Calvi ist eine traumhaft schöne kleine Stadt, und hier habe ich den ersten richtigen Urlaubstag am Strand verbracht.
Was übrigens alle Hotels angeht in denen ich war, da gibt es noch so einiges zu sagen, aber das hebe ich mir für später auf, wenn ich wieder WLAN habe. In den Hotel in den ich heute bin gibt es zum Beispiel kein WLAN, oder Wi-Fi wie man Frankreich sagt. Einer der Hotelbesitzer erklärte mir er hätte es abgeschafft, seit das Gesetz in Frankreich besteht, das besagt, dass man alle Internetadressen speichern und abgeben muss, auf denen die Hotelbesucher rumgesurft sind. Das verlangt wie es scheint einen eigenen Server, (was ich aber ehrlich gesagt nicht glaube, da gibt es bestimmt andere Methoden)
In Calvi könnte man es eine ganze Woche aushalten. Der Sandstrand hat einen so feinkörnigen Sand dass man ohne Badetuch darin liegen kann. Danach sieht man nur aus als man mit Puderzucker bestäubt worden wäre.
Morgen geht es ( ich habe gerade auf der Karte nachgeschaut) über eine ganz gemeine Kurvenstraße nach Porto, auf die Spuren meiner zartesten Kindheit. In Porto bin ich bereits mehrfach gewesen, aber ich erinnere mich nicht mehr daran. Das letzte mal als ich dort war, war ich 10 oder 11 Jahre alt. An die letzte Reise erinnere ich mich noch ganz waage, aber das meiste weiß ich nur von Fotos. Mittlerweile sind 30 Jahre vergangen und ich bin gespannt ob ich morgen nur so von Flashbacks überrumpelt werde, oder gar nichts passiert.
Monat: August 2006
Bastia vorm Frühstück
Ich weiß nicht ob ich es hier erwähnt habe aber ich reise nicht allein. Aus Gründen die mir meine Reisebegleitung mitteilte ich hier aber nicht ausführen möchte, möchte sie nicht zwingend hier erwähnt werden.
Aber hier muss ich die Begleitung dann doch einmal erwähnen. Sie hat diese Nacht kaum geschlafen. Ich übrigens auch nicht so besonders. Jetzt liegt sie hier nebendran im Bett und schnarcht lautstark.
Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass solche Rundreisen wie diese nur für Hartgesottene taugen. Man sieht viel und sieht zugleich überhaupt nichts. Nur gut dass noch eine Woche bevorsteht in der wir in einem Thalasso Hotel untergebracht sind.
So! Wenn ich diesen Eintrag fertig gepostet habe werde ich meine Reisebegleitung aus dem Bett schmeißen.
Bastia
.In einer Woche wie dieser, in der ich jeden Tag in einem anderen Hotel bin, in einer anderen Stadt, kommt das Gefühl auf als ob man wie ein Rockstar jeden abend wonanders auftritt und in einem anderen Bett schläft. Manchmal weiß man nicht wo man morgens aufwacht und wo man genau ist. Vielleicht ist der Vergleich etwas übertrieben, aber was die Anstrengung und denn Stress betrifft kommt es dem sehr nahe.
Bastia ist bis verglichen mit all den anderen Städten, der Tiefpunkt der Rundreise. Bastia ist eine größere Stadt in der es nicht sehr viel zu sehen gibt was es nicht auch in anderen vergleichbaren Großstädten gäbe. Im Reiseführer steht dass es vor allen eine Arbeitsstadt ist. Touristisch ist hier sehr wenig vorhanden. Ich habe fast 2 Stunden am Hafen verbracht und den Fährschiffen zugesehen, die fast im Minutentakt ein und ausliefen. Eine Fahrt Richtung Cap-Corse war da schon spannender, auch wenn es da sehr wenig zu sehen gab, es vermittelte mir zumindest einen Eindruck von dem was mich die nächsten Tage an kurvenreichen Straßen erwartet.
Morgen bin ich in Calvi.
Corté am Morgen
Grade eben erwacht. Der Wildbach plätschert immer noch. Ich werde ihn mit nach hause nehmen…
Corté
Ich werde mein Bestes versuchen und diesen Eintrag per Handy zu posten. Heute morgen von Porto-Vecchio aus nach Corté gefahren. Das Hotel in Porto-Vecchio ist Gott weiß nicht zu empfehlen. Es ist zwar einigermaßen modern hat aber grottenschlechte Matratzen so dass ich heute morgen Rückenschmerzen hatte.
Corté ist im Inneren der Insel gelegen auf einem Felsen. Das Hotel hier liegt etwas abseits von Corté ist aber wunderschön. Von geöffneten Fenster aus hört man den Wildbach plätschern. Ein paar Meter vom Hotel entfernt hat man den Wildbach leicht gestaut so dass ein kleiner See entstand, in dem ich heute Nachmittag herum schwamm. Das aller erste Mal dass ich einem Wildbach geschwommen bin. Es war schon etwas kühl, aber ich war erstaunt wie schnell man sich an das kalte Wasser gewöhnt.
Abendessen auf dem Zimmer mit Rotwein und korsischer Wurst.
Von Propriano über Bonifaccio bis nach Porto-Vecchio
Jeden Tag einer neuer Ort, ein anders Hotel…es ist gelinde gesagt anstrengend. Den schweren Koffer habe ich bereits mehrfach verwünscht aber er wird dadurch nicht leichter. Im Grunde habe ich tapfer versucht jeden freien Moment etwas zu schreiben, aber das jetzt zu posten wäre nicht so das was ich mir unter bloggen vorstelle. Ich habe das bereits mehrfach versucht bei anderen Gelegenheiten wenn ich unterwegs war für Aussensehende ist es eher verwirrend. Die nächsten Tage werde ich bloggen, wenn es geht, wenn nicht, geht es eben nicht, und ihr sowie ich auch müsst eben darauf verzichten.
Fotos der letzten Tage.

Die Familiengruft der Bonaparte Familie

Eines der Aida Schiffe im Hafen von Ajaccio

Da habe ich ich mich anfangs darüber gewundert, später nicht mehr, denn Spar Supermärkte gibt es hier wie „Sand am Meer“

Auf einer Bootsfahrt in Bonifaccio zu Kalkfelsen und Grotten. Eine recht stürmische Angelgenheit.

Blick von Hotelzimmer aus in den Golf von Propriano.

Feigen, DIE Frucht in Korsika. Die hier auf dem Bild sind noch grün.
Ajaccio
5:20
Der Flug gestern verlief glatt, auch wenn zu einem gewissen Moment die Befürchtung bestand wir müssten mit einem ganzen asozialen Ballermannclub fliegen. In der Abflughalle hatten die ziemlich breit gemacht. Aber nein Gott Sei Dank. Schließlich kam mir der Gedanke, dass die unmöglich nach Korsika fliegen konnten, denn preislich gesehen ist das denen viel zu teuer. Mitten in Ajaccio, der größten Stadt von Korsika in einem Hotel mitten im Zentrum. Ein Hotel mit WLAN. Ich bin begeistert. Gestern Abend in einem kleinen aber feinen Restaurant gespeist und völlig überfressen, so schlimm wie schon lange nicht mehr. Ajaccio hat diesen unvergleichlichen mediterranen Charme den man an der ganzen französischen Mittelmeerküste findet. Dabei sollte an bei dieser Feststellung schon aufpassen was man sagt, denn korsisch ist nicht gleich französisch und umgekehrt auch nicht. Korsika gehört zu ganz klar zu Frankreich, hat sich aber immer davon abgegrenzt, wollte seit jeher immer eine eigenständige Insel sein. Zumindest war es immer so. Ob das heute noch der Fall weiß ich nicht. Mehr dazu in den nächsten Tagen.
Jetzt versuche ich noch mal eine Runde zu schlafen.
Jetzt da ich richtig wach bin muss ich dann doch noch etwas loswerden. Morgens um 5 Uhr fuhr eine unglaublich quitschende Müllabfuhr bei der man unmöglich schlafen konnte. Frühstück habe ich schon intus und in einer halben Stunde geht weiter nach Propriano.
Abflug
Der Koffer ist gepackt, um 12 Uhr muss ich los.
Ob ich die nächsten Tage blogge oder nicht wird weitgehend vom Hotel abhängen in den ich grade bin. Die erste Woche steht eine Rundreise an, die zweite Woche werde ich in einem Wellnesshotel sein. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Nachtrag & freudiger Regen
Ich habe meinen Eintrag den ich gestern so im Vorbeigehen schreib, nochmal durchgelesen. Die Essenz von dem was ich sagen wollte ist schon darin enthalten. Da ich aber eben (wie jeden Morgen) mir die Nachrichten bei Spiegel-online anschaute, merkte ich dass das Thema noch viel komplexer ist als angenommen. Ich habe midestens 4 oder 5 Artikel über den Fall von Natascha gefunden. Hier, hier, hier, und hier. Da ich gestern nicht dazu kam mir Nachrichten in TV anzusehen, war es jetzt eben sehr erschütternd…
Meinen Kopf beschäftigt heute allerdings etas ganz anderes. Ich schaue zu Fenster hinaus und es regent in Strömen. Es ist das mieseste Wetter seit langem und ich FREUE mich. Genau das richtige um morgen frohen Gemutes in einen Flieger zu steigen und zu verduften. Wie schon mehrfach angekündigt werde ich für 2 Wochen nach Korsika verchwinden. Das Notebook werde ich mitnehmen. Ob ich internetfähig sein werde weiss ich nicht. Wenn nicht wird alles nachgereicht.
Jetzt heisst es erst mal Koffer packen.
Gedankengänge
Als ob ich es nicht schon geahnt hätte, aber die Fotoshootings, von denen ich vor ein paar Tagen sprach in Bezug auf Konzeptlosigkeit, erreichen ihren Toplevel. Es macht kein Spaß mehr. Jetzt sitze ich hier im Studio und warte auf das nächste Model, das lediglich für ein Testfoto vorbeikommt. Eine volle Stunde Leerlauf.
Die Stunde nutze ich jetzt um einen Eintrag zu schreiben, der mir sehr am Herzen liegt, aber nicht so ganz einfach anzupacken ist ohne dass man gleich in Teufels Küche gerät. Es fing vor einigen Tagen damit an dass ich bei Spreeblick diesen Eintrag fand, der zwar sehr lang aber dafür sehr ausführlich war. Ich denke dass er genau die gleichen Befürchtungen hatte wie ich jetzt. Es geht um Kindesmisshandlung. Eben las ich bei Spiegel-online einen Artikel über ein Mädchen in Österreich, das sich nach 8 Jahren aus den Keller in dem es gefangen gehalten wurde befreien und fliehen konnte. Zudem glaube dass jeder in irgendeiner Form einen Geschichte von Kindesmisshandlung aus seiner näheren Umgebung kennt. Ich selbst kenne allein vier solcher haarsträubenden Geschichten in der mir die Beteiligten, Opfer wie Täter, direkt oder indirekt bekannt sind. Was ich dabei nicht verstehe ist die Tatsache, dass man solche Dinge einfach an sich vorbeiziehen lässt. Es trifft einen nicht selbst also lässt man es geschehen. In den 4 Fällen die mir persönlich bekannt sind, wies ich mit Sicherheit, dass mindestens in 2 strafrechtlich nichts passiert ist. Dabei stellt sich die Frage ob es unter gewissen Umständen nicht besser ist strafrechtlich nichts zu unternehmen. Ich höre schon den Aufschrei all derer die jede Sünde geahndet und verbüßt sehen wollen, aber darum geht es mir hier nicht. Es geht mir mehr um das Opfer selbst, sprich der oder die Misshandelte. Ich denke da an einen ganz bestimmten Fall, in der die Misshandlung erst nach fast 20 Jahren herauskam. Ist es da ratsam, die Opfer die ganze Tat in einem Prozess noch einmal zu durchleben lassen? Oder ist es besser für die Opfer einen Schlussstich zu ziehen und es nach all den Jahren endgültig ruhen zu lassen?
Zeichen
Es gibt solche Tage an denen man besser gehabt hätte sie ganz aus dem Kalender zu streichen, oder wenn sie denn schon sein müssen, erst gar nicht morgens aufzustehen. So ein Tag hatte ich gestern. Obwohl ich Ende der Woche endlich in den Flieger steigen werde und mir nichts sehnlicher wünsche dass heute schon Samstag wäre statt Mittwoch, gibt es einen zweiten Grund für den die nächsten Wochen gar nicht erst zu kommen brauchen. Ich versuche hinsichtlich dieses zweiten Tatbestandes die (nennen wir sie mal „Zeichen“ ) Zeichen der Zeit zu erkennen. Oder die Zeichen die uns das Universum schickt um uns auf etwas aufmerksam zu machen. Gestern waren diese Zeichen so groß wie die Hinweisschilder auf der Autobahn. Und anstatt sie zu übersehen suhlte ich mich darin…
Ich werde Sonntag in 2 Wochen einen runden Geburtstag feiern. Ich werde 40. Ich plage mich bereits eine Weile mit dieser Zahl herum. Und auch wenn mein Verstand mir sagt, ich soll mich mal nicht so haben, gibt es diese „Zeichen“. Eines davon fand ich gestern in Form der Reportage 37 grad im ZDF. Für mich einer der besten Reportage Sendungen die das ZDF je hervorgebracht hat. Doch die Folge von gestern… Es ging um 2 Frauen und einen Mann die dieses Jahr alle ihren runden Geburtstag feiern . Eine der Frauen wurde 30, die anderen beiden wurden 50. Alle hatten sie ihr Problem mit dem Altern. Die Probleme der Frau die 30 wurde konnte ich z.B. echt nicht nachvollziehen. Sie wird 30, sieht aus wie eine Tussi, kleidet sich wie eine Tussi, nur das Sprechen wie eine Tussi hat sie verlernt. Wenn ich an meine 30. Geburtstag zurück denke, hatte ich andere viel konkretere Probleme. Probleme der Art die eine Rückbesinnung und einen Richtungswechsel verlangen. Existenzängste. Kurze Zeit später wurde ich „neugeboren“ und war kein Friseur mehr. (Soviel zu dem Ausdruck den ich immer mal wieder verwende wenn ich schreibe, dass ich in meinem früheren Leben Friseur gewesen bin.) Die anderen zwei die 50 wurden, hatten andere Probleme die ich seltsamerweise besser verstand…
Wie soll ich das deuten dass sie die 40er ausgelassen haben? Haben die niemand gefunden der sich zur Schau stellen wollte? Oder ist diese grade runde Jahreszahl weniger einschneidend als die Ungraden? Warum zeigen die ausgerechnet jetzt diese Sendung? Ein anderes „Zeichen“, das ich besser hätte Symptom zu nennen, sind all die Wehwehchen die ich seit einiger Zeit habe. Nichts Nenneswertes und ich mache sie nicht unbedingt am Alter fest, doch wie soll ich sie sonst deuten. Ich hatte sie noch nie davor.
Ein kurzes Gespräch mit einem sehr guten Freund von vor 2 Wochen, der einen viel größeren Einfluss auf mich hat er denken mag, sagte, der wirkliche Umschwung käme erst 42…
Vielleicht bin ich einfach nur ein bisschen hysterisch und mache mir selbst was vor. Doch warum all diese Zeichen?
Dabei fällt mir grade auf, dass der Eintrag von gestern über die 200 Dinge auch so ein Zeichen ist.
200
Rosiger Ausblick
Eigentlich wollte ich jetzt eine to-do Liste schreiben, was noch alles bis Samstag ansteht, aber ich kenne mich. Wenn ich sie erstelle, geht das meiste davon schief und/oder es kommen noch tausend Dinge dazu. Am Samstag werde ich für 2 Wochen nach Korsika entschwinden. So ein richtiger Urlaub mit allem drum und dran. Mehr dazu nachher oder die nächsten Tage, Denn in einer knappen Stunde geht das Gerenne für heute los.
Konzeptionslos, witzlos, sprachlos
Liegt es an der Konstellation der Sterne dass mir seit 2 Tagen nur seltsame Dinge auffallen? Es muss wohl so sein. Ich bin gespannt ob es morgen noch so weiter geht.
Es fing damit an dass ich gestern den ganzen Tag auf einem Fotoset für eine groß angelegte Werbekampagne verbrachte, bei der die dafür zuständige Werbeagentur so konzeptionslos ist wie ich es selten erlebt habe. Dabei ist die Grundidee ausgesprochen gut und witzig, aber die Umsetzung ist reines Larifari. Nicht dass der Job langweilig wäre, aber das Gefühl zu haben, dass man so ins blaue hinein arbeitet ohne wirklich zu wissen, ob es je gebraucht werden wird… Es könnte mir ja egal sein, denn bezahlen müssen sie so oder so. Andererseits ist es nicht sehr motivierend . Leider kann und darf ich da nicht mehr berichten…
Eine andere seltsame Begebenheit ereignete sich heute Nachmittag bei den Vorarbeiten zu einem Film. Es sollten eine eine ganze Reihe von Fittings von Schauspielern und Statisten gemacht werden. Ich selbst werde bei den eigentlichen Dreharbeiten nicht dabei sein. Einer Statisten war dort und wollte seinen Namen nicht nennen, was aber niemanden recht beeindruckte, denn seltsame Gestalten findet man vor allem beim Film immer wieder. Plötzlich sagte er: „ich hoffe dass ich nicht im Film aussehe wie ein Schwuler.“ Mein Arbeitskollege fragte ihn mit leisem grollendem Unterton ob er einer von der witzigen Sorte sei. „Nein“, meinte der Statist ohne Namen, „ich weine oft.“ Als der Typ weg war fragten wir uns beide, ob er sich wirklich für witzig hält oder einen Knall hat…
Eben als ich durch das Fernsehprogramm zappte fiel mir meine eigene Programmauswahl auf und wie ich sie der Reihe nach festgelegt habe. Dabei Fiel mir vor allem eine Abfolge auf die, hintereinander durchgezappt ein Kontrastprogramm aller erste Güte ergeben. Zuerst kommt Liberty TV, dann BBC World, dann CNN. Vom Reiseshoppingkanal der sich vor allem auf Billigreisen nach Tunesien und Ägypten spezialisiert hat, zu BBC World, der mir eine Doku über Bin Laden zeigt und CNN die mit mir die Hisbollah Melitzen um die Ohren haut. Zwischen Reisen und Maschinengewehrsalven. Schlimmer gehts nimmer.
Fotoreportage
So ganz untätig und ohne etwas Neues entdeckt zu haben, wollte ich dann doch nicht ins Bett gehen.
Ein Link von Ehrensenf weiterverfolgt und eine Fotoreportage gefunden die weitab von dem steht, was man gewohnt ist. Brenda Ann Keneally. Obwohl die Bilder und Geschichten betroffen machen sollen, wirken sie seltsam fremd und distantziert. Wahrscheinlich weil sie alle schwarz/weiß sind. Versucht euch die Bilder einen Augenblick farbig vorzustellen, und ihr werdet das Gefühl haben sie nicht ertragen zu können.
(Un)tätig
Wenn ich einen Tätigkeisbericht abliefern müsste wie ich es in meinem früheren Leben in der Friseurlehre machen musste, dann wäre ich heute schlecht dran. Was ich heute (bzw. gestern) gemacht oder nicht gemacht habe weiss ich nicht mehr. Irgendwann am Nachmittag bin weggeratzt auf den Sofa und nach fast 3 Stunden Schlaf, der mir wahrscheinlich von der Nacht fehlte, wieder aufgewacht, schweissgebadet mit Rückenschmerzen und einem eingeschlafenen Bein. Ein bisschen gelesen, ein bisschen Fern gesehen… Ein verlorener Tag an dem ich nichts, aber rein gar nichts gemacht habe das irgendwie sinnvoll gewesen wäre. Ich wusste nicht dass ich das noch im Stande bin.
Wenn ich recht behalte…
Bedauerlich wenn meine Intuition mich nicht im Stich lässt. Vor allem wenn es um solche Eingebungen geht wie ich sie gestern morgen hatte.
Zum Kino kam ich erst gar nicht. Die Batterie des Autos wollte nicht mehr und machte einen Abgang mit viel Gekeuche und Gehuste der fast opernreif war. Rettungsversuche wie kurzschalten durch den Pannendienst oder 2 Stunden an Netz hängen bei Romain zu hause halfen nicht. Und da gestern in Luxemburg ein Feiertag war, war der Kinobesuch mit der mit F. , die im Rollstuhl sitzt, definitv gestrichen. Am späten Nachmittag, als die Batterie in ihren letzen Zügen lag, hatte Romain eine Eingebung. Warum hier bleiben wenn das Gute nicht weit entfernt liegt. In Bitburg in Deutschland z.B. im Hela Baumarkt mit angeschlossener Autowerkstatt. Die haben keinen Feiertag.
Gesagt getan. Aber durch das Ablklemmen der Batterie geht das Autoradio nicht mehr. Es muss mit einem Code freigeschaltet werden den ich nicht habe…. grrr
Die ganze Aktion dauerte von morgens 11 bis nachmittags gegen 5.
Den Rest des Tag verzog ich mich hinter den Fernseher und rührte mich nicht mehr.
Meine gestern im Log angekündigte Vorahnungen bestätigten sich somit alle.
Ungesunder Tag
Sitze noch auf dem Bett. Ein Feiertag irgendwie so mittendrin. Ein ungesunder Tag. Und weiss jetzt schon dass ich den Tag mit Dingen und Abläufen verbringen werde die mir partout nicht gefallen.
Heute nachmittag z.B. werde ich mit einer Freundin Pirates of the Carbbean sehen, von dem einer meiner Lieblingskritiker schreibt, dass es die lägnste Schlafpille des Hollywoodkino seit langem sei. Muss ich mir das antun? Wenn ich in Cannes wäre auf den Filmfestspielen wäre es mir egal. Denn dort gehört es einfach dazu. Aber hier? Muss das sein?
Ich bin nicht einmal in Stimmung um ein ordentliches Posting zu schreiben. Und das Wetter ist heute auch keine große Hilfe dabei. Aber wenn ich von Kino zurück bin, habe ich wenigstens ein Thema über das ich mich gehörig aufregen und schreiben kann.
Das ist überhaupt DIE Lösung. Ich will mich AUFREGEN!
Subversiver Kreuzstich
Manchmal frage ich mich ob das alles noch wahr ist.

Hier gibt es die genaue Anleitung dafür, oder das fertige Bastelset. Wie nett!
An einem Sonntagmorgen
Könnt ihr euch erinnern was Sonntag vor einer Woche war? Nein? Ich schon! Wenn ihr es wirklich nicht (mehr) wissen solltet, dann klickt euch bitte hierhin. Eine schöne nette Sonntagslektüre…
Es war, als ich vorhin das Blog öffnete, mein erster Gedanke, dass mir wieder so ein Geschichte über den Weg läuft.
Stattdessen habe ich etwas im Phonostar gefunden. Auf Excercise.com gibt es gleich 4 verschiedene Radiostationen mit Musike zum Speckwegtrainieren. Auch sehr angenehem wenn man mal einfach so Musik ohne Unterbrechung und ohne Gequassel hören will. (das mit den Gequassel könnte noch kommen, aber bis jetzt hat noch keiner geschrieen, „c’mon…move to get that fat off your butt.“)
Guten Tag
…spreche ich mit Herr xxx ?
Ja.
Hier ist xxx . Kennen Sie das SKL Millionenspiel mit Günther Jauch?
Nein. (Hörer sofort auflegen)
Und ob ich die Show kenne! Sinn und Zweck dieses Telefonanrufes ist es Lose für die SKL Klassenlotterie an den Mann zu bringen. Diese Art von Anruf hatte schon gefühlte 100 Mal in diesem Jahr. Aber sie scheinen immer noch nicht kapiert zu haben, dass ich deren überteuerte Lose nicht will.
Bei Konstantin von London Leben, (der z. Z. notgedrungen leider Pause macht) gibt es eine Aufzeichung eines ähnlichen Gespräches, bei der ich laut lachend im Café de la Poste in Echternach saß (mit gratis WLAN!) und jeder wunderte sich warum.
Der neue Exot

…kam heute mit der Post.
Die neue luftig leichte Sommerausgabe. 80 unbeschwerte Seiten in platzsparender Papierbauweise. Mit ganz viel professional generated content drinne.
Und auch Texten. Sogar Bildern. Sogar Bildern zu den Texten. Crazy, das gab`s noch nie.
Faszination Lesen pur.
Faszination Bildergucken pur.
Faszination Heft-ins-Regal-stellen pur.
Tauchen Sie ein in ein Welt voller Buchstaben. (Und Bildern, wie gesagt.)
Im atmungsaktiven Umschlag aus stoßfestem 200 g/qm Pappdings in pfiffigen Dessin in topaktuellen Farben.
Exot schmilzt im Kopf, nicht in der Hand.
Stipvisite in Koblenz
Ein Spontanbesuch. War eigentlich gar nicht geplant. Es goss aus Kübeln als ich hinfuhr. Zudem sind die Autobahnen A1 und danach A48 in einem misrabelen Zustand. Es wird zwar daran gearbeitet, was gleich hintereinander 4 fette Baustellen mit sich bringt, aber der Rest ist auch nicht berauschend. Eine Bewährungsprüfung für die Stoßdämpfer. Koblenz selbst ist eine Stadt die ich mir etwas größer vorgestellt hatte. Die Innenstadt ist sehr schön. Auf einem der Plätze gibt es diesen sehr seltsamen Springbrunnen, der aussieht wie ein geplatztes Wildschwein mit einem Sprudelgebiss obendrauf.
Hier ein Foto vom Sprudelgebiss, das ideal wäre für eine Kukidentwerbung.

Dabei soll es die Stadt Koblenz darstellen mit ihren Höhenunterschieden und einer Festungsmauer. (das musste mir aber erst erklärt werden..)
Es reicht!
Die Kontaktseite ist weg. Das „neue“ Kontaktformular war der reinste Horror. Nach 3 Wochen ging es mit den Spamattacken wieder los. Gestern hatte ich nicht weniger als 20 Stück in nur einer Stunde.
Wenn ihr mir schreiben wollt, die Adresse findet ihr unten auf der Seite Über mich.
Wenn jemand ein Plugin für WP kennen sollte das ein Kontaktformular mit Captcha Abfrage herstellt, ich bitte darum. Bis jetzt habe ich keins gefunden.
Utopie
Generatoren gibt es wirklich für alles. Nur gut dass ich nicht podcaste. Sonst könnte euch dies hier blühn. Mein Geschwafel auf Vinyl.
trüb und trist
Seit fast 2 Tagen nichts geschrieben. Das trübe und triste Wetter motiviert nicht. Da animierte die Hitze schon mehr zum schreiben. Es ist aber auch nichts besonders. Die Vorbereitungen zu der Reise laufen. Seit Anfang der Woche lege ich mich regelmäßig ins Solarium. Nicht dass ich als Grillhähnchen zurückkomme. Was es mit der Reise auf sich hat, darauf werde ich später zurückkommen. Es ist ja noch ein Weilchen bis dahin.
Brief an meine Freitag Tasche
Meine liebe Freitagtasche,
Ich glaube, dass ich dir eine Erklärung schuldig bin weil ich dir gestern großes Unrecht tat. Ich habe sehr gut gemerkt als du dich sträubtest, als ich dich deines gesamten Inhalts beraubte und es in eine NEUE FREITAGTASCHE steckte. Aber ich hoffe innigst dass du mich verstehst.
Ich bin geboren worden, damit ich Taschen besitze. Und wenn es den Beruf Taschenbesitzer geben würde, hätte ich ihn schon längst ergriffen.
Es gab unzählige Taschen vor dir. Aber das muss dich nicht stören, denn als ich dich kennen lernte, fing eine neues Leben an. Das Leben mit einer Freitagtasche. Ich lernte dich in Berlin kennen in der Oranienstraße. Es war Liebe auf den ersten Blick. Es gibt sogar ein Bild davon.

Das war kurz nachdem ich dich am 10.August 2004 gekauft hatte. Seitdem Leben wir zusammen in Luxemburg. Ich habe dich überall mit genommen. Du warst in London, Brüssel, Dresden, Leipzig, Pirna, Metz, Hamburg, Cannes, Trogir… Ich weiß nicht wo du schon überall davor warst, weil du ja in deinem früheren Leben eine LKW Plane warst. Wir haben viele Stunden, Tage, Monate, Jahre miteinander verbracht und du hast mir immer sehr gute Dienste geleistet. Ich werde in 3Wochen verreisen und da ich einen neuen PC besitze der um einiges kleiner ist als der davor, schwebte mir die Idee einer neuen PC Tasche vor. Nein, flippe jetzt nicht gleich aus. Ich weiß du hast den neuen PC auch schon getragen und du wirst ihn auch wieder tragen. Aber für die Reise bist du schlichtweg zu gross. Keine Angst du wirst wieder zum Einsatz kommen, das verspreche ich dir.
In der Hoffnung dass du mir nicht allzu böse bist.
Joël

Dieses Foto wurde unter größtem Vorbehalt und mit allen erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen gemacht. Es ist Gott sei Dank nichts passiert. Die Taschen und der Fotograf sind wohlauf.
Tango & Brokeback
Ganz langsam aber sicher fangen die Vorbereitungen an für eine Reise in 3 Wochen.
Draussen ist es schön und ich habe das Haus voll mit Leuten die ich heute nicht erwartet habe… Habe mich in mein Arbeitszimmer verzogen. Bin heute nicht sehr sozial.
Gestern Abend eine kurze Reportage bei Euronews über eine Gruppe gehört die sich fast, aber eben nur fast, so anhörte wie Gotan Project. Bajofondo Tangoclub. Es ist rythmischer und noch tanzbarer als Gotan, ideal fürs Clubbing. Einer der Leadmusiker der Band ist Gustavo Santaolalla, der, wir erinnern uns, dieses Jahr einen Oscar für die Musik von Brokeback Mountain bekommen hat. Auf ihrer schönen aber etwas umständlichen Website findet man ganze 10 Remixes zu gratis Downloaden.
Sauber & verquollen

Dem stimme ich voll und ganz zu. Und weil ich nicht im Dreck untergehen will und nicht irgendwann in der dieser Saubermachdokus als Dreckschwein erscheinen will, habe ich eine Putzhilfe.
Übrigens geht mir der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung immer noch nicht aus dem Kopf… What a story! So verquollene Augen hatte ich schon lange nicht mehr beim lesen eines Textes.
An einem Sonntagmorgen kurz nach 9 Uhr
… war plötzlich alles anders.
Bis dass der Tod euch scheidet
gefunden bei Juliette und der Kaltmammsell.
Arbeits(un)wille
Kurz nach halb neun betrat ich das Gebäude und ging die Treppe hoch. Ich nahm im zweiten Stock in einem der Büros Platz, gleich neben dem Arbeitsvermittler, setzte mich hin packte mein Laptop aus. Auf dem Tisch lag eine Liste mit den Namen der Leute die sich heute zu melden haben, bzw. einen Stempel mit den nächsten Termin auf eine blaue Karte bekommen. (daher der Ausdruck „Stempeln gehen“ wenn man arbeitslos ist und Arbeitslosengeld dafür bezieht) Um diesen Stempel zu bekommen gibt es zwei Methoden. Entweder man bleibt unten in der Halle stellt sich dort in die Reihe um lediglich den Stempel zu beziehen oder wenn man Fragen oder sonstige Papiersachen zu erledigen sind, geht man zu dem jeweiligen Arbeitsvermittler.
Der Erste der kam stellte einen Antrag auf Urlaub, bzw. ein Frist in der er nicht vermittelt wird und demnach auch nicht vorstellig werden muss, um den nächsten Stempel zu bekommen. Während dieser Zeit kassiert er dann auch kein Arbeitslosengeld. Von der Sorte kamen an diesem Morgen noch mehrere. Im weiteren Verlauf werde ich diese weglassen, denn es waren deren recht viele.
Ich muss ehrlich gestehen dass es mich wunderte. Man verzichtet auf des Geld und fährt in Urlaub… Seltsam.
Ein Mann kam herein der sich für eine Stelle in einer Firma vorgestellt hatte und dort eine Art Eignungstest machen musste. Als er wieder draußen war, meinte R. : „Das einer von denen der wirklich arbeiten will und jede Maßnahme mitmacht.“
Ein Mann der seinen Sohn mitbrachte, der ebenfalls arbeitslos ist. Der Mann ist zu einem gewissen Grad invalide und da schon über 50 Jahre nicht mehr gut vermittelbar.
Eine Chemikerin die sich durch die Vermittlung in einer Firma vorgestellt hat, ist optimistisch dass sie die Stelle bekommen wird. Sie stellt sich etwas linkisch an was nicht unbedingt zu einer vorteilhaften Präsentierung ihrer selbst beiträgt. Sie fragt nach den Probezeiten und wie das gesetzlich geregelt sei.
Eine allein erziehende Bedienung die nur einen Halbtagsjob hat und das restliche Geld über eine andere Maßnahme bezieht, hat eine Vollzeitstelle gefunden, die sie mit ihrem Kind vereinbaren kann.
Eine arbeitslose Putzkraft kommt mit einem Vermittlungsschreiben in der Hand und fragt was das soll, denn schließlich hätte sie Urlaub beantragt. Doch R. bleibt gelassen und erklärt ihr dass ihr Urlaub erst am nächsten Tag beginnt und sie sich heute noch vorstellen soll. Die Frau schluckte und meine dass die Flugtickets für den Urlaub schon gebucht und bezahlt seien und wenn sie jetzt die Stelle bekäme müsste sie ihren Urlaub … R. blieb unbeirrt und sagte ihr dass der Urlaub ihn nicht interessieren würde, und so lange der Urlaub nicht angetreten sei und der Antrag dafür nicht in Kraft wäre hätte sie sich gefälligst vorzustellen. Sie solle heute noch anrufen und heute Nachmittag noch einmal zurückkommen und ihm berichten wie es gelaufen sei. Man sah der Frau an dass sie nicht sehr glücklich schien ob der Lage in der sie sich befand. Anderthalb Stunden später kam sie wieder und erklärte sie habe in der Firma angerufen ihre Lage erklärt. Man hätte Verständnis gezeigt und ihr vorgeschlagen sie sollte sich erst im September vorstellen wenn sie zurück sei. R stempelte ihr die Karte ab und war mit der Antwort zufrieden. Er glaubte ihr, weil wenn sie gelogen hätte, hätte er mit nur einem Telefonanruf prüfen können ob es stimmt. Die Putzkraft bedankte sich mit einem ‚vielen herzlichen Dank‘ und sah erleichtert aus.
Ein Eilantrag wegen einer Stelle die schon für den nächsten Tag besetzt sein muss machte die Runde durch alle Brüos und jeder Vermittler ging im Kopf seine „Schäfchen“ durch ob nicht eines davon geeignet wäre.
Ich erfahre noch eine ganze Reihe von Interna die ich ausspare. Es sind ein paar skurrile Ausdrücke für Dinge die es so schön passend auf den Punkt bringen und jedoch manchmal fatal sind.
Und während sich einzelne Gespräche wie oben schon beschrieben noch einige Male wiederholen, sitze ich ein wenig versunken in meinen Gedanken und lasse die letzten Stunden Revue passieren. Dabei geht mir ein Wort nicht mehr aus dem Kopf das ich auch für den Titel gebrauchen werde. Arbeits(un)wille.
Der schräg geschriebene Satz konnte ich mir nicht verkneifen. Ist es eine typische luxemburger Eigenart, egal wie beschissen es um einen bestellt, es wird Urlaub gemacht? Und wenn zuhause alles zusammenbricht, Hauptsache man war im Urlaub. Ist das in anderen Ländern auch so? Ich kapiere das irgendwie nicht.
