Ruhetag

Als ich für den gestrigen Beitrag im Blog zurückblätterte um zu sehen was ich denn so über den 11. September geschrieben hatte, fand ich viele Postings von meinem Geburtstag, von denen ich nicht mehr wusste dass ich mir eine solche Mühe damit gegeben hatte.
Ich machte 2009 z.B. eine komplette Recherche, wer an dem Tag geboren wurde, wer starb und was sonst noch so passierte.
Ich denke dass da sicherlich noch sehr viel mehr ist, aber ich hatte die Ereignisse und Namen ausgewählt, die weitgehend bekannt waren. Vielleicht sollte ich das nächstes Jahr wieder tun…
Es wäre überhaupt ein schöner Zeitvertreib für alle Bloggerkolleginnen es an ihrem eigenen Geburtstag zu versuchen. Neugierde genügt.

Ansonsten ist der Montag schnell aufgeschrieben. Es war ein Ruhetag. Ich blieb zuhause, räumte die letzten ‚Leichen‘ vom Fest weg, putzte, betätigte die Waschmaschiene, las, schreib, aß die die Reste von der Feier und war sehr früh im Bett.

Ein Sonntag mit einer kleinen Flucht

Vielen Dank für all die Glückwünsche die durch alle möglichen Kanäle kamen. Ein Titel den man mir in einer Grußbotschaft gab: Ein Urgestein der Bolggeria.
Yep,Passt!

Ich hörte am Morgen nebenbei einen schönen Podcast über die Queen:

Aber wie auch schon am Tag davor war die Nacht kurz. Ich musste früh arbeiten, was eher ungewöhnlich ist, aber nicht so sehr dass, ich es nicht schon erlebt hätte. Ein Satz der dabei hängen blieb, den ich nicht selbst gehört habe, aber er wurde mir späterhin zugetragen: „Was? Ihr konntet Joël anheuern? Wie habt ihr das gemacht? Kommt er etwa wieder?“
Die Sätze beinhalteten ein Dilemma aus vergangenen Zeiten, gaben mir aber zugleich das Gefühl, damals richtig gehandelt zu haben und dass Viele es bedauerten, mit Ausnahme von dem, der der Auslöser dafür war. Entschuldigt hat diese Person sich nie. Nun ja…

Nach getaner Arbeit, fuhr ich in die Alte Heimat. Es war ein bisschen zu viel Socializing die letzten beiden Tage. Ich musste ein wenig für mich sein und ich hatte den A. schon lange nicht mehr gesehen. Mittagessen gab es im Steak House.

Als ich zurück zum Wagen ging, den ich auf dem Parkplatz hinter dem kleinen Supermarkt abgestellt hatte, ging ich an der Straße ‚Devant le Marché‘ vorbei, in der ich vor sehr vielen Jahren mal gewohnt hatte, und die wegen der zuerst angedachten Umbauten und dann der Ausgrabungen, völlig verschwunden ist. Ich hatte schon einmal kurz darüber berichtet. Diesmal machte ich Fotos.

Unter dem Überbau befinden sich die Ausgrabungen, von denen man nur wenig sieht.

Ich fuhr auf Umwegen heim zuerst durch das kleine Dorf Osweiler. Ich kenne es seit meiner frühesten Kindheit, weil die Siedlung in der ich aufwuchs, just nebenan liegt. Zwischen den beiden Orten liegt ein Wald, in den ich einer der Texte verankert habe, an den ich die ganze Zeit in St.Jean gearbeitet habe. Ich erschrak ein wenig als dort vorbei fuhr. Vom dem kleinen Feldweg aus über den ich fuhr, ist die besagte Stelle nicht mehr zu sehen, weil dort ein gewaltiger Bauernhof errichtet wurde. Das macht die Ecke nicht mehr so menschenleer, wie ich dachte…

Weiter ging über die Dörfer Dickweiler und Girst bis nach Hinkel, das an der Sauer liegt. In Born versuchte ich das kleine Hotel wiederzufinden in dem Tante Gritty ihre Hochzeitsfeier hatte. Es steht inzwischen ein anderes Haus dort mit Wohnungen.

Kurz vor Wasserbillig nahm ich die Autobahn und war am späten Nachmittag wieder in der Stadt.

***

Am Abend schaute ich über mein Twitter Timeline und entdecke ein Druko von Mumu.


Am 11.September 2001 gab es mein Blog noch nicht. Aber weil es so einer der Tage ist, an dem viele sich erinnern wo sie waren und was sie taten, als sie es erfuhren, blätterte ich zurück um zu sehen ob ich das irgendwann einmal aufgeschrieben hatte. Nein. Aber am 11.September 2006 schrieb ich folgendes:

Jedes Jahr am 10. September feiere ich meinen Geburtstag.
Jedes Jahr am 11. September haben wir gefälligst geschockt zu sein und in tiefer Trauer zu zerfließen, wegen dem Anschlag auf das WTC. ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN VERDAMMT NOCH MAL!!!
Das Leben geht weiter und solange wir daraus immer wieder ein Welttrauertag veranstalten, bleiben wir am gleichen Fleck kleben und kommen nie von der Stelle. Und jedes Jahr immer wieder die gleiche Frage. Wo war man denn als das gerade passierte und man davon hörte? Ich weiß es nicht mehr und es interessiert mich auch nicht mehr!

joel.lu

Oh doch, ich weiß es noch, weil mein Geburtstag am Tag davor war und ich ihn wegen der Arbeit nicht feiern konnte. Also verschob ich die kleine Feier für den 35. Geburtstag auf den 11. September

Am Morgen hatte ich ziemlich viel um die Ohren und war elend lange mit dem Auto unterwegs in dem ich aber kein Radio hörte. Am Nachmittag musste ich noch kurz in die Produktionsbüros eines Filmstudios, (das Studios gibt es schon lange nicht mehr) Als ich dort in die Flure kam, war es still umd alle klebten im Konferenzsaal vor dem Fernseher.

Am Abend kamen dann doch alle Freunde mit ins Restaurant in des ich geladen hatte. Es war das Hotel Brimer in Weilerbach. Die Stimmung war getrübt es war wohl einer der ruhigsten Geburtstage die ich je gefeiert habe. Mit all den Freunden die mit am Tisch saßen (wir waren glaube ich zu zehn) habe ich heute keinen Kontakt mehr. Mit einigen ganz bewusst, mit anderen hat es sich mit der Zeit im Sand verlaufen.
Und wenn ich heute zurück denke, war es auch abzusehen, dass es irgendwann so kommen würde.

Ein sehr langer Tag

Puh!

Durch die Unwetter in der Nacht, die beständigen Wetterumschwünge und den frühen Wecker am Morgen fing ich dem Tag mit Schwindel und Kopfschmerzen an. Ich hatte gottlob am Abend davor alles fertiggeschrieben, was ich für den Tag brauchen würde. Die Arbeit wurde ein Spießrutenlauf. Ich dachte noch dass ich alles recht gut im Griff gehabt hatte und die Imterviewpartner alle ganz passabel waren. Es stelle sich im Editing als schwieriger heraus. Außerdem war musste ich zum erstem mal Archivbilder raussuchen.

Als alles fertig war, war es so spät dass mir noch so just Zeit blieb für einen schnellen Sprint heim und gleich wieder loszufahren um für einen Maskenjob. Der dauerte länger als geplant, aber das Resultat versetzte alle in Awwww.

Und so kam ich dann zum dritten Termin mit fast einer Stunde Verspätung an. Mitten in der belgischen Pampa hatte eine Kollegin zu einer großen Feier eingeladen. Der Großteil derer die ich hätte kennen sollen, hatten jedoch wegen des plötzlichen Todes eines Bekannten abgesagt. Also kannte ich erstmal fast keinen. Ich setzte mich erstmal etwas abseits der Menge beantwortete ein Reihe von Mails und Anfragen und schrieb schon ein wenig hier vor.

Aber es wurde wunderschön. Geplant war dass alles im Freien stattfinden würde, was aber leider wegen des Regens nicht ging. Ich lernte viele neue Menschen kennen und es wurde ein sehr vergnügter Abend.

Und weil ich ja keine Menschenmassen zeigen kann, zeige ich euch zwei abgefressene Tische, die in dem Licht auch irgendwie schön aussehen.

Es wurde sehr spät. Fragt nicht….

***

Weil es gerade von Belang ist:

Im November 1976 besuchte die Queen zum ersten mal Luxemburg. Unter anderem war sie auch in meiner Alten Heimat. Dort sah ich sie live. Es gibt einen Film über den Staatsbesuch der drei Tage lang dauerte. Und irgendwo zwischen den unzähligen Kindern die mit den Fähnchen winken, stehe auch ich. Ich kann mich erinnern dass meine Mutter mich, als der Film auf ‚Hei Elei Kuck Elei‘ lief, in der Menge entdeckte, wenn auch nur kurz. Wer mich in dem Gewühl findet, bekommt eine Flasche Alice Hartman geschenkt. Kein Witz.

Panik & Künstler

Ein Foto bin ich noch von gestern schuldig:

Man kann Rummelplätze mögen oder nicht. Aber solche Bilder mit den tausend Lichtern in allen Farben und einer regennassen Straße. Das hat schon was.
Ab Donnerstag kommt der Rummel weg und den Großteil der Attraktionen findet ihr dann in München wieder.

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Der Morgen fing mit einer kleinen Panik an und ich fühlte mich schlagartig zurückversetzt nach Australien, als der Pass und alle Kreditkarten weg waren. Ich fand den Pass nicht mehr. Dabei hatte ich ihn vor zwei Tagen aus Gründen extra rausgelegt. Weg! Es war aber sonst die Tage über niemand da, (die Putzhilfe kommt erst morgen) der ihn hätte anderswo hinlegen können. Er blieb unauffindbar. Bis ich plötzlich ein Bild im Kopf hatte von einem Pass den ich auseinander drückte. Aber warum falte ich ihn ganz auseinander und drücke flach. Und dann viel endlich der Groschen. WEIL ICH IHN EINSCANNEN WOLLTE, dabei aber von einem Anruf gestört wurde und dann blieb er unter dem Deckel des Scanners liegen. So kann man sich selbst in Angst und Schrecken versetzen. Folgt mir für weitere wertvolle Tipps, wie ihr euch das Leben spannender machen könnt.

Anschließend hatte ich ein seltsames Problem, das mich sofort in die Stadt fahren ließ zwecks Lösung. Ob das aber nun der Pudels Kern ist wird sich erst morgen zeigen. (Das sind wieder solche Sätze von denen ich in ein, zwei Jahren nicht mehr weiß was ich da verklausulierten wollte. Aber hier ist es nicht weiter von Belang, nur wenn das Problem sich nicht lösen lässt wird es sehr, spannend werden)

Am Nachmittag hatte ich einen Termin mit Kameramann in einer nigelnagelneuen Gallerie wegen einem Interview im einem der größten französischen Künstlern. Ich kann es heute auch ruhigen Gewissens sagen, denn er ist schon wieder abgereist. Es war Daniel Buren. Ein Urgestein der zeitgenössischen Kunst und auf der ganzen Welt in vielen großen Städten auf öffentlichen Plätzen mit Kunstwerken vertreten. Er ist inzwischen 84 aber man sieht es ihm nicht an. Es war einerseits eine große Ehre diesen Mann kennenzulernen, aber andererseits war es schwierig für mich dem Mann Fragen zu stellen die ihm gerecht werden. Ich entschied mich dann, es bei den klassischen Fragen zu belassen worauf er auch vorbeireitet war. Als die Kamera dann aus war, wurde er lockerer und begann mehr zu erzählen. Schade denn das was er so im Gespräch erzählte war weitaus spannender. Des weiteren lernte ich eine neue Kuratorin kennen, die ich demnächst einmal richtig im Interview haben möchte.

Für den Abend hatte ein gelbe Wetterwarnung viel Regen und Hagel vorausgesagt. Da ich am Morgen den Markt hatte sausen lassen und nichts im Kühlschrank hatte, wollte ich mich nicht weit von der Haustür weg bewegen, weil ich einerseits den Wagen nicht nehmen wollte und andererseits möglichst schnell und halbwegs trocken wieder daheim sein wollte.
Ich entschied mich für die Rôtisserie Ardennaise, von der ich persönlich immer noch überzeugt bin, aber von der ich aber auch ein paar mal Schlechtes hörte. Es war nicht sehr voll und ich bekam sofort einen Tisch.

Und es war lecker wie immer, mit Ausnahme von dem Pfannengemüse, das im Verdacht hatte aus der Tiefkühltruhe zu sein.
Ich kam trocken heim. Die richtigen Unwetter waren erst mitten in der Nacht und ließen mich lange nicht einschlafen.

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Kanäle mit Shorts scheinen euch zu gefallen.
Den männlichen Couterpart von gestern, hatte ich schon einmal erwähnt, wusste aber nicht dass er bereits ganz ganz viele dieser kleinen Filmchen gemacht hat. Adrian Bliss. Er nimmt Historisches und Organisches aufs Korn.

Ein Abend auf der Schobermesse mit den Bären

Den weitgehend daheim verbracht, weil halt noch einmal vieles anstand, was noch wegmusste. Zudem las ich mich im Internet fest, zwecks Recherche wegen eines weltbekannten Künstlers der an Mittwoch in Luxemburg sein wird.

Der P. hatte Einladungen rausgeschickt. Es war der letzte Abend vom „giéle Béierkinneck“ auf der Schobermesse. Ein langjähriges Familienunternehmen, geht in andere Hände über und der jetzige Besitzer, dessen Vater den Restaurantbetrieb schon leitete, feierte mit vielen Freunden, Bekannten und Kunden seinen letzten Abend. Es war schon sehr emotional, weil der gestandene Mann mit dem Betrieb aufwuchs und es flossen auch ein paar Tränchen.

Die Bärenrunde war klein aber lustig. Zu essen gab es etwas dass ich zum letzten mal in der Kreuzerbruch hatte, eine Fondue Bourguignonne. In meinem elterlichen Hause war dies ein Sonntagsessen und es kamen viele Erinnerungen hoch…

Ein schöner Abend an dem ich hoffnungslos überfressen, heimwärts schlenderte. Als ich los ging fing es an zu regnen und ich war froh dass ich den Regenschirm dabei hatte, weswegen ich aber zu Anfang belächelt wurde.

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Wenn die Herrenwelt mal was dazulernen möchte über den weiblichen Organismus und vor allem wie das alles zusammenhängt, der sollte ich sich den Kanal vom Hayley Morris ansehen. Ich musste ein paar mal sehr laut lachen.
Ich prophezeie mal : Die Damenwelt wird sich kugeln vor Lachen und sagen, dass das alles soweit stimmt. Ein paar Männer hingegen werden lautschreiend das Smartphone wegwerfen.

Keine Braderie sondern Trier

Sehr früh wach geworden noch weit vor dem Morgengrauen. Aber schlafen war nicht mehr drin. Es war nur noch eine Rumwältzerei, also konnte ich auch aufstehen. Erster Kaffee auf dem Balkon bei dem ich beobachtete, wie es langsam hell wurde. Ich schrieb das Posting von gestern zu Ende und erledigte noch ein paar sonstige Schreibarbeiten.

Anfangs dachte ich, dass ich in die Stadt gehen sollte, da heute große Braderie ist. Doch ich dachte an die letzten Jahre zurück, die mir Schnäppchenweise gar nichts gebracht hatten und beschloss etwas anderes zu machen. Ich fuhr nach Trier. Als ich dort ankam war ich den auch nicht weiter überrascht, dass es sehr ruhig war.

Ein schneller Mittagstisch in der Trier Brasserie der zwar völlig ok war, aber es war ein Schmorbraten der absolut nicht zu dem 30 Grad Außentemperatur passte.

Ich kaufte zwei Bücher.

Das von Ferdinand von Schirach, weil ich auch alle anderen von ihm habe und ein ganz neues Buch von Alan Bennett, weil ich sehr neugierig war was der dann doch inzwischen recht betagte Herr noch schrieben könnte.

Wieder daheim machte ich es mir auf dem Sofa bequem und nahm an einem Zoommeeting teil von ich schon im vornherein wusste, dass es nichts bringen würde. Dem war auch so.

Abendprogramm: Wie man Mooncakes zubereitet.

Ich hatte vor etlichen Jahren mal einen gekostet. Er ist, wie die meisten asiatischen Süßspeisen, im Vergleich zu dem was wir sonst gewöhnt sind, weitaus weniger süß. Ich sollte das mal im Hinterkopf behalten für ein Projekt für die dunklen trostlosen Wintertage. Denn man braucht volle drei Tage dafür.

Film am Morgen & Kuscheln

Als ich klein war gab es am Sonntagmorgen, vorausgesetzt mein Vater hatte Frühschicht, fast immer die Sendung mit der Maus zu sehen. Irgendwann durften wir sie dann auch sehen wenn er anwesend war, da gab es ja schließlich was zu lernen.
Ich war an diesem Sonntag aber schon zu früh wach um mir die neue Ausgabe live anzusehen, also sah ich mir etwas anderes an. Auf Netflix fand ich einen Film von Melissa Mc Carthy – The Starling. Es ist jetzt nicht der große Knaller. Aber ich konnte so manches darin sehr gut nachvollziehen und dank der großartigen Darsteller, u.a. Kevin Kline rutschte es nicht den totalen Heulsusen Film ab. Seit „Can you ever forgive me?“ bin ich eh ein McCarthy Fan.

Später setzte ich mich noch einmal hin und schrieb weiter am Text den ich in St. Jean begonnen hatte. Probleme wieder reinzukommen hatte ich keine, aber es wird vom Plot her jetzt etwas schwieriger, weil ich unterschiedliche Szenarien im Kopf habe aber nur eines davon kann ich umsetzten. Ein Kombi von beiden geht nicht. Ich versuchte eine neue Technik. Ich habe der Geschichte einfach etwas vorgegriffen und ein Teil geschrieben der im Ablauf erst viel später kommt. Vielleicht hilft das mir zu finden was ich brauche.

Am späten Nachmittag rief die A. an, die nach mehreren Stunden Fahrt wieder daheim war.
Wir verabredeten uns auf „unserer Terrasse„. Blue kam auch mit und war höchst pikiert, dass die A. sie nicht übers Wochenende mitgenommen hatte und sie stattdessen beim Vater der A. versorgt wurde. Sie war sehr kuschelbedürftig.

Blue wurde die Tage übrigens 2 Jahre alt. Ich fand ein altes Foto als die A. und ich sie zum ersten mal noch bei der Züchterin besuchten.

Arbeit & Widerwillen

Den Freitag lassen wir mal aus Gründen weg. Da war Arbeit über die ich nicht sprechen kann. Sie hat Spaß gemacht und wa einer schöner, wenn auch unverhoffter Abschluss, von der ich schon vor dem Urlaub dachte, dass sie vorbei sei.

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Den Samstag begann ich mit Kopfschmerzen. (Immer wieder schön und gern gesehen!) Den Markt leiß ich sausen weil ich für den Abend ein Restaurantbesuch geplant hatte. Zudem musste ich mich um eine Schildkröte kümmern. Das tat ich dann auch gleich am Morgen nach der Dusche. Ich habe die Echse noch nie versorgt, das ist aber an und für sich kein Problem . Fressen tut gerne Grünkopfsalat und Chicorée. Ich stellte ihr alles hin und sie machte sich sofort darüber her. Die Schildkröte ich übrigens der dritte Tier der Zoo der A., neben Blue und Dalton. (Es fehlt noch ein Papagei und Pipi Langstrumpf hätte Konkurrenz bekommen)

Für den Nachmittag hatte ich mich für einen Job breitschlagen lassen, den ich schon mehrfach angeboten bekam aber immer wieder ablehnte, weil es zur Vermischung von Dingen kommt die ich nicht haben will. Da hier aber Not am Mann war, sagte ich widerwillig zu. Es ging auch alles wie am Schnürchen, alles und jeder war zufrieden. Aber es war eine große Ausnahme.

Am Abend war ich dann im Parc Belair. Auf der neuen Speisekarte stand etwas was ich schon seit einer Weile nicht mehr hatte:

So angerichtet sieht es sehr fancy aus. Es waren aber lediglich Bratwürstchen mit Kartoffelpüree und Senfsoße. Inzwischen kennen die Bedienungen mich und ich bekam einen Nachtisch, der so einfach war und große Klasse. Es heiße Mirabellen mit Vanilleeis. Da ich ein großer Fan von Nachspeisen bin die heiß/kalt sind. War das ein absoluter Knüller.

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Gab es nicht mal vor einer Weile den bedenklichen Trend, wo man versuchte alles mögliche in einen Toaster zu stopfen und zu sehen ob das essbar wieder rauskommt? Da wurde vieles versucht, obwohl alle Hersteller davor warnen, nichts anderes als Brotscheiben darin zu toasten. Die Idee an sich aber ist nicht neu, denn Anfang der 70er Jahre hatte ein amerikanische Firma einen Steak Toaster auf den Markt gebracht. Emmy hat ihn ausprobiert:

Nachruf & Champignons

Gut geschlafen. Die Nacht ordentlich durchgeschwitzt aber dafür fühlte ich mich so fit, als ob ich den ganzen Infekt aus dem Urlaub erst jetzt losgeworden wäre.

Die D. schickte mir einen Nachruf von der Schauspielerin Marja-Lena Junker auf Jean-François Wolff. Ein schöner Nachruf der das zur Sprache bringt, was ich auch dachte.

Les dernières années ont été difficiles pour Jean-François. A partir de 2014 il vivait à Mondorf-les-Bains, une ville de retraités, un peu à l’écart. Il avait des soucis, pas beaucoup de travail, car on nous oublie vite dans le monde du spectacle, toujours avide de nouveauté.

Tageblatt

Ja, und dessen fühle auch ich mich schuldig, zu schnell zu vergessen, denn in der Showbusiness Welt geht alles so schnell…

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Ich entdeckte am Morgen als die die Sonne zum vorderen Fenster herein schien auf der goldenen Platte im Wohnzimmer, eine Fratze die mir die Zunge rausstreckte. Das ist das Tolle an dieser Lichtinstallation, die ja schon seit Jahren dort hängt und ich immer wieder neue Dinge darin entdecke.

Am Mittag mit einem Bekannten in Renert gespeist, den ich über den B. kenne. Ich hatte ein Champignon Toast. Sehr gut

Dieser Bekannte sieht an sich sehr stattlich und gut aus. Er wäre schon sehr meine Kragenweite. Er schickt mir auch immer wieder Signale, dass da ein Interesse seinerseits bestünde obwohl er es nie sagt. Ich weiß dass er geschieden ist und Kinder hat. Heute in einem Anflug von Redseligkeit gestand er mir, dass seine Ehe in die Brüche, ging weil er nicht treu sein könne und immer wieder Affären mit anderen Frauen hatte. Ich denke dass ich da für mich etwas völlig falsch deute. Nun ja…

Am Nachmittag erledigte ich ein paar schnelle Kaufgänge unter anderem einen, der mir viel Freude bereitete. Aber darüber schreibe ich erst wenn es soweit ist.

Ich wanderte zurück durch den Park.

Die Rasenflächen sehen alle sehr gelb und sehr tod aus.

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Von James Corden sind wir es ja gewöhnt, aber dass Jason Momoa genau so knallchargig sein kann , war mir neu.

2 Tage, einer davon mit Regen

Das mit dem Frühaufstehen klappte nicht. Nun ja.

Am späten Morgen kam die Putzhilfe und ich verzog mich auf den Balkon zu Lesen.

Am Abend hatte die N. spontan ins Bovary geladen, weil wir uns über einen Monat lang nicht gesehen hatten. Als Mitbringsel von St.Jean hatte ich ihr zwei schöne Küchentücher für die neue Küche gekauft, da sie ja auch erst vor kurzem umgezogen ist.

Es wurde nicht sehr spät.

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Der Mittwoch fing hiermit an:

Regen! Endlich! Es machte meinen Plan beizeiten auf dem Markt zu sein zunichte, aber war angesichts der Situation, dass seit vor meiner Abreise nach St.Jean, nicht mehr geregnet hatte, egal. Und es regnete auch anständig fast eine Stunde durch, mit Donnergrollen im Hintergrund. Ha! ‚Dat geet gutt bei d‘Gromperen!‘

Am Nachmittag begab ich mich dann endlich einmal in die Stadt. Ich schaute ein wenig hier, ein wenig da vorbei. Die Kirche Kathedrale ist im Dorf geblieben. Ich schaute beim Renert vorbei, wo ich ich schon vor meiner Abreise wußte, dass das Personal in weiten Teilen ändern würde. Nicht weil es langweilig oder insgesamt kein guter Job wäre, sondern weil manche von ihnen sich anderweitig orientiert haben, sei es Studien oder einen Ausbildungsplatz in einen völlig anderen Bereich.

Ich las dort in Ruhe die letzten drei New Yorker durch. Mancher Artikel davon muss ich die nächsten Tage genauer lesen.

Ich verspürte Hunger auf Fleisch. Da es ja die letzten Wochen in St.Jean durch die Bank weg viel Fisch gab, (und davon habe ich mehr als sonst gegessen, denn frischer als dort am Meer kann man ihn nicht bekommen) orderte ich im Grand Café ein Entrecôte mit Pommes und Salat.

Perfekt. Aber beim Preis erschrak ich dann doch. In St.Jean hätte ich dafür ein Filetstück bekommen…

Früh daheim und ich mich nicht sooo fit fühlte, früh ins Bett.

Ein Besuch bei Dalton

Ich habe ein Patenkind, bzw. ein Patenpferd, das ich in letzter Zeit sehr wenig gesehen habe. Also fragte die A. mich heute am späten Nachmittag ob ich mitkommen würde. Das ist der Schlingel:

Das Foto wurde bereits letztes Jahr gemacht. In Ermangelung eines Fotos neueren Datums gibt das noch einmal.

Die A. hatte entschieden dass er heute weder longiert noch geritten wird und auch mal einen Tag Pause hat. Und so nahmen wir ihn nur mit, auf einen Spaziergang durch den Wald und über die Felder.

Das Erstaunliche an Dalton ist, dass, obwohl ich ihn ja nicht oft sehe, er mich trotzdem wiedererkennt. Für gewöhnlich ist er mit Männern ein wenig zurückhaltender und sträubt sich. Ich jedoch bekam sogar einen Stupser mit dem Maul als ob er ein Küsschen geben würde, was er nach Aussage der A. sehr selten tut. Während dem Spaziergang lieb er einmal abrupt im Feld stehen, und wartete bis ich wieder von etwas weiter hinten dazu kam weil, ich mit Blue beschäftigt war.

Später dann ging es einmal kurz über die Schueberfouer mit der A., Wir speisten eine Kleinigkeit in der Friture Hentiette, bei Reini, der alten Zeiten willen. Später schlenderten wir durch die Schäferallé wo man immer all die Stände mit den neuesten „Erfindungen“, weil ich etwas auf dem Stand von Cooklife entdeckt hatte. Es ist die Firma, die Kochblume erfunden hat. Ich habe meine jetzt schon fast 15 Jahren und sie sieht immer noch aus wie am ersten Tag.

Noch einen Absacker im Schwarzwaldhaus in den es aber sehr ruhig war und ab ins Bett.

Akklimatisieren

Oder eher Reakklimatisieren. Anderes Klima, andere Luft, andere Geräusche. Da es Sonntag war, konnte ich eh nicht in die große Geschäftigkeit fallen. Ich fing den dem Tag mit viel Gleichmut an.

Am Nachmittag zog mich nach draußen.

Die Schueberfouer ist wieder da. In St.Jean hatte ich schon so einiges darüber gelesen. Sie haben die Anzahl der Stände auf dem Glacisplatz erhöht, auf eine nie dagewesene Rekordzahl. Die Wege sind damit viel enger geworden und es fühlte sich bereits am frühen Nachmittag an, als ob es proppenvoll wäre. Das macht wirklich nur bedingt Spass.

Am Abend rief die A. an, die inzwischen umgezogen ist in die neue renovierte Wohnung. Ich hatte im Februar schon über die Wohnung berichtet, als der Vormieter just ausgezogen war. Jetzt ist sie kaum noch wiederzuerkennen.

Und da sie im letzten Stockwerk eines der höchsten Gebäude des Viertels ist, gibt es vom Balkon aus eine sagenhafte Aussicht über den Süden der Stadt.

Im Norden sieht man den Glacisplatz inklusiv dem Riesenrad:

Zu essen gab es ein Boboun , aber in seiner kalten also Salat Variante.

Wir saßen noch lange auf dem Balkon und schauten den Fliegern in der Ferne zu die quasi im Minutentakt vorbeiflogen um zur Landung anzusetzten. Man hört sie aber nur bedingt, je nach Flugzeugmodell und wie der Wind weht.

Da die A. jetzt meine Nachbarin geworden ist, die nur eine Straße weiter wohnt, brauchte ich zu Fuß knappe fünf Minuten.

Von St.Jean nach Luxemburg: Ein Tag in Bildern

Ein letztes mal schwimmen im Meer

Brunch im Piles d‘Assiettes

Kofferpacken

Ein letzte Aquashake mit Calamansi von Bargeton. Das beste Erfrischungsgetränk ever.

Und dann war es auch schon Zeit.

Ein letztes Foto aus dem Baskenland. Die Bucht von Biarritz.

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Wer sich für historische Kleidung interessiert, insbesondere aus der viktorianischen und edwardianischen Zeit und die Youtuberin Bernadette Banner nicht kennt, ist selbst schuld. Bernadette stellte sich sich die Frage was man bei OnlyFans zeigen könnte, wenn wir immer noch in der besagten Zeit wären. Die Antwort; entblößte Knöchelfotos. And she did it!

St.Jean: Im Kino – 3000 Years of Longing

Da ich in der Nacht kein einziges mal gehustet hatte und ich mich topfit fühlte, ging ich gleich um 9:00 mit der D. schwimmen. Es war ruhig am Stand und der Tag fing bewölkt an. Heute ist das vorletzte mal dass ich das noch einmal tun kann und dachte jetzt schon mit Wehmut daran, dass ich das sehr in Luxemburg vermissen werde.

Ein Kaffee mit Tartine im Chistera.

Später fing ich dann endlich an zu schreiben und setzte den gestrigen Blogbeitrag erst gegen Mittag ab.

Kino am Nachmittag. 3000 Years of Longing mit Tilda Swinton und Idris Elba. Das hätte ich mir auch angesehen, wenn ich vorab schlechte Kritiken gelesen hätte. Idris UND Tilda, da kann man doch unmöglich nein sagen.
Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von A.S. Byatt – Der verliebte Dschinn.
Ich hatte während der ersten zehn Minuten ein klein wenig Schwierigkeiten mich darauf einzustellen, doch dann tauchte ich in eine Geschichte ein, die tiefgründiger und philosophischer nicht sein kann. Tilda und Idris sind zwar die Hauptdarsteller aber ihre Szenen spielen auf der Ebene von einem Erzähler und einer Zuhörerin in der der realen Welt. Und dann taucht man ein in die Geschichte des Dschinn, der seit 3000 Jahren immer wieder in Flaschen gefangen ist oder umher irrt, weil seine Befreier ihre drei Wünsche nicht geäußert haben. Bis auf eine längere Szene mit Bademantel ist Idris übrigens weitgehend textilfrei, was dazu beiträgt dass man auch was fürs Auge hat. Wollte ich nur mal gesagt haben. Aber es ist ein wunderschöner Film bei dem ich am Ende einmal tief Luft holen musste, denn man taucht wie aus einer anderen Welt wieder in der Realität auf. Genau so sollte Kino immer funktionieren.

Am Abend dann ein letztes mal zu Exte Nami. Die Besitzerin freute sich uns noch einmal zu sehen. Wir saßen ganz entspannt auf der Terrasse.

Im Anschluss ging es noch auf einen letzten Absacker zum Bidaian, der bis 2 Uhr in der früh dauerte. Aua.

St.Jean: Noch einmal Bayonne

Es war mir dann doch eine Spur zu kühl um gleich morgens schon eine Runde zu Schwimmen. Die Erkältung ist zwar halbwegs weg, aber ich muss sie nicht noch einmal heraufbeschwören. Ich schreib den Blogeintrag, während die D. sich ins Meer stürzte.

Eine Tartine mit Marmelade gab es anschließend in Chistera.

Nach ein wenig hin und her überlegen zwischen San Sebastian oder Bayonne, fiel die Wahl auf Bayonne. Es ist nicht so wie, waren bereits etwas spät dran und es war wieder brütend heiß und obwohl ein Wind ging, der aber nicht wirklich Abkühlung verschaffte.

Ich wanderte das erstmal anderes um den Fluss Nive und das bescherte eine paar neue Sichtachsen auf den Stadtkern, die ich sofort ablichten musste:

Ich kann nur jedem raten einmal nach Bayonne zu kommen, die Stadt hat schon etwas sehr einzigartiges das man so nirgendwo findet. Und wenn ihr schon hier seid, macht eine Stadtführung, dann versteht ihr auch warum hier so viele Häuser windschief sind und warum alles so zugebaut ist.

Wir waren kurz nach 18:00 wieder zurück und ich fiel aufs Bett wie ein Stein und ratzte für eine ganze Stunde weg.

Später hatte ich einen Tisch im Bidaian reserviert.

Himmlisch wie immer.

St.Jean: Ankunft der D.

Verschreiber des Tages: In der Überschrift schrieb ich St.Jena….

Am Morgen, nach ein paar Einkäufen und einem Kaffee mit Croissant im Xistera, setzte ich mich gleich an den Rechner und schrieb drei Stunden durch. Es ist immer ein wenig schwierig den gleichen Ton und Duktus wiederzufinden, zumal wenn ich an einer Stelle aufgehört habe in der er sehr wichtig ist. Es gelang aber auf Anhieb.

Kurz nach 15:00 war die D. angekommen und wuchtete den Koffer die Treppe hoch. Da es brütend heiß war, schlug ich der D. vor, sofort eine Runde Schwimmen zu gehen. Ich begleitete sie und kam damit ich zum ersten mal wieder, seit Tagen, in den Genuss einer Schwimmrunde. Herrlich.

Für den Abend hatte ich einen Tisch im Instincs reserviert. Apéro gab es im Bidaian auf der Terrasse. Und während wir dort saßen, es war immer noch drückend heiß, kam wieder dieses Phänomen des Brouillarta auf, dem kalten Wind der die Temperaturen binnen einer Stunde um satte zehn Grad senkt. In unseren Breitengraden kennt man das gar nicht. Es ein wenig so als ob man eine Klimaanlage eingeschaltet hätte. Er kann mal sanfter mal sehr heftig sein. Es gibt ihn auch in der Variante 100 km/h Windspitzen.

Im Instincs dann ein herrliches Abendessen und einem anschließenden kleinen Sparziergang am Meer entlang.

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Manchmal, aus unerfindlich algorithmischen Gründen, zeigt YT einem Dinge nach denen man nie gefragt hat. Und folgendes Lied hatte ich schon lange nicht mehr gehört. Zugegeben Aretha Franklin ist in der Anfangsszene nicht die beste Schauspielerin, aber in der Nummer ‚Think‘ aus den Blues Brothers, wo sie sich die Seele aus dem Leib singt, ist sie so überzeugend, dass ich als ihr Ehemann geblieben wäre. Und der Song zieht noch immer die Schuhe aus.

St.Jean: Zwei Tage

Ich sag es mal so. Die Bronchitis streckte mich mehr nieder als gedacht und die letzten beiden Tage fielen sehr ereignislos aus. Ein bisschen was zu berichten gibt es aber.

In St.Jean gibt es im Vergleich zu Luxemburg sehr kalkarmers Wasser. Das Resultat ist, dass meine Haare hier immer butterweich sind und ich sie nur schwer in Form bekomme ohne pfundweise Zeugs reinzuschmieren, damit ich nicht aussehe, als ob ich mit Perwoll gewaschen wäre. Zudem war seit Tagen schon der Friseurtermin überfällig. Also buchte ich einen Termin hier um die Ecke. Ich erklärte der Friseurin, was ich haben möchte, zeigte Fotos und sie schien auch auch alles verstanden zu haben, jedoch mit der Ausnahme dass sie sich nicht daran hielt und genau den Fehler machte, der jeder Friseur macht. Die Haare müssen seitlich leicht trapetzförmig geschnitten werden sonst ziehen die Haare nach oben und es bekommt eine dreieckige Form. (Menschen vom Fach wissen was ich meine) Tja, und genau das ist passiert.

Nun ja. In drei Wochen kann man das wieder angleichen.

Ich brachte die Wohnung auf Vordermann, was mich aber mehr Kraft kostete als gedacht. Im Normalfall hätte ich zwei Stunden gebraucht. Ich brachte wegen dem Infekt über einen halben Tag, da ich mehrfach schweissgebadet aufhören musste.

Ansonsten gibt es von gestern Abend noch einen schönen Sonnenuntergang:

…und gegrillter Thunfisch mit Piperade und Pommes aus dem kleinen Restaurant der Markthalle.

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Und zum Abschluss noch ein Modelleisenbahn Video (oder auch nicht):

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Nachtrag:
Und dann noch eine traurige Nachricht. Der Schauspieler Jean Francois Wolff verstarb gestern, was mich sehr erschütterte. Ich habe eine ganze Reihe von Projekten mit ihm über all die Jahre bestritten. Doch war es ruhig um ihm geworden in letzter Zeit. Und so still und leise wie er immer war, so verschwand er auch.

St:Jean: Ruhetag

Ich hatte am Tag davor mit der D. telefoniert, die mir riet, einen Tag mal nichts zu tun und die Erkältung auskurieren. Das tat ich dann. Schwimmen traute ich mich nicht, denn ich wollte unter keinen Umständen rückfällig werden. Und damit gibt es für den Tag nicht sehr viel interessantes zu berichten. Ich versuchte ein wenig am Text zu schrieben, was mir aber schwer viel.

Stattdessen hörte ich mir ein altes Radiohörspiel von Francis Durbridge an. Paul Temple und der Fall Margo. Die ersten drei, nein sagen wir vier Folgen, hatten einen guten Rhythmus und waren verständlich, doch dann wurden es langsam zu viele Protagonisten, so dass man sie stimmlich nur sehr bedingt auseinander halten konnte. Die Figur des Paul Temple wurde übrigens von einem Luxemburger eingesprochen, der aber in seiner Heimat sehr in Ungnade fiel.

Und weiter war da nicht viel.

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Zu meiner Überraschung fand ich vor zwei Tagen ein Video bei Vogue von Linda Evangelista, die ja zu der ersten Garde der Supermodels in den 90ern gehörte und für mich die Schönste von allen war. Mit ihrem Leidensweg wegen dem Schönheitseingriff, bei dem sie eine ‚paradoxical adipose hyperplasia‘ bekam und völlig entstellt war, trat sie erst letztes Jahr in die Öffentlichkeit. Jetzt gab ihr die britische Vogue das Cover der Spetemberausgabe. Auch wenn sie „Full on Fashion“ präsentiert, kommt man nicht umhin zu glauben, dass es so „full on“ war, damit Dinge cachiert werden sollten.

Und hier ist sie in der Serie My Life in Looks zu sehen. Ich habe sie weitaus entspannter in Erinnerung vor früheren Interviews.

St.Jean: Picknick

Eine sehr schlechte Nacht. Und ich weiß nicht mal mit was ich das ausgelöst habe. Es ging mir gestern den ganzen Tag über sehr gut, mal abgesehen von den leichten Halsschmerzen, aber sonst war alles in Ordnung, sogar die Schniefnase war weg. Und als ich dann im Bett lag ging alles wieder von vorne los. Und diesmal gesellte sich ein ausgewachsener rasselnder Husten dazu und Schüttelfrost.

Kurz vor 5:00 Uhr war die Nacht vorbei. Ich stand auf machte mir heißen Tee und nahm eine weitere Tablette die dann im Verlauf der Morgens endlich Ruhe brachte. Ich konnte mich sogar noch eine Weile hinlegen und noch ein wenig Schlaf nachholen.

Anschließend las ich viel schönes und erfreuliches im Internet, das meine Stimmung merklich hob. Ich huschte noch einmal in die Apotheke und kaufte Hustensaft.

Medikamente helfen. Und über den Tag hinweg ging es langsam besser, dass ich Abends ein kleines Picknick wahrnehmen konnte, zusammen mit der L. und dem S.

Eingekauft dafür hatten wir in einer brandneuen Épicerie in Ciboure, die sich Sardines nennt. Wir wanderten nich ein wenig weiter raus Ciboure, Richtung Socoa, wo es ein paar schöne Stellen oberhalb der Klippen gibt und eine wunderschöne Aussicht über die ganze Bucht hat.

Das Bild fand ich so schön, dass daraus ein Header entstand.

Ich ging zurück über die Brücke nach St.Jean als der Abend schon weit fortgeschritten war.

***

Wenn Menschen sich wie Hunde benehmen würden, würde das in etwa so ausssehen:

Mein erster Gedanke war , dass Menschen sich ja schon so auf Twitter benehmen. Genau so!

St.Jean: Mit dem Boot nach Socoa

Ein trüber Morgen. Die Erkältung war ein wenig besser. Ich bloggte den Vortag weg, las das Internet leer und schmiss vorsichtshalber eine 1000er Paracetamol ein. Ich wollte nämlich raus.

Ich sollte mit meiner Vermutung von gestern recht behalten:

Schwimmen einstweilen untersagt.

Na gut, dann mach ich etwas anderes. Ich wanderte Ritchtung St.Barbe:

Les trois Couronnes (der Berg im Hintergrund)
Die Kirche von St.Jean vom Meer aus.

Auf dem Weg dorthin, sah ich das Boot, das den ganzen Tag durch die Bucht fährt, am Steg von großen Strand ankommen. Ja warum eigentlich nicht? Ich setzte nach Socoa über. Ich sah Spaziergänger auf dem Deich. Oh ja! Da war ich vor etlichen Jahren zum letzten mal und zwischendurch war er immer geschlossen wenn ich dort war.

Als ich ankam, war er nicht geöffnet. Und dann tat ich etwas Verbotenes. Ich stieg einfach über die Brüstung! Ich riskierte mein Leben, meine Integrität, meine ganze Zukunft, um euch Fotos zu zeigen! SO BIN ICH!

Wenn man von hier aus schnurgerade nach Westen segelt, käme man in Halifax/ Neuschottland an.

Die tonnenschwere Blöcke von denen immer wieder neue ins Meer geworfen werden damit die Wellen daran brechen und nicht erst an der Deichmauer. Ich hatte schon einmal ein Video verlinkt, wenn hier so richtig die Post abgeht. Da kommt man sich ganz klein und zerbrechlich vor.

Ein Foto vom Gesetzlosen.
Nochmal die drei Kronen, wenn ich sie nicht heranzoome.

Ich nahm das gleiche Boot bei der nächsten Tour eine Stunde später und landete im Hafen von St.Jean. Die D. möge mich berichtigen, aber ich glaube St.Jean hat einen Preis bekommen für den schönsten Fischerhafen der Welt. Er sieht aber auch immer quietschesauber und adrett aus.

Wieder im St.Jean, setzte ich mich auf die Terrasse vom Suisse und schrieb schon mal ein Großteil hier vor.

Danach tat ich etwas, das ich ganz bewusst nicht erwähne, sonst ist nächste Woche eine Überraschung futsch. Erwähnen kann ich aber, DASS ich es nicht erwähne, das macht es nämlich spannend.

Ein kurzes schnelles Abendessen in der Pille d’Assiettes. Ich nahm den Vorschlag der nicht auf der Karte stand. Thunfisch mit Sesam asiatischen Nudeln und viel Gemüse.

Ich war früh daheim und legte mich auf bald ins Bett. Über die Nacht berichte ich dann morgen, die war nämlich nicht schön.

St.Jean: Regentag & Erkältung

Da ich mich eh gerädert fühlte nach dem Schlaf, strich die Schwimmrunde. Am Morgen hatte ich die Nase zu und Halsschmerzen. Na super! Und für alle die jetzt ein paar Glocken läuten hören, nein, ich habe es weggetestet. Da ist nix.

Ich überschlug im Kopf was ich noch essbares in der Wohnung hätte und beschloss die Wohnung gar nicht zu verlassen. Doch, wenn es dazwischen einmal kurz mit regnen aufhören sollte. Ich so überzeugt war beim Kofferpacken, dass ich kein Regenzeug bräuchte während dem langen Aufenthalt, dass ich keines eingepackt hatte. Ich habe nur den kleinen Regenschirm mitgenommen. Ein kurzer blick auf die Regenjacken auf dem Mantelbrett der D. bestätigten mir, dass das nichts werden wird und da nur mein großer Zeh reinpasst.

Also ließ ich den Morgen sehr langsam angehen, bloggte in aller Gemütsruhe den Vortag weg und schaute immer wieder dem Regen zu. Angedacht hatte ich einen weiteren Ausflug, weil ich da etwas entdeckt hatte am Bahnhof in Bayonne. Es gibt von dort eine Verbindung nach St.Jean Pied de Port, das ich noch nicht kenne. Port heißt übrigens Hafen und nicht, wie ich es jahrelang glaubte, Porc, was genau gleich ausgesprochen wird und Schwein bedeutet. Das wäre dann der Heilige Johann der Schweinefüße. Aber den Franzosen sind solch seltsame Namen durchaus zuzutrauen. Ich erinnere an Saint-Bauzille-de-Putois (der heilige Bauzille der Stinktiere), wo ich ja auch schon mal war.
Den Ausflug nehme ich die Tage nach.

Am späten Nachmittag huschte ich zwischen zwei Regenschauern hinaus in die Apotheke, kaufte einen weiteren Test und Halsschmerztabletten. Zudem kaufte ich mir einen kleinen baskischen Kuchen bei Henriett, als Belohnung oder Wiedergutmachung, dass ich den ganzen in der Wohnung bleiben musste.

Am Abend machte ich mir Pasta mit Piperade und es tat richtig gut mal was warmes zu Essen. Dann gingen die heftigen Regenschauern wieder los. Das bedeutet, dass Schwimmen zumindest morgen und vielleicht die nächsten paar Tage tabu ist, weil die Abwässer überlaufen könnten und das Meer in der Bucht verschmutzen. Das muss nicht so sein kann aber in seltenen Fällen passieren. Aus Sicherheitsgründen werden, nach jeder großen Schauer immer die Verbotsschilder fürs Baden aufgestellt.

Das Abendprogramm bestand weitgehend aus den Nachrichten vom französischen Fernsehen über Sturmkatastrophe in Korsika. Es war nur ganz kurz, sorgte aber für sehr viel Schaden und mehrere Tote.

St.Jean: Pasteten aus Bayonne & Ungefiltert vs. Gefiltert

Ich erwachte schon vor 7:00. Also hatte ich noch Zeit genug vor der Schwimmrunde das Posting vom Vortag fertig zu schreiben und für zwei Tassen Kaffee. Zudem schreib ich ein wenig etwas vor, was ihr weiter unten lesen könnt.

Schwimmen! Kurz nach 8:00 als die Sonne da war. Im Meer dann merkte ich diesmal mehr als sonst, dass die Flut mir es schwer machte hinaus zu schwimmen bis zu den Bojen. Es kam mir gefühlt wie eine kleine Ewigkeit vor. Das Zurückschwimmen ging dafür umso schneller. Die Wellen trugen mich regelrecht.

Wieder aus dem Wasser kam ein unangenehmer Wind auf. Ich machte fix das Foto oben um die Wolken zu zeigen, die über Soccoa schwebten. Das will aber hier gar nichts heißen. Sie können sich binnen fünf Minuten auch wieder verzogen haben.

Nach der Dusche begab ich mich zum Bahnhof und nahm den erstbesten Zug nach Bayonne. Die Pasteten die ich das letzte mal gesichtet hatte, ließen mir keine Ruhe. Zudem wollte ich mir im Didam eine Ausstellung ansehen.

Und weil ich für die Mittagszeit dort war, nahm ich auch gleich das Menu du Jour mit und das war hervorragend!

Gebratene Blutwurstscheiben mit gegrillten Möhren. Ich bin nicht so ein großer Fan von Blutwurst, aber die hier war perfekt abgeschmeckt mit Gewürzen. Und ganz ehrlich, von einem der besten Charcutier Frankreichs hatte ich nichts anderes erwartet. Der Knaller aber waren die gegrillten Möhren. Von denen beim nächsten mal gerne eine doppelte Portion!

Ich kaufte noch drei verschiedene Pasteten ein. Und dann war es auch schon an der Zeit, wieder zurück über die Brücke zu Didam zu gehen. Es blies wieder ein kalter Wind und ich wünschte mir ich hätte zumindest den dünnen Hoodie mitgenommen.

Die Ausstellung von Véronique de Viguerie einer Fotojournalistin, die vor allem in Krisengebieten arbeitete, ließ mich nicht kalt. Allen voran waren es die Bilder aus Afghanistan die mich erschreckten, bewegten und die Tränen in die Augen trieben. Sie hat die seltene Gabe mit ihrer Kamera den Menschen bis tief in die Seele zu schauen, egal ob sie die Opfer oder die Taliban fotografierte. Ein Foto erschreckte mich ganz besonders. Es war von einem Selbstmordattentäter der Taliban, der dazu auserkoren worden war. Einerseits sah man den Stolz aber auch die Leere in den Augen.
Ich habe keine Fotos gemacht obwohl ich gekonnt hätte. Aber wer noch vor dem 25. September nach Bayonne kommt. Sie ist absolut sehenswert. Zudem ist das Museum leicht zu erreichen weil es keine 2 Minuten Gehweg vom Bahnhof entfernt ist.

Wieder daheim, legte ich mich kurz hin um vom Regen zu erwachen.

Es schüttete wie aus Kübeln. Ich hatte noch zwei Gänge durch St.Jean gepalnt, weil ich Tische reservieren wollte, doch das strich ich.
zudem fühlte ich mich nicht besonders wohl. Mit dem kalten Wind am Morgen und Bayonne, hatte ich mir wahrscheinlich etwas Unerwünschtes eingehandelt. Zudem war mir kalt. Ich duschte einmal glühend heiß und machte mir einen Heißen Tee mir einer Paracetamol. Das half.

Ich machte mir Abendessen:

Eine Scheibe Pastete mit einer Toamte (ja es nur eine Tomate, aber dafür ein Monster) und ein wenig Buffala.

Zwischendurch regnete es immer wieder, (es war allerhöchste Eisenbahn, denn die paar wenigen kurzen Regengüsse davor waren so schnell verdampft wie sie runterfielen) und beschloss ganz daheim zu bleiben.

***

Das leidige Thema was ins Blog gehört und was nicht. Ich habe schon so oft darüber geschrieben, dass ich schon gar nicht mehr mag. Es ist mein Hobby, es macht mir Spaß, nicht jeden Tag, aber beinahe und es ist zeitaufwendig. Ein paar gute Freunde wissen dass sie hier ebenfalls mit ihren Initialen darin verewigt werden, mein Dreiergespann DNA z.B. (es hat aber nichts Desoxyribonukleinsäure zu tun 🙂 ), nebst ein paar anderen Buchstaben, die aber nicht so oft vorkommen. Eine Person davon macht mich immer darauf aufmerksam wenn ich ihrer Meinung nach ausrutsche. In diesem Kontext gab es auch einmal einen heftigen Schlagabtausch. Es ging um damals um einen Streit mit einer dritten Person, die ich ganz bewusst nicht mal mit den Initialen erwähnte und dem Umstand, dass ich diese Person in Zukunft meiden werde. (keine Sorge, dass hat sich inzwischen wieder eingerenkt) Aber es hatte mich wirklich ein wenig aus der Bahn geworfen und beschäftigte mich länger als mir lieb war.

Das und viele andere Begebenheiten, die ich immer wieder weglasse ergeben, dass mein Tagebuchblog nicht das wiedergibt, was ich in späten Jahren eigentlich lesen will. Zum Teil verklausuliere ich Dinge so, dass ich später nicht mehr weiß, wer oder was damit gemeint war. Es gäbe eine Lösung die die Kaltmamsell jetzt umgesetzt hat, nämlich ganze Postings auf Privat Modus setzen.
Ob sich die Lösung auch für mich eignet? Ich weiß es nicht. Dann müsste ich doppelt Blogpostings erstellen, eines das was öffentlich wird und eines das was privat bleibt. Das heißt aber auch doppelt schreiben. Ich hatte schon mal vor geraumer Zeit nach einem Plugin gesucht dass es ermöglicht Teile in einem Posting auf Privat zu stellen, fand ab er nicht Gescheites. Gibt es das überhaupt? Ich kann mich wage erinnern, dass es in anderen Systemen wie WordPress, diesen Modus gab, der einen Text für Befugte mit einem Passwort freischaltet. Das gibt es bei WordPress sehr wohl, aber nur für ein ganzes Posting, nicht nur für Teile davon. Oder gibt es einen Kurzbefehl, so wie blockquote z.B., der das ermöglicht?

Nicht zuletzt stellt sich aber auch die Frage der Hinterlassenschaft, wenn ich irgendwann abdanke. Was will ich, dass die Welt später von mir zurückbehält? So gesehen ist die jetzige gefilterte Lösung, mir die liebere.
Ach, ich weiß auch nicht. Diese Frage quält mich schon so lange wie ich blogge. Vielleicht gibt es einfach keine Lösung.

St. Jean: Schreiben mit Erfolg

Ich erwachte später, trödelte rum und verpasste dann den trockenen Slot zum Schwimmengehen, denn als ich dann endlich los wollte, regnete es. Das hält mich für gewöhnlich nicht ab, aber hier war die Schauer dann doch zu heftig.

Stattdessen schreib ich fix das Posting von gestern, das kurz ausfiel und überlegte was ich tun könnte. Ich müsste wirklich dringend noch ein wenig schreiben, doch da ich gestern diesbezüglich ein paar Stunden restlos in den Sand gesetzt hatte, und ich einfach nicht in den Mood kam…

Und siehe da es klappte! All die Fehler die ich gestern begangen hatte umschiffte ich elegant, der Text machte Sinn und die Dialoge waren logisch und eloquent. Bei Nachlesen fand ich ein paar Wiederholungen und eine Ungereimtheit aber die waren schnell beseitigt.

Als ich auf die Uhr schaute, erschrak ich. Ich hatte fast dreieinhalb Stunden ohne Klogang, ohne Schluck Wasser oder Kaffee in einem Fort durchgeschrieben. Es war inzwischen nach 12:00.

Draußen war es wieder besser geworden und die Sonne kam hervor. Also nichts wie in die Fluten. Und es waren Fluten. Der Wind gab dem Meer einen etwas zu hohen Wellengang dass ich nicht mal die Hälfte der sonstigen Strecke schaffte.

Ich versuchte anschließend noch ein Stück weiter im Schreiben zu kommen, aber Kopf war zu und das tat ich auch mit dem Rechner. Ich klappte ihn zu.

Am späten Nachmittag zog ich los. Ich kaufte Kaffee und fand ein schönes Geschenk für eine Feier auf der ich Anfang September sein werde. Es ist so gar nicht mein Geschäft, aner für die Kenner werde ich den Namen erwähnen. Arsène et les Piplettes.

Ein Apéro im Suisse und ein Abendessen im Chistera. Nein, keine Fotos. Es gab ein paar gegrillte Shrimps als Vorspeise und Perlhuhn als Hauptgang. Ab und an darf es auch mal kein Fisch sein. (aber drüber gibt es morgen mehr zu berichten, da hab ich mir was vorgenommen…oh ja!)

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Simone Girtz, habe ich schon einmal vorgestellt. Sie schlägt in die gleiche Kerbe wie Mark Rober, interssiert sich also für Forschung und Technologie. Aber sie hat aber weitaus verrücktere Ideen. Eine Drehorgel mit Luftpolsterfolie? Kein Problem!

St.Jean: Schreiben, schreiben, schreiben & zweimal Schwimmen

Ich wusste es schon seit Freitag, dass Jean-Jaques Sempé gestroben ist, komme aber erst heute dazu etwas über ihn zu schreiben. Ich mochte seine Zeichnungen schon seit jeher. Kennengelernt habe ich mit den Büchern des Petit Nicolas, (der kleine Nic) und späterhin kaufte ich mir ein paar seiner Bücher. Seine Figuren waren im so klein im Vergleich allem drumherum und waren weltbekannt. Als ich vor fast fünf Jahren anfing den New Yorker zu bestellen, war ich immer hellauf begeistert, wenn er ein Cover gestaltet hatte. Doch fragte ich mich schon vor ein paar Wochen, warum ich schon so lange keines mehr von ihm gesehen hatte. Am Donnerstag letzter Woche verstarb er kurz vor seinem 90. Geburtstag. Ein wunderschönen Nachruf gab es im Büchermarkt.

Otto Walkes postete einen schönen Tweet:

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Kommen wir zum Rest des Tages. Nach der morgendlichen Schwimmrunde setzte ich hin und schrieb weiter am Text, doch wollte nicht so richtig flutschen. Ich forcierte mich ein wenig, was der Qualität aber nicht zugute kam. Also zog ich am Nachmittag noch einmal los um eine Schwimmrunde zu bewältigen, in der Hoffnung im Wasser kämen mir die richtigen Ideen. Normalerweise klappt das auch, aber heute war das vergebene Liebesmüh.

Ich also eine Weile im Internet, und die Tageszeitung, obwohl mir da erst bewusst wurde, dass sowohl hier wie in Luxemburg ein Feiertag war. Ich hatte nirgendwo einen Tisch reserviert und die Reste aus dem Kühlschrank waren nicht sehr inspirierend. Also marschierte ich die Straße hoch und orderte eine Pizza zum mitnehmen. Ich bin ja nicht so der Fan dieser Fladen, aber die von gestern beim S. und die hier sind schon ein anderes Kaliber.
Das Abendprogramm bestand aus einer Mary Higgins Clark Verfilmung die ich noch auf den Server hatte. Eine klassische Kidnapping Geschichte.

St.Jean: Ein Schreib- und Weintag & ein Wiedersehen

Es kommt übrigens sehr selten vor, dass ich zwei Postings an einem Tag schreibe. Das letzte mal glaube ich war, als das Fräulein Schlagzeilen machte… Und weil der Abend ein wenig ausartete, (siehe unten) gibt es heute wieder ein Doppeltag.

Der Samstag war an sich ein ruhiger Tag an dem ich später aufstand, gleich mit Schreiben anfing und erst gegen Mittag im Meer war.

Für den Abend hatte ich einen Tisch im Etxe Nami. Ohne Vorabreservierung geht es dieser Tage nicht.
Die Küche ist echt eine Wucht, weil sie sich einfach was trauen. Es ist vom Prinzip her japanische Küche aber mit sehr vielen französischen und baskischen Einflüssen.

Der Thunfischtartar war großartig.

Und der frittierte Schweinebauch, davon hätte ich zwei Portionen essen können

Den restlich Abend verbrachte ich mit der Juwelierin A. ,ihrer Freundin von ihr und später noch anderen Bekannten im Aiala in Soccoa, bei viel Wein und tollen Gesprächen mit morgens um 3:00
Ich lernte auch den legendären F. kennen, der die Terrasse mit dem schönsten Ausblick auf das Meer besitzt.

Das ist St.Jean von Soccoa aus gesehen.

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The famous day after. Aua. Zuviel Wein. Ich strich die Schwimmrunde, die eh ich nicht hätte machen können, weil es am Morgen regnete. Stattdessen schlich ich zum Bäcker und kaufte ein Baguette und pflegte für den Rest des Tages meinen Kater.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder einigermaßen und ich machte mich ausgehfein, weil ich nach Ciboure zum S. und der L. eingeladen war. Es gab hausgemachte Pizza.

Es wurde nicht sehr spät und auch die Weinmenge reduzierte ich auf zwei Gläser.

Als ich zurückschlenderte, machte ich noch dieses Foto vom Hafen.

St.Jean: Ein paar Gedanken zu einem Tweet

Heute möchte ich über ein paar Dinge schreiben, die mir auf den Senkel gehen, die ich hier nicht immer ausblenden kann, obwohl ich darin inzwischen wirklich ein Meister der Kunst bin.

St.Jean im August ist rappelvoll, und der Hauptgrund warum die D. nicht hier ist. Ich komme bis jetzt ganz gut damit klar weil ich das, je nach Gemütszustand, mal besser mal schlechter ausblenden kann. Was mir aber besonders schwer fällt sind schreiende und quengelnde Kleinkinder. Puh! Und davon gibt es hier mehr als erwartet. Kinder mit Wutanfällen, die um sich schlagen, weil sie nicht das bekommen was sie wollen, Kinder eine schier unerschöpfliche Schreienergie besitzen als ob die Batterie nie leer werden würde. Noch schlimmer sind Eltern, die dann in aller Öffentlichkeit ihre Brut „erziehen“. Wenn es in Restaurants stattfindet, ist es für mich, und ich denke für viele Gäste um mich herum auch, eine Zerreißprobe für die Nerven, weil ich dann nicht sofort dem Umstand entfliehen kann. Ich will und kann keine Einzelbeispiele aufführen, ihr kennt sie alle in allen erdenklichen Variationen und es gab noch keinen Tag an dem ich es nicht erlebte. Es würde ein Endlosposting werden.

In diesem Zusammenhang (der mir jetzt erst auffiel) schrieb die Kaltmamsell vor kurzem folgenden Tweet:

Verdacht: Manchmal passen Kinder (also ihre Persönlichkeiten) und ihre Eltern (samt deren Erziehungsideale) besser zusammen, manchmal weniger gut. Viel Glückssache.

Kaltmamsell

Darunter entwickelte sich in den Drukos eine interessante Diskussion die ich hier nicht ganz ausführen möchte, weil sie in sehr verschiedene Richtungen gingen. Aber ein paar Tweets möchte hier doch erwähnen damit man versteht wo das hinführen soll.

Besonders schmerzt mich, wenn Eltern diese Möglichkeit nicht einkalkulieren und dem Kind auf Teufel komm raus ihre doch wohlüberlegte und allerbeste Erziehung verpassen.

Kaltmamsell

Und genau das mache ich jetzt, mit mir als Beispiel.

Bin ich ein glücklicher Mensch?
Heute ja, aber dem war sehr sehr lange nicht so.
Kommt das von meiner Erziehung her?
Darüber habe ich lange nachgedacht und komme zu dem Schluss dass es in größten Teilen so ist.

Meine Eltern hatten beide sehr verschiedene Ansichten was die Erziehung angeht. Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, wäre sie ultrakonservativ gewesen und ich hätte jeden Morgen aus dem Bett springen müssen um zu salutieren. Es wäre wie Militär gewesen. Interessant ist, dass er keinen Militärdienst gemacht hat, obwohl er ihn gerne gemacht hätte. Aber er wurde aus Gesundheitsgründen abgelehnt. Mein Vater konnte insgesamt nicht gut mit Kindern und war froh, wenn er sich nicht um mich oder meinen Bruder kümmern musste.
Meine Mutter hingegen war offener und ließ mir und meinem Bruder mehr Freiheiten, aber die auch erst, nach endlosen Diskussionen und Streitereien mit meinem Vater. Sie machte es mir sehr viel später, als meine Vater schon lange gestorben war, zum Vorwurf, dass wir der einzige Grund gewesen waren, wenn zwischen ihr und Vater Streit ausbrach. Er wurde dann auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit in einer Diskussion platziert, bis ich einmal konterte, warum sie uns nicht weggegeben hat? Das wäre doch DIE Lösung gewesen, denn hätte sie in Frieden ihre Ehe weiterführen können. Sie fasste es als Affront auf und war beleidigt. Erst sehr viel später verstand sie, dass sie uns mit einer Schuld belastete die sich wie die biblische Erbsünde anfühlte. Wir hatten ja nicht darum gebeten geboren zu werden.

Zurückblickend musste ich mir jede einzelne Freiheit erkämpfen, was mein Bruder nicht zu tun brauchte, denn ich hatte ja vor ihm, bildlich gesehen, mit der Machete einen Weg durch das Dickicht an Verboten freigeschlagen und er durfte alles viel früher als ich. Das ist in anderen Familien aber nicht anders und nun einmal das Los des Erstgeborenen.

Wie heftig es zwischen mir und meinen Vater zuging, möchte ich nicht noch einmal schreiben. Das habe ich schon einmal getan. Aber es war das Resultat, dass ich sehr früh von daheim auszog, und nicht sehr viel später hörte seine Handhabe über mich ganz auf, denn er verstarb sehr früh.

Was ich selten erzähle ist, dass sein Tod für mich wie ein Berfreiungsschalg war. Er hätte meine Homosexualität nie akzeptiert und mich wahrscheinlich eher totgeschlagen, als so etwas in der Familie zu haben. Aber auch hier gab es im Laufe der Geschichte so viele kleine Dinge, dass ich annehme dass er selbst auch eine, wenn auch komplett unterdrückte, schwule Seite hatte. Es gan viele winzige Begebenheiten, an denen ich das festmachen kann, die für sich allein genommen das nicht abbilden aber erst in ihrer Summe das Bild ergeben. Ich schweife ab…

Was mich sehr in der Erziehung prägte, war beruflichen Erfolg zu haben. Von der mütterlichen Seite her waren alle selbstständig. Meine Mutter war mit ihrem Beruf als angestellte Krankenpflegerin die große Ausnahme. Großvater hatte seine eigene Bäckerei, sein Bruder ein Umzugsunternehmen, Großmutter hat nach dem Tod des Großvaters ein Bekleidungsgeschäft, ihr Bruder hatte eine Schreinerei. Als ich den Friseurladen eröffnete, wurde das von allen Seiten mehr als begrüßt und gutgeheißen. Dass es für mich eine Flucht nach vorne war und zusätzlich in die falsche Richtung, gestand ich mir erst ein, als es zu spät war und eine gewaltige Bauchlandung damit machte.

Die Familie meines Vaters war sehr klein und beruflich war da nicht viel. Großvater war ein hoher Angestellter bei der Bahn. Die Einzige von der ich eine Eigenschaft geerbt habe, ist die Großmutter väterlicherseits und ihre große Liebe zur Kunst und Malerei.

Und dann gab es noch den plötzlich Unfalltod meines Bruders, der meine eigene Existenz so sehr in Frage stellte, dass ich alles über Haufen schmiss und nochmal von vorn anfing.

Heute bin ich freischaffender Maskenbildner, arbeite aber auch vor der Kamera und versuche mich als Schriftsteller.

Ich weiß nicht ob ich damit die Frage beantwortet habe, ob eine schiefgelaufene Erziehung mich zu dem glücklichen Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Aber die schlechten Erfahrungen sind,und davon bin ich überzeugt, mein heutiger Erfolg.

St.Jean: 12von12

Wenn ich am Morgen bei Katja nicht gesehen hätte dass es ein 12vor12 Tag ist, hätte ich es wieder verpasst.

12von12 ist ein monatlicher Aufruf von ‚Draußen nur Kännchen’ 12 Fotos vom 12. des jeweiligen Monats zu posten. Ich mache aber nur mit, wenn ich wirklich was zu zeigen habe. Die belanglosen Alltäglichkeiten, wie die morgendliche Kaffeetasse…nun ja, ich will ja niemandem zu nahe treten… ich finde das langweilig, vor allem wenn ich das später im eigenen Blog nochmal nachlesen muss. Aus diesem Grund beschloss ich heute nach Biarritz zu fahren.

Doch zuerst die obligate morgendliche Schwimmrunde. die aber heute etwas kürzer ausfiel, weil mir das Wasser zu wild war. Das sieht im Foto nicht aus, war aber so.

Bahnhof von St.Jean

Der Bahnhof in Biarritz ist, im Gegensatz zum dem in Bayonne, nicht im Herzen der Stadt sondern liegt außerhalb. Zu Fuss von dort aus bis zum Meer oder ins Zentrum dauert es geschätzt über eine Stunde und es gibt auf dem Weg dorthin nichts wirklich schönes zu sehen. Doch ich hatte Glück und hatte gleich im Anschluss einen Bus der in Zentrum fuhr.

Es ist dort nicht anders als in St.Jean. Viele Touristen. Von der Place Bellevue aus machte ich folgende Fotos:

Die gewaltigen Wellen sind ein Grund warum das ganze Jahr über immer viele Surfer hier sind. Es ist aber für mich ein Grund nicht hier ins Wasser zu gehen, denn Schwimmen ist unmöglich. Man kann nur Wellenhüpfen. Mehr geht nicht, wie auf dem Foto unten deutlich zu erkennen.

In Café Blue gab es ein Vanilleeis. Es war völlig in Ordnung aber weit von dem was ich von Bargeton gewohnt bin. Besonderheit hier, man kann die Karte per Smartphone ansehen und sofort damit ordern und bezahlen ohne auf die Bedienung warten zu müssen. Durch QR Code der für jeden Tisch anders ist, weiß die Bedienung auch welcher Tisch geordert hat.

Wieder zurück ging es erst mal eine Runde schwimmen.

Und weil für den Abend nirgends einen Tisch reserviert hatte, schlenderte ich erst ein wenig herum und fand dann aber einen Tisch im Suisse.

Vorspeise: Gesnackter Thunfisch auf einem Auberginenpüree.

Hauptgang: Kalamar in einer baskischen Soße, die auf dem Foto etwas belanglos aussieht, aber sehr gut schmeckte.

Ich schlenderte durch noch sehr belebte Stadt zurück zur Wohnung.

St.Jean: Zwei Schreibtage

Da macht es auch nichts wenn ich einen Tag nicht blogge und dann zwei Tage in einem Post zusammenfasse.

Der Mittwoch war schon sehr heiß. Ich war später aufgestanden und demnach auch später im Meer als die Tage davor. Inzwischen schwimme ich die Stecke zu den Bojen hin und zurück ziemlich zügig und ich bin bereit für mehr.

Den Rest des Tages verbachte ich weitgehend mit Schreiben. Ich muss mich schon ein wenig selbst loben, denn es geht gut voran. Ich entwickelte einen neuen Charakter der bis dato nur sehr schemenhaft im Kopf herumgeisterte. Als ich bis den Beruf gefunden hatte, plumpsten wie von Zauberhand alle restlichen Bausteine an die richtige Stelle. Sogar die Sprache der Person, macht mir richtig Spaß, weil sie so völlig anders ist als die beiden Hauptcharaktere. Ich hätte schon große List ihr eine größere Rolle einzuräumen. Aber das sehe och wenn ich ein Stück weiter gekommen bin.

Zwischendurch erhielt ich ein paar Anrufe, unter anderem vom S., der auch in St.Kean wohnt und mich fragte ob ich dem verbrannten Geruch riechen würde. Und in der Tat roch man verbranntes Holz. Das käme von den großen Waldbränden aus der Grionde. Sofort schaute ich der Webseite der hiesigen Zeitung nach:

Der ganze Artikel gibt es hier.

Am Abend noch einmal schwimmen, als der Strand sich langsam leerte.

***

Am Donnerstag im der Früh setzte ich mich gleich entgegen meiner Gewohnheit hin und schieb weiter am Text. Es waren mir verschiedene Dinge während der Nacht eingefallen und ich musste sie sofort zu Papier bringen, bevor das Meer sie wieder aus dem Kopf gespült hätte.

Kurz nach 10 ging ich los zum Schwimmen und befürchtete das Schlimmste, aber der Ausblendetrick der restlichen Menschenmassen klappte und blieb erträglich. Als ich oben bei den Bojen war herrschte dort reger Schwimmverker. Ich zählte um Umkreis von 20 Metern ganze 15 Schwimmer mit Brille und Miniboje mit Schnur am Fuss. Keine fünf Minuten begegnete ich ihnen wieder. Das heißt die schwimmen gar nicht durch die ganze Bucht! Die machen nicht mal die Hälfte!!! Und dafür der ganze Aufzug mit Schwimmanzug, schicke rote Boje und Profischwimmbrille! Alles Angeber!

Ich blieb eine halbe Stunde am Strand um in der Sonne zu trocknen. Nach der Dusche war es Zeit für den Brunch, den ich in der Pile d Assiette zu mir nahm.

Ein Salat mit Artischockenherzen und frischem geräuchertem Aal.

Am Nachmittag dann wurde es unerträglich. 37 Grad mit einer ziemlich hohen Luftfeuchtigkeit. Ich verkroch mich in die Wohnung und versuchte zu schreiben was aber nicht ging. Also schaute ich ein wenig fern. Ich habe ja das Fernsehen der Luxi-Post , die auch eine App zur Verfügung stellen, damit man seine gewohnten Sender überall auf der Welt sehen kann, (Ja, das geht!) schaute ich ein paar Dinge die ich noch in Luxemburg aufgenommen hatte.

Für den Abend hatte ich einen Tisch bei Bidain bestellt. Ein wenig tat es mir leid, denn Hunger hatte ich bei der Hitze nicht, aber dann ging ich doch hin. Ich bekam Platz am großen Tisch neben an in der kleinen Garage.

Vorspeise war ein Sashimi vom Tunfisch mit Lauch:

Hauptgang war Tintenfisch, denn ich micjt abgelichtet habe, nur leicht pochiert mit einen frischen Salat und einer spannenden Vinegrette .

Ich machte zwei sehr schöne Fotos von einem Pärchen die sich den Sonnenuntergang oben auf der Promenade ansahen.

Als Nachtisch gab es Milchreis wie ihr noch nie einen gegessen habt:

Und dann erlebte ich zum ersten mal den Brouillarta. Ein kalter Wind, der alles binnen wenigen Minuten runterkühlte von 37 auf 24 Grad.

St.Jean: Auf nach Donostia!

Kurz nach 6:00 Ihr erwachte ich wegen dem prasselnden Regen. Endlich! Regen! Ich stand auf machte mir einen Kaffee und hörte dem Regen zu. Eine halbe Stunde später war es vorbei und ich machte dieses Foto von einem sehr vielversprechenden Sonnenaufgang.

Das Posting von gestern fix fertig geschrieben. Nach der Schauer, der Wind und die Hitze hatten die Straßen fix getrocknet, schmiss ich mich in die Badehose und ging los.

Wieder zurück beratschlagte ich ich mit selbst was ich tun sollte. San Sebastian, vielleicht? Ja, ok gut, San Se (wie man das hier nennt) it is!

Im Prinzip ist das sehr einfach. Ein Zug bis Hendaye, die Endstation vor der spanischen Grenze und dann weiter mit dem Topo nach Donostia.

Ein Eis musste sein bei Oiartzun. Ein Schokoladensorbet. Kräftiger im Geschmack geht nicht mehr. Das mit einem Augenzwinkern nach München. Da gibt es jemanden, der ohne Schokolade eingehen würde. Nur so als Tipp.

Die D. fragte ob ich mir Schuhe gekauft hätte. Tja:

Ich bin sowas von langweilig und durchschaubar.

Ein paar Fotos:

Das Filmfestival von San Sebastian feiert dieses Jahr sein 70. Geburtstag. Eine gute Gelegenheit für eine Ausstellung zu machen und die sah ich mir an. Das Tabakalera Kunstzentrum hatte dafür vier Filmemacher gefragt ihnen ein Kunstwerk zu erschaffen. Alle vier sind das sehr unterschiedlich angegangen, jedoch sind alle vier recht interessant. Sehr skurril war dieses Werk:

Ein Raum in dem man erstmal sehr zusammenfährt, weil man etwas auslöst. (Was verrate ich nicht, denn ich weiß ja wer hier mitliest und die sollen die gleiche Überraschung haben wie ich)

Wer noch nie über den roten Teppich geschritten ist; bitte schön, hier kann man.

Auf unzähligen Leinwänden gibt hunderte von Ausschnitten zu sehen von allen Weltstars die über die Jahre schon hier waren.

Aber zugegeben San Sebastian war proppenvoll mit Menschen, so sehr, dass ich gar nicht erst den Versuch startete durch die kleinen Gassen der Altstadt zu wandern.

Wieder in St.Jean zog ich die neuen Schuhe an.

Grüne geflochtene Pelotas von Camper. Federleicht.

Ein kleines leichtes Abendessen bei der Pile d‘ Assiettes. Keine Fotos vom Essen, weil ich in eine Kritik in einem alten New Yorker vertieft war über den Elvis Film von Baz Lurman. Die fanden ihn streckenweise gut aber mögen geht anders. Gesehen hab ich ihn immer noch nicht.

Ein letztes Glas Rosé im Bidaian und ab in die Federn.

St.Jean: Trödeltag

Es macht schon Spaß hier, vor allem die morgendliche Schwimmrunde, die heute perfekt war.

Ich erkläre das mal bildlich. Die Bojenbegrenzung für die Bucht für Schwimmer verläuft ungefähr so wie ich das versucht habe einzuzeichnen. Ich schwimme von mehr oder weniger der Mitte aus bis hin und zurück. Das sieht sich nicht sehr weit an, es sind aber zwischen 800 und 1000 Meter. Das ging heute wie geschmiert. Die D. rockt inzwischen in von der einen Seite des Standes bis zur anderen immer an den Bojen lang. Was so in etwa das vierfache der Stecke ist.

Aber eigentlich hatte ich Schrieben geplant, doch ich fühlte nichts im Schriebmuskel. (Immer wenn ich Schreibmuskel schreibe, schlägt Autocorrect mir Schließmuskel vor… das ist nun ECHT NICHT dasselbe) Also trödelte ich ein wenig herum. Ich kaufte das zweite Hemd von 64.

Im Kino lief nichts wirklich was ich sehen wollte. Derweil telefonierte ich mit der D. und später auch mit der A.

Als es Zeit war für ein Apéro, wollte ich zum Hafen in die Bar da la Marine. Hier wurde ich aber diesmal fuchsig. Man setzte mich zwei mal um, um Tische zu rücken. Beim zweiten mal sagte ich dem Kellner, sie könnten mich doch gleich in einen Rollstuhl setzen um mich so zu parken wie es grad passen würde! Als ich dann bestellte und das Paar das nach mir an den Nebentisch kam, vor mir bedient wurde, war es aus. Ich erhob mich und ging.

Im Suisse fand ich auch einen Tisch und wurde sofort und freundlich bedient und nicht wie ein lästiges Ding behandelt das einen ganzen Tisch belegt.

Daheim wärmte ich mir die am Morgen gekaufte Gemüsequiche vom Bäcker nebenan, die herrlich schmeckte. Dazu gab es einen Tomatensalat von nur einer gewaltigen Tomate die ich am Tag davor auf dem Markt gekauft hatte.

Das Abendprogramm bestand aus der vierten Folge einer kleinen Serie von Restaurator Baumgarthner. Ich fand sie sehr interessant, weil er während der Restaurierung entdeckte, dass das Bild nicht von dem Maler ist, von dem man es vermutete. Eine böse Überraschung. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie dem Kunde zumute war, aber auch die Zerrissenheit des Restaurators, der so viel Arbeit in ein Werk gesteckt hat und es nun nur so halbwegs fertig stellen muss.