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Labor für digitales Darben

Alberto Giacometti im Guggenheim in Bilbao

Wir standen etwas früher auf als gewöhnlich.
Der Grund warum wir überhaupt noch einmal so spät im Jahr in St. Jean-de-Luz sind, ist folgender:
Heute wurde eine Sonderausstellung von Alberto Giacometti im Guggenheim in Bilbao eröffnet. Die D. wird in ihrer Funktion als Kulturjournalistin darüber berichten und ich durfte als Fotograph und Kameramann mit.

Es war der perfekte Tag um nach Bilbao zu fahren, denn es war trübes Wetter und es war Regen angesagt.

Der Empfang im Guggenheim war sehr angenehm, ausnahmslos alle waren sehr freundlich und nett. Nach einer  ersten Pressekonferenz im Auditorium, ging es dann hoch in die Säle der Ausstellung. Mit stockte der Atem. Es war umwerfend.  Es sind über 200 Objekte zu sehen und es ist die größte Retrospektive seit jeher.

Ganz toll fand ich den Kontrast der kleinsten Figur die Giacometti je hergestellt hat, im Kontrast zu den riesigen Stahlformen von Richard Serra im Hintergrund, von denen ich ja schon im Sommer berichtet hatte.

Ich könnte euch jetzt noch mindestens 50 Fotos zeigen. Aber das würde zu weit führen.

Nachdem wir die Hallen mit der Sonderausstellung mehrfach durchlaufen hatten, war ich emotional sehr leer.  Die Gacomettifiguren rufen so viele Gefühle hervor. Man möchte sie streicheln sie bisweilen trösten, ihre Geschichten hören. Sie sehen allesamt sehr verletzlich aus, manchmal erinnern sie an ausgegrabene Fossilien, manchmal an ein kaputtes Spielzeug das seit Jahren auf den Dachboden lag.

Ich weiß noch, als ich meine erste Skulptur in der Beieler Foundation in Basel sah, hätte ich sie am liebsten mitgenommen.
Doch auch seine Zeichnungen sind sehr spannend und genau im gleichen Esprit wie  die Figuren. Es gab jedoch auch Phasen in seiner Schaffenszeit in der er völlig andere Formen schuf die mehr an Gottheiten von afrikanischen Urvölkern erinnern.

Anschließend waren wir vom Museum mit allen Presseleuten zum Mittagessen  ins hauseigene Restaurant  eingeladen. Wir wurden bekocht wie die Könige. Wenn der Gedanke dahinter stecken sollte einen positiven Bericht darüber zu schreiben, das hätte nun wirklich nicht gebraucht.  Den hätten sie von mir mit oder ohne Mittagsessen bekommen.
Während dem Essen saßen wir neben der Pressesprecherin, die uns erklärte dass auf den Tag das Museum 21 Jahre alt wurde. Zu Anfang hätten sie um 400.000 Besucher im Jahr gehabt. Jetzt sind es weit über eine Million im Jahr.

Wenn Luxemburg sich doch endlich mal ein Beispiel an solchen Unternehmen nehmen würde. Hier wurde ganz klar aufgezeigt dass zeitgenössische Kultur einer Stadt zu neuem Glanz verhelfen kann und großen wirtschaftlichen Aufschwung bringt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24 Februar nächstes Jahr zu sehen. Es ist echt eine Reise wert, denn so viel Giacometti auf einmal wird es so schnell nicht mehr geben.

2 Kommentare

  1. Das mit den Emotionen und der Leere durch Kunst kenne ich gut, danke für die tollen Bilder.
    Gruß aus dem Münsterland, Anke

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