Fressen, Kunst und Puderquaste

Trier inkognito

Mit allem was mir so in den letzten 2 Tagen durch den Kopf ging, musste ich heute einfach raus, weg, an einen Ort den ich kenne aber dem ich ein wenig inkognito sein kann. Dabei ist ein wenig inkognito so unmöglich wie ein bisschen schwanger, aber schließlich ist es das eigene Gefühl was zählt und nicht der reale Umstand. Ich schweife ab…
Ich war in Trier. Nicht das ich etwas gebraucht hätte oder mich einem Shoppinganfall hingegeben hätte,nein, ich wollte einfach weg. In Trier gibt es die Buchhandlung Interbook, die sich noch vor ein paar Jahren in der Fleischstraße befand, heute ist sie am Kornmarkt. Und obwohl sie größer und lufiger ist, so fehlt ihr doch das gewisse Anheimelige dass sie früher in der Fleischstraße besaß. Dort wo sie einst war ging diese Woche eine brandneue Galerie auf, die Trier-Galerie. Vom Aufbau und den Geschäften her erinnert sie mich an die Arkaden am Potsdamer Platz in Berlin, im Mini-mini-miniformat.
Die Geschäfte sind nichts anderes als das was man überall findet. Ganz hinten im Erdgeschoss befindet sich eine Fressecke mit einer Sushi Bar mit Laufband. Man setzt sich an die Theke und schnappt sich das vom Laufband was grad vorbeifährt und was man mag. Es erinnerte mich die Sushitheken die ich von London her kenne.
Eigentlich hatte ich keine richtige Lust auf Sushi und was in den Schälchen auf dem Band vorbei fuhr war auch nicht unbedingt das was ich von London her kannte. Ich setzte mich trotzdem hin der alten Zeiten willen. Dabei kam ich mir vor wie im Zoo. Ich hatte fast ununterbrochen irgendwelche wildfremden Leute neben mir oder hinter mir stehen, die mir zuschauten wie ich mit Stäbchen esse.
Inkognito ade.
Mir ist zwar bewusst dass Trier nicht London und nicht Berlin ist und man eher der gutbürgerlichen Küche frönt, aber inzwischen dürfte man sich doch auch in Trier an rohen Fisch mit Reis und Wasabi gewöhnt haben oder?
Etwas später war ich dann in einem Haushaltswarengeschäft quer gegenüber der neuen Passage verweilte einen Augenblick, weil von Spandau Ballet ‘Through the Bardicades’ lief. Ein Lied was ich schon lange nicht mehr gehört hatte und was mich an eine Zeit erinnerte in der es vor zwanzig Jahren auch große Veränderungen und Umbrüche in meinem Leben gab.
Und da waren sie wieder die Veränderungen und Umbrüche.
Sie werden kommen…

1 Kommentar

  1. Thierry

    Sushi Bars sind toll. Leider hat hierzulande aber diese blöde Fast Food Variante “Sushi Place” die Überhand bekommen. 🙁 Vielleicht ist das in Deutschland auch so und deshalb staunen Leute noch immer wenn sie eine richtige Sushi Bar sehen. Nervig ist das aber natürlich trotzdem.

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