Ein langer Tag. Es kommt mir vor als ob ich 2 Tage lang nichts geschrieben hätte. Eben erst nach hause gekommen, schalte den Fernseher ein und finde High Art auf 3sat, ein Film über eine lesbische Liebe, den ich vor 4 oder 5 Jahren in Cannes auf den Filmfestspielen geshen habe. Ein seltsamer Film. Richtig verstanden habe ich ihn nie. Wahrscheinlich weil er zuviel Subtext hat. Alles in dem Film ist so gespielt als ob es eine ganz andere Bedeutung hätte, nur findet man nicht heraus was. Abgehoben, aber man erkennt nicht richtig in welche Richtung. Wahrscheinlich in gar keine. Ich bin müde, zu müde um noch herausfinden was der Film wirklich sagen will. Es tummelen sich zu viel andere Gedanken in meinem Kopf herum. Die Proben für das neue Stück im Inoui, die Aufführungen des Theaterstücks der Laientruppe in Echternach. Die Vorbereitungen für Sonntag, wenn ich nach Berlin fahre. Alles spitzt sich langsam zu.
Unheimliche Zufälle
Wie seltsam die Zufälle doch manchmal sind. Gestern Abend während dem Champagner Tsunami unterhielt ich mich länger mit einem Freund über Anne Rice. Ihr erfolgreichster Roman ist und bleibt wohl Interview mit einem Vampir. Ich wurde an einem Menschen aus den Staaten erinnert, den ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe und ebenfalls ein großer Fan ihrer Bücher ist. Und heute Abend, als ob es hätte so sein müssen, sah ich die Verfilmung
vom Interview auf Vox. Und als ob es so vorbestimmt war, fand ich eben eine Mail des besagten Freundes aus den Staaten.
Fast schon unheimlich.
Zweite Generation
Sehe grade im Dritten Ich trage einen großen Namen. Passt eigentlich zu dem was ich jetzt berichten werde. Davor solltet ihr aber das hier lesen, denn sonst versteht ihr den Auslöser zu dem Gedanken nicht. Ich bin zu einem Teil ein Einwanderer in zweiter Generation. Aber eben nur zum Teil. Mein Vater war Franzose. Jedoch einer der in seiner Vergangenheit und seiner ererbten Vergangenheit immer wieder hin und her gerissen wurde zwischen Frankreich und Deutschland. Mein Vater war Elsässer. Meine Mutter ist Luxemburgerin von luxemburgischen Eltern, heutzutage fast eine kleine Rarität. Obwohl, wenn man ihren Stammbaum weiter zurückverfolgt stammt sie von Deutschen ab. Ich selbst kam in Luxemburg zur Welt und ging auch hier zur Schule. Ich habe aber dank meinem Vater einen französischen Ausweis besessen bis ich 18 war. Zudem war mein Vater sehr antideutsch und profranzösisch, das aber zu der Zeit keine Seltenheit war, denn er hatte den zweiten Weltkrieg hautnah miterlebt.
Wenn ich heute an die Zeit meiner Erziehung zurückdenke, kommt es mir es vor als hätte mein Vater mir die Entwurzelung mit aller Gewalt anerziehen wollen. „Du bist Franzose und lebst im Ausland.“ Er zwängte mich sozusagen in die Rolle des eingewanderten Außenseiters, obwohl ich im Inneren nie so gefühlt habe. Das luxemburgische lag mir immer näher als das französische. Meine Mutter machte ihr Nationalgefühl nie derart geltend, denn es umgab mich sowieso Tag für Tag.
Wenn ich heute zurückdenke, mit all dem Wissen über die elsässische Geschichte das ich vorher nicht besaß, dann weiß ich dass das Thema des Zugehörigkeitsgefühls meines Vaters viel komplexer war. Zum Beispiel mein Familienname hört sich keinster Weise französisch an. Ganz im Gegenteil, er klingt sogar sehr deutsch. Mitunter ein Teil des Dilemmas.
Ich für meinen Teil bin ein Luxemburger fühle wie ein Luxemburger und sehe die Geschichte Luxemburgs als ein Teil meiner Geschichte an. Und das ist gut so.
Aufschieben
Eigentlich sollte ich jetzt mit der Abhandlung über die zweite Generation anfangen, so wie im vorigen Posting versprochen. Aber habt ihr schon auf die Uhr geschaut? Nee nee. Ich komme grad von einer chinesischen Sylvesterfeier, mit Champus in tsunamiartigen Mengen, fragt nicht nach Sonnenschein.Wenn ich, so Gott denn will, morgen die Stellprobe einigermaßen überstehe, werde das ich am Nachmittag tun. Denn ich möchte das endlich loswerden. Es kribbelt bereits in den Fingern.
Schnell
Und schnell noch etwas von der Kaltmamsell.
Vorgestern Abend dann doch nicht mehr in die Muckibude gegangen, weil über eine Stunde auf dem Bahnhof der Arbeitsstadt festgesteckt: Streckensperrung wegen „Personen auf den Schienen“. Zynische Ränke geschmiedet, ob die Bahn nicht einen Suizid-Service anbieten sollte: „Bevor Sie sich selbstmörderisch auf unsere Schienen legen, melden Sie sich bei uns unter Tel. 030/XXXXX. Wir erschießen Sie diskret, schnell und zuverlässig.“ Damit wäre doch allen Beteiligten geholfen.
Ausserdem hat sie ein sehr interssantes Posting über die Einwanderer zweiter Generation geschrieben, auf das ich später noch mal zurückkommen werde, weil ich das auch bin.
Autsch
Oh Gott. Morgen wird ein Desaster werden.
Ich hatte heute einen Job auf einer privaten Veranstaltung und ich bin vor einer knappen halben Stunde nach Hause gekommen. Es war schön. Das Motto des Abends war Viva Las Vegas mit Roulettetischen und Black Jack. Die Showeinlagen auf der Hauptbühne wurden von Laien dargeboten und um die zurecht zu machen, wurde ich angeheuert. Es war eine schöne Arbeit, vor allem weil die Laien immer total begeistert und dankbar sind, dass sie toll aussehen. Nach der Arbeit kam das Vergnügen mit tanzen und Absacker.
Aber dafür bekomme ich morgen die Rechnung in den Proben präsentiert. Wenn ich jetzt nicht schleunigst ins Bett verschwinde.
Desktop & Rain Dog
Zur Abwechselung mal ein längeres Posting. Ich habe bisweilen eine Bastelleidenschaft, die darin besteht mit der Maus so lange hin und her zu klicken bis im Fotoprogramm ein eigenwilliges Bild entsteht. So bastele ich mir immer wieder einen neuen Desktophintergrund und rede mir ein ich hätte einen neuen Computer. Das hier ist brandneu.
Ich hör es schon. Wie eingebildet muss man sie um sich den eigenen Namen aufs Desktop zu knallen? Ein schöner Spruch fiel bei der Spielerei nicht ein sonst hätte ich den genommen. Irgendwie mag ich diesen Metalliclook.
Anderes Thema: Ich hatte vor ein paar Tagen meiner Neugierde an dieser Stelle freien Lauf gelassen in der Hoffnung dass ich dabei nicht umkomme. Und siehe da, es klappt! Stubentiger meets Rain Dog from Alkmaar. Und es gab kein blutiges Gemetzel. Hunde und Katzen vertragen sich ganz hervorragend.
Wie war der Satz von Tom Waits? (den ich übrigens auch vor langer Zeit bis zum Erbrechen hörte): There ain’t no devil, there’s just god when he’s drunk.
Schöner Satz. Kannte ich nicht. Hab ich vom Regenhund!
Kopfschmerz
Ein Tag zum vergessen. Kopfschmerzen. So unerwartet und heftig waren sie schon lange nicht mehr.
Im Hintergrund läuft der Fernseher. Das Kaninchen bin ich. Ein DDR-Film der damals verboten war. Spannend bis jetzt…

Trauer
Heute morgen gleich ein Schock als ich aufstand. Ein sehr guter Bekannter ist gestern Abend in einem Autounfall ums Leben gekommen. Da er Bürgermeister von Rosport, (dort wo auch das berühmte Rosporter Sprudelwasser herkommt) der nächstgelegnen Gemeinde südlich von Echternach ist und zudem sehr bekannt, ging die Nachricht heute Morgen durch sämtliche Zeitungen und Radiostationen. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen.
Äddi Luc.
Befremdlich
Da ich nicht weiss wie der Tag heute zu Ende geht und noch so einiges ansteht, schreibe ich jetzt schnell ein paar Zeilen. Obwohl das schnelle Hingekritzel nicht mein Ding ist. Vielleicht werden es ja ein paar mehr.
Gestern Abend auf einer Geburtstagsparty gewesen, von einer Freundin die jetzt 54 geworden ist. Also satte 15 Jahre mehr als ich. Ich kann jetzt noch immer nicht richtig beschreiben wie das war. Es war eine kleine Familienzusammenkunft. Irgendwie ehrte es mich sehr dass ich dabei sein durfte und doch kam ich mir als Außenseiter vor. Ich war der Einzige der nicht verwandt war. Es war schön und zugleich befremdlich.
Was war heute?
Das schreibe ich nachher oder morgen, denn ich muss nochmal los.
