Bestandsaufnahme

Ich habe die letzte Spiegel Ausgabe schon vor 2 Tagen gekauft, kam aber erst heute dazu den Hauptartikel zu lesen. Dabei ging vor allem um den Begriff Web 2.0, was er bedeutet und vor allem wen er betrifft.
Mich z.B.
Ich muss dazu sagen, dass der Artikel sehr recherchiert ist und genau die richtigen Fragen stellt. Es sei trotzdem zu bedenken, dass der Artikel von einem Journalisten verfasst wurde, den das Problem genau so trifft und das im weitgehend negativen Sinn.
Web 2.0 ist ein fast philosophischer Begriff, die Weiterentwicklung des Internet auf ein Wort zusammengefasst. (Ich muss ehrlich gestehen dass ich den Begriff bis dato auch nicht genau definieren konnte) Der Artikel zeigt aber auch die Gefahren für die Zukunft auf. Ein Beispiel die Verselbstständigung diverser Community, die z.B. eine radikale Glaubensrichtung vertreten. Doch ich glaube, dass diese Gefahr unbegründet ist, da sich die Internetgemeinde selbst reguliert und solche Auswüchse schnell und effizient aufgedeckt werden.
Es ist auch ein Interview mit dem Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz zu lesen. Dem kann ich in keinem Punkt seiner Argumentation zustimmen . Wenn ich etwas mit Jahren im Internet gelernt habe, dann ist es zwischen den Zeilen leisen. Eine Tatsache die man sehr schnell beim Chatten lernt. Aus diesem Interview kann ich nur herauslesen dass der Professor Angst hat, ihm könnte das Wasser abgegraben werden samt seinem Status als so genannter Experte. Er vertraut auf alt bewährte griechische Weisheiten, die bei genauer Betrachtung nicht auf das Internet und dessen Kommunikationsformen (bloggen z.B.) anwendbar sind.

Man mag das bloggen noch so stupide finden, (ich selbst schreibe auch nicht jeden Tag Dinge auf die ich nachher stolz bin) so ist es doch eine komplexe Bestandsaufnahme der heutigen Gesellschaft und ihrer Befindlichkeiten.

Ich kann euch nur raten kauft euch schnellstmöglich die Ausgabe vom Spiegel DIESER Woche. Dann werdet ihr verstehen was ich gemeint habe.

Und dieses eine Mal lasse Kommentare bei einem Eintrag zu. Bitte schön.

Jüdischer Friedhof

14:30

In der Werkstatt von Zmud in der Küche sitzend und nicht wissend was ich mit den mir noch verbleibenden Stunden anfangen soll. Es ist noch immer tierisch heiß draußen. Zumal in der Sonne ist kaum zum aushalten.
Heute morgen einen Gewaltspaziergang absolviert. Auf Helmuts Empfehlung hin bin ich nach Weißensee gefahren und habe mir den jüdischen Friedhof angesehen. Aber leider nur von außen. Da ich mit dem Tram am Hintereingang ankam und dieser zugesperrt war, machte ich mich auf den Weg den Vordereingang zu suchen. Vergebens. Ebenfalls geschlossen. Warum weiß ich nicht. Auf der Homepage der Friedhofs steht nicht dass heute ein besonderer Tag wäre. Oder ist mir ein jüdischer Feiertag entgangen? Aber schön schaut er schon aus. Sehr verwildert, der Natur überlassen, und doch irgendwie gepflegt. Die Fotos habe ich durchs Gitter geschossen.



Um 4 Uhr ein Treffen vereinbart. Und dann sehen wir weiter…

Sony liebt mich nicht.

Ich weiss nicht was eben schief lief, aber der Server vom Sony Center wollte mich nicht. Dabei habe ich ihm nichts geatn. Ich habe ihn nicht mal überansprucht, weil ich die Grenze von 100MB pro Tag bei weitem nicht überschritten hatte. Also muss ich das sehr persönlich nehmen. Setzt sitze ich hier in einem easy Internet Café und versuche missmutig das zusammenzubringen was ich eben schon auf den Laptop geschrieben hatte. Und da ich keine Arbeit gerne doppelt mache, werde ich es bleiben lassen bis nachher wieder im Hotel bin.
Ausserdem habe ich Hunger. Ausser ein winziges Frühstück war heute nicht viel….

Keiner liebt mich.

Hochzeit & Hopping

Eine deutsch-japanische Hochzeitsparty. Da war ich gestern eingeladen. Im Park Friedrichshain. Mal davon abgesehen, dass ich bis dato noch nie ein Paar in der Kombination gesehen habe, waren die 120 Gäste bunt gemischt und bisweilen sehr skurril. Es waren sehr viele Leute aus der Modebranche vertreten. Highlight des Abends war ein japanische Travestieshow. Eine grottenschlechte Show. Aber die Darsteller hatten Spaß.
Ich habe ein paar sehr interessante Leute kennen gelernt. Nur schade dass es so heiß war. Es sollte abkühlen heute Nacht, hat es aber nicht so richtig.
Also werde ich heute mal anders machen als die anderen Tage. Ich würde es Klimaanlagen Hopping nennen. Aber davon später mehr.

Der Hauptbahnhof

Er sieht schon gewaltig aus der neue Hauptbahnhof. Ich habe versucht eine Stelle mit dem Fotoapparat einzufangen, von der aus man alle Etagen sehen kann. Oben ein Zug, unten Gleise. Ich muss gestehen dass ich, der nicht so ganz schwindelfrei ist, bisweilen dieses unglaubliche Kribbeln der Höhe verspürte. Sogar beim Fahren auf der einen oder anderen Rolltreppe.

Ich bin sitt.

Ein anderer Tisch wie gestern, aber immer noch dasselbe Café. Josty.

Mit Nikos im Prinz Albert gefrüstückt. Viele Erinnerungen ausgetauscht…

Er hat mir etwas erzählt das ich sehr witzig und zugleich sehr spannend fand. Es gibt das Wort satt, das soviel bedeutet wie, ich habe genung gegessen. Es wurde wie es schien ein Wort gesucht für ich habe genung getrunken. Heruas kam das Wort „sitt“. (Author kratzt sich am Kopf und googelt los..)
Tatsächlich! Hier steht es. Und das schon seit 1999. Unglaublich dass ich das nicht mitbekommen habe.

Die Hitze ist mörderrisch hier. Soll ich mich ins Filmmuseum verkriechen, und mir die Fernsehausstellung ansehen? Und wenn es nur zum abkühlen wäre? (Fragt sich der Author und schwitzt fröhlich weiter..)

Zeitversetzt

19.07. 2006
22.20
Heiß, und doch ist es erträglich weil die Luftfeuchtigkeit nicht hoch ist. Vorhin sah ich bei einer Wetterstation dass es 26% sind.
War heute Nachmittag am Lustgarten und habe mir das neue DDR Museum angesehen. Es soll Einblicke in den „Alltag eines vergangenen Staates“.

Den Museum wird vorgeworfen Tatsachen zu beschönigen. Dinge schöner zu zeigen als sie waren. Über diese Polemik wurde auch bei 3sat in der Kulturzeit diskutiert. Und genau das hat mich neugierig gemacht, mal davon abgesehen, dass Helmut mir auch davon erzählt hat. Es mag sein, dass es so ist. Ich kann es nicht beurteilen, da ich die DDR nie am eigenen Leib erfahren habe. Ich hätte mir gewünscht ich hätte die Ausstellung mit jemandem zusammen gesehen, der aus dem Osten kommt, der mir zu diesem und jenem hätte Geschichten erzählen können. Die Gegenstände allein sind ohne ihre Geschichten im Grunde nichts Wert.
Gegenüber vom DDR Museum steht nur noch das Gerippe vom Palast der Republick.

Und hier ein Überbleibsel der der WM. Der Alex im Fussballgewand mit rosa T-com Pünktchen. Da ist schon wieder die T-com…grrr

Mit meiner besten Freundin Zmud 2 vergnügliche Stunden verbracht. Und ich wurde von ihr und einem weiteren Bekannten morgen zu einer Hochzeitsparty eingeladen.
Morgen früh werde ich mit einen Bekannten speisen, mit dem ich vor 3 Jahren den Film Bye bye Blackbird gedreht habe. Großes Wiedersehen also.
Und jetzt habe ich eben festgestellt, dass ich per T-Hot Spot nicht ins Netz komme. Zum Kotzen sowas…

Endlich mal etwas umsonst

Das Posting von Peter kostete mich gestern Abend satte 8 Euro. Die T-Com ist … nun ja, lassen wir das. Zu meiner großen Überraschung habe ich heute einen Gratis-Hotspot gefunden. Im Sony Center auf dem Vorplatz. Na also, geht doch!
Sitze zwar nicht gerade an einem Ort der sehr berlinerisch ist, weil hier gibt im Grunde nur Touristen. Man hört seltsamerweise, und das nicht nur hieram Potsdammer Platz, sehr viel französisch. So auch gestern als ich von Savingyplatz zurück ins Hotel ging, ein schweizer-französisches Paar, das sich lauthals schritt, im festen Glauben, dass niemand sie versteht würde.
Was mich hier im Sony Center ein wenig stört, ist seltsames Hintergrundbrummen, das beständig in der Luft liegt. Wie ein monstergroße Klimaanlage.
Heute Nachmittag treffe ich meine beste berliner Freundin Zmud.
38 Grad sind für heute vorgesehen…pfff

Hier noch 2 Bilder von gestern Abend. Der Laden in der Bleibtreustrasse ist so kitschig dass er schon wieder schön ist.

Und der hier befindet sich ein paar Häuser weiter.

Ich bin Berlin

Es ist heiß in Berlin und es kühlt nicht so richtig ab nachts. Das heißt bis jetzt nicht.

Als ich am späten Nachmittag ankam, war ich müde und spürte noch sämtliche Erschütterungen im Körper. Es war so als ob ich immer noch fahren würde. Und doch war wie unter Strom. ICH BIN IN BERLIN.

Ich wanderte über den Kudamm und es war fast so als ob ich nach hause gekommen wäre. Im Maredo setzte ich mich auf die Terrasse und versuchte schnell ein Posting abzuschicken, was aber nicht gelang weil die Verbindung miserabel war. Und plötzlich hatte ich keine Lust auf Grillfleisch wanderte weiter die Bleibtreustrasse hinunter zur Else Ury Passage wo der Savingnyplatz beginnt. Dort gibt es die Pizzeria 12 Apostel in der ich vor 2 Jahren schon mal mit Fränk gesessen habe. (Fränk den ich übrigens heute wieder vergebens versucht habe zu erreichen, ich weiß gar nicht ob er überhaupt noch in Berlin lebt) Ich setzte mich an einer der Bänke und bestelle die 12 Apostel Pizza, die Spezialität des Hauses. Gegenüber mir stand ein Bettler im Eingang einer Kunstgallerie und schüttelte zaghaft einen gebrauchten Kaffeebecher in dem ein paar Münzen lagen. Ich saß vielleicht eine ganze Stunde da und schaute ihm unauffällig zu. Es dauerte lange bevor er etwas bekam. Der erste der ihm etwas in Becher gab war…ebenfalls ein Asozialer. “Is nicht viel, aber besser als jar nüscht.” Er klopfte dem Bettler auf die Schulter und ging. Der Bettler (ich nenne ihn jetzt mal Peter) strahlte übers ganze Gesicht. Am vorderen Tisch nahm ein Paar mit einem Kind Platz. Das Kind recht lebhaft, ließ Peter lächeln. Und immer wenn kleine Kinder vorbeigingen und ihn anschauten strahlte er sie mit seinem fast zahnlosen Mund an. Er wartete beharrlich und schüttelte immer wieder seinen kleinen Becher. Er bekam noch zwei mal etwas und sagte: Vielen Dank, schönen Abend noch, alles Liebe. Der Spruch den er für jeden hatte.
Und auch wenn es vielleicht nicht so ist, Peter schien glücklich.

So wie ich….

Berlin in Sichtweite

Na das kann ja heiter werden. Schon nach 3 Uhr morgens und ich schlafe immer noch nicht. In 4 Stunden muss, soll ich aus den Federn…

Der Titel passt und passt auch nicht. Denn wenn ich jetzt nicht blad schlafe, wird Berlin devinitif nicht in Sichtweite sein. Also los. 1…2…schnarch.

Sofa

Den Sonntag wie in einer Art Trance verbracht. Ein Spaziergang um den See tat gut. Irgendetwas, ich weiss echt schon nicht mehr was es war, gestern Abend im Fernsehn geschaut und dabei auf dem Sofa eingenickt und vor 10 Minuten erst erwacht. Fühle mich nicht einmal gerädert. Ist vielleicht sogar die richtige Einstellung für morgen. Morgen geht es ab in den Osten…nach Berlin. Und da ich schon mal unterwegs bin überlege ich grade ob ich nicht eine Nacht in Essen verbringen soll um mir die Caspar David Friedrich Ausstellung anzusehen. Auf der Rückfahrt vielleicht…

Leer

Leer, völlig leer. Nicht ausgebrannt, das wäre negativ.Nur leer.

Gestern war die letzte Vorstellung im Inoui von „Fudder fir de bloen Hirsch“ (Futter für den blauen Hirschen). Es war schön und anstrengend und lang. Sehr lang. 42 Vorstellungen. Vor mir am Schreibtisch hängt doch der Postkartenflyer mit allen Spieldaten drauf. Ich hatte ihn hingehängt, damit ich nach jedem Spielabend ein Datum durchstreichen könnte. Gekommen bin ich nur bis Ende April. Und jetzt ist es vorbei.

Melancholisch? Jein. Ein bisschen schon. Aber das ist das schöne an Theater- und Filmberufen. Irgendwann ist ein Projekt zu Ende und es kommt was Neues. Neue Menschen, neue Umgebung, neues Stück, neues Ziel…. Doch heute möchte ich ungehindert und mit melancholischen Weltschmerz in einem leeren Loch sitzen

Lehrpersonal

Die Ereigenisse überschlagen sich in Luxemburg. Zwischen einem neuen Tabak Verbot, das vorgestern von der Abgeordnetenkammer gestimmt wurde und einem Zugunglück gestern, in dem es eine Reihe schlimmer Verletrzter gab, bereite ich mich heute auf die devinif letzte Theatervorstellng in Inoui vor.

Ich wollte schon vorgestern Abend etwas über das neue Tabak Gesetz schreiben, ratzte aber auf dem Sofa weg. Das Gleiche gestern nochmal. Im Grunde sind meine Tage recht gut ausgelastet sonst würde ich abends nicht todmüde umfallen.
Die gestrige Vorstellung war eine geschlossene Gesellschaft bestehend aus einem Lehrerkollegium. Diesbezüglich habe ich etwas neues dazugelernt.

Merke:
Ein Sall voll mit Lehrern benimmt genau gleich wie eine undisziplinierte und desinteressierte Schulklasse.

Ich kamm mir vor, als ob ich eine Schulstunde gehalten hätte. Während der Vorstellung wurden eifrig und ohne Scham Privatgespräche geführt. Wenn eine Passage im Stück kam die etwas lauter war sahen die meistern drein als ob man sie „erwischt “ hätte. Währed der Pause uns am Schluss des Stückes blieben die meisten nicht im Saal sondern standen in Grüppchen vor dem Inoui auf dem Parkplatz rum, wie in der Pause auf den Schulhof. Das mag man jetzt seltsam finden aber das Inoui ist ein Resataurant-Café-Konzert-Theater Stätte in der man bequem am Tischen Platz nimmt und von dort aus die Vorstellung genießt. Am Schlimmsten aber fand ich, dass während der Vorstellung ungeniert geraucht wurde, obwohl überall steht, dass rauchen vor allem während der Vorstellung nicht erlaubt ist, allein schon aus Rücksicht auf die Darsteller.

Ich glaube dass Lehrpersonal im Bildungs- und Benimmgrad all zu sehr überschätzt wird. Das Wort Vorbildfunktion trifft auf die meisten dieses Standes bei aller Liebe nicht zu. Ein Großteil hat diesen Beruf nur gewählt wegen der (in Luxemburg) sehr hohen Gehälter und wegen der langen und vielen Ferien.

WAT & Inoui

Bei WAT.lu sitzend und darauf wartend dass das nächste Fotoshootimg losgeht.

Habe die letzte Nacht fast gar nicht geschlafen. Die Vorstellung gestern im Inoui war eine der hitzigsten der latzten Tage. Es kostet so unendlich viel Kraft den Rythmus beizubehalten… Als ich dann nach Hause fuhr war an Schlafen nicht zu denken (siehe Uhrzeit des letzten Eintrages)

Wenn das Shooting für heute vorbei ist, ist heute abend noch eine Vorstellung. Ein laaaanger Tag.

Stress mit 16

In den Zeiten unsäglicher Dokusoaps versteht es MTV glänzend immer noch einen draufzusetzen.
Ich werde dieses Jahr 40 (womit ich mich noch immer nicht so recht abgefunden habe…aber das ist ein anderes Thema.) aber selbst wenn ich noch 16 wäre, würde es mich wirklich interessieren was eine 16 jährige verwöhnte amerikanische Pissnelke von ihren stinkreichen Eltern zum Geburtstag bekommt? Und MTV hält immer voll die Kamera drauf. Reine Zeitverschwendung.

Träääge

Die Hitze macht mich träge, schreib- und denkfaul. Ach ja, ab dem 18 Juli wird von Berlin aus gebloggt. Also in 7 Tagen. Soviel zur Bekämpfung des Fernwehs.

MUDAM

Ich hatte hier schon einmal kurz darüber berichtet. Seit ungefähr 2 Wochen hat es jetzt offiziell geöffnet und ich war heute nachmittag dort. MUDAM. Dass ich ausgerechnet heute nachmittag hinging, kam dadurch, dass ich nach einer langen schlaflosen Nacht schon ganz früh in Net stöberte und einen Eintrag bei egalwaat.lu (in luxemburgisch) über die sehr seltsame Homepage des MUDAM fand.
In den Zeitugen und im TV war hierzuland mehr als genung darüber zu lesen und zu sehen. Somit ist dieser Eintrag eher etwas für meine deutschen und schweizer Schnuffis.

Das Gebäude selbst, auch wenn es Unsummen verschlungen hat und ewig brauchte um fertiggestellt zu werden, ist der absolute Hammer. Auch wenn manche sagen, dass der Bau einen Beigeschmack der 80er Jahre hätte in denen der Architekt Pei das Gebäude entworfen hat, so finde ich, dass es diesen nicht besitzt. Es ist zeitlos. Den Prachtbau ein wenig von innen einzufagen, habe ich versucht, als ich verschiedene Kunstwerke ablichtete. Aber sie können auf keinen Fall wiedergeben, was man bei einem Liveanblick empfindet.

Was die ausgestellten Kunstwerke betrifft, so war ich sehr skeptisch, zumal ich vorab einiges im Fernsehen gesehen hatte und mir mit Ausnahme der Kathedrale nichts sonderlich gefiel. Doch muss ich ehrlich gestehen, die Auswahl wesentlich besser ist als erwartet. Das beste Vergleichsprodukt habe ich vor 2 Jahren in Berlin gesehen. Die Flick Collection. (es gibt irgendwo einen Eintrag drüber hier, benutzt bitte die Suchfunktion) Ich weiss dass ich sie damals furchtbar gefunden habe. Das was im MUDAM ausgestellt ist, sind dagegen lauter kleine Schätze….

Am besten gefiel der Flaschenturm, der heute bei der gleißenden Sonne nur so funkelte.

Seelenfenster

Eine Dokumentation auf Arte brachte mich auf diesen Eintrag. Es ging um Künstler, die die Welt anders sehen. Moment…*klickt sich zu Arte rüber um zu sehen was es genau war*… hier ist es.

Seelenfenster
Dokumentarfilm, Brasilien 2001,
Von: Walter Carvalho, João Jardim
Blinde oder kurzsichtige Prominente wie Wim Wenders, Agnès Varda und José Saramago sprechen über ihre Art, die Welt zu sehen. Welche Bedeutung hat die Brille für sie und welche verschiedenen Formen der Wahrnehmung gibt es? Der Dokumentarfilm verbindet poetische Bilder mit Aussagen über verschiedene Formen, die Welt zu sehen und wahrzunehmen.

Im Interview hatten sie eine Frau, die Animationsfilme macht, deren linkes Auge immmer nach aussen wegrutschte, als ob sie schielen würde. Ein anderer Mann, ein Schriftsteller, schielte mal mit den linken mal mit dem rechten Auge. Er kann dich sowohl mit dem linken als mit dem rechten Auge fixieren, oder dich gar nicht ansehen und schaut dich trotzdem an.

Das erinnerte mich an einen Bekannten, von vor einigen Jahren, der das gleiche „Problem“ hatte. Für ihn schien das sogenannte Problem keines zu sein. Aber seltsamerweise für mich. Wenn ich mit jemandem spreche und ihn dabei ansehe, schaue ich ihm in die Augen. Bei ihm wusste ich nie welches Auge mich ansieht und welches nicht. Fixiert er mich oder schaut durch mich hindurch? Hört er mir zu oder träumt er? Manchmal machte es mich derart unsicher, dass ich den Faden im Gespräch verlor.
Wenn ich heute darüber nachdenke, schäme ich mich fast dafür. Aber damals hat es mich derart irritiert und eben im Film war es wieder so. Das bringt mich zu dem Schluss, dass der Titel meines Tagebuches noch einen ganz anderen Hintergrund hat, den ich ganz unbewusst mit hinein habe fließen lassen, ohne zu wissen wie wichtig er mir ist. Augenblicke steht für Momente, kurze Bildaufnahemen, für Dinge die mich bewegen, irritieren, aufregen, freuen… Augenblicke steht aber auch wortwörtlich für Augen und ihre Blickrichtung. Das war mir bis jetzt noch nie richtig bewusst.

Wuschhhh.

In Zeiten des Religionsgerangel, Glaubenskriege und Terroranschlägen, fand ich eine Seite mit einem Kunstprojekt, dass es mir die Sprache verschlug. Das World Religion Action Kit. Ich musste eine Weile nachdenken bevor ich mich dazu entschloss es in Blog zu setzten. Ich denke dass ich nochmal darauf hinweisen muss, dass es ein Kunstprojekt ist.

In times of religious strife, BE READY!
This easy-to-use kit allows you to take a more active part in the present “Clash of Civilizations”. No matter what your faith is, you can enjoy the flexibility offered by the four great religions – the Bible, Teachings of Buddha, Koran and Talmud in one handy box. Use them as you see fit: study them, choose sides, employ Parts A, B and C to demonstrate your loyalty to the advancing enemy troops.

10 Jahre

Da ich kein Freund von Kommentaren bin, zumindest nicht in meinem Log, so lese ich doch ganz gerne die Dinger in anderen Logs, zumal wenn es etwas heisser hergeht und jeder etws dazu beitragen kann.
So gesehen bei der Kaltmamsell. Eine subjektive Liste der Dinge die sich in den letzten 10 Jahren in Deutschland geändert haben. Die Liste der Mamsell selbst ist etwas spärlich, aber dafür sind die Beispiele in den Kommentaren umso schöner. Ich habe die Allgemeingültisten, also nicht nur für Deutschland, herausgesucht und dhier zusammengestellt.

  • Bio-Produkte im Supermarkt um die Ecke
  • Die Praxis des Durchbohrens verschiedenster Körperteile schafft den sozialen Aufstieg aus dem Nischenbereich der Fakirenszene.
  • Auch wer früher nicht fotografiert hat, hat jetzt eine Digicam.
  • Ein Großteil von Mädchen und Frauen läuft mit nackiger Leibesmitte herum.
  • Fliegen ist billiger als Bahn fahren.
  • man kann jeden Song einer CD einzeln kaufen (nicht nur die Singleauskopplungen)
  • alle, die sich mitte der neunziger noch über handy-poser aufgeregt haben, sind mittlerweile schon selbst bei ihrer dritten handygeneration angekommen und denken über ein privates zweithandy nach (oder wenigstens nen geilen klingelton)
  • Hörbücher muss man nicht mehr mit der Lupe suchen
  • Wir zahlen in Euro und die Nachbarn auch.
  • das internet ist immer an, der computer auch, und man verfügt über bandbreiten und rechenpower, für die man vor 10 jahren seine schwiegermutter verkauft hätte.
  • Es gibt Blogs 🙂
  • “Ehre” ist ein Unterschichtenproblem mit Migrationshintergrund…
  • Es gibt keine Mix-Tapes mehr als Liebesbekundung…
  • Es gibt wieder Mix-Tapes als Liebesbekundung (bei unter 18-Jährigen)…
  • Man ist busy und nicht mehr beschäftigt
  • Man hat eine To-do-list um an alles zu denken und keine Abhakliste mehr
  • zehnjährige Kinder besitzen Handys
  • Die jungen Menschen sind höflicher und freundlicher als die alten.
  • Man ruft beim Aussteigen aus dem Flugzeug jemanden an und sagt, dass man jetzt ausgestiegen ist
  • Man drückt auf den Schlüssel, um das Auto aufzumachen
  • Wasser ohne Kohlensäure gibt’s jetzt mit Geschmack.
  • Die Rolling Stones sind aber immer noch auf Tour.
  • vor 10 jahren war vor 10 jahren auch schon alles besser.
  • Joggen ist out, Gehen mit Stöckenhinterherschleifen ist in.
  • Gurgel weiß alles.
  • Vor zehn Jahren erzähltest du jemandem, was man für Musik hört/Bücher liest/Filme schaut, und der konnte dann etwas über deinen Charakter/Geschmack/politische Einstellung sagen. Funktioniert heute gar nicht mehr
  • Bei Pisa denken inzwischen alle zuerst an Leistungstestsvergleiche und erst dann – wenn überhaupt – an die italienische Stadt mit dem schiefen Turm
  • Jeans sind plötzlich kürzer geworden, allerdings oben; deswegen wurde wieder mehr auf Unterwäsche geachtet, weil die ja rausgucken muss

Und den hier finde ich mit Abstand am …geilsten, schönsten, zynischsten?

  • Journalisten faseln von Ethik und Glaubwürdigkeit und fühlen sich von Bloggern rechts überholt, weil die kostenlosen Content stellen, für den eigentlich Journalisten bezahlt werden möchten. Blogger hingegen verwechseln copy & paste mit Recherche und angewandten Zynismus mit interessanten Inhalten und fühlen sich über Journalisten moralisch und auch sonst erhaben.

Das passt doch wie Faust aufs Auge.

Exzess

Das exzessive Schreiben hier hat zur Folge, dass es Tage gibt an denen ich völlig leer bin, an denen ich sobald ich an der Tastatur sitze, nichts mehr geht. Der Text Ungewissheit von vor 2 Tagen ist immer aktuell. Vor allem das Wort Fernweh wird konkreter. Es muss etwas dagegen unternommen werden.

Wanderung (2)

Zwei weitere Fotos für die lose Folge:
Der Echternacher Wanderweg für Balkon- und Vorgartenkitsch.

Man kann es nicht sofort auf den Fotos erkennen, weil der Balkon recht hoch ist, aber die Gartenzwerge sind ungefähr einen halben Meter gross.

Ungewissheit

Ein Zustand der kaum zu beschreiben ist. Man tritt auf der Stelle. Irgendetwas läuft nicht so wie man es gerne hätte und man weiss nicht was. Kopfblockade. Ein Zustand weder Fisch noch Fleisch. Eine Ungewissheit. Sie nagt und buddelt sich durch den Kopf und es gibt keine Pille dagegen. Wie ein kleiner Poltergeist der seine Bestimmung zum poltern noch nicht gefunden hat. Oder noch konkreter und damit noch unverständlicher, eine Mixtur zwischen Heimweh, Fernweh und Sehnsucht.
Und zuviel Zeit um darüber nachzudenken.
Steppenwolfgedanken.
*schreibt der Author und hasst sich selbst dafür*

Punkte sammeln

Vor einer halben Stunde mit einem Donnerschlag erwacht. Draussen ist ein Gewitter am wüten. Es krachte so laut, dass ich beinah aus dem Bett gefallen wäre. Jetzt bin ich grantig, müde und habe eben etwas entdeckt was ich euch nicht vorenthalten will.

Ich will mir nicht den Zwibelfisch an den Hut kleben, obwohl ich die Artikel im Spiegel liebe. Aber das hier…ts ts ts. Ich habe es in Echternach in dem neuen Supermarkt Delhaize gefunden. Eine Punktesammelkarte am Metzgereistand Dufrais. Und was bekommt man?

Einen wunderschönen T-shirt ?
Kreative deutsche Rechtschreibung…

Umziehen & abschalten

Was man nachts alles so mitbekommt ist schon recht erstaunlich. Zum Beispiel gestern wie heute wurde mein Server so kurz nach 1:00 Nachts abgestellt. Ich hab alles mögliche versucht….nichts. Meine nächtliche Schreibwut muss ich wohl oder übel dann auf eine .doc Datei bannen bevor sie morgens online geht….seuftz

Und als ich irgendwann keine Lust mehr hatte und mir was Gutes tun wollte, klickte ich zu Ehrensenf. Dort stand „Die Seite zieht um“. So ein Zufall aber auch… Alles schaltet ab oder zieht um und das klammheimlich nachts.

Zäh

Ein zäher Montag. Zumal wenn es so heiss ist wie heute. Zu heiss zum lesen, zu heiss zum Fernseh schauen und zum surfen erst recht.
Zwischengedanke:
Wie schön dass die WM am Sonntag ein Ende hat.

Server, Hallo?

3:49

Versuchte eben krampfhaft meinen Server zu erreichten. Niet.

Habe heute zum ersten Mal den Film „Der Untergang der amerikanischen Imperiums“ gesehen. Ein hervorragender kanadischer Film aus den Achtzigern. Als ich das letzte mal in Cannes war 2004 kam die zweite Folge davon. „Die barbarischen Invasionen“ Eine Kritik möchte ich nicht schreiben da ich zu so später Nachtstunde nicht mehr allzu viel fertig bringe. Klare Gedanken am allerwenigsten.

Ich hoffe dass mein Server zumindest morgen früh wieder mit macht…..

Intensive Bastelstunde

Uff…geschafft.

Nach fast 2 Stunden habe ich ein neues Kontaktformular. Mit dem alten Formular hatte ich von Anfang an Spam. (Ironischerweise, soll das Formular ja grade Spam verhindern!!!) Nun hoffe ich innigst dass das Problem gelöst ist und ich nicht mehr mit zugemüllt werde. Ansonsten muss ich mir was anderes einfallen lassen.

Wanderung (1)

Die Idee kamm mir schon vor ein paar Tagen aber es haperte an der Umsetzung.

Es gibt in Echternach einen Kulturwanderweg der im Jahr 2000 angelgt wurde. Er führt durch das Zentrum der kleinen Abteistadt und ist in ungefähr einer Stunde zu schaffen. Ich werde ab heute in Augenblicke in loser Folge einen weiteren Wanderweg vorstellen den ich selbst zusammengestellt habe.

Der Echternacher Wanderweg für Balkon- und Vorgartenkitsch. Kitsch as Kitsch can. Le grand mechant Kitsch. Ich werde versuchen es so unvoreingenommen wie möglich zu präsentieren, auch wenn es mir manchmal nicht leicht fallen wird. Die Route der Wanderung ist noch nicht ganz fertiggestellt, da ich bis dato nur drei wirklich „sehenswerte“ Objekte gefunden habe, aber ich bin sicher es gibt deren noch mehr.
Hier nun die ersten Fotos.

Da ich dieses Foto schnell im Vorbeigehen machte, hier noch ein paar kleine „interessante“ Ausschnitte, die auf dem oberen Bild vielleicht nicht direkt zu erkennen sind.

*

Und hier Objekt Nr.2

Und hier ein Detail daraus.

Es werden weitere folgen.

Antiquitäten sind der Kitsch von vorgestern zu den Preisen von heute.
(Jaques Tati)

Rotgtüne Welle

Am späten Samstagnachmittag als ich das Haus verließ spürte man draussen,dass in den Straßen eine Stimmung war kurz vor dem Knall. Aus keiner einzigen Bar mit Fussballübertragung drang auch nur ein Laut. Ich ging die Fussgängerzone hinuter ins Philo (das gott sei Dank keinen Fernseher hat), die Spannug war regelrecht spürbar. Dann endlich hörte man Aufschreie und es wurden sogar Böller geschossen. Es brach eine regelrehte Partystimmung aus. Die portugisiesche Community in Echternach feierte als ob es nie wieder etwas zu feiern gäbe. Eine rotgtüne Woge floss die Fußgängerzone hinuter.