Fressen, Kunst und Puderquaste

Weltreise Tag 63 : Blitze und Donner

Das Wetter schlug um.
Gleich nach den Abendessen ging ein tropischer Regenguss nieder, wie ich sie nur von hier kenne. Zuhause, selbst bei Sommergewittern, habe ich das so noch nicht erlebt. Während der Nacht schreckte ich mehrfach hoch weil sich ein Donnerwetter dazu gesellte, und die Einschläge der Blitze ziemlich nah waren.
Und doch, wie jeden Tag pünktlich um morgens um 5, erwachte ich ohne Wecker. Es ist dann noch stockdunkel aber man hört die ersten Vögel und in einer Stunde ist es taghell.
Der Tag versprach ob des nächtlichen Regens sehr feuchtheiß zu werden.

Ich habe mir bereits zusammengelegt was ich für die Reise anziehen werde. Lange Jeans, ein paar topmodische, hochelelgante weiße Kompressionsstrümpfe, zur Vermeidung von Reisethrombosen.  Für gewöhnlich ziehe ich so etwas nicht an. Doch jetzt nach der OP sahen mich alle im Krankenhaus an als ob es unter Strafe stehen würde, keine anzuziehen. Also füge ich mich. Zudem hat man mir noch eine Antithrombosen Spritze mitgegeben die ich mir vorher in den Oberschenkel jagen soll. Ich der immer eine gehörige Aversion gegen Spritzen hatte…. nun ja.
Ein Langarm Sweater den ich extra für die etwas kühleren Tage in Ushuaïa eingeplant hatte. Davon habe ich zwei Stück mit, von denen ich noch keinen angezogen habe. Dann wäre da noch meine Lieblings Angorajacke, die ich jeden Winter anhabe weil sie sehr dünn ist und doch unglaublich warm hält. Doch die wird vorerst im Rucksack verstaut und kommt erst in Europa zum Einsatz. Und dann die obligate Fließjacke.

***

Was mich seit gestern am meisten mürbe machte, war das Warten auf eine Antwort. Das Warten auf einen Moment in der Zukunft in der es endlich weitergeht. Ich kann mich für gewöhnlich sehr gut beschäftigen und habe eigentlich nie Langeweile. Früher nannte man das in elitären Kreisen, sich in Muße üben. Doch gerade jetzt fällt es mir besonders schwer.

***

Ich wollte noch erwähnen was ich zur Zeit lese. Den Margret Atwood Roman habe zur Seite gelegt, da ich nur sehr leichte Lektüre vertrage. (So wie mein Gedärm leichte Kost) Renée hatte mich in den Kommentaren schon vor einigen Wochen auf eine Krimiserie hingewiesen von Mario Giordano: Tante Poldi und
Ich habe den ersten Roman begonnen muss aber sagen, dass Giordano keinen besonders guten Schreibstil hat, der sich locker wegliest es holperig und stellenweise gequält lustig. Zudem ist mir seine Hauptprotagonisten Poldi nicht sehr sympathisch und die Beschreibungen von ihr sind widersprüchlich. Trübsinnig, depressiv, dem Alkohol verfallen einerseits, und dann wieder zielstrebig, emsig, lustig, Männerfressend. Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Nach drei Kapiteln habe ich aufgegeben.

Ich erinnerte mich an eine Serie die ich vor fast 20 Jahren gelesen hatte, als Katzenkrimis noch schwer in Mode waren. Rita Mae Brown mit Mrs.Murphy ist wahrscheinlich die bekannteste Schriftstellerin von diesem Genre. Doch die Schrifstellerin die ich meine heißt Lilian Jackson Braun mit ihrer 30- bändigen Serie: Die Katze die…
Soweit ich mich noch erinnern kann lasen die ersten 20 Bände locker weg, danach schwächelte die Serie etwas.

***

Am späten Morgen rief die Versicherung an und versprach am frühen Abend sich noch einmal zu melden wegen der Details des Fluges. Den Rest des Tages verbrachte ich mit lesen des Krimis und mich nicht zu sehr draußen zu bewegen weil es wieder so irre feucht war.

 

4 Kommentare

  1. ingrid

    ich kann mir gut vorstellen, wie es ist in der warteschleife rumzuhängen. bedauere dich. und wünsche dir ein gutes heimkommen!
    liebe grüße aus der kälte
    ingrid

  2. renée

    schade, dass du die poldi nicht magst! ich habe die bücher als hörbuch kennengelernt und vielleicht kommt das dann auch ganz anders rüber. meine schwester hatte mir sie angegeben. es ist erstaunlich, wie man die seiten der menschen so oder so interpretieren kann. für mich ist sie einfach eine hochsensible freie frau, die versucht das leben wahrhaftig zu spüren und dabei nimmt sie sich selbst gar nicht ernst. wenn man sie vorurteilslos annimmt, ist sie erstaunlich und sehr sehr lustig…!
    ich wünsche dir eine gute heimfahrt ohne irgendwelche schwierigkeiten und gesundheitliche probleme! und ich hoffe, dass du trotz allem freudig auf eine grosse reise zurückblicken kannst!
    liebe grüsse!
    renée

    • Joël

      Vielleicht liegt es auch daran dass ich es lese und kein Audiobook ist. Vielleicht ist es auch schlicht meiner Verfassung geschuldet. Ich werde zu hause noch einem Anlauf nehmen.

  3. caterina

    ach, qwilleran und seine siams…… ich lese sie immer wieder gerne. und mrs murphy natürlich. gut ist auch die sister-jane-serie von rita mae brown (die fuchsjagd-serie). und ich liebe ben aaronovvitch’s peter-grant-series (rivers of london, moon over soho, whispers under gropund, broken homes, foxgloive summer, the hanging tree), außerdem gibts von aaronovich auch eine peter-grant-comic-serie…..
    guten, problmlosen, raschen heimflug und gute besserung!
    caterina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2022 joel.lu

Theme von Anders NorénHoch ↑

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen