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Fressen, Kunst und Puderquaste

Tage wie Glas 2

Was ich bei vielen feststelle (und zum Teil auch bei mir): Wir haben verlernt uns mit uns selbst zu beschäftigen. Sich mal wieder hinsetzen und ein Buch zur Hand nehmen, einen Zeitungsartikel ganz und gründlich zu lesen und nicht quer. Dinge wieder bewusster anzugehen und nicht schnell ,schnell.
Sich vielleicht mal mit Dingen beschäftigen die man immer aufgeschoben hat. So habe ich z. B. einen blinden Fleck im Auge entwickelt der konsequent den Stapel an unerledigtem Papierkram im Regal ausblendet. Hat jemand eine Idee wie man diese Krankheit nenne könnte?
Ich selbst ertappe mich seit Tagen dabei, wie ich überlege was ich tun könnte und meine Gedanken schweifen immer auf Dinge die NICHT tun kann. Ich würde zur Zeit nichts lieber tun als meine Bahnen durch ein Schwimmbad zu ziehen…

Genug davon!
Jetzt gibt es Coffee-Crème-Caramel:

Gut war dass ich die Eier schon vorher besorgt hatte. Gestern bei der Einkaufsrunde fand ich keine.

Das Rezept gibt es hier.
Ich hatte schon vor einer Weile die Cups gekauft, weil ich es leid war immer wieder die Umrechnungen zu machen von Cups au Milliliter. Den Mörser für den zerstoßenen Kaffee habe ich mir vor ewigen Zeiten mal im IKEA zugelegt, als ich die kleine Wohnung einrichtete und von der Alten Heimat wegzog.
Die Vanille Stangen hatte noch noch St.Jean-de-Luz. Nicht ganz billig, aber dafür irre aromatisch und luftdicht verpackt.
Ich muss gestehen, dass es zum ersten mal ist, dass ich Karamell mache. Ich hatte einmal mitbekommen dass meine Mutter nicht aufpasste und die Küche anschließend zwei Tage lang nach verbranntem Karamell stank…

Et voilà:

Es fiel mir sehr schwer nicht gleich mit dem Löffel reinzustechen. Doch nach dem Backen muss er noch eine Stunde im Wasserbad abkühlen und dann nochmal für vier qualvolle Stunden in den Kühlschrank. Warum mir die Haut an der einen Stelle gerissen ist, ist mit ein Rätsel. Wahrscheinlich hat sich dort eine Luftblase langsam von unten hochgearbeitet.

Ganz abgekühlt und gestürtzt sah er dann so aus:

Aber so richtig kann ich ihn nicht weiterempfehlen, denn es war keine richtige Creme. Entweder waren zu viele Eier drin, oder mein Ofen war zu heiß. Ich tippe auf letzteres, denn es ist nicht zum erstem mal dass etwas nicht gelingt. Die Creme soll stocken und nicht kochen, was sie aber ganz offensichtlich tat. Man sieht es auch außen am Rand.

Zwischendurch sah ich auf mein Smartphone, was ich nicht mehr tun sollte. Wir sind bei 140 Infizierten für das kleine Luxemburg. Die Zahl hat sich also binnen zwei Tagen zweimal verdoppelt. Das darf nicht so weiter gehen!

Zwischendurch rief die C. aus Freiburg an. Wir telefonierten lange, weil wir uns auch schon eine Ewigkeit nicht gesehen hatten. Sie gab mir einen Tipp hinsichtlich der Krise und wie ich das für mich in den Griff kriege. Ich sollte nur noch einmal am Tag Nachrichten schauen, woran ich mich schon nach einer halben Stunde nicht gehalten habe und dabei wieder die nächste Hiobsbotschaft sah…

Am Nachmittag ein schnelle Einkaufsrunde zum Supermarkt um die Ecke. Ich wollte Salat haben.

Am Abend zwei Folgen Father Brown von gestern geschaut die ich mir aufgezeichnet hatte.

Zu essen gab es dann letztendlich nur zwei Scheiben Brot mit Käse und Kaffee und ein großes Stück von der Creme.

2 Kommentare

  1. Joel, das nennt man Prokrastination, extremes Aufschieben 😉

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