Fressen, Kunst und Puderquaste

Donnerstag mit Pistazieneis & Freitag mit Hagel

Am Donnerstag war ich sehr häuslich geblieben. Am Morgen bereitete ich Pistazieneis zu, für das jetzt auch mal das Rezept aufschreibe:

Ein 1/4 Liter Vollmilch zusammen mit einem 1/4 Liter Rahm mit einem ganz kleinen Schuss Vanilleextrakt in einem Topf erhitzen. Nicht aufkochen lassen, das braucht es nur wenn ihr eine Vanilleschote verwendet und so viel Vanille braucht es hier nicht. Wenn ihr nur eine Schote habt reicht 1/4 ausgekratzt davon.
In einem zweiten Topf 6 Eigelb mit 160 gr braunem Zucker vermischen. Weißer Zucker geht auch. Die Masse mit dem Schneebesen rühren bis der Zucker sich einigermaßen gelöst hat. Die heiße Milch langsam, zu Anfang tröpfchenweise, dann in einem dünnen Strahl in die Eiermasse geben und währendem immer weiter rühren. Den Topf auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze langsam auf 80 Grad hoch erhitzen und mit einem Holzlöffel immer weiter rühren. Ein Kochthermometer ist da ziemlich unabdingbar, es sei denn ihr seid es gewohnt eine Creme Anglaise herzustellen und zur Rose abzuziehen. Sobald die 80 Grad erreicht sind, den Topf vom Herd nehmen und ihn in die vorbereitete Spüle mit kaltem Wasser setzen. (ihr könnt auch noch ein paar Eiswürfel hinzugeben, müsst ihr aber nicht, wenn das Wasser külschrankkalt aus der Leitung kommt, reicht das völlig. Die Creme jetzt langsam kalt rühren. Das braucht ungefähr 5-10 Minuten, Wenn sie nur noch Zimmertemperatur hat, 120 gr. Pistazienpaste hinzugeben und mit dem Stabmixer zu einer homogenen Masse rühren. (Passt auf wenn ihr die Pistaziencreme kauft, es gibt süße und salzige. Die Salzige würde ich nicht nehmen.) Dann die Masse in die Eismaschine geben und in ungefähr 30 Minuten habt ihr zarteste, seidigste Eiscreme die ihr je hergestellt habt. Ihr könnt, wenn ihr die Pistazienpaste hinzufügt auch noch 1 tropfen Bittermandelaroma hinzugeben, das verstärkt den Pistaziengeschmack. Ich hatte das beim ersten Versuch getan, aber ich finde das braucht es nicht, wenn ihr eine richtig gute Paste verwendet.
Pistazienpaste ist nicht geschenkt. Ihr könnt so um die 10-12 € pro Glas von 100 gr. rechnen.

Danke für alle die, die silbernen Gläser so schön fanden. Ich habe das jetzt mal so gestaltet.

Auf dem Balkon können sie natürlich nicht so stehen bleiben bei schlechtem Wetter. (siehe weiter unten im Text! Oh Mann!)

Es sollte am Abend eine Freundin vorbeikommen die noch nie bei mir zu hause gewesen war. Die C. kenne ich seit etlichen Jahren schon und wir haben auch beruflich ab und an miteinander zu tun. Da wir uns immer nur Tür und Angel begegnen, war es höchste Zeit sich einmal in aller Ruhe auszutauschen.

Es war ein wunderschöner lauschiger Abend bei recht hohen Temperaturen und wir saßen bis es dunkel wurde auf dem Balkon.

***


Am Freitag erwachte ich sehr spät, hatte aber wunderbar geschlafen.
Ein bisschen Home Office, ein bisschen lesen. Einkaufen musste ich nichts mehr denn nächste Woche bin ich nicht da.

Gegen Mittag zog sich der Himmel langsam zu. Die Wetterapp hatte schon an Tag davor ein Donnerwetter angekündigt und ich räumte vorsichtshalber die ganze Deko wieder weg. Es wurde immer dunkler und ich hörte den Donner von weitem. Und dann, als ob man eine Dusche aufgedreht hat ging es los. Es stürmte, goss wie aus Eimern und wenige Minuten später gesellte sich Hagel dazu in der Größe von Erbsen- über Kirschen bis hin zu golfballgroßen Biestern. Auf der Straße sah ich eine Mädchentruppe und kurzen Hosen und T-Shirts schreinend laufen, den die Hagelsteine taten bestimmt ganz schön weh. Ich konnte nur hilflos in der am Küchenfenster zuschauen wie die Blüten der Petunien regelrecht abschossen wurden. Resultat:

Ich hätte heulen können. Es steht quasi nur noch Grünzeug in den Kästen.

Doch glücklicherweise hat es meinen Tomatenzöglingen nicht geschadet. Sie standen gut schützt im Windschatten auf dem vorderen Balkon.

Am Abend eine unerwartete Einladung in den Grünewald. Die A. hatte alle ihre langjährigen Freunde und Freundinnen aus WG Zeiten zusammen getrommelt. Ein paar davon hatte ich über die Jahre kennengelernt und heute kamen ein paar mehr dazu.

Am Tisch saßen Finanzexperten, Auslandsdiplomaten, Kardiologen und noch ein paar Berufssparten mit denen ich nur selten in Berührung komme, und es war sehr interessant zu erfahren, wie sie alles die Zeit der Einschränkungen überstanden hatten.

Von den Speisen her war es wie immer sehr lecker. Der Koch C. gesellte sich später zu uns an den Tisch und erzählte mir von einem neuen Konzept das er schon weitab vor der Pandemie mit ein paar Kollegen entwickelte und jetzt durchstartet.

Cartes Blanches ist ein Konzept sich das Gourmet Restaurant zu sich ins traute Heim zu holen. Sie haben inzwischen eine Reihe von Restaurants aus der Stadt mit ins Boot genommen. Die Liste lässt sich sehen, denn es sind auch ein paar Michelin Sternchen dabei.
Man kann sich ein Menü auswählen, das aber nach Absprache angepasst wird, wenn jemand Unverträglichkeiten hat, Veggie oder Vegetarier ist. Der Koch tritt dann am gewünschten Tag bei euch zuhause an, bereitet alles in der hauseigenen Küche zu, und serviert am Tisch. Manche Restaurants bieten schon das Konzept ab zwei Personen an zum Beispiel für ein romatisches Tête-à-Tête, andere erst ab sechs oder acht Personen. Eine großartige Idee, die nicht unbedingt neu ist, aber in der Form gab es sie noch nicht in Luxemburg.
Ich bin am Überlegen ob ich mir das nicht für meinen Geburtstag mit ein paar ausgewählten Gästen gönnen soll.

2 Kommentare

  1. Herr Rau

    So viel und so viel Verschiedenes… und doch höre ich nur: Pistazienpaste, und will das mal ausprobieren. (Bin aber auch schon am Rotwein.)

    • Joël

      Rotweineis soll auch lecker sein 🙂 Du bringst mich da auf eine Idee.

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