Der Sonntag war vom Wetter her trüb und von den Ereignissen her ohne besondere Vorkommnisse.
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CBS Sunday Morning hat eine Zusammenstellung von Berichten auf YT gestellt in denen sie kleine Geheimnisse aufdecken. Der zweite Bericht (ab 6:55) war hatte mich sehr fasziniert. Es geht um Geheimnisse. Schaut euch das bitte an und dann reden wir weiter:
Ich habe mir den Blog angesehen. Postsecret. Habt ihr auch so ein Geheimnis, dass euch so sehr belastet, dass sie es irgendwann erzählen müsst, aber ist es aus Gründen so schwerwiegend, dass ihr euch niemandem anvertrauen könnt? Also ich hätte schon eines. Eines das in manchen Aspekten hier immer wieder aufblitzt, aber nie in seiner Gesamtheit.
Es waren zum grössten Teil zeitgenössische Stücke. Vor allem das erste Stück gefiel mir sehr, das sich sehr anfühlte wie die Filmmusik eines Action Blockbusters. Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen einen ganzen Film nur mit Orgelmusik zu untermalen? Am Ende des Konzerts schnappte ich mir den kleinen Zettel auf dem stand was gespielt wurde. Das zeitgenössische Stück war von Grimoaldo Macchia. Variationen auf ‚Tantrum Ergo‘.
Wieder auf der Place Guillaume hatte ich Glück und bekam einen Tisch in der Casa Gabriele. Die Tische auf der kleinen Terrasse waren alle weg, weil das warme Wetter zu verlockend war um draußen zu sitzen, aber innen war Platz.
Ich hatte Hammer gute Cappelllacci mit Trüffel und Morcheln. Oh mein Gott!
Am Nachmittag hatte ich mich für eine kleine Performance im Rainbow Center angemeldet. Tom verwandelte sich in Tata Tom. Der Grund warum ich mir das ansah war nicht uneigennützig. Nächste Woche gebe ich am gleichen Ort einen Make Up Kursus für transfeminine Menschen und ich wollte ihm zusehen wie er kompliziertere Dinge selbst hinbekommt, wie Eyeliner oder falsche Wimpern. Der Trick ist der kleine Spiegel vor ihm. Ich habe einen hier und werde den nächste Woche auf jeden Fall mitnehmen.
Am Abend schaute ich mir die zwei ersten Folgen der ersten Staffel von Adam Delgliesh auf ONE an. Die Gesichte die einer Schwesternschule spielte war eine Idee einfacher gestrickt aber immer noch sehr sehenswert.
Ich machte am Morgen eine falsche Bewegung mit dem Arm und fühlte sofort einen stechenden Schmerz vorne, seitlich im Burstbereich. Es war genau die gleiche Stelle wie vor ein anderthalb Jahren als in St.Jean von Strand aufstand. Aber diesmal nicht auf der rechten Seite, sondern auf der linken. Ach, wie schön! 😡 Ich rief sofort meinem Chiropraktiker an und bekam einen Termin für Montag morgen. Das letzte mal hatte er mit drei Terminen alles wieder in Ordnung gebracht. Ich merkte eh schon die letzten Wochen, dass der ganze Schulter- und Rückenbereich knirscht wie ein alter Dachstuhl. Ich weiß auch, dass ich mir das immer wieder selbst einhandele und es nicht so schlimm wäre, wenn ich mehrfach die Woche Sport treiben würde. (Vor meinem geistigen Auge sehe ich die gesamte Leserschaft mit dem Kopf nicken.)
Da es Freitag war und ich an dem Wochentag am Nachmittag lieber aus der Wohnung verdufte, weil Meisterin Propper das Regiment führt, nahm ich eine Schmerztalblette und fuhr in die alte Heimat um eine Runde um den See zu machen.
Das Wetter war bedeckt aber es war sehr warm. Weit über 20 Grad.
An dieser Stelle fotografierte ich letztes Jahr immer das Nilgänse Paar mit den ihren Jungen.
Ich begegnete wie immer jede Menge von Bekannten unter anderem einer Kollegin vom Fernsehen die zur genau der gleichen Zeit eine Runde um den See drehen wollte wie ich. Und natürlich wurden wir beide erkannt. Es war eine schöne Runde, weil wir endlich mal außerhalb von Sender über andere Dinge konnten.
Die Bewegung tat gut ich war für den Rest des Tages quasi schmerzfrei. Die Tablette tat den Rest.
Beim Renert traf ich die freischaffende PR ( jetzt hätte ich beinah Aktivistin geschrieben) also ich traf die J. , die vor allem in der Kunst und Kultur PR arbeitet. Wir waren uns erst letzte Woche über den Weg gelaufen. Diesmal hatten wir beide ein wenig Zeit um zu reden. Wir zurrten einen Termin im April fest für ein Dinner.
Ich war beizeiten daheim und sehr früh in den Federn.
Welche Sache würdest du gerne täglich häufiger tun?
Darauf werde ich jetzt eine äußerst blöde Antwort liefern, aber jeder kann es nachvollziehen. Ich würde gerne täglich ein wenig mehr Geld verdienen, als ich das jetzt tue. Ich beschwere mich nicht, aber wenn die Preise für den Lebensunterhalt, vor allem hier in Luxemburg, weiter ansteigen, wird es in naher Zukunft eng werden.
Aus Gründen, die ich leider verschweigen muss, war der Morgen noch einmal mit gestrigen Schreibkram belegt, doch fand es endlich seinen Abschluss. Uff! Und jetzt bin ich gespannt auf der Dinge, die folgen werden. Denn es wird Folgen haben, dessen bin ich mir sicher! Wenn alles unter Dach und Fach ist, seid ihr im Blog die ersten, die davon erfahren. 
Gegen 14:00 Uhr zog ich los in die Stadt. Es war so schönes Wetter dass wir ich die Jacke nicht gebraucht hätte. Ich hatte Bücher bei Ernster bestellt, die ich abholte.
Zwischendurch gab es ein Kaffee im Renert. Dort überlegte ich was ich am Abend machen könnte. Der Kühlschrank ergab von Inhalt her nichts, was selbst in bizarrsten Kombi essbar gewesen wäre. Auf ein Restaurant hatte ich keine Lust. Nach was stand mir der Gusto?
Die Frage wurde mir mit einem Anruf abgenommen, den die A fragte mich ob ich Lust hätte, mit ihr zum ersten mal dieses Jahr auf der Terrasse des Parc Belair zu speisen.
Gegen 21:00 wurde es jedoch unangenehm kalt und kurze Zeit später war ich daheim.
Welches Tattoo möchtest du und an welcher Körperstelle?
Ich habe ein sehr gespaltenes Gefühl zu Tattoos. Einerseits muss ich mich immer wieder beruflich damit beschäftigen, weil falsche Tattoos immer wieder verlangt werden. Andererseits sind Tattoos so sehr in unserem Alltag verankert, dass wir sie kaum noch wahrnehmen. Wenn sie in einem Theaterstück verwendet werden, um eine gewisse Aussage zu machen, dann verpufft sie meistens. 
Aber das war nicht die Frage. Welches Tattoo ich gerne an welcher Körperstelle hätte, danach wurde gefragt. Sich mal kurz eben ein Tattoo stechen lassen, ist so ein Unding in unserer Gesellschaft geworden, dass ich beschlossen habe, mir nie eines stechen zu lassen. und wenn, dann müsste es schon etwas sein, dass ich mein Leben lang mit mir tragen werde und zu dessen Aussage ich auch noch in 20 oder 30 Jahren stehe. Da ich aber in 20 oder in 30 Jahren nicht mehr der gleiche sein werde, habe ich keine Ahnung, was das sein könnte.
Manchmal finde ich an Darstellern kleine versteckte Tattoos an diskreten Stellen:
Das fühlt sich dann so an wie ein bisschen schwanger sein. Ein Tattoo um des Tattowillen aber bitte so, dass es dem Beruf nicht zu sehr in die Quere kommt. Das kann ich für mich nicht nachvollziehen.
Versteht mich nicht falsch, es gibt Tattoos, die ich wunderschön finde und bei denen ich staune, was für Kunstwerke da geschaffen wurden. Das einzige, was ich mir in dieser Richtung für mich vorstellen könnte, ist, dass ich durch das Tattoo zu einem lebenden Kunstwerk werde. Das berühmteste Beispiel ist Tim der vom Künstler Wim Delvoye tätowiert wurde und der sich vertraglich immer wieder in Kunstmuseen ausstellen muss. Ich hatte Tim einmal in Tasmanien gesehen.
Der Dienstag war ein langer Schreibtag der sich ewig hinzog bis zu dem Punkt wo mein Gehirn sich wie Brei anfühlte. Es brauche eine Verschnaufpause und Alkohol. Im Renert gab es einen wohlverdienten Negroni.
Ein gemeinsames Abendessen mit der A. im Bovary. Wie waren schon länger nicht mehr dort gewesen.
Natürlich musste jemand mit und auf meinen Schoß:
Das Lokal hat ja den Untertitel ‚le café litéraire‘ und ist folglich zudekoriert mit Büchern aller Art. Neben mir auf dem Tresen fand ich ein Buch von 1990 das mir bekannt sein müsste es aber nicht war:
200 Rezepte mit Bier. Herausgegeben von der luxemburgischen Brauerei Bifferding. Entweder wird Bier im Rezept selbst gebraucht oder es ist das ultimative Getränk das man dazu trinken muss. Zudem gibt es am Anfang ein Exkurs in die Biergeschichte, die 7000 v.Ch in Mesopotamien beginnt. Vergleicht man es mit der neuesten historischen Forschung , ist Bier noch um 2000 Jahre älter. Ich hätte das Buch gerne gemopst, stellte es aber wieder hübsch an den Platz und werde meine Sammlung an Büchern durchforsten ob ich da nicht was an Stelle hinstellen kann. Denn das Buch möchte ich wirklich gerne haben.
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Der Mittwochmorgen fing mit einem Besuch und einer längeren Besprechung an, die uns aber ein gutes Stück weiterbrachte, hinsichtlich eines zukünftigen Projektes. Ich war sehr froh wie gut dass wir vorankamen und bin guter Dinge dass wir dafür mehrere Partner und Koproduzenten finden werden.
Der Nachmittag war dann nochmal mit Schreibaktivitäten belegt.
Am Abend schaute ich mir eine zweiteilige Doku auf Prime an. Das Geständnis. Sie war nicht schlecht, aber ich bin jetzt noch wütend, dass ich sie mir überhaupt angesehen habe, weil es wieder eine dieser Stories war, die auf zwei Stunden in die Länge gezogen wurde. Interessant war aber, dass der vermeintliche Mörder seiner Frau selbst zu Wort kommt.
Ein Tag der sehr ruhig anfing. Ich wurschtelte daheim ein wenig herum, schrieb den Blogeintrag vom Vortag fertig und beschäftigte mich noch mit anderem Schreibzeug.
Angedacht war, dass ich mit dem J. ins Kino gehen sollte, der aus Arbeitsgründen aber nicht konnte. Ich hatte den Film auch schon hier in den Kommentaren empfohlen bekommen.
Eine Liebesgeschichte basierend auf dem semi-autobiografischen Roman von William Burroughs mit dem gleichen Titel.
Daniel Craig zeigt wieder einmal dass er ein grandioser unterschätzter Darsteller ist. Vor allem in den Anfangsszenen, wenn er den jungen Mann so linkisch und unbeholfen umwirbt sind so rührend, dass sie mich an Szenen aus meinen sehr jungen Jahren erinnerten. Auch Details, z.B. in der Maske fand ich großartig. Craig hat nie saubere Hände und ist sieht immer verschwitzt aus. Warum er so schwitzt stellt sich später heraus. Ein Teil der Geschichte ist in Traumsequenzen angelegt, die versuchen in Bildern das zu zeigen was in den Köpfen vorgeht. Sehr gelungen. ‚I want to talk to you without speaking‘ ist, im Nachhinein gesehen der Satz, der die ganze Liebesgeschichte auf einen Nenner bringt. Absolut sehenswerter Film, wenn auch sehr traurig.
Das war doch was mit Möhrenkuchen vor zwei Tagen, oder? Richtig, das war was! Ich hatte Lust darauf. Die Anregung kam wegen einem Video der Kuchenfee, die gleich drei Rezepte postete.
Das dritte Rezept sprach mich an. Mir fehlte nur noch Frischkäse den ich fix in den neuen Supermarkt kaufte der Ende Februar in meinem Viertel eröffnete. Die Alima Kette, die eine Reihe von kleinen Supermärkten durch die Stadt verteilt hatte, gibt nicht mehr. Delhaize hat ein Teil davon übernommen und Gott sei Dank auch den bei um die Ecke.
Und so sah der Kuchen aus:
Im Rezept stand 35 Minuten backen, was aber definitiv nicht reicht. Es braucht 40 wenn nicht 45 Minuten.
Das mit der Frischkäsecreme als Toping hatte ich noch nie probiert, es passte aber sehr gut.
Und dann war es schon an der Zeit für eine letzte Runde Dienst und, weil Sonntag, schon um 15:00 Uhr für mich.
Bevor jemand fragt, was die Zahnbürste soll, ich putze den Darstellern damit nicht die Zähne, die ist zum Reinigen des Tülls der Perücken wenn sie geklebt werden müssen. Besser noch geht es mit einem Stupfpinsel, doch meiner hat sich vor ein paar Tagen in den Pinselhimmel verabschiedet. Eine weiche Zahnbürste tut es auch.
Am Abend war ich im Räiskär, weil ich keine Lust hatte zu kochen. Sie hatten Bibimbap auf der Karte bei den Empfehlungen stehen, das mich an Australien erinnerte, weil ich es dort zum ersten mal bei einem Koreaner aß. Es war eine gewaltige Portion und leider gibt es kein Foto davon.
Am Abend schaute ich mir die zwei letzten Folgen der Serie von Adam Delgliesh auf ONE an. Jede Kriminalgeschichte findet ihren Abschluss in zwei Folgen und das ist sehr gut so. Zudem bedienen die Charaktere die Geschichte, sprich den Krimi an sich und nicht den ganzen privaten Befindlichkeitskram, der sich von einer zur Folge nächsten, nicht-enden-wollend hinzieht, und der in anderen Serien, immer Überhand nimmt. Eine große Empfehlung von mir und ab nächster Woche zeigt ONE die erste Staffel auf die ich sehr gespannt bin.
Ich hatte erstaunlich schlecht geschlafen. Morgens kurz nach 4:00 Uhr wach werden ist schon außergewöhnlich. Ich versuchte zu lesen, was aber nicht ging. Also Podcast und dabei schlummerte ich wieder weg. Gut so!
Wunderschönes Wetter, das sich aber nicht lange währte. Die niedrigen Temperaturen hielten ein paar Mutige nicht davon ab sich auf die Terrasse des Renert zu setzen.
Ich hatte den New Yorker mitgenommen. Es ist und bleibt eine der seltenen wöchentlichen Zeitschriften, die den Schreibenden genug Platz bietet um eine Story in allen Details auszuarbeiten. Als Lesender braucht man dann aber auch die Muße es zu lesen, die ich leider nicht immer habe. Zwischen all dem was ich sonst noch lese, höre und sehe, kommt der New Yorker ab und an zu kurz. Das die 100-jährige Ausgabe so dick geworden ist, hat mehrere Gründe. Zum einen gibt es gleich drei Coverseiten und viele ihrer Werbekunden haben mehrere Seiten geschaltet, um ihnen zu gratulieren.
Ich sah wie so oft Bekannte und Freunde unter anderem sah ich seit sehr langer Zeit die Innenarchitektin wieder die meine letzten zwei Wohnungen gestaltet hat.
Ich fing an eine Geschichte über schweigende Nonnen aus Texas zu lesen, die sich umFrauen kümmern, die im Todestrakt sitzen. Eine lange aber sehr lesenswerte Geschichte. Interessant ist dass es vieles gibt was die Nonnen mit diesen Frauen verbindet. Sisterhood.
Zum Mittagessen war ich mit dem J. verabredet, den ich zuletzt an seinem Geburtstag sah. Wir aßen Kniddelen.
Am Abend gab es dann eine Runde Dienstliches ohne besondere Vorkommnisse.
Ein eiskalter Freitag. Am Morgen schien ein wenig die Sonne, doch am späten Nachmittag vielen Schneeflocken.
Ich hatte ein kurze emsige Phase daheim, weil Freitag ist Meisterin-Propper-Tag. Kurz vor Mittag entschwand ich aus der Wohnung und ging zum Renert. Es gab Lasagne die sehr gut war und ordentlich wärmte, denn es war wirklich eisig.
Vom Renert aus ging es weiter zum einem ersten Teil einer Dienstrunde die ‚Einrichten‘ hieß. In einer knappen Stunde war ich fertig und alle Perücken sahen wieder schick aus.
Es waren noch zwei Stunden bis zum eigentlichen Einsatz ich fuhr kurz in die Concorde und kaufte alles ein für einen Möhrenkuchen. Ich weiß nicht wo die Lust auf ausgerechnet den Kuchen herkommt. Hier in der Region man findet hier kaum welchen. Wahrscheinlich deswegen.
Ich lud alles daheim ab. Aus dem Briefkasten zog ich die endlich die dicke Ausgabe vom New Yorker für ihr hundertjähriges Jubiläum. Ich hatte schon lange darauf gewartet.
Den Abend verbrachte ich dann mit dem gewohnten Dienst und ein paar nervösen Darstellern, denen die Pause von zehn Tagen zu lang war, so dass sie selbstständig am Nachmittag einen kompletten Durchlauf einlegten und dadurch schon einiges an Energie verpufft hatten. Die Vorstellung lief aber ohne Zwischenfälle und der proppenvolle Saal war begeistert. 
Den Tag mit Schreibkram verbracht. Draußen war es sehr trüb mit Nieselregen. Ich blieb bis zum Abend häuslich
Für den Abend hatte die A. vorgeschlagen, weil wir schon sehr lange nicht mehr dort waren, doch mal wieder in die Hostellerie du Grünewald zu gehen. Es war eine hervorragende Idee. Die A. hatte einen Tisch an der Bar reserviert, was immer noch die schnuckeligste Ecke des ganzen Lokals ist. Der Barman war völlig aus den Häuschen, als wir auftauchten. Die beiden Besitzer, der Chefkoch C.und die seine Frau A. waren auch da, was nicht so häufig vorkommt, denn sie haben inzwischen drei Lokale zu managen.
Für mich gab es Entenbrust mit Roter Beete und anschließend Cheesecake.
Es war ein herrlicher Abend. Den letzten Absacker tranken wir mit Freunden im Wintergarten und kurz vor Mitternacht waren wir daheim.
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Auf die Gefahr hin, sehr langweilig zu werden, gibt es wieder etwas von Tilda Swinton. Ich habe Tilda schon so oft verlinkt mit allen möglichen Zeug, dass es fast nicht mehr wahr ist. Sorry aber ich kann nicht anders.
Das Interview wurde im Rahmen des letzten Filmes aufgenommen, den sie mit Pedro Almodovar gemacht hat. Doch wer die Interviews von Sunday Morning kennt, weiß, dass sie immer ein gutes Stück über die Promo eines Filmes hinausgehen. Zudem sagte Tilda ein paar Dinge, die meine eigenen Ideen wieder zurecht rückten.
Am Dienstag erledigte ich sehr viel Schreibzeug. So viel, dass mir am Abend der Kopf dröhnte und ich nicht mehr in der Lage war, irgendetwas ins Blog zu schreiben. Aber die sind ganzen vorab arbeiten sind ja für einen guten Zweck. Ob sie irgendwann einmal finanziell fruchten, steht auf einem anderen Blatt.
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Am Mittwoch war ich mit der D. im Kino und das gleich morgens um 10:00. Ein Film aus dem Lux Filmfest stand auf dem Programm, darum auch die frühe Uhrzeit. Der Film Bound in Heaven war ein sehr typischer Arthouse Film der von einem Festival zum nächsten gereicht wird. Wunderschöne Bilder zu einer tragischen Liebesgeschichte. Er ist nicht schlecht, aber richtig gut ist er auch nicht, obwohl er alle Zutaten hätte um besser zu sein.
Da die Filmvorführung im Utopolis war, gingen wir anschließend zu Oberweis im Auchan und aßen dort zu Mittag. Es gab sehr guten Lachs.
Für die abschließende Tasse Kaffee ging es zurück in die Stadt zum Renert.
Wir beratschlagten wer wie welche Pläne für die kommenden Wochen und Monate hat und wie sich das kombinieren lässt. Dabei entdeckte ich eine terminliche Ungereimtheit, die mir die Augen öffnete, und mich einen traurigen Schluss ziehen ließ. Ich werde dieses Jahr nicht auf der re:publica sein. Ich könnte sehr wohl hinfahren, aber aus terminlichen Gründen muss ich früher zurück und ich würde nur anderthalb Tage der Veranstaltungen mitbekommen, die ja drei Tage dauert. Deshalb habe ich schweren Herzens beschlossen, nicht hinzugehen. Es lohnt sich nicht für knapp anderthalb Tage mit Hotel- und Reisekosten.
Ich habe also ein early Bird Ticket zu verkaufen für die Re:publica 25 vom 26.-28. Mai zum Vorzugspreis. Man kann es nämlich umschreiben lassen. Wer also vorhatte, hinzugehen, und mit sich hadert wegen dem stattlichen Eintrittspreis, kann sich bei mir melden. Ich verkaufe das Ticket für 200€ Ein Standart Ticket kostet 329€ ohne Gebühren. Man hat also satte 130€ gespart. Der/die Erste der sich in dem Kommentaren dafür meldet, bekommt es.
Der Tag begann mit einer sehr freudigen Nachricht einer Freundin, die beruflich an die Spitze eines Unternehmens aufsteigen wird. Ich werde reisen müssen um das mit ihr zu feiern. Wenn alles unter Dach und Fach ist kann ich mehr darüber sagen. Aber so als Einstieg für einen sonst recht gewöhnlichen Montag, ist das schon mal sehr gut. Wenn der Rest der Woche genau so toll wird kann ich mich nicht beschweren.
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Ich las bei der Kaltmamsell dass sie Urlaub im Vereinigten Königreich macht. Ich hatte die gleiche Idee, weil ich schon sehr lange nicht mehr dort war. Ab dem 2. April wird zur Einreise ein ETA benötigt. Es geht wie für Australien und Neuseeland inzwischen mit einer App. Und weil ich Anfangs etwas verwirrt war, hier gibt es die App. Alles andere was Google euch sonst so an Apps vorschlägt, ist Mumpitz.
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Ich habe schon länger nichts mehr über andere Maskenbilder geschrieben, also denen ich im Netz folge. Erin Parsons ist eine meiner Lieblinge, weil sie sich mit Make up Historie beschäftigt. Eine sehr schöne Geschichte erzählt sie über den Lippenstift im zweiten Weltkrieg.
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Und wenn wir schon beim Make-up sind, hier noch ein Servicelink in eigener Sache. Interessanterweise hatte ich just eine Anfrage auf Mastodon von einem Menschen, der leider zu weit weg wohnt. Am 29.03 werde ich im Rainbow Center einen Kursus für Transfeminine Personen abhalten. Kostenfrei. Es geht um Tages Make-up, nicht zu verwechseln mit Drag Make-up. Ich glaube es gibt noch freie Plätze. Alle Infos und Anmeldung findet ihr hier.
Gegen 8:30 schlug ich die Augen auf und fühlte mich um Längen besser als am Tag davor.
Nach dem Blogposting-hochladen mache ich es mir zur Gewohnheit den Link davon noch bei Thread und Bluesky per Hand zu posten. Bei Mastodon geht es automatisch. Außer von den Trööts, sehe ich bei den beiden anderen beiden nicht wirklich einen Nutzen. Ich kriege sehr selten Likes, die ich inzwischen als ‚Häckchen hinter Text’ ansehe. Man teilt dem anderen mit, dass man es gelesen hat. Ich frage mich ob ich Thread und Bluesky nicht einstellen soll.
Da ich gestern das schöne Wetter komplett verpasst hatte, wollte ich das heute nachholen.
Es wurde ein Ausflug in die Alte Heimat.
Während der Hinfahrt war ich sehr unschlüssig wo genau ich dort hinwollte. Der Großteil der kleinen Stadt ist eine Baustelle. Das hatte ich schon vor einigen Wochen festgestellt, als ich auf riesigen Umwegen durchfuhr. Also auf zum See, der inzwischen, das wissen die, die letzten August hier mitgelesen haben, wieder sehr schön geworden ist und in dem man inzwischen bedenkenlos schwimmen kann. Doch da ich letzte Woche jemand getroffen hatte, der mir erzählte, dass die Stadt in ihrem Kern noch desolater geworden ist und dieses und jenes Geschäft oder Lokal mittlerweile geschlossen hat und dieses und jenes bald schließen wird, wollte ich mich selbst davon überzeugen.
Ja, die Tristesse des Ortes der einst eine Touristenhochburg war, ist spürbar. Großen Respekt all denen, die immer noch durchhalten und sich nicht entmutigen lassen.
Das neue Kapitel, wie oben im Foto geschrieben steht, ist ein so überfälliges Kapitel, das schon vor mindestens 20 Jahren in Angriff hätte genommen werden müssen. Dass die Ruine in den letzten Jahren eine nicht ganz unerwartete Wendung nahm, weil man beim Abriss auf alte Mauern, aus dem 7.Jahrhundert stieß, war vorrauszusehen und niemand wunderte sich, denn wenn man hier buddelt findet man immer was.
Es wird also nochmal ein paar Jahre dauern. Ich bin gespannt ob der Marktplatz wiederhergestellt ist bevor ich in Rente gehe.
Nach einem Kaffee im Café de la Poste, an dem viele Erinnerungen aus Teeniezeiten hängen, schlenderte ich weiter.
Die Innenhof der Abtei. Meine alte Schule in der ich nur ein Jahr lang war.
Später traf ich dann in der Fußgängerzone auf die E., die ich schon viele Jahre nicht mehr gesehen hatte. Ich kenne sie seit ich 18 war, also runde 40!!! Jahre.
Sie stimmte zu, dass wir beide verewigt werden im Blog.
Ich machte noch eine Runde durch den teueren aber halt guten Rewe, und fuhr zurück.
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Zwischendurch sah ich ein Thread von Frau Diekmann:
Die Frage machte mich ein wenig sprachlos. In der augenblicklichen Situation in der Frauen in Amerika dazu angehalten werden wieder reine Gebährmaschinen zu werden, finde ich die Frage so soso lala. Wie die Gesellschaft über sie urteilt, kann ich nicht sagen, wohl aber wie ich darüber denke. Ich denke dass ich mehr Hintergrundinfo brauche und wie es dazu kam, dass sie so viele Kinder hat, um mir ein Urteil bilden zu können. Dass der Nachwuchs von vier verschiedenen Männern stammt, ist im Prinzip nebensächlich. Wichtiger wäre zu wissen, ob diese Kinder alle von ihr und nur ihr, gewollt waren, in welchen Verhältnissen sie lebt und mit welchem Glauben die Frau erzogen wurde.
Am Freitag gab es ein Geschenk von meiner Meisterin Propper mit den ich absolut nicht gerechnet hatte. Sie weiß dass ich ein Faible für Keith Haring habe. Kein Wunder, sie putzt bei mir seit weit über 10 Jahren und kennt meine Haring Polos, Jacken, T-Shirts, Geschirr und Poster. Sie schenkte mir ein Buch das eine Freundin von ihr wegwerfen wollte, weil sie nichts damit anzufangen wusste.
Ich war hin und weg, weil es der Katalog der Ausstellung war, die ich 2019 in einer Galerie in Luxemburg gesehen hatte und ein paar Bilder davon später noch einmal in Melbourne. Ihr kam das Bild auf den Cover des Buches irgendwie bekannt vor. „Na ja, Sie sehen das Bild jede Woche!“, und ich zeigte auf das gerahmte Poster das im Flur hängt.
Am Abend zog ich mit den Jungs vom Bear-Afterwork im die Häuser. Es war lustig und ich sah ein paar Gesichter wieder, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte.
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Den Samstag streichen wir aus dem Kalender den mir ging es den ganzen Tag nicht besonders. Ich hatte leichte Kopfschmerzen, die sich nicht entscheiden konnten ob sie zu einer Migräne heranwachsen sollten oder nicht. Ich lag mit Ausnahme eines kleinen Abstecher zum Markt wegen Obst und Gemüse, den Rest der Tages im Bett, schlief und las und hörte ein Podcasts bei denen ich aber wieder wegschlummerte.
Am Morgen ein Friseurtermin, wie alle drei Wochen. Es ist Wahnsinn wieviel da jedes mal runterkommt. Inzwischen müsste ich es gewohnt sein, aber nein, ich staune immer wieder.
Danach hatte ich einen Termin über den ich mich ausschweigen muss. Er dauerte mehrere Stunden und fand in einem Dorf über die Grenze statt. Nur so viel, es war ein Erfolg mit dem ich beim ersten Anlauf nicht gerechnet hatte. Aber es wird bei diesem einen Experiment bleiben. Wiederholen werde ich es nicht.
Gegen 17:00 war ich endlich wieder in heimischen Gefilden. Interessant daran ist, dass ich immer wieder froh bin, wenn ich mein Viertel zurückkehre. So gerne ich die Natur mag, sowie Ausflüge und Reisen, so froh bin ich wenn ich wieder den Grund und Boden meines Reviers betrete. Hier hatte es aber eher mit der Ecke zu tun in der ich den ganzen Nachmittag verbrachte. Ich mag sie nicht sonderlich.
Die Terasse des Renert war endlich geöffnet! Jaha! Und zu Feier des Tages, der an sich ja erfolgreich war, gab es das hier:
Ein Espresso Martini. Jawohl!
Von Balkon aus sah ich die Venus und ein wenig tiefer auch Merkur. Auf dem komprimierten Foto ist Merkur leider verschwunden. Im hochauflösenden Bild sah man ihn:
Am Abend war ich bei den Nachbarn eingeladen, die in der Parallelstraße wohnen. Es kam spontan zustande. Es war ein wunderschöner Abend, der etwas länger dauerte und bei dem es ein wenig zu viel Wein gab. Der Höhepunkt war ein Cognac von 1973 zum Abschluss. Manchmal entdeckt man Menschen die man schon länger kennt, auf eine ganz neue, privatere Art kennen und ist angenehm überrascht.
Der Tag fing mit einem Notruf an. Wenn Kostüme und Perücken nicht richtig gelagert werden, kann es vorkommen, dass sich darin kleine Tierchen im Winter einnisten. Hier waren es Mäuse die es sich in einer großen Tüte und Kiste gemütlich gemacht hatten und man fand überall Ihre Hinterlassenschaften. Und wenn man aus den Kostümen die kleinen Kotbällchen heraus pulen und sie anschließend waschen kann, so ist das bei Perücken doch sehr anders. In diesem Fall waren es synthetische Haare und die kann man nur sehr bedingt waschen, es hängt von der Qualität ab. Doch da es sehr gelockt war konnte ich es teilweise herausschneiden ohne das es auffiel. Aber was ist mit dem Geruch, wenn waschen nicht geht? Lüften und kräftig mit Alkohol einsprühen. Man kann auch selbst hergestelltes Febrèze machen. Dazu nimmt man den billigsten Vodka den man finden kann und gibt ihm ein paar wenige Tropfen eines Duftöles oder Weichspülers hinzu. Umgefüllt in eine Sprühflasche, ist es der perfekte und kostengünstige Ersatz. Noch besser ist unverdünntes 99% Iso-Alkohol. Das tötet alles ab und trocknet schneller. Aber das kann man nicht auf alles sprühen. Je nach Stoff gibt es Verfärbungen.
So verbrachte ich den Morgen.
Am Mittag wollte ich zum Renert, was aber nicht ging. Er hat seit Anfang der Woche geschlossen, weil eine neue Zapfanlage installiert wird. Es gab ein paar Nudeln in der Casa Gabriele zum ersten mal auf der Terrasse in der Sonne für dieses Jahr. Herrlich!
Ich holte meinen neuen Pass ab, da das Passbüro eine Straße weiter ist. Dazu musste ich den alten Pass abgeben damit er als ungültig gekennzeichnet wird. Ich erschrak ein wenig als ich das jetzige Foto mit von vor fünf Jahren verglich. Ich habe sehr zugelegt in grauen Haaren und ein paar Falten sind auch dazu gekommen. Nun ja…
Der Tag war vor allem mit einer Hin- und Rückfahrt nach Saarbrücken gekrönt, mit dem Weihnachtsosterhasengeschnek für den Patensohn. Ich sehe ihn ja nie so oft und Geschenke machen sich rar.
Am Abend hatte ich ein Interview in einer Sendung von 100,7, die sich Fiasko Fest nennt.
Sie wird aber erst im April ausgestrahlt. Wenn sie als Podacst verfügbar ist, werde ich sie verlinken.
Ansonsten war nicht viel aber solange wie die Sonne so scheint wie jetzt und die nächsten Tage, gibt es hier schöne Fotos.
Mein erster Gedanke am Morgen nach dem Aufstehen und der ersten Tasse Kaffee: „ Mach elo eng Dusch an a stell dëch ënner d’Wäschmaschinn.“ Ach ja…
Ich las weiter im Buch von Aldebaran und schaute mich um ob der zweite Zyklus der Saga „Bételgeuse“ zu haben ist. Nein, wie es scheint ist er vergriffen. Ich fand nur ein sehr überteuerte gebrauchte Exemplare.
Dann sah ich die traurige Nachricht dass der Sänger Herbert Leonard verstorben ist. Er wurde sehr bekannt weil er die Titelmelodie einer französischen Fernsehserie sang, die Dallas & Co. nachempfunden war, Châteauvallon. Danach hatte er noch ein paar Hits und dann wurde es still um ihn, bis in die 2010er Jahre. Mein Vater mochte ihn sehr.
Am Nachmittag eine Einkaufsrunde den der Kühlschrank hatte außer zwei Chicorée nichts zu bieten.
Am Abend sah ich mit Brokenwood an, die Neuseeländische Krimiserie.
Ach ja, erwähnte ich dass heute den ganzen Montag strahlend schönes Wetter war? Ein winzig kleiner Mond stand in einem glasklaren, wolkenlosen Himmel.
Das Hotel Bristol hat das Restaurant neu gestaltet und der hintere Frühstücksraum, der auch zum Lokal dazugehört, nicht umgemodelt, sondern so gelassen wie er immer war. Dort hatten wir einen Tisch. Es ist sehr heimelig, das Essen gut, das ich leider nicht abgelichtet habe, und die Bedienung sehr nett und freundlich. Zudem haben sie eine schöne Cocktailkarte. Ich hatte einen hervorragenden Negroni.
Es ist halt in einem Viertel das ein wenig wilder ist,als die Oberstadt, aber das war schon immer so.
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Am Sonntag war eine nachmittägliche Dienstrunde angesagt, mit anschließendem kompletten Ausräumen von Allem. Die nächsten Vorstellungen sind erst wieder in 10 Tagen. Ich wurde anschließend zum Essen eingalden, sagte aber dankend ab, da ich Mittags mich selbst mehr als gründlich verköstigt hatte.
Am Abend schaute ich zwei Folgen einer britischen Krimi Serie auf ONE die ich nicht kannte, die ich aber sehr spannend fand, Adam Dalgliesh. Ich sah, dass es bereits die zweite Staffel ist. Die erste muss ich demnach verpasst haben.
Ich schlief sehr lange. Fast zu lange, was aber gut war, denn er war bitter nötig.
Am Mittag speiste ich mit der D. im Tzukii, die zum ersten mal mitkam. Sie war genau so begeistert wie ich es schon seit vielen Monaten bin.
Später schaute ich auf das Datum, was ich für gewöhnlich nur wahrnehme, ohne mir dabei etwas zu denken. Der 28. Februar. Zu erstem mal fiel mir seit langem wieder ein, dass es der Geburtstag meines Vaters war. Er wäre heute 89 geworden, er ist seit 37 Jahren nicht mehr da. Manchmal denke ich an ihn wenn ich mich mit Technik beschäftigen muss. Er war ein Technikfreak. Ich denke dass das Internet ihm sehr gefallen hätte, mit all seinen Möglichkeiten. Ich vermisse ihn nicht, das habe ich nie. Wir waren zu verschieden. Und doch hätte ich gerne aus der Ferne miterlebt ob und wie er heute mit dem Leben klarkäme.
Nach einer umspannenden Dienstrunde, über die ich sehr froh war, denn es muss endlich Ruhe und Rhythmus einkehren, ging ich mit der A. auf einen Absacker. Interessanterweise redeten wir über den Bombeneinschlag oder besser die Bombeneinschläge, die immer näher rücken. Damit meine ich Menschen in unserem Umfeld, die ihre letzte Reise antreten. Es ist grad eine Periode in der es, mehr als sonst, Menschen in unserem Umkreis erwischt. Und wenn es auch bedrückend ist und man sich hilflos fühlt, es gehört zum Leben dazu, dass man sich der eigenen Endlichkeit bewusst wird. Das Einzige was man dagegen tun kann, bzw. lernen kann, ist für den Moment zu leben, jeden Augenblick bewusst zu genießen. Das ist nicht einfach, weil unsere Gesellschaft nicht so funktioniert, aber wenn man nicht im permanent in Trübsal, Trauer, Angst und Zweifel gefangen sein will, täte man besser daran im Hier und Jetzt zu leben und nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft, mit all ihren Unsicherheiten, die man eh nicht steuern kann.
So oder so ähnlich versuchte ich das der A. zu erklären. Und das ist mein Wort zu Sonntag Wochenende.
Ich habe zwar gestern so einiges geschrieben hier, war aber am Ende des Tages sehr platt, so dass ich den Domnerstag sehr langsam anging. Auf dem Antichte neben dem Bett stand noch ein Comicband, den ich beinah vergessen hätte. Aldebaran von Léo. Der Name ist abgeleitet von einem Stern im Sternbild Stier. Die Serie läuft seit 30 Jahren und jeder Zyklus umfasst fünf Bände. Ich fing jetzt mal mit dem ersten an.
Da ich nichts weiter geplant hatte als am Abend die Dienstrunde mit Premiere und das versprach wieder spät zu werden, ging ich ins ins Renert zum Mittagstisch. Auf dem Menü: Blanquette de Veau. Sehr gut. Es erinnerte mich an Großmutter, die das häufiger machte.
Am Abend dann die Premiere des Stückes. Die Nervosität war spürbar und mehr als gewohnt. Es ging auch etwas schief, was aber niemand im Zuschauerraum bemerkte.
Kurz vor Mitternacht war ich daheim und las noch eine Weile im Aldebaran. Morgen berichte ich mehr darüber.
Manchmal würde ich gerne schreien. Ganz laut. Manchmal mache ich das auch. Meistens im Auto wenn ich alleine bin. Heute hätte ich es gerne während der Dienstrunde getan. Aber man ist ja zivilisiert…Ich war froh als der Tag vorbei war. Es gibt manchmal Projekte, das ist einfach ein riesiger Wurm drin.
Hier wurde mal wieder meine Hassliebe zu Perücken auf die Probe gestellt. Vielleicht sollte ich das irgendwann in einem Blogpost ausführlich erklären, nur nicht jetzt, denn zur Zeit überwiegt der Hass mehr als die Liebe.
Nach dem Dienst der volle 13 Stunden dauerte, hatte ich mir das hier redlich verdient:
Vielleicht sollte ich noch auf die neue luxemburgische Serie eingehen, von der ich vorgestern die erste Folge sah. Marginal.
Es geht um wahre Kriminalfälle aus dem 19. und Beginn des 20. Jahrhundert. Die erste Folge war schon mal sehr gut und und düster zugleich. Das Einzige was mich störte, und das ist inzwischen so ein Unding, das mich wahnsinnig macht, nicht nur im Fernsehen sondern auch im Kino in allen Sparchen. Alle nuscheln nur noch, als ob sie nie sauber sprechen gelernt hätten. Untertitel sind fast unabdinglich. Mit der Zeit wird es dann besser, aber bei den ersten Szenen, war ich kurz davor wieder abzuschalten. Ich bin neugierig ob der Link oben auch im Ausland funktioniert.
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Heute vor 19 Jahren war ich ausnahmsweise mal verkleidet. Es war in der Alten Heimat, aber für welche Fete ich mich zurecht gemacht hatte, weiß ich nicht mehr.
Am Sonntag war ausruhen, schlafen, lesen und anderweitig schreiben.
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Der Montag war mit einer Hauptprobe gekrönt. Aber da muss ich noch mal ran, denn da stimmte so manches nicht.
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Die meisten meiner Leser kommen ja aus Deutschland, die grad sehr verzweifelt sind und in manchen deutschen Blogs lese ich, dass sie sich ernsthaft Gedanken machen um auszuwandern. Ich lasse ja meist das politische Weltgeschehen in mein Blog nicht einfließen, obwohl schon klar sein dürfte, dass das, was alles vonstatten geht, mir auch nicht gefällt. Im Gegenteil, es lähmt mich und weil ich das Gefühl nicht mag, lese ich nur noch einmal am Tag die Zeitung oder schaue nur in eine Nachrichten App. Auch die sozialen Medien sind mir inzwischen herzlich egal.
Im gleichen Zusammenhang sah ich vor zwei Tagen einen Bekannten, der sich vor lagen Jahren “sehr um mich bemühte“ , ich aber nicht um ihn. Kurze Zeit später fand er dann seinen Lebensgefährten den er später heiratete. Er erzählte mir dass er seinen Mann eines Abends, Anfang Januar, leblos in der Wohnung gefunden hätte. „Hast du das nicht auf FB gesehen?“ fragte er mich. Nein, denn seit FB mir mehr viralen Blödsinn zeigt, als das was Freunde und Bekannte schreiben, schaue ich kaum noch rein.
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Und dann wäre da noch der Dienstag der sehr verregnet war, wieder gekrönt mit einer Hauptprobe. Ach ja… ich arbeitete mich langsam an die Dinge heran. Es wird so ganz langsam was, aber halt nicht so schnell wie sonst, was aber nicht an mir hing. Darum muss ich für den Mittwoch auch den Marktbesuch sausen lassen.
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Und dann wäre da noch die Tagesfrage:
Wenn du ein Wort endgültig aus der allgemeinen Verwendung verbannen könntest, welches wäre das? Warum?
Das hängt davon ab, aus welchen Gründen man das Wort in die Verbannung schickt. Wenn es nur darum geht ein Wort abzuschaffen, weil es in den eigenen Ohren nicht schön klingt, dann habe ich keines. Wenn man ein Wort aber abschafft, damit das, was das Wort beschreibt, dann auch weg ist und nie mehr wiederkommt, dann hätte ich jede Menge anzubieten. Diktator, Krieg, Hass, Hetze, Klimaerwärmung, Krankheit… man kann die Liste lange fortführen.
Den Freitag verbuchen wir unter Dienstlichem, das nicht so ging wie geplant, und darum hatte ich am Samstag erfreulicherweise frei.
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Am Samstagmorgen hatte ich einen Beratungstermin mit einem jungen Mädchen mit Down-Syndrom, bei dem sich aber herausstellte, dass sie schon Anfang 30 ist, aber gar nicht so aussieht. Für gewöhnlich mache ich solche Beratungen nicht, aber hier machte ich eine Ausnahme. Ihre Mutter hatte mich angerufen, weil sie sich unwahrscheinlich gerne schminkt aber viel zu viel aufträgt. Ich machte einen Termin mit beiden aus im Kiko Laden im Auchan. Das war für einen Samstagmorgen der beste Ort, denn dort ist nie so viel los. Ich war ein wenig früher da, erklärte der Verkäuferin, wer ich bin und was ich vorhabe und sie war mit allem einverstaden. Am Anfang war die L. noch ein wenig scheu, doch nach ein paar Minuten war sie aufgetaut und fiel regelrecht in ein Makeup Fieber. Wir suchten Farben aus und ich zeigte ihr Techniken die sie selbst hinbekommt. Ich zeigte ihr auch dass man vieles mit den Fingern machen kann. Da sie Brille trägt zeigt ich ihr auch wie man mit einem Handspiegel arbeiten kann.
Was ich an diesen Menschen liebe, ist die 100% echte Emotion, Dankbarkeit und Freude die zurückkommt. Da ist nichts gespielt oder vorgetäuscht.
Es gab anschließend nach eine Tasse Kaffee bei Oberweis und dann machte ich mich auf, zu den eigenen Besorgungen. Eine Glückwunschkarte zum Geburtstag musste her, weil ich Abends eingeladen war. Ich fuhr zurück in die Innenstadt, die für einen Samstag erstaunlich leergefegt war, was aber den Faschingsferien geschuldet ist, die hier eine Woche früher stattfinden als anderswo.
Im Renert den Mittagstisch mitgenommen. Auf dem Menü stand Bœuf Stroganoff. Doch als man mir das Gericht vorsetzte, war ich ein wenig perplex, weil ich davon ein völlig anderes Bild im Kopf hatte, mit Käse und Schinken, doch dann fiel der Groschen. Ich hatte es mit Orloff verwechselt.
Den Nachmittag verbrachte ich daheim und machte mich fein für die Party am Abend.
Es war ein sehr lustiger Abend und ich habe so viel gelacht, wie seit langem nicht mehr.
Kurz nach Mitternacht ging es heimwärts. Auf dem Rückweg versuchte ich wieder mein Glück ein Foto von den beleuchteten Köpfen vor dem Palais zu machen. Es gelang so mittel.
Ein unfreiwilliges Frühaufstehen. Aber ich musste bei Zeiten in Saarbrücken sein. Dabei sah ich seit Weihnachten zum ersten mal die B. wieder. Die Freude hielt aber nur kurz, denn ich musste bei Zeiten wieder zurück.
Dabei gab es ein Abendteuer im Parkhaus, nach der letzten selbstverschuldeten Slapstick-Nummer. Diesmal Parkscheinloses Parken. In Luxemburg geht das in verschiedenen Parkhäusern schon seit längerem. Für eine bestimmte Kette geht das so, dass man nicht mal mehr das Fenster runterkurbeln muss. Das System liest die KFZ Nummer ein und es wird automatisch über eine App von der Karte abgebucht. Im Q-Park Rathaus in Saarbrücken gibt es das auch, aber es erkennt keine ausländische KFZ Schilder. Man hat mal wieder nicht weiter gedacht als die eigene Landesgrenze. Hallo? Großregion Saar-Lor-Lux? Europa? Beim Rein- und Rausfahren und dem Bezahlen muss man immer wieder mit jemandem weitab entfernten in einer Sprechanlage diskutieren und jedesmal alles von vorn erklären, weil es nie die gleiche Person ist. Das levelt den Kommunikationsskill ist aber irre nervig.
Wieder zurück gab es noch eine längere Dienstrunde im Atelier.
Am Abend schaute ich mit eine kleine herzerfrischende Tragikomödie auf ONE an. The Last Word. Mit der immer sehenswerten Shirley McLane und Amanda Seyfried. Der Schluss ist ein wenig zu rührselig, weil das der Hauptprotagonistin vom Charakter her im Prinzip egal sein müsste. Trotzdem sehenswert.
Ein paar Fotos der letzten zwei Tage, weil es sonst nichts weiter zu berichten gibt, zumindest nichts für Dienstag :
Ein klein wenig verwackelt. Aber die strahlende Kirchturmspitze sah in Wirklichkeit sehr viel besser aus.
Wenn ich etwas von Großmutter Thérèse geerbt habe, obwohl ich mich darüber lustig machte, als sie noch lebte, war der erste Blick in die Tageszeitung. Er galt der Seite mit den Todesanzeigen. Ich handhabe das inzwischen genau so. In den letzten Jahren stellte ich fest, dass es immer mehr Menschen sind, die ich kenne. So stand am Dienstag die Anzeige von Guy drin, einem Mitglied des RSC mit dem es in den letzten Monaten erschreckend schnell bergab ging. Ich sah ihn noch ein letztes Mal am Flughafen in Biarritz als er mit der Maschine dort landete mit der ich 30 Minuten später zurückflog. Wir winkten uns zu, durch die gläserne Wand, die die Abflughalle vom Gang mit den ankommenden Passagieren trennte. Da saß er bereits im Rollstuhl…
Diese nahen ‚Einschläge‘ machen mir immer wieder bewusst, das jeder von uns endlich ist, und ich besser daran täte, das Leben in vollen Zügen bewusst zu genießen, denn irgendwann ist es vorbei…
Am Abend schaute ich mir eine Doku an über Vermeer:
Ich lernte nichts neues, aber es gab sehr gute Großaufnahmen von Details die mir bis dato entgangen waren. Und ich üüüdachte mit Wehmut an 2023 zurück und dass ich nicht schnell genug war um mir Eintrittskarten zu sichern.
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Charlie Nebe erzählt über ihre Schulzeit und wie sie daheim unterrichtet wurde:
Ich fand das höchst interessant und es beantwortete mir ein paar Fragen über mich, ob es eine Option für mich gewesen wäre, denn meine Schulzeit war nicht schön. Aber mit meinen Eltern hätte das nie geklappt. Wenn dann höchstens mit meiner Mutter, denn mein Vater hätte nicht die Geduld dafür gehabt, mal davon abgesehen, dass er eh nicht gut mit Kindern konnte. 
Was ich nicht wusste, ist dass das auch in Luxemburg möglich ist. Zu meiner Zeit gab es das nicht.
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Das war mal wieder so spannend, dass ich nicht warten wollte bis die nächste Folgen online sind. Baumgartner fasziniert mich immer wieder, weil er jedesmal mit neuen spannenden Methoden kommt, um ein Bild zu restaurieren. Das Bild wurde durch ein Sturm zerstört und die Schäden sind groß. „Pulling it together“ ist wortwörtlich gemeint:
Ein recht ruhiger Montag. Ich fühlte mich am Morgen nicht besonders wohl und blieb erstmal häuslich.
Am Nachmittag übersah ich dann erstmal die Ausmaße der Arbeit und Vorbereitungen für die nächsten zwei Wochen und das nächste Projekt. Es wird zeitlich eng und viel werden. Aber ich habe einen Plan B in der Tasche, der mir den Allerwertesten retten wird, wenn alle anderen Stricke reißen werden. Das kommt davon wenn man mich nicht gleich von Anfang an involviert und mich nicht die Dinge suchen lässt, die in mein Ressort fallen. Manchmal bin es sowas von leid meine berufliche Existenz und mein jahrelanges Wissen immer wieder rechtfertigen zu müssen, anstatt mir einfach mal zu vertrauen…
Genug gemeckert, ändern kann ich es ja doch nicht.
Am Abend schaute ich mir den alten Film The Big Sleep an, den ich noch nie gesehen hatte. Er lief um Weihnachten herum auf Arte und war noch abgespeichert auf dem Server. Jetzt verstehe ich warum man immer sagt, dass es einer der besten Filme von Bogarts ist. Die Handlung ist reichlich verworren und es bleibt auch manches im Unklaren, aber darum geht es nicht. Der Kritiker Roger Ebert fasste es ganz gut zusammen, dass der Film den Prozess einer Ermittlung zeigt und nicht die daraus resultierenden Schlüsse. Ich fand ihn sehr unterhaltsam.
Gegen halb vier erwachte ich durch irgend ein blödes Geräusch und konnte nicht mehr einschlafen. Also machte ich etwas anderes. Ich fand eine YT Serie der englischen Supermarktkette Waitrose, Disch. Sie haben immer bekannte Persönlichleiten zu Gast. Joanna Lumley war für Valentinstag im Studio. Ihr internationaler Durchbruch schaffte sie mit der Rolle von Patsy in Absolutley Fabulous .
Am Nachmittag holte ich die A. vom Zug ab. Da die Zugverbindung aus Paris nicht geradeaus durch bis in die Stadt reinfährt wegen Arbeiten, ist die Endstation schon in Bettembourg. Dort holte ich sie ab, damit sie nicht den Schienenersatzverkehr nehmen muss. Ich setzte sie bei ihr zuhause ab.
Am Abend gingen wir in die Bar Le Trianon in die ich kannte, die aber lange Zeit für das Publikum geschlossen war. Vor ungefähr einem halben Jahr übernahm Tom, den ich seit Jahren kenne, die Bar und wandelte sie in eine richtiggehende Cocktailbar um. Die Deco der Bar ist das Besondere. Sie sieht nämlich immer noch so aus wie zu Empire Zeiten. Sie wirkt wie aus der Zeit gefallen und gerade das macht sie irre schön und charmant. Sie befindet sich im Hotel Cravat. Sie befindet sich mitten im Zentrum, wo ich fast täglich bin aber irgendwie entschwand sie mir wieder aus dem Sinn.
Es war ruhig an dem Abend und ich konnte schöne Fotos machen.
Ich bestellte mir mein Lieblingscocktail, ein Espresso Martini.
Es war /@&€:!?…kalt. Ich strich den Wochenmarkt und ich machte nur eine kleine Einkaufsrunde im E.Leclerc und fuhr bei der Gelegenheit auch gleich durch die Waschstraße. Der Abstecher letzte Woche ins benachbarte Ausland über die Autobahn, hatte den Wagen gründlich verdreckt. Für den Rest des Tages setzte ich keinen Fuß mehr vor die Tür.
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Ich bin ja ein kleiner ESC Fan. Ich gebe es nur widerwillig zu, aber ich kann es nicht bestreiten. Man fragte mich kürzlich über meine Meinung zum Luxemburger Beitrag, der diesjährigen Ausgabe.
Ich hatte ja schon einmal kurz darüber berichtet, als das Lied gewonnen hatte. Hier jetzt noch mal ausführlicher.
Ich war neugierig, was den all diese ‚React to‘ YouTube Känale davon halten. Das erste Video, das ich sah, war vom Honest Vocal Coach und bei der Dame fiel das Lied ein wenig durch, da wäre noch Luft nach oben. Das war auch der Version die sie sich ansah geschuldet, denn sie sah sich die an, als Laura es noch einmal singen musste, als sie gewonnen hatte. Da waren Fehler drin, sie traf einige Töne nicht und war außer Atem. Andere Kanäle sahen sich die erste Performance an und waren angetan. Es war unserem Haussender RTL auch einen Beitrag wert.
Ich finde dass es ein typisches ESC Lied ist und ein hartnäckiger Ohrwurm. Dass das Lied eine kleine Anspielung ist, auf das luxemburger Gewinnerlied von France Gall, darauf wird immer wieder hingewiesen. Aber da erwähnte ich bereits, dass das ein Schuss ist, der nach hinten losgehen kann. Da sollte man jetzt auch mal langsam davon absehen. Das Lied hat einen 80er Vibe. Es erinnert mich ein wenig an Alizéeund Mylène Farmer nur das Laura eine kraftvollere Stimme hat.
Wird das Lied durch die nächste Vorentscheidung gehen? Die Experten sagen schon mal ja. Ich denke auch dass es ins Finale geht. Aber gewinnen wird es nicht. Wenn man es mit dem Gewinnerlied vom letzten Jahr aus der Schweiz vergleicht, ist es mir nicht modern und komplex genug.
Was übrigens viele nicht wissen, ist dass einer der Sänger aus dem luxemburgischen Vorentscheid vom letzten Jahr, der durchfiel, jetzt ein eigenkomponiertes Lied eingereicht hat und das jetzt für Tchechien zum ESC antritt.
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Und dann wäre da noch eine Tagesfrage:
Bist du patriotisch? Was bedeutet es für dich, patriotisch zu sein?
Eine sehr gute Frage, bin ich patriotisch? Darf man das in der heutigen Zeit überhaupt noch sagen ohne dass es gleich als Nationalismus angesehen wird? Was sagt denn Wiki dazu?
Patriotismus wird häufig vom Nationalismus und dem Chauvinismus abgegrenzt, insofern sich Patrioten mit dem eigenen Volk und Land identifizieren würden, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker ausdrücklich abzuwerten. Er bezieht sich auf die im staatsbürgerlichen Ethos wurzelnde, zugleich gefühlsbetonte, oft leidenschaftlich gesteigerte Hingabe an das überpersönliche staatliche Ganze, das in dieser Form nicht nur als rechtliche und politische Ordnung, sondern als die den Einzelnen tragende Gemeinschaft empfunden wird. Inwieweit dieser Unterschied tatsächlich besteht und historisch wirksam wurde, wird von mehreren Wissenschaftlern bezweifelt.
Nun, dann bin ich es nicht. Wenn es Zweifel geben sollte, dass Patriotismus und Nationalismus mehr oder weniger das gleiche bedeutet, nein danke! Aber ich habe mich eh nie als richtiger Luxemburger gefühlt, weil ich ja ein halber Franzose bin und mir das von meinem Vater in den ersten Lebensjahren auch eingetrichtert wurde. Ich hatte einen französischen Ausweis. Mit 18 änderte ich das sofort, denn ich wollte nicht zur Armee und den Service Militaire absolvieren . Heute kann man ohne Probleme die doppelte Staatsbürgerschaft haben um das zu umgehen, aber zu meiner Zeit ging das noch nicht.
Die ganze Woche flog nur so dahin. Ich hatte mir wirklich vorgenommen, jeden Tag ein bisschen was zu schreiben. Klappte nicht. Seufz. Also sind es jetzt vier Tage am Stück.
Den Dienstag verbrachte ich daheim fast ausschließlich vor dem Rechner. Wenn es darum geht neue Projekte von einer Idee aus zu entwickeln braucht es einen gewissen Mood der nicht immer vorhanden ist. Aber wenn dann muss ich das ausnutzen.
Da ich am Abend deswegen ein wenig durch den Wind war, dachte ich, ich hätte ein Belohnung verdient und bestellte ein Tisch in Tzukii.
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Der Mittwoch bestand vor allem aus einer sehr langen Dienstrunde. Doch am Morgen schaffte ich es doch noch kurz über den Wochenmarkt.
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Der Donnerstag fühlte sich an wie der Mittwoch nur ohne Wochenmarkt und ich war überzeugt, es wäre schon Freitag.
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Am Valentinstag ging ich kurz durch die Stadt, weil ich meiner Assistentin ein Kleinigkeit schenken wollte. Ich fand eine schöne kleine Packung Pralinen in Form von kleinen Lippen, also Küsschen bei Genaveh. Für den Mittagstisch traf ich den Y. vom RSC (Renert Social Club) im besagten Renert und es gab für mich seit langer Zeit mal wieder den großen Klassiker ‚Buletten mat Schmackes‘ und Salat:
Die Portion war so gewaltig dass ich sie nicht ganz schaffte.
Am Freitag ging auch eine lange Ära eines Theaterstückes auf ihr Ende zu. Es lief volle drei Spielzeiten lang und dauerte jedesmal volle Stunden. Es war eine Ensembleperformance wie ich sie schon lange nicht mehr hatte. Das Stück kam gut beim Publikum an, sonst wäre es nicht so lange gelaufen. Ich selbst war mittelmäßig überzeugt vom Stück, weil es eine Dystopie erzählte, die man vor 15 Jahren geschrieben hätte. Die Protagonisten waren zum Teil so Frauen- und Fremdenfeindlich angelegt, wie man es heute nicht mehr tut. Ich und auch einige der Darsteller waren froh, dass es vorbei war.
Gegen Mitternacht war ich daheim und lag gegen 1:00 im Bett.
Na ja, ein bisschen Wäsche war im Wäschekorb, die sollte doch wohl zu schaffen sein. Am Morgen las und hörte ich im Internet, was andere grad so machen. Ich schrieb noch den Rest vom Blogpost von gestern fertig. Draußen regnete mit Schneeflocken gemischt. Also kein Wetter für Unternehmungen draußen.
Doch als ich mit der zweiten Tasse Kaffee wieder unter die Bettdecke kroch, hörte ich sie, aber ich sah sich nicht. Allein der Umstand, dass ich sie hörte, war eine Freude. Die ersten Schneegänse kommen zurück! Hurra! Der Frühling kommt!
Ich hatte vor kurzem ein Wort für den LOD (Lëtzebuerger Online Dictionnär) vorgeschlagen, was nicht drin stand und von dem ich nur aus dem Kontext herauslesen konnte, was es bedeuten könnte. Das Wort Käfdätscher oder Kefdätscher fand ich in einem alten Artikel einer Zeitung von 1999. Ende letzter Woche erhielt ich eine Antwort. Es ist ein beleidigendes Wort für einen schwulen Mann, wobei das Wort Käf umgangssprachlich für das Hinterteil steht. Aha, also ein Wort, das man mir nicht in den 80ern auf der Straße hinterherrief. Man lernt nie aus.
Ich entdeckte dabei etwas Neues und Spannendes von LOD, das ich noch nicht kannte: Schreifmaschinn.lu Ein neues Tool das auf luxemburgisch Eingelesenes erkennt und und in Text umwandelt.
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Der Montag entwickelte sich zu einem Unding, der mit einer Besprechung begann, die früher angesetzt worden war, ohne mich und andere davon in Kenntnis zu setzen, von der ich dann nur die Hälfte mitbekam. Das was mich aber betraf, bekam ich mit und das war dann nicht so schlimm.
Danach fuhr ich ins benachbarte Ausland, weil ich Dinge aus dem Discounter brauchte.
Für den Rest des Tages machte ich mir viele Gedanken zwecks eines Projektes, das erst in einem Jahr kommen wird, wenn nicht noch viel später.
Am Abend schlief ich während dem Film den ich mir ansehen wollte, schon gleich während der ersten Minuten im Sessel ein. Als ich erwachte, hatte ich keine Ahnung, was ich da sah, schaltete ab und ging ins Bett.