Ein Arbeitssonntag. Das seltsame an dieser Produktion ist, dass mir jede Vorstellung immer wieder wie neu vorkommt und der Ablauf sich in meinem Kopf einfach nicht verfestigen will, obwohl es mir andererseits so vorkommt, als ob wir es schon mindestens 30 mal gespielt hätten. Nun ja. Nach dieser Vorstellung kommt noch eine und dann erst wieder Ende des Monats, wenn es auf Tournee geht. Dann gibt es wieder Bilder aus einem anderen noch kleineren Land als Luxemburg.
Am Abend während der Dienstrunde stand eine Kiste mit Keksen von Delacre neben der Kaffeemaschine:

Die Kiste stand halb offen und ich versuchte einen. (Auf dem Foto den oberen) Und plötzlich hatte ich einen Marcel Proust-Moment, wie mit den Madelaines und dem Tee. Der mit Schokolade hauchdünn überzogener Keks weckte eine tief versunkene Erinnerung in mir an meine Großmutter väterlicherseits, bei der genau diese Kekse immer in einer Dose auf dem Tisch standen. Ich sah das Wohnzimmer, ihre Einrichtung, ihre Bücher… Sogar der leichte Geruch von Bohnerwachs und altem Papier war wieder da… Ich hatte schon länger nicht mehr an Großmutter Marie gedacht. Heute bin ich überzeugt, dass sie eine große Kunstmalerin geworden wäre und gerne einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen hätte, als den den sie ging. Aber das ist eine andere Geschichte….
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Da es heute sonst nicht viel gibt das aufschreibewürdig ist, gibt ein paar Links:
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Via flumen_calculi:
Ein online Shop in L.A. bietet diesem Pin an:

Und nun frage ich mich die ganze Zeit, ob das wirklich erst gemeint ist. Ich werde mich jedenfalls nie über eine Syphilis Arbeit beklagen. 😂
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Ich lese seit ein paar Tagen schon das Buch von Gièsle Pélicot, eine Hymne an das Leben. Es ist keine leichte Kost, das war mir klar. Ich muss Pausen einlegen, weil ich vor allem ihre Gesinnung irgendwie nachvollziehen kann, denn in schwierigen Situationen (ohne mich mit ihr und ihrem Schicksal vergleichen zu wollen) reagiere ich auch so. Ruhig bleiben und durchhalten. Was mich in den ersten Kapiteln sehr irritiert hat, das aber in vielen Familien vorherrschend zu sein scheint, ist diese Bevormundung der Frau, vor allem von ihren eigenen Kindern. Sie erzählt das in aller Offenheit und wie ihr das gegen den Strich geht, doch sie hält sich zurück, lässt die Tochter und den Sohn toben und verhält sich still.
Wenn ich das Buch aus habe, werde ich drüber berichten.
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Cecilia auf Spitzbergen zeigt wieder atemberaubende Bilder der Insel. Inzwischen geht die Sonne dort nicht mehr unter. Und wie putzt man Fenster bei kontinuierlichen minus Graden?