Viel zu früh wach. Aber ok.

Das letzte mal dass ich in der neuen Nationalgalerie war, war für eine Werkschau von René Magrite und das ist sehr lange her.

Die Rose von Isa Genzken

Aber bevor ich mir die Werkschau von Isa Genzken ansah, wollte ich die 100 Werke von Gerhard Richter sehen. Ich hatte bei der Eröffnung so manche Reportage darüber gesehen und es war vielen Nachrichtensendern auch einen Beitrag Wert.

Ich hätte Richter schon einmal sehen können, wenn ich mich ein oder zwei Tage früher dazu entschlossen hätte, das Museum in Brisbane zu besuchen. Doch ich sah nur noch wie sie abgebaut wurde.

Die bis zur Unkenntlichkeit übermalten Fotos vom Holocaust…
… und die gegenüberliegenden Spiegel

Erst bei diesen beiden Werken oben war ich total geflasht. Das sind keine Fotos, das ist Öl auf Leinwand. Ich musste sehr nah ran rangehen um zu sehen um es zu glauben, denn ich dachte erst, es sei ein unscharfes Foto. Davon gab es auch ein paar aber das sind dann richtige Fotos.

Eine weitere Künstlerin befand sich auch im Untergeschoss, weitgehend unbekannt fürs große Publikum. Ich konnte auch nichts mit dem Namen anfangen: Judit Reigl

Ein Bild von ihr erinnerte mich sehr an Pollock, aber mehr wegen der Farbkombinationen:

Im oberen Teil des Museums war dann die große Werkschau von Isa Genzken zu sehen. Das mindeste was man über sie sagen kann ist, dass sehr unkonventionell ist. Manche Werke bestechen durch ihre offensichtliche Provokation, mit vielem konnte ich aber gar nichts anfangen. Schön und imposant fand ich nur die Rose vor dem Museum.

Da der Potsdamer Platz nicht weit war, ging ich hin und erschrak. Im inneren des Sony Center eine Monsterbaustelle. Nach nur so wenigen Jahren dass der Platz fertig wurde, wird schon wieder umgebaut. So viel zur Nachhaltigkeit im Bau:

Zugegeben in Luxemburg sind sie in der Hinsicht um keinen Deut besser.

Es wurde heiß und ich wollte ein Nickerchen machen. Und wer hindert mich daran zurück zum Hotel zu fahren und das zu tun? NIEMAND!

Zwischendurch schickte mir die D. ein atemberaubendes Foto von St.Jean heute morgen, in Farben wie ich sie noch nie dort am Meer gesehen hatte. Einfach nur wow!

Nach dem Nickerchen ging ich nochmal los. Ich fuhr nach Charlottenburg. Ich hatte einen Termin mit der Kaltmamsell im Salhino, gregorianisches georgisches Restaurant. Es war die Idee der Kaltmamsell gewesen sich dort zu treffen weil dieses Restaurant ein Knaller sein sollte.

Großes Hallo beim Wiedersehen. Es gab so viel zu erzählen, obwohl wir uns ja gegenseitig lesen, was wieder einmal die Tatsache untermauert, dass Tagebuchblogger eben nicht alles ins Blog schreiben. Wir überfraßen uns, tranken Wein, lachten und redeten und mit all der Herrlichkeit vergaß ich doch glatt ein Foto von den Speisen zu machen, die wirklich wirklich lecker waren. Das Foto kann man sich aber drüben bei der Kaltmamsell ansehen. Der Abend verging wie im Flug und es hätte die doppelte Zeit gebraucht um uns alles zu erzählen, denn wir waren die letzten Kunden, die das Lokal verließen.

Kurz vor Mitternacht war ich wieder im Hotel und fiel wie ein Stein ins Bett.

***

Es ist mehr die Art wie sie es erzählt, als das was sie erzählt. Solche Videos sollte ich grundsätzlich nicht in der U-Bahn anschauen, weil ich schallend lachte und mich alle ansahen.

***

Via die Kaltmamsell: Ein Interview mit der inzwischen 90-jährigen Joan Collins. Sie war nie eine Intellektuelle oder politisch. Aber sie hat sich nie unterkriegen lassen. Ein sehr schönes Interview von einer Frau die sich ihr Leben lang immer gegen „The Bitch“ wehrte, bis heute noch.