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Fressen, Kunst und Puderquaste

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Sonntag & Montag

Den Sonntagmorgen mit ausführlichem Bloggen verbracht. Draußen regnete es fast ohne Unterlass. Den Rest des Tages bis sehr spät mit unverblogbaren Dingen verbracht. Spaßig wars nicht, aber nun gut.

Kurz vor Mitternacht wieder daheim.
Vor dem Einschlafen wollte ich noch ein Podcast hören um auf andere Gedanken zu kommen, als ich erstaunt feststellte dass eine Ära zu Ende ging.
Im ersten Lockdown letztes Jahr, als es mir wirklich nicht gut ging, versuchte ich Dinge zu lesen, zu hören und zu sehen die mich nicht alles Nase lang an die Pandemie erinnerten. Das war schwierig, da es überall kein anderes Thema gab. Ein Podcast jedoch lief unbeirrt weiter ohne sich darum zu scheren und das war Aus den Archiven vom DLF. Die sonore Stimme des Sprechers und Leiter der Sendung, Michael Groth, brachte mich bei seinen ersten Worten automatisch runter, egal welche Sendung er aus längst vergangenen Zeiten er präsentierte. Letzte Woche war er zum letzten mal zu hören weil er in den Ruhestand ging, und stellt am ende der Sendung die alte/neue Moderatorin vor die übernehmen wird, Margarethe Wohlan.

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Der Montag wurde dann noch einmal so ein langer Tag. Ich ließ am Morgen alles sehr langsam angehen. Ich hatte schon am Abend davor gespürt dass sich im Nacken und Rückenbereich wieder ein paar Verspannungen breit machen. Selbst Schuld.
Ich schaute noch im Bett liegend dem verrückten Nick Zammeti zu, ein Youtuber der alles in Kunstharz einbettet und neue Dinge daraus entstehen lässt. Manches davon ist schon sehr kitschig, anderes gelingt ihm besser.

Den Test des Tages wieder Unverblogbarem verbracht und das wieder bis kurz vor Mitternacht. Doch war es diesmal weniger heftig als am Sonntag. Uff, denn diesen Rhythmus hätte ich nicht bis zum Schluss durchgehalten. Irgendwann werde ich auch einmal darüber schreiben können…

Sehr spät eingeschlafen.

Wiedersehen & Konschthal Esch

Danke für all die Glückwünsche zum Maßanzug. Ich mag ihn wirklich sehr. Hier noch ein paar Anmerkungen dazu. Im Prinzip könnte ich mir einen Anzug dieser Klasse gar nicht leisten, denn Maßanzug ist nicht gleich Maßanzug. Man bekommt heute schon welche für um die 300€. Doch dann ist der Schnitt sehr viel einfacher gehalten und sämtliche kleinen Raffinessen wie Innentaschen für Kugelschreiber oder Smartphone fallen weg. Zudem sind sie aus billigem Stoff hergestellt. Außerdem will ich gar nicht wissen wer ihn hergestellt hat und unter welchen Bedingungen.
Wenn die D2. mich nicht als Modell genommen hätte für ihre Meisterausbildung als Herrenschneider und ich hätte ihre ganzen Arbeitsstunden (zwischen 60-70 Stunden) mitbezahlen müssen, hätte der Preis je nach Modell und Stoff ein vierstellige Zahl im oberen Bereich bis hin zu einer fünfstelligen Zahl sein können.

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Zur Tagesberichterstattung:
Ich war früh wach geworden und es war noch dunkel draußen. Ich verbloggte den Rest der Vortages und machte mich fertig zum Wochenmarkt, von dem ich aber nicht wirklich etwas brauchte, denn das Wochenende ist mit vielen Dingen zugeplant. Ich traf die D. auf dem Markt, die von St.Jean zurück ist. große Wiedersehensfreude.

Für das Mittagessen war der A. aus der Alten Heimat angereist und die S. eine frühere Nachbarin und Freundin war auch mit dabei. wir hatten uns in der Kombi seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen und es wurde ein langes ausgedehntes Mittagessen mit einem letzten doppelten Espresso im Renert.

Am Abend holte die N. mich ab weil wir nach Esch zur Eröffnung der Kunsthalle fuhren. Das Gebäude war davor das legendäre Möbelhaus Lavandier in dem ich aber nie gewesen war.

Die Straße war abgesperrt worden und man hatte eine Bühne errichtet für Konzerte.

Innen wendig gab es dann ein paar interessante Künstler zu sehen, einer davon Gregor Schneider von dem es eine Retrospektive vergangener Werke gab. So wanderte man im ersten und zweiten Stockwerk, zu denen man nur über einen Aufzug gelangen konnte, durch zwei verlassene Wohnungen die im Schnitt und in der Deko exakt gleich aussahen dass ich zu Anfang etwas verwirrt war, ob sie mich nicht in die Irre geführt hätten, und ich den gleichen Raum zweimal hintereinander gesehen hätte. Doch es gab winzige Unterschiede. Dann durchwanderte man ein sehr dunkle Räume immer wieder mit Türen hinter denen sich Wohnungsräume verbargen, die jedoch alle aseptisch waren, mit winzig kleinen Details, die daran glauben ließen dass dort jemand mal war. Ich hatte immer das Gefühl ich wäre ein Eindringling und hätte dort nichts zu suchen.

Über Treppen gelangte man dann wieder nach unten zu Schneiders Werken aus früheren Zeiten.

Im Erdgeschoss befanden sich dann noch ein paar luxemburgische Künstler unter anderen ein Werk von Martine Feipel & Jean Bechameil, das beinahe dem Überflutungen in Juni dieses Jahres zum Opfer gefallen wäre:

Und mit hereinbrechenden Dunkelheit gingen auch die Lichtspiele an der Fassade des Gebäudes los.

Wir fuhren zeitig zurück denn die N. hatte einen Tisch im Al Grapollo bestellt. Es ist einer der besseren Italiener der Stadt.

Ich hatte frisch gebratenen Thunfisch.

Und wenn die N. dabei ist darf dieser kleine niedliche Herr nicht fehlen:

Reparatur & Anekdote

Am Morgen flog ich regelrecht aus dem Bett, da es draußen auf der Baustelle einen ungewöhnlich lauten Knall gab, der auch das Haus erzittern ließ. Es war, so konnte ich das vom Balkon sehen, ein Kette gerissen, die am Container befestigt ist, wenn sie diesen auf die Straße heben. Zum Glück war das Manöver fast fertig gewesen und er knallte nur aus einer geringen Höhe auf die Straße. Aber weil er leer war hatte es besonders laut gescheppert. Auch in Büros gegenüber waren mehrere Fenster geöffnet worden um zu sehen was passiert war.

Und wenn ich schon halb nackig auf dem Balkon stand, konnte ich auch gleich unter die warme Dusche, mich anziehen und fertig machen für einen Einkauf.

Wieder zurück merkte ich dann, dass es in Wohnung ganz schön kühl geworden war. Ich hatte am Abend davor auf dem Heimweg auf das Thermometer im Wagen geschaut; lauschige 11 Grad. Also schaltete ich das Thermostat an und hörte aber kein Knacken und Gurgeln in den Wänden, dass das Wasser hoch gepumpt werden sollte. Im Keller sah ich dann, dass die Wasserpumpe nicht surrte. Zum Glück erinnerte ich mich an die Hangriffe von vor zwei Jahren, wo es auch schon der Fall gewesen war und ich den Heizungsmonteur kommen ließ. Er hatte eine Schraube an der Pumpe abmontiert und fummelte einmal kurz mit dem Schraubenzieher im den Loch umher bis des Rädchen wieder schnurrte, drehte die große Schraube wieder ein und gut wars. Dafür blechte ich nicht ganz 100€! Also tat ich es ihm nach und siehe da es klappte auch bei mir! Und damit hatte ich 100€ gespart, hurra!

Am Abend war ich zu einem 60. Geburtstag eingeladen. Es war ein wenig schnell und spontan organisiert. Aber dafür lernte ich dort ein paar Menschen kennen die ich schon lange kennenlernen wollte unter anderem einen Radiosprecher der mich, in dem Jahr kurz bevor ich mit dem Blog anfing, psychisch rettete. Und das kam so.

Es war einer der ersten richtig großen Filme in denen ich als Assistent angeheuert wurde. Ich hatte bereits vorab mit der Chefmaskenbildnerin gearbeitet und sie wollte mich wiederhaben. Er war in dem Jahr einer der größten Produktionen und das Thema (1900 im Zirkusmilieu) schien verlockend. Doch der Regisseur war ein sehr kranker Mann, um nicht zu sagen ein Irrer. Der Dreh fand in den Monaten Oktober, November, Dezember statt und es wurde alles in einer riesigen Studiohalle gedreht, in der es fast immer stockdunkel war. Ich sah während drei Monaten nur sehr wenig Tageslicht und es war sehr deprimierend. Da es sehr früh am Morgen losging und Abends spät endete und wir fast nur einen Tag pro Woche frei hatten, war es ein absolutes Unding und nach dem ersten Monat fühlte ich mich schon wie gerädert. Der damalige Radiosprecher von RTL der die Morgensendung moderierte war meine einzige Verbindung zur Außenwelt und erinnerte mich täglich daran dass es auch noch ein anderes Leben gab als nur diesen Film. Wenn ich morgens im Auto saß und den langen Weg in Studio antrat, freute ich mich seine sonore wohlklingende Stimme zu hören.

Nun diesen Herrn lernte ich am Abend endlich persönlich kennen, und er wusste sogar wer ich bin. Eine schöne Begegnung.

Weil ich keine Lust mehr zum lesen hatte aber auch noch nicht müde genug war um ins Bett zu gehen hörte ich daheim aus der ARD Audiothek den ersten Teil von Das Schloss von Franz Kafka an. Jetzt weiß ich auch wieder warum es das Wort kafkaesk gibt…

Mein erster Maßanzug

Der Überschrift nach zu urteilen könnt ihr euch denken dass heute ein ganz besonderer Tag war. Und bei Insta konnte ich mich bei der Anprobe einfach nicht zurückhalten. Der Maßanzug war fertig! Ich hatte noch nie maßgeschneiderte Kleidung!

Die Fotos unten hatte ich schon einmal gezeigt. Das waren die Stoffe, die in die engere Auswahl kamen und einer davon wurde dann in England geordert.

Auch den Futterstoff hatte ich bereits gezeigt. Eine Häuserfassade in Paris an der Seine.

Und so sieht das jetzt an mir aus!

Es wurde der Stoff mit den kleinen eingewebten Quadraten. Und weil es nach Maß ist, sitzt er so bequem wie ein Schlafanzug. Ich habe die Beine der Hose absichtlich weit gewählt weil das wieder kommt. Es zeichnet sich bereits jetzt viel in der Herrenmode ab, für die kommenden Jahre.
Die Feier- und Jubeltage können kommen. Ich hab was anzuziehen 🙂

Nach der großen Aufregung, (ich war dann doch sehr aufgekratzt) wollte ich im Renert ein wenig zur Ruhe kommen und dort bei dem schönen Wetter auf der Terrasse ein wenig lesen für nächste Woche. Doch das ging nicht, weil ich auf einen Großteil der Schauspieler stieß, die allesamt in dem Waldtheaterstück mitmachen, das ich hier beschrieben hatte.
Es wurde ein sehr lustiger Abend, bei dem sehr viel gelacht wurde. Wir aßen in einem neuen Thailändischen Restaurant, das Thai House, das den Platz des Star Of Asia eingenommen hat, das eines der ersten indischen Restaurants überhaupt in Luxemburg war.
Es ist nicht ganz billig, aber es schmeckt auch um Längen besser als bei einem Thailänder bei dem es schnell und fix geht. Ich hatte noch selten ein so gutes Shrimp Curry (mit grünem Curry) wir hier. Wow! Den letzten Absacker tranken wir ein paar Meter weiter im Vis-à-Vis.

***

Ich sollte noch von der neuen Covid Maßnahme berichten, die es seit dieser Woche in Luxemburg gibt, obwohl ich eigentlich beschlossen hatte das Thema im Blog nicht mehr zu erwähnen, weil ich es leid bin.
Seit dieser Woche gelten für Bars, Cafés und Restaurants in den Innenräumen neue Regelungen. Man muss einen Covid Check machen oder einen neuen negativen PCR Test oder gleich am Eingang einen Schnelltest machen, falls man einen mitbringt oder das Lokal welche zur Verfügung stellt. Dann entfällt die Maske komplett und man brauch sie innen nicht mehr anzuziehen auch wenn man auf die Toilette geht oder sich von Tisch zu Tisch bewegt. Es fühlt sich neu, befremdlich und zugleich altvertraut an. Sehr schön ist auch, dass man wieder an der Bar Platz nehmen kann, was seit über zwei Jahren verboten war. Wenn man den Impfausweis nicht mit hat und das Café keine Schnelltests anbietet, muss man draußen bleiben und mit der Terrasse vorlieb nehmen.

Presslufthammer

Und wenn ich in etwas gut bin, dann um die schlechten Dinge vorauszusagen. Stichwort Baustellenkrach! Jetzt da unsere Bürgersteigseite fast wieder chic ist, kommt die gegenüberliegende Seite dran. Seit halb acht pressluftlhämmerte es ohne Unterlass genau gegenüber meiner Wohnung ohne Unterlass bis zur Mittagsstunde. An Büroarbeit war nicht zu denken. Ich spürte die Vibrationen des Hammers bis in den dritten Stock hoch. Auch das Buch lesen, das ich gestern kurz andeutete, war nicht drin.
Doch es ist Mittwoch! Und Mittwoch ist Markttag. Also war der Morgen schon mal gerettet, wenn es denn nicht urplötzlich angefangen hätte zu regnen und das nicht ein klein wenig, sondern so richtig Wolkenbruch.

Also zog ich später los.
Ich holte zwei bestellte Bücher ab, von denen ich schon eines gezeigt hatte, das als Mitbringsel von St.Jean mit zurück kam. leider hatte ich nicht gesehen dass es sich um den dritten Band eine Serie handelt, also bestellte ich die beiden Bände davor nach.

Ich setzte mich für ein Weile ins Renert und fing mit den ersten Band an.

Le dernier Atlas geht von dem Umstand aus, dass zu einer Zeit gewaltige Maschinen gebaut wurden, zum Gelände und Wohnungsbau, die die Form eines Roboters hatten, der mindestens zehn Stockwerke hoch war. Da es nur sehr wenige Menschen gibt die sie damals beim Einsatz gesehen hatten, sind fast schon eine Legende.
Im ersten Band spielt die Geschichte zwischen Frankreich, Algerien und Indien.

Wieder daheim, bereitete ich mir ein Toast mit Champignons zu mit dem Rest der Tomaten von Anfang der Woche als Salat.

Die Abendunterhaltung bestand aus einem neuen Video von Julian Baumgartner, der ein Bild, aus dem wahrscheinlich 14. Jahrhundert restauriert und zum ersten mal einen Besitzer zu Wort kommen lässt. Der 19-jährige!!! Mann erzählt wie der an das Bild kam, was damit geschah und warum es absolut restauriert werden muss.

Zwei Tage mit Podcast & Buch

Der Montag war langer Tag im Theater über den ich schweigen muss. Jetzt fängt die Zeit wieder an in der es im Blog tageweise wieder ruhiger wird.

Und als ob das Wetter das ebenfalls mitbekommen hätte, schlug es auf Trüb und Regen um. Am Abend als ich wieder in den eigenen vier Wänden war, überkam mich zum ersten mal das plüschige Wintergefühl von Sofa/Decke/Kuschel/Tee/Fernseher. Aber es ist noch viel zu früh dafür! Ich will das noch nicht, wenn ich es denn überhaupt will!

Und während ich in der Küche herumwerkelte, hörte ich ein sehr bewegendes Feature Podcast vom DLF. Der einsame Tod des Herrn D. Er lag fünf Jahre tot in seiner Wohnung. Ein Versuch nachzuforschen warum es soweit kam und wer Herr D. eigentlich war. Da ich nicht so sehr viel jünger bin als er und auch allein lebe, ließ mich das Feature nicht kalt.

***

Der Dienstag begann mit einer Vorbereitung für die Sendung kommende Woche, und dem Entschluss im Blog ein Doppeltag zu machen, da es nochmal ein langer unverblogbarer Tag werden sollte. Ich hatte vor etlichen Wochen einer Lesung beigewohnt, von einem Buch, das ich nächste Woche vorstellen werde. Und da ich es zwar gekauft und schon ein wenig darin gelesen hatte, so sollte ich es jetzt dennoch ausführlicher lesen.

Der Nachmittag dann war viel Arbeit mit leichtem Chaos, aber nichts was ich nicht schon erlebt hätte, bzw. hatte ich es am Tag davor schon vorausgesagt. Mit dem französischen Sprichwort: À la guerre comme à la guerre!

Es wurde sehr spät, was der Länge des Projektes geschuldet war und ich war erst kurz nach Mitternacht zu Hause.

Im Kino: Dune

Sehr gut geschlafen. Das etwas längere Posting von gestern nochmals verbessert. Dann galt es jede Menge Haushaltsdinge zu erledigen, denn morgen werde ich keine Zeit dafür haben.

Am Nachmittag ins Kino.

Die D. hatte mir von St.Jean aus berichtet, dass sie sich dort die Neuverfilmung von Dune angesehen hatte und sehenswert fand. Da die D. jahrelang Kinokritikerin war und ich ihren Geschmack kenne, täte ich gut daran ihr das zu glauben.

Ich habe das Monumentalwerk von Frank Herbert nicht gelesen. Ich kannte nur die erste Verfilmung mit Kyle MacLachlan in der Hauptrolle unter der Regie von David Lynch (weil Ridley Scott entnervt aufgab) die ihrer Zeit viel zu weit voraus war und von den Produzenten im Schnitt massakriert wurde. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen und der Film floppte. Ich habe ihn erst später in einer halbwegs wiederhergestellten Version auf DVD gesehen. Ich habe mir damals wirklich Mühe gegeben den Film gut zu finden, es gelang mir aber nicht richtig. Allein schon von den Kostümen und dem Makeup hatte der Film einen so gewaltigen 80er Jahre Hau, dass es nie Bestand haben würde.
Die Miniserie fürs Fernsehen sah ich nie.

Nun hat sich der französische Regisseur Denis Villeneuve daran versucht mit dem schönen Timothée Chalamet in der Hauptrolle, der sich mit dem Film Call Me By Your Name unauslöschlich in mein Hirn eingegraben hat. Und ich hatte Angst um ihn. Doch sie war unbegründet. Der Film reiht sich in die gut gemachten Fantasie und SciFi Filme wie Krieg der Sterne oder auch Herr der Ringe ein. Die Dialoge sind ein kleines bisschen flach, was aber durch die Darsteller wettgemacht wird. Zudem ist der Film nicht überladen mit irrsinnigen, nicht enden wollenden Kampfszenen und Gemetzel. Auch in den CGI Effekten haben sie sich zurückgehalten und bedienen die Geschichte anstatt sie zu überladen. Ein recht schöner erster Teil, wenn auch ein wenig zu lang. Ich bin gespannt auf den zweiten.

Nach dem Kino immer wieder mal kurz in die Hochrechnungen der Bundestagswahl geschaut und mich beruhigt. Die Welt wird morgen nicht untergehen jedoch neu erfinden wird die Wahl sie auch nicht. Ich bin gespannt was die Kaltmamsell als Wahlhelferin morgen (bzw. heute) zu erzählen hat.

Daheim dann noch eine Wäsche gestartet ein wenig im Fernsehen herumgezappt und verhältnismäßig früh zu Bett.

***

Wer sich ein bisschen für Mode interessiert sollte sich die Reportage über Martin Margiela ansehen. Hier kommt er zum erstem mal selbst zu Wort, auch wenn es ihm immer noch wichtig ist, seine Anonymität zu wahren und sein Gesicht nicht zu zeigen.

Nachts im Wald

Baustellenkrach am Samstagmorgen, vertreibt weder Kummer noch Sorgen. Obwohl… so ganz stimmt das nicht. Sie füllten die Quergräben auf, die mit Metallplatten belegt waren. Mir sollte das mehr es recht sein, denn jedesmal wenn ein Auto drüber fuhr, hörte es sich an wie entferntes Donnerrollen. An was ich mich aber nie gewöhnen werde, ist das unsägliche Fiepen wenn ein Laster den Rückwärtsgang eingelegt hat. Das macht mich über Stunden hinweg schier wahnsinnig.

Zwischendurch las ich mit Entsetzen dass ein Schulfreund von mir gestorben ist. Ich hatte ihn zum letzten Mal letztes Jahr in der alten Heimat gesehen. Er ging am Krückstock… Uns verbanden ein paar aufregende Jahre als wir beide Radiosprecher in dem kleinen Lokalsender der Alten Heimat waren. Ich glaube er hat das bis zum Schluss gemacht. Aus der Todesanzeige entnahm ich dass er bereits Großvater war. Leider werde ich nicht die Zeit haben ihm das letzte Geleit zu geben.
Äddi Maurice

Ich traf mich mit K. auf dem Markt und wir beschlossen die Däiwelskichen für den Mittagstisch aufzusuchen. Und es schmeckte wieder hervorragend.

Die K. wollte sich am Abend ein sehr ungewöhnliches Theaterstück im Wald ansehen und fragte mich ob ich auch Lust dazu hätte. Ich hatte von den Stück gehört, hatte es aber nicht auf dem Bildschirm, da ich der Meinung war ich hätte eh keine Zeit es mir anzusehen. Ich ich rief an ob es noch nicht übervoll wäre, was nicht der Fall und so fuhr ich am Abend hin.

Das neue Stück der Volleksbühn ‘De Bësch’ ist eine Mischung aus Die Maschine steht still und The Matrix, mit immersiven Elementen wie in Sleep no more und mit einem Hauch Blair Witch Projekt.
Jeder erlebt das Stück anders. Man bekommt nur am Anfang erklärt man soll den ‘Professor’ suchen, wird mit einer Taschenlampe ausgestattet und einer Handynummer, auf die eine SMS schicken kann wenn man was entdeckt hat. Also irrt man durch den Wald über mehrere Stunden hinweg und versucht Dinge zu finden, man hört manchmal Schreie und Gesang, seltsame Musik und urplötzlich steht man mitten in einer Schauspielszene.
Gutes Schuhwerk ist ein Muss und je dunkler es wird umso spannender wird es. Die Taschenlampe ist absolut von Nöten. Zwischenzeitlich fing es an zu nieseln, was es noch gruseliger machte.
Kurz vor 22:00 Uhr war es dann zu Ende.

Auf dem Rückweg waren dann alle Beleuchtungen umgestellt und man fand den Weg wieder aus dem Wald zurück zum Parkplatz.

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Und dann wäre da noch der Link zur neuen No Art Sendung:

Nach langer Zeit wieder mal in Trier

Ich hatte mir den Wecker gestellt der mich aus einem seltsamen Traum riss. So genau weiss ich nicht mehr was es war, aber es war kurios genug dass ich es gerne weitetgeträumt hätte.

Ich fuhr fix zum Sender, gab das gestrige Filmmaterial ab und fuhr nach Trier.

In Trier dann stellte ich entsetzt fest,dass die Pandemie dann doch mehr Läden erwischt hat als ich gedacht hatte. Mein geliebter Gewürzladen z.b. war weg. Ich besorgte mir lediglich den weißen Balsamico Essig anderweitig, den ich schon länger nicht mehr hatte. Für ein Mittagessen in der Brasserie blieb keine Zeit, da ich einen wichtigen längeren Termin wahrzunehmen hatte.

Am späten Nachmittag fuhr ich wieder zurück. Ich war sehr k.o. und zu nichts mehr weiter fähig. Die A. wollte mich noch zu einer Vernissage mitnehmen, doch ich sagte ihr ab.

Am Abend schaute ich mir eine sehr interessante aber auch einseitige Doku über Bob Ross auf Netflix an. Es gab mal eine Zeit in meinem Leben, da vertrug ich nichts anderes als Bob Ross gucken. Ich kann heute nachvollziehen, warum er so vielen Menschen geholfen hat und warum das auch bei mir funktionierte. Ich wollte aber auch immer schon wissen was aus seinem Sohn Steve geworden war, der mehrfach in seinen Sendungen auftrat. Hier erzählt Steve seine Seite der Geschichte und warum er heute noch um seine Rechte kämpfen muss.

Eine Vernissage & eine bzw. zwei Lasten weniger

Den Tag mit viel hin und her und dabei eine heftige Entscheidung bis Ende des Jahres getroffen. Ich traf sie hinsichtlich einer lieben Sms die ich von Freiburg bekam. Ein kleines Dankeschön geht dabei an Freiburg obwohl die liebe C. eigentlich gar nichts dafür kann.

Heute kann ich auch zeigen, was ich für die Sendung für Samstag mache, denn heute war die Vernissage der neuen Ausstellung in der Galerie Zidun & Bossuyt.

Ich hatte die Bilder vor fast zwei Wochen bereits im Pressedossier gesehen und war elektrisiert davon. Ich musste etwas darüber entweder hier im Blog oder für die Sendung machen. Jeff Sonhouse ist aus New York ,Jahrgang 1968, und das was er malt ist unglaublich schön, sehr sexy und zugleich sehr verstörend. Ich traf ihn heute auf der Vernissage und es war eine sehr schöne Begegnung. Alles andere werdet ihr in der Sendung sehen, die ich am Sonntag verlinke.

Ich hatte mir einen Tisch im Bovary reserviert und als ich hinfuhr passierte folgendes:

Das was ich erzählen werde ist sehr privat aber es trifft nur mich also kann ich erzählen. Ich hatte gestern ja berichtet dass ich versucht habe den Ohrwurm los zu werden. Nun, das stimmte dann doch nicht so ganz. Aber als ich ins Bovary fuhr und das Lied so richtig laut im Auto aufdrehte, verstand ich urplötzlich den Text und warum er mir so nahe ging, und warum ich das erste mal Tränen in den Augen hatte, als ich ihn hörte, ohne wirklich zu wissen warum. Ich werde wahrscheinlich endlich mit etwas abschließen können, das mit über seit 30 Jahren auf dem Magen liegt… Ich werde nicht in die Einzelheiten gehen. So nackig mache ich mich dann doch nicht. Aber es fällt mir eine sehr große Last von der Seele.

Im Bovary dann saß ich mit der Besitzerin L. zusammen und sie berichtete mir die neusten Ereignisse aus dem Bovary über den Sommer, die ich alle nicht mitbekommen hatte. Irgendwann werde ich ein Theaterstück oder Hörspiel über dieses Lokal schreiben…

Ich machte recht früh Schluss, denn morgen muss ich früh raus.

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