecker und von Grund auf selbstgemacht.

Auch der eingedeckte Tisch war auch sehr schön ein paar recht altmodischen Dingen die mich zum Teil an früher erinnerten.

Die alten, viel kleineren Weingläser, das Rosenthal Service in dem ein Teil der Teller noch den Aufdruck „US Zone“ im Stempel hatten, die Messerbänklein, die noch viel älter waren und mich an die Bänklein meiner Tante erinnerten, denn sie hatte genau die Gleichen. Ja, sie sind aus Elfenbein und ja, sie stammen aus einer Zeit in der andere Sitten und Bestimmungen herrschten…

Leider musste mich ich zu früh verabschieden denn ich hatte dienstlich zu tun.

Am Abend fiel ich wie ein Stein ins Bett.

Übernachtungsgäste aus dem Breisgau

Am Morgen war ich gleich sehr emsig. Ich musste die Wohnung auf Vordermann bringen, denn die Putzhilfe hatte diese Woche um ihren freien Tag gebeten hatte, also musste ich selbst Hand anlegen. Kurz nach 10:00 Uhr ging ich zum Wochenmarkt und kaufte alles für den Abend ein. Ich hätte mir lange überlegt, was ich machen sollte, denn ich hatte keine große Lust, mich stundenlang in die Küche zu stellen. Also kaufte ich drei Sorten frische Pasta. Zudem kaufte ich Erdbeeren und machte dafür fix ein Vanilleeis. Am späten Nachmittag kamen die Übernachtungsgäste an. Es wurde ein schöner Abend an dem ich sie auch kurz durch die Stadt führte. Es wurde jedoch nicht sehr spät, denn die Gäste wollten am Sonntag zeitig los.

***

Nenne die Menschen, die du bewunderst und bei denen du Rat suchst.

Menschen die ich bewundere UND bei denen ich Rat suche; das sind zwei Bedingungen. Das eine setzt das andere nicht zwingend voraus. Die Menschen, die ich bewundere, kenne ich zumeist nicht persönlich, weil es oft Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind, und die, die mir grad einfallen, sind bereits verstorben. Die kann ich schlecht um Rat fragen. Ich könnte höchstens nach Rat in ihren Büchern suchen, wenn sie denn welche geschrieben haben. Wenn ich praktischen Rat brauche, frag ich meistens Freunde und Bekannte in meinem Umkreis. Wenn es um Lebensfragen geht oder Fragen philosophischer Natur, das mache ich mit mir selber aus. Ich bin inzwischen so alt, habe so viel gesehen, gehört und gelesen, dass ich die Antwort auf diese Fragen meist kenne, auch wenn ich sie, je nach Situation, manchmal nicht wissen will.

Migräne, Geschenk & Geburtstagsfeier

Ich bin ja immer auf der Suche nach Antworten und Lösungen, wie wir alle. Als ich heute Morgen aufstand, hatte ich Kopfschmerzen. Es war nicht genau auszumachen, ob es nur Kopfschmerzen waren, oder ob er sich in eine ausgewachsene Migräne verwandeln würde. Doch als ich die ersten 10 Minuten auf den Beinen war, war mir klar, dass es eine Migräne werden würde. Es war jetzt so lange nichts und jetzt geht das wieder los.

Ich habe mich gefragt, ob diese Migränewellen im Zusammenhang mit der Andropause stehen. Ich suchte danach und ja, in der Tat, das kann ein Symptom sein.

Also nahm ich zwei Tabletten, legte mich eine Weile hin und begann das Tageswerk erst später. So lange rezeptfreie Paracetamol in einer etwas höheren Dosis ihre Wirkung zeigen, sollte ich mich nicht beschweren. Ich mache mir immer wieder selbst Vorwürfe, dass ich zu viel von dem Zeug schlucke, doch seit einer Weile vermerke ich immer im Kalender wann ich welche nehme. Daraus geht hervor, dass die Einmahne sehr unregelmäßig ist. Es gibt Zeitabschnitte in denen über Monate hin nichts ist und dann treten sie wieder verstärkt auf.

Ich schrieb endlich das leidige Datenblatt fertig, was diesmal nicht so schlimm war, aber halt gemacht werden muss. Dabei entdeckte ich in einem unscheinbaren Umschlag, Briefmarken von 1995! Es sind zwei Serien von vier Stück, die zusammen jeweils ein Bild ergeben. Sammelt jemand meiner geschätzten LeserInnen Briefmarken? Sie sind aus Luxemburg und damit eher selten.

Am Nachmittag begab ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Präsent für einen Geburtstag. Am Abend war ich nämlich bei einer Freundin und Kollegin, die B., aus Saarbrücken eingeladen. Ich ging in den kleinen Laden, der noch vor ein paar Monaten mitten im der Stadt war, jetzt befindet er sich in meinem Viertel. Sopilipili ist ein kleiner exklusiv Laden mit tollen Unikaten und jeder Menge an Ideen für Geschenke zu absolut vernünftigen Preisen. Ich ging rein und war binnen 5 Minuten fündig geworden.

Kurz nach 16:00 Uhr fuhr ich los weil ich befürchtete in der Feierabendverkehr zu kommen. Doch dank dem Brückentag war die Sorge unbegründet. Die B. hatte ein Restaurant und Hotel entdeckt, das ich nicht kannte, das aber von den Fotos her schon mal sehr ansprechend aussah. Gasthaus Schloss Saareck.

Leider habe ich es verpasst mehr Fotos zu machen auch vom Essen, dass nicht sternewürdig, aber sehr gut war. Da geh ich auf jeden Fall noch mal hin.

Wieder daheim, ging ich noch kurz durch die Innenstadt und machte ein paar Fotos. Eines davon ist ganz gut geworden.

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Was ist dein Lieblingsfeiertag? Warum?

Ha! Sehr gute Frage! Es wäre Weihnachten wenn ich das im Hochsommer feiern könnte, so wie ich das zweimal in Australien gemacht habe. Das war wunderbar. Da ist nix mit Besinnlichkeit, Dunkelheit und Kälte. Das ist wunderbares Essen draußen mit Sonne und in einem Jahr sogar mit Swimmingpool. Da gibt es auch ein Foto:

Das sind inzwischen fünf Jahre her. *Seuftz*

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Und dann wäre da noch etwas. Ich fand es heute per Zufall heraus. Ich überprüfe nicht regelmäßig meine Linkliste, nur sehr sporadisch. Genauso wenig tun das andere. Ich mache es also niemandem zum Vorwurf, sonst müsste ich mich selber an den Ohren ziehen. Der Link vom Blog des Fräuleins, führt bei mir zum Web Archive. Bei Frau Brüllen steht immer noch der direkte Link readonmydear.com . Er war lange nicht aktiv und stand zum Verkauf. Jetzt jedoch ist er wieder aktiv und mit ein paar alten Texten des Fräuleins versehen aber irgendwie so ‚ohne alles‘. Es ist nicht mal ein richtige Mirrorseite davon. Da ich nicht an das Übernatürliche glaube und das Fräulein ganz sicher nicht aus dem Jenseits bloggt, wüsste ich gern, was das soll und wer dahinter steckt.

Verwirrendes & Traumpfad am 1.Mai

Heute möchte ich mal über eine Buchstabenabfolge sprechen, LGBTIQ+. Ich gehöre dieser Community auch an. Auslöser war die Cover Story, die ich für queer.lu geschrieben habe. Darin ging es um den Mitbegründer und ersten Präsidenten von Rosa Lëtzebuerg, der inzwischen 25 Jahre verstorben ist. Er war ein Aktivist mit Leib und Seele. Er setzte sich für die Rechte der Lesben und Schwulen ein, also für das L und das G und logischerweise dann auch für das B. Später kam dann das T noch dazu, und ab da, fängt es an kompliziert zu werden. Das I und das Q machten es dann noch verwirrender. Versteht mich nicht falsch, für mich ist es nicht kompliziert, aber für alle, die sich nie mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Hier einmal alle Buchstaben kurz erklärt:
L= Lesbisch
G= Schwul (Gay)
B= Bisexuell
T= Trans (Transgeschlechtlich oder Transgender)
I= Intergeschlechtlich (Menschen mit körperlichen Geschlechtsmerkmalen, die nicht eindeutig männlich oder weiblich sind)
Q = Queer und/oder Questioning („Queer“ ist ein Sammelbegriff was von den Mehrheit, sprich Cis und Hetero, abweicht. „Questioning“ steht für Menschen, die ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität noch hinterfragen)
+ = Steht für alle weiteren Identitäten und Orientierungen, die nicht explizit in der Abkürzung genannt sind.

Die drei ersten Buchstaben, LGB stehen für sexuelle Identitäten. T und I stehen für Geschlechtsidentitäten, das Q steht wiederum für alles.

Gut daran ist, dass LGBTIQ+ Organisationen ein Sprachrohr für alle diese Menschen ist und eine Anlaufstelle, wenn sie nicht mehr weiter wissen.

Schlecht daran finde ich, dass die breite Masse nicht versteht, dass diese Buchstabenabfolge zwei völlig verschiedene Dinge behandelt und sie erstmal nichts miteinander zu tun haben, Jeder, wirklich jeder Mensch hat zwei Identitäten, die geschlechtliche und die sexuelle Identität. Die meisten Menschen sind Cisgeschlechtlich , sprich als Mann oder Frau geboren und sie erkennen dieses Geschlecht für sich an. Das sagt aber nichts über ihre sexuelle Identität aus.

Ich mache es jetzt noch verwirrender. Ein Mann oder eine Frau, die von Anfang an wissen, dass sie nicht im richtigen Körper geboren wurden beziehungsweise mit dem falschen Geschlecht auf die Welt gekommen sind und nach vielen Mühen, eine Transition vollzogen haben und jetzt zu sich und ihrem Körper stehen können, wechseln mit der Transition, auch meistens die sexuelle Identität, obwohl sie sich per se nicht ändert. Ich sage meistens, denn es gibt Ausnahmen. Ein Beispiel: Ein Cis Mann, der eine Cis Frau geheiratet hat, und anschließend eine Transition vollzogen hat, also zur Trans-Frau wurde, aber immer noch mit der gleichen Frau zusammen ist, wechselt automatisch von hetero zu lesbisch. Die Partnerin übrigens auch. Man könnte aber davon ausgehen, dass beide bi- oder pansexuell waren, vielleicht sogar asexuell. In dem Fall würde die sexuelle Identität nicht ändern.

Ihr seht die Verwirrung?

Wie man das beseitigen kann, weiß ich leider auch nicht. Ich glaube, dass die meisten Menschen, die sexuellen Identitäten verinnerlicht haben, auch dann, wenn sie sie ablehnen und z.B an Homophobie leiden. Ein Lösung wäre demnach, der geschlechtlichen Identität mehr Bedeutung beizumessen als der sexuellen, denn letztendlich ist es egal, wen man liebt und mit wem man Sex hat. Doch damit würde man viele aktuelle Probleme ignorieren, denn die Gesellschaft rudert zur Zeit in all diesen Bereichen rückwärts, und das ist sehr beängstigend.

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Kommen wir zur Tagesberichterstattung.

Nachdem ich den Text oben fertig hatte, und er nahm mehr Zeit in Anspruch als gedacht, hüpfte ich unter die Dusche und machte mich tages- und ausgehtauglich.

Ich hatte gestern kurz von den Traumpfad gesprochen, den ich begehen wollte. Heute hatte ich Zeit dafür. Little did I know…

Dieser Pfad befindet sich nicht weit von Virton entfernt.

Ich stellte den Wagen etwas oberhalb des ‚3 Lacs‘ ab und ging den Rest der Strecke zu Fuß, denn von dort aus war die Straße gesperrt. Es waren mehr Menschen unterwegs als ich erwartet hatte. Ich ließ sie überholen, denn ich wollte die Natur genießen. Schließlich war hochsommerliches Wetter und dass ich nicht alleine dort sein würde war mir klar.

Als ich dann am Pfad ankam standen dort noch sehr viel mehr Autos und mir schwante Fürchterliches. Ich kam an den Schild vorbei, das ich schon im Internet entdeckt hatte, dort aber wegen der schlechten Qualität des Fotos nicht lesen konnte. Jetzt konnte ich. Ich habe das mal übersetzt:

Das lothringische Gaume-Gebiet, mit seinen sanften, märchenhaften Wäldern, seiner romantischen Architektur und seinen außergewöhnlichen Legenden, ist eine Quelle der Inspiration und Kreativität. Künstlerinnen und Künstler, „Traumfänger“ genannt, haben sich von diesem Ort verzaubern lassen und dort Skulpturen, Land-Art-Installationen, Anamorphosen sowie lebende Weidenstrukturen geschaffen.

Das war mir schon klar gewesen dass es sich um Kunst im Wald handelt. Aber jetzt kommt‘s:

Wir befinden uns hier im Tal der Zigomars. Wer sind die Zigomars? Kleine Waldkobolde, die die Feen beschützen, die sich ganz in der Nähe niedergelassen haben? Wenn ihr sie treffen möchtet, kommt zum Fest am 1. Mai, das jedes Jahr in ihrem Versteck etwas weiter oben gefeiert wird. Dort könnt ihr ihre köstliche Erbsensuppe und ihr besonderes Getränk, den Zigomar, aus Waldmeister und Apfelwein probieren. Ihr werdet dem Charme erliegen – ganz sicher!

Die Gegend ist also das ganze Jahr über ein stiller Ort der Kontemplation nur zum 1.Mai nicht? Und ausgerechnet dann trete ich an! Aber wenn ich schon dort bin wollte ich sehen was ausgestellt ist. Das lothringische Gaume Gebiet war mir ebenfalls ein völlig neuer Begriff. Später las ich, dass es hier einen Zusammenschluss von 35 kleinen Gemeinden gibt, grenzüberschreitend von Frankreich und Belgien und dass es von der EU abgesegnet wurde.

Kommen wir zu den Fotos des eigentlichen Pfades, der ganz schön ist, aber nicht sehr lang.

Nach dem Kobold kam eine kleine Lichtung mit einer Menschenmasse. Im ersten Moment überlegte ich mir, warum eigentlich nicht, doch als ich näher kam, entschied ich mich anders. Ich sah gleich zwei Mütter die ihre Kinder mit schallenden Ohrfeigen versorgten und es ging ein riesiges Geschrei los. Ich machte auf der Stelle kehrt.

Ich ging, nach dem Pfad, nicht den asphaltierten Weg zurück, zwischen Bäumen im Schatten. Es kamen mir weiterhin viele Autos entgegen und ich war froh, dass ich nicht dort geblieben war:

Ich fuhr heim.

Am Abend sah ich mir die beiden Schnelldurchläufe der Vorentscheidung vom ESC an.

Hmm! Da ist nichts dabei was mich von Hocker haut. Island eventuell? Das von Luxemburg kenne ich schon auswendig weil es hier rauf und runter läuft. Aber vielleicht war ich auch nicht in der Stimmung. Es ist, bis auf ein paar Ausnahmen, viel Geschrei.

Aufmerksamkeitsspanne & Trauriges

Ein freier Tag.

Als ich am Morgen so vor mich hin mäanderte, kam mir ein Gedanke. Gibt es bereits Forschungen, die sich mit der der Reduzierung der Aufmerksamkeitsspanne beschäftigen insbesondere wenn man Shorts auf Tik Tok, Insta und Co. in größeren Mengen konsumiert? Ich stelle das zumindest an mir ein wenig fest, mal davon angesehen dass ich wertvolle Zeit vertrödele. Ich habe immer weniger Geduld mir langen Content oder Spielfilme anzuschauen und befürchte, dass meine Aufmerksamkeitsspanne sich auf das Niveau einer Stubenfliege reduzieren wird.

Ich stellte die Frage auf Mastodon und bekam prompt eine Antwort. Was machen TikTok & Co mit unserem Gehirn?

TikTok und ähnliche Apps aktivieren in unserem Gehirn unser neuronales Belohnungssystem, das Botenstoffe ausschüttet, die den weiteren Konsum motivieren. Die kurzen Videos trainieren unser Gehirn, sich schnell wechselnden Umgebungen anzupassen. Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit langfristig und in reizärmeren Umgebungen aufrechterhalten zu können, verliert so an Relevanz. Unsere Aufmerksamkeitsspanne schrumpft ebenso wie unsere Geduld.

Aha! Also trügt mein Gefühl mich nicht. Mein Gehirn funktioniert eh schon so, dass es sich wechselden Umgebungen sehr schnell anpasst, weil das vom Job her gefordert wird. Das muss nicht noch durch den anderen Mist beflügelt werden. Tik Tok habe ich eh nie genutzt, da mir das von Anfang an zu blöd war. Aber YouTube und IG reiten inzwischen auf der gleichen Schiene. Ich werde sie wohl als App abschaffen müssen, falls ich keine andere Lösung finde, wie z.B. eine App, die sie allesamt bündelt und das Ungewollte herausfiltert. (Das wäre doch DIE Geschäftsidee!)

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Angedacht, an dem freien Tag, war eine kleine Wanderung auf einen Pfad, einem sogenannten Traumpfad, den ich noch gar nicht kannte und den ich irgendwann mal fand und auf Google Maps abgespeichert hatte. Doch dann erinnerte ich mich, dass ich auch noch sehr leidige Büroarbeit zu verrichten hätte, die nicht besser wird, wenn sie liegen bleibt. Also verschob ich den Ausflug und setzte mich an den Schreibtisch. Zwischendurch kamen haufenweise Anfragen und Nachrichten, alle beruflicher Natur, die keinen Aufschub duldeten.

Und dann kam die Nachricht die alles ein wenig über den Haufen warf und bei der ich letzten Endes froh war, dass ich nicht wandern war. Ein nahestehender Freund verlor gestern, ohne jegliche Vorwarnung, seinen Vater. Ich las es auf FB und schickte ihm sofort eine private Nachricht, dass er sich melden solle, wenn er nicht allein sein möchte. Er sagte sofort zu.

Alles was dann am späten Nachmittag folgte, muss leider privat bleiben, obwohl es ein Freund ist, der regelmäßig hier mitliest und auch schon erwähnt und abgelichtet wurde.

Später schickte die D. mir ein Foto von dem Ort wo sie heute ankam.

Kenner wissen wo das ist, oder lesen was auf dem Hochsitz geschrieben steht.

Als ich wieder in meinen vier Wänden war, trat ich raus auf den Balkon und war, wie so oft verzaubert von dem klaren Himmel.

Nein, es war keine Sternschnuppe, die da vorbeiflog, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht. Es war etwas viel weltlicheres.

Fototest & Einkäufe

Gestern fragte mich jemand wie gut der 25 fache Zoom der Kamera vom Smartphone wirklich ist. Ich habe dafür mal zwei Fotos zum Vergleich gemacht. Hier ein Foto vom Balkon im Weitwinkel. In der Mitte befindet sich ganz hinten ein Balkon den man auf dem Foto nur erahnt.

Von genau der gleichen Stelle aus ein Foto mit 25-fachem Zoom:

Es ist schon sehr beeindruckend was die Kamera von einem Smartphone heute kann. Und jetzt macht das auch wieder mehr Spaß zu fotografieren.

Kurz nach Mittag zog ich los um Einkäufe zu besorgen. Ich brauchte Kaffeebohnen, denn nach der letzten morgendlichen Tasse Kaffee tummelten sich nur nich ein paar wenige Bohnen in der Maschine.

Wieder daheim las ich ein wenig und schlief noch mal ein. Als ich erwachte war es fast schon an die Zeit die nächste Dienstrunde anzutreten. Und so war der Tag schneller vorbei als gedacht.

Wieder daheim strahlte der Mond in einer sehr dünnen Sichel aber er leuchtete auch irgendwie ganz.

Ein freier Montag

Das war sehr schön auch weil jetzt die Zeit beginnt, in der die Arbeit einen Rhythmus bekommt und es von den Arbeitszeiten her nicht mehr komplett unregelmäßig ist.

Ich stand früh auf und schrieb erst mal das lange Posting von gestern fertig. Ich hatte nach so vielen Tagen fast vergessen, wie Bloggen geht. Zudem putzte und wienerte ich das alte Handy auf Hochglanz, stellte sämtliche Einstellungen zurück und löschte alle Daten. Ich hatte schon länger mit der Idee geliebäugelt; letzte Woche Freitag huschte ich zur Post und kaufte ein Neues. Warum ich das gemacht habe? Weil ich in letzter Zeit unzufrieden war, was die Kamera betraf. Jetzt habe ich eine mit 25-fachem Zoom.

Gegen 11:00 erschien der M, mit dem ich die lange Reise nach Liechtenstein bestritten hatte, und holte das alte Handy ab.

Um 13:00 Uhr hatte mein Wägelchen einen Termin in der Garage. Die Sommerreifen sollten aufgezogen werden und die jährliche Inspektion war fällig. Zudem musste ich neue Sommerreifen kaufen, denn die alten waren vom Profil abgefahren. Es würde also länger dauern. In der Garage meinte man, dass ich mindestens bis 17:00 Uhr Zeit hätte.

Da das Wetter wieder so schön war, beschloss ich mit der D., eine größere Wanderung zu machen. Wir gingen einen Weg, den ich vor mehreren Jahren zum gegangen war, von Dommeldange aus zurück in die Stadt. Wir trafen uns auf der roten Brücke, nahm dort die Zahnradbahn ins Tal und fuhren eine Station mit dem Zug zurück. Von dort aus wanderten wir dann an den Schienen vorbei bis zum Park Laval. Eine Strecke, die ich schon als ganz ganz kleiner Junge gelaufen bin zusammen mit Onkel Nicolas. Es folgen Fotos:

Der komplett neu angelegte Spidolsgaart, der noch eine große Baustelle das letzte mal war. Die Skulptur
De midde Waasserdréier (der erschöpfte Wasserträger) ist von Menny Olinger.

Das Foto oben braucht eine Erklärung. Am 7. Mai wird zum ersten Mal die LUGA stattfinden. LUGA steht für Luxemburger Gartenausstellung. Eine temporäre Open-Air Ausstellung in Luxemburg und Ettelbrück, (wo sich die Luxemburger Ackerbauschule befindet) mit urbanen Gärten, Landschafts- und Kunstinstallationen, landwirtschaftliche Projekte und Lebensräume.

Das gesamte Petrusstal wird miteinbezogen und an manchen Stellen konnte man hinter die Absperrungen lugen, um sich ein Bild davon machen.

Von diesen eisernen Kisten fand ich mehrere. Zwei davon habe ich abgelichtet. Sie gehören sicherlich zu einer Kunstinstallation, von der noch nicht genau gewusst ist, was sie zu bedeuten hat.

Hinter dieser Mauer verbirgt sich ein Container, der ein wenig umgebaut wurde und jetzt als Touristen Wohnung vermietet wird. Leider war er nicht von innen zu besichtigen.

Made by D.

In der Jugendherberge gab es eine Erfrischung in Form einer Limonade. Und anschließend war es auch schon Zeit für mich zurück zur Garage zu fahren, um das Auto abzuholen. Ich nahm den Bus bis zum Bahnhof und von dort aus einen anderen Bus hinaus zur Bourmicht, wo sich die Werkstatt befindet.

Ich verabredete mich mit der D zum Abendessen in der Stadt. Da ist Montag war, war die Auswahl um einiges kleiner, denn vieles ist am Montag geschlossen. Doch die Osteria hat immer geöffnet.

Wir hatten beide so Hunger, dass wir über die Teller herfielen wie die Wölfe. Demnach gibt es heute zum ersten Mal ein Foto mit Tellern die schon zum Teil abgegrast sind.

Zwei Arbeitstage, ein sehr ereignisreicher Samstag und ein Sonntag mit Urlaubsfeeling

Donnerstag und Freitag waren arbeitsreich und demnach nicht fürs Blog bestimmt. Nur so viel, das Stück ist ein kleiner Knaller und hat in der Luxembourg Times eine schöne Kritik bekommen.

***

Aber dafür war der Samstag ein toller Tag mit einer Unternehmung, die nicht alltäglich ist. Ich flog mit der G. und zwei Piloten vom Sportfliegerclub über Frankreich, Belgien und Luxemburg.

Die Mosel
Ein Hafen bei Thionville
Cattenom
Wunderschöne Rapsfelder

 Der erste Zwischenstopp war in Chambley. Es ging bei dem Flug auch darum, die Tankkarte auszuprobieren. Man kann auf jedem kleinen Aerodrom den Flieger auftanken, aber dafür braucht man eine spezielle Tankkarte. Sonst könnte ja jeder kommen und sich kurz mal eben ein paar Liter Kerosin mitnehmen.  Was ich nicht wusste, ist dass Frankreich voll von solchen kleinen Landeplätzen ist.

Ich sah seit ewigen Zeiten mal wieder Schlüsselblumen. Als Kinder pflücken wir die zu Hauf und brachten immer kleine Sträuße davon mit nach Hause.

Der zweite Flug führte uns nach Verdun. Die meisten werden den Namen des Ortes kennen wegen der großen Schlacht, die dort stattfand.

Das Monument um die Schlacht aus dem ersten Weltkrieg sieht aus der Luft schon sehr beeindruckend aus. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie dort war.

Weiter ging es dann nach Sedan.

Dort sahen wir auch zwei kleine Flieger, wahrscheinlich mit Schülern. die touch and go übten. Das bedeutet, landen, ein paar Meter über dem Boden rollen und wieder abheben.

Ein Windrad wird aufgebaut.

Anschließend ging es zurück nach Luxemburg, wo wir eine Weile über der Stadt kreisen mussten bis wir die Landeerlaubnis bekamen.

Kirchberg gut zu erkennen an den drei ‚Goldbarren‘.
Die Kathedrale und der Pont Adolphe über den just eine Trambahn fuhr.

***

Am Sonntag dann, war eine Nachmittagsvorstellung und anschließend fuhr ich zum Parc Belair wo die die D., die N., die S. und die A. saßen. Das Wetter war den ganzen Tag so schön gewesen und war auch abends noch so mild, dass man Urlaubsgefühle bekam. Es gab zum ersten mal dieses Jahr den Sommerdrink Rosé Piscine.

Zwei Tage kurz und knapp

Der Dienstag sowie der Mittwoch waren Tage die ausschließlich mit Arbeit vollgepackt waren, und müssen im Blog, so wie die Hunde vor der Metzgerei, draußen bleiben.

Nur am Mittwoch Morgen gab es einen kleinen Lichtblick mit dem Markt, auf dem ich erstmal meine Obstvorräte auffüllte, da war daheim gar nichts mehr vorhanden. Anschließend gab es einen Kaffee im Renert mit der D. und danach eine Fahrt ins benachbarte Ausland in eine Drogerie.

Wieder zurück legte ich mich eine Weile hin, weil es am Abend wieder sehr spät werden würde. Wurde es auch…

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Bei solchen Spielereien mag ich K.I. : Wenn von Kindern gezeichnete Tiere zum Leben erwachen.

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So schön Milchkaffee-Kunst auch sein mag, für mich ist Milch im Kaffee ein Unding.

Der Ostermontag

Ich habe in den letzten Jahren schon so oft über diesen traditionellen Markt der Aulenbäcker geschrieben, der immer am Ostermontag stattfindet , hier und hier und hier, dass ich das nicht nochmal machen werde. Die D. und ich waren jedenfalls da.

Ich kaufte kein Peckvillchen sondern erstand eine Tasse der Fondation Kräizbierg, von der es ein Foto weiter unten gibt. Da ist das Geld zumindest für einen guten Zweck.

Wir waren mehr als zeitig losgezogen, weil es ab 10:00 Uhr kein Durchkommen mehr durch die Menschenmassen gab und ich vertrage das immer weniger gut. Wie immer begegneten wir vielen Bekannten. Kurz nach 10:00 setzten wir uns kurz auf eine Terrasse für einen Kaffee und dann war mein Pegel schon kurz vor dem oberem Anschlag für Gemenschel. Ich verabschiedete mich von der D. Zudem war es ziemlich kalt, wenn die Sonne nicht schien.

Da ich aber nicht heim wollte, beschloss ich in die Alte Heimat zu fahren, in der sicherlich das eine oder andere Lokal geöffnet hätte. Dem war auch so. Aber es war auch erstaunlich ruhig. Kein Vergleich mit dem was hier vor 20 und mehr Jahren abging.

Ich bekam einen Tisch im Steak House. Sie hatten Spargel als Empfehlung, von dem ich noch nicht so viele hatte dieses Jahr. Mit Räucherlachs hatte ich sie schon oft, aber noch nie gebratenem Lachs:

Von dem was ich so an dem Nebentischen vernehmen konnte, war in der kleinen Stadt, zumindest bei ein paar älteren Damen, die Aufregung groß, weil der Papst am Morgen ins Gras gebissen hatte. Sorry, für die Despektierlichkeit, aber ich halte nicht viel von Gottes kirchlichen Vertretern auf Erden. Ich sah wieder viele bekannte Gesichter, auch einige die ich nicht unbedingt sehen wollte, aber das ist eine andere Geschichte.

Nach dem Essen fuhr ich zurück.

Hier ist die Tasse. Sie wird nur zu Ostern zu Ehren kommen:

Am Abend schaute ich mir auf ONE den wunderbaren Film The Straight Story von David Lynch an. Für mich einer der schönsten Filme, die er in seiner gesamten Karriere gemacht hat. Es ist die Geschichte von Alvin Straight der, weil er keinen Führerschein hat, mit einem Rasenmähertraktor von Iowa nach Wisconsin fährt, um seinen Bruder zu sehen und sich mit ihm auszusöhnen. Ein Road Movie der sehr langsamen Art, wunderschön und herzergreifend. Schaut ihn euch an, solange er in der Mediathek verfügbar ist. Er wird viel zu selten gezeigt.

Osterspaziergang

Aber vorab noch etwas in eigener Sache. Was ich schon vor einer Woche hätte posten sollen es aber irgendwie verwurschtelt habe: Die neue Queer.lu ist raus mit der Coverstory die meine Wenigkeit geschrieben hat. Für meine Luxileser gibt es sie kostenlos Rainbow Center. Die anderen müssen sich noch ein wenig gedulden.

Sobald sie online ist werde ich sie verlinken.

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Kommen wir zur Tagesordnung. Der Ostersonntag. Ein kurzes Gespräch, dass ich am Samstagabend auf der Feier mitbekam, war, dass ein paar von den Gästen stöhnten, weil sie an großen Familienfeiern teilnehmen müssten. Ich kann das einerseits nachvollziehen, andererseits würde ich mir nichts sehnlicher wünschen, als dass ich auch wieder an einer großen Feier meiner eigenen Familie teilnehmen könnte. Mein Rat: macht es so lange, wie es möglich ist, auch wenn es euch noch so sehr auf die Nerven geht, denn irgendwann ist Schluß damit.

Mein Ostersonntag fing mit einem Spaziergang durch ein Naturschutzgebiet an, die D. und ich machten eine Runde zum Giele Botter.

Los ging es mit einer Begegnung mit Vierbeinern:

Ich war 2007 an einem Kunstprojekt beteiligt, das in diesem Gebiet stattfand. Es gibt Fotos davon und ich sah noch sehr anders aus:

2007
2007
2007

So viel zur Vergangenheit. Ich war seither nicht mehr dort und wollte sehen wie es heute aussieht. Es folgen viele Fotos:

Auf dem Weg durch den Wald, kamen wir an eimem Pfadfinderhaus vorbei, wo sich auch ein sehr alter Spielplatz befand. Das „Karussell“ oben erinnerte mich an meine Kindheit. Es gab etwas ähnliches in meiner Alten Heimatauf dem Spielplatz, war aber nicht im Boden verankert, sondern hatte ein breites Kreuz als Stand. Unter einen der Füße, legten wir dann einen großen Stein damit es leicht schief steht. Dann wurde es zum einem Karussell das hoch und runter ging, wie auf der Kirmes. Auch die Schaukel unten mit dem festen Eisenstangen, statt Gliederketten katapultierte mich in die früheste Kindheit zurück.

Da das Gebiet wie ein Berg ist, der im Tageabbau abgetragen wurde und dadurch ein Tal entstand, muss man egal von welcher Seite man das Aral besucht, erstmal bergauf gehen. Es liegt zwischen drei Ortschaften und ich hatte die ausgewählt in der der Weg bis hinein, am weitesten war, was aber nicht meine Absicht war. Aber es war auch die richtige Entscheidung, denn wir waren fast allein unterwegs.

Auf dem Weg zurück beschlossen wir ins Pavillion Parc meines Viertels zu gehen. Es war inzwischen recht frisch geworden. Im Parc Belair gab es eine neue Fotoausstellung mit Portraits, die die „Wahrheit“ zeigen. Eines davon war Spiegel:

Wir aßen ein Kleinigkeit zu Mittag, das ich nicht abgelichtet habe.

Den Abend verbrachte ich ruhig daheim, mit lesen.

Markerschütternde Schreie?

Eigentlich wird jetzt erwartet dass ich, nach dem gestrigen Posting, über gruselige Zahngeschichten berichte, mit viel Blut und markerschütternden Schreien. Nein. Es ging alles ruhig von Statten. Der Zahn ist nicht mehr zu retten, es muss ein neuer her. Er wurde vor über 20 Jahren einer Wurzelbehandlung unterzogen und ist nun definitiv hinüber. Aber der Zahnarzt entdeckte aber noch zwei weitere Dinge die nicht in Ordnung waren, die mein alter Zahnarzt schon hätte viel früher in Angriff hätte nehmen müssen. So gibt es an einer Stelle ein schwerwiegendes Problem, das er nie angesprochen hat und nicht mehr in Angriff nehmen wollte, weil er wahrscheinlich keine Lust mehr hatte. Ich ging mit einem einerseits traurigen Gefühl aus der Praxis, andererseits bin ich fuchsteufelswild auf den Zahnarzt dem ich fast 30 Jahre vertraut habe, denn das Problem besteht nicht erst seit gestern.

Mit diesen dunklen Gedanken fuhr ich zurück. Ich hatte Mühe den Schalter im Kopf umzulegen, denn geplant war ein schöner Tag mit ein Menschen die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte.

Doch als ich im Hêtre ankam, den kleinen Hof sah mit seiner schönen Aussicht sah, war alles verflogen. Ich hatte einen Tisch für mich und die Arbeitskollegin bestellt, mit der ich das große Theaterprojekt bestreite und später sollte noch eine weitere Kollegin hinzukommen, die ich über Monate nicht gesehen hatte.

Wir saßen draußen und ließen es uns sehr gut gehen.

Oben Tataki vom Thunfisch, ich hatte Dorade. Dazu gab es einen herrlichen Pinot Gris, von Cep d Or, einem Weingut dem ich das nicht zugetraut hätte.

Gegen 17:00 war ich wieder in der Wohnung und legte mich kurz für eine Weile hin.

Später ging es dann auf eine Geburtstagsfeier, denn die A2, (nicht die A mit Blue, sondern die A mit schwarzem Schäferhund Arris) hatte mich eingeladen.

Viele Menschen, viele Begegnungen und sehr viele Gespräche. Gegen 23:00 war ich fix und foxi.