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Labor für digitales Darben

Aus dem Familienalbum 16

Tante Gritty und Albert als sie 1982 frisch verlobt waren.
Ich hatte schon einmal ein Foto aus der Zeit gepostet, das man hier sieht und das auf ihrer Hochzeit gemacht wurde

Gritty und Albert lernten sich im Kirchenchor kennen. Gritty war Mitte Vierzig. Albert war Buchhalter in einer Bank und fast acht Jahre jünger als sie. Es war ein seltsames Paar doch schien es am Anfang zu klappen, auch wenn manch einer seiner Zweifel hegte. Großtante Greidi fragte hinter vorgehaltener Hand, was das denn für ein Gnom sei den sich Gritty da geangelt hätte. Doch Großmutter Thérèse ließ Gritty gewähren. “Lass gut sein, sagte sie immer, Gritty wollte ‘versorgt’ sein.”
Und diesbezüglich hatte Gritty einen guten Fang gemacht, denn finanziell stand Albert gut dar.
Ein Jahr später heirateten sie, und kauften sich eine Wohnung.

Doch mit den Jahren stelle sich heraus dass Albert zwar sehr nett war, aber geplagt von Quälgeistern die immer mehr Überhand nahmen. Gritty erzählte oft dass er nachts hochschreckte aus Albträumen dann lange nicht mehr schlafen konnte und durch die Wohnung wanderte. Er rechnete auch im Schlaf murmelte vor sich hin.
Er war schon, bevor Gritty ihn kennenlernte, dem Alkohol nicht abgeneigt und trank gerne und mit der Zeit immer mehr.
Andererseits war Gritty auch nicht einfach. Sie war ein Hitzkopf und konnte sehr störrisch sein.

Der Alltag war beiden einfach zu viel. Sie konnten nur miteinander in Ausnahmesituationen. Sie verreisten häufig und machten wunderbare Reisen durch ganz Europa. Dann entdeckten sie ihre Liebe für Kreuzschiffe und unternahmen mehrere Kreuzfahrten.

Doch sobald sie wieder Zuhause waren ging das Gestreite wieder los.

Albert wurde krank. Da seine Gesundheit nie die Beste gewesen war, ging es ziemlich schnell mit ihm bergab. Er starb ein Jahr nachdem mein Bruder verstorben war.

Gritty hat nie weider geheiratet. Und in ihren letzten Jahren als sie schon an Demenz litt, erkannte sie ihn kaum noch auf Fotos. Sie hatte ihn vergessen.

***

Tagebuchtechnisch ist heute nur zu berichten dass ich die zweite Vorstellung hatte. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse.

1 Kommentar

  1. Hahaaa, hunn den Albert gutt kannt. War e fäine Kärel matt deem ech mech gutt verstaanen hun.
    Schéin, eng Anekdot vun him – an iech – hei ze liesen.
    Merci dofir.
    Léif Gréiss,
    Nico

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