Fressen, Kunst und Puderquaste

Schullektüre

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Photo by Oladimeji Ajegbile on Pexels.com

Nachdem es zur Zeit ein Trend ist, seine Erinnerungen zu durchwühlen, auf der Suche nach den Büchern die man in der Schule gelesen hat bzw. lesen musste ( u.a. fand ich es bei Herr Rau, Kitty Koma und Anke Gröner) habe ich beschlossen das auch zu tun.

Dabei werde ich es in die zwei Sprachen aufteilen die ich vom zweiten Grundschuljahr an hatte. Englisch kam erst sehr viel später dazu, und da kann ich mich nur an ein einziges Buch erinnern, in einfachem Englisch, Jane Eyre von Charlotte Brontë .
(Ein kleiner Gruß an meine damalige Englischlehrerin, die hier eifrig mitliest)
Sicherlich habe ich auch das eine oder andere Buch vergessen. Wenn einer meiner alten Klassenkameraden hier mitliest; ihr dürft es gerne in Kommentaren ergänzen.

Französisch:

Goscinny – Sempé / Le petit Nicolas
Der kleine Nick mit den wunderbaren Zeichnungen von Sempé. Die gesammelten Werke, die es schon Ende der 50er Jahre wöchentlich auf der Kinderseite einer Tageszeitung erschienen, und später dann in Buchform, verschlang ich regelrecht in vierten und fünften Schuljahr.

Joseph Joffo / Un sac de bille.
Vom Gefühl her weiß ich dass ich die Geschichte sehr mochte und dass sie spannend war und im zweiten Weltkrieg spielte. Aber sonst habe ich keine Erinnerung mehr daran.

Joseph Kessel / Le Lion
Ein Klassiker der französischen Schullektüre. Es ging um ein kleines Mädchen und einen Löwen. An mehr kann ich mich nicht mehr erinnern.

Deutsch:

Erich Kästner / Emil und die Detektive
Das ist einer meiner frühesten Erinnerungen von Schullektüre. Ich mochte die Geschichte so mittel. Es war auch schon zu meiner Zeit eine alte Geschichte mit alten Gebräuchen und weit von dem entfernt was meine Jugend war. Viel spannender fand ich damals alle Enid Blyton Bücher, die wir zu Hauf in der Schubibilothek stehen hatten und die ich im Wochentakt verschlang.

Friedrich Forster / Robinson Crusoe soll nicht sterben
Das ist letzte Schullektüre die ich in der Grundschule (die in Luxemburg bis zum sechsten Jahr geht) las. Anschließend kam ich in den sogenannten Lycée technique, Ich kann mich nur sehr wenig an die Geschichte selbst erinnern. Ich hörte auch später nie wieder von dem Buch, das einen Klassiker der englischen Literatur nimmt und drumherum eine neue Geschichte ersinnt.

Wolfgang Borchert / Draußen vor der Tür
Ja, wir lasen auch Theatertexte. Ich fand das damals sehr spannend und Deutsch war in dem Jahr mein Lieblingsfach, was aber auch der Lehrerin geschuldet war, die ich sehr mochte. Wenn ich heute zurückdenke, war es mit einer der Grundsteine, warum ich heute am Theater bin.

Max Frisch / Andorra
Noch ein Theaterstück von der gleichen Deutschlehrerin im darauffolgenden Jahr. Ich sollte es mal wieder lesen.

Ödön von Horváth / Jugend ohne Gott
Das Buch war so bizarr wie langweilig, genau so wie meine damalige Deutschlehrerin an einer anderen Schule, die seltsame Vorstellungen hatte, was gut und schlecht war. Sie hatte uns nach der Lektüre des Buches gebeten als Hausaufgabe eine Zusammenfassung zu schreiben. Dabei machte ich es mir ein wenig zu einfach. Ich schrieb eine Zusammenfassung aus Kindlers Literaturlexikon ab, änderte die Sätze ein wenig um und ließ ein paar sehr geschraubte Formulierungen weg. Die Stunde kam, sie rief mich an die Tafel und ich musste die eigene Zusammenfassung vor der Klasse lesen.
„Das ist aber nicht auf deinem Mist gewachsen“, meinte sie.
„Nein, ich kam nicht nicht klar damit und habe im Literaturlektion der Bibliothek nachgeschaut“ Lügen hatte keinen Sinn, dem beim Vorlesen hatte ich selber gemerkt, dass es absolut nicht mein Schreibstil war.
„Sehr gut!“ sagte sie. „Das gibt eine 1 und somit drei Punkte mehr im Prüfungsdurchschnitt am Ende des Trimesters.“
Ich war völlig von den Socken, denn ich hatte mit dem Gegenteil gerechnet. Ich weiß bis heute nicht was sie bewertet hat. Meine Ehrlichkeit oder die Tatsache dass ich mir die Mühe gemacht hatte im Lexikon nachzusehen.

Ich bin mir sicher dass es nicht alle waren, doch mit fällt kein Buch mehr ein. Vor allem in Französisch müssten es mehr sein. Die großen Klassiker wie Faust & Co. hatte ich nicht. Zudem war das Programm in den oberen technischen Klassen mehr auf die spezifischen Richtungen ausgelegt. Schullektüre gab es noch, doch war es dem/der jeweiligen Lehrer*in überlassen ob er/sie ein Buch mit uns durch nahm oder nicht.

***

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7 Kommentare

  1. trumpetfan

    Jane Eyre? Also das wundert mich wirklich.
    Habe ich niemals mit einer Klasse gelesen oder empfohlen.

    • Joël

      Es war in easy English. Ich bin mir da ziemlich sicher.

      • trumpetfan

        Ja, gibt es in simplified versions, aber so vom Thema her ist das Buch für Schüler absolut uninteressant. Horvath, den du ja erwähnst, ist im Vergleich ein Thriller.

        • Joël

          Du musst bedenken dass das Mitte der 80er war. (Solange bist du schon Englischlehrerin 😉)

          • trumpetfan

            Jajaaaa. Man wird alt und tüddelig 😉
            Und ich bin nicht mehr Englischlehrerin, sondern in Rente 😁

          • Joël

            Oh Glückwunsch!

  2. Margarete

    Ja, Draußen vor der Tür! Jedes Wort ist wichtig… die wenigen Details… was alles ausgelassen wird…
    Ich erinnere mich so gern… ist aber auch schmerzlich…

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