Fressen, Kunst und Puderquaste

Anekdote, Tends & aus einem schlechten Omen ein gutes machen

Anfangen möchte ich aber heute mit einer Anekdote, die sich schon vor ein paar Wochen ereignete. Darüber zu berichten kam mir erst jetzt in den Sinn, weil ich ein altes Posting im Blog verbesserte, das einen fehlerhaften Link zu einem Video enthielt. In dem Posting beschrieb ich was einen Teil meiner Arbeit ausmacht, sprich Prothesen zu erstellen. Es ist aber inzwischen so spezifisch, dass es eigentlich als eigene Sparte angesehen wird.

Das Video ist inzwischen weit über zehn Jahre alt. Die Materialien haben sich inzwischen verbessert (die Prothesen bestehen inzwischen nicht mehr nur aus Silikon, sondern auch aus sehr feinem Schaumstoff oder Gelatine) Aber das Prozedere zu Erstellung mit Alginatabdruck und Gips immer noch gleich.
Es gibt inzwischen auch den Abdruck mit Kamerascan aus dem 3D Drucker, doch ist die Anschaffung der ganzen Apparate noch sehr kostenaufwendig)

Zurück zur Anekdote. Es war im Renert und eine etwas sehr affektierte Dame, die auch etwas zu laut sprach und (es war nicht zu überhören) nur ihre Meinung gelten ließ, saß am Tisch neben mir. Sie hatte mich erkannt und hatte schon vorab mir ihrem Mann über mich getuschelt (das ist doch der aus dem Fernsehen und Theater), was mir nicht entgangen war. Es war schlicht nur noch eine Frage der Zeit wann sie mich endlich ansprechen würde. Sie mäkelte an der Herrenhandtasche ihres Mannes (ich nehme mal an dass es ihr Mann war) herum, dem das aber sichtlich egal war. In einem Nebensatz quatschte sie mich dann von der Seite an und wollte von mir bestätigt haben dass die Herrenhandtasche nicht mehr trendy sei. Ich müsste das doch wissen bei meinem Beruf. Hier meine Antwort: „Ich kann Ihnen genau sagen was nicht mehr ‚trendy‘ ist. Untrendy ist es ein Modediktat zu befolgen. Wenn Ihr Mann sich mit der Tasche wohlfühlt, dann lassen Sie Ihn doch! Trendy ist es nicht trendy zu sein.“ Ich sah ein leichtes Grinsen über dem Mann sein Gesicht huschen. Sie jedoch wollte dagegenhalten. Doch ich wurde in dem Augenblick von einem Bekannten sozusagen „gerettet“ ,der mich zu sich an einen anderen Tisch hinüber rief.

Und jetzt da ich das oben Geschriebene noch einmal Revue passieren lasse, ist es ein wenig unzusammenhängend. Aber mal davon angesehen, dass die Dame eine dumme Kuh war, glauben immer noch viele dass ich immer auf dem letzten Stand der Mode sein muss. Ja und Nein. Es gibt ganz klar Trends die kommen und gehen. Manche halten sich eine Weile andere sind so kurzlebig wie eine Eintagsfliege.

Was ich aber seit der Pandemie festgestellt habe ist, dass es keine richtigen Trends mehr gibt. Erklären kann ich es nicht, aber ein bisschen kommt es mir vor wie in Kriegszeiten als es auch keine ‚Mode‘ gab. Jeder war froh dass er überhaupt etwas zum Anziehen hatte. Andererseits wird vieles hinterfragt. Man hat so manches nicht während dem Lockdown nicht gebraucht. Braucht man es denn jetzt noch? Ich persönlich bin ja von dem Trend sehr begeistert, dass jeder das anziehen kann worauf er Lust hat und sich darin wohlfühlen soll und darf. Wie seht ihr das denn so?

***

Kommen wir zur Tagesberichterstattung: Eine Unmenge an Telefonaten am Morgen. Es ging zu wie im Taubenschlag.

Am Nachmittag hatte ich einen Termin einer Kunstgalerie zwecks der kommenden No Art Sendung. Ich hatte die neue Ausstellung selbst vorgeschlagen, weil ich das Pressedossier letzte Woche erhielt und völlig von den Socken war, allein beim Betrachten der Bilder. Am Samstag kann ich euch mehr davon zeigen. Die Bilder sind absolut sehenswert.

Anschließend setzte ich mich ins Renert und schrieb schon mal die Anekdote hier oben vor.

Ihr könnt euch das Gejammere vom Ischias erinnern, bevor ich nach St.Jean flog? Das fing an, um genau zu sein, in der Rotisserie Ardennaise an. Am Abend trieb ich dem Restaurant das schlechte Omen aus und ging nochmal hin…

… und haute rein! Ein Filetsteak Béarnaise mit Kartoffelpüree mit Trüffel, dazu frisches Ofengemüse. Peng! Es war Mega! Oder wie A. zu sagen pflegt: Mähgaa!

Anschließend Nachtisch:

Ein Cheescake mit Mirabellen. Nochmal Peng!

Ich hatte schon öfter mit der A. in Betracht gezogen die Rotisserie zu besuchen, aber da sie Vegetarierin ist, ist es schwierig weil sie keine Optionen haben. Ich hatte Herrn der mich bediente darauf angesprochen, der meinte dass sich das in einer Woche ändern würde, weil die dann die neue Winterkarte käme und dann gäbe es auch ein paar Alternativen für Veggies. Sehr schön. Denn das Restaurant sieht wirklich sehr schön aus und man sitzt fabelhaft dort.

Es war inzwischen richtig kühl geworden und ich war froh dass ich nicht weit laufen musste.

1 Kommentar

  1. Hans-Georg

    Genau richtig: Nur nicht jedem Trend hinterherlaufen. Anziehen, was einem gefällt, sonst würde der Kleiderschrank irgendwann aus allen Nähten platzen – oder der Trend vom letzten Jahr landet in der Altkleidersammlung. Wäre mir viel zu schade und viel zu teuer.

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