Fressen, Kunst und Puderquaste

Bananenbrot, Steinbutt & Gedanken über den Krieg

Gleich am Morgen mehrere Telefonate geführt um Termine umzulegen, weil ich mal wieder ein Schussel war. Dass diese Schusseligkeit mir bis dato keine verheerenden Folgen gebracht hat, ist schon sehr erstaunlich. Aber jetzt da es ausgesprochen ist,…

Gegen Mittag fuhr ich die paar Flaschen Wein, um die die K. mich gebeten hatte aus der Pfalz mitzubringen, zu ihr an die Mosel. Erstaunlich miserables Wetter.

Wieder daheim machte ich mich endlich daran, die beiden Bananen die ich noch von vor dem Pfalzausflug hatte, zu einem Bananenbrot zu verarbeiten.

Gesagt, getan.

Es wurde sehr dunkel weil ich Rohrzucker genommen hatte. Aber man roch das Backgut durchs ganze Haus. So sehr, dass die ältere Nachbarin über mirmich anrief und fragte, was dieser wundervolle Duft im Haus wäre. Ich sah schon wo das hinführt. Morgen muss ich wohl ein Stück vorbei bringen.

Es ist übrigens das erste mal, dass ich seit sehr langer Zeit Bananenbrot backe. Das letzte mal dass ich überhaupt welches gegessen hatte, war kurz vor der Pandemie in Australien. *seuftz*
Ich vermisse Down Under.

Am Abend dann einen Abstecher zum Nachbarn in die Rotisserie.

Als Vorspeise: Mit getrockneten Tomaten gefüllte Artischockenherzen vom Grill. Überraschend lecker. Davon hätte ich mehr essen können.

Hauptgang: Steinbutt mit Fenchelgemüse

Da war ich etwas enttäuscht, denn dem Fisch fehlte es komplett an Geschmack, als ob er nicht in einem Sud gegart worden wäre sondern einfach in Wasser, zudem machte die etwas zu dicke Soße, die man dazu reichte, es nicht gar nicht wett. Schade, dabei mag ich Steinbutt sehr.

Nachtisch war eine Zitronentarte.

Die hingegen war nun wieder sensationell, allein schon weil sie keine Baiserhaube hatte und richtig intensiv zitronig schmeckte.

Ich ließ die Gedanken derweil schweifen und schrieb schon teilweise hier im Blog vor.

Es ist wahrscheinlich schonso manchem aufgefallen, der hier regelmäßig mitliest, dass ich nichts über den Ukreinekrieg schreibe. Ich kann es nicht. Es lähmt mich. Der Krieg begann zu einem Moment, als ich mitten in einer unverblogbaren Blase steckte und meine Arbeit kam mir plötzlich so unwichtig, nutzlos und fast hirnverbrannt vor. Ich lese tagtäglich davon, wie auch hier in Luxemburg sich Menschen mobilisieren und Aktionen starten, Leuten die von dort geflohen sind eine Unterkunft bieten. Ich habe mir auch zu einem Zeitpunkt überlegt ob ich nicht mein zweites Schlafzimmer eine als Übergang anbieten soll. Aber ich kann es nicht. Das mag einerseits feige klingen, doch andererseits sehe ich mich außerstande das zu bewältigen. Inzwischen bin ich soweit dass ich die Nachrichten im Radio oder im Fernsehen abschalte, weil es mir Angst macht. Auf Twitter habe ich manche auf stumm geschaltet weil ich es nicht mehr hören kann. Ihr könnt mich für einen Hosenscheisser halten der überhaupt keine Courage hat, aber ich habe auch den Mut es offen zuzugeben.

3 Kommentare

  1. caterina

    Ich verstehe, dass Sie den Ukraine-Krieg ausblenden. Auch mir mach er Angst, sehr große sogar. Aber Wien liegt halt nahe an der Grenze zur Ukraine (näher als an der Schweiz z.B.) und daher bleibe ich trotzdem dran. Und hoffe und bete, dass es bald vorbei ist… Und versuche, nach meinen Möglichkeiten zu helfen.

  2. Hans-Georg

    Ich schotte mich auch weitgehend ab gegen die Nachrichten über den Krieg. Die Nachrichtenflut ist einfach zu groß um das alles verarbeiten zu können. Und man weiß eh nicht, welche von beiden Parteien Nachrichten als Propaganda streut. Ich picke mir nur ab und zu ein paar Schlagzeilen im Internet raus, um das dann zu lesen.

  3. Margarete

    Es ist alles so erschreckend schrecklich, dass der natürliche Abwehrmechanismus instinktiv aktiviert wird.

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