St.Jean: Ein Schreib- und Weintag & ein Wiedersehen

Es kommt übrigens sehr selten vor, dass ich zwei Postings an einem Tag schreibe. Das letzte mal glaube ich war, als das Fräulein Schlagzeilen machte… Und weil der Abend ein wenig ausartete, (siehe unten) gibt es heute wieder ein Doppeltag.

Der Samstag war an sich ein ruhiger Tag an dem ich später aufstand, gleich mit Schreiben anfing und erst gegen Mittag im Meer war.

Für den Abend hatte ich einen Tisch im Etxe Nami. Ohne Vorabreservierung geht es dieser Tage nicht.
Die Küche ist echt eine Wucht, weil sie sich einfach was trauen. Es ist vom Prinzip her japanische Küche aber mit sehr vielen französischen und baskischen Einflüssen.

Der Thunfischtartar war großartig.

Und der frittierte Schweinebauch, davon hätte ich zwei Portionen essen können

Den restlich Abend verbrachte ich mit der Juwelierin A. ,ihrer Freundin von ihr und später noch anderen Bekannten im Aiala in Soccoa, bei viel Wein und tollen Gesprächen mit morgens um 3:00
Ich lernte auch den legendären F. kennen, der die Terrasse mit dem schönsten Ausblick auf das Meer besitzt.

Das ist St.Jean von Soccoa aus gesehen.

***

The famous day after. Aua. Zuviel Wein. Ich strich die Schwimmrunde, die eh ich nicht hätte machen können, weil es am Morgen regnete. Stattdessen schlich ich zum Bäcker und kaufte ein Baguette und pflegte für den Rest des Tages meinen Kater.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder einigermaßen und ich machte mich ausgehfein, weil ich nach Ciboure zum S. und der L. eingeladen war. Es gab hausgemachte Pizza.

Es wurde nicht sehr spät und auch die Weinmenge reduzierte ich auf zwei Gläser.

Als ich zurückschlenderte, machte ich noch dieses Foto vom Hafen.

St.Jean: Ein paar Gedanken zu einem Tweet

Heute möchte ich über ein paar Dinge schreiben, die mir auf den Senkel gehen, die ich hier nicht immer ausblenden kann, obwohl ich darin inzwischen wirklich ein Meister der Kunst bin.

St.Jean im August ist rappelvoll, und der Hauptgrund warum die D. nicht hier ist. Ich komme bis jetzt ganz gut damit klar weil ich das, je nach Gemütszustand, mal besser mal schlechter ausblenden kann. Was mir aber besonders schwer fällt sind schreiende und quengelnde Kleinkinder. Puh! Und davon gibt es hier mehr als erwartet. Kinder mit Wutanfällen, die um sich schlagen, weil sie nicht das bekommen was sie wollen, Kinder eine schier unerschöpfliche Schreienergie besitzen als ob die Batterie nie leer werden würde. Noch schlimmer sind Eltern, die dann in aller Öffentlichkeit ihre Brut „erziehen“. Wenn es in Restaurants stattfindet, ist es für mich, und ich denke für viele Gäste um mich herum auch, eine Zerreißprobe für die Nerven, weil ich dann nicht sofort dem Umstand entfliehen kann. Ich will und kann keine Einzelbeispiele aufführen, ihr kennt sie alle in allen erdenklichen Variationen und es gab noch keinen Tag an dem ich es nicht erlebte. Es würde ein Endlosposting werden.

In diesem Zusammenhang (der mir jetzt erst auffiel) schrieb die Kaltmamsell vor kurzem folgenden Tweet:

Verdacht: Manchmal passen Kinder (also ihre Persönlichkeiten) und ihre Eltern (samt deren Erziehungsideale) besser zusammen, manchmal weniger gut. Viel Glückssache.

Kaltmamsell

Darunter entwickelte sich in den Drukos eine interessante Diskussion die ich hier nicht ganz ausführen möchte, weil sie in sehr verschiedene Richtungen gingen. Aber ein paar Tweets möchte hier doch erwähnen damit man versteht wo das hinführen soll.

Besonders schmerzt mich, wenn Eltern diese Möglichkeit nicht einkalkulieren und dem Kind auf Teufel komm raus ihre doch wohlüberlegte und allerbeste Erziehung verpassen.

Kaltmamsell

Und genau das mache ich jetzt, mit mir als Beispiel.

Bin ich ein glücklicher Mensch?
Heute ja, aber dem war sehr sehr lange nicht so.
Kommt das von meiner Erziehung her?
Darüber habe ich lange nachgedacht und komme zu dem Schluss dass es in größten Teilen so ist.

Meine Eltern hatten beide sehr verschiedene Ansichten was die Erziehung angeht. Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, wäre sie ultrakonservativ gewesen und ich hätte jeden Morgen aus dem Bett springen müssen um zu salutieren. Es wäre wie Militär gewesen. Interessant ist, dass er keinen Militärdienst gemacht hat, obwohl er ihn gerne gemacht hätte. Aber er wurde aus Gesundheitsgründen abgelehnt. Mein Vater konnte insgesamt nicht gut mit Kindern und war froh, wenn er sich nicht um mich oder meinen Bruder kümmern musste.
Meine Mutter hingegen war offener und ließ mir und meinem Bruder mehr Freiheiten, aber die auch erst, nach endlosen Diskussionen und Streitereien mit meinem Vater. Sie machte es mir sehr viel später, als meine Vater schon lange gestorben war, zum Vorwurf, dass wir der einzige Grund gewesen waren, wenn zwischen ihr und Vater Streit ausbrach. Er wurde dann auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit in einer Diskussion platziert, bis ich einmal konterte, warum sie uns nicht weggegeben hat? Das wäre doch DIE Lösung gewesen, denn hätte sie in Frieden ihre Ehe weiterführen können. Sie fasste es als Affront auf und war beleidigt. Erst sehr viel später verstand sie, dass sie uns mit einer Schuld belastete die sich wie die biblische Erbsünde anfühlte. Wir hatten ja nicht darum gebeten geboren zu werden.

Zurückblickend musste ich mir jede einzelne Freiheit erkämpfen, was mein Bruder nicht zu tun brauchte, denn ich hatte ja vor ihm, bildlich gesehen, mit der Machete einen Weg durch das Dickicht an Verboten freigeschlagen und er durfte alles viel früher als ich. Das ist in anderen Familien aber nicht anders und nun einmal das Los des Erstgeborenen.

Wie heftig es zwischen mir und meinen Vater zuging, möchte ich nicht noch einmal schreiben. Das habe ich schon einmal getan. Aber es war das Resultat, dass ich sehr früh von daheim auszog, und nicht sehr viel später hörte seine Handhabe über mich ganz auf, denn er verstarb sehr früh.

Was ich selten erzähle ist, dass sein Tod für mich wie ein Berfreiungsschalg war. Er hätte meine Homosexualität nie akzeptiert und mich wahrscheinlich eher totgeschlagen, als so etwas in der Familie zu haben. Aber auch hier gab es im Laufe der Geschichte so viele kleine Dinge, dass ich annehme dass er selbst auch eine, wenn auch komplett unterdrückte, schwule Seite hatte. Es gan viele winzige Begebenheiten, an denen ich das festmachen kann, die für sich allein genommen das nicht abbilden aber erst in ihrer Summe das Bild ergeben. Ich schweife ab…

Was mich sehr in der Erziehung prägte, war beruflichen Erfolg zu haben. Von der mütterlichen Seite her waren alle selbstständig. Meine Mutter war mit ihrem Beruf als angestellte Krankenpflegerin die große Ausnahme. Großvater hatte seine eigene Bäckerei, sein Bruder ein Umzugsunternehmen, Großmutter hat nach dem Tod des Großvaters ein Bekleidungsgeschäft, ihr Bruder hatte eine Schreinerei. Als ich den Friseurladen eröffnete, wurde das von allen Seiten mehr als begrüßt und gutgeheißen. Dass es für mich eine Flucht nach vorne war und zusätzlich in die falsche Richtung, gestand ich mir erst ein, als es zu spät war und eine gewaltige Bauchlandung damit machte.

Die Familie meines Vaters war sehr klein und beruflich war da nicht viel. Großvater war ein hoher Angestellter bei der Bahn. Die Einzige von der ich eine Eigenschaft geerbt habe, ist die Großmutter väterlicherseits und ihre große Liebe zur Kunst und Malerei.

Und dann gab es noch den plötzlich Unfalltod meines Bruders, der meine eigene Existenz so sehr in Frage stellte, dass ich alles über Haufen schmiss und nochmal von vorn anfing.

Heute bin ich freischaffender Maskenbildner, arbeite aber auch vor der Kamera und versuche mich als Schriftsteller.

Ich weiß nicht ob ich damit die Frage beantwortet habe, ob eine schiefgelaufene Erziehung mich zu dem glücklichen Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Aber die schlechten Erfahrungen sind,und davon bin ich überzeugt, mein heutiger Erfolg.

St.Jean: 12von12

Wenn ich am Morgen bei Katja nicht gesehen hätte dass es ein 12vor12 Tag ist, hätte ich es wieder verpasst.

12von12 ist ein monatlicher Aufruf von ‚Draußen nur Kännchen’ 12 Fotos vom 12. des jeweiligen Monats zu posten. Ich mache aber nur mit, wenn ich wirklich was zu zeigen habe. Die belanglosen Alltäglichkeiten, wie die morgendliche Kaffeetasse…nun ja, ich will ja niemandem zu nahe treten… ich finde das langweilig, vor allem wenn ich das später im eigenen Blog nochmal nachlesen muss. Aus diesem Grund beschloss ich heute nach Biarritz zu fahren.

Doch zuerst die obligate morgendliche Schwimmrunde. die aber heute etwas kürzer ausfiel, weil mir das Wasser zu wild war. Das sieht im Foto nicht aus, war aber so.

Bahnhof von St.Jean

Der Bahnhof in Biarritz ist, im Gegensatz zum dem in Bayonne, nicht im Herzen der Stadt sondern liegt außerhalb. Zu Fuss von dort aus bis zum Meer oder ins Zentrum dauert es geschätzt über eine Stunde und es gibt auf dem Weg dorthin nichts wirklich schönes zu sehen. Doch ich hatte Glück und hatte gleich im Anschluss einen Bus der in Zentrum fuhr.

Es ist dort nicht anders als in St.Jean. Viele Touristen. Von der Place Bellevue aus machte ich folgende Fotos:

Die gewaltigen Wellen sind ein Grund warum das ganze Jahr über immer viele Surfer hier sind. Es ist aber für mich ein Grund nicht hier ins Wasser zu gehen, denn Schwimmen ist unmöglich. Man kann nur Wellenhüpfen. Mehr geht nicht, wie auf dem Foto unten deutlich zu erkennen.

In Café Blue gab es ein Vanilleeis. Es war völlig in Ordnung aber weit von dem was ich von Bargeton gewohnt bin. Besonderheit hier, man kann die Karte per Smartphone ansehen und sofort damit ordern und bezahlen ohne auf die Bedienung warten zu müssen. Durch QR Code der für jeden Tisch anders ist, weiß die Bedienung auch welcher Tisch geordert hat.

Wieder zurück ging es erst mal eine Runde schwimmen.

Und weil für den Abend nirgends einen Tisch reserviert hatte, schlenderte ich erst ein wenig herum und fand dann aber einen Tisch im Suisse.

Vorspeise: Gesnackter Thunfisch auf einem Auberginenpüree.

Hauptgang: Kalamar in einer baskischen Soße, die auf dem Foto etwas belanglos aussieht, aber sehr gut schmeckte.

Ich schlenderte durch noch sehr belebte Stadt zurück zur Wohnung.

St.Jean: Zwei Schreibtage

Da macht es auch nichts wenn ich einen Tag nicht blogge und dann zwei Tage in einem Post zusammenfasse.

Der Mittwoch war schon sehr heiß. Ich war später aufgestanden und demnach auch später im Meer als die Tage davor. Inzwischen schwimme ich die Stecke zu den Bojen hin und zurück ziemlich zügig und ich bin bereit für mehr.

Den Rest des Tages verbachte ich weitgehend mit Schreiben. Ich muss mich schon ein wenig selbst loben, denn es geht gut voran. Ich entwickelte einen neuen Charakter der bis dato nur sehr schemenhaft im Kopf herumgeisterte. Als ich bis den Beruf gefunden hatte, plumpsten wie von Zauberhand alle restlichen Bausteine an die richtige Stelle. Sogar die Sprache der Person, macht mir richtig Spaß, weil sie so völlig anders ist als die beiden Hauptcharaktere. Ich hätte schon große List ihr eine größere Rolle einzuräumen. Aber das sehe och wenn ich ein Stück weiter gekommen bin.

Zwischendurch erhielt ich ein paar Anrufe, unter anderem vom S., der auch in St.Kean wohnt und mich fragte ob ich dem verbrannten Geruch riechen würde. Und in der Tat roch man verbranntes Holz. Das käme von den großen Waldbränden aus der Grionde. Sofort schaute ich der Webseite der hiesigen Zeitung nach:

Der ganze Artikel gibt es hier.

Am Abend noch einmal schwimmen, als der Strand sich langsam leerte.

***

Am Donnerstag im der Früh setzte ich mich gleich entgegen meiner Gewohnheit hin und schieb weiter am Text. Es waren mir verschiedene Dinge während der Nacht eingefallen und ich musste sie sofort zu Papier bringen, bevor das Meer sie wieder aus dem Kopf gespült hätte.

Kurz nach 10 ging ich los zum Schwimmen und befürchtete das Schlimmste, aber der Ausblendetrick der restlichen Menschenmassen klappte und blieb erträglich. Als ich oben bei den Bojen war herrschte dort reger Schwimmverker. Ich zählte um Umkreis von 20 Metern ganze 15 Schwimmer mit Brille und Miniboje mit Schnur am Fuss. Keine fünf Minuten begegnete ich ihnen wieder. Das heißt die schwimmen gar nicht durch die ganze Bucht! Die machen nicht mal die Hälfte!!! Und dafür der ganze Aufzug mit Schwimmanzug, schicke rote Boje und Profischwimmbrille! Alles Angeber!

Ich blieb eine halbe Stunde am Strand um in der Sonne zu trocknen. Nach der Dusche war es Zeit für den Brunch, den ich in der Pile d Assiette zu mir nahm.

Ein Salat mit Artischockenherzen und frischem geräuchertem Aal.

Am Nachmittag dann wurde es unerträglich. 37 Grad mit einer ziemlich hohen Luftfeuchtigkeit. Ich verkroch mich in die Wohnung und versuchte zu schreiben was aber nicht ging. Also schaute ich ein wenig fern. Ich habe ja das Fernsehen der Luxi-Post , die auch eine App zur Verfügung stellen, damit man seine gewohnten Sender überall auf der Welt sehen kann, (Ja, das geht!) schaute ich ein paar Dinge die ich noch in Luxemburg aufgenommen hatte.

Für den Abend hatte ich einen Tisch bei Bidain bestellt. Ein wenig tat es mir leid, denn Hunger hatte ich bei der Hitze nicht, aber dann ging ich doch hin. Ich bekam Platz am großen Tisch neben an in der kleinen Garage.

Vorspeise war ein Sashimi vom Tunfisch mit Lauch:

Hauptgang war Tintenfisch, denn ich micjt abgelichtet habe, nur leicht pochiert mit einen frischen Salat und einer spannenden Vinegrette .

Ich machte zwei sehr schöne Fotos von einem Pärchen die sich den Sonnenuntergang oben auf der Promenade ansahen.

Als Nachtisch gab es Milchreis wie ihr noch nie einen gegessen habt:

Und dann erlebte ich zum ersten mal den Brouillarta. Ein kalter Wind, der alles binnen wenigen Minuten runterkühlte von 37 auf 24 Grad.

St.Jean: Auf nach Donostia!

Kurz nach 6:00 Ihr erwachte ich wegen dem prasselnden Regen. Endlich! Regen! Ich stand auf machte mir einen Kaffee und hörte dem Regen zu. Eine halbe Stunde später war es vorbei und ich machte dieses Foto von einem sehr vielversprechenden Sonnenaufgang.

Das Posting von gestern fix fertig geschrieben. Nach der Schauer, der Wind und die Hitze hatten die Straßen fix getrocknet, schmiss ich mich in die Badehose und ging los.

Wieder zurück beratschlagte ich ich mit selbst was ich tun sollte. San Sebastian, vielleicht? Ja, ok gut, San Se (wie man das hier nennt) it is!

Im Prinzip ist das sehr einfach. Ein Zug bis Hendaye, die Endstation vor der spanischen Grenze und dann weiter mit dem Topo nach Donostia.

Ein Eis musste sein bei Oiartzun. Ein Schokoladensorbet. Kräftiger im Geschmack geht nicht mehr. Das mit einem Augenzwinkern nach München. Da gibt es jemanden, der ohne Schokolade eingehen würde. Nur so als Tipp.

Die D. fragte ob ich mir Schuhe gekauft hätte. Tja:

Ich bin sowas von langweilig und durchschaubar.

Ein paar Fotos:

Das Filmfestival von San Sebastian feiert dieses Jahr sein 70. Geburtstag. Eine gute Gelegenheit für eine Ausstellung zu machen und die sah ich mir an. Das Tabakalera Kunstzentrum hatte dafür vier Filmemacher gefragt ihnen ein Kunstwerk zu erschaffen. Alle vier sind das sehr unterschiedlich angegangen, jedoch sind alle vier recht interessant. Sehr skurril war dieses Werk:

Ein Raum in dem man erstmal sehr zusammenfährt, weil man etwas auslöst. (Was verrate ich nicht, denn ich weiß ja wer hier mitliest und die sollen die gleiche Überraschung haben wie ich)

Wer noch nie über den roten Teppich geschritten ist; bitte schön, hier kann man.

Auf unzähligen Leinwänden gibt hunderte von Ausschnitten zu sehen von allen Weltstars die über die Jahre schon hier waren.

Aber zugegeben San Sebastian war proppenvoll mit Menschen, so sehr, dass ich gar nicht erst den Versuch startete durch die kleinen Gassen der Altstadt zu wandern.

Wieder in St.Jean zog ich die neuen Schuhe an.

Grüne geflochtene Pelotas von Camper. Federleicht.

Ein kleines leichtes Abendessen bei der Pile d‘ Assiettes. Keine Fotos vom Essen, weil ich in eine Kritik in einem alten New Yorker vertieft war über den Elvis Film von Baz Lurman. Die fanden ihn streckenweise gut aber mögen geht anders. Gesehen hab ich ihn immer noch nicht.

Ein letztes Glas Rosé im Bidaian und ab in die Federn.

St.Jean: Trödeltag

Es macht schon Spaß hier, vor allem die morgendliche Schwimmrunde, die heute perfekt war.

Ich erkläre das mal bildlich. Die Bojenbegrenzung für die Bucht für Schwimmer verläuft ungefähr so wie ich das versucht habe einzuzeichnen. Ich schwimme von mehr oder weniger der Mitte aus bis hin und zurück. Das sieht sich nicht sehr weit an, es sind aber zwischen 800 und 1000 Meter. Das ging heute wie geschmiert. Die D. rockt inzwischen in von der einen Seite des Standes bis zur anderen immer an den Bojen lang. Was so in etwa das vierfache der Stecke ist.

Aber eigentlich hatte ich Schrieben geplant, doch ich fühlte nichts im Schriebmuskel. (Immer wenn ich Schreibmuskel schreibe, schlägt Autocorrect mir Schließmuskel vor… das ist nun ECHT NICHT dasselbe) Also trödelte ich ein wenig herum. Ich kaufte das zweite Hemd von 64.

Im Kino lief nichts wirklich was ich sehen wollte. Derweil telefonierte ich mit der D. und später auch mit der A.

Als es Zeit war für ein Apéro, wollte ich zum Hafen in die Bar da la Marine. Hier wurde ich aber diesmal fuchsig. Man setzte mich zwei mal um, um Tische zu rücken. Beim zweiten mal sagte ich dem Kellner, sie könnten mich doch gleich in einen Rollstuhl setzen um mich so zu parken wie es grad passen würde! Als ich dann bestellte und das Paar das nach mir an den Nebentisch kam, vor mir bedient wurde, war es aus. Ich erhob mich und ging.

Im Suisse fand ich auch einen Tisch und wurde sofort und freundlich bedient und nicht wie ein lästiges Ding behandelt das einen ganzen Tisch belegt.

Daheim wärmte ich mir die am Morgen gekaufte Gemüsequiche vom Bäcker nebenan, die herrlich schmeckte. Dazu gab es einen Tomatensalat von nur einer gewaltigen Tomate die ich am Tag davor auf dem Markt gekauft hatte.

Das Abendprogramm bestand aus der vierten Folge einer kleinen Serie von Restaurator Baumgarthner. Ich fand sie sehr interessant, weil er während der Restaurierung entdeckte, dass das Bild nicht von dem Maler ist, von dem man es vermutete. Eine böse Überraschung. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie dem Kunde zumute war, aber auch die Zerrissenheit des Restaurators, der so viel Arbeit in ein Werk gesteckt hat und es nun nur so halbwegs fertig stellen muss.

St.Jean: Sonntag

Eines der Rituale jeden Morgen ist, neben dem Schwimmen, auch die Tageszeitung runterladen, damit ich wenigstens ein bisschen auf dem Laufenden bleibe, was in der Heimat passiert. Ich wunderte mich warum das heute nicht ging. Ach so! Klar! Wir haben Sonntag.

Aber in St.Jean sind die Sonntage wie Wochentage. Also ging ich nach dem Schwimmen los um zu einer lieben Gewohnheit nachzugehen.

Happs, mampf, weg.

Ich ging zur Markthalle und kaufte fürs Abendessen ein. Ich kann nicht jeden Abend im Restaurant speisen, sonst werde ich dem schnell überdrüssig. Die Menschenmassen in der Makrthalle waren unglaublich. Ich hatte Mühe sie auszublenden, aber ich blieb tapfer, hielt durch und ich bekam alles was ich wollte.

Anschließend nochmal im die Tasten gehauen, was mir aber nicht so gut von der Hand ging wie gestern. Das hing aber damit zusammen, dass ich Geschriebene von gestern nochmal überarbeitete. Vor allen Anfang gefiel mir nicht mehr. Und so wie er jetzt aussieht ist auch noch nicht perfekt. Vielleicht stelle ich mir selbst die falschen Fragen…

Da das mit dem Schreiben heute nicht so klappte wie gewünscht, überlegte ich ob noch einmal schwimmen gehen sollte. Da es aber Sonntag ist und viele frei haben, war die Antwort darauf schnell gefunden. Schwimmen ja, aber erst am späten Nachmittag, wenn nicht erst am frühen Abend.

Zudem wurmte mich das mit den nicht Schreiben dann doch sehr und setzte mich noch einmal hin. Und siehe da, es klappte! Manchmal muss ich mir selbst einen Fusstritt verpassen und schon geht es. Es ging sogar so gut, dass ich mehrere Stunden hintereinander weg schreiben konnte. Ich hätte noch weitermachen können, aber Kopf wurde müde und jedes zweite Wort enthielt einen Tippfehler. Schluss für heute.

Es war inzwischen so spät geworden dass ich einem Mordshunger hatte, also strich ich die Schwimmrunde und machte mir einen Salat, den ich vor etlichen Jahren mal bei der @DonnerBella auf Twitter fand. Mit Aprikosen und Tomaten und andren Dingen die mir nicht mehr einfielen. Aber das reichte schon und er schmeckte hervorragend. Anschließend gab es noch ein baskischen Blauschimmel, der viel sanfter ist als Roquefort mit einem Glas Wein und ich war zufrieden.

***

Sarah Millican hatte ich mal vor langer Zeit verlinkt, ich denke es war mitten in der Pandemie, als wir noch alle scher gebeutelt waren mit den Ausgehbeschränkungen und wir alle nach guter Laune und Abwechslung suchten. Heute fand ich ein Bonus über ich den sehr gelacht habe, weil sie es als Running Gag in den DVDs einbaute.

St. Jean: Schreib- und Faulenztag

Eine kleine Chose habe ich noch von gestern zu berichten. Im Hause St.Jean wird ausschließlich Kaffee von Deuza getrunken. Das ist richtige so, denn Deuza ist eine kleine Rösterei vor Ort und man sollte das immer und überall, soweit es einem möglich ist, kleine Röstereien immer unterstützen. Als ich gestern in Bayonne war, in der es mehrere Röstereien gibt, entdeckte ich noch eine weitere kleine die mir noch nie aufgefallen war. Etienne. Ich lief schon mehrfach daran vorbei ohne sie wirklich zu bemerken, da sie von außen eher wie eine Bar aussieht. Der Laden selbst befindet sich in hinteren Teil.

Ich brachte mir von dort ein Pfund Espresso Mischung mit und ich muss sagen er schmeckt mir. Doch als ich ein wenig über die Laden im Internet suchte, sah ich dass es EINE KETTE ist. Also gut. Demnächst wieder Deuza.

Die Schwimmrunde am Morgen war endlich eine wie ich mochte. Das Meer mit sehr leichtem Wellengang und ich konnte ungestört bis zu Bojen schwimmen und zurück. Zudem war der Strand kurz nach 8:00 so gut wie leer.

Wieder daheim setzte ich mich an den PC und schreib eine Weile. Es macht Spaß, doch da ich verschiedene Charaktere habe muss ich auch verschiedene Stimmen im Kopf haben und die machen mich alle ein wenig wirr, weil so noch zu unkoordiniert alle durcheinander plappern. Das Seltsame daran ist, dass sich auch Gesichter und Stimmen aus der Vergangenheit zurückmelden, deren Worte und Geschichten mich mitunter mehr beeinflussen, als mir lieb ist. Aber das muss wahrscheinlich so sein. Irgendwo wollen die auch nicht vergessen werden und vielleicht mal verewigt werden.

Ansonst fing ich eine Comic Buch an. Les Beaux Étés. Mehr darüber die Tage. Es passt zumindest gut in die Jahreszeit und das Reisefieber.

Am frühen Abend machte ich einen kleinen Abstecher auf dem Hauptplatz. Im Kiosk spielte ein Pink Floyd Cover Band. Es war seltsam das hier zu hören. Ich war in meiner frühesten Jugend mal ein Fan der Band und ich hätte mir gerne eines legendären The Wall Konzerte angesehen. Freunde von mir durften, ich, das war vom elterlichen Hause aus eh klar, durfte natürlich nicht.

Für den Abend hatte ich einen Tisch bestellt im Instincts, das Oberüberliebingsrestaurant der D.

Die Vorspeise war ein sehr zartes Tartar vom Kalb mit einer Kräuter Schaumsoße und frittieren Schalottenringen.

Das Hauptgericht war Seehecht mit allerlei Gemüse.

Da ich den ganzen Tag weiter nichts gegessen hatte, gönnte ich mir auch die Käseplatte.

Als Nachtisch gab es ein Kompott von wilden Erdbeeren mit Erdbeersorbet und rotem Basilikum. Wow!

Ein kleiner Absacker im Bidain auf ein letztes Glas Wein und ab in die Federn.

St. Jean: Abkühlung & Bayonne

Ich war sehr früh wach. Irgendein Knall draußen ließ mich hochschrecken. Es hatte in der Nacht geregnet und gründlich abgekühlt was mir schon gestern Abend auffiel. Um die Wohnung auch kühler zu bekommen hatte ich die ganze Nacht eine Balkontür offen gelassen und mein Schlafzimmerfenster, was einen kontinuierlichen Durchzug ergab, und das hatte sehr geholfen.

Kurz nach 8:00 war ich schon am Meer.

Doch es war noch um einen Deut wilder als am Tag davor und richtig Schwimmen ging nur sehr begrenzt. Bis hoch zu den Bojen war eh nicht drin. Also schwamm ich bis zum Ponton mit der dem Springbrett und wieder zurück, was nicht sehr weit war, aber immerhin. Ich kletterte zum ersten mal auf das Ponton, doch ich blieb nicht lange denn durch das Geschauckele der Wellen konnte nicht einmal ordentlich darauf stehen.

Ich bekam noch just eine Dusche am Strand um das Salzwasser abzuschwaschen. Als ich dann wieder oben auf den Promenade war wollte ich noch kurz die Füße unters Wasser halten, um sie zu entsanden, doch da war das Wasser bereits abgesperrt. Die ersten Maßnahmen um Wasser einzusparen, jetzt also auch hier.

Ich überlegte was ich tun sollte. Entweder in der Wohnung bleiben und schreiben, oder einen Ausflug machen. Ich entschied mich für den Ausflug. Auf nach Bayonne!

Ich hatte Glück, es fuhr ein TGV direkt dorthin und in knapp 20 Minuten war ich dort.

🎶Über die Brücke geeeehn, um Bayoooonna zu seehn 🎶…sorry ich bin doof. Und das Lied kennt inzwischen kein Mensch mehr. Zwischen all den Fahnen hing übrigens auch die Luxemburgische.

Ich kehrte sofort bei meinem Parfümeur meines Vertrauens ein, für eine Flasche Grenouille. Einer meiner liebsten Düfte für den Sommer.

Dann ging ich an einem Laden vorbei in dem ich nie war, zumindest nie mit der D. Dabei war ich schon lange sehr neugierig auf die Charcuterie.

Sebastien Zozaya hat mit der „Meilleure Ouvrier de France“ eine Auszeichnung die man nicht alle Tage bekommt. Sein Spezialität sind Pasteten, von denen ich diesmal keine hatte, aber das wird nachgeholt.

Das Tagesgericht war:

Und:

Im 64 Laden, eine Kette die es nur hier gibt versuchte ich zwei verschiedene Hemden:

Welches es geworden ist, sehr ihr die Tage. Bis dahin dürft ihr raten. Ich schlenderte ein wenig weiter durch die Straßen:

… und ging dann hinunter zum Baskischen Museum, in dem eine Ausstellung von Leon Bonnart stattfand. Bonnard war vor allem bekannt durch seine überdimensionalen Porträts . Aber bei einem zuckte ich zusammen weil es sehr Leonardo da Vinc-ig daherkam.

Es ist im Vergleich zu den anderen Bildern sehr klein und es stand nichts weiter als Info dabei. Es ist sicherlich von Bonnard, aber meiner Meinung nach sehr inspiriert von Leo.

Ich machte nicht viele Fotos in Bayonne. Es gibt schon pfundweise davon im Blog. Hier habe ich eine Auswahl an Postings zusammengestellt.

Kurz nach 17:00 war ich wieder in St. Jean. Noch drei Stunden bis zum Abendessen. Zeit für eine weitere Runde Schwimmen. Sehr gut! Aber man muss die Masse an Menschen am Strand ein wenig ausblenden. Dann geht es eigentlich. Für den Rest muss man halt den Ort, die Einheimischen und die guten Restaurants kennen.

A propos Restaurant: Am Abend war ich im Etxe Nami. Ein großartiges Japanisches Restaurant mit baskischem Einschlag, von dem ich schon einmal berichtet hatte. Die Küche geht in eine völlig andere Richtung von dem was man sonst hier so findet. Abglichtet habe ich nur den Wein. Das Foto war eine Quizfrage für die D. die letztes Mal mit dabei war.

Die Herzlichkeit mit der man dort empfangen wird, die Speisen die so völlig anders sind, und das Ambiente insgesamt machen den Ort zu etwas ganz besonderem.

Einen letzten Absacker gab es noch vor der Tür bei Bidaian.

So gesehen war heute ein absoluter Action Tag. Morgen wird es ruhiger werden, denn wenn die alle Tage sind wie heute, werde ich Urlaub vom Urlaub brauchen.

St. Jean: Der zweite Tag

Am Morgen während der Schwimmrunde war die Sonne noch da, dann zog sich der Himmel zu. Ich schwamm aber nicht bis zu den Bojen, das Wasser war mit eine Idee zu wild. Aber da ich früh losgezogen war, war es ruhig am Strand.

Am Mittag ein kurzes Mittagessen in der Bar de la Marine. So toll wie die Bar ist für Apéros ist, so lieblos ist die Küche. Ich hätte es wissen müssen, nun ja…

Da sich die Sonne heute rar machte, beschloss ich am Nachmittag einen alten Text zu lesen, den ich vor sehr vielen Jahren geschrieben hatte und der irgendwann mal ein Roman werden sollte. Doch wie bei so vielen Texten landete er in der Schublade beziehungsweise auf einer externen Festplatte und blieb dort gut und gerne 15 Jahre liegen. Der Ursprung der Geschichte geht auf eine winzige Begebenheit zurück, die noch viel weiter zurück liegt, als ich einmal abends, als ich noch in meinem früheren Friseur war, heim fuhr und es zu schneien anfing. Noch heute sehe ich dieses Bild leicht verschwommen vor mir. Den Ort genau weiß ich nicht mehr, aber es gab dort einen abgeschiedenen Bauernhof und eine Bushaltestelle. Daraus entwickelte sich über die Jahre ein völlig andere Geschichte die ich immer noch im Kopf habe und die endlich raus muss. Ich nutze also die Zeit hier um sie fertigzuschreiben.

Interessant an dem alten Text, war die Ausdrucksweise und die Wahl einzelner Wörter. So würde ich das heute nicht mehr schreiben. Zudem lässt die minutiöse Beschreibung mancher Dinge bereits erahnen, dass sie im Verlauf der Geschichte noch einmal wichtig werden. Teilweise musste ich grinsen beim Lesen doch noch öfter schüttelte ich den Kopf.

Nach dem der Lektüre kam ich zu dem Schluss, dass es keine gute Idee war ihn zu lesen, denn es brachte mich keinen Schritt weiter.

Später machte ich mich auf den Weg zu der A. und ihrem kleinen Juwelierladen. Große Wiedersehensfreude. Sie wird die Kette vom Amulett mit einem Verschluss versehen. Das mit den Knoten, die ich gebastelt hatte, sah nicht so toll aus. Zudem sah ich auch ihren Mann, den A. der viel neues zu berichten hatte.

Am Abend fing es an wenig zu nieseln. Alles und jeder atmete auf, aber es war nicht von langer Dauer.

Ich hatte einen Tisch in der Pile d’Assiettes reserviert. Und während ich dort saß, las ich in einem der letzten mitgebrachten New Yorker. Tossed and Tunrned. Wenn jemand auf der Suche nach einer neuen Matratze ist und am verzweifeln, sollte den recht heiteren Bericht lesen. Ich zumindest bin froh, dass ich das so schnell nicht mehr zu tun brauche. Hästens, die auch im Artikel erwähnt werden, haben übrigens eine Filiale in Luxemburg mitten im Zentrum. Ich war noch nie in dem Laden, weil mir das von außen schon alles viel zu viel zu kuschel heiß und over the top aussah. Als ich jetzt die Preise im Bericht sah, wusste ich auch warum ich nie eine Hästens Matratze haben werde… Aber vielleicht ist das ein irre Hype, den nur die Amerikaner mitmachen und hier sind die Preise gesitteter? Ich sollte das mal nachforschen.

Was gab es denn in der Pile d‘Assiette zu essen?Da gab es erst mal einen gebackenen Camembert mit Salat:

Und anschließend ein Tartare vom Rind mit Roquefort, Sesam und Nüssen! Sensationell!

Ich saß noch eine Weile auf der Terrasse und war kurz vor 23:00 in der Horizontalen.

Erst mal ankommen

… und sofort in die liebgewonnenen alten Gewohnheiten verfallen.

Den Koffer in die Wohnung wuchten. Der D. anrufen dass alles ok ist. Den Koffer in Guiness Rekord Geschwindigkeit auspacken und einräumen. Sich umziehen. Noch schnell bei Bidaian vorbeischauen und einen Tisch reservieren. Und dann SOFORT, ABER SOWAS VON SOFORT, schwimmen gehen.

Eine Runde bis zu den Bojen schwimmen und zurück. Mehrfach einen Schluck Meerwasser in dem Mund bekommen, ausspucken und es herrlich finden. Am Stand liegen und sich von der Sonne trocknen lassen.

Dann zu Bargeton und ein Eis essen:

Da es irre heiß war, wurde es ein Aquashake mit drei Kugeln Calamansi Sorbet. GORẞARTIG!

Und jetzt kommen wir zu dem, was ich versuchte ein wenig zu verdrängen, was hier in St.Jean-de-Luz aber unumgänglich ist. Wir haben August und es ist rappelvoll, … überall.

Am späten Nachmittag ein Apéro in der Bar de la Marine. Ich hatte Glück und bekam sofort einen Tisch. Ein Lillet auf Eis:

Dann zu Jérôme Bidaian:

Bidaian ist nicht nicht sein Familienname, das ist Baskisch und bedeutet ‚reisender Koch‘, und ich fing gleich mit dem an, was in Deutschland nicht gern gesehen ist. Foie gras. Ich ass es mit gutem Gewissen. Es ist dieses Jahr zum ersten mal dass ich überhaupt welche esse. Und wenn sie so gut zubereitet ist wie hier, mir so viel Sorgfalt und Hingabe…

Dazu gab es einen recht ungewöhnlichen Wein:

‚Amalgame’ ist etwas zwischen einem Pinot Noir und einem Rotwein. Er wird frisch, fast kühlschrankkalt serviert und schmeckte ausgezeichnet dazu.

Dann gab es Thunfisch:

Einmal kurz rundum gebraten. Mit dem allerlei Gemüse schmeckte er so schlicht wie genial.

Anschließend gab es Kastanien:

Ich sag es nochmal. Es sieht sehr schlicht aus. Aber es ist perfekt von der Kombination. Ich habe selten einem Koch so vertraut wie Jérôme. Die kleine Stachelbeere rundete das Ganze perfekt ab zwischen süß und säuerlich.

Und damit verabschiede ich mich für heute. Morgen geht es weiter.

Das Amulett

Eine Begebenheit von gestern sollte ich noch erzählen.
Ich plane ja bereits Dinge für Ende des Jahres und schreib diesbezüglich die K. an, (die ich mal die beste Reiseagentin der nördlichen Heimsphäre genannt hatte) die all die letzten Jahre alle meine großen Touren organisiert hat. Aber irgendwie hatte ich auch im Gefühl dass da etwas nicht stimmen würde. Und ich sollte recht behalten. Sie hat Anfang des Jahres nach über 30 Jahren den Beruf an den Nagel gehängt und sich anderweitig orientiert. Keiner versteht das besser als ich. Aber sie gab mir auch einen Tipp, wo ich mich hinbegeben sollte.

Kommen wir zur eigentlichen Tagesberichterstattung.

Am Morgen eine schnelle Fahrt zum Recycling Center.

Die letzten Vorbereitungen.
Die Reiseliste abarbeiten, mit all den Dingen die brauchen werde.

Am Nachmittagh schnell mein Amulett abholen, das ich schon so lange nicht tragen konnte, weil das dünne Lederband kaputt war. Jetzt man mir eine Öse eingesetzt und ein neues Band.

Mein neuseeländisches Amulett, das auch für ‚save travels‘ gilt.

Am Abend ein kurzer aber schöner Besuch an der Mosel. Kurz nach 10:00 war ich daheim um im Bett.

Vorletzter Tag

So platt wie ich gestern war (zwischendurch wenn ich wegdöste, träumte ich von den Tagen davor) so energisch war ich heute. Ich räumte auf, ließ die Waschmaschine mehrere Fuhren waschen, und schmiss weg, was schon lange weggeschmissen werden sollte.

Am Nachmittag kam die M. vorbei und wir tauschten Schlüssel. Ich bekam die Schlüssel von St.Jean und sie die Schlüssel von meiner Wohnung. Sie wird die nächsten Tage auf mein Grünzeug aufpassen. Und damit wisst ihr bereits wo ich hinfahre. Eine Überraschung ist es nicht. Ich liebe die Gegend heiß und innig, und irgendwann werde ich wahrscheinlich… aber das ist Zukunftsmusik.

Als ich die Wohnung fast komplett auf Vordermann gebracht hatte, (der Kühlschrank hat quasi nichts mehr aufzuweisen) gönnte ich mir „meine“ Terrasse im Hotel Parc Belair ohne die A.

Ich habe ein neues Lieblingsgetränk:

Nein das ist kein Apérol Spritz sondern ein Campari Spritz. Schmeckt mir rundum besser weil weniger noch weniger süß ist und etwas bitterer. Ich habe ihn jetzt öfters probiert und ich kann ihn jetzt offiziell als mein Spritz erklären.

Zwischendurch telefonierte ich kurz mit der A. die in einem kleinen Dorf in den Cevennen verweilt, wo ich ja auch schon mehrfach war.

Ich machte früh Schluss, denn morgen muss ich nochmal ran um alles in der Wohnung fertig zu bekommen. Ich hasse nichts mehr als wenn ich von einer Reise heimkomme und es herrscht ein heilloses Durcheinander.

Das Loch danach

Sonntagmorgen. Der Tag an dem sich das berühmte Loch auftut nach einem intensiven Projekt, das zwar etwas mehr als zwei Wochen gedauert hat, sich aber anfühlt als ob es zwei Monate gedauert hätte.

Ich hatte mir Dinge vorgenommen, doch ich habe gar nichts getan. Irgendwann am späten Morgen legte ich mich noch einmal schlafen, hatte irre Träume die mich alle das Vergangene der letzten Tage noch einmal durchleben ließen. Irgendwann stand ich dann doch auf trank Kaffee und schaltete, völlig entgegen meiner Gewohnheit, den Fernseher ein. Die Sendung mit der Maus. Sie ist schon anders als ich klein war, vor allem die Sprache ist sehr anders geworden…

Ein kleiner Einkauf beim Supermarkt im Viertel. Ein Croissant und ein Brötchen.

Als ich dann den großen Beutel durchsah in den ich den Anzug verstaut hatte, den ich für die letzten Aufnahmen anhatte, merkte ich dass das Sakko fehlte. Mist! Ich hatte es am Drehort gelassen und ich wusste sogar wo. Also flink ins Auto und zurück in der Hoffnung, dass niemand sonst ihn mitgenommen hätte. Doch es hing noch da. Uff.

Ein paar Eindrücke der letzten Tage:

Foto by T.Z.

Mitte September wird es ausgestrahlt.

Am Abend die letzten drei Folgen der dritten Staffel von the Umbrella Academy geschaut. Sie ist besser als die zweite Staffel davor, aber das Ende wird wieder bis zum letzten erdenklichen Satz in dir Länge gezogen. Das finde ich traurig, denn es gibt einem am Ende immer das Gefühl als ob man es sich der Ordnung halber bis zum Ende angesehen hätte und nicht weil man es wirklich wollte.

Recht früh ins Bett.

Nochmal Kunstgeschichte

Gerne würde ich etwas über die letzten Tage erzählen, denn es gäbe vieles was ich hier festhalten möchte, doch ich darf nicht. Es war sehr emotional, soviel kann ich verraten, und das Endresultat kommt ab dem 17 September im Fernsehen.

Aber wir schreiten in großen Schritten auf das Ende des Projektes zu und so langsam wage ich mich zu freuen, auf das was da in den nächsten Wochen kommt.

Zudem plane ich auch schon was für die Endjahresfeierlichkeiten. Aber dazu komme ich wenn es soweit ist.

Heute gibt es nochmal ein bisschen Kunstgesichte weil ich ein wenig Zeit hatte. Interessanterweise sah ich die Werbung dafür auf YouTube, was mich wunderte. Es ist zum ersten mal dass ich Werbung für ein Museum dort sehe. In der Villa Vauban sind zur Zeit sehr schöne englische Landschaftsbilder zusehen von John Constable. Das letzte mal dass ich eine Ausstellung über romantische Landschaftsmalerei sah, war in Perth. Hach, und das ich auch schon so lange her und gibt mir Fernweh…

Doch der Freitag begann erstmal mit einer Schwimmrunde. Yeah! Und da es heute sehr ruhig war in der Badanstalt, schwamm ich länger als sonst. Mein Rücken dankte es mir.

Mittagstisch im Renert: Ein griechischer Salat.

Der Park in dem die Villa Vauban steht. ist zur Zeit eine Pracht.

Dass die Tanne rechts so schief steht, hängt wahrscheinlich mit einem der letzten Stürme zusammen.

Und interessanterweise waren die Bilder von John Constable in der Ausstellung den meinen Fotos vom Park sehr ähnlich.

Eines der eindrucksvollsten Bilder war das hier, weil es im Gegensatz zu dem was Constable sonst malte eine beachtliche Größe hat.

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Am Abend war ich eingeladen, zu jemandem denn ich schon seit einer Weile kenne. Wir hatten uns beide etwas mehr von dem jeweils anderen erwartet. Ich würde es nicht als Reinfall bezeichnen, es gab halt nicht die geringste Gemeinsamkeit.

Die Fotos eines Tages & ein bisschen Kunstgeschichte

Heart of Gold

Ein langer Sonntag zwischen Esch, der Alten Heimat und der Hauptstadt.

Ich saß für eine Weile im Go Ten:

Unterhalb vor dem Palais war wieder die Leinwand aufgerichtet worden für die legendären Open Air Vorführungen. Auf dem Programm: Die Ferien des Monsieur Hulot. Ich blieb nicht, weil ich den Film bereits kannte und nicht so scharf darauf war, ihn noch einmal zu sehen.

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Am Samstag hatte ich das Buch auf dem Flohmarkt entdeckt. Ich kannte die Pescatore Kollektion, wollte auch schon immer ein Buch darüber haben, war mir aber nie sicher ob es überhaupt eines geben würde. Das hier wurde 2004 herausgegeben, ist fast 20 Jahre alt, aber in einem tadellosen Zustand und das Papier von hoher Qualität zum Schnäppchenpreis von 15€.

Jean-Pierre Pescatore hat einer der wichtigsten Sammlungen von holländischen, flämischen, französischen, schweizerischen und italienischen Malern zusammengetragen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert und sie nach seinem Tod der Stadt Luxemburg vermacht. Ich hatte sie vor etlichen Jahren einmal gesehen, als sie fast komplett in der Galerie Vauban zu sehen war. Viele der Bilder werden immer wieder ausgeliehen an Museen durch die ganze Welt. Eines der schönsten Bilder ist das vom Nachtmarkt in Den Haag von Petrus van Schendel, was mir von der damaligen Besichtigung bis heute in lebhafter Erinnerung geblieben ist ,weil es fast Fotoqualität hat.

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Eine Geschichte über einen Vater gelesen, via Miraim.

Ich dachte dabei an meinen eigenen Vater, der vielleicht nicht so ausschweifend gewesen sein mag, aber zumindest gab es da eine Gemeinsamkeit mit dem Sohn. Ich hatte gar keine…

Kleine Funkstille

Diese Woche wird es noch einmal ruhig werden. Vielleicht gibt es ein paar Fotos zwischendurch , wenn ich es schaffe. Doch ich sehe das Licht am Ende des Tunnels. Anschließend könnt ihr euch auf viele Eindrücke und Fotos vom Meer & Co. gefasst machen. Und keiner freut sich mehr als ich.

Kino & Bovary

Nach dem platten Tag kam ein Tag mit ein wenig mehr Schwung drin.

Am Nachmittag seit sehr langer Zeit mal wieder mit der D. im Kino. Auf dem Programm ein spanischer Film. As Bestas.

Ein Nachbarschaftssreit artet aus. Herausragend gute Darsteller. Eine sehr spannende Geschichte in einem kleinen verlassenen Dorf in einer kargen Gegend in Galizien. Wenn ich während dem Film nicht ein einziges mal auf die Uhr schaue, ist das schon ein sehr gutes Zeichen. Doch der Film ist lang und könnte mit seinen 2:17 Stunden gute 15 Minuten gekürzt werden, vor allem in der zweiten Hälfte. Jedoch absolut sehenswert. Wenn in München eine OV Fassung gezeigt werden sollte, ich kenne da eine Bloggerin, der ich den Film sehr ans Herz legen würde…

Am Abend munterten die N. und ich die A. auf, weil die es dringend brauchte. Ab ins Café Bovary:

Es wurde nicht spät, denn wir alle sollten am Samstag möglichst früh aus den Federn.

Platt, restlos platt

Oh wie schön morgens aufzuwachen und NICHTS vorzuhaben!

Mit der D. um 11:00 ein Kaffee. Mittagstisch gab es im Vis-à-vis.

Ein paar Einkäufe später wieder daheim um eine Fuhre Vanilleeis herzustellen die ich für Freitag brauchen werde.

Überhaupt hatte ich mir so manches vorgenommen. Ich wollte eine Runde schwimmen, das Eis machen, mich um die Wäsche kümmern, im Büro anfangen ein Regal auszumisten, vielleicht am Abend ins Kino gehen. Und was habe ich getan? Nichts! Überhaupt gar nichts. Ich war so platt von den letzten Tagen, hinzu kam die Hitze, dass gar nichts mehr ging. Gegen Abend lag ich beizeiten in der Horizontalen.

Fotos der letzten Tage

Was mir seit ein paar Tagen bewusst wird ist, dass ich in den letzten Monaten das Fotografieren vernachlässigt habe. Es ist nicht so dass ich gar keine mehr mache, doch mit dem Alltagstrott und und immer den gleichen Wegen, fiel mir nichts mehr auf, oder ich habe nicht auf die Umgebung geachtet. Das muss sich ändern. Und da ich ja aus Gründen nicht viel über den Alltag die letzten Tage schrieben konnte, gibt es jetzt Fotos.

So sieht das tagsüber aus.
Ich hatte das Veilchen im Kasten stehen lassen und siehe da, aus eins wurden zwei.

Kurzer Zwischenfall am Dienstag. Ich hatte mich nachts verlegen und kam am Morgen nur sehr viel ‚Aua‘ und ‚Nonditschö houere Schä…‘ aus dem Bett. Ich bekam aber glücklicherweise gleich für Mittag einen Termin beim Chiropraktiker meines Vertrauens. Ich nahm ein Pfund Schmerzmittel damit ich dem Morgen vor der Kamera überstehe. Der war aber glücklicherweise sehr schnell vorbei. Nach dem Termin verbunkterte ich mich in der Wohnung mit Ventilator den draußen herrschten australische Outback Temperaturen.

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Am Mittwochmorgen flog ich mit einem Knall aus dem Bett. Der Blitz hatte umweit von meiner Wohnung eingeschlagen. Danach ging eine gewaltige Schauer nieder, die alles erstmal abkühlte. Ich riss anschließend alle Fenster auf.

Am Abend dann startete die Apérotime mit viel Freude auf ‚meiner‘ Terrasse im Parc Belair:

Später gab es Lachs caramelisiert mit Miso und Gemüse und einem kleinen Salat.

Und jetzt habe ich erstmal drei Tage am Stück frei! Juchuu!

Ein seltsamer Tag

Ich bin ja jetzt wieder irgendwo an dem Punkt in den Projekten, an dem ich schon einmal war und das nicht mehr wollte. Der Unterschied ist aber, dass ich jetzt auf der anderen Seite der Kamera stehe, und das ist eine neue Erfahrung, weil es nochmal anders ist, als das was ich für No Art On Air mache. Es macht Spass, aber man kann es auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Ich würde wirklich gerne mehr darüber schreiben, nur ums es später weider lesen können. Aber es geht nicht.

Da der Kühlschrank nichts mehr hergab, beschloss ich am Abend in der Skybar zu speisen. Ich fand es sehr seltsam dass das ganze Bedienungspersonal gewechselte hat. Es war niemand mehr von der alten Garde da, die aber immer hin über lange Jahre hinweg dort war.

Der Carpaccio vom Rotbarsch jedoch war Weltklasse!

Es gibt immer wieder hier Überraschungen auf der Karte die einfach nur Wow sind! Danach hatte ich Kabeljau der auch sehr gut war, aber die Vorspeise nicht topte.

Ein Tiramisu mit Himbeeren rundete das ganze ab.

Im Innern verstecke sich ein Kugel Himbeereis.

Später traf ich dann noch die A. mit Blue und die A2 mit dem kleinen L. auf einen Absacker im Pavillon vom Park Belair.

Sonstige Alltäglichkeiten

Auch wenn ich nichts erzählen darf, so kann ich aber die täglichen Outfits zeigen. Die sind nämlich alle aus meinem Kleiderschrank. (Von wegen, ich hab nichts anzuziehen!)

Eine andere Entdeckung die ich schon gestern machte, war in den Blumenkästen auf dem hinteren Balkon. Ich hatte für dieses Jahr beschlossen nichts weiter zu anzupflanzen , weil ich mehr unterwegs statt daheim sein werde. Ein Teil der Erde ließ ich letztes Jahr in Kübeln drin, damit ich bei der Neubepflanzung nicht so viel neue Erde in den dritten Stock schleppen müsste. Aus dieser Erde kam nun ein Veilchen hervor, von denen ich nie welche eingepflanzt hatte. Entweder war der Samen schon davor in der Erde drin oder er wurde von den Vögeln angeschleppt.

Inspiriert durch etwas über das ich nicht berichten kann, war ich versucht das gleiche zu tun. Die nächsten Fotos war das Resultat über den Nachmittag verstreut.

Vor allem auf dem ersten Foto ist mehr zu sehen als man auf den ersten Blick sieht.

Heute vor… (1)

Da ich heute über nichts berichten kann, gibt es zwei Fotos aus der Vergangenheit.

Heute vor acht Jahren machte ich dieses Foto der Villa Fichtenau. Dort hatte ich im obersten Stockwerk mein Zimmer während der dreiwöchigen Fastenkur am Bodensee. Es war die Kur die mir, meiner Meinung nach, das Leben rettete. Ich bin heute noch immer überzeugt dass, wenn ich sie nicht gemacht hätte, ich nicht der wäre der ich heute bin, sondern jemand der in der Trauer und Depression restlos versunken wäre. Es ging mir gar nicht so sehr um die Kilos die dabei purzelten, (das war ein angenehmer Nebeneffekt) sondern um den positiven Effekt, den es auf meine Psyche hatte. Dass es bis heute medizinisch nicht klar bewiesen ist, dass Fasten auch gegen Depressionen hilft, ist mir schnurz. Mir hat es damals sehr geholfen.

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Auf dem diesem Foto, das heute vor 17 Jahren gemacht wurde, bin ich mit einer Arbeitskollegin zu sehen, die ich nach diesem Projekt nie wieder gesehen habe. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, wurde das Foto in Kroatien gemacht. Es war eine anstrengende aber auch schöne Zeit. Man bemerke dass ich noch keinen grauen Haare, weder auf dem Kopf, noch im Bart hatte. Obwohl… *räusper*,die auf dem Kopf waren, glaube ich, gefärbt.

Virgin Mojito

Ein Bild kann ich zeigen, weil das auch in den sozialen Medien zu sehen war:

Nach den gestrigen 28-29 Grad, stieg die Temperatur heute bis auf 34 Grad. Viele stöhnten, ich aber mag das ja. Es ist meine Bertriebstemperatur. Und so saß ich am späten Nachmittag mit einem herrlichen Virgin Mojito im Vis-à-vis auf der Terrasse und wartete auf die D.

Große Wiedersehensfreude und Debriefing der letzten Wochen mit allem was sich zugetragen hat.

Nach ein paar Fajitas aus der Däiwelskichen, die übrigens sehr gut waren, ging es bei Zeiten nach heim, denn morgen geht es wieder zeitig los.

Es wird ruhig

Die kommenden Tage werde ich wenig zu berichten haben, weil ich vertraglich gebunden bin nichts zu verraten. Es wird also ruhiger werden die zwei nächsten Wochen. Ich bin selbst gespannt was das werden wird. Aber seit dem Dienstagvormittag ist das alles viel klarer und freue mich auf die kommenden Tage.

Es wird also ruhiger hier werden. Aber dafür wird es im Anschluss an die zwei Wochen gleich viel ausführlicher. Versprochen.

Ein Montag

Es kann nicht jeden Tag etwas aufregendes passieren, oder ich kann nicht jeden Tag etwas unternehmen was einen schönen Blogbeitrag ergibt.

Heute war so ein Tag den ich der A. widmete. Ich fuhr mit ihr nach Saarbrücken in ein Möbelhaus, weil sie einen neuen Esstisch für die neue Wohnung sucht. Esstische kauft man nicht alle Tage und wenn, dann muss es schon einer sein an dem man sich nicht so schnell satt sieht. Er muss stabil sein und möglichst ein paar Jahrzehnte gut aussehen ohne zu einem unansehnlichen Teil zu verkommen, das seine Zeit und die Mode überlebt hat. Also möglichst ohne Kinkerlitzchen. Alles in allem leichter gesagt als getan.

Als ich damals in die neue Wohnung zog, hatte ich meine Innenarchitektin stets zur Hand die meine ‚Ausrutscher‘ korrigierte. Darum sieht die Wohnung auch so aus, dass ich mich immer noch wohl dort fühle

Auf dem Hinweg standen wir in einem Stau wegen einer Baustelle die uns ein paar Nerven kostete. Aber es ging alles glatt.

Die A. fand nicht was sie sich vorstellte. Aber ein paar Anregungen.

Wieder zurück ging ich alleine zum Parc Belair.

Es wird einer der letzten Abende sein an dem ich alles gemütlich angehen kann. Die nächsten zwei Wochen werden… Stress?… ich weiß es noch nicht. Aber sie werden sicherlich lang werden. Und ich kann nich nicht absehen ob ich hier etwas posten kann oder nicht.

Ich seit sehr langer Zeit mal wieder ein Vitello Tonato. Das letzte das ich gegessen hatte, war mir damals zum Verhängnis geworden. Ich erspare euch die Einzelheiten.

Aber das hier war wunderbar.

Zwischendurch bekam ich ein Foto von dem A. vom Tag der Pride, das wirklich sehr schön geworden ist.

Die Regenbogenfarben spiegeln sich in der Sonnenbrille.

Ach das hier vom gleichen Tag fand ich beim S. auf Insta:

Die Highlights des Wochenende & Boy George !

Am Freitag war ich zum ersten mal wieder seit sher langer Zeit in der Konstellation mit der A. und der N. unterwegs. Es ging andie Mosel zu Desom und anschließend in den Jardin de France. Fotos gibt es leider keine davon.

Als wir in den Jardin de France wollten war die Zufahrtsstraße gesperrt. Der Polizist gab uns Auskunft dass ein Kinoabend dort stattfinden würde. Aber wir durften trotzdem hin. Es stand eine große Leinwand auf der Wiese und gezeigt wurde einer großen französischen Klassiker. Le Grand Bleu. Ich wäre gern geblieben, denn wann bekomme ich den noch einmal auf einer großen Leinwand zu sehen. Aber so tranken wir gemütlich unseren Absacker und fuhren zurück. Ein sehr schöner Abend.

***

Am Samstagmorgen gab es Frühstück bei der N., die ja aufs Land gezogen ist gleich hinter die Grenze nach Frankreich wohnt.

Am Nachmittag kam das worüber ich mich schon seit Wochen freute. Ich fuhr nach Esch zum Pride Wochenende. Auf dem Stadtplatz war eine große Bühne errichtet worden. Drumherum gab es viel Stände und auf einem kleinen Seitenplatz eine eine kleine weitere Bühne für Dj’s.

Es herrsche eine bunte und sehr friedvolle Stimmung. Die Polizei, die ebenfalls herum patroullierte schien sich zu langweilen. Ich traf viel Bekannte wieder. Der Platz füllte sich für den Abend immer mehr. Einer der Highlight s war unter anderem Chaild, den wir vor kurzem auch in der Sendung hatten.

Und dann kam der Herr wegen dem ich endlich mal wieder auf ein Konzert ging auf dem ich mich durch die Massen bewegen musste was ich sonst gar nicht mehr gern mache.
Meine Insta Follower wissen es schon:

Boy George mit Culture Club war da!

Die beiden ersten Songs die jedem einfallen wenn man die ihn denkt sind Karma Chaeleon und Do You Really Want to Hurt me. Aber da gab es noch so viel mehr.

Und weil mir das aber nicht so richtig mehr einfallen wollte die letzten Tage, suchte ich in den Musikportalen und fand sehr viele Songs von ihm wieder, die ich vergessen hatte. Church of the Poison Mind, The War Song, oder Everything I Own. Er sang auch alle die alten Klassiker nur bei Do You Really Want To Hurt Me, sang er eine neue langsame Version. Er hatte auch vorangekündigt dass jetzt das Lied kommt von 1982, von einer Frau oder einem Mann oder was auch immer er zu der Zeit gewesen sein mag. Das wäre er schon lange nicht mehr. In Church of thr Poison Mind, schwang er einmal kurz über auf ein Lied von Geroge Michael – I’m Your Man.

Es war ein tolles Konzert. Und ich war sehr begeistert vom Sound. Kompliment an die Soundtechniker.

Später ging ich dann noch kurz zur After Party.

Ich blieb jedoch nicht lange. Kurz nach 2:00 lag ich im Bett.

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Der Sonntag verbrachte zum Teil faul im Bett, zum Teil mit Haushaltsdingen und viel Körperpflege.

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Wir alle wissen dass das Abtreibungsgesetz in den Staaten gekippt wurde, was sehr niederschmetternd war. Emily D. Backer, die normalerweise nur Gerichtsverfahren und Urteile aus der Popkultur analysiert, macht hier eine Ausnahme. Eines aber sagt sie gleich vorweg. Sie kommentiert nicht das Urteil an sich und die Folgen, sondern nimmt den Gerichtstext auseinander und erklärt juristische Begriffe und warum das Gericht so entschieden hat. Das Video ist 1Stunde 23 Minuten lang. Mir ging es vor allem darum zu verstehen, wie ein solches Urteil überhaupt zustande kommen konnte.

Kobé, ein Foto aus der Vergangenheit und eine Premiere

Fangen wir bei Mittwoch an.

Am Abend hatte ich eine Verabredung mit einem Schauspieler, den ich schon seit Jahren kenne und wir sollten immer mal zusammen essen gehen. Das stand schon weit vor der Pandemie fest. Wir entschieden uns für das Kobé, ein Restaurant das weder er noch ich kannten, das aber in höchsten Tönen von allen gelobt wird. Wir hatten die große Platte mit über 50 Sushis für zwei Personen.

Es war hervorragend. Zu trinken gab es Saké der eine leicht erdige Note hatte und ein wenig nach Anis schmeckte. Passte top.

Am Nebentisch saß ein Bekannter, dessen Mutter Altenpflegerin ist und meine Tante Gritty im Heim gepflegt hat bis zum Schluss. Tante Gritty hatte seltsamerweise mit ihr immer einen sehr guten Draht, was sie aber vielen anderen Pflegekräften nicht hatte. Ich sagte ihm er solle seiner Mutter ganz liebe Grüße bestellen.
Kurze Zeit später erhielt ich ein Foto auf dem Smartphone das mich augenblicklich in die Vergangenheit katapultierte und die Tränen in die Augen trieb.

Das ist Tante Gritty so wie sie am Ende aussah. Gezeichnet von der elenden Alzheimer Krankheit, oft weit weg von der Realität und in seltenen Momenten so präsent, die Augen groß und klar, so wie auf dem Foto. Sie lächelt sogar ein wenig.

***

Am Donnerstag dann eine Premiere eine Theaterstücks, die um mehrere Tage verschoben worden war, weil Covid wieder zugeschlagen hatte.
Die Maschine steht still. Ein Klassiker von E.M. Foster von 1909, der so brandaktuell ist, wie nie zuvor. Ich kannte die Geschichte bereits als Hörspiel und war gespannt wie sie umgesetzt wurde. Ein immersvies Stück in dem das Publikum die Reise mit dem Luftschiff (hier ein umgebauter Bus) ebenfalls antritt, gemeinsam mit der Schauspielerin. Treffpunkt war der Bahnhof Belval in dem der erste Teil stattfand.
Hier gibt ein paar sehr schöne Fotos vom Stück bei Instgram.

Gendern und meine Gedanken dazu

Da der Mittwoch nicht sooo verbloggenswert war, mit Ausnahme eines ziemlich geilen Abendessens, mache ich heute mal was anderes.

Auslöser für dieses Posting war ein Blogpost von Nicole Diekmann in dem sie übers Gendern spricht. Frau Diekmann genderte in der gesprochenen Sprache mit Glottisschalg. In ihrem Blog könnt ihr lesen wie viel Hass und Beleidigungen sie dafür einstecken musste und nicht zum ersten mal den Staatsanwalt bemühen musste.

Eines vorab. Ich bin kein Sprachwissenschaftler. Ich könnte einer sein. Mit den ganzen Sprachen die ich fließend spreche (Luxemburgisch, Deutsch, Englisch, Französisch) und ein gutes Gefühl für Sprachen und Akzente habe, wäre es als Berufswahl kein Wunder. Ihr werdet also hier ein Post lesen aus der Sicht von jemandem der tagtäglich querfeldein mit vier Sprachen jongliert.

Ich kann absolut nachvollziehen warum im deutschen Sprachraum gegendert wird und das schon seit einer geraumen Weile. Es resultiert ja aus der Gleichberechtigung heraus und wenn Gleichberechtigung gelebt werden soll, sollte sie auch in der Sprache einen Platz haben. So weit, so gut. Verständlich und für mich absolut nachvollziehbar, auch wenn ich mich immer noch schwer damit tue, es im täglichen Sprachgebrauch anzuwenden.

Mir persönlich fällt der Glottisschlag schwer, aber aus einem anderen Grund. Das kommt von meinem Vornamen Joël. In Deutschland werde ich sehr oft mit Jo-ël angesprochen, obwohl es den Schlag zwischen den o und ë gar nicht braucht.
Vor gut 40-45 Jahren, als mein Vorname in Deutschland noch weitgehend unbekannt war, war es übrigens noch heftiger. D. wie ein I ausgesprochen, also rief man mich Ioel. Noch schlimmer war die Variante bei der man das o und e als Umlaut wahrnahm und daraus wurde dann Jöl. Aber das nur am Rande

Das erklärt also meine leichte Aversion gegen das Absetzten bei Wörtern wie z.B. EinwohnerInnen. Daraus entstand bei mir der Gedanke warum man den Schlag überhaupt anwenden soll. Was wäre so schlimm daran es nicht zu tun? Weil es dann kein Gendern mehr ist? Oder greife ich da der Evolution vor? Denn gefühlt wird es doch in einer Reihe von Jahren darauf hinauslaufen dass Glottisschlag entfällt, oder nicht?

Ein anderes Beispiel, (und das kann man jetzt durchaus als krassen Widerspruch zu der Aussage davor sehen) bei dem sich alles in mir sträubt ist, wenn das Gendern neue/alte Substantive hervorbringt, die es davor nicht gab und/oder aus dem Sprechgebrauch verschwunden sind. Das Wort Gästin zum Beispiel. Darüber las ich schon vor längerer Zeit eine Abhandlung einer Feministin, die solche Wörter ablehnt, weil sie sich nur noch auf ihr Geschlecht reduziert fühlt. Verstehe ich auch voll und ganz.

Aus diesem Ansatz heraus möchte noch einen anderen Deckanstoß geben, der im gleichen Zusammenhang steht. Sollten wir nicht erst einmal die Anrede Herr und Frau abschaffen? Im Rahmen der ganzen LGTIBQ+ Bewegungen haben wir ja alle gelernt, dass es noch so viel mehr dazwischen gibt, als nur männlich und weiblich. Und führt das nicht letztendlich dazu dass das Gendern noch einmal komplett überdacht werden muss?

Gendern auf luxemburgisch ist zu Zeit kein Thema, obwohl man auch hier schon darüber nachgedacht hat, denn Luxemburgisch ist ja vom Ursprung her eine germanische Sprache. Die Evolution wird zeigen wo das hinführt.

Rums! Das war ein bisschen viel auf einmal! Aber bevor das kein Mensch mehr liest, weil es zu lang und zu ausführlich ist, mache ich hier Schluss.

Missmut

Eigentlich hätte ich ja was gehabt für gestern, aber die Homepage ist wieder bockig und produziert mir beständig time-outs. Nicht schön. Ich muss mir die nächsten Tage ein wenig Zeit dafür nehmen. Darum gab es auch ein vorgeschriebenes Fotoalbum.

Das waren so meine Sorgen am Morgen, den ich fürs Schwimmbad nutzen wollte. Zudem bekam ich eine Nachricht einer Kollegin die mich fuchsteufelswild machte, weil etwas über meinen Kopf hinweg entschieden wurde, was ich davor unbedingt hätte wissen müssen. Zudem kam es von einer Person, die das immer wieder versucht und bei der ich jetzt entschieden habe, sie bei der nächsten Gelegenheit auflaufen zu lassen und das ohne Rücksicht auf Verluste.

Der einzige Lichtblick des Tages war am Nachmittag die Schwimmrunde. Später saß ich noch eine Weile im Renert auf der Terrasse und wollte in aller Ruhe lesen, was aber eine Person verhinderte mit der ich vor Jahren mal zu tun hatte. Sie erzählte mir ihre Krankengeschichte. Nun ja. Ich aß eine Kleinigkeit und war beizeiten wieder daheim.

Auf ONE sah ich mir eine Folge Sherlock an, mit Benedict Cumberbatch. Die Braut des Grauens, die Folge die ich schon beim ersten mal nicht so gut fand, wie der Rest der Serie. Sie war auch beim zweiten mal nicht besser.

Missmutig zu Bett.

Aus dem Familienalbum 46

Beim letzten Familienalbum Foto hatte ich berichtet, dass ich eine Kiste mit Fotos entdeckt hatte, an einer Stelle in der keine vermutete. Hier ein weiteres Foto aus der Kiste:

Mein Bruder Gilles im März 1994, das einer Erklärung bedarf.

Ich war etwas erstaunt als ich das Foto fand, denn ich kannte es nicht und es gibt nicht sehr viele Bilder von Gilles aus seinen letzten Jahren, denn er ließ sich nicht gerne ablichten.

Als mein Vater 1988 strab, stellte meine Mutter umgehend das Kochen ein. Sie hatte keine Lust mehr. Nicht ganz wohlgemerkt, doch die sonntäglichen Famileinzusammenkünfte, die bei uns Kult waren, wurden nicht mehr von ihr bekocht. Entweder gingen wir allesamt ins Restaurant oder es wurde geordert. Nur für ganz spezielle Gelegenheiten schwang sie noch den Kochlöffel.
Das Foto oben musste bei einer von diesen Gelegenheiten entstanden sein, als mein Bruder zum Restaurant fuhr und das Essen abholte. Es waren die großen Servierplatten der Gaststätte, die dann am Tag darauf wieder sauber abgespült zurück gebracht wurden.