Links, zwei, drei, vier…Links!

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La bonne frite belge serait menacée par l’Europe

Die EU stört sich an der Art und Weise wie Pommes Frites hergestellt werden. In allen belgischen Pommesbuden werden frische, nicht eingefrorene Kartoffeln genommen und traditionsgemäß zweimal frittiert. Doch dabei entsteht ( wie in allen Lebensmitteln, die gebraten, frittiert und getoastet werden) der Stoff Acrylamid, der krebserregend ist.

Man befürchtet nun dass sie verboten werden. (Was totaler Quatsch ist, denn dann stünde uns der Exit von Belgien ins Haus, der Bexit, ohne ‚r‘.)

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Die Kaltmamsell im Interview

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Heike Langenkamp von Die im Wald lebt ist seit Wochen auf dem Low Carb Trip und tüftelt mit allen möglichen Brotsorten herum. Ich muss gestehen, dass manche Brote sehr lecker aussehen. Klickt euch einfach durch ihre letzten Beiträge. Ich werde demnächst das eine oder andere ausprobieren und berichten.

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In Kürze wird in Ungarn der Prozess gegen eine Gruppe von Schleppern eröffnet, die 71 Menschen, darunter auch Kinder und Babys, ermordet haben. In dem Zusammenhang interviewte der Falter den obersten Schlpperbekämpfer aus Österreich, der an Festnahme der Beschuldigten mitgearbeitet hat.

…Den Tag, an dem in Parndorf ein Lastwagen mit 71 Leichen gefunden wurde, bezeichnet er als den schrecklichsten Moment seines Lebens. Ein Gespräch über den europäischen Massenmord…

Ein nur sehr schwer zu ertragender Bericht.

(Via Kaltmamsell)

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Stephen Greenblatt schreibt darüber wie St. Augustin die Entstehungsgeschichte von Adam und Eva deutete und somit quasi den Sex erfand.

How St. Augustine Invented Sex / The New Yorker

 

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An einem Nationalfeiertag und dem Vorabend

Ich werde jetzt alle enttäuschen. Denn ich war am Vorabend nicht unterwegs. Wenn ihr etwas über die Aktivitäten die während der ganzen Nacht stattfanden, wissen wollt, schaut bei hiesigen Medien vorbei.

Ich hatte am Vortag arbeitstechnisch in Saarbrücken zu tun. Und wenn es in Luxemburg den ganzen nicht regnete (irgendwie zogen alle Gewitterfronten an uns vorbei) so war das in Saarbrücken nicht der Fall. Als ich am Mittag losfuhr, war eitel Sonnenschein, doch je näher ich an Saarbrücken kam, umso düsterer wurde es. Auf den letzten Metern der Stadtautobahn geriet ich einen Regen- und Hagelsturm, dass mir Angst und Bange wurde.

Es erinnerte mich schlagartig an den Anfang der 90er. Ich war ebenfalls auf den Autobahn ‚gefangen‘ und es fielen Hagel so groß wie Taubeneier. Ich fuhr Gott sei Dank hinter einem großen Laster der durch seine große Plane die Hagelbrocken abbremste bevor sie mir aufs Auto krachten. Aber ganz ohne Dellen im Lack, kam ich nicht davon. Zumindest war meine Frontscheibe nicht zerdeppert wie ich es bei vielen anderen Autos gesehen hatte.

Als ich endlich von Autobahn runter konnte, fuhr ich sofort in die Tiefgarage neben der Staatsoper und wartete bis das Schlimmste vorbei war.

Ich besuchte die B. , die beste Maskenbildnerfreundin der Welt. Wir kennen uns seit dem Film „Kreuzzug in Jeans“ den wir streckenweise gemeinsam bestritten. Sie wohnte damals noch in Leipzig. Kurze Zeit später übernahm sie den Posten der Chefmaskenbildnerin in Saarbrücken.

Wir hatten eigentlich anvisiert ein wenig durch Saarbrücken zu laufen. Stattdessen setzen wir uns auf eine überdachte Terrasse  und schauten bei Eistee dem Regen zu.

Ich wollte mir noch ein paar neue Sandalen besorgen, da die Alten vom letzten Sommer zwar bequem sind, sich aber seltsamerweise nicht so gut dafür eignen, einen ganzen Tag darin herumzulaufen. Fündig wurde nicht. Ich fand aber eine neue kurze Jeans.

Auf dem Heimweg versuchte ich Temperaturanzeige im Wagen abzulichten.

35,5° C

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Am Feiertag selbst, wachte ich dann doch recht früh auf. Es hatte gründlich abgekühlt. Satte 10 Grad weniger und ich öffnete das Fenster zu beiden Seiten groß um die Hitze aus der Wohnung zu bekommen.

Da Feiertage bei mir wie Wochentage sind, hatte ich einen Termin mit der Kostümbildnerin für das nächste große Freiluftstück, das Ende Juli stattfindet.

Die große Militärparade erschwert mir an dem Tag immer das Rein- und Rausfahren aus der Parkgarage. Doch ich hatte am Vortag den Parkwächter gefragt ob es ein Problem sei und dieser meinte dass es kein Problem sei um rauszukommen.  Ich merkte mir wie die einzelnen Straßen abgesperrt waren, und somit war es zum wieder reinfahren auch kein Problem.

Die Place de Paris ist wie jedes Jahr an dem Tag mit einer kleinen Kirmes belegt. Ich setzte mich ins Bistro de Paris und genoss ein Aperol Spritz.

Und als ich mich umsah und den Gedanken ein wenig freien Lauf ließ, wurde mir bewusst dass es die letzten Tage sind, die ich in diesem Viertel, dem Bahnhofsviertel verbringe. Die Menschen sind hier noch etwas bodenständiger und ethnisch bunter gemischt, als in dem Viertel in das ich bald ziehen werde.  Man sieht  Nutten, Landstreicher, Bettler, Neureiche die ihren Wohlstand nach außen hin sehr zum Ausdruck bringen, Touristen aller Couleur, 100 verschiedene Sprachen, und irgendwo dazwischen ein wenig luxemburgisch. Und es ist wunderbar!!!

Und obwohl es nur vier Straßen weiter ist, (zu Fuß knappe 15 Minuten) sind beide Viertel durch das Pertustal getrennt und das macht einen Riesenunterschied.  Ich werde es irgendwie doch vermissen, das weiss ich jetzt schon. Es waren fast fünf aufregende Jahre die ich hier verbracht habe.

Vorabend

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Ein Freibadbesuch, eine Stippvisite auf einem Wasserturm und ein neuer Drink

Die Hitze macht mir eigentlich nicht schaffen. Es geht mir sogar recht gut dabei. Und da ich ein paar Tage frei habe bevor ich das nächste große Freiluft Theaterstück habe, machte ich es mir am ersten Hitzetag in der alten Heimat im Freibad gemütlich.

Ich hatte schon einmal über Bollendorf geschrieben. Als ich dort kurz vor 14:00 ankam war es angenehm. Ich zog ein paar Bahnen durch das kühle Nass und dachte mir dass ich so den ganzen Nachmittag verbringen könnte, mit lesen und zwischendurch einer Abkühlung im Becken.  Aber gegen halb vier waren derart viele plärrende Kinder und  grölende Halbwüchsige im Bad dass ich es nicht mehr aushielt.

Um so ruhiger und idyllischer war es auf dem Rückweg vom Bad zum Auto.

Ein Blick von der deutschen Seite über die Sauer hinüber zu luxemburgischen Seite

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Da ich früher zurück fuhr als geplant, blieb mir Zeit für eine Stippvisite in Berdorf. Ich überlegte lange wann ich das letzte mal dort war. Es fiel mir nicht ein. Ich wollte dort schon immer einmal den neuen Wasserturm mit Aussichtsplattform besteigen. Den sogenannten Aquatower.

Er liegt am Ende des Dorfes in Richtung Consdorf.  Da Berdorf einer der höchst gelegenen Dörfer der Umgebung ist, brauchte es immer einen Wasserturm.

Dieser war davor in der Turmspitze der Kirche eingelassen, weil es das höchste Gebäude der Gegend war. Er reichte aber der wachsenden Gemeinde längst nicht mehr aus, und so wurde diese riesige Turm gebaut, der zugleich eine kleine Ausstellung und didaktische Infos über Trinkwasser enthält.

Hoch geht es mit einem Aufzug, obwohl ich mich innerlich auf Treppensteigen vorbereitetet hatte.

Berdorf von oben

Die Gegend sieht bei der Höhe fast flach aus obwohl sie sehr hügelig ist.

Die Windmühlen im vorne stehen in Luxemburg, die dahinter in Deutschland.

Ich fand auch die Siedlung in der mein Elternhaus steht.  Sie liegt im oberen Bild am Waldrand.

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Zurück in der Stadt saß ich abends im Annexe die mir ein neues Aperitif anboten.

Crémant mit Rabarbersaft, Minze und viel Eis. Herrlich!

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Ein wichtiges und richtiges Urteil in Sachen Vegan

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Ich hatte vor langer Zeit schon einmal darüber geschrieben, aber ich denke dass es wieder an der Zeit ist…

Vor ein paar Tagen las ich diesen Artikel im Tageblatt.
„Pflanzenkäse“ darf nicht Käse heißen

Veganer verzichten auf tierische Produkte. Doch was, wenn die Lust auf Käse kommt? Dann gibt es pflanzliche Alternativen, und zwar inzwischen ziemlich viele.Allerdings dürfen rein pflanzliche Produkte nicht unter Bezeichnungen wie „Milch“, „Rahm“, „Butter“, „Käse“ oder „Joghurt“ vermarktet werden. Das hat der Europäische Gerichtshof auf Kirchberg am Mittwoch entschieden.

Pflanzliche Butter zum Beispiel hat seit Jahr und Tag schon einen eigenen sehr geläufigen Namen: Margarine. Und das schon bevor es überhaupt ein vegane Bewegung gab. Oder veganes Leben hip wurde.

Es ist mehr als richtig, dass dieser Vermischung endlich Einhalt geboten wird. Letztens sah ich sogar bei Miss Flury, einer Volgerin, wie man Vegan Pulled Pork herstellt. Hallo? Geht’s noch? (Zudem schmeißt etwas zu viel mit dem Wort ‚Gesund‘ um sich, was auch sehr bedenklich ist)

Es gibt mehrere Dinge die mich an der veganen Bewegung sehr stören und das jeden Tag ein bisschen mehr.

1. Vegan heißt weder Bio noch Artgerecht. Vegan geht nur vom Prinzip aus dass nichts tierisches verarbeitet werden darf. Ob das Gemüse biologisch gezüchtet wurde, oder vollgepumpt ist mit Kunstdünger und mit Unkrautvernichtungsmittel zugespritzt wurde, ist nebensächlich.
2. Noch schlimmer finde ich all diese Ersatzprodukte, wie vegane Fleischwurst z.B. Ich will nicht wissen was da alles an chemischen Stoffen verarbeitet wurde damit es nach Fleisch schmeckt und trotzdem keines ist. (allein schon beim schreiben des Satzes schüttelt es mich)
3. Als Veganer würde es mich sehr stören dass die ganze Bewegung von der Lebensmittelindustrie wie eine Modeerscheinung und superhip verkauft wird, bei der man auf nichts verzichten muss. Es gibt schließlich für alles Ersatz.

Wenn ich Veganer wäre, würde ich gegen die Lebensmittelindustrie in den Krieg ziehen, die Vegane Bewegung zu einem modischen Witz verkommen lassen. Warum schmeißt sich zum Beispiel die Werbeindustrie nicht ins Zeug und erfindet neue Namen? (Notgedrungen müssen sie es, denn Pflanzkäse und „Tofubutter“ geht nicht mehr.)

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich kein Veganer bin,(und wahrscheinlich auch keiner werde) doch mag ich vegane Gerichte sehr. Ich möchte auch noch einmal auf das tolle Kochbuch von Katharina Seiser verweisen „Immer schon Vegan„, das ich auch habe und regelmäßig benutze.

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RTL you und die Blogger/Vlogger Community

Gestern war also der Startschuss von RTLyou. Ich hatte den Aufruf schon vor Monaten gehört, dass RTL versucht etwas auf de Beine zu stellen mit Bloggern und Vloggern aus Luxemburg. Einer meiner Freunde Yaya van Chique, der ein Trend- und Modeblog für Männer betreibt macht ebenfalls mit.
Hier das erste Video von ihm.

Ich hatte mir lange überlegt ob ich mich melden sollte, doch funkte mir, wie so oft, der Job dazwischen. Zudem geht es hauptsächlich ums Vloggen, und das mache ich ja nicht. Nicht dass ich keine Ideen hätte. Es reicht einfach von der Zeit her nicht. Zudem musste ich mich in ein völlig neues Feld, dem Videoediting, einarbeiten. Ich müsste mir in meiner 25 Quadratmeterbutze ein eine Filmecke einrichten. Jedes Posting wäre mit den 100fachen Aufwand verbunden, als ein Posting im Blog.

Zudem, und das ist eine meiner Minderwertigkeitsanwandlungen, glaube ich nicht dass ich in das Format passe. Wenn ich die Alterspanne der verschiedenen Blogger/Vlogger sehe, liege weit drüber. Mein Blog ist und war immer etwas, das ich ganz allein zu verantworten habe und in dem ich, und nur ich der Chef bin. Wenn ich jetzt etwas auf einer fremden Plattform in Gang setzten würde, wäre ich nicht mehr mein eigener Boss…

Aber hey, Glückwunsch all denen die es geschafft haben dabei zu sein. Ich wünsche euch alles Gute und lasst euch nicht unterkriegen.

 

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Theaterfestival in Hermannstadt (Sibiu)

Ich bin nicht zum ersten mal hier. Das letzte mal war vor vier Jahren in Rumänien auf dem gleichen Festival in Sibiu.

Damals haben wir in einer alten Halle gespielt, die inzwischen aber in sich zusammengekracht ist.
Diesmal waren wir im Teartu National untergebracht in dem weitgehend alles zur Verfügung stand, was ein Theater zur Verfügung haben sollte.

Während der Fahrt als morgens die Sonne aufging

Die Fahrt und der Flug waren schrecklich. Da die Festivalleitung den vorangekündigten Flug über München schlichtweg verpasst hatte zu buchen, wurden wir morgens um 2:00 Uhr per Bus nach Stuttgart gefahren um anschließend mit dem Billigflieger BlueAir nach Sibiu zu kommen. An Schlaf war nicht zu denken, und so kamen wir in Sibiu völlig übermüdet an. Da die Vorstellung aber erst am Samstag war, hatten wir einen Tag Zeit wieder auf die Beine zu kommen.

Ich ließ mich also am ersten Tag durch die Altstadt treiben und von Festivalfieber anstecken. Es finden hier an die 50 verschiedene Shows pro Tag statt, sowohl in Räumen als auch auf den Straßen. Es wird also richtig was geboten.

Und hier ein Video das ich mit dem iPhone 7 machte. Ich bin völlig platt wie gut die Qualität der Aufnahmen inzwischen ist.

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Untergebracht waren wir im Hotel Imparatul Romanilor, was soviel heißt wie römischer Kaiser.  Ein ehemaliges Bonzenhotel, das es aber verpasst hat mit der Zeit zu gehen und jetzt ein Abklatsch dessen ist, was es einmal war. WLAN gab es, aber es war grottenlangsam oder gar nicht vorhanden.

Der Frühstücksraum und die Eingangshalle sehen fabelhaft aus, doch bei näherer Betrachtung, vor allem der Zimmer, bröckelt der Stuck und der Putz ab. In punkto Sauberkeit ist es…. okay. Ich hatte ein Zimmer bekommen das einigermaßen in Ordnung war. Andere der Truppe leider nicht.

Ein relativ gutes WLAN gab es im Theater und so konnte ich zumindest Teile dieses Textes vorschreiben.

Da  die Vorstellung bereits um 16:00 Uhr war, war es umso hektischer, alles bei Zeiten fertig zu haben. Die Beleuchter taten mir besonders leid. Sie hatten die ganze Nacht durchgeackert ohne Pause, ohne Schlafen um dann noch die Vorstellung zu fahren. Auch die drei Schauspielerinnen waren mehr als nervös weil sie nur Textproben in der Loge machen konnten und kein Durchlauf auf der Bühne. Zudem war der Premierminister von Luxemburg UND der von Rumänien bei der Vorstellung zugegen.
Und es war RTL eine Reportage wert.

Nach der Vorstellung ging es zur Casa Luxemburg, wo unser Premier zu einem Drink eingeladen hatte. Dann schlug das Wetter um. Es fing an zu regnen und es wurde schweinekalt. Ich kehrte abends noch in ein empfohlenes Restaurant ein, das aber ein ziemlicher Reinfall war.

Die Fahrt zurück  am Sonntag war noch ein wenig mühsamer, da wir ja ab Stuttgart, wieder in einem Bus saßen, der diesmal aber mehrfach in Stau stand.

Das hört sich alles viel Gejammer an. Aber Festival Vorstellungen sind Stress pur, im Gegensatz zu regulären Gastspielen, bei denen alles etwas gemächlicher von statten geht. Missen möchte ich diese Erfahrungen jedoch nicht. Es ist immer ein Abenteuer, ganz besonders wenn es mich in Länder führt in denen ich noch nie war.

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Mach doch mal was mit… Beziehung

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In der lockeren Reihe „Mach doch mal was…“ heute mal ein ganz anderes Thema. Beziehung.

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich überhaupt etwas dazu schreiben soll, und wenn ja,was? Nun ist das so ein Thema, das leicht in mein sehr privates Privatleben ausufern kann, und gehört demnach nicht ins Blog. Ich lege zwar hier sehr oft meine seelischen Zustände dar, und so lange es nur mich betrifft, ist das okay. Doch wenn andere darin involviert sind, wird es komplizierter. Das Wort Beziehungen sagt es schon von sich aus; man nimmt Bezug auf eine weitere Person.

Hier wird es allerdings etwas anders sein. Ich werde ein bisschen herum philosophieren und ein wenig aus meinem eigenen Lebenserfahrungen berichten ohne dass es direkt Dritte miteinbezieht.

Ich bin nun seit zwei vollen Jahren solo. Nach dem Aus der letzten Beziehung hat es ein gutes Jahr gebraucht, bis die Wunden einigermaßen verheilt waren. Es war um so schlimmer, weil ich zum ersten Mal seit langem wieder dachte, dass ich wirklich jemand gefunden hätte, mit dem ich mit vorstellen konnte, alt zu werden. Aber nein, es sollte nicht sein.

Ich habe im Nachhinein versucht zu ergründen, an was es gelegen haben könnte. ICH bekam ja den Korb. Jetzt, mit der zweijährigen Distanz, habe ich meine eigene Theorie an was es scheiterte, und an was mein zukünftigen Beziehungen scheitern werden, wenn ich nicht darauf achte.

Es ist mein Job.

Ich lebe, atme und bin meine Arbeit. Sie füllt mich fast zur Gänze aus, macht mich glücklich und ich könnte mir nicht vorstellen etwas anderes zu tun. (Was so gesehen auch nicht mehr so ganz stimmt, doch solange ich keine andere lukrative Alternative dafür gefunden  habe, werde ich weitermachen) Als freischaffender Maskenbildner braucht es, wie in jedem freischaffenden Job, eine lange Anlaufzeit bis man endlich etabliert ist und die Aufträge einigermaßen regelmäßig kommen. Doch selbst dann, ist kein Auftrag eine Selbstverständlichkeit und die Zukunft ist immer ungewiss. Ich mache mir z.B. jetzt schon leichte Sorgen für das nächste Jahr und die nächste Spielzeit, da ich noch nicht genug konkrete Zusagen habe.

Ich lebe seit 18 Jahren mit diesem Damoklesschwert über meinen Kopf und man gewöhnt sich daran, doch es ist immer präsent. Wenn man erfolgreich sein will muss man das, und man sagt selten Nein zu einem Auftrag, immer aus Angst es könnte keiner weiterer folgen. Im Umkehrschluss hat mich das aber zu einem der meistbeschäftigten Maskenbildner des Landes gemacht, und es gibt Zeiten ich denen ich unter Last der Aufträge stöhne. (Es fällt mir schwer das zuzugeben, aus Angst es könnte einmal nicht mehr so sein)

Wenn ich den Job so ausführlich darlege, dann wegen dem was jetzt folgt.

Ich lebe/lebte immer nach dem Credo was da hieß, „Don’t fuck around in your job“ und das im sprichwörtlichen Sinn. Doch muss ich inzwischen feststellen, dass es dann sehr schwer wird, jemanden zu finden, der die Freiheit aber auch die Last eines Freischaffenden versteht.

Alle meine Beziehungen waren, bis auf eine Ausnahme, Angestellte und waren nicht im Entferntesten im künstlerischen Milieu tätig. Vor allem bei der letzten, war es mir sehr wichtig, dass er meinen Job versteht, und warum es zeitweise sehr stressig ist, und zeitweise gar nicht. Ich bezog ihn soweit es möglich war in meinen Job ein. Er konnte die ganze Atmosphäre und den Ablauf hinter der Bühne mitverfolgen.  Er lernte viele meiner Arbeitskollegen und Freunde kennen. Doch er verstand es nicht. Lange Trennungen, weil ich in Aufträgen feststeckte, verkraftete er nicht. Es schien immer so, als ob ich den Job meiner Beziehung vorzog…

Das war, neben der geographischen Entfernung, der Grund warum es in Brüche ging.

Fazit: Freischaffende und Angestellte, in einem regulären ‚9 to 5‘ Job, passen nicht zusammen. Ich habe lange nicht verstanden warum z.B. Filmschaffende weitgehend nur Beziehungen mit Partnern aus der gleichen Branche eingehen. Ganz einfach: weil es die einzigen sind, die den Job kennen und verstehen was es heißt,  über längere Zeit getrennt zu sein.

Nun sind dies meine ganz persönlichen Erfahrungen und es gibt ganz sicher 1000 Ausnahmen zur Regel. Und wenn dem so ist, können wir das gerne in Kommentaren ausdiskutieren.

PS: Diesen Post habe ich vorgeschrieben und er wird erscheinen, wenn ich auf dem Weg nach Rumänien zu einem Theaterfestival bin. Ob ich von dort aus blogge, hängt wie gewöhnlich vom WLAN ab. Wenn nicht, folgt ein großer Bericht am Montag

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Neues von der Baustelle 1

Mein ganzes Umfeld weiß es bereits und ich hatte es hier einmal kurz erwähnt.
Ich werde umziehen, …bald. Wenn alles glatt geht, im August.
Ich werde mich vergrößern, vom 25 m² auf 110 m².
„Du wirst Google Maps in der Wohnung brauchen, Joël, sonst verläufst du dich“, ist zur Zeit der Running Gag.

Die Wohnung selbst ist ein 6er im Lotto, weil sie so gut gelegen wie selten eine andere. Ich habe keine 2 Minuten zu Fuß entfernt zwei Bäcker, ein Supermarkt, eine Bank, eine Apotheke und ein Metzger, also alles für den täglichen Einkauf. Desweiteren befinden sich am gleichen Ort ein Teppichhändler, ein Inneneinrichter, ein Dönerladen, ein Zeitungsladen, zwei Kneipen und ein zwei Restaurants.

Die Umbauarbeiten haben sich jedoch in die Länge gezogen, da ich Anfang des Jahres dachte, ich könnte mich bereits im Juni auf dem Balkon räkeln. Doch die neuen Fliesen fürs Balkon wurden erst am Montag fertig verlegt. Es war eine größere Aktion die Fliesen, aus Italien nach Luxemburg zu bekommen und die Verzögerung machte mich mürbe. So entstand ein Stillstand auf der Baustelle von fast zwei Monaten.

Doch seit zwei Wochen geht es endlich weiter. Hier ein Pano Foto des Badezimmers.

Die Möbel sind auch alle bestellt und das Farbkonzept für die Wände ist auch unter Dach und Fach.

Nächste Woche fängt der Anstreicher an mit den falschen Decken, den Tapeten und Farben und anschließend werden die Parktettböden verlegt.

Es geht voran.

 

 

Visite: Hostellerie du Grünewald

© by hdg.lu

Ich war am Freitag bereits dort, doch weil gestern viel Privates nicht Blogbares anstand, schreibe ich erst heute darüber.

Die A. und ich sollten schon länger hin, doch es klappte termintechnisch nie. Am Freitag war es dann endlich soweit. Die Cousine der A., Aline, hat zusammen mit ihrem Mann die legendäre Hostellereie du Grünewald übernommen. Davor war es für kurze Zeit umgetauft worden in „Brigitte“. Ich hatte mehrfach bei anderen Bloggern darüber gelesen.

Doch die neuen Betreiber wollten den Namen nicht beibehalten und  gingen zurück zum alten Namen.

Ich kenne die Hostellereie solange ich denken kann. Der Vorort Dommeldange, wo die Hostellerie angesiedelt ist, hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Großmutter Thérèse besaß 30 Jahre lang quer gegenüber ein Bekleidungsgeschäft, und ich habe ein Großteil meiner Kindheit und Jugend dort verbracht. Da es für mich heute keinen zwingenden Grund gibt dort hinzugehen, war auch eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit.

Nach einem aufgezeichneten Mal, (Ich hatte Boeuf Black Angus mit Kartoffelpüree mit Trüffeln) zeigte Aline uns das Hotel. Es gibt noch so einiges was gemacht werden muss, aber das Hotel hat jetzt schon einen modernen, schlichten Charme.  Es wird somit in der nächsten Zeit das Hotel werden, das ich empfehle, wenn ich Bekannte und Freunde aus den Ausland unterbringen muss. (Letzterer Satz ist mit einem kleinen Augenzwinkern nach München)

Unser Tisch auf der Rückseite des Hauses in einem wunderschönen Hof, in dem Weinreben angelegt wurden.

Die Servietten mit Logo

Die Bar

Die Eingangshalle

Das Hotel ist ebenfalls interessant für alle, die etwas länger in Luxemburg verweilen, da es ein Gemeinschaftraum mit Küche gibt, wo man sich abends selbst etwas kochen kann.

Die Hotelzimmer. Die Fotos sind etwas zu dunkel geraten, weil es schon spät war, und ich sie ohne Blitz aufnehmen wollte. Doch es wird bezüglich der Beleuchtung  auch noch etwas unternommen werden in den nächsten Wochen.

Das Restaurant (der Flamingoraum) habe ich nicht abgelichtet, da er noch voll mit Gästen saß und ich mir keinen Rüffel einhandeln wollte.

 

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Netflix: The Keepers

Keepers

In der Doku The Keepers von Netflix versuchen zwei alte Freundinnen den Mord an ihrer Lehrerin, der Ordensfrau Cathy Cesnik aufzuklären, die eines Tages im Jahr 1969 spurlos verschwand und 2 Monate später ermordet in einem Wald aufgefunden wurde.

Ich habe die siebenteilige Serie schon vor über einer Woche beendet und musste sie erst einmal sacken lassen, bevor ich drüber schreibe.  Die Geschichten die die einzelnen Protagonisten erzählen sind bisweilen so haarsträubend, dass man sich wundert dass sie (vor allem eine Frau) überhaupt noch klar denken können.

Schwester Cathy unterrichtete an einer Mädchenschule und war bei den Schülerinnen sehr beliebt. Doch in dieser Schule regierte auch der Priester und Rektor Maskell, der viele Mädchen der Schule zusammen mit einem anderen Priester nach Strich und Faden missbrauchte.  In der Dokumentation geht man davon aus, dass Schwester Cathy davon wusste, und versuchte es zu stoppen, jedoch mit dem Leben dafür bezahlte…

Priester Maskell wurde späterhin der Prozess gemacht, wegen sexuellem Missbrauch, doch es kam nie zu einer Verurteilung.

Zugegeben die Serie ist langatmig und  fünf Folgen a 60 Minuten hätten gereicht es genauso detailgetreu zu erzählen. (Aber wir sind nunmal in den Staaten und man muss alles mehrfach erklären)

Was mir dabei schon ziemlich zu Anfang auffiel war, dass der Mord an der Nonne und die Missbrauchsfälle an der Schule zwei völlig verschiedene Geschichten sind. Die einzige Zeugin die beides miteinander verstrickt, ist eine der Schülerinnen die fast täglich von den Priestern missbraucht wurde. Als sie einen der Priester nach der Nonne fragte, zeigte der ihr wo sie im Wald lag und drohte ihr, dass es ihr, der Schülerin, genauso ergehen würde wenn sie den Mund nicht halten würde. Diese Schülerin, heute ein ältere Frau behauptet es weiterhin steif und fest, dass sie Schwester Cathy zuletzt als Leiche gesehen habe.

Doch es werden auch weitere Hintergründe aufgedeckt, die darauf schließen lassen, dass die Nonne vielleicht nur zur falschen Zeit am falschen Ort war, oder ihr Mord ein völlig anderes Motiv hatte, als sie zum Schweigen zu bringen.

Die Dokumentation ist trotz der Widersprüche und der Langatmigkeit absolut sehenswert. Vor allem wenn man sieht, wie es heute noch manchen Leuten im Kopf herumspukt und manche Zeugen vor der Kamera ganz offensichtlich lügen oder schweigen.

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