Fressen, Kunst und Puderquaste

Monat: August 2006 (Seite 1 von 4)

Calvi

Calvi ist eine traumhaft schöne kleine Stadt, und hier habe ich den ersten richtigen Urlaubstag am Strand verbracht.
Was übrigens alle Hotels angeht in denen ich war, da gibt es noch so einiges zu sagen, aber das hebe ich mir für später auf, wenn ich wieder WLAN habe. In den Hotel in den ich heute bin gibt es zum Beispiel kein WLAN, oder Wi-Fi wie man Frankreich sagt. Einer der Hotelbesitzer erklärte mir er hätte es abgeschafft, seit das Gesetz in Frankreich besteht, das besagt, dass man alle Internetadressen speichern und abgeben muss, auf denen die Hotelbesucher rumgesurft sind. Das verlangt wie es scheint einen eigenen Server, (was ich aber ehrlich gesagt nicht glaube, da gibt es bestimmt andere Methoden)
In Calvi könnte man es eine ganze Woche aushalten. Der Sandstrand hat einen so feinkörnigen Sand dass man ohne Badetuch darin liegen kann. Danach sieht man nur aus als man mit Puderzucker bestäubt worden wäre.
Morgen geht es ( ich habe gerade auf der Karte nachgeschaut) über eine ganz gemeine Kurvenstraße nach Porto, auf die Spuren meiner zartesten Kindheit. In Porto bin ich bereits mehrfach gewesen, aber ich erinnere mich nicht mehr daran. Das letzte mal als ich dort war, war ich 10 oder 11 Jahre alt. An die letzte Reise erinnere ich mich noch ganz waage, aber das meiste weiß ich nur von Fotos.  Mittlerweile sind 30 Jahre vergangen und ich bin gespannt ob ich morgen nur so von Flashbacks überrumpelt werde, oder gar nichts passiert.

Bastia vorm Frühstück

Ich weiß nicht ob ich es hier erwähnt habe aber ich reise nicht allein. Aus Gründen die mir meine Reisebegleitung mitteilte ich hier aber nicht ausführen möchte, möchte sie nicht zwingend hier erwähnt werden.
Aber hier muss ich die Begleitung dann doch einmal erwähnen. Sie hat diese Nacht kaum geschlafen. Ich übrigens auch nicht so besonders. Jetzt liegt sie hier nebendran im Bett und schnarcht lautstark.
Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass solche Rundreisen wie diese nur für Hartgesottene taugen. Man sieht viel und sieht zugleich überhaupt nichts. Nur gut dass noch eine Woche bevorsteht in der wir in einem Thalasso Hotel untergebracht sind.
So! Wenn ich diesen Eintrag fertig gepostet habe werde ich meine Reisebegleitung aus dem Bett schmeißen.

Bastia

.In einer Woche wie dieser, in der ich jeden Tag in einem anderen Hotel bin, in einer anderen Stadt, kommt das Gefühl auf als ob man wie ein Rockstar jeden abend wonanders auftritt und in einem anderen Bett schläft. Manchmal weiß man nicht wo man morgens aufwacht und wo man genau ist. Vielleicht ist der Vergleich etwas übertrieben, aber was die Anstrengung und denn Stress betrifft kommt es dem sehr nahe.
Bastia ist bis verglichen mit all den anderen Städten, der Tiefpunkt der Rundreise. Bastia ist eine größere Stadt in der es nicht sehr viel zu sehen gibt was es nicht auch in anderen vergleichbaren Großstädten gäbe. Im Reiseführer steht dass es vor allen eine Arbeitsstadt ist. Touristisch ist hier sehr wenig vorhanden. Ich habe fast 2 Stunden am Hafen verbracht und den Fährschiffen zugesehen, die fast im Minutentakt ein und ausliefen. Eine Fahrt Richtung Cap-Corse war da schon spannender, auch wenn es da sehr wenig zu sehen gab, es vermittelte mir zumindest einen Eindruck von dem was mich die nächsten Tage an kurvenreichen Straßen erwartet.
Morgen bin ich in Calvi.

Corté

Ich werde mein Bestes versuchen und diesen Eintrag per Handy zu posten. Heute morgen von Porto-Vecchio aus nach Corté gefahren. Das Hotel in Porto-Vecchio ist Gott weiß nicht zu empfehlen. Es ist zwar einigermaßen modern hat aber grottenschlechte Matratzen so dass ich heute morgen Rückenschmerzen hatte.
Corté ist im Inneren der Insel gelegen auf einem Felsen. Das Hotel hier liegt etwas abseits von Corté ist aber wunderschön. Von geöffneten Fenster aus hört man den Wildbach plätschern. Ein paar Meter vom Hotel entfernt hat man den Wildbach leicht gestaut so dass ein kleiner See entstand, in dem ich heute Nachmittag herum schwamm. Das aller erste Mal dass ich einem Wildbach geschwommen bin. Es war schon etwas kühl, aber ich war erstaunt wie schnell man sich an das kalte Wasser gewöhnt.
Abendessen auf dem Zimmer mit Rotwein und korsischer Wurst.

Von Propriano über Bonifaccio bis nach Porto-Vecchio

Jeden Tag einer neuer Ort, ein anders Hotel…es ist gelinde gesagt anstrengend. Den schweren Koffer habe ich bereits mehrfach verwünscht aber er wird dadurch nicht leichter. Im Grunde habe ich tapfer versucht jeden freien Moment etwas zu schreiben, aber das jetzt zu posten wäre nicht so das was ich mir unter bloggen vorstelle. Ich habe das bereits mehrfach versucht bei anderen Gelegenheiten wenn ich unterwegs war für Aussensehende ist es eher verwirrend. Die nächsten Tage werde ich bloggen, wenn es geht, wenn nicht, geht es eben nicht, und ihr sowie ich auch müsst eben darauf verzichten.

Fotos der letzten Tage.

Die Familiengruft der Bonaparte Familie

Eines der Aida Schiffe im Hafen von Ajaccio

Da habe ich ich mich anfangs darüber gewundert, später nicht mehr, denn Spar Supermärkte gibt es hier wie „Sand am Meer“

Auf einer Bootsfahrt in Bonifaccio zu Kalkfelsen und Grotten. Eine recht stürmische Angelgenheit.

Blick von Hotelzimmer aus in den Golf von Propriano.

Feigen, DIE Frucht in Korsika. Die hier auf dem Bild sind noch grün.

Ajaccio

5:20
Der Flug gestern verlief glatt, auch wenn zu einem gewissen Moment die Befürchtung bestand wir müssten mit einem ganzen asozialen Ballermannclub fliegen. In der Abflughalle hatten die ziemlich breit gemacht. Aber nein Gott Sei Dank. Schließlich kam mir der Gedanke, dass die unmöglich nach Korsika fliegen konnten, denn preislich gesehen ist das denen viel zu teuer. Mitten in Ajaccio, der größten Stadt von Korsika in einem Hotel mitten im Zentrum. Ein Hotel mit WLAN. Ich bin begeistert. Gestern Abend in einem kleinen aber feinen Restaurant gespeist und völlig überfressen, so schlimm wie schon lange nicht mehr. Ajaccio hat diesen unvergleichlichen mediterranen Charme den man an der ganzen französischen Mittelmeerküste findet. Dabei sollte an bei dieser Feststellung schon aufpassen was man sagt, denn korsisch ist nicht gleich französisch und umgekehrt auch nicht. Korsika gehört zu ganz klar zu Frankreich, hat sich aber immer davon abgegrenzt, wollte seit jeher immer eine eigenständige Insel sein. Zumindest war es immer so. Ob das heute noch der Fall weiß ich nicht. Mehr dazu in den nächsten Tagen.
Jetzt versuche ich noch mal eine Runde zu schlafen.

Jetzt da ich richtig wach bin muss ich dann doch noch etwas loswerden. Morgens um 5 Uhr fuhr eine unglaublich quitschende Müllabfuhr bei der man unmöglich schlafen konnte. Frühstück habe ich schon intus und in einer halben Stunde geht weiter nach Propriano.

Abflug

Der Koffer ist gepackt, um 12 Uhr muss ich los.
Ob ich die nächsten Tage blogge oder nicht wird weitgehend vom Hotel abhängen in den ich grade bin. Die erste Woche steht eine Rundreise an, die zweite Woche werde ich in einem Wellnesshotel sein. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Nachtrag & freudiger Regen

Ich habe meinen Eintrag den ich gestern so im Vorbeigehen schreib, nochmal durchgelesen. Die Essenz von dem was ich sagen wollte ist schon darin enthalten. Da ich aber eben (wie jeden Morgen) mir die Nachrichten bei Spiegel-online anschaute, merkte ich dass das Thema noch viel komplexer ist als angenommen. Ich habe midestens 4 oder 5 Artikel über den Fall von Natascha gefunden. Hier, hier, hier, und hier. Da ich gestern nicht dazu kam mir Nachrichten in TV anzusehen, war es jetzt eben sehr erschütternd…

Meinen Kopf beschäftigt heute allerdings etas ganz anderes. Ich schaue zu Fenster hinaus und es regent in Strömen. Es ist das mieseste Wetter seit langem und ich FREUE mich. Genau das richtige um morgen frohen Gemutes in einen Flieger zu steigen und zu verduften. Wie schon mehrfach angekündigt werde ich für 2 Wochen nach Korsika verchwinden. Das Notebook werde ich mitnehmen. Ob ich internetfähig sein werde weiss ich nicht. Wenn nicht wird alles nachgereicht.

Jetzt heisst es erst mal Koffer packen.

Gedankengänge

Als ob ich es nicht schon geahnt hätte, aber die Fotoshootings, von denen ich vor ein paar Tagen sprach in Bezug auf Konzeptlosigkeit, erreichen ihren Toplevel. Es macht kein Spaß mehr. Jetzt sitze ich hier im Studio und warte auf das nächste Model, das lediglich für ein Testfoto vorbeikommt. Eine volle Stunde Leerlauf.

Die Stunde nutze ich jetzt um einen Eintrag zu schreiben, der mir sehr am Herzen liegt, aber nicht so ganz einfach anzupacken ist ohne dass man gleich in Teufels Küche gerät. Es fing vor einigen Tagen damit an dass ich bei Spreeblick diesen Eintrag fand, der zwar sehr lang aber dafür sehr ausführlich war. Ich denke dass er genau die gleichen Befürchtungen hatte wie ich jetzt. Es geht um Kindesmisshandlung. Eben las ich bei Spiegel-online einen Artikel über ein Mädchen in Österreich, das sich nach 8 Jahren aus den Keller in dem es gefangen gehalten wurde befreien und fliehen konnte. Zudem glaube dass jeder in irgendeiner Form einen Geschichte von Kindesmisshandlung aus seiner näheren Umgebung kennt. Ich selbst kenne allein vier solcher haarsträubenden Geschichten in der mir die Beteiligten, Opfer wie Täter, direkt oder indirekt bekannt sind. Was ich dabei nicht verstehe ist die Tatsache, dass man solche Dinge einfach an sich vorbeiziehen lässt. Es trifft einen nicht selbst also lässt man es geschehen. In den 4 Fällen die mir persönlich bekannt sind, wies ich mit Sicherheit, dass mindestens in 2 strafrechtlich nichts passiert ist. Dabei stellt sich die Frage ob es unter gewissen Umständen nicht besser ist strafrechtlich nichts zu unternehmen. Ich höre schon den Aufschrei all derer die jede Sünde geahndet und verbüßt sehen wollen, aber darum geht es mir hier nicht. Es geht mir mehr um das Opfer selbst, sprich der oder die Misshandelte. Ich denke da an einen ganz bestimmten Fall, in der die Misshandlung erst nach fast 20 Jahren herauskam. Ist es da ratsam, die Opfer die ganze Tat in einem Prozess noch einmal zu durchleben lassen? Oder ist es besser für die Opfer einen Schlussstich zu ziehen und es nach all den Jahren endgültig ruhen zu lassen?

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