Rezension: Allen Bennett / Cosí fan tutte

Alan Bennett habe ich vor sehr vielen Jahren zum ersten Mal kennengelernt durch ein verfilmtes Kammerspiel, das spät abends im Fernsehen lief. Wenn ich mich richtig erinnere hieß es auf deutsch „Wir haben gelacht.“ Die Geschichte einer Frau die krank wird und in Wartezimmern der Ärzte und im Krankenhaus ihre Geschichte erzählt wie es dazu kam. Ursprünglich wurde das Kammerspiel mit Patricia Routledge verfilmt und hieß „A Women With No Importance“, den ich ungleich prägnanter finde. Der Deutsche Titel ist ein Satz den Protagonistin immer wieder ausspricht. Das englische Version habe ich schon mehrfach im Blog erwähnt und ist hier bei You Tube zu sehen.

In Cosi Fan Tutte geht es um ein älteres kinderloses Ehepaar, das eines Abends nach einem Opernbesuch (eben zu Mozarts Cosí Fan Tutte) zurückkehrt, und mit Erschrecken feststellen muss, dass ihre Wohnung ausgeraubt wurde. Es wurden nicht nur einzelne teuere Gegenstände entwendend, sondern die ganze Wohnung ist komplett mit Stumpf und Stiel leergeräumt. Es ist nichts mehr vorhanden…

Was ich sehr Alan Bennett schätze ist seine elegante Sprache und einwandfreier Stil. Seine Romane lesen sich mit Hochgenuss. In Cosi Fan Tutte geht weniger um den schmerzlichen Verlust als um die Tatsache, was es mit dem Ehepaar anstellt und wie dieser Raub sie aus ihrem jahrelangen Alltagstrott wirft. Ein herrliches Lesevergnügen mit einer interessanten Auflösung und etwas traurigen aber schönen Schluss.

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