Zwischen Freude, Wut und Trauer

Der Tag gestern hätte an Emotionen nicht zerrissener sein können.

Es ging damit los dass ich die letzte Lieferung an Möbeln bekommen sollte, doch die Möbelpacker waren spät dran. Ich bekam einen Anruf, dass es dann doch erst kurz nach 14:00 Uhr werden würde. Das machte mich leicht fuchsig, weil ich um 15:00 Uhr Besuch bekommen sollte.

Die B. sollte mir ihrem Mann, dem D., inklusive Kind O. nach Luxemburg kommen. Einerseits um die neue Wohnung zu sehen, andererseits um einem kleinen Stadtbummel zu machen. Wir hatten den Termin bereits seit Wochen geplant, da die B. wie ich, Maskenbildnerin ist, und die Maskenabteilung im saarländischen Staatstheater leitet und, wie ich, oft unter Dauerstress steht.

Nebenbei schob man mir auch noch kleinlaut am Telefon unter, dass man die Hälfte der Möbel im Lager vergessen hätte und nur die neuen Regalböden dabei hätte. Ich versuchte cool zu bleiben, obwohl ich innerlich kochte. Es ist bis jetzt noch keine einzige Möbellieferung reibungslos verlaufen. Entweder ging was zu Bruch oder war vertauscht, oder wurde von dem Möbelherstellern falsch geliefert.

Kurz bevor die Möbelpacker eintrafen, kam dann eine Nachricht die alles über den Haufen warf und meine Welt stand für einen Augenblick still.

Die bekannte Cellistin Lisa Berg, die ich bereits aus der Schule der alten Heimat kannte und später von diversen gemeinsamen Projekten, hatte den jahrelangen Kampf gegen die Leukämie verloren. Sie starb in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Alter von nur 39 Jahren.

Mir schossen die Tränen in die Augen, doch da klingelten bereits die Möbelpacker. Ich holte tief Luft und öffnete die Tür. Die Möbelfritzen waren noch keine 10 Minuten weg, stand auch schon der Besuch aus dem Saarland vor der Tür. Es war so als ob das Universum mir keine Gelegenheit geben wollte laut zu schreien, vor Wut, Trauer und Enttäuschung.

Ich nahm mich zusammen und es wurde dann doch ein sehr entspannter Nachmittag mit Feuerzahngenbowle auf dem Weihnachtsmarkt und einem gemütlichen Essen im Dierfgen

Hier ein Bild des blauen Baumes auf der Place Guillaume.

Doch als ich dann später am Abend wieder zu hause war und diesen Beitrag zu Blog bringen sollte, dachte ich an Lisa und ihre inzwischen 8 oder 9 jährige Tochter. Und daran dass Lisa erst vor kurzem die eigene Mutter zu Grabe trug. Die Welt ist so gottverdammt ungerecht…

Das Video unten gab mir dann den Rest und die Tränen brachen aus mir heraus.

Äddi Lisa.

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