Worüber beklagst du dich am meisten?
Diese Tagesfrage beschreibt eigentlich am besten den ganzen Donnerstag. Ich beklage mich darüber, dass ich Pech hatte. Wer nicht weiß, auf was ich mich beziehe, der lese bitte das Posting vom Vortag.
Es passierte nicht wirklich viel. Am späten Morgen verabschiedete ich den Schwarzwälder Besuch, der weiter nach Lille fuhr. Es war gut, dass der Besuch da war, denn er lenkte mich gedanklich von allem anderen ab.
Danach versuchte ich mich mit diesem Wagen anzufreunden, der nicht meiner ist, mit dem ich aber die nächsten drei Wochen klarkommen muss. Ich hätte ja schon gesagt, dass er um einiges größer ist als der davor, was ich ja begrüße, denn der eigentliche Wagen, der erst in drei Wochen kommen wird, wird das auch sein. Ich setzte also für den Nachmittag eine kleine Fahrt an zu einem Einkauf im Rewe in der Alten Heimat an. Ich hätte nicht wirklich etwas gebraucht, aber wenn schon, dann halt dafür.
Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, all die Nachteile aufzuzählen, die mir jetzt auffallen, da ich vier Jahre lang ein Elektrofahrzeug hatte. Der Ersatzwagen ist nämlich ein Benziner. Ein Elektroauto ist sehr viel reaktiver und lässt jeden Benziner lahm aussehen. Das ist vor allem ein Vorteil im Großstadtverkehr, wenn man aus einer Seitenstraße in einer Hauptstraße einbiegen muss und keine Vorfahrt hat. Die kleinste Lücke um mich einzufädeln, war meine. Dann wäre da der Krach eines Verbrenners gegenüber einem Elektromotor. Der Motor hat ja zusätzliche kleine Lautsprecher, dass man ihn überhaupt hört. Im Inneren des Wagens hört man gar nichts.  Ganz zu schweigen vom CO2, Ausstoß…
Das Wetter war trist und blieb es auch den ganzen Tag über. Es fühlte sich zu einem Moment sogar so an, als ob Schnee fallen würde. Ich blieb häuslich nach dem Einkauf, erledigte eine Reihe von Haushaltsdingen, sonst passierte nicht wirklich viel.
Am Abend sah ich mir eine Doku auf ARTE an, über Ted Bundy, aber vor allem über die Schriftstellerin Ann Rule, die einen Bestseller über ihn schrieb. Eine sehenswerte Doku, weil sie sich vor allem mit dem Thema beschäftigt, wie es jemandem geht, der einen Mörder kennt und ihn als Freund und Vertrauten ansah. Seltsam fand ich, dass das Buch nie auf Deutsch erschienen ist, weil ich danach suchte. Es gibt stattdessen im Bastei Lübbe Verlag eine Reihe von anderen Titeln von ihr, aber nicht das eine, wofür sie eigentlich bekannt wurde.
Das wäre übrigens ein Thema, dass ich einmal separat behandeln müsste, da ich ja auch in dem Fall bin, aber hier sind die Umstände ganz andere als bei der Schriftstellerin Ann Rule. Zudem ist es ein so heikles und zugleich feinfühliges Thema, dass ich nicht weiß, ob ich das überhaupt machen soll.