Der Montag war erst mal mit einer Stipvisite in Trier verbunden, wo ich schon seit etlichen Wochen nicht mehr war. Es waren dienstliche Einkäufe zu erledigen und ich verband sie mit weiteren Einkäufen für mich privat. Ich kaufte eine weitere Pfeffermühle (ja, noch eine) und auch eine neue Reibe für Muskatnüsse, die die Finger nicht mitraspelt.
Und wenn schon Trier, dann auch der Mittagstisch in der Trier Brasserie.
Gefüllte Maispoularde mit Bohnen, Artischockengemüse und Ofenkartoffeln.
Sehr lecker.
Am Nachmittag schlugen dann die latenten Kopfschmerzen wieder zu. Richtige Kopfschmerzen sind es nicht, es wabert im Kopf und der Schmerz kann sich nicht entscheiden was es werden soll. Ich quälte mich durch den Rest des Tages, der mir Dienstlichem versehen war und ging am Abend bei Zeiten ins Bett.
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Seit einer Weile schaue ich mit die uralte Serie von den Golden Girls an, weil sie ein Teil von Disney+ ist. Als ich sie zum ersten mal sah, waren wir in den 90ern, und ich sah sie eingedeutscht. Neben vielen kleinen Teilen die sich auf YouTube herummtummeln, sah ich sie die letzten Tage zum ersten mal komplett im Original. Und ich muss sagen, dass Estelle Getty als Sophia Pertillo nie mein liebste Figur war, aber jetzt im Original übertrifft sie alle anderen.
Für den Samstag kann ich ein Bild von Dienstlichen zeigen:
Aber es ist wie so oft, den ganzen Tag in einem sehr dunklen Studio zu verbringen, macht müde. Selbst dann wenn es körperlich nicht anstrengend ist.
Am Abend war ich zur Geburtstagsfeier des J. eingeladen. Ein sehr schöner Abend.
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Den Sonntag ging ich sehr langsam an und freute mich über die vielen Nachrichten und Kommentare zum Text ‚Hallo Du‘ und dass so viele diese doch ungewöhnliche Selbstreflextion verstanden hatten.
Am späten Nachmittag ging es ausnahmsweise an einem Sonntag ins Renert, der geöffnet hatte. Es war nämlich der letzte Tag an dem der kleine Hüttenanbau vor der Tür stand. Die Tradition will dass es an dem Tag ein letztes mal ein gewaltiges Raclette à gogo gibt.
Am Montag kommt die Hütte weg und ab Dienstag steht wieder die Terrasse mit Tischen und Stühlen da. Und damit wären wir dann alle bereit für den Frühling, bitte. Danke.
Ich werde Dich nicht beim Vornamen nennen. Das käme mir seltsam vor.
Vor einiger Zeit schon kam mir die Idee Dir diese Zeilen zu schrieben, obwohl Du sie nie lesen wirst. Es müsste schon so einiges in der Forschung um Raum und Zeit passieren, damit Du das zu lesen bekommst.
Also, Du.
Du hast den gleichen Namen hat wie ich.
Du siehst aus wie ich.
Du bist jünger als ich.
Du bist ich.
Du lebst meine Vergangenheit.
Du kennst das Ich von heute nicht.
Noch nicht.
Das Foto oben habe ich mit KI gemacht, obwohl du könntest es tatsächlich sein.
Ich habe mir lange überlegt wie alt Du eigentlich bist, wenn Du das hier lesen würdest. Bist Du sechs Jahre alt und hättest gerade erst lesen gelernt? Vielleicht, aber dann müsste ich anders schreiben, damit Du es verstehst. Denn das was ich Dir zu sagen habe, würde weit über das hinausgehen was du kennst oder schon gelernt hast und es würde Dir Angst machen. Dabei sollen diese Zeilen genau das nicht bewirken.
Ich hatte mir überlegt Dir dieses Schreiben zu deinem 18. Geburtstag zu geben. Doch seltsamerweise kann ich mich mehr an diesen Geburtstag erinnern. Es wurde kein großes Tohuwabu darum gemacht. Du wurdest 18 und alle waren irgendwie sehr zurückhaltend. Vater hat versucht Dir eine erbauliche und lehrreiche Rede zu halten, über Verantwortung und Großjährigkeit. Das einzige was ich noch davon weiß, ist dass es reine Sprücheklopferei war. Es war nichts dabei was Dir wirklich geholfen hätte ein Satz der etwas aufgezeigt hätte. Nur leere Worthülsen, nichts was es Wert gewesen wäre im Herzen zu bewahren, wie eine kleine kostbare Erinnerung.
Wir schreiben übrigens das Jahr 1984, das George Orwell Jahr. Du hattest das Buch bereits gelesen. Es stand auf dem Schulprogramm. Du wirst das alles sehr beängstigend finden was Orwell da geschrieben hat und froh sein, dass er nur im Ansatz recht hatte, und sich gründlich verrechnet hat mit der Jahreszahl.
Nun, ich kann Dir sagen, dass wir heute seiner Vision näher sind als je zuvor, wenn nicht schon darüber hinaus, aber anders als Orwell es geschrieben hat.
Eine anderer wichtiger Tag in deinem Leben ist im Sommer in dem Du 19 bist. Eine Freundin wird ihren Führerschein bereits haben und das alte Auto ihres Vaters. Sie wird Dich abholen zu einer Fahrt hinaus… hinaus. Und du wirst zum ersten mal das Gefühl einer neuen Freiheit haben, einer Freiheit immer in Bewegung zu sein. Ihr werdet über kleine Feldwege fahren an wunderschönen Korn- und Maisfeldern vorbei. Die Sonne wird scheinen Du wirst ein paar Grillen zirpen hören. Und als Krönung wird im Radio das Lied Forever Young von Alphaville gespielt. Und zu ersten mal wirst du diesen Text verstehen.
Let us die young or let us live forever.
Es ist das erste mal dass Dir bewußt wird, dass Glück nur ganz kurze Momente sind im Leben sind, und dass du gerade jetzt einen davon erfährst.
War der Moment wirklich so wunderbar, oder habe ich angefangen ihn mit Jahren zu verklären, ihn zu etwas zu machen was er nie war? Und wenn nicht, warum erinnere ich mich heute noch an ihn?
Nein, ich werde Dir den Brief schreiben wenn du 13 bist. Das wird ein anstrengendes Jahr. Uneinsichtige Eltern, die dir das Leben zu Hölle machen werden, die einfach nicht einsehen wollen, dass Du kein Kind mehr bist.
Vor allem dein Vater wird sich ganz fürchterlich aufführen. obwohl er das schon seit Jahren tut, wird es in dem Jahr noch schlimmer werden. Manchmal bist Du überzeugt davon, dass Du kein Teil aus deren Fleisch und Blut bist, Du, der so anders ist. Du wirst in ein Internat kommen und es wird Dir so manche Freiheit ermöglichen die Du davor nie hattest, aber es wird auch Türen öffnen, hinter denen sich die Hölle verbirgt. Wir sind in den Achtzigern und auch wenn die Möglichkeiten sich selbst zu entfalten sehr viel größer geworden sind, so ist bei weitem nicht alles möglich. Du wirst die Menschen als engstirnig und kleinkariert empfinden. Die drei Jahre im Internat werden dich prägen. Du wirst deine ersten sexuellen Erfahrungen machen mit einem älteren Mitbewohner des Internats.
Ab dem Moment wirst Du dir sicher sein das zu der Queer Community du gehörst, obwohl das damals noch nicht so genannt wurde. Dass Du das nach außen trägst mit einer sehr effeminierten Art, wird Dir zum Verhängnis werden. Du wirst über mehrere Jahre hinweg alle Fluchausdrücke für Homosexuelle kennenlernen und da wir in Luxemburg sind, in diversen Sprachen. Frocio, Finocchio, Pédé, Pétasse, Lenksen, Schwuli… all das und noch viel mehr wird man Dir auf der Straße nachschreien und wirst lernen es zu ertragen und zu ignorieren. Dir wird ein undurchdringliches Fell wachsen, das Dich bis heute schützen wird. Du wirst lernen ein Doppelleben zu leben, wie so viele andere auch.
Aber Du wirst auch lernen Dir eigene Welten zu erschaffen, in denen Du Dich wohl fühlst, sei es im Kopf, oder auch reale Zufluchtsorte, wo Dich niemand stört und deine Mitschüler kein Interesse daran haben.
Du wirst dich abkapseln und und Dir dafür selbst Vorwürfe machen, aber Du siehst keinen anderen Ausweg.
Dein Freundeskreis wird sehr klein sein, aber die wenige die Du haben wirst, wirst du lange behalten. Ein paar davon wirst Du noch haben wenn Du schon weit über 50 sein wirst.
Mit 19 wirst Du mit einem Paukenschlag zuhause ausziehen. Dein Vater und Du in einem Haus unter einem bzw. seinem Dach wird nur noch für Sprengstoff sorgen und wirst die Reißleine ziehen. Es ist im Nachhinein gesehen, nicht die beste Lösung, aber es wird das Schlimmste verhindern.
Ein großer Umschwung wird aber erst kommen mit 22. Dein Vater wird sterben und das wird so manches ändern. Es wird sich anfühlen wie eine Befreiung obwohl Du Dich dafür schämen wirst so zu denken.
Es werden ein paar schöne Jahre ins Land ziehen.
Eine schwere Zeit wird kommen wenn Du das tun wirst, von dem Du glaubst, dass Du damit eine Erwartung erfüllst. Merke dir, Erwartungen anderer zu Erfüllen ist nie der richtige Weg für Dich. Es wird die Zeit sein in der Du Dich beruflich selbstständig machen wirst. Mit 28 Jahren wirst Du bereits am Ende deiner Karriereleiter als Friseur angekommen sein. Es werden fünf lange, harte Jahre werden, aus denen Du viel lernen wirst, aber Du wirst Dich und Deine anfänglichen Ziele aus den Augen verlieren.
Doch wirst Du auch aus dieser Zeit heraus lernen was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und dass die Freiheit, selbst über Dein Leben bestimmen zu können, mit einem hohen Preis verbunden ist.
Dann werden ein paar Jahre folgen in denen alles in der Schwebe ist. Das Gefühl dass es nicht weitergeht und Du dich selbst auf ein Abstellgleis gefahren hast wird lange mitschwingen. Dabei hast Du Dir die Weichen genau richtig gestellt in dem Moment als Du Dich für Theaterkurse eingeschrieben hast. Das wird alles verändern, aber es wird dauern.
Es wird der Tag kommen an dem Du Deine ganze Existenz in Frage stellen wirst. Es wird der Tag sein, an dem Dein Bruder sterben wird. Es wird etwas in Dir zerspringen, wie ein Kristall der auf hartem Betonboden zerschellt. Es wird nie wieder sein wie davor. Doch jedes Ende bedeutet ein Neuanfang und aus der unendlichen Trauer heraus, wird eine Kraft kommen mit der Du das schaffst. Du wirst es schaffen all das hinter Dir zu lassen und beruflich noch einmal vor vorn anzufangen.
Seltsamerweise wirst du erst sehr viel später erkennen, dass das der Moment war, an dem Du nie mehr an das Abstellgleis denken wirst.
Schritt für Schritt wirst es schaffen, ohne es je auszusprechen, dass deine Familie es akzeptiert, dass Du schwul bist, indem Du sie einfach vor vollendete Tatsachen stellst. Es ist plötzlich einfach jemand an deiner Seite. Und Du hattest richtig getippt, es wird von niemandem konkret angesprochen sondern unter einem leisen Schlucken, hingenommen ohne Fragen zu stellen.
Es werden schöne Jahre kommen aber auch sehr stressige Momente, doch deine Entscheidung alles zu ändern, wirst Du nie in Frage stellen.
Richtig schlimm wird es noch einmal werden wenn du Ende 40 bist und die Trauer um das Ableben der letzten Familienmitglieder dich so runterziehen wird, dass Du Hilfe in Anspruch nehmen musst.
Ich habe eine Weile gebraucht um Dir das alles aufzuschreiben und versucht Dir alle die Momente im Leben aufzuzeigen, in denen es schwer werden wird. Ich weiß, das wird Dir das Angst machen, aber Du wirst sie alle überstehen. Und wenn Du dann zurückblickst wirst Du sehen, dass Du in vielen Dingen der Zeit immer ein Stück voraus warst und Dich alle Rückschläge nie zurückwarfen sondern immer Stück weiter brachten.
Bewahre Dir deine Sensibilität und den Instinkt sehr früh Dinge zu erspüren und zu erkennen. Du weißt jetzt schon, dass Du diese Gabe hast. Denn es werden Zeiten kommen, in denen du Angst hast sie zu verlieren und so abgehärtet und stumpf werden wirst, wie alle anderen. Aber das wird nie passieren. Du wirst immer zu Dir zurückfinden, zu diesem einen Moment indem du glücklich warst und es war Dir ganz bewusst. Es werden noch viele folgen, das verspreche ich Dir.
Viel Rumgerenne und ein Wetter zum Vergessen. Am Donnerstag war ein Sturm angesagt. Mein heißgeliebter Knirps Regenschirm überlebte es nicht. Als ich gegen 17:00 heim fuhr, stürmte und regnete es gewaltig. Ich huschte fix in den kleinen Supermarkt in meinem Viertel der auch eine kleine Tiefgarage hat und ich konnte zumindest trocken meine Einkäufe machen.
Abends viel ich dann nach einer etwas opulenteren Brotzeit um wie ein Stein ins Bett. Ich schaute mir noch zwei oder drei Folgen der uralten Golden Girls Serie an.
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Am Freitagmorgen galt mein erster Blick aus dem Fenster dem Kran, in der Nachbarschaft und da er in einem seltsamen Winkel stand, dachte ich zuerst das davon die Hälfte vom Sturm weggerissen war:
Doch eine halbe Stunde später fuhr es wie sonst auch.
Auf dem Bett fand er ich dann ein Marienkäfer und ließ ihn frei:
Es folgte ein weiterer langer Tag mit viel Unverblogbarem.
Am Abend fühlte ich mich kränklich mit Schüttelfrost und Co. Geplant war, dass ich mit der D. ins Theater gehen sollte. Doch ich sagte ab und verkroch mich früh in die Federn.
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In eigener Sache. Morgen gibt es hier einen Text, der vor Jahren mal sehr trendy war, im Blog zu posten. Lustigerweise kam die Jetpack Tagesfrage von vorgestern dem sehr nahe, die da lautete: ‚Welchen Rat würdest Du deinem jüngeren Ich mit auf den Weg geben?‘ Ich habe meinem jüngeren Ich einen ganzen Brief geschrieben.
Es ist grad ein wenig mehr los in unverblogbaren Dingen, also mache ich etwas anderes.
Ich hatte es schon angedeutet dass ich mir die kurze Serie angeshen hatte. Seit November ist sie auf Disney+ zu sehen.
Eine gut gemachte Story in der eine Schriftstellerin versucht, einen Serienkiller zu entlarven in dem sie intensive Nachforschungen im Internet anstellt und dort einen der größten Internetaktivisten und Künstler kennenlernt. Mit ihm zusammen löst sie den Fall und schriebt ein Buch darüber. Die Geschichte beginnt dort wo sie sich auf einer Lesereise befindet und eine Einladung erhält einer der größten Magnate in Island zu besuchen in einem brandneuen Hotel, das fast ausschließlich mit KI funktioniert. Und es ist eben diese KI die ihr die Einladung überbringt.
Die Story selbst in eine Mischung aus einer typischen Agatha Christie Kriminalgeschichte und klassischer detektivischer Handwerksarbeit in bester Sherlock Holmes Manier, in einer Welt in der das alles nicht mehr als modern gilt. Es erinnerte mich teilweise auch an Space Odyssee mit seinem HAL9000. Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden auf den Fall der Serienmörders.
Eine der Darstellerinnen aus der Serie hatte ich schon seit Twin Peaks nicht mehr gesehen. Joan Chen.
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Den Text, den ich vor ein paar Tagen aus den Tiefen der Entwürfe herausgefischt hatte ist beinahe fertig. Das freut mich einerseits, andererseits ist er nicht rund genug als dass ich ihn veröffentlichen könnte. Ich muss ihn wieder eine Weile weglegen und dann nochmal bearbeiten.
Ein Tag der früh anfangen sollte und dann ganz anders als geplant verlief . Ich sollte dienstlich einen größere Sache gleich am Morgen angehen, die dann schief ging, weil das Schicksal überhand nahm, aber Gottseidank nicht bei mir.
Es ist nie schön wenn ein Mensch gehen muss. Auch wenn es schon seit Wochen, wenn nicht seit Monaten angekündigt war, so ist der unausweichliche Augenblick doch immer ein Schock.
Ich bot der betroffenen Person an, mit der ich dienstlich zu tun hatte, sie ins das Heim weit außerhalb der Stadt zu fahren um die Sterbende noch einmal zu sehen. Das Angebot wurde dankend angenommen. Ich blieb aber nicht dort.
Auf den Rückweg erfuhr ich dann dass am Morgen der Vater einer mir sehr nahe stehenden Person verstorben ist, von dem ebenfalls gewusst war, dass seine Tage krankheitsbedingt gezählt waren.
Kein guter Tag und mehr möchte ich auch darüber nicht schreiben.
Am Nachmittag setzte ich mich hin und schrieb an einem sehr alten Text weiter, den ich in den Entwürfen von WordPress wiederfand. Er war anfänglich fürs Blog gedacht, doch jetzt bin ich mir gar nicht mehr so sicher. Ich werde das entscheiden wenn er fertig geschrieben ist.
Scheußlicher Nieselregen und das fast ununterbrochen den ganzen Tag. Vom Argarstandpunkt aus ist es ja genau das was fehlt, damit das Wasser Zeit hat einzusickern und der Grundwasserspiegel steigt. Aber bei diesem Wetter schickt man weder einen Hund noch ein Joël vor die Tür.
Also habe ich Brot gebacken:
Oder besser gesagt ein Körnerziegelstein.
So ‚richtig‘ Brot backen, wo ich so richtig alles selbst knete und abwiege, das traue ich mich noch nicht, weil meine ersten Erfahrungen mit Brot- und Hefeteig allesamt fehl schlugen. Meine ersten Gehversuche nachdem ich lange nichts mit Hefe versucht hatte, waren Brotbackmischungen, die mir erstaunlich gut gelangen. Irgendwann wird das klappen. Es muss doch ein wenig Großvater in mir stecken, der von Beruf Bäcker war, oder?
Seit zwei Tagen habe ich einen neuen Stramingdienst. Aber dafür musste etwas anderes weichen. Ich entschied mich für das selbstzusammengestellte Bouquet an Fernsehsendern die nicht im Grundpacket der Postbox mit dabei sind. Man kann da schon ein oder zwei Sender wählen und zahlt nur sehr wenig. Da ich aber BBC Entertainment haben wollte, musste ich minimum vier Sender wählen, da er erst ab der Menge zur Verfügung steht. Zudem kann man keine einzige Sendung aufnehmen oder sich im Nachhinein ansehen. Entweder live oder gar nicht. Ich glaube nicht dass das von meinem Anbieter so vorgesehen ist, die BBC schreibt das so vor. Na gut, dann eben nicht mehr.
Jetzt habe ich Disney+ und probiere das mal eine Weile aus, weil Netflix mich grad sehr nervt und es nicht mehr wirklich viel Gutes dort zu sehen gibt außer die übliche Brühe.
Eine sehr fesselnde kurze Serie angefangen. A Murder at the End of the World.
Dort seit sehr langer Zeit mal wieder Clive Owen gesehen, dan ich immer sehr sexy fand. Die zwei ersten Folgen sind mit ihren Rückblenden nicht schlecht. Ich berichte wie es weitergeht.
So oft gehe ich nicht am Chocolate House vorbei. Aber da heute das Wetter unerwartet gut war und ich schon eine Weile in Renert draußen saß, führte mich mein Weg dorthin.
Ich hatte schon seit sehr lange keine heiße Schokolade mehr von Nathalie Bonn. Und es war genau das Richtige. Sie ist quasi die Erfinderin dieser Art von heißer Schokolade, die an einem Löffel befestigt, in heiße Milch getunkt wird und dann umgerührt wird, bis der Klotz sich aufgelöst hat.
Im der Galerie vom Ratskeller läuft zur Zeit eine Ausstellung mit Videoprojektionen von Wang Bing, Rahmen des Filmfestivals. An einer davon blieb ich kleben. Fengming, ein dreistündiger Monolog einer jetzt alten Frau, die in ihren jungen Jahren engagierte Journalistin war und an die Revolution in China glaubte. Eine ziemlich herzzerreißende Geschichte, die ich mir aber nur für eine Weile ansah, ich wollte nicht den ganzen Nachmittag dort verbringen. Aber ich muss mir das noch einmal genauer ansehen, denn die knappe Viertelstunde die ich mir ansah ging mir sehr nahe.
Wieder daheim, legte ich mich kurz hin, denn so gut hatte ich die Nacht über nicht geschlafen.
Am Abend war ich mit der A. und Freunden von ihr, die aus Paris angereist waren im Bovary.
Es war ein schöner Abend. Eine Großfamilie hatte ihre zwei noch sehr jungen Söhne dabei, (Ich glaube sogar dass es Zwillinge waren) die den Abend über vierhändig am Klavier saßen. Die beiden hatten ein Repertoire von modernen Gassenhauern, das sie alles auswendig aus dem Kopf spielten. Es war unglaublich.
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Als Kind kann ich mich erinnern, dass es Sandwicheis hier in Luxemburg gab, mit zwei richtigen Waffelscheiben, die man erst drauflegte, wenn man das Eisausgepackt hatte. Zudem musste man schnell sein mit lecken, dann das Zeug schmolz schnell weg an heißen Tagen.
Emmy machte einen Test mit Eiscremesandwichsorten, die alle versprechen dass sie nicht schmelzen wenn man sie bei Raumtemperatur lagert. Es liegt, und das ist kein Geheimnis, an einer Reihe von Stabilisatoren in From von Gummizusätzen, die mir, als sie sie von den Packungen ablas, alle sehr bekannt vorkamen. Die gibt es auch in Europa.
Das bestärkte mich wieder in meiner Überzeugung, kein Eis mehr aus Tiefkühltruhe zu kaufen, sondern es selbst herzustellen oder in der Eisdiele meines Vertrauens zu kaufen, von der ich weiß, dass sie es selbst herstellen.
… oder der frühe Vogel fängt… sich eine. In diesem Fall fing ich mir eine, gewissermaßen.
Reparaturtermine sind ein Unterfangen das eher einem Gipfeltreffen ähnelt, fast so wie ein G8. Man ruft ein Call Center irgendwo im „Kirgistan“ an und man ist schon überglücklich, wenn die Wartezeit nur ein paar Minuten beträgt. Man gibt alles an, Reparaturadresse, die Elektroapparate, was daran kaputt ist, Telefon, Email, Schuhgröße… Dann wird man auf einen weiteren Anruf der eigentlichen Reparaturfirma verwiesen, die dann erst den Termin vereinbaren. Das dauert dann nochmal eine Woche. (Und allein beim Schreiben dieser Zeilen, merke ich schon wie mein Blutdruck steigt. Dabei habe ich kein Blutdruckproblem)
Der zweite Anruf folgte Anfang dieser Woche. Und Termin war dann am Freitagmorgen, wobei man mir aber keine genaue Uhrzeit sagen konnte. Man versprach mir sich 30 Minuten vor dem Termin zu melden.
Ich stellte den Wecker auf 6:30 damit ich wenigstens in Ruhe duschen und ein Kaffee trinken konnte. Kurz nach 8:00 Uhr ging ich aus dem Haus. Ich sollte hinzufügen dass das alles sehr früh für mich war. Ich bin ja vom dienstlichen her eher Abend- und Nachtstunden gewohnt.
Natürlich hatte man nicht aufgeschrieben, dass ein Anruf 30 Minuten vor der Zeit gemacht werden sollte und der Techniker rief erst an, als er schon vor der Tür stand. War ja klar. Ich war dann aber in knapp fünf Minuten da.
Der Techniker war übrigens ein älterer sehr netter Herr. Natürlich hatte er die Ersatzstücke nicht dabei. War ja klar. Der Termin dauerte dementsprechend nicht lange was wiederum erfreulich war. Weniger erfreulich dass war, dass man die Teile erst bestellen muss, dass das zehn Tage dauert wird und sich dann wieder jemand melden wird, für einen weiteren Termin. War ja klar. *seuftz* Fortsetzung folgt…
Ich hasse nichts mehr als ein derartig aufgebauschtes Hin- und her. Also versuchte ich an etwas Schönes zu denken. Ich ging durch Straßen und über Plätze wo ich schon länger nicht mehr gewesen war. Es hat sich manches verändert hier in meinem alten Viertel. Und da ich plötzlich zur ungewohnt früher Zeit ein paar freie Stunden hatte und das Wetter sich auch hielt und ich eine noch ziemlich leere Stadt erlebte, war das irgendwie schön und ungewohnt.
… und ich schrieb schon mal in großen Teilen hier vor.
Auf den Rückweg entschloss sich das Wetter nicht mehr mitzumachen und schenkte uns über den gesamten Nachmittag Nieselregen. War ja klar.
Am Abend beschloss ich mir was Gutes zu tun und ging allein in die Skybar. Ich hatte auch nicht wirklich Lust auf Gesellschaft. (Little did I know…)
Das Menü:
Der Lachs links unten war der beste Lachs seit langem. Die Soße hatte eine gewisse Schärfe (anderen wäre dabei schon die Schädeldecke weggeflogen), was mich sehr freute. Seit einigen Jahren bin ein großer Fan von Pfeffer, Chili und Co. Und immer wenn man sich in der europäischen Küche traut etwas schärfer zu machen, freut mich das ungemein. Ich kann nicht sagen wann das angefangen hat. Es war wahrscheinlich, als ich entdeckte wieviele Pfeffersorten es gibt, die alle völlig unterschiedlich schmecken und riechen. Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Held der eine Carolina Reaper mampft und sich dabei total happy fühlt. Das ist nämlich ausgemachter Blödsinn.
Und so seltsam und früh wie der Tag begonnen hatte, so schön endete er. Nichts macht mich glücklicher als gutes Essen.
Ich dachte noch: „Ach, schau doch kurz im Letz Boys vorbei. Wenn es so ist wie letzte Woche, ist eh niemand da den di kennst, außer den Barman.“
Tja, dem war nicht so. Aber ich beherrschte mich und es wurde nicht zu spät.
Einen interessanten Beitrag übers Telefonieren im Techniktagebuch via die Kaltmamsell entdeckt. Was mich da am meisten wunderte war der Umstand dass Handytelefonate innerhalb Deutschland quasi kostenlos ist, es aber günstiger ist per WhatsApp ins Ausland anzurufen. Das müsste aber der europäischen Gesetzgebung nach genau so viel bzw. wenig kosten muss wie ein inländischer Anruf. (Ich meine damit ‚richtige’ Anrufe die mit Zeitvolumen abgerechnet werden, nicht mit Datenvolumen.) Dazu sind seit etlichen Jahren schon alle europäischen Netzanbieter per Gesetz verpflichtet. Oder?
Ich habe das gut in Erinnerung, weil das damals die luxemburgische Europakommissarin Viviane Reding durchgesetzt hat und sie dafür hier sehr gefeiert wurde. Auch der Datenverbrauch im Ausland darf nicht teurer verrechnet werden.
Oder verwechsle ich da was?
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Apropos telefonieren: ich musste gleich am Morgen eine ganze Reihe an Anrufen und Emails bestreiten. Nächste Woche wird wieder, mit ein paar wenigen Ausnahmen, sehr unverblogbar. Inzwischen habe ich das Gefühl das fast 50% der dienstlichen Dinge sich nur noch am Rechner abspielen. Wenn es nur das wäre was ich eigentlich machen soll, wäre es leichter.
Das zog sich auch weiter bis in den späten Nachmittag. Aber nichts davon hätte ich verschieben können. Dabei hatte ich Anderes vorgehabt. Das brachte mit sich dass sich wieder einiges verschob… Nun ja.
Kurz vor Mittag gingen die D. und ich ins Staatsmuesum um eine Ausstellung über einen bekanntesten luxemburger Maler zu sehen; Joseph Kutter. Kutter wurde nur 46 Jahre alt und seine Kunst fand zu seiner Anfangszeit wenig Beachtung. In späteren Jahren war er jodoch Mitbegründer der luxemburger Secession. Ja, es gab auch eine hier, wie in allen großen Städten (allen voran Wien)
Kutter wird immer wieder ausgestellt, denn es gibt schon so einiges von ihm. Doch eine reine Portraitausstellung war neu.
Auslöser für die Ausstellung war eigentlich das Bild mit dem Rennfahrer, das sich schon lange im Museum als Dauerleihgabe befand, und jetzt durch ein Crowdfunding auch in seinen Besitz kam. All die Namen die rund um das Bild stehen haben dazu beigetragen, dass das Bild von nun an im Museum bleibt.
Selbstporträt Selbstporträt
Die drei Frauenporträis veranschaulichten gut wie Kutters Maltechnik sich mit den Jahren änderte. Am schönsten aber fand ich das Bild unten.
Das ist für mich ein typisches ‚luxemburger‘ Gesicht. Der Mann auf dem Bild hat kein Name und doch glaubt man ihn hier irgendwo schon einmal auf der Straße gesehen zu haben. Oder gibt es jemanden in meinem Bekanntenkreis der ihm ähnelt? Ich stand lange davor und versuchte eine Erinnerung dem Mann zuzuordnen. Menschen die lange in Luxemburgen leben, wissen was ich meine. Man kennt ihn, irgendwie.
Das es die letzten Wochen ein bisschen viel war, hinsichtlich allem, beschloss ich den Montag als absoluten Ruhetag auch im Socializing zu machen. Nur am Morgen arbeitete ich einige Dinge weg die keinen Aufschub duldeten. Ich blieb den ganzen Tag häuslich und verbrachte ihn im Jinbei. Ich las, sah ein bisschen Fern mehr wollte ich nicht.
Dabei wieder festgestellt, dass ich mich wieder auf Pantoffelsuche begeben muss. Das ist jedesmal eine Crux, weil ich was ganz bestimmtes Suche, das möglichst nicht wie ein gefütterter Filzpantoffel sein soll oder nach einem Dampfschiff Birkenstock. Nein, auch keine Crocs…
Den Dienstagmorgen mit einer längeren Einkaufsrunde in benachbarten Ausland begonnen, in einem Dorf in dem auch der größte DM der Welt zuhause ist. Für Großeinkäufe lohnt sich das, vor allem für Haushaltszeug, das um Längen billiger ist.
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Aus einem kleinen Hintertürchen ganz weit hinten in meinem Kopf, schoß ein Lied hervor und wollte nicht mehr weggehen. Manchmal habe das Gefühl dass es Geister aus der Vergangenheit sind. Das hier ist so ein Song:
Und eine Textpassage verstand ich plötzlich besser als je zuvor.
Some trains they leave in the moming Some leave in the afternoon Some trains they leave here Right on time And some they just leave too soon Way too soon
Marc Cohn
Oh ja, way to soon…
Ich vermisse Marc Cohn, er macht ja eh nicht sehr viel. Aber ich könnte ihm ununterbrochen zuhören.
Und schon wieder hatte ich einen Serverausfall. Murphys Gesetz will, dass es natürlich an einem Sonntag in aller Herrgottsfrühe passiert, wenn niemand erreichbar ist. Ich hätte das hier gerne schon am Sonntagmorgen hochgeladen. Langsam reicht es.
Der Freitag war mit viel Dienstlichem gekrönt. Eine letzte Vorstellung der Wiederaufnahme von einem Stück das ich schon vor anderthalb Jahren gemacht hatte. Das war alles sehr schön und ein bisschen traurig. Aber so ist das nun mal. Stücke kommen und gehen.
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Am Samstag dann ein Galavorstellung des Programmes Kanner oh Kanner, der MIL Gruppe. Für diese Serie an Konzerten ist die Gruppe um einige Gäste vergrößert worden und ich bekam auch Hilfe in der Maske, sonst hätte ich das nie geschafft. Ich hatte schon einmal hier darüber berichtet.
Da diese Vorstellungen immer schon am frühen Nachmittag sind, hatte ich der D. zugesagt mit in der Vorpremiere das Films All Of Us Strangers mitzugehen.
Paul Mescal ist übrigens in dem Film für einen Oscar nominiert als bester Nebendarsteller.
Der Film reiht sich nahtlos in die Reihe der Filme ein, wie Brokeback Mountain und Call Me By Your Name, in denen ich am Ende wie weinendes Häufchen Elend da saß, weil die Emotionen mir über den Kopf schwappten.
Er basiert auf der japanischen Novelle ‚Stangers‘ von Taichi Yamada. Und bevor ich dies hier schrieb musste ich meiner eigenen Gefühle klar werden und ein paar intelligentere Dinge lesen, als ich sie je zu schreiben vermag.
Warum der Film mich so umhaute, war der Geschichte des Hautprotagonisten geschuldet, die der meinen in manchen Aspekten sehr ähnelt. Auch dir Auswahl der Musik im Film, schnürte mir die Kehle zu, weil ich genau die gleichen Songs hörte. Am heftigsten aber war wohl das Gespräch zwischen Vater und Sohn, das mir den Boden unter den Füßen wegzog.
Wir brauchten nach dem Film einen Drink und gingen gleich nebenan ins Tender. Wir waren uns beide einig dass zur Zeit grad sehr viele gute Filme anlaufen oder bereits laufen. Da ich nächste Woche wieder ein bisschen mehr Zeit haben werde, wird es wohl eine Reihe an Kinokritiken geben.
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Den Sonntg kann ich dann auch gleich hinzufügen. Er bestand im Wesentlichen aus Unverblogbarem, sprich die Kanner oh Kanner Vorstellung, und mich darüber aufregen dass mein Provider keinen Sonntagsdienst hat, NONDIJÖ !
Langsam bin ich es leid jeden zweiten Tag mit Kopfschmerzen aufzuwachen. Zudem gingen sie am Donnerstag in Richtung Migräne, was sich gar nicht gut anfühlte.
Ich schluckte brav eine Pille, in der Hoffnung, dass sie in 20 Minuten wirken würde, trank einen heißen Tee hinterher, weil ich dann immer das Gefühl habe, sie löst sich schneller auf und wirkt auch schneller. Aber heute dauerte es länger, aber wahrscheinlich eher der Ungeduld wegen. Ich sollte nämlich dienstlich eine Stippvisite in Saarbrücken machen und musste wegen dem Termin beizeiten los.
Da ich bei diesen Terminen immer die herzallerliebste B. sehe, war der Weg die Mühe wert. Und der Weg war mühsam, denn es regnete ununterbrochen zudem der leicht schwummerige Kopf; nicht schön.
In Saarbrücken dann ging ich ins Osaka, allein diesmal, weil die B. keine Zeit hatte mich zu begleiten.
Köstliches Tempura Gemüse. Irgendwie war das genau das Richtige.
Den mühsamen Weg fuhr ich dann auch wieder zurück. Der Kopf rumorte immer noch leicht. Wieder zurück wollte ich noch Bürodinge erledigen, doch mein Kopf wollte nicht. Also legte ich mich für eine Stunde hin, wo ich aber mehrfach durch Telefonate und SMS geweckt wurde.
Im dienstlichen Teil des Tages verpasste ich eine Chose, die wichtig war. Aber da ich eh den ganzen Tag so sehr neben der Spur lief, war es nicht verwunderlich.
Es gibt Tage da ist echt der Wurm drin.
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Lasst doch mal eine KI neue Namen für Farben erfinden. Wie das genau geht und auf was die KI zurückgreift, steht hier. New AI paint. Ein paar Namen sind sehr… Bum Yellow z.B. Auf deutsch klingt das noch viel lustiger: Gesäßgelb.
Latente Kopfschmerzen fast den ganzen Dienstag hindurch. Ich quälte mich wirklich durch den Tag und schaffte so just das, was von mir verlangt wurde. Das Wetter war stürmisch und regnerisch, was wohl die Erklärung dafür war. Ich war übrigens nicht alleine, es beklagten sich mehrere Menschen in meinem Umfeld.
Und so schlief ich in der Nacht auf Mittwoch sehr schlecht und wurde mitten der Nacht von Sturmböen geweckt.
Am Mittwoch dann die Aufzeichnung der Sendung und das schon am Morgen. Außer dass ich ein wenig müde aussah, denke ich, ist die Sendung ganz gut geworden. Ich strich dafür logischerweise den Wochenmarkt.
Am Abend dann wieder anderes dienstliches Zeug.
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Luxemburg hat endlich wieder seit 12 langen Jahren,ein queeres Magazin. Es wurde auch langsam Zeit. Und die erste Auflage ist richtig gut geworden.
Es gibt grad viel Unverblogbares also mache ich was anderes.
Bereits am 24. Januar verstarb Tony Schuster. Wenn man Tony Schuster googelt, findet man zahlreiche Gesichter, unter anderem auch ein Toni Schuster in Österreich der tatsächlich Schuster ist, aber es ist nicht den Tony den ich meine.
Letzter Link beinhaltet übrigens ein schönes Interview als Podcast von 2006.
Tony lernte ich ganz zu Anfang bei meinen allerersten Schritten im Theater kennen. Ich war noch weit von dem entfernt, was ich heute bin. Es war 1995 oder 96. Ich hatte Theaterkurse im Kasemattentheater. Kurze Zeit später gab es eine große Koproduktion zwischen dem damals noch eigenständigen Kapuzinertheater und den Kasemattentheater. Biedermann und die Brandstifter. Für den Feuerwehrchor im Stück wurde ein Casting angesetzt in das ich eingeladen war. Tony wählte uns aus und ich war, glaube ich, der erste der bestanden hatte. Ich stand zum ersten mal auf der Bühne des legendären Kapuzinertheaters auf dessen Bretter ich immer wollte. So lernte ich Tony kennen. Unsere Wege kreuzten sich in den folgenden Jahren immer wieder. Sei es im Stück Lola Blau oder im Berthold Brecht Abend oder noch das Panoptikum von Karl Valentin.
Da hatte ich aber längst begriffen, dass ich für eine Karriere auf der Bühne die Kurve verpasst hatte und viel früher hätte anfangen müssen. Ich arbeitete in allen Bereichen hinter den Kulissen.
Später sahen wir uns immer wieder im mal Vis-à-vis, oder sonst in der Stadt.
Tony litt in seinen letzten Jahren an Demenz und man sah ihn draußen kaum noch.
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Ich lerne jeden Tag dazu. Form of Curry ist das älteste englische Kochbuch, das von den Köchen von Richard II stammt:
Die Gans könnte mir schon gefallen oder die in Wein gekochten Birnen.
Wer wissen will wie das aussah was ich das ganze Wochenende gemacht habe. Das sah so aus. (FB Link) Das kommt jetzt noch einmal Ende Juni auf einem Open Air Festival und dann ist die Baustelle auch zu.
Und da die dienstlichen Tage halt lang sind und mit nichts anderem angefüllt, bleibt fürs Blog auch nicht viel über.
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Interessante kleine Doku von Erin Parsons, einer YouTuberin die sich auf historisches Makeup spezialisiert hat. Auf einer Auktion letztens ersteigerte sie einen der ikonischen Lippenstifte von Marilyn. In diesem Video geht sie noch weiter zurück in der Geschichte, bis hin zu Königin Elisabeth I., die ja immer sehr weiß dargestellt wurde in Bildern, weil sie scheinbar pfundweise weiße, bleihaltige Farbe auftrug. Doch sie räumt auf mit dem Mythos der eigentlich aus Hollywood stammt.
Noch was von den letzten Tagen. Ich hatte versucht per KI ein Foto zu generieren, das Luxemburg mit Feuerwerk zeigt, für das 20 jährige. Interessanterweise werfen die meisten KI‘s nur Bilder von Luxemburg aus, die eine Sicht auf den Stadtteil „Grund“ wiedergeben, immer leicht schräg von oben. Ich habe ja schon mehrere versucht, aber das ist wahrscheinlich die Aufnahme die man am meisten findet wenn man nach Luxemburg sucht.
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Das Wetter macht mich nicht froh. Da ich aber viel Dienstliches zu erledigen hatte, war das nebensächlich.
Ich hatte sehr schlecht geschlafen. Es gab lange Phasen in denen ich wach war und in die Dunkelheit starrte. Ich strich den Wochenmarkt vom Programm und versuchte dann am Morgen den Schlaf nachzuholen. Das ging eher schlecht als recht. Ich daddelte ein wenig auf dem Handy. Zur Zeit ist es Monopoly Go. Von der Graphik her ein schönes Spiel und vor allem kostenlos und werbefrei. Aber nach einer Weile wird es öde. Es sind Spiele im Spiel die immer wiederkehren. Und wenn man sie alle einmal durch hat, hat das auch seinen Reiz verloren. Ein netter Zeitvertreib, der sich aber schnell leergelaufen hat.
Nach der recht langen dienstlichen Schicht, für die ich in den Norden des Landes musste fuhr ich heim und schaute mir eine Folge einer Tierdoku auf Netflix an. Leben auf unserem Planeten.
Interessant an dieser achteiligen Serie ist, dass sie Tierarten beleuchten die man sonst nicht so oft sieht. Allen voran in den ersten Millionen Jahren gab es ein paar Dinge die ich bis dato nicht wusste. So gab es bereits vor dem Asteroiden Einschlag, der das Ende der Dinosaurier war, ein paar größere Dezimierungen in Form von Eiszeiten. Und was davor lebte war mir nur teilweise bekannt. Da gab es schon ein paar sehr seltsame Fische.
Es werden echte Bilder von Tieren die es immer noch gibt mit synthetischen so vermischt, dass man den Unterschied kaum noch sieht.
Während der dritten Folge vielen mir die Augen zu.
Ech hunn de Koffer freckt. Ein Spruch der wortwörtlich übersetzt ‚ ich habe den Koffer kaputt‘ bedeutet. Umgangssprachlich bedeutet es aber, dass ich eine Schraube locker hätte. Im meinem Fall ist es wortwörtlich zu nehmen. Obwohl…? Ich schweife ab.
Tatsache war, dass in den letzten Wochen tatsächlich einer meiner Materialkoffer zu Bruch ging weil er runterfiel und an einer Ecke auseinanderbrach. Ich war untröstlich, denn es war einer meiner allerersten Koffer, der zwar bleischwer war, aber sehr praktisch. Ich suchte lange nach einem adäquaten Ersatz. Es gibt nicht so viele Marken die Maskenbildner Koffer herstellen, die sehr robust sein müssen und möglichst nicht die Welt kosten.
Die wohl bekanntesten Marken im Milieu sind nebst Kryolan ( die das aber von einer dritten Firma herstellen lassen), Tas Merah, oder Züca. Einen Züca habe ich, er kostete ein kleines Vermögen, ist aber unverwüstlich und wird bis zur Rente und darüber hinaus halten. Einen Tas Merah hatte lange Jahre bis die kleinen Räder den Geist aufgaben und das innere Gerüst durchbrach. Die Preise für diese Anschaffungen liegen alle im Hochpreisigen also ab 500€ aufwärts und das wollte ich nicht ausgeben.
Durch eine Kollegin fand ich die Marke Relavel, die preislich angemessener ist. Der Rucksack oben im Foto kostete nur knapp 80€. Er ist anders aufgeteilt als der Koffer davor, aber da muss ich dann halt umdenken. Er fühlt er sich schon mal robust an. Wenn er hält was er verspricht, war es ein Schnäppchen.
Am Abend ein improvisiertes Treffen mit den Jungs und einem Abendessen in der Brasserie du Cercle. Da es aber ein langer Tag geworden war, wegen allerlei Dienstlichem machte ich früh Schluss und zog nicht noch mit dem Jungs um die Häuser.
Es gibt Tage an denen die Enttäuschung so groß ist, dass ich mich selbst schelten sollte so viel Vertrauen in Menschen gesetzt zu haben. Jetzt da ich dies schreibe, fällt mir auf, dass ich alle Anzeichen dafür hätte sehen müssen.
Ich weiß, ich spreche in Rätseln. Aber ich wollte nicht schon wieder, ein Post im privat Modus hochladen, wie ich das in letzter Zeit öfter tue.
Nach dem Termin der alles ans Licht brachte, war ich sauer und verzog mich ins Renert, weil ich in Ruhe nachdenken wollte und finanziell alles durchrechnen was in den nächsten Wochen an ungeplanten Ausgaben auf mich zukommt. Die Summe wird weh tun…
Anschließend fuhr ich heim und kaufte an der Ecke im Supermarkt. Zum Abendessen gab es Züricher Geschnetzeltes mit Tomaten Salat aber ohne Rösti, dafür hatte ich weder die Geduld noch die Kartoffeln. Dazu ein Glas Rotwein, das von seiner Größe her auch zweieinhalb gewesen wären. Prost.
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Ich entdeckte vor Wochen schon eine französische Komikerin, die zum Schreien komisch ist. Aber Achtung, sie hat einen sehr dunklen Humor und ist bisweilen böse.
Vielen lieben Dank für all die Glückwünsche zum Bloggergeburtstag. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
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Am Dienstag blieb ich sehr häuslich.
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Den Mittwoch dann musste ich früher raus wegen einem Fernsehtermin in Metz im Centre Pompidou. Auf dem Programm standen zwei Ausstellungen. eine über Lacan, wenn Kunst auf Psychoanalyse trifft. Und eine etwas ältere Ausstellung Bonne Chance, die ich auch schon hier gezeigt hatte, aber weil sie halt recht spektakulär ist, wollte ich sie auch fürs Fernsehen haben.
Sehr interessant war, dass es auf den beiden Fotos oben so aussah, als ob ich wie ein Geist auf der Couch eines Psychiaters sitze. Die Ausstellung von und über den Psychoanalisten Lacan ist intensiv und sehr vollgepackt. Es gibt über 300 Kunstwerke zu sehen und wenn man alles intensiv studieren möchte, würde man sehr viele Stunden damit verbringen.
Um so schöner und luftiget die andere Ausstellung bei der ich sehr froh war sie noch einmal zu sehen.
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Am Abend ging ich ins Kino mit der D.
Auf dem Programm: The Zone of Interest.
Ich kam mit sehr gespaltenen Gefühlen aus dem Film. Ich verstand schon warum der den Grand Prix in Cannes gewonnen hatte und warum er der Anwärter auf ein paar Oscars ist.
Der Film versucht künstlerisch immer wieder Momente einzufügen, die einem das Grauen bewusst werden lassen, zeigt sie aber nie explizit. Im Gegenteil, es spielt mit dem Trick dass das Ungezeigte umso schlimmer beim Zuschauer wirkt. Durch den ganzen Film hindurch hört man ein dumpfes Brummen der Verbrennungsöfen, das man Tag und Nacht auf dem Anwesen der Familie immer mitschwingt. Auch alle Protagonisten tun so, als ob das völlig normal wäre, was da auf der anderen Seite der Lagermauer passiert und haben ein gutes, luxuriöses Leben. Nur ab und an blitzt bei manchen etwas auf, das erahnen lässt dass sie ein Gewissen haben.
Man kann eigentlich nur sehr wenig über die Handlung erzählen, denn sie ist fast banal. Doch aus dieser Banalität eines Familienlebens heraus erwächst für den Zuschauer das, was er nie sieht, nur gelegentlich hört und das auch nur von weit entfernt und mitunter leicht verfremdet.
Ich kann verstehen warum der Film als Meisterwerk gepriesen wird und doch frage ich mich ob das reicht. Ich weiß es nicht. Es wäre schön wenn ein paar meiner Leser ihn sich ansehen würden und mir ihre Meinung kundtun, denn sehenswert ist er allemal.
I feel like I could cry at any moment – while reaching for the champagne.
Tracey Thorn
Tracey Thorn schrieb das im April 2023 als das neue EBTG Album nach 24 Jahren Pause herauskam. Ich konnte das damals nicht nachvollziehen, aber jetzt kann ich es.
Seit 20 Jahren schrei(b)e ich in die Welt hinaus was mich bewegt und was mir widerfährt. Die Zahl 20 fühlt sich irreal an. In diesen Jahren hat mein Körper, wenn man an diese Theorie glaubt, fast dreimal sämtliche Körperzellen ausgewechselt und durch Neue ersetzt, da dies ja in einem sieben Jahres Zyklus abläuft. Ich bin also definitiv nicht mehr der, der ich vor 20 Jahren war.
Das Foto entstand einige Wochen vor dem Blog, spät abends nach einer Fete.
Was die Kaltmamsell oft betont,(die übrigens zum gestandenen Blogadel gehört und von mir den Titel ‚Erste Kammerbloggerin Münchens‘ bekam) dass wir alle am Anfang von etwas standen, das man miterlebt haben muss, um es zu verstehen. Es war niemandem klar was für Möglichkeiten das Medium Internet bot und keiner konnte sich auch nur im Entferntesten vorstellen, was daraus erwachsen würde. Es herrschte eine Aufbruchstimmung wie zu Goldgräberzeiten. Ich habe durch das Blog sehr viele Menschen kennengelernt, die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte.
Und weil ich nicht schon wieder einem Text zu einem Geburtstag schreiben mag, der den anderen davor sehr ähneln wird, hatte ich eine Idee. Ich frage Menschen die mein Blog kennen, mir eine Frage zu stellen zu 20 Jahren Bloggen.
Wie hat sich dein Schreibstil mit den Jahren verändert?
Die A.
Wenn ich sehr weit zurückblättere, finde ich oft kleine Texte, die so anders im Stil und Form sind und kein Vergleich mit dem was ich heute schreibe. Bei manchen staune ich mitunter. ‚Hui! Hab ich das geschrieben? Das ist ja richtig gut!‘ Aber es hing auch immer damit zusammen, was ich gerade las oder wessen Blog mich grad sehr in seiner Schreibstil inspirierte.
Stell dir vor, du hättest in den 20 Jahren kein Blog geführt. Was wäre heute anders?
Die D.
Oh, sehr gute Frage. Erstmal wäre ein 20 Jahre dickes Recherchewerk nicht vorhanden, auf das ich immer wieder zugreife und das inzwischen mein ganz persönliches Konversationslexikon geworden ist, weil ich immer wieder Fotos daraus hervorkramen und zeigen kann, wenn ich einen Schwank aus meinem Leben erzähle. Aber auch das tägliche Reflektieren, was ich ja nicht von Anfang an tat, ist eine sehr gute Übung. Einerseits hilft es die Dinge zu bündeln und bisweilen ist es auch eine Lektion in Dankbarkeit und Demut immer dann, wenn ich das Geschriebene später wieder lese. Ganz besonders bewusst wurde mir das, als ich während dem ersten Covid Lockdown die Beiträge über die großen Reisen noch einmal las. Was für ein Lucky Bastard ich doch bin!
Wie sieht die Zukunft deines Blogs aus?
Die Y.
Wenn es nach mir geht, kann das ruhig so weitergehen. Zumindest war das der Spruch, den ich für den 18. Geburtstag des Blogs hatte. Und wer weiß schon was morgen sein wird. Ich habe es zu oft erlebt dass, von einem Tag auf den anderen Schluss sein kann. Was mir aber schon vor Jahren wichtig war, weil dies ja vorerst das Einzige sein wird, das ich der Nachwelt hinterlassen werde, war, dass es irgendwo noch eine Kopie vom Blog gibt. Und neben dem Internet Archive (the Wayback Maschine) wird es auch noch eine Kopie in der Luxemburger Staatsbibliothek geben und darüber bin ich sehr froh.
Wie hat das angefangen mit deinem Blog
Die Z.
Ich wollte ein Online Tagebuch haben. Wie man eine Homepage zusammenbastelt, (damals nur mit html) und online stellt, hatte ich mir mit learning by doing selbst beigebracht. Ich wollte das haben was Else Buscheuer hatte. Nur war mein Leben damals nicht so aufregend und so berichtenswert wie das von Else, die ein Abendteuer nach dem anderen in New York hatte. Dann fand ich Blogger.com. Damals noch sehr unstabil und wenn man die allerersten Anfänge liest gibt es mehr als einen Beitrag in dem ich damit hadere. Dann wurde Blogger an Google verkauft, damals schon ein Platzhirsch und ich zog zu WordPress um. Und dort bin ich heute noch. Zwischenzeitlich wechselte ich mehrfach den Provider. Von einem amerikanischen von dem ich den Namen nicht mehr weiß, der irgendwann in Konkurs ging, zu ein paar luxemburger Jungs die sich Internetfreaks nannten, zu root.lu wo ich noch jetzt bin.
Warum schreibst Du nicht mehr im Blog über Deinen Beruf
Ein sehr gute Frage die ich von der K. gut verstehe, wenn man wie sie, einen YouTube Kanal mit Nähanleitungen zum Recycling alter Kleidungsstücke betreibt.
Die Antwort ist schon ein wenig komplexer. Wenn ich z. B. mehr über technische Dinge berichten würde, wie man was macht, damit man den und den Effekt erzielt, würde das meiner Meinung nach, nur einen sehr geringen Teil meiner Leser interessieren. Es ist mitunter so technisch und geht in Bereiche, die ein Mensch der nicht im Theater oder Film arbeitet, nicht versteht. Alles andere was Maskentipps betrifft, die für „Sterbliche“ gedacht sind, decken tausende von richtigen und selbsternannten MUAs in Millionen von Videos auf YouTube ab. Die K. ist der Meinung, dass es jedoch viele interessieren könnte. Ich kann es nachvollziehen wenn ich über Dinge sprechen würde wie z.B. die Abläufe im Theater sind oder was alles an täglicher Arbeit ansteht, wenn ich nicht im kreativen Modus bin, sondern jeden Abend eine Vorstellung fahre. Ja, das könnte ich vielleicht einmal machen, aber das wird dann nur ein Posting.
Ich hatte nie das Ziel Geld mit dem Blog zu verdienen. Ich hatte mal ein Amazon Partnerprogramm, was aber ein lächerliches Unterfangen war. Es brachte mir ein oder zweimal einen Gutschein von 10 Euro in all den Jahren.
Andererseits ist habe ich einen Beruf der in seinem Alltag eine Art Intimität verlangt, sowohl von mir als auch von den Darstellern. Ich sehe, höre, fühle und rieche alles! Jedes Speckröllchen, jede Falte, jeden Pickel, jede Körperausdunstung. Und im Gegensatz zu KostümbildnerInnen, muss ich das mitunter auch anfassen. Zudem bringt diese auferzwungene Intimität mit sich, dass man Dinge erfährt die man manchmal gar nicht wissen will. Diskretion ist also oberstes Gebot. Ich könnte, wenn ich wollte, Weltkriege mit meinem Wissen auslösen…
Du schreibst in deinem Blog ja völlig offen und unverstellt, was du erlebst, was dich beschäftigt und was dich sonst so umtreibt. Gibt es Grenzen, wo für dich die Blogosphäre aufhört und es zu privat wird? Und wenn ja, wo und wie setzt du sie?
Völlig offen und unverstellt stimmt schon mal nicht. Das was ich schreibe ist logischerweise schon einmal gefiltert und reflektiert worden. Dabei lasse ich bewusst Dinge weg, kürze sie ab oder überzeichne sie, der Unterhaltung wegen. Eine 1:1 Berichterstattung ist es nie. Das wäre mitunter auch langweilig.
Gibt es Grenzen? Ja klar! Es war lange ein Thema im ersten und zweiten Jahr des Blogs das da hieß: Wie gläsern will ich sein? Da dachte noch niemand an Facebook und Co., die die Daten abgreifen für und zu Geld machten. Es ging von dem Standpunkt aus, dass die ganze Welt mitlesen kann. Einerseits ein unglaublicher Kick und anderseits aber auch beängstigend. Meine Grenzen liegen heute ganz klar wo es intim wird und wo es Dritte betrifft, die sich nicht ausgesucht haben, im Blog verewigt zu werden, es sei denn ich habe ihre ausdrückliche Genehmigung.
Was hältst du für die größte Auswirkung, die dein Blog auf die Welt hatte?
Oh ha! Die größte Auswirkung war sicherlich als der ganze Skandal mit dem Fräulein im Spiegel ausbrach und ich ihr im Blog öffentlich meine Hilfe anbot. Ich hatte sie kurz davor in München kennengelernt. Der Sturm der im Blog ausbrach mit all den ekelhaften ‚rechtschaffenden Krähen‘ wie ich sie damals nannte, war zwar noch überschaubar aber heftig. Ich hatte aber die Kommentarfunktion so eingestellt, dass nichts im Blog erschien bevor ich es freischaltete. Und so bleib viel verspritztes Gift umveröffentlicht. Es war so als ob das Fräulein öffentlich zur Schlachtbank geführt wurde. Ich sah zum ersten mal die dunklen Auswüchse des Internet. Das machte mich rasend. Ja, es war nicht richtig was sie getan hat, aber sie öffentlich so hinzurichten hatte sie nicht verdient und ich konnte nicht anders als sie in Schutz nehmen.
Von einem Tag auf den nächsten hörte und sah man nichts mehr von ihr. Sie schloss ihr Blog und stellte ihr Twitter Konto auf Privat um. Ich will nicht wissen was für schreckliche Dinge sie überall über sich selbst lesen musste. Kurze Zeit später nahm sie sich das Leben.
Beim Zurückerinnern, als ich diesen Abschnitt schrieb, wurde mir ganz schwer ums Herz. Immer noch.
Die Auswirkung der ganzen Geschichte war, dass meine Leserzahlen derart in die Höhe schossen wie noch nie und sich dann aber auf einem sehr viel höheren Niveau einpendelten. So gesehen war das schön, aber ich hätte gerne darauf verzichtet, wenn es bewirkt hätte, dass das Fräulein heute noch unter uns wäre.
In der Linkliste hier im Blog steht sie immer noch mit ihrem Blog Read On My Dear, das zur Way Back Machine führt. Alles von ihrem Blog ist nicht mehr da. Aber große Teile kann man noch nachlesen soweit es abgespeichert ist.
Was würde der Joël von 2003 über den Joël von heute denken.
Ich glaube er würde seiner damaligen Verzweiflung über das Gefühl, dass er sich selbst auf ein Abstellgleis manövriert hat, weniger Raum geben. Es war nämlich nie eines. Es war ein lang geschwungener Umweg. Er wäre sogar ein wenig stolz auf ihn, dass er beruflich dort hingekommen ist, wo er immer hin wollte, auch wenn das ein langer Weg war. Und er wäre sehr baff, dass er immer noch ein Blog schreibt, was von kleinauf sein Hobby war, als er Tagebücher für sich entdeckte.
Die Frage beschäftigt mich schon seit dem Anbeginn des Blogs, aber so konkret habe ich nie darüber nachgedacht.
Im Prinzip ist es eine Frage, die ich von anderen Bloglesern beantworten lassen müsste. Aber ich kann Vergleiche ziehen mit anderen Bloggern die ich ich lese, aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich. Da habe ich relativ gute Vergleichswerte.
Beim Schreiben ertappe ich mich oft dabei, wie ich Sätze ändere, weil sie mir zu Luxemburgisch klingen. Ich erkläre auch Wörter, wie unlängst Ham, Fritten an Zalot. Es gab mal eine Zeit, vor allem während der Pandemie, als ich größere Touren durch das Land machte und diese Ausflüge beschrieb, was man hier im Land sehen und erleben kann. Auf die vielen positiven Rückmeldungen hin, dachte ich oft daran das Blog in ein mehr touristisches Ding umzuwandeln und mir das eventuell bezahlen zu lassen. Nichtsdestotrotz empfinde ich mein Blog nicht landeseigentümlicher als andere. Zudem sind die Einflüsse von allen Ländern drumherum groß und Luxemburg ist nun mal sehr international und zugleich hat es etwas dörfliches im guten Sinne.
Es wäre schön wenn meine geschätzten Leser die Frage in den Kommentaren das beantworten könnten.
Nur ein schnelles Bild vom Vollmond am morgen. Der Rest des Tages war mit einem schnellen Ritt über den Markt und viel Dienstlichem bestückt.
Vielleicht sollte ich noch der Ordnung halber erzählen, dass Luxemburg jetzt wieder seit 31 Jahren zum ersten mal wieder am Eurovision Song Contest teilnimmt. Das Lied wurde am Samstag mit viel Tamtam unter acht Stück ausgewählt. Mein Favorit war es nicht. Ich mochte zwei andere Songs lieber. Aber ok. Zumindest wird das Lied den Grand Prix nächstes Jahr nicht nach Luxemburg bringen.
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Eben noch dachte ich an Dinge die sehr lange zurückliegen. Orte und Menschen die es schon lange nicht mehr gibt. Es tauchen Bilder vor dem geistigen Auge auf und verschwinden wieder so schnell wie sie kommen. Momentaufnahmen. Viele davon verschwinden auch für immer. Sie hinterlassen keine Spüren und sind für immer weg. Damit das nicht passiert, gibt es mein Blog.
Das Posting das morgen rausgeht hat damit zu tun. Es wurde aber glücklicherweise nicht so lang wie zu Anfang geplant, denn das hätte nie jemand bis zum Ende gelesen.
Ich freue mich und hätte Lust morgen spontan eine kleine Feier zu schmeißen.
Dass ich grad so wenig schreibe, hat auch damit zu tun, dass ich ich grad an etwas großem bastele, das am Montag als Posting erscheint. Es steht nämlich ein Geburtstag an.
Endlich!!! Und ich habe ihn frei gehalten, also weitgehend. mit Ausnahme von ein paar Stunden an denen ich nich letzte Dinge am Rechner erledigte.
Ich habe richtig lange ausgeschlafen. Und weil das Wetter so eklig war und ich eh, seit ein paar Tagen, an etwas arbeite, das sich nach Infekt/Grippe/Schüttelfrost/Husten/Heiserkeit/tödlicher Männerschnupfen anfühlt, wollte ich nicht raus und blieb häuslich. Ich blieb häuslich und verrichtete weitere häusliche Dinge. Ich wusch alles weg was der Wäschekorb beinhaltete und war erstaunt, dass sich ganz tief unten ein Hemd befand das ich schon seit Wochen suche. Ich dachte schon ich hätte es in St.Jean liegen lassen.
Am Abend schaute ich mir zwei Folgen der Schweizer Serie ‚Der Bestatter‘ an, die auf Netflix zu finden ist und von der es schon sieben Staffeln gibt. Da die Folgen in sich abgeschlossen sind, ist schon mal positiv, aber so ganz weiss ich noch nicht ob ich das gut finden soll. Kennt jemand meiner Leser die Serie? Lohnt es sich dranzubleiben?
Für gewöhnlich fällt das Mittagessen weg, oder es ist irgendwas zwischen Tür und Angel. (Mir fällt dabei ein Blog aus früheren Zeiten ein, das da hieß „Rettet das Mittagessen“. Gibt es schon lange nicht mehr.)
Ich versuche es, so gut es geht einzuhalten, wenn Abends nicht ein größeres Menü ansteht. Irgendwo muss die Fresserei ja auch Grenzen haben.
Ich musste durch die Stadt hechten für dienstliche Einkäufe und beschloss bei Namur zu speisen.
Alaska Seelachs mit Risotto.
Sehr gut und es lag nicht schwer auf dem Magen.
Dann war nich einmal Gehechte und es war schon wieder an der Zeit dienstliches zu tun.
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Eine schöne Tagesfrage:
Nenne eine Sehenswürdigkeit oder Stadt in deiner Nähe, die du noch nicht besucht hast, weil du noch nicht dazu gekommen bist.
Ooooooh! Das ist in der Tat eine Frage die jeder beantworten sollte. Warum in die Weite schweifen, das Gute liegt doch so nah. Tatsache ist aber, dass es Dinge gibt, die jeder Touri bereits gesehen hat. Aber weil sie gleich nebenan sind und man immer die Gelegenheit hätte sie zu besichtigen, nimmt man sie einfach nicht wahr. So gibt es ein z.B. ungeschriebenes Gesetz in Trier, dass kein Trierer auf die Porta Nigra steigt.
Mir fällt da spontan die Stadt Nancy ein, an der ich schon oft vorbei gefahren bin aber noch nie besucht habe. Sie liegt etwas unterhalb von Metz also nicht so weit. Es gibt dort die Place Stanislas, der Hauptplatz der Stadt der sehr geschichtsträchtig ist. Ich sollte das wirklich tun.
Eine andere Stelle, hier mitten in der Stadt, wäre Peter Onrou. Ich kenne die Stelle, weil ich seit meiner Kindheit daran vorbei fahre, aber mit eigenen Augen habe ich sie nie gesehen.
Beantwortet doch die Frage mal für euch selbst. Ich bin sehr gespannt auf die Antworten.
Meine Wetterfühligkeit macht mich grad wahnsinnig. Immer diese Wehwehchen! Ich gehe mir selbst damit auf die Nerven. Aber ich scheine nicht der Einzige zu sein der darunter leidet. Das ist kein großer Trost aber, nun ja… Das brachte mit sich, dass ich erst viel später loslegte als geplant.
Am Morgen viel Gedöns im Büro weggeschafft, das alles zur gleichen Zeit reinkam, aber noch mehr Aufmerksamkeit einfordern wird, als nur diesen einen Morgen. Ich hasse dieses Abarbeiten weil ich darin keine Genugtuung finde.
Ab Mittag dann schwimmen im unendlichen Gewühl von Pinseln, Kämmen, Tiegel und Spangen bis spät in den Abend.
… die nicht mal so sehr anstrengend sind aber einfach nur chaotisch.
Der drastische Wetterumschwung von Minusgraden auf plus, ließ mich am Montag sehr wirr und müde im Kopf werden.
Als ich dann am Abend wieder daheim war fühlte ich mich sehr schlapp und frostig. Und darum gibt es auch nicht sehr viel sondern nur eine Tagesfrage:
Wenn du deinem Haustier etwas beibringen könntest, was wäre das?
Da ich kein Haustier habe (die Hündin Blue gehört ja nicht mir, sondern der A.) kann ich hier eine doofe Antwort geben. Ich würde ich ihm beibringen wie man die Spülmaschine aus- und einräumt und Wäsche bügelt wenn die Putzhilfe im Urlaub ist.
Ein Freitag zum Vergessen. Ganz schnell. Das einzig gute daran war, dass die Tiefgarage in Saarbrücken jetzt Aufladestationen hat und das ersparte mir jede Menge Zeit. Denn da konnte ich aufladen während ich den Termin hatte. Und nicht noch irgendwo rumhängen außerhalb der Stadt das dann auch passiert ist.
So konnte ich auf dem Rückweg ein wenig schneller fahren als sonst, weil es egal war. Aber ist schon erstaunlich wieviel mehr die Batterie braucht bei minus Temperaturen.
Ein Foto wollte ich noch zeigen bei dem ich unweigerlich lachen musste:
Mäharbeiten??
Den ganzen Samstag dann mit dienstlichem verbracht.
Am Abend mit dem J. ein Apéro im Wëllem und später ein Abendessen im Red Face, bei schnuckeligen Außentemperaturen von -7 Grad.
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Was ist dein Traumjob?
Im ersten Schuljahr fragte uns die Lehrerin was wir denn alle so werden wollten. Ich wollte Bankdirektor werden. Hat nicht so ganz geklappt. Ich wurde auf Umwegen Maskenbildner. Ich mache das jetzt 25 Jahre lang und ich mag dem Job immer noch.
Und wieder Tag der durch das Wetter den ganzen Morgen alles lahm legte und die inzwischen dringende dienstliche Stippvisite nach Saarbrücken wieder zunichte machte.
Der erste Blick am Morgen ais dem Fenster sah so aus:
Andere würden jubeln, ich seufzte tief und sah mit Schrecken auf den Freitag der elend werden wird. Wenn ich morgen nicht schreibe wisst ihr warum.
Am Nachmittag eine Generalprobe die so sehr am Schnürchen lief, dass ich gar nicht hätte hingehen müssen.
Am Abend dann eine total improvisierte Runde im Vis-à-vis, die wesentlich länger dauerte als gut für mich war. Aua.
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Ich hatte gehofft das kleine Interview würde niemand mitbekommen. Bis mir jemand den Link schickte… tja
Ein seltsamer Mittwoch der mit viel Tam Tam angekündigt worden war, mit Eisregen, so dass schon am Abend davor alles abgesagt worden war. Auch meine Stippvisite in Saarbrücken ging in die Binsen, so wie alles dienstliche hierzuland, denn das Theater war auch dicht und alle Proben abgesagt.
Na gut. Das verschiebt alles nur nach hinten und macht die heftige Woche nicht unbedingt besser. Im Gegenteil.
Ich beschloss mich mit der D. auf dem Markt zu treffen, der seltsamerweise nicht abgesagt worden war und ich fand auch nirgends einen Hinweis, dass er nicht stattfinden sollte. Ich schlitterte mehr schlecht als recht zu Fuß zur Place Guillaume. In der Straßen , die gut gestreut waren, kam man gut vorwärts, was die meisten taten, denn die Bürgersteige waren nicht begehbar.
Es waren nur ganze fünf Stände da. Ich kaufte ein wenig Obst und Gemüse und Brot beim Eifeler Bäcker ein.
Der Renert blieb auch geschlossen aber der kleine Pastaladen Gabriele (FB Link) der auch einen Mittagstisch anbietet, war geöffnet.
Es gab feudal gute Saltimbocca alla romana, die beste die ich seit langem gegessen habe:
Dazu frische Focaccia, herrlich!
Die Stadt war jedoch leergefegt und kaum jemand unterwegs. Die Dame im Zeitungsladen meinte, es fühle sich an wie zu Zeiten der Ausgehbeschränkungen.
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After Midnight heisst die neue Show in anstelle von der Late Late Night Show mit James Corden kommt. Es ist eine Quizshow mit der Comedy Queen Taylor Tomlinson, die ich ja sehr mag. Und hier die erste Ausgabe:
Ich finde sie ganz nett, das muss ich aber noch warm laufen.
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Apropos Talkshow, Graham Norten war in seinem Heimatland in einer Talkshow zu Gast, und das was er über das Älterwerden sagt, konnte ich schon nachempfinden, denn wurde vor kurzem 60.