Ansichtssache

Die Erkenntnis des Tages: Arbeit am PC ist auch Arbeit. Das kommt jetzt vielen seltsam vor, denn sie machen den ganzen Tag nichts anderes. Ich jedoch fühle und werte es nicht als solches.

Es kam durch ein Gespräch mit einer Darstellerin zustande, die mich fragte was ich denn den ganzen Tag so gemacht hätte.

Ich hatte eine lange schwierige Mail geschrieben, die mich Kraft gekostet hat, weil ich unter keinen Umständen ungehalten, herablassend oder gar frech werden wollte, obwohl es meiner Meinung nach mehr als angebracht gewesen wäre. Dabei war es eine Mail an eine Person, die ich schon sehr lange kenne und von der ich annahm, dass sie mit den Jahren es besser wissen müsste, anstatt sich in künstlerische Entscheidungen einzumischen, in der sie schlicht gar nichts zu sagen hat.

Es gab noch andere Schreibarbeit die mich ebenfalls auf Trab hielt. Und als ich alles fertig hatte, kam es mir vor dass ich den Tag zur Hälfte vergeudet hätte, weil ich nichts Handfestes vorweisen konnte.

Fazit: Schreibarbeit ist sehr wohl Arbeit, aber sie ist irrsinnig unbefriedigend und gibt mir kein Gefühl gibt etwas umgesetzt zu haben. Zudem werde ich nicht dafür bezahlt. Dabei hat sie in den letzten Jahren gewaltig zugenommen.

Ich könnte jetzt noch ein zweites Fazit schreiben, was mir schon lange als unausgesprochner Gedanke im Kopf herumschwirrt, aber damit werde ich mir viele Feinde machen…

Am Abend dann eine Dienstrunde die ohne Vorkommnisse verlief. Danach hatte ich Hunger. Sushi um Tzkuii mit vorab einem Mojito.

Später rief die N. noch an, da sie im Theater gewesen war. Es ging auf einen letzten Absacker ins Bovary.

Kurz vor Mittnacht hörte man in meinem Wohnviertel den Plumps eines Körpers der ins Bett viel.

Schwimmen und ein paar Links

Vom Vortag bleibt noch zu berichten, dass ich auf der Rückfahrt von Trier einen sehr absurd lustigen Podcast hörte. Das Kind im Jeep. Ich lachte ein paar mal sehr laut auf.

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Die N. hatte mir vor Tagen schon ein Glas mit Karamell von Lola Valerius mitgebracht. Eine kleine Confiserie in Esch, die ich vom Namen her kannte, von der ich aber noch nie etwas gekostet hatte.

Ich habe selten eine so köstliche Karamellsoße gegessen. Das Karamell hat leichte Bitternote im Abgang, die man nur dann findet wenn man es selbst macht. Zusammen mit Vanilleeis, zum Sterben gut.

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Kommen wir zur täglichen Berichterstattung.

Schwimmen im See der Alten Heimat! Und heute waren wenige Menschen da, und niemand der mir seine private Musik aufzwang. Ein Unding das ich immer weniger gut vertrage. Ich war schon einmal kurz davor, letzten Sommer, jemandem der mir sehr nah saß und mir den sehr billigen stimmverzerrten Hip Hop vordudelte, den Radetzky-Marsch von Johann Strauss entgegenzuhalten. (Zugegeben, den Marsch mag ich nicht sonderlich) Ich schweife ab…

Nach einer ausgiebigen Schwimmrunde hörte ich das Hörspiel zu Ende, von dem ich schon mal geschrieben hatte. Der Zauberberg von Thomas Mann. Mit achteinhalb Stunden ein gewaltiges Mammutwerk, genauso wie das Buch, das ich daheim im Regal habe, mehrfach angefangen habe und nie zu Ende brachte. Aber weil es in Szene gesetzt wurde mit sehr guten Sprechern schaffte ich es.

Gegen Mittag hatte ich Hunger und ging hinüber zur Guinguette:

Ein Cheeseburger. Ich bin nicht so der große Burgerfan, aber der hier schmeckte gut und war nicht zu fett.

Nach einem Kaffe zum Abschluss machte ich mich auf den Heimweg, denn der Tag, das wusste ich, sollte noch lang werden.

Wurde er auch, denn am späten Nachmittag und Abend ging es noch in eine Dienstrunde, die um Längen anstrengender war, weil die feuchte Hitze unerträglich wurde.

Bialetti & Marc Aurel

 Eine Krähe, die auf dem Balkon saß, weckte mich lauthals heute Morgen. Ich hatte die ganze Nacht über die Fenster in der gesamten Wohnung auf Kipp stehen, weil die angestaute Hitze der letzten Tage noch nicht ganz aus der Wohnung raus war.

Ein Bild einer neuen Anschaffung der letzten Tage. Auf die Idee brachte mich die Kaltmamsell, die auch so eine kleine Bialetti besitzt, um auf Reisen mitzunehmen. Ich fand sie in den Kleinanzeigen für lächerliche 25€, noch Original verpackt und nie gebraucht. Im Hotel in Berlin, als ich auf der re:publica war, war nämlich kein Wasserkocher im Zimmer. Da ein komplettes Frühstück bei mir vergebliche Liebesmüh ist und ich nur Kaffee haben will, ist dies eine gute Anschaffung für die nächsten Reisen. Anstatt den Kaffeevollautomaten einzuschalten, gab es somit heute Morgen einen sehr strammen doppelten Espresso aus der Bialetti. Mit ein wenig heißem Wasser verdünnt, ergibt er dann eine normale Tasse Kaffee. Zudem war ich erstaunt, wie fix der Kaffee fertig war.

Kurz vor Mittag fuhr ich nach Trier. Ich war schon länger nicht mehr dort. Als ich aus dem Parkhaus kam und durch die Trier Galerie in die Fußgängerzone schritt, kam ich am Thalia vorbei und mit einem mal wusste ich was ich wollte. Ich sah einen großen Stapel Bücher über die Marc Aurel Ausstellung im Landesmuseum. Und damit war der Nachmittag verplant.

Ich muss zu meiner Schande gestehen dass ich noch nie in dem Museum war, selbst in meinen Schuljahren nicht, obwohl es in Trier sowie in meiner Alten Heimat ja nur so sprudelt von römischem Zeug. Klar, hatten wir die Römer im Geschichtsunterricht allen voran Julius Caesar und Marc Aurel war mir bekannt vom Namen her. Seine Geschichte kannte ich aber nur vom alten Hollywoodschinken der Untergang des römischen Reiches und da auch das Ende seines Lebens.

Es folgen Fotos:

Durch den Palastgarten…

…ging es zum Landesmuseum.

Ein Kopf zum anfassen.
Marc Aurel im Hintergrund und sein Bruder
Lucius Verus mit dem er das römischer Kaiserreich in Doppelspitze antrat.
Ein Teil der Trierer Schatzkammer mit dem Goldfund der erst 1993 entdeckt wurde.

Die Ausstellung ist schon sehr didaktisch angelegt, damit man pfundweise Schulklassen durchschleusen kann. Mich interessierte somit auch weniger die Ausstellungsstücke aus seiner Zeit, als die Geschichte von Aurel selbst und die sehr gut erhaltenen Büsten.

Im Anschluss gab es ein Stück Käsekuchen und einen Kaffee in sehr schönen Museumskaffe.

Wieder daheim und das dauerte eine Weile, weil ich zur Rushhour zurückfuhr, bereitete ich das Abendessen zu.

Es gab aiguillette de poulet ( Hähnchenbruststreifen) vom Grill mit Salat. Dazu probierte ich zum aller ersten Mal einen alkoholfreien Wein. Ich hatte ihn vor ein paar Tagen entdeckt und war sehr neugierig, wie das Zeug schmeckt. Ich muss gestehen, der Riesling schmeckte gar nicht mal so schlecht. Ungewöhnlich säuerlich, aber eigentlich ganz okay. Alkoholfreie Weine ist eine Welt auf die ich neugierig bin und ich habe große Lust mich mehr damit zu beschäftigen und sie zu entdecken.

Der lange Twin Peaks Tag & Tagesfrage

Am Morgen ein bedeckter Himmel und es war sehr frisch. Zu frisch um schwimmen zu gehen. Ich verwarf den Gedanken. Stattdessen wurde ich ein bisschen geschäftig zu Hause.

Ich sah am Morgen dem großen Flieger zu, der über die Militärparade flog, die zwei Straßen weiter von mir entfernt stattfand. Theoretisch hätte ich auch das im Fernsehen verfolgen können, hatte aber keine Lust dazu.

Auf MUBI fand ich die dritte Staffel Twin Peaks (2017) von David Lynch, die ich noch nie gesehen hatte. Ich war Anfang der neunziger, ein Riesen Fan der Serie. Ich saß jede Woche gebannt vor dem Fernseher. Ich wurde auch einmal auf eine Party mit Kaffee und Kirschkuchen eingeladen. Es ging soweit, dass als die Serie nicht mehr bei RTL gezeigt wurde, sondern auf einem Sender, den ich nicht empfing, ich mir die Serie von Freunden aufnehmen ließ. Einige Jahre später gab es dann auch noch den Kinofilm Fire Walk With Me, der die Vorgeschichte der schönsten Leiche in der Filmgeschichte erzählte.

Gleich bei der ersten Episode überfiel mich ein wohliger Schauer, als ich die Titelmelodie von Angelo Badalamenti hörte. Sie versetzte mich augenblicklich zurück in die Vergangenheit. Eine Zeit der Unbeschwertheit. Ein Leben, dass ich so nicht mehr führen möchte und doch hatte es seine unbestreitbar schönen Seiten.

Es war schön, all diese zum Teil schrulligen und skurrilen, jedoch liebenswerten Charaktere wiederzusehen. Was Lynch ganz besonders gut hinbekommt, ist diese Charaktere nicht so ganz ernst zu nehmen. Ich musste oft laut lachen über ihre Eigentümlichkeiten und wie sie miteinander umgehen. Was den Neunzigern oft ritualhaft und mysteriös erschien, wirkt hier eher zum schmunzeln. Andererseits hat das Explizite und die Brutalität um einiges zugenommen. Ich schaute mir zehn Folgen an. Das will etwas heißen, denn so lange halte ich Serien in den letzten Jahren nicht mehr aus.

Und weil das schon alles für den Tag ist, gibt es noch eine Tagesfrage:

Wie wichtig ist Spiritualität in deinem Leben?

Wenn wir davon ausgehen, dass Spiritualität nicht Religiosität bedeutet, dann hat sie eine relativ große Wichtigkeit in meinem Leben. Selbstreflektion ist zum Beispiel etwas, was sich tagtäglich mache. Mein Blog ist das beste praktische Beispiel dafür. Zugegeben, es ist mühsam, weil ich mich und mein Tun dabei immer wieder infrage stelle. Eine längst verstorbene Freundin sagte einmal, dass sich jemand bin, der sehr in sich selbst ruht. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich habe gelernt, in vielen Situationen mit mir selbst zufrieden zu sein. „Be happy with what you have.“ Man kann es auch mit einem Satz aus der Maus Ketty sagen: Zufriedenheit das schönste Kleid.

Am Vorabend des Nationalfeiertages

Ein sehr heißer Tag, doch die Hitze verzog sich am Ende des Tages, seltsamerweise ohne Platzregen oder Donnerwetter.

Da die Schwimmrunde gestern so irrsinnig gut getan hatte, wiederholte ich das heute. Diesmal aber nicht alleine. Ich hätte mir den Wecker gestellt, und kurz nach 8:00 Uhr fuhr ich gemeinsam mit der A und Blue in die Alte Heimat.

Familie Nilgans war auch wieder da.

Wieder daheim verbunkerte ich mich in der verdunkelten Wohnung. Man hatte sehr hohe Temperaturen vorausgesagt und sie kamen.

Am Abend hatte ich nicht die geringste Lust irgendwie weg zu gehen. Es war ja Vorabend vom Nationalfeiertag und die Stadt stand Kopf. Ich betätigte ein paarmal die Waschmaschine, las ein wenig, und schaute mir eine Doku an.

Pünktlich um 23:10 Uhr vibrierten meine Fensterscheiben von den Knallern.

Auch wenn ich das Feuerwerk nicht komplett sehe Teile davon bekomme ich trotzdem vom Wohnzimmerfenster mit.

Und damit war der Tag gelaufen. Ich trat noch einmal auf den Balkon und war erstaunt, wie sehr die Temperaturen gefallen waren.

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Womit vergeudest du jeden Tag am meisten Zeit?

Mit Warten. Früher als ich noch in der Alten Heimat wohnte, war einer der schlimmsten Wartemomente, wenn ich in der Schlange stehen musste, um zu tanken im Sommer, wegen der Tanktouristen. Das machte mich schier wahnsinnig. Ein anderer Umstand war auf Filmsets, wo das oberste Gebot herrschte,‘Hurry up and Wait‘. Heute versuche ich soweit wie möglich Zeiten denen ich warte zu vermeiden. Wenn es nicht geht und ich dazu gezwungen werde, zum Beispiel in einem Wartezimmer, versuche ich zu lesen.

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Und dann gäbe es dann noch was, was aber eigentlich ein alter Hut ist, ein sehr alter sogar. Vielleicht braucht es auch eine kleine Erklärung. Im französischen gibt es den Ausdruck ‚la bonne piore‘. Er bedeutet wörtlich „die gute Birne“, aber im übertragenen Sinn bezeichnet er eine gutmütige, leichtgläubige oder ausnutzbare Person. Es ist ein umgangssprachlicher, leicht spöttischer Ausdruck für jemanden, der sich ausnutzen lässt, weil er zu nett oder zu naiv ist.

Die A behauptet immer von sich selbst, seit Jahren schon, dass sie eine ebensolche Gute Birne ist. Ich hatte ihr schon seit Jahren ein T-Shirt versprochen mit dem Aufdruck, dass sie das nicht wäre.

Es gibt von René Magritte das weltberühmte Bild mit der Pfeife und dem Spruch ‚Ceci n’est pas une pipe’. ChatGPT wandelte mir das Bild perfekt um mit Birne:

… und das schenkte ich der A als T-shirt.

Die Tage vor dem Gefeiere

Hui! Seit Mittwoch war es ruhig hier!

Aber es war auch mehr los als sonst, die Dienstrunden und die Sommertemperaturen die dann doch sehr plötzlich kamen, machten mich schreibträge. Daran musste ich mich erst gewöhnen.

Eines der Outfits dieser Tage:

Ein Hemd das ich lange nicht anhatte und aus Australien stammt.

Das Abendessen bei der N. am Tag nach der Premiere:

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Und dann kam der Samstag, der Beginn des großen verlängerten Jubel Trubel Wochenende. Die Fête de la Musique und gleich im Anschluss der Nationalfeiertag, gekoppelt mit schönem Wetter. Luxemburg wird ratschlagen und explodieren. Wenn ich dienstlich nicht angekettet wäre, wäre ich weggefahren.

Also versuchte ich mal am Samstag das Beste für rauszuholen.

Zu meinem Unmut erwachte ich zwar ausgeschlafen aber viel zu spät, um beizeiten in der Alten Heimat zu sein, um zu schwimmen zu gehen. Also fuhr ich später los.

Die gleiche Nilgans Familie am gleicher Stelle mit fünf Kücken dieses Jahr. Letztes Jahr waren es weniger:

Als ich ankam, war es noch einigermaßen ruhig aber es waren schon Horden da. Gottlob niemand mit billiger Hip Hop Beschallung.

Ich schwamm meine Runde. Oh, wie ich das vermisst habe! Es war großartig, genial, wunderbar! Ich hätte schon vor Tagen beginnen sollen!

Irgendwann traten dann doch weitere Horden mit Boombox an und es war vorbei mit der Ruhe.

Ich setzte mich noch nebenan in die Guinguette:

Sogar das nationale Sprudelwasser hat sich mit dem Etikett auf der Flasche auf die kommenden Tage eingestellt.

Zugegeben es ist schon ein wenig speziell. Der Großherzog Henri wird zum letzten mal am Nationalfeiertag die Militärparade abnehmen. (Sagt man das so?) Im Oktober wird er abdanken und seinen Sohn Guillaume weitermachen lassen.

Da ich allein war schrieb ich schon mal ein Teil hier vor setzte anschließend das Auto um und kaufte ein bisschen ein für die kommenden Tage.

Wieder daheim ging ich kurz unter die Dusche und machte mich ausgehfein, wie man das halt so bei den Temperaturen hinkriegt. Ich ging mit der A zusammen ins Theater nach Esch. Wir sahen uns ein sehr schönes Stück an mit dem Titel Daddy Issues. Ich war froh, dass ich es mir ansehen konnte, denn es war das einzige mal dass es von dem Daten mit meinem Dienst her übereinander klappte.

Einen letzten Absacker gab es dann im Bovary, und das am längsten Tag des Jahres.

Eine Tagesfrage & Anderes

Da die letzten beiden Tage mit nichts anderem angefüllt waren, als mit dienstlichen Zeug, machen wir heute mal etwas anderes.

In einem relativ belanglosen Unterhaltung, wurde mein Vorname plötzlich zu einem Gesprächsthema. Dabei kam die Frage auf, ob Joël und Noël den gleichen Stamm haben. Ich konnte das sofort aufklären und verneinen, weil ich das einmal recherchiert hatte. Ich hätte das sogar hier gepostet. Dabei fiel mir auf, dass es sehr viele Vornamen gibt, die mit mit -ël enden. Joël, Noël, Gaël, Maël, Yaël, wären nur ein paar zweisilbige Beispiele. Dann gäbe es noch Raphaël oder Ismaël. Das Trema auf dem e wird je nach Land häufig weggelassen und kommt fast nur im Französischen vor. Viele davon stammen aus dem Hebräischen, aber nicht alle. Maël z.B. kommt aus einer ganz einer ganz anderen Ecke, dem Bretonischen und ist nicht, wie ich anfangs vermutete, eine Abkürzung von Ismaël.

Onomatologie kann richtig spannend sein.

Das bringt uns zur Tagesfrage:

Was magst du an dir selbst am liebsten?

Mein Vorname. Der Rest an mir ist soweit in Ordnung und es gibt nichts, was ich lieber mag als anderes, weder körperlich noch geistig. Sehr vieles davon wäre jedoch verbesserungswürdig, aber danach wurde ja nicht gefragt. Uff…

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Ein Foto noch aus dem dienstlichen Bereich. Das Foyer dieses Theaters wird immer wieder umgemodelt. Es wird zeitenweise auch zur Bühne umgewandelt. Zur Zeit sieht es aus wie eine Kunstinstallation im Museum.

Sonntag mit Film & Föhn

Es blieb trübt den ganzen Tag über, die Sonne war nur selten zu sehen. es zogen immer wieder große Wolkenberge vorbei, die alles verdunkelten. Ich hatte am Abend zuvor angedacht, am Morgen eventuell schwimmen zu gehen, doch mit dem Wetter hatte ich keine Lust.

Und als ob der Föhn es gewusst hätte, verließ er mich gestern vollends. Dieses Teil, was ich tagtäglich benutzte und über den ich nicht später als gestern Morgen eine Lobeshymne schrieb, verließ mich kurze Zeit später und gab keinen Ton mehr von sich.

Ich las den New Yorker Magazinen hinterher, von denen ein kleiner Stapel hier lag, den ich noch nicht angerührt hatte. Es gab einen Foto Austausch mit der D im Baskenland. Sie schickte mir dieses Foto:

Ich schickte ihr diese Aussicht:

Am Abend schaute ich mir diesen Film an, der als Theaterstück den Pulitzerpreis bekam. Als Film fand ich ihn ok. Die Schauspieler sind großartig, aber die Geschichte ist etwas altbacken und wird erst ganz am Ende aktuell.

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Wie stellst du dir deine Rente vor?

Es hängt sehr von der Tagesform ab, wie ich diese Frage beantworte. Es gibt Tage, an denen ich sofort in Rente gehen könnte, von hier auf jetzt. Doch vor einigen Jahren war ich davon überzeugt, dass ich nie in Rente gehen werde. Ich werde arbeiten, bis ich tot umfalle oder mich niemand mehr haben will.

Zur Zeit schlägt eine Rentenreform in Luxemburg sehr hohe Wellen, die mich aber nur bedingt treffen wird. Obwohl, es hängt davon ab, was genau beschlossen wird. Die Diskussionen laufen gerade auf Hochtouren.

Ich bin zur Zeit noch nicht gewillt, in dieser Hinsicht irgendetwas zu beschließen. Eine Rente will vorbereitet sein hinsichtlich dessen, was danach kommt. Mir ist das noch nicht so ganz klar. Sicher ist, dass es etwas sein muss, was mich beschäftigt, was mich auf Trapp hält und vor allem, was mir Spaß macht.

Ich habe zu viele Menschen gesehen, die von heute auf morgen aufgehört haben mit arbeiten und vor dem Abgrund saßen. Eines der besten Beispiele in meiner Familie war Onkel Nicolas, der nach seiner Rente keinen Finger mehr krumm machte und regelrecht einrostete.

Meine Mutter wusste auch nicht so richtig, was sie danach anfangen sollte. In ihrem Beruf als Krankenpflegerin, war sie nicht mehr glücklich. Es wurde ihr alles zu viel und es war sehr anstrengend. Aber ich glaube nicht, dass sie sich sehr viele Gedanken gemacht hat, was danach kommt, denn sie saß viel zu Hause rum, wurschtelte ein bisschen hier, ein bisschen da, aber so richtige Langzeitaufgaben hatte sie keine.

Ich könnte mir für mich eine Art Consulting vorstellen, denn über die Jahre habe ich eine Menge an Wissen angesammelt. Ich könnte mir so etwas vorstellen wie Mitglied in einem „Rat der Weisen“ zu sein, denn alleine macht das keinen Spaß.

Ein Samstag mit Regen, der aussah wie Schnee

Es fing damit an, dass ich entschlossen hatte erst mal ausschlafen und noch tief und fest schlief, als das Telefon klingelte. Die A hatte bei einer Freundin übernachtet, weil sie ein bisschen zu tief ins Glas geschaut hatte und nicht mehr fahren wollte. Besagte Freundin hatte sie früh nach Hause gefahren, doch als sie vor der Tür stand, merkte sie, dass sie keine Hausschlüssel hatte, und klingelte mich aus dem Bett. Das war morgens um 7:30 Uhr. Bäh!

Danach war es mit schlafen vorbei. Diese Grundmüdigkeit hing den ganzen Tag an mir, wie eine Klette.

Ich ließ den Wochenmarkt sausen und setzte mich an den Rechner, um eine lange E-Mail zu schreiben, hinsichtlich eines gewaltigen Projektes das Ende des Jahres auf mich zukommen wird.

Gegen Mittag fuhr ich dann die A zurück zu ihrem Auto, damit sie es abholen konnte.

Als ich zurückkam, fuhr ich so just noch trocken in meine Garage, bevor das gewaltige Unwetter losging.

Nein, das ist kein Schnee, sondern Regen.

Am späten Nachmittag fing die Dienstrunde an. Sie verlief ohne Zwischenfälle, zumindest für mich.

Ein Bild werde ich zeigen, dass ich gemacht habe, als ich ihn Zuschauerraum saß.

Ein brennendes Glashaus.

Später saß ich noch eine Weile mit der N im Parc Belair. doch die Müdigkeit siegte, und ich lag beizeiten im Bett.

***

Was ist die älteste Sache, die du besitzt und die du immer noch täglich benutzt?

Die Frage kam mir bekannt vor und wurde wahrscheinlich schon einmal gestellt. Ich dachte, ich hätte sie beantwortet aber wie es scheint, hab ich das nicht getan. Ich tue mich schwer im Kopf,was diese Sache sein könnte. Meine Brille wäre zum Beispiel so etwas was ich täglich benutze, aber die besitze ich erst seit drei Jahren, also nicht so alt. Wenn ich eine alte Sache beschreiben soll, dann gehen meine Gedanken meistens in Richtung Alte Heimat und was ich von der Zeit noch habe und mit in die Hauptstadt umgezogen ist. Es gibt etwas aus dem Badezimmer. Mein Föhn. Meinem Beruf ist es geschuldet, dass ich mehrere habe. Aber diesen hier benutze ich rein privat. Er liegt in der Schublade unter dem Waschbecken. Ich habe ihn über 20 Jahre. Er ist von Babyliss und er funktioniert immer noch. Es ist nicht der, den ich auf Reisen mitnehme, dafür ist er ein bisschen zu groß, obwohl er zusammenklappbar und für die Reise gedacht, ist. Die Kaltlufttaste funktioniert seit ein paar Jahren nicht mehr. Ansonsten tut er seinen Job immer noch.

Ein Geburtstag und andere Dinge

Es war schwül und sehr heiß draußen und das gleich am Morgen. Doch war die Wohnung recht kühl, …noch. Ich verdunkelte sie und befahl der Putzhilfe die Balkontüren nicht den ganzen Nachmittag sperrangelweit offen stehen zu lassen.

Am Nachmittag hatte ich eine dienstliche Runde, die aber ohne Vorkommnisse verlief. Später dann fuhr ich zur Eröffnung eines neuen Lokals, zu dem ich eingeladen war, unter anderem um ein paar Fotos zu machen. Da dies alles in Esch stattfand, hatte ich anschließend nicht weit um zur N. zu fahren, die im benachbarten Frankreich wohnt. Die N hatte nämlich Geburtstag.

Es war ein wunderbarer lauschiger Abend im Garten…

… und die kleine Feier dauerte bis weit nach Mitternacht.

Donnerstag mit einer Tagesfrage

Legen wir mal gleich mit der Tagesfrage los:

Welche bemerkenswerten Dinge sind heute passiert?

Die Frage zielt genau auf das ab was am Donnerstag los war, nämlich nichts Bemerkenswertes. Es ist die Frage, die ich mir jeden Tag stelle, ohne die ein Tagebuch Blogging nicht möglich wäre.

Es hängt auch von meinem Tagesablauf ab, der ja sehr unstet ist, weil ich keine geregelten Arbeitszeiten habe. Wenn ich am Morgen von null einen Blogbeitrag schreiben muss, ist es oft mühsam. Wenn ich während des Tages immer wieder zehn Minuten oder eine Viertelstunde finde, um ein bisschen vorzuschreiben, ist es einfacher.

Das hier zum Beispiel, habe ich am Morgen danach ins Smartphone diktiert. Doch fangen wir von vorne an. Es wurde ja nach bemerkenswerten Dingen gefragt.

Bemerkenswert wäre der Friseurbesuch. Jedoch so bemerkenswert ist er auch wieder nicht, denn er findet alle drei Wochen statt.

Es war ein heißer Tag, der bis zu 30° hochging. Nach dem Besuch fuhr ich zum Rainbow Center und gab eine kleine Notiz ab, die mit einem Magazin verschickt wurde, an die Freundin und Witwe von Marc Grund, über den ich ja in der letzten Ausgabe geschrieben habe. Von dort aus ging es nach Wickrange in den Grand Frais. Ich kaufte alles ein, um mir meinen liebsten Sommersalat zu machen. Eine riesige Ochsentomate, gegrillte Paprika im Glas, Aprikosen und Räucherlachs.

Zwischendurch bekam ich einen schönen Anruf, bei dem ich zu einer Geburtstagsparty für Freitag eingeladen wurde.

Und dann war es schon auch an der Zeit, eine Runde Dienstliches zu tun. Es war ein voller Erfolg, denn es waren Tests angesagt und und alle meine Vorschläge wurden sofort angenommen.

Später saß ich noch eine Weile lesend auf dem Balkon und schaute mir noch eine weitere Folge der Agatha Christie Serie an, die keine Krimis per se sind. Wie es scheint, sind diese Videos in Deutschland nicht verfügbar. Wenn dem wirklich so wäre, heißt das Zauberwort VPN. Ich verlinke ihn hier trotzdem. Interessant in dieser Folge ist, dass zwei Protagonisten auftreten, die es später in den Umkreis von Hercule Poirrot schafften. Miss Lemon, die Sekretärin und die Schriftstellerin Ariadne Oliver.

Ein kurz und knapper Mittwoch

Ich schlief aus und ließ den Tag erstmal langsam angehen. Sehr gut. Den Mittwochsmarkt ließ ich sausen, weil es nichts gab was ich wirklich gebraucht hätte.

Ich las mich ein wenig fest in alten Blogbeiträgen von vor zwei Jahren, als ich in Bad Ischl war. Es rückte ein paar Gedanken und Gefühle die ich ob der Zeit hatte, wieder zurecht. Dennoch spiele ich mit dem Gedanken noch einmal hinzugehen, nicht um zu arbeiten, um Himmelswillen nein, sondern um dem Ort den Teufel auszutreiben, denn Bad Ischl ist ja an sich ein schöner Ort, an dem ich mir vorstellen könnte ein paar Tage Urlaub zu machen.

Am späten Morgen hatte ich eine Besprechung mit einer Kostümbildnerin für ein Projekt das erst Ende das Jahres kommen wird, aber dafür eine beachtliche Größe haben wird.

Der Nachmittag mäanderte dahin mit ein bisschen dienstlichem Zeug und sonst keine nennenswerten Vorkommnisse.

Am Abend sah ich die A. die von einer Dienstreise zurückkam und wir erzählten uns im Parc Belair die neuesten Schandtaten.

Tadler Marionettenfestival: Tag 3

Der Wecker klingelte um 6:00 Uhr. Stöhn! Aber ich musste bereits um 7:30 Uhr weg und kurz nach 8:00 Uhr in Tadler sein. Wir empfingen fünf voll gestopfte Busse mit Schulklassen. Insgesamt 400 Kinder! Ich musste mich um C2 und C3 Klassen kümmern. Angesagt war noch mal die Schnitzeljagd, die wir schon die letzten Tage hatten. Da es fast in jeder Klasse Kinder gab, die diese Schnitzeljagd schon die Tage davor gemacht hatten, war es für manche sehr einfach. Die meisten Klassen hatten unter einer Stunde alles gefunden.

Danach verschwanden alle in die vier übrig gebliebenen Säle von den elf und schauten sich ein Stück an. Bei der Gelegenheit bekam ich auch eines zu sehen. ‚ Cinq Minute avec toi‘ ist die Geschichte eines kleinen Jungen der einfach nur fünf Miniten der Zeit seiner Eltern für sich beansprucht, die ohne Unterlass am Smartphone hängen.

Anschließend wurden alle wieder in die Busse verladen und ich macht mich mit dem Rest der Crew daran ein wenig aufzuräumen. Kurz nach 1:00 fuhr ich heim.

Dort legte ich mich erstmal eine Stunde hin und schief tief und fest, bis ein Anruf mich weckte, der mir eine freudige Nachricht brachte, in Form einer Anfrage für einen Job, den ich bis Dato noch nie gemacht habe. Mehr kann ich nicht darüber erzählen, weil ich auch nicht so genau weiß auf was ich mich da eingelassen habe. Es hört sich interessant an.

Am Abend sah ich die D. ein letztes mal für eine Weile, weil sie wieder in die baskischen Gefilde entschwindet.

Wir saßen im Hêtre wie die Könige und speisten auch dementsprechend.

Es gab Kabeljau, ein Fisch den ich schon lange nicht mehr hatte:

Er erinnerte mich sehr an meine Großmutter die den Fisch in einem Gemüsesud und anschließend mit brauner Butter und Kapern servierte. Hier war er gebraten.

Danach war ich sehr platt und bei Zeiten im Bett.

Tadler Marionettenfestival: Tag 2

Ich hatte gut geschlafen wurde jedoch durch den Wecker viel zu früh wach und fühlte mich komplett unausgeschlafen, zerknittert und sehr bäh. Doch es half nichts, ich musste raus.

Es waren heute mehr Menschen als am Tag davor da.

Am Morgen war ich zwei Stunden lang beschäftigt auf dem Fairy Dingsbums. wo ich Wache stand bei einem Spiel bei dem die Jüngsten fischen konnten. Ich war danach mehr als fertig mit den Nerven, nicht so sehr wegen der Kinder, die eigentlich alle durchweg brav waren, sondern wegen der Eltern. Da gibt es echt Exemplare die man verbieten sollte. Mehr möchte ich darüber nicht schreiben, sonst komme ich in Rage. Nur gut dass ich nie länger als 5-10 Minuten mit jedem beschäftigt war.

Danach regelte ich noch ein paar Einlässe zu verschiedenen Shows. Alle waren durchweg ausverkauft und waren etwas schwieriger zu regelen als gestern. Bei eine Vorstellung verrechnete ich mich mit den Anzahl an Plätzen im Saal und denen die ich nich reinlassen konnte. Ups! Aber ging so just auf.

An dem Nachmittag schleppte ich mich durch die Gegend. Es war anstrengend.

Kurz vor 19:00 Uhr war ich fertig und fuhr zurück ins Hotel nach Esch-Sauer.

Tadler Marionettenfestival: Tag 1

Ich flog vom Wecker geweckt, zu recht unchristlicher Zeit aus dem Bett. Aber durch die wilde Party der Nachbarn von gestern, war ich halt noch lange wach.

Eine Stunde Fahrt nach Tadler.

Es war schön so viele vertraute Gesichter nach zwei Jahren Pause wiederzusehen. Wie gewoht konnte ich was in den einzelnen Aufführungsstätten gezeigt wurde, nicht ablichten, aber auf der Straße schon.

Ein verrücktes Taxi
Ein Huhn das ein Ei legt.

Ansonsten war ich den ganzen Tag über sehr beschäftigt, weil von einem Saal zu anderen raste um die Publikumseinlässe zu regeln. Da ich mit zwei anderen Freiwilligen, die einzigen sind, die auch beim letzten Festival dabei waren, bekamen wir die meisten Einlässe zugeteilt. Das System ist das gleiche wie vor zwei Jahren. Es geht alles über eine App, die die Eintrittskarten scannt. Vielleicht sollte ich das System mal im Techniktagebuch erklären.

Doch ich bekam am Abend zwei gruselige Vorstellungen zu sehen. Eine, fand ich ganz großartig und nannte sich Terreur (Terror). Ein Stück das definitiv nicht für Kinder ist.

Foto aus dem Programmheft

Terror ist ein packendes Eintauchen in absolutes Leiden. Ein lebendig gehäutetes Individuum, eingesperrt in einem undefinierten Raum, eine bewegliche Präsenz an der Grenze zum Albtraum. Doch inmitten dieser Dunkelheit taucht unsere Menschlichkeit auf. Antonin Lebrun haucht der Marionette Atem, Gesten und Stimme ein und erweckt so eine beunruhigende Empathie.

So steht es im Programm geschrieben. Es ist eine unglaubliche Performance. Der Puppenspieler gibt über die Puppe fast unmenschliche Töne von sich, die einem durch Mark und Bein gehen. Man weiß nicht was das Grauen ausgelöst hat oder woher es kommt. Es ist einfach da; das Grauen ein Reinform. Und gerade deswegen ist es spannend. Was passiert wenn der Terror keine Ursache hat? Die Figur hat keine Augen. Diese kotzt der Puppenspieler während dem Stück regelrecht aus und drückt sie der Puppe in die Augenhöhlen. Das ist ein bisschen eklig aber durch das Licht das sehr ausgeklügelt ist, kann man es nur erahnen. Damit sieht die Figur zu ersten mal das Publikum…

Anschließend gab hatte ich noch den Wohnwagen des Horrors.

Eine sehr ausgefeilt lustige Geschichte um einen Mord in einem Wohnwagen.

Abends in Hotel gönnte ich mir eine ‚Pfanne‘…

die richtig gut tat.

Ich schlief sofort ein.

Ein Samstag ohne Verpflichtung

Zum Vortag ist noch eine Kleinigkeit zu berichten. Da ich ja im LëtzBoys war, fiel mir wieder einmal auf wie viel Musik aus alten, sehr alten Zeiten lief, und es mitunter nur die ist, bei der die Menschen leicht mitwippen. Es liefen ein paar Lieder, die ich schon lange nicht mehr gehört hatte. P.Lion / Happy Children oder auch noch Miquel Brown / So Many Men So Little Time. Mir kommt bei diesen Liedern als erstes in den Sinn, dass ich schon darauf getanzt habe, als sie noch in den Hitparaden waren. Ich komme mir dann sehr steinalt vor.

***

Ja, das war schon sehr schön. Ich erwarte früh und machte mich zurecht zum samstagtäglichen Wochenmarkt. Ich hatte mich mit der D verabredet, auf einen Kaffee, wie gewöhnlich im Renert. Trotz des kühlen Wetters war so einiges los in der Stadt. Die Demokraten und Sozialisten hatten ihre Stände auf dem Markt aufgestellt und verteilten Rosen und kleine Veilchenstöcke, weil am Sonntag Muttertag ist.

Ich saß eine Weile mit der D zusammen auf der Terrasse, und wir ließen die letzten Tage Revue passieren und beratschlagen noch ein paar Dinge für die Zukunft.

Vom Markt brachte ich mir lediglich ein paar frische Nudeln mit, genauer gesagt, Tagliatelle mit Basilikum. Die bereitete ich mir für das Mittagessen zubereitete, was ein kleiner Fehler war. Ich hatte noch ein kleines Glas Sugo dass ich als Basis für die Sauce nahm. Es schmeckt mir extrem gut, aber es lag mir anschließend sehr schwer auf den Magen.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich mit Lesen, einem Nickerchen, wieder lesen und einer Geschichte von Agatha Christie, die kein wirklicher Krimi war.

Die Serie wurde, ich habe das nicht genau nachgesehen, wahrscheinlich Ende der siebziger Anfang der achtziger gedreht. In dieser Episode erleben wir einen sehr jungen John Nettles, der besser bekannt ist in der Rolle, die er über Jahrzehnte gespielt hat, Inspector Barnaby.

Später hatte ich das Gefühl, dass wieder seltsame Rauchschwaden in der Luft hingen, denn die Sonne war wieder halbwegs verdeckt:

Ich wollte beizeiten ins Bett, aber an schlafen war nicht zu denken, weil im Nachbarhaus im dritten Stock eine wilde Party stattfand. Ich ließ sie gewähren und hoffte, dass es nicht allzu lange dauern würde, doch gegen 1:30 Uhr morgens, als die Musik immer noch sehr laut war und alle lautstark mitsangen, wurde es mir dann doch zu viel. Ich war im Begriff, mich anzuziehen und hinüber zu gehen, als Ruhe einkehrte, und das sehr schlagartig. Als ich zum Fenster hinaus sah, stand die Polizei vor der Tür. Aha, einem der anderen Nachbarn war es also auch zu viel.

Und ab morgen wird vom Marionettenfestival berichtet.

Unsteter Donnerstag, ein Blue-Freitag & Zeit des Loslassens

Den Donnerstag verbuchen wir unter unstetem Wetter mit unstetem im Kopfschmerz. Zudem war es ein Tag, der wieder mit viel Unverblogbarem, sprich dienstlichen Dingen, belegt war.

Ich fing am Morgen jedoch einen neuen Podcast, eher Hörbuch vom WDR5 an. Jeremias Gotthelf / Die schwarze Spinne Teil 1 / Teil 2 / Teil3 / Teil4

Was für eine abenteuerliche Geschichte! Jeder Teil dauert ungefähr eine knappe Stunde. Ich kannte Gotthelf überhaupt nicht. Es war einer der erfolgreichsten Schweizer Schriftsteller im 19. Jahrhundert.

***

Da ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sehr schlecht geschlafen hatte und erst am Morgen irgendwie zur Ruhe kam, klingelte mich die A. kurz vor 9:00 aus dem Bett. Sie fragte, ob ich mich heute einige Stunden um Blue kümmern könnte. Konnte ich. Eine Stunde später war sie da.

Wann gehen wir endlich Gassi???

Ja, ja, ja, wir gehen!

Ich hatte aber noch ein paar Büroarbeiten zu erledigen. Unter anderem tat ich das, was ich schon vor Tagen hätte tun sollen, mir aber schwer fiel. Doch plötzlich kam mir das Lied von Édith Piaf in den Kopf; Non. Rien de rien. Je ne regrette rien. Und damit war WhatsApp auch weg! Wer die letzten Tage nicht mitgelesen hat, lese bitte das hier. Mich überkam das Gefühl der Leichtigkeit, des Loslassens und die Hände frei haben.

Ich zog mit Blue los in die Stadt mit Umweg durch dem Park, wo sie brav das große Geschäft verrichtete. Es ist immer wieder ein sehr erhebender Moment mit der Tüte die Hinterlassenschaft aufzuheben…nun ja. Nach einer kurzen Stärkung im Renert, musste ich zurück mit Blue und sie in der Wohnung abgeben, denn ab 14:00 trat ich in den Dienst der Kultur. Es wurde eine längere Runde und kurz vor 22:00 war ich endlich fertig.

Da es der Bärenabend war, wollte ich kurz bei denen vorbei schauen, aber die waren alle schon weitergezogen und ich fand alle im LëtzBoys wieder. Kurz vor Mitternacht fiel ich ins Bett.

Dienstag mit Rauch & Mittwoch mit Abendessen

Für den Dienstag gibt es nicht viel zu berichten. Doch mir fiel am Abend etwas auf, das ich aber nicht mit Waldbränden in Verbindung brachte. Die Sonne stand noch hoch aber sie leuchtete so rötlich, als ob sie im Begriff wäre unterzugehen. So sah sie am frühen Abend aus:

Dann las ich am Mittwoch morgen, dass es an den Waldbränden in Kanada liegt aus der Provinz Manitoba und wir inzwischen die Rauchwolke in Luxemburg sehen.

Ansonsten war nichts weiter was verblogbar war.

***

Am Mittwoch dann eine schnelle Runde über den Mittwochsmarkt und ein Kaffee im Renert. Auf dem Markt fand ich nicht das, was ich haben wollte. Ich beschloss, zum Grand Frais zu fahren. Grand frais ist eine Frischemarkt Kette aus Frankreich die inzwischen drei Ableger in Luxemburg hat. Zu Beginn fuhr ich ab und zu dem Markt in Contern, der für mich aber ungünstig liegt weil ich einmal quer die Stadt muss. Von den Kilometern wäre er näher.

Er hat vor allem frische Produkte – Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Milchprodukte. Alles andere hat gibt es auch, aber weitaus weniger gut sortiert wie ein traditioneller Einkaufsmarkt.

Wieder daheim sortierte ich alles in den Kühlschrank ein und entschied noch einmal loszufahren, denn das Wetter sollte am Nachmittag besser sein und ohne Regen. Ich beschloss daheim zu bleiben, weil es genug zu tun gab, das ich wieder auf die lange Bank geschoben hatte.

Am Abend traf ich mit der S. und dem J., die ich beide schon länger nicht gesehen hatte. Im Bovary gab es für mich ein Cordon Bleu:

Wir hatten ein langes angeregtes Gespräch über Dinge die mich zur Zeit sehr beschäftigen. Es ist nicht die erste Diskussion die ich mit Menschen aus meinem nahen Umfeld darüber habe. Und ich muss sagen, dass ich überall auf großen Zuspruch stoße. Ich animiere niemanden dazu, es mir gleich zu tun. Aber bisher konnte noch jeder meine Gründe nachvollziehen. Facebook und Instagram sind inzwischen weg. Facebook habe ich lediglich ausgeschaltet, da ich noch den Messenger eine Weile beibehalten möchte. WhatsApp wird aber in den nächsten Tagen auch begraben. Als Alternative dafür habe ich Signal installiert.

Zum Abschluss noch eine Tagesfrage:

Erinnerst du dich an dein liebstes Kinderbuch?

Ich weiß nicht mehr ob ich eines hatte. Ich kann mich vage an Pixie Bücher erinnern, aber das auch nur, weil mein jüngerer Bruder sie später erbte und mit Vorliebe gerne darin blätterte wenn er auf dem Töpfchen saß.

Ich kann eher mich an Märchen Schallplatten erinnern, und dass es dazu immer ein Heft gab mit vielen Bildern und auch Text. Die Schallplatten, das weiß ich noch, hatten die Größe von einer Single Schallplatte aber mit einem kleinen Loch in der Mitte. Und sie liefen auch nicht auf 45 Touren sondern 33. Es war eine ganze Serie und ich glaube nicht, dass ich danach noch einmal ähnliche Platten gesehen habe. (Und nach ein paar Klicks hatte ich sie gefunden)

Sonntag ohne Ende

Die D. hat immer wieder großartige Ideen. Zugegeben die Idee hatte ich auch schon vor Wochen, aber ich hatte sie am falschen Wochentag. Am frühen Morgen erhielt ich eine SMS, ob ich nicht Lust hätte, eine große neue Ausstellung anzusehen.

Also auf nach Metz ins Centre Pompidou. Daher auch der Titel, der für die Beschreibung eines Montags seltsam erscheinen mag,

Nebst noch zwei anderen kleineren Ausstellungen gibt es seit Anfang Mai die große Jubiläumsausstellung im Rahmen ihres 15. Geburtstages. Hauptakteur dieser Ausstellung ist Maurizio Cattelan, zusammen mit vielen anderen Werken namhafter Künstler, die aus der Kollektion vom Centre Pompidou in Paris stammen, das ja für die nächsten fünf Jahre wegen Renovierungen geschlossen sein wird. Also wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren viel in aus deren Kollektion in Metz zu sehen sein.

Cattelan versteht es, den Kunstbetrieb mit Humor ad absurdum zu führen. So steht es bei Wiki geschrieben. Stimmt, ich habe viel geschmunzelt in der Ausstellung der Superlative. Man braucht nur bedingt Erklärungen zu seien Werken.

Es folgen viele Fotos:

Das Skelett einer Katze
Das ist nicht von Maurizio sondern von Tony Cragg
Das müsste manchen Kunstkennern bekannt vorkommen, denn einen dieser Pferdelaiber hatte ich schon im Blog gezeigt, als ich in Basel in der Beyeler Foundation war.
Der Kalender ist immer up to date.
Das sieht im Foto so echt aus, aber es ist eine Folie die auf einen Spiegel geklebt ist.
Die berüchtigte Banane die auf der Art Basel einen Skandal provozierte, weil ein anderer Aktionskünstler sie von der Wand nahm und gegessen hat.
Das ist Maurizio selbst in der Pose eines Hundes auf dem Rücken, der sich freut.

Die Ausstellung ist riesengroß und geht über zwei Etagen. Ich hätte noch sehr viele Fotos zeigen können.

Nach fast drei Stunden waren wir platt. Wir hatten uns nämlich auch ein komplett gefilmtes Theaterstück über Sylvia Plath angesehen, in einem kleinen Vorführraum, von dem die D und ich so gefangen waren, dass wir bis zum Ende sitzen blieben. Letters from Home in einer Inszenierung von Françoise Merle von 1984 gefilmt von Chantal Ackerman.

Nach einer kurzen Stärkung in Form einer Quiche aus Tomaten und Ziegenkäse mit Salat traten wir den Rückweg an.

Ein Foto wollte ich noch zeigen, dass wir bereits auf dem Hinweg gemacht hatten. Der Laster einer kleinen Werkstatt für Blechverarbeitung:

Wir bekamen beide einen haltlosen Lachanfall.

Sonntag mit Hörspiel und Film

Die kleinen Freuden des Lebens bestanden heute aus einem wunderschönen kleinen Salat mit Kirschtomaten und dem Möhrenspeck. Der Salat hatte kleine rote Punkte. Ich hatte ihn auf dem Markt gekauft, weil ich ihn zum ersten Mal dort sah. Er nennt sich Forellenschluss.

Ich hörte das Zauberberg Hörspiel fast bis zum Ende, während ich in der Küche hantierte und später den Salat auf dem Balkon aß. Ich kann es nur noch mal wiederholen, es ist großartiger Hörstoff.

***

Ich fand einen neuen Kanal auf YouTube, der mir sehr interessant erschien. Forgotten British Television. Es gibt jede Menge dort zu sehen. Ich fand einen Film mit Olivia Colman und Vanessa Redgrave. The Thirteenth Tale. Eine eine alte, bekannte Schriftstellerin, die nicht mehr lange zu leben hat, erzählt einer jüngeren Kollegin, die sich auf Biografien spezialisiert hat, ihre Lebensgeschichte. Ich fand den Film nicht schlecht. Mit Colman und Redgrave kann es nur gut werden. Zum Schluss wird es aber ein wenig verwirrend wenn man nicht genau aufpasst.

Freitag und Samstag

Den Freitag verbrachte ich damit, das Posting zu schreiben über die Erkenntnisse , die ich aus der Re:publica gezogen habe. Den Kommentaren nach zu urteilen, scheinen es aber ein paar falsch verstanden zu haben. Mein Blog wird nicht verschwinden, im Gegenteil, er wird bleiben aber alles andere habe ich aber schon zum Großteil umgesetzt. Mein Facebook Account ist weg, ebenso Instagram und Thread. Ansonsten war nicht besonders viel, was sich lohnt, im Blog festzuhalten.

***

Am Samstagmorgen war ich auf dem Wochenmarkt. Ich kaufte allerlei Obst und Gemüse und vor allem frische Kirschen, die ersten für dieses Jahr. Es gab einen Kaffee mit der D. im Renert und den gewohnten Austausch der letzten Neuigkeiten und Schandtaten, die während meiner Abwesenheit passiert sind.

Am Nachmittag schnitt ich eine Fuhre Möhren in lange Streifen und machte Möhren Speck. Diesmal gab ich aber auch eine ordentliche Prise Piment d‘Espelette dazu. Ein Teil davon wanderte in einen großen Salat zum späten Mittagessen.

Während dieser ganzen Zeit hörte ich einen Großteil des Hörspiels, dass ich bereits im Flugzeug angefangen hatte, als ich von Berlin zurück kam. Der Zauberberg von Thomas Mann. Ich kannte die Geschichte, denn ich hatte sie vor Jahren im Theater von einer Kollegin übernommen. Das TNL brachte den Klassiker damals als Theaterstück auf die Bühne. Hier ist es eine sehr aufwändige Hörspielproduktion, die bereits im Jahr 2000 entstand und sehr hörenswert. Damit verbrachte ich weitgehend den ganzen Nachmittag.

Das Wetter hätte mich im Prinzip dazu verleitet, etwas draußen zu tun, doch es war ebenfalls der Samstag an dem ein Marathon mitten in der Stadt stattfindet. ab dem späten Nachmittag waren sehr viele Straßen gesperrt. Vom organisatorischen her läuft das recht gut und alle Haushalte bekommen weit vorab einen Plan, wie der Marathon organisiert ist und wo er entlang läuft. Das sieht dann so aus:

Den Plan entnahm ich, dass ich wieder eingesperrt werde, während dem Rennen, denn meine Straße befindet sich mittendrin. Den Plan hatte ich auch abgelichtet und der A geschickt, weil sie am späten Abend aus Frankreich mit dem Zug zurückkommen sollte. Wir beratschlagten vorab noch per Telefon, wie ich sie eventuell abholen könnte, denn sie hatte einen schweren Koffer zu schleppen und wie ich mit dem Auto rein und raus käme. Resultat: es war nicht machbar. Ich konsultierte noch ein paar weitere Seiten im Netz und fand heraus, dass die Tram während dem Marathon aber fuhr, wenn auch nicht alle Abschnitte der Strecke. Das war schön, denn das brachte sie und denein gewaltiges Stück näher, und sie musste nur einen kleinen Teil durch den Park gehen.

Ein wildes Wolkenbild vom Balkon:

Es kündigte das an, was alle für den Marathon befürchteten, sich dann aber nicht bewahrheitete. Es war ein Unwetter im Anzug. Es entlud sich allerdings erst weit nach Mitternacht.

Lehren die ich aus der re:publica25 gezogen habe

Dieses Posting erscheint ausserhalb meiner täglichen Berichterstattung.

Die re:publica hat mich dieses Jahr mehr als sonst wachgerüttelt. Es gibt dafür mehrere Gründe, aber der, der meine Online Präsenz betrifft, werde ich versuchen, so unaufgeregt wie möglich hier zu beschreiben. Ganz emotionslos wird es aber nicht sein.

Während der #rp25 wurde ich mehrfach an etwas erinnert, das einer der Gründer, Johnny Heausler schon vor weit über zehn Jahren schrieb. Es bewog mich, nach einer einjährigen Pause im Blog wieder mit bloggen weiterzumachen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich festgefahren hatte im Blog, dass es eine beständige Wiederholung der gleichen Dinge war. Meine Leserzahlen sanken und überhaupt war es total hip sich in den Sozialen Medien zu tummeln. Ich gab auf.

Hier der Wortlaut von dem, was Johnny damals schrieb:

2013: Das Web zurückerobern

… Es wird also Zeit, dass wir uns – und damit meine ich alle Internet-Nutzer, deren Nutzungsverhalten über den gelegentlichen Online-Einkauf von Waren hinaus geht – das Web zurückholen…

Es ging auch damals um die Tech Giganten Twitter, Facebook, Google+ und Co., und dass man ihnen das Feld nicht komplett überlassen soll. Die Gründe dafür waren damals andere als die, die wir heute haben.

Aber wir haben diese Giganten aufgrund unserer eigenen Bequemlichkeit weitermachen lassen. In den darauffolgenden Jahren wurden unsere hinterlegten Daten zu einer Verkaufsware, die ausgewertet und verscherbelt wurden. Und wo stehen wir heute? Heute liegen all diese U.S. Konzerne auf dem Bauch, zu Füßen eines gefährlichen Irren und machen Männchen auf Kommando!

Dass Meta nun unsere Daten nutzt, um seine eigene KI zu trainieren – in einem Netzwerk, in dem ohnehin immer chaotischer wird – hat für mich das Fass zum Überlaufen gebracht. Was für eine KI soll dabei herauskommen? Eine, die unterschwellig rechtes Gedankengut verstärkt? Ich weiß, das ist eine böse Unterstellung, aber einem Opportunisten wie Zuckerberg würde ich das zutrauen. Klar, man konnte bis zum 27. Mai Widerspruch einlegen – aber wer garantiert mir, dass das nicht nur eine Beruhigungstaktik war?

Ich habe Konten bei Facebook, Instagram und seit einiger Zeit auch bei Threads. Auf Threads postete ich lediglich Links zu neuen Blogbeiträgen – mehr nicht. Auf Instagram habe ich seit letztem Sommer nichts mehr veröffentlicht, auf Facebook seit Jahren nichts, abgesehen von einem einzigen Link im Winter – zu einer Petition. Es ist an der Zeit, diese Konten zu schließen.

Und ja, ich habe auch ein X-Konto, das ich seit Musks Übernahme stillgelegt habe. Ich hielt es nur, weil ich dort noch ein paar Unverbesserlichen folge, die bislang nicht umgezogen sind. Aber ich denke, ich komme auch ohne sie zurecht. Damit schließt sich ein Kreis, den ich eigentlich schon vor Jahren hätte schließen müssen.

Die logische Konsequenz wäre, dass ich auch Whats App und den FB Messenger beende, weil sie auch zu Meta gehören. Aber weil über diese Dienste viel berufliches läuft, tue ich mich augenblicklich schwer damit. Ich werde auch sie beenden, wenn ich eine gute Lösung dafür habe.

Es bleiben zwei Dienste im Social Media Bereich. Einerseits Blue Sky und Mastodon als gute Alternative für X, die sich von selbst reguliert, weil sie dezentral ist. Als Alternative für WhatsApp gibt es Telegram, obwohl… aber ok, es gibt da sicherlich noch andere.

Aber was ist mit der Reichweite vom Blog? Was wenn ich da nicht mehr täglich die eigenen Gedanken und Taten promote? Ganz ehrlich, mir ist die Reichweite inzwischen herzlich egal. Ich blogge seit über 20 Jahren und ich mache das für mich. Dass ihr, meine LeserInnen, daran teilhabt, finde ich ein schönes Extra. Zudem ist es die einzige Hinterlassenschaft an die Welt, denn ich habe keine Nachkommen. Ich sehe es als Zeitzeugenbericht, der vielleicht irgendwann einmal historisch aufgearbeitet werden wird. Wer weiß.

Im weiteren Verlauf werde ich auch komplett auf Open Source Software umsatteln, doch da werde ich Hilfe brauchen.

Warum mache ich das? Ich kann als einzelner kleiner Internet User doch eh nichts ausrichten. Das macht doch alles keinen Sinn.

Doch. Für mich macht es einen Unterschied. Ich tue das für mein eigenes Seelenheil – weil ich nicht Teil eines Systems sein will, das gerade mit voller Geschwindigkeit in die falsche Richtung läuft. Und wenn ich nur eine Person überzeugen kann, es mir gleichzutun, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt.

Ihr könnt mir weiterhin folgen auf Mastodon : @joedelux@fnordon.de

Oder Bluesky: joedelux.bsky.social

Alles andere ist weg oder wird in den nächsten Tagen verschwinden.

Der letzte Tag & Rückreise

Vom Vortag bleibt noch folgendes zu berichten:

Ich suchte die Box zum Bändchen durchschneiden am Ausgang vergeblich. Entweder stand sie nicht da, oder ich habe sie übersehen. Das wurde nämlich letztes Jahr ein schönes Foto. Also schnitt ich diesmal das Bändchen offiziell im Hotelzimmer durch.

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Der letzte Tag in Berlin, bevor es heute Abend wieder zurück nach Luxemburg geht. 

Den Morgen nutzte ich dazu, den ganzen Rest vom Vortag zu schreiben. Es war viel, denn ich hatte kaum etwas vorgeschrieben. Zudem hatte ich ein bisschen Zeit, die ganze re:publica25 auf mich wirken zu lassen. Ich werde Dinge ändern müssen in den kommenden Tagen.

In der Lobby der Hotels fand ich einen kleinen Stuhl für Kinder, den ich sofort googelte, ob er noch zu haben sei:

Ja, man findet ihn schon, aber zu irren Preisen. Die die schon sehr lange hier mitlesen, wissen, warum ich ihn haben möchte.

Gegen Mittag kam die Choreografien an. Ich hatte einen Tisch im Sucre et Sel bestellt, weil es nicht weit war und ich weitere Dinge von der Menükarte kosten wollte.

Anschließend fuhren wir hinaus zum Olympiastadion. Die Choreografie hatte ihn noch nie gesehen. Und ich finde dieses Stadion sehr beeindruckend, wenn man ein paar architektonische Dinge darüber weiß.

Der Bau wurde ja für die Olympiade von Hitler in Auftrag gegeben. Wir wissen alle, dass er jemand war, der es sehr groß und beindruckend liebte. Wenn man also von außen den Riesenbau betrachtet, hat man den ersten Wow Effekt . Geht man aber dann hinein, wird einem bewusst, dass der Bau sehr viel höher wäre, wenn nicht zwei drittel davon im Boden stünde.

Ein weiteres architektonisches Meisterwerk ist die Überdachung, von der ich heute noch immer nicht so richtig verstehe, wie sie überhaupt zusammenhält. Sie scheint zu schweben.

Und dann war es schon an der Zeit, um wieder zurück zum Hotel zu fahren, die Koffer abzuholen und die weite Reise zum Flughafen anzutreten.

Kurz vor Mitternacht war ich daheim.

rp25: Tag 3

Eines gleich vorab. Als ich dieses Posting anfing, war ich sehr müde. Es wird deshalb nur Halbgegartes geben. Sorry.

Der Tag empfing mich mit Regen und sehr dunklen Wolken. Ich hatte vor Regenschirm und einer weiteren Jacke vorgesorgt. Eigentlich wollte ich die neuen Schuhe ausführen, doch bei dem Wetter ließ ich es bleiben.

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Mit der langen Schlange kam ich zu spät bei Maja Göpel an, doch ich fand ein Plätzchen weit hinten. Ich, der sonst immer in der ersten Reihe sitzt!

Ihr Thema: Reaktionär. Generationen, Zeitgeister und Zukunft. Frau Göpel hat die Gabe es sehr auf den Punkt zu bringen. Ich war nach ihrem Vortrag, den ihr euch gerne im großen Livestream von Stage1 ansehen könnt (es war der ersten des Tages), ein wenig niedergeschlagen.

Es war übrigens bei vielen Rednern so während der drei Tage. Im Analysieren sind alle gut und können ganz genau Szenarien um Schemata aufzeigen, wie die Rechtsextremen grad an die Macht kommen und dass Resilienz keine Lösung ist. Aber wie man dagegen aktiv vorgehen kann, weiß keiner so richtig. Frau Göpel versuchte gab den Tipp immer wieder einzulenken, egal wie schwer es auch fällt.

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Hedwig Richter im Gespräch mit Géraldine de Bastion erzählte etwas über: Das eherne Gehäuse der Geschlechterordnung: Hausfrauen und Krise

Es ging vor allem darum wie das Bild der Hausfrau in den 20ern war und wie es während der Nazizeit demontiert wurde. Und wie das Bild der Frau heute wieder ganz langsam Stück für Stück wieder auseinander genommen wird und einem sehr rechten Weltbild angepasst wird.

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Danach ging es um Geschichte: True history: Was, wenn alles ganz anders war? Das war sehr spannend weil es um geschichtliches Wissen ging. Da ging es gleich zu Andang um die berühmte Bibliothek in Alexandria. Wer hat sie zerstört? Die Römer bzw. Caesar? Die Christen? Die Muslimen?

Die Mehrheit des Publikums antwortete mit Römer. Falsch, obwohl das in den Schulen lange so unterrichtet wurde. Man weiß nicht genau sagen wer sie zerstört hat, oder ob sie überhaupt existiert hat. Die und viele andere Fragen werden in der neuen Serie „Stimmt es, dass …?“ auf Arte durchgenommen. Es war eine sehr spannende Runde, die mir sehr gut gefiel.

Danach hatte ich eine Pause eingebaut. ein wohlverdienter Kaffee zusammen mit der Kaltmamsell.

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Und dann kam das worauf ich mich den ganzen Tag gefreut hatte. Meine Nachbarin, langjährige Freundin, Choreographin und Tänzerin war da.

Tanz ist sinnlich, ausdrucksstark, individuell. Und lebt doch von der Präzision.  Die Tänzerin und Choreographin Sylvia Carmada hat mit den großen Namen im Tanz zusammengearbeitet. Die Tech-Künstlerin Cecilie Waagner Falkenstrøm hat eine KI für Tanz entwickelt. Auf der Re:publica treffen sie nun für eine Live-Performance zusammen. Kann KI was Choreographen können – und vielleicht sogar besser?

Die fünfte Staffel von Tanzmagazin Move ist inzwischen online.

Ich lernte sehr viele neue Menschen kennen, unter anderem auch die Produzentin von Move und die KI Künstlerin Cecilie Waagner, unten mit auf dem Bild.

Es gibt in der neuen Staffel eine ganze Folge mit KI. Ansehen!

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Ich hatte bis zum Ende des Tages aber noch ein paar weitere Dinge auf dem Programm: Community-Stories – wie man Geschichten erzählt, die über Bubbles hinausgehen.

Das war die Geschichte eines Liedes das als das mysteriöseste im Internet galt. Niemand konnte sagen woher es stammt. Es gibt bei Reddit ein große Community die sich auf das Aufspüren von unbekannten Liedern spezialisiert hat. Nach langen Mühen fand man es endlich heraus. Die ganze Story könnt ihr hier hören. Noch so ein Panel der schön war und mich nicht runterzog.

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Die beiden Vorträge im Anschluss hatte ich bewusst gewählt, weil zumindest einer davon mich ganz persönlich traf und das mein ganz ureigenes Problem ist, obwohl ich bei weitem nicht alleine damit bin. Ich blende Dinge die mich lähmen und belasten, aus. Ein Beispiel war ein Panel das gestern stattfand in dem es über The Idiot Trump und seine Strategie ging. Ich ertrage ihn nicht mehr. Für mich fühlt er sich immer mehr an, wie ein bösartiges Krebsgeschwür, das operativ entsorgt werden muss. WENN ES DENN SO EINFACH WÄRE!

Unterschätze niemals die Macht der Verdrängung!; so der Titel des Vortrags von Katharina Nocun. Es ging zum Teil auch darum was gegen die eigene Lähmung machen kann.

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Und dann kam der letzte Beitrag den ich mir in diesem Jahr ansah von Ingrid Brodnig

Desinformation ist auch altersabhängig: Jüngere sehen auf TikTok ganz andere Falschmeldungen als Ältere auf Facebook. Der Vortrag beleuchtet diese Unterschiede und was sie über Plattformen und unsere Gesellschaft verraten. Und er gibt Tipps, wie man je nach Altersgruppe Fakten präsentieren kann.

Brodnig erzählte mir nichts neues. Ich denke, dass ich relativ gut bin, im Falschmeldungen erkennen, wenn auch nicht unfehlbar. doch gab sie mir auch ein paar Tipps mit auf den Weg, wie man mit Leuten umgeht, die an solche Falschmeldungen glauben.

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Später saß ich noch mit Sylvia lange draußen auf der Terrasse und obwohl wir in Luxemburg Nachbarn sind, sehen wir uns nicht so oft. Es gab viel zu bereden.

Am Abend suchte ich das Restaurant auf, in dem ich schon vor zwei Jahren mit einer guten Bekannten aus Berlin war. Das Yumcha Heroes.

Es war so lecker, wie ich es in Erinnerung hatte.

rp25: Tag 2

Das war dann doch ein bisschen viel gestern. Den Tag heute ging ich gemütlicher an. Ich war beizeiten wach und schrieb den Rest vom Vortag fertig.

Kurz nach 9:00 war ich schon wieder in der Station ohne Frühstück diesmal. Und das war ganz gut so.

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Vertrauen in die Medien? Mit der Community geht’s.

Das Journalisten Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, mittels einer Community, Faken zu checken und Fake News zu entlarven. Es ist im Prinzip das was man versucht bei RTL Luxemburg in ihrer Rubrik Fake Check auch zu tun. Das was das Correctiv macht ist aber wesentlich detaillierter. Ein interessanter Beitrag, aber meiner Meinung nach erreicht die Initiative nicht unbedingt die, die sie wirklich sollte.

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Gleich im Anschluss auf der gleichen Bühne, zeigte man uns klar und deutlich die Methoden der Rechtsextremen auf, wie sie mit Klagen und Abmahnungen ihre Kritiker versuchen einzuschüchtern. ‚Von der Straße in den Gerichtssaal’ Wirkliche Lösungen gegen diese Klagen zu gehen, gab das Duo der Sprecher leider nicht.

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Auf die Diskussion ‚Truth Under Fire: Documentary Filmmaking Between Risk, Ethics, and Innovation‘ hatte mich die Kaltmamsell aufmerksam gemacht. Im Interview waren drei Doku Filmemacher, die über ihre Erfahrungen sprachen wie es ist, dunkle Ecken aufzudecken, welche Gefahren es birgt und wie man sie vermeiden kann. Ein spannender Talk. Ihre Filme möchte ich gerne sehen. Wenn ich sie finde werde ich sie nachträglich verlinken.

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Danach machte ich Schluss. Ich wollte nicht noch einmal so geschlaucht sein, wie gestern. Zudem möchte ich für morgen fit sein, denn morgen ist meine Nachbarin auf der re:pubica. Und wenn ihr die Sendung Move auf Arte kennt, wird sie euch bekannt vorkommen.

Ich fuhr zum Hackischen Markt und kaufte Schuhe. Ich konnte nicht widerstehen. Zudem schaute ich auch bei Muji vorbei. Dort konnte ich ebenfalls nicht widerstehen. Die Dinge gibt es im traditionellen Mitbringsel Posting, wenn ich wieder daheim bin.

Zurück im Hotel, setzte ich mich erst mal in die Lobby und schrieb den Großteil von heute schon vor, und überlegte was ich sonst noch machen will.

Ich tat… nichts, und das mit voller Absicht. Ich suchte nach einem guten Restaurant nicht weit entfernt. Der Rosenthaler Platz beinhaltet eine größere Ansammlung von Hotels und Restaurants. Ich fand das Sucre et Sel, das sehr ansprechend wirkte und ich rief dort an. Es hob niemand ab. Darüber schlief ich ein, weil ich mich aufs Bett gelegt hatte. Doch dann rief man mich zurück und die Reservierung war kein Problem.

Als ich dort ankam sprach man mich auf französisch an. Ich antwortete im perfektem Französisch zurück und ab da ging es nur noch en français. Ich kann nicht sagen, ob mir das einen Vorteil verschaffte aber von der Bedienung her war alles einwandfrei sehr zuvorkommend.

Ich hatte Lust auf Fleisch. Ein Entre Côte. Sehr gut. Die Pommes waren eine Idee zu gesalzen. Aber sonst war es sehr gut.

Der Nachtisch:

Eine sehr gute Tarte Tatin.

Und während ich sie genoss, lief sehr leise ein Lied im Hintergrund, das ich schon ewig nicht mehr gehört hatte, von dem ich nicht mal weiß, ob das in Deutschland überhaupt bekannt war:

Es ist einer der sehr seltenen Rap Songs den ich bis heute noch auswendig mitsingenrappen kann, weil es eine Geschichte erzählt.

Und weil ich alleine war, achtete ich mehr als sonst auf die Musik, die lief. Ist euch in letzter Zeit aufgefallen, dass das Lied Forever Young von Alphaville verstärkt überall gespielt wird? Es wurde ja dieses Jahr 40 Jahre alt. Es hat für mich eine besondere Bedeutung. Ich war 19 und ich hörte den Song nicht zum ersten, aber zu dem Moment, in einem Auto mit einer Bekannten, die just ihren Führerschein gemacht hatte und im dem alten Auto ihres Vaters rumfahren durfte. Wir fuhren über kleine Landstraßen im Sommer, die Fenster runtergekurbelt an Feldern und Wiesen vorbei. Forever Young. Es war mir sehr bewusst, dass ich jung war und wollte das ‚forever‘ bleiben. Ich habe von dem Augenblick noch immer Bilder im Kopf, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich sie mit den Jahren verklärt habe.

rp25: Tag 1

Es ist wie jedes Jahr am Stand der Akreditierung. Ich erwische immer den oder die, die das zum ersten mal macht und ich bin der erste den sie/er bedient und beim dem es erstmal nicht klappt. Ich musste schon fast lachen.

Guten Morgen, re:pubilca25.

Die Eröffnung:

…mit einer gut gefüllten Stage1.

Die Digitale Welt brennt und wir müssen sie löschen. Das war einer der Sätze von Markus Beckedal, der vor allem bei mir hängen blieb.

Ich blieb gleich bei Stage1 sitzen und schaute mir Björn Ommer an:

Es war ein für mich mühsamer Vortrag, der aufzeigte was Generative KI ist und wo das hinführt. Mühsam daher, weil KI schon so viel weiter ist, als ich das vermutete. KI ist so viel mehr nur reine Wissensansammlung die wiedergegeben wird. KI kann inzwischen komplexe Probleme lösen, die es in der Zukunft geben wird. Ich habe das zumindest so als kleiner Laie verstanden. Doch kann man das den wenigen Global Playern nicht überlassen. In Amerika liegt diese Wissensmacht mir ihrer sehr rechtsgerichteten Ideologie nicht in guten Händen. Es müssen andere neue Wege her.

Danach brauchte ich bereits eine Pause.

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Ich holte mir einen Kaffee und sah mir dann auf Stage 6 Sanaz Saleh-Ebrahimi an, Wissenschaftsjournalistin und jetzt Content Creatorin auf Instagram.

Es ging dabei um ein Short bzw. einen kritischen Bericht über einen Zuckersatz. Es war vor allem ein gewisser Christian Wolf von More Nurtion, den ich gar nicht kannte, der sich auf sie eingeschossen hatte. Sie gewann alle gerichtlichen Abmahnungen und Prozesse gegen ihn. Der ganze Vortrag war leider ein wenig kurz und ich fragte mich ob ernsthaft ob man über Shorts und Co. die Menschen wirklich zurück wieder zum ernsthaften Journalismus zurückgewinnen kann. Sie ist überzeugt, ich bin da eher skeptisch.

Zurück zu Stage1 mit Markus Beckedahl.

Sein Thema: Eine bessere digitale Welt ist trotzdem möglich. Er machte einen kurzen Ex-Kurs über alles was digital in Deutschland von Anbeginn in Sachen Digitalisierung schief lief und wie wenig ernst das von der Politik genommen wurde, mit der Begründung, ‚das geht auch wieder weg‘. Tja, nichts ging weg. Was mir hier richtig bewusst wurde, war wieviel Macht die großen U.S. Techfirmen wirklich haben und wie sehr sie zur Zeit vor „The Idiot Trump“ heuchlerisch auf den Knien kriechen.

Es wird Zeit dass ich in meinen Sozialen Medien auch Dinge ändere.

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Was dann folgte war etwas anderes. Verbotene Liebe: Queere Schicksale in der NS Zeit auf der Media Stage von ARD und ZDF.

Es ging um eine Dokuserie auf ZDF Info, die mit großem Aufwand produziert wurde. Ich muss mir die erst ansehen, vielleicht sogar heute Abend im Hotel. Moderiert wurde die Diskussion von einem der sein Handwerk als Journalist wirklich versteht, Andreas Wunn, mit dem beiden Machern der Serie, Julia Morno und Monti Ott. Julia Morno, eine Transfrau, erzählte auch aus ihrem Leben und wie sie dem Mut fand endlich zu sich selbst zu stehen aber dafür ihr ganzes soziales Umfeld zu verlor. Ich hätte große Lust sie zu interviewen für die Queer. lu.

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Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen referierte über vernetzte Gewalt. Analyse und Gegenwehr.

Es tut mir sehr leid, Herr Pörksen, ich habe ihnen kaum zugehört. Ich war mit dem Kopf noch zu sehr in der Diskussion davor. Aber sie waren ja auf Stage1, das kann ich auf YouTube nachholen.

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Das letzte Panel das ich besuchte war ‚Das Bloggertreffen der Generationen‘. Es war ein kleines Panel mit knapp 30 Menschen die zuhörten.

Ich saß zwischen KammerbloggerInnen, die alle, so wie ich, auch über 20 Jahre und mehr im Internet schreiben. Aber es gab auch jüngere Menschen die erst vor kurzem damit angefangen haben. Blogs sind noch lange nicht ausgestorben. Ich persönlich glaube sogar dass sie die Zukunft sind denn auf die großen Social Media Plattformen kann man sich nicht mehr verlassen.

Und damit war Schluss für heute. Ich hatte Hunger.

Pizza im 12 Apostel. Es ist ein der seltenen Orte an denen ich Pizza mag, den sonst bin ich kein großer Fan davon.

Spät am Abend entdeckte ich auf Mastodon das Foto:

Joël in der ersten Reihe.

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Es passierte noch do einiges drumherum was ich aber weggelassen habe, sonst hätte das Posting keine Ende genommen.

Von Luxemburg nach Berlin

Den Morgen mit rumgammeln und Koffer packen verbracht.

Die App hatte es fast auf die Minute genau angekündigt. Als ich gegen 16:00 Uhr aus dem Haus ging um zum ersten mal die Tram Richtung Flughafen zu nehmen, fing es an zu regnen. Ich ging zur nächsten Bushaltestelle und sah, dass dort der Bus der schon immer hinaus zum Flugplatz fuhr, immer noch dorthin fährt und er würde im 4 Minuten abfahren. Also nahm ich den und blieb bis zur Endstation darin sitzen.

Interessant zu wissen ist, dass zumindest am Sonntag, Tram und Bus gleich schnell sind. Der Bus war nur eine knappe Minute später da als die Tram da.

Im Duty Free, der proppenvoll mit Düften ist, versuchte ich einen. Ich habe nämlich seit meinem Geruchsschwund Ende Dezember, keinen mehr gekauft und ich verlasse mich auf die Düfte die ich bis dahin eh hatte. Ich muss gestehen, dass ich verschiedenes immer noch nicht rieche. Vieles ist wieder da, aber die kleinen Nuancen sind immer noch weg. Ich bin aber guter Dinge, denn es kann, zwischen neun Monaten bis zu einem Jahr dauern.

Ich hörte während dem Flug einen Podcast vom WDR5 Alles in Butter. Es ging um die Stadt Münster in der ich vor vielen Jahren mal mit einem Herrn liiert war. Was man mir im Podcast alles von Münster erzählte, das hat der besagte Herr mir nie gezeigt, woraus ich schloss, dass er es nicht kannte und sich überhaupt für herzlich wenig interessierte. Das ist schade, denn Münster ist schon eine schöne Stadt und ich hätte gerne mehr davon gehabt, als den langweiligen Herrn.

In Berlin gelandet ließ ich es bis zum Ende offen wie ich in die Stadt reinfahre. Öffis oder Taxi. Es hing von Stresslevel ab. Was hier aber Usus zu sein scheint, denn es war schon das letzte mal der Fall, dass der Bustranfer zum Gebäude immer mit guten 10-15 Minuten Verspätung kommt. Letztendlich hatte ich keine Lust nochmal über Stunde durch Berlin zu pendeln und gönnte mir ein Taxi.

Guten Abend Berlin.

EMOP & schlimme Dinge

Ich erwachte ziemlich früh, zu tristem und sehr kühlen Wetter. Auf dem Wochenmarkt saß ich mit der D zusammen im Renert und wir beschlossen, uns am Nachmittag einen Teil der Foto Ausstellungen im Rahmen der EMOP anzusehen.

Unterwegs entdeckte ich einen jungen Mann, der mir schon gestern auffiel. Dass jemand passende Schuhe zur Kleidung trägt, ist nichts ungewöhnliches. Das aber jemand die passende Haarfarbe zum Outfit hat, das ist schon ein Foto wert. Respekt!

Nein, es war keine Perücke, das hätte ich gemerkt.

Wir besuchten zwei Ausstellungsräume. Den einen hatte ich bereits gesehen, es war der Ratskeller. Die andere Ausstellung befand sich im nationalen Museum, und dort muss man schon sehr suchen, um den Raum zu finden.

Das Unsichtbare sichtbar machen war das Thema dieses Jahr:

Die schwarz-weiß Fotos fand ich sehr beeindruckend, da sie von einer KI erstellt wurden. Der Jesuiten Pater Baranbé Cobo Peralta, schrieb 1653, ein Buch über Indien. Le nouveau Monde. Darin beschrieb er zahlreiche Pflanzen und Gräser. Diese Texte gab an einer K.I. zu lesen, und sie wandelte sie in Fotos um.

Ganz beeindruckend fand ich noch dieses Foto, dass ich im Ratskeller befand:

***

Das, was ich jetzt schreibe, könnte ich eigentlich auch auf privat stellen. Und es ist im Grunde auch nur für mich gedacht, weil es mich die letzten Tage sehr beschäftigt hat. Da es aber einen Teil meines heutigen Abends ausmachte, habe ich es aufgeschrieben.

Die Theater- und Kunstwelt war in letzten sehr in Aufruhr hier in Luxemburg, weil ein Gerichtsurteil bereits im Februar/März gesprochen wurde, über einen Mann, den wir in der Theaterwelt alle kennen. Europol hatte bereits 2019 die Luxemburger Polizei darauf aufmerksam gemacht, dass sie einen pädophilen Ring im Darknet aufgedeckt haben und darin unter anderem auch ein Luxemburger aktiv war. Wie und warum die Presse das aufdeckte und warum das jetzt erst ein Knaller wurde, weiß ich nicht. Obwohl alles anonymisiert war, und der Mann nur mit seinem Alter in der Presse stand, und dass er im Vorstand eines Theaters war, war im Ausschlussverfahren schnell herausgefunden, wer es ist. Ich wurde in den letzten Tagen so oft darauf angesprochen, dass es mir fast peinlich war. Der Mann wurde durch die Presse geschleift wie ein Stück Fleisch. Ich kannte ihn nicht sonderlich gut, da ich recht wenig für das besagte Theater in den letzten Jahren gemacht habe. Das letzte Mal, dass ich mit ihm gesprochen habe, war auf einem Rückflug von Berlin nach Luxemburg. Das muss letztes oder vorletztes Jahr gewesen sein.

Vorgestern war noch einmal einen Knaller in der Presse, da das Luxemburger Wort ihn im Interview hatte und ihm, nach ihrer Aussage, die Gelegenheit gab, zu der Verurteilung Stellung zu nehmen. (Der Artikel ist auf ihrer Internetseite wieder heraus genommen worden) Aus diesem Interview ging hervor, dass er sich beklagt, über seine eigene Lage. Dass niemand ihn anrufen würde und keiner ihm die Gelegenheit gibt, seine Sicht der Dinge zu erklären. Dieses Interview sorgte noch einmal für gründlichen Wirbel. Wie man es wagen könnte, einem verurteilten Pädophilen, eine Plattform in der größten Luxemburger Tageszeitung zu geben. Ich habe das Interview gelesen und muss sagen, dass er sich damit nur noch mehr geschadet hat. Er ist einerseits in Berufung gegen das Urteil gegangen, was sein gutes Recht ist, aber andererseits erwähnte mit keinem Wort, dass es ihm leid tut, was für einen Schaden er angerichtet hat.

Da das Urteil öffentlich ist, kann man auch die Prozessakten einsehen. Das Dokument ist 75 Seiten lang. Es war gestern Abend meine Bettlektüre bis zur Seite 10. Danach hatte ich mehr als genug gelesen. Es ging nicht nur darum, dass der Mann pädophiles Material besaß und wahrscheinlich weiter in Umlauf brachte, er produzierte auch selber Fotos und Filme u.a. mit seiner minderjährigen Tochter. Bitte fragt mich nicht wie schlimm oder wie harmlos sie waren, es steht wahrscheinlich im Gerichtsurteil, aber mehr wollte und konnte ich nicht lesen.

Zwischen Friseur, Foto und re:

Spät wach geworden durch den Klingelton der mich daran erinnern sollte, dass ich um 11:00 einen Termin beim Friseur hätte. Theoretisch wäre er erst nächste Woche, aber da ich Luxemburger Landei ab Sonntag in Berlin bin, wollte ich dann doch kurz davor nochmal die Haare scheren lassen.

Ich räumte noch ein bisschen auf in der Wohnung, damit sie putzfertig für Meisterin Propper ist. Und dann sah ich im Kalender, dass eine Kollegin gegen 15:00 Uhr vorbei kommen sollte wegen, Materialzeugs. Ich beschloss ihr das selbst zu bringen.

Wieder aus Bettembourg zurück fuhr ich in die Stadt rein und ass in der Casa Gabriele das hier:

Mit Lachs und Zitrone gefüllte Tortelloni mit grünem Spargel, Burrata und Räucherlachs. Sehr gut, wie immer.

Im Renert war es im Anschluss ein wenig ruhiger auf der Terrasse. Ich nahm den Kaffee dort zum mir und schrieb schon mal hier vor. Zudem überlegte ich was ich noch bis 17:00 Uhr machen könnte, denn zurück in die Wohnung mit der Putzlappen schwingenden Meisterin Propper, war keine Option. Auch mit dem Wagen ganz raus aus der Stadt war kein guter Plan, denn ich hätte anschließend wieder viel Mühe reinzufahren.

Ich erinnerte mich dass es eine Fotoausstellung im Ratskeller gab, die ich noch nicht gesehen hatte.

Ich mochte sie ganz gerne, werde sie mir aber die nächsten Tage noch einmal ansehen, wenn ich mehr Zeit und Muße habe.

Ich fuhr zeitig ins Theater und da mir noch etwas Zeit blieb, schaute ich mir den Plan aller Vorträge und Gespräche der re: an und suchte schon mal Verschiedenes raus.

Das Foyer, in dem ein Kostüm- und Perückenwechsel stattfindet, und der Darsteller durch den Haupteingang wieder die Bühne betritt. Darum steht der Kopf auf dem Tisch.

Nach der Show war ich unendlich müde, fiel daheim in den Sessel und schlief sofort für eine Stunde ein. Als ich erwachte wurde mir schlagartig bewusst, dass ich die lange Durststrecke geschafft hatte. Das nächste was jetzt kommt, ist Berlin und die re:publica. Hiii Haa!

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Der Schauspieler Gary Sinise, bekannt aus der Serie CSI:NY, erzählt von seinem Sohn Mac der 2024 verstarb:

Eine sehr berührende Geschichte. Ich hörte mir das Album an, für das Mac die Musik komponiert hatte:

Aber darüber schreibe ich die Tage, wenn ich das Album ganz gehört habe.

Ein schreibintensiver Donnerstag & Tagesfrage

Ich erwachte recht früh und freute mich endlich einen Tag ohne Arbeit zu haben. Also so ganz ohne Arbeit ging auch nicht, aber es hatte zumindest nichts mit Unverblogbarem zu tun.

Ich setzte mich zeitig hin und schrieb, also eher ich transkribierte das Interview fertig, das ich schon vor fast zwei Wochen geführt hatte. Es war aufwändiger, als ich vermutet hatte. Wenn Interviewpartner sich in ihren Gedanken verheddern, wird es schwierig, gescheite Sätze daraus zu machen.

Apropos schreiben: die Coverstory aus der letzten Queer Ausgabe ist endlich online.

Am Abend traf ich mich mit der D. aus P. (nicht die hier regulär erwähnte D.) Wir hatten einiges durchzuarbeiten bezüglich eines Projektes im Winter und taten das bei einem Abendessen.

Wir entschieden uns für das Mamacita:

Da es recht kühl war setzten wir uns nicht draußen hin. Wir bekamen einen Tisch im ersten Stock und aßen eine gewaltige Portion Chili con carne.

Später ging es noch auf einen kurzen Absacker hinüber zum Renert:

Interessant war, als wir um die Ecke bogen, dass ich fast vergessen hatte, dass da noch ein bisschen mehr auf dem Platz steht, als nur der stolze Reiter Wilhelm.

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Hast du dir jemals etwas gebrochen?

Es widerstrebt mir darauf eine Antwort zu geben, weil mich das dumpfe Gefühl beschleicht, dass ich damit das Schicksal herausfordere. Aber nein, ich hatte noch nie etwas gebrochen. Aber dafür hatte ich verstauchte und verrenkte Gliedmaßen zu Hauf. Vor allem verstauchte Fußgelenke war lange Zeit eine Spezialität von mir.

Drei Tage

Drei Tage mir sehr viel Unverblogbarem. Es passierte nicht mal was, das irgendwie erwähnenswert gewesen wäre. Es waren die letzten Tage vor der Premiere und die sind immer stressig. So sehr diesmal, dass ich staunte wie viel Arbeit es dann doch war um zu einem Resultat zu kommen, das…. Über den Rest muss ich schweigen…

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Am Dienstag kam ein ersehnter Anruf. Meine Brille ist wieder heil und ich kann sie abholen. Hurra!

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Am Mittwoch Abend war die Premiere und ich hatte tagsüber frei. Am Morgen schrieb ich noch am einen Text und ich machte dann mich auf zum Wochenmarkt der während der Muttergottes Oktave in verschlankter Form bei der ‚Gëlle Fra‘ stattfindet.

Davor traf ich mich kurz mit der D. und der K. auf einen Kaffee im Wëllem. Die Stadt ist zur Zeit, sogar in der Woche, ein großes Gewühl an Touristen und Pilgern. Pilger erkennt man meistens an ihrer Kleidung. Sie sind immer eine Idee feiner angezogen als die anderen. Im französischen gibt es ein schönes Wort dafür; endimancher. Das Lexikon meint dazu:

Das Wort „endimancher“ stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich übersetzt „sich sonntäglich anziehen“ oder „sich herausputzen“. Es kommt von „en dimanche“, also „im Sonntagsstaat“, und bezieht sich darauf, sich besonders elegant oder festlich zu kleiden – so wie man es früher sonntags zur Kirche oder zu besonderen Anlässen tat.

Das Wort gibt es aber auch im luxemburgischen, endimanchéiert, obwohl es nur noch selten gebraucht wird. Im krassen Gegensatz dazu gibt es dann, Sonndesgezei, das prinzipiell Sonntagskleidung bedeutet, dass für viele aber eine Jogginghose und ein T-Shirt ist, um damit am Sonntag auf der Couch zu liegen.

Mittagessen gab es, weil ich aus der Stadt raus wollte, im Tzukii. Ich hatte schon lange keine Sushi mehr.

Am Abend dann die oben erwähnte Premiere. Ich hatte im Verlauf des Nachmittags einen Brummschädel bekommen, weil das Wetter umschlug. Ich musste mich durch die Arbeit quälen. Doch irgendwann merkte ich dass es besser wurde. Es hatte zu regnen begonnen. Endlich.