Die Überschrift sagt es bereits. Keine große Erklärung nötig. Es liegt ja nicht weit entfernt von Knokke.
Aber zuerst eine Runde durch Knokke selbst. Überprüfen ob die Kirche noch im Dorf seht, wie man so sagt.
Yep! Steht! Mmmpf… *kicher, *gacker.
Die Wetterapp sagte genau das Gegenteil von dem was war. Es sollte trocken bleiben. Denkste…. es regnete immer wieder kleine Schauern.
In Brügge hatten wir entschieden die architektonische Triennale 2024 zu besichtigen. Spaces of Possibility Es war ein Tipp der Mutter der A., die sie schon gesehen hatte. Interessant war, dass es ein Rundgang durch die Stadt war ,der nebst den Ausstellungspunkten auch durch viele kleine Gassen führte, abseits der touristischen Massen.
Nebst den Kuriositäten wie die Stiefel oben sahen wir wunderschöne kleine Ecken der Stadt. Ich muss gestehen dass noch nie dort gewesen war.
Irgendwann am späteren Nachmittag fing es aber sehr heftig an zu regnen und wir verzogen uns in ein Café. Der Weg insgesamt sind gute 10km wenn nicht mehr. Zwei der Kunstwerke haben wir sein lassen, wegem dem Wetter und die kleine Blue, die brav den ganzen Weg mitgegangen war, wollte nicht mehr.
Den Abend ließen wir sehr ruhig ausklingen. Ich machte ein Briam und kurze Zeit später lagen wir flach.
Heute vor 18 Jahren machte ich dieses atemberaubende Bild von blutroten Wolken. Wann und wo das gemacht wurde weiß ich nicht mehr. Aber wenn ich mir den Horizont genau ansehe war es wahrscheinlich in der Alten Heimat beim elterlichen Haus.
***
Kommen wir zur Tagesordnung:
Kopfschmerz beim Aufstehen. Bäh.
Aber dann:
Viereinhalb Stunden später:
Und in Knokke war bei der Ankunft schönes Wetter! Und es vor allem wärmer! Um einiges wärmer als in Luxemburg.
Wir aßen am Abend im Phare, eines der Restaurants das gleich am Meer liegt, nicht zu überkandidelt ist, aber mit erstklassigem Service.
Dann ging es noch einmal zusammen mit der A. und Blue am Meer vorbei.
Am Morgen noch vor dem Wecker wach geworden mit dem wirren Gefühl im Kopf, dass ich etwas tun müsste. Nur fiel mir nicht mehr ein, was. Es brauchte eine ganze Weile, bis ich klar denken konnte. Es wird höchste Zeit für ein paar Tage ohne Termine. Es ist dieses beständige hin und her springen zwischen allen Fronten, dass mich wuschig werden lässt. Aber wenn der heutige Tag durch ist, ist eine von vier Baustellen erst mal bis September geschlossen. Und bis dahin sind die anderen drei auch vom Tisch.
Aber diese Baustelle machte heute an ihrem letzten Tag ganz besonders viel Spaß, und wir kamen besser durch als gedacht. Ich sträubte mich zu Anfang ein bisschen dagegen, weil ich nicht einsah, warum vorab schon so viel Tohuwabu darum gemacht wird, aber jetzt freue ich mich darauf vor allem weil das Projekt mich später in eine Ecke Europas führen wird, in der ich noch nie war.
Mittagstisch im Renert. Dort eine schöne Begegnung mit einer guten Freundin der D.
Am Abend ging es dann ins Pacha, ein Lokal in meinem Viertel das ich aber nur sehr selten besuche. Ich hatte einen Bauernsalat der außergewöhnlich gut war. Leider kein Foto.
Früh zu Bett, denn am Freitag wird es am Vormittag hektisch werden. Das weiß ich jetzt schon.
Der Tag fing damit an, dass ich erst mal ein Beileidsschreiben, an eine langjährige Bekannte senden musste, weil ich gestern Abend spät in der Zeitung eine Todesanzeige ihres Vaters sah. Nicht schön. Ich musste dieses Jahr schon so einige Beileidsbekundungen schreiben. Und ich denke, in den nächsten Jahren wird das nicht besser werden…
Dann kurz vor Mittag fuhr ich noch einmal fix nach Trier wegen der Bestellungen von Montag. Fix sollte die Fahrt sein, aber sie wurde eine elende Fahrt mit Stau. Wegen der Europameisterschaft werden die Grenzen kontrolliert und zwar alles was nach Deutschland fährt. Dass ich zusätzlich für die nächsten drei Jahre eine gewaltige Baustelle hinter der Grenze befindet, machte das Ganze nicht besser. Ich hätte besser gehabt, schon früh morgens zu fahren. Nun ja…
Das Resultat der Hin- und Rückfahrt waren Kopfschmerzen, wie hätte es auch anders sein können. Ich fuhr anschließend noch zu einem Arbeitstermin, bei dem ich eh zu spät war aber das war jetzt auch egal. Gegen 5:00 Uhr war ich zu Hause und konnte endlich eine Kopfschmerztablette einnehmen. Uff…
Daheim betätigte ich mehrfach die Waschmaschine, was dringend nötig war.
Den Abend wollte ich eigentlich draußen verbringen, aber das Wetter war mir zu wechselhaft. Ich schaute mir auf Disney+ die neue Serie Becoming Karl Lagerfeld an, mit Daniel Brühl in der Hauptrolle und blieb seit langem mal wieder bis nach Mittnacht vor Kiste kleben, bis ich alle sechs Folgen durch hatte.
Als ich die erste Ankündigung für die Serie sah mit Brühl auf dem Plakat, dachte ich, das es eine sehr ungewöhnliche Wahl ist um die Rolle des Modeschöpfers ausgerechnet mit ihm zu besetzen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das gut gehen würde. Doch es geht erstaunlich gut. Der Film basiert auf dem Roman Kaiser Karl von Raphaëlle Bacqué und die Geschichte ist zum Teil fiktional, auch wenn sie auf wahren Begebenheiten beruht. Sie spielt in der Zeit, als Karl noch für Chloé arbeitete, und endet Anfang der Achtziger, als er den Posten des Chefdesigners für Chanel übernahm. Neben der Liebesgeschichte zwischen Karl und seinem Lebensgefährten Jaques de Bascher, gibt es auch einen Einblick in das Leben von Yves Saint Laurent und warum es zwischen den beiden diese große Rivalität gab. Eines vorweg: es lag nicht nur daran, dass beide Modedesigner und Konkurrenten waren. Sehenswert!
Gegen Mittag schleppte ich mich zu einem der wichtigsten Termine des Jahres. Ein Termin, an dem sich sehr vieles klärt, was in den nächsten Wochen und Monaten auf mich zukommt. Ich muss dann lediglich auf der Hut sein, dass sich nichts überlappt. Aber es klappte.
Am Nachmittag, wenn wir schon dabei sind, eine Stippvisite in meinem verhasstesten Einkaufszentrum, weil dort eine eine belgisches Geschäft einer Kette mit Haarprodukten in Konkurs ging und ein Ausverkauf mit 80% stattfand. Und diesmal kam genau das zur Geltung weswegen ich nicht gern dorthin gehe. Es ist ihre gewaltige Größe. Ich fand sofort einen Parkplatz auf der Seite an dem der neuere Teil der Mall war, weil ich überzeugt war, dass sich das Geschäft dort befinden würde. Falsch. Es lag im alten Teil gaaaaanz hinten. Ich musste also einmal quer durch das ganze Gebäude marschieren. Als ich dort ankam, war fast nichts mehr in den Regalen. Ich hätte gleich am frühen Morgen da sein sollen. Ich fand aber ein paar wenige Dinge, die ich arbeitstechnisch gebrauchen kann.
Heute vor 16 Jahren besuchte ich das archäologische Ausgrabungsgebiet von Cauria in Korsika.
Das sind die Momente in denen ich froh sehr bin, dass ich mein Blog habe. Denn in meiner Erinnerung war das nur sehr bruchstückhaft vorhanden. Aber als ich heute die Bilder in der Timeline von Amazon Photos sah, erinnerte ich mich dass ich davon sehr angetan war.
Ich war schon lange nicht mehr in Trier. Da ich aus Gründen sowieso hin musste, freute ich mich auf den kleinen Abstecher.
Der erste Schreck, aber eigentlich war es klar dass so kommen würde, war das hier:
Und somit geht weider ein Ära tu Ende. Das Gebäude in der sich die Kaufhof Filiale befindet, war ganz früher mal ein Horten. Aber das ist schon so lange her, dass es schon fast nicht mehr wahr ist. Nachdem ich die oben genannten Gründe absolviert hatte, war Mittagspause.
Solange ich nicht mehr in Trier gewesen war, solange war ich auch schon nicht mehr in der Trier Brasserie. Das Tagesmenü war Maispoularde.
Ich ging anschließend noch ein wenig durch die Stadt. Für gewöhnlich, wenn ich dort bin, gehe ich nur selten hinunter bis zur Porta Nigra. Doch diesmal tat ich es. Es ist in Trier nicht anders, wie in vielen anderen größeren Städten auch. Der Leerstand der Ladeflächen grassiert auch dort wie ein Virus. Zugegeben noch nicht so schlimm wie anderweitig, aber es fällt schon auf.
Ich hielt Ausschau nach einem neuen Polohemd in rot. Ich hatte mal eines, aber ich glaube, das hatte ich bei der letzten größeren Kleideraktion weggegeben, weil es sehr verfärbt aussah. Ich ging zurück zum Kaufhof und sah mich dort um, da vieles schon runtergesetzt war. Aber ich fand nur Klamotten in der Farbe ziegelrot, die mir absolut nicht steht.
Zudem zog der Himmel sich zu, und das Wetter schlug um. So schön, wie es am Morgen gewesen war, so dunkel wurde es. Ich sah zu, dass ich zurück zum Auto kam und keine 10 Minuten später auf der Autobahn auf dem Rückweg, fing es an zu regnen und es wurde merklich kühler.
Bei sinnlosen Scrollen kam mir folgender Short vom Hansaverlag entgegen:
Ich bin bei weitem nicht mit allem einverstanden, was Elke Heidenreich so von sich gibt, das wäre auch schrecklich. Aber ich denke, beim alt werden, kennt sie sich aus. Wer mein Blog schon länger verfolgt, weiß, dass es auch ein Thema ist, das mich beschäftigt. Ich habe das Buch heruntergeladen und werde die nächsten Tage berichten.
Am Samstag fing für mich ein Projekt an, dass wieder eines dieser Herzensprojekte ist, organisiert von der M.I.L. asbl. M. I. L. steht für ‚Momente intensiv leben‘ und ist eine Organisation, die kulturelle Events speziell für menschen mit Demenz ins Leben ruft.
E Chouer fir jiddereen. (Ein Chor für jedermann). Das Projekt an sich läuft schon seit längerer Zeit. Der Chor setzt sich zusammen aus Demenzkranken und deren Angehörige. Jede zweite Woche gibt es am Samstag eine Chorprobe und einer dieser Chorproben wohnte ich bei.
Anfang Juli wird das große Konzert zum Sommerfest stattfinden in Erpeldange in der A.L.A.Der Chor wird 50 Mann stark sein, was auch für mich keine kleine Angelegenheit werden wird. Ich werde mir aber Hilfe holen bei KollegenInnen.
Es ist eines dieser Projekte auf das ich mich immer wieder freue, auch wenn es von den Anforderungen her nicht das Niveau eines Theaterstückes erreicht. Aber das, was man von den Menschen an Dankbarkeit und Freude zurückbekommt, ist unbezahlbar.
***
Der Sonntag war schon lange im voraus geplant.
Ich war mit der C., die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, an die Mosel. Der Sonntag beinhaltete mehr als nur die Europawahlen, es war auch Muttertag in Luxemburg. Das mache es ein wenig schwierig etwas zu finden, das geeignet war und sich nicht in der Stadt befand, denn ich wollte raus. Ich hatte während der Woche schon mehrere erfolglose Versuche gestartet einen Tisch zu reservieren. Ich fand schließlich einen in Remerschen im Chalet gleich am Baggerweiher.
Es gab ein Muttertagsmenü, und eine Überfressung war vorprogrammiert.
Die Amuse Bouche zu Anfang hatte ich nicht abgelichtet.
Es ist immer wieder toll wie viel Mühe sie sich im Chalet für Feiertage geben, denn ich ihre reguläre Karte ist weitaus bodenständiger. Und beim Schreiben erinnerte ich mich daran dass ich zum letzten Muttertag auch schon dort war.
Ein kleiner Spaziergang mit Fotos musste sein.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit Verdauen und lesen.
Am Abend dann auch hier auch die gruselige Nachricht, dass die ADR (unsere rechtsextremistischen Hampelmänner) es ins Europaparlament geschafft haben. Es macht mich nicht stolz auf mein Land.
Ein Satz den die Kaltmamsell vor einigen Tagen schrieb:
… irgendwas in mir hat sich noch nicht von der existenziellen Erschütterung durch die Pandemie (ja, wir verdrängen das gesunderweise, aber es war wirklich, wirklich schlimm) erholt und lässt die Flügel hängen.
Da es für diesen Satz bei ihr ein paar interessante Kommentare gab, dachte ich, dass ich das mal in meinem Blog abhandeln sollte.
War die Pandemie eine existenzielle Erschütterung für mich? Oh ja! Beim ersten Lockdown stellte ich meine komplette Existenz infrage. Meine grundlegend positive und optimistische Einstellung zum Leben, hatte einen Knacks bekommen. Und dieser Knacks ist da und geht auch nicht mehr weg. Mir ist eine Art Leichtigkeit abhandengekommen, die ich sonst immer verspürte und die mich oft gerettet hat, weil sie mich schadlos Dinge (im Kopf wohlgemerkt) überstehen ließ. Diese Leichtigkeit bewirkte auch, dass nichts Schadhaftes an mir kleben blieb. Das alles ist nicht mehr da.
Versteht mich nicht falsch, mir geht es gut! Das tagtägliche Leben hält mich auf Trab und ich fühle mich auch sonst wohl. Aber dieser Knacks ist da.
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Am Morgen andere Blogs gelesen und die Wohnung putzfertig aufgeräumt, denn am Nachmittag kam Meisterin Proper. Draußen herrlich schönes Wetter. Über die Mittagsstunde ein Kaffee im Renert, das brechend voll war. Er ergatterte so just einen Platz auf der Terrasse.
Ich holte aus der Umänderungsschneiderei die Hose ab, die ich vor etlichen Wochen schon in Freiburg gekauft hatte. Ich hatte sie weggelegt und nicht mehr daran gedacht. Aus den Augen, aus dem Sinn. Da es aber eine Sommerhose ist, kommt sie jetzt gerade wie gerufen.
Ich hatte selten eine Stoffhose, die so bequem und so perfekt sitzt wie diese, ich, der sonst ausschließlich Jeans trägt.
Am Nachmittag ging es ins City Museum. Die zwei temporalen Ausstellungen, waren aber, zumindest für mich, ein wenig enttäuschend. All you can eat heißt die eine Ausstellung, die noch bis zum 14. Juli laufen wird. Es geht ums Essen. Wo kommt es her, wie wird es hergestellt? Aus didaktischer Sicht ist sie für Kinder und Jugendliche sicherlich wertvoll. Ich jedoch lernte nichts Neues dabei. Es gab aber ein paar schöne, alte Broschüren, Fotos und Werbeplakate zu sehen, die eine gewisse Nostalgie hervorriefen.
Die Ausstellung über Europa pur werde ich mir vielleicht noch einmal genauer ansehen, denn ich ging nur einmal kurz hindurch. Dort gab es sehr viel zu lesen und ich hatte keinen Nerv dafür.
Am Abend ein Treffen mit den Bären. Zu Anfang dachte ich, dass wir nur sehr wenige wären, aber letztendlich waren wir fast zu 20. Es war ein lustiger Abend, und es dauerte länger als gedacht. Ich machte noch vor Mitternacht Schluss, denn am Sonntagmorgen sollte ich einen Termin haben.
Zu Anfang fand ich den asymmetrischen Haarschnitt ganz schön, weil es wirklich mal was anderes war. Doch ich fange an, diese eingebildete Manie zu bekommen, mir beständig mit den Fingern durch die Haare zu fahren. Ich kann es bei anderen partout nicht leiden, ergo, gehe ich mir damit schwer auf die Nerven. Da ich die Asymmetrie aber immer noch mag, hatte ich mir gedacht, vom gleichen Haarschnitt eine Kurzform zu machen. Wenn das nicht machbar wäre, geht es in die Rockabilly Richtung, wie im Januar 2020 in Tasmanien.
Das Lokal ist winzig klein. Es gibt wenig auf der Karte, und das was drauf steht, ändert fast täglich. Ich habe bis jetzt noch nicht ein Gericht dort gegessen das ich nicht mochte.
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Ich war schon lange nicht mehr in der Villa Vauban. Also nichts wie hin.
Zur Zeit ist dort wieder ein Großteil der permanenten Ausstellung zu sehen und eine kleinere temporäre Ausstellung mit Gravuren. Alles befindet sich in dem neuen Anbau. Der alte Teil ist zur Zeit geschlossen weil dort eine neue Ausstellung aufgebaut wird.
Fangen wir mit den permanenten Bildern an. Der Großteil davon sind aus der Pescatore und Lippman Kollektion, und stammen aus dem 17.-18. Jahrhundert. Andere aus der gleichen Periode wurden später hinzugekauft. Ich kannte viele davon, was aber nicht heißt, dass ich sie mir nicht noch einmal ansehen werde.
Eines der Bilder das mich immer wieder ob seiner Größe beeindruckt. In einem Saal mit Landschaftsbildern hat man eine Art pertersburger Hängung versucht, sich aber nicht so ganz getraut es vollends durchzuziehen. Schade, denn die Bilder mit den wuchtigen Rahmen hätten eine völlig neue Ansicht bekommen.
Ich entdecke jedesmal neue Dinge und zugleich Altvertrautes, fast so, als ob die Bilder mir gehören würden. Es ist immer wieder faszinierend wie sehr ich mich in eine Ausstellung fallen lassen und tief darin eintauchen kann.
Die Gravuren Ausstellung war dann logischerweise weniger spektakulär. Es waren ausschließlich Bilder von Tieren, zumeist Studien. Kühe, Ziegen, Schafe, Pferde und Hunde. Hier sah man auch dass das Vieh damals auch Hunger litt und in manchen Gravuren sehr abgemagert aussah.
Ich setzte mich in den schönen Park der Villa, skalierte Fotos und lud sie hoch.
Ich ging durch zwei Parks heimwärts.
Am Abend war die A. zu Gast und wir probierten den neuen Grill. Es gab Gemüsespieße, die erstaunlich schnell fertig waren. Wow!
Ein schöner Tag, auch vom Wetter her, mit schönem Abschluss.
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Kann sich noch jemand an Ertha Kitt erinnern? Die Sängerin mit der tiefen, nasalen Stimme? Zumindest jedes Jahr hört man immer wieder ihren Weihnachtshit, Santa Baby. Und in den Achtzigern hatte sie ein Comeback als Disco Queen. Sie war nicht nur Sängerin, sondern auch Schauspielerin und die erste, die Catwoman verkörperte, lange bevor Michelle Pfeiffer und Halle Berry.
Und dann wäre da noch der Zwischenfall im Weißen Haus mit der Frau von Präsident Johnson, von dem ich nichts wusste:
Am Mittwoch war etwas mehr los. Es gab diverse Termine. Unter anderem war ein Arbeitstermin dabei, der sich allein was seine Zahlen angeht, erschreckend anhört. Ich muss da jetzt schon so einiges vorbereiten, obwohl wir noch weit davon entfernt sind. Dabei hatte ich im Kopf den Arbeitsmodus schon weitgehend heruntergefahren.
Noch vor der Mittagsstunde, ging ich zum Mittwochsmarkt. Ich kaufte allerlei Obst und Gemüse. Ein Blick in die Einkaufstasche:
Der grüne Spargel kommt auf den neuen Grill.
Am Abend hatte ich angedacht, ins Kino zu gehen, doch ich fand nichts, was mir wirklich zusagte. Also sah ich mir den Dreiteiler an Die Tote in der Bibliothek. Immer noch mit Joan Hickson. (Der letzte Link führt zu einem Bild von ihr als Mädchen in jungen Jahren).
Ein Tag mit Papierkram und allerlei Telefonaten. Am Nachmittag kaufte ich ein, denn mein Kühlschrank hatte ein Problem mit seiner Daseinsberechtigung, das umgehend behoben werden musste. Ich füllte ich den Wahlzettel, aus, packte alles in den dafür vorgesehenen Briefumschlag und warf ihn ein. Ich ging ebenfalls kurz ins Nagelstudio und ließ meinen Mittelfinger wieder reparieren. Das sieht jetzt wieder schick aus, er bricht nicht andauernd weg und man sieht es kaum.
Ich lasse das immer wieder mal machen, wenn ich daran denke.
Der Unfall mit den Fingern liegt 18 Jahre 9 Monate und 24 Tage zurück. Es gibt sogar ein Foto davon.
Hier ein Auszug von dem, was ich damals schrieb.
Meine Assistentin knallte mir die Wagentür auf Zeige und Mittelfinger der rechten Hand. Die Wagentür war zu und die Finger steckten drin… Als sie endlich kapierte hatte was sie gemacht hatte und die Tür wieder öffnete, (ich konnte nur fast unhörbar quietschen) sahen die Finger aus als ob sie durch eine Presswalze gelaufen wären. Mir wurde es fast schwarz vor Augen vor Schmerz. […] Zum Glück war nichts gebrochen. Aber unter den Fingernägeln verfärbte sich langsam alles blau. Der Druck durch dem Blutstau war fast nicht zum Aushalten. […] Danach fuhr ich zum Hausarzt, der mir mit einer etwas ungewöhnlichen aber sehr effektiven Methode ein Loch von oben in das Nagelbett brannte damit das Blut ablaufen konnte. Der Druck und der Schmerz gaben sofort nach.
Der Zeigefinger wurde nicht weiter beeinträchtigt, und der Nagel wächst heute wieder normal. Vom Mittelfinger jedoch wurde das Nagelbett beschädigt und er wächst zu einer Seite hin, sehr dünn nach. Zwischen der dünnen und der normalen Seite reißt er immer wieder ein. Zu Anfang ließ sich manchmal einen falschen Nageltip kleben, was aber sehr seltsam und dick aussah. Heute gibt es bessere Produkte, wie zum Beispiel klares Nagelgel das unter der UV Lampe aushärtet. Das lasse ich (wenn ich denn daran denke) im Nagelstudio auftragen.
Ich packte die Neuanschaffung von Samstag aus. Ich hatte schon lange damit geliebäugelt. Und hier ist er:
Der Ninja Woodfire Elektrogrill. Er ist größer, als ich gedacht hatte. Aber es ist nicht nur ein Elektrogrill. Es ist auch ein Räuchergerät und ein sogenannter Speiseföhn. Das war auch der Ausschlag, warum ich ihn gekauft habe. Ein Speiseföhn wollte ich schon lange haben.
Den Rest des Tages verbrachte ich weitgehend mit anderen Haushaltsdingen.
Am späten Nachmittag ging ich zusammen mit der A. ins Theater. Um 17:00 Uhr war eine Vorstellung von Akram Khan- Jungle.
Es ist die Geschichte vom Dschungelbuch und dem kleinen Mogli, aber ein wenig umgeändert. Darum heißt sie auch Jungle Reimagined. Ich brauchte zum Schluss eine Weile, um wieder auf die Erde zurück zu gelangen, soweit war ich weg. Die unglaubliche Präzision der Tänzer, um auf Musik und Text zu tanzen, dass man manchmal glaubte es, sie hätten alle auch die Texte live gesprochen. (was aber nicht der Fall ist) , ist schon sehr bemerkenswert. Ein großes Lob auch für den Komponisten und den Video Künstler, der die Bühne beständig in andere Welten umwandelt. Das ganze Tanzstück funktioniert wie ein Sog. Es war kein Wunder, dass zum Schlussapplaus der ganze Saal stand.
Anschließend setzen wir uns noch ins Pavillon vom Park Belair auf einen letzten Absacker. Doch verblieben nicht allzu lange, denn die Temperaturen waren sehr frisch.
… und manchmal sind die planlose Tage, die besten. Es fing damit an, dass ich morgens fix zur Post musste, um ein Einschreiben abzuholen. Es war die Briefwahl, die natürlich gleich am Montag vom Briefträger gebracht worden war, als ich in Berlin weilte. Vom Hauptpostamt aus ging es dann zum Wochenmarkt. Ich hatte mich mit der D. verabredet, weil sie die nächsten Tage weg sein wird.
Ich nahm sie mit zu einem Termin mit meinem Elektrofachhändler meines Vertrauens. Da ich den Sommer weitgehend in Luxemburg verbringen werde, hatte ich dort etwas entdeckt, was mir den Sommer über große Freude machen würde. Was das genau ist, zeige ich morgen.
Wieder daheim machte ich mich ans auspacken des Koffers, den ich noch nicht geöffnet hatte.
Am Morgen hielt sich das Wetter einigermaßen, doch am Nachmittag fing es wieder an zu regnen, und es wurde merklich kühler. Die A. mich an und hatte eine Idee. Sie hätte noch eine Portion Käsefondue, im Tiefkühler, die sie eigens aus der Schweiz mitgebracht hatte. Käsefondue! Im Juni! Na gut! Es passte ja perfekt zum Wetter!
Sie schmeckte hervorragend. Doch wie das nun mal so ist mit Käsefondue, wird man davon schnell pappsatt. Ich fühlte mich leicht überfressen wie an kalten Wintertagen.
Da die A noch vier Stockwerke höher wohnt als ich, machte ich von ihrem Küchenfenster aus folgendes Foto, als es schon dunkel wurde:
Der rote Turm sieht schon sehr seltsam aus, so mitten in der Stadt. Es ist der fahrende Aussichtsturm, von dem ich schon berichtet hatte.
Die Fressnarkose war vorprogrammiert, und ich lag beizeiten im Bett.
Seitdem die Abflugzeiten geändert haben von Berlin, ist der Rückflug ein verlorener Tag. Entweder in aller Früh oder sehr spät.
Noch vor 7:00 Uhr wach. Ich lud den gestrigen Beitrag hoch, legte alle alles zusammen, packte den Koffer und checkte aus. Den Koffer ließ ich im Hotel aufbewahren und marschierte los.
Das Wetter bedeckt mit Sonnenschein aber kein Regen.
Ich suchte mir ein Museum aus das nicht allzuweit weg war. Das déjà-vu Museum. Nun ja, es ist eher eine touristische Attraktion, als dass es ein Museum im eigentlichen Sinne ist. Es gibt ein paar schöne Spielereinen. Es ist die im Instapost. Vor allem eine hatte es mir angetan. Alles andere war dann eher bescheidener.
Ich flanierte noch ein wenig durch die Stadt, aber es ist wie immer an Rückfahrtstagen. Wirklich inspiriert zu großen Taten war ich nicht mehr.
Auf dem Rückweg hörte ich das Hörbuch ( im Flieger kann ich nur sehr bedingt lesen) zu Ende Das Mädchen mit dem die Kinder nicht verkehren durften von Irmgard Keun. Es ist schon ganz erstaunlich wie sehr ich meine Kindheit und meine damaligen Gedankengänge an dem des Mädchens festmachen konnte. Absolute Empfehlung.
Kurz vor Mitternacht fiel die Haustür ins Schloss.
Ich schlief lange, das war schön. Ich nahm zum ersten Mal das Frühstück im Hotel ein. Das war auch schön. Das Buffet war recht klassisch ausgestattet, aber mit sehr gutem Kaffee. Das war nicht nur schön, das war wichtig! Mit 30€ Zuschlag aber ein bisschen sehr teuer.
Die Kaltmamsell hatte mir die Modigliani Ausstellung gezeigt m Barberini Museum empfohlen. Und wenn die Kaltmamsell etwas empfiehlt, sollte man das auch tun. Also auf nach Potsdam!
Ich besorgte mir das Ticket über Internet inklusive einer Führung, die mir wichtig war. Ich hatte zwar schon manche Bilder von Modigliani in den letzten Jahren gesehen, aber aber über ihn selbst wusste ich wenig.
Da ich fast eine Stunde zu früh da war, besuchte ich vorab die Impressionisten aus der Hasso Plattner Kollektion. Ach, das war schon schön:
150 Jahre Impressionismus und die Faszination für diese Maler ist bei mir, wie bei sehr vielen Menschen ungebrochen. Ich finde sogar dass die Beliebtheit noch zugenommen hat. Ich habe mich gefragt warum? Ich denke, es ist in unserer schnelllebigen Zeit, in der es immer weniger Platz gibt, für jeden von uns, etwas das wir vermissen. Ich möchte um nichts in der Welt, in der letzten Jahrhundertwende gelebt haben, in der alle diese Bilder entstanden, denn das Leben war damals nicht einfach. Aber diese Bilder vermitteln eine Stimmung, einen Moment der … ja, der was? Ich denke es ist die Einfachheit. Der eine kleine Moment, in dem alles so ist, wie es sein soll. Es muss nicht perfekt sein, er muss lediglich einen kleinen Eindruck und eine schöne Erinnerung hinterlassen. Vielleicht ist es gerade deswegen Perfektion…
Anschließend machte ich die Führung zu Modigliani mit.
Modigliani machte schon sein eigenes Ding. Er gehörte keiner anderen Gruppe an, was nicht heißt dass er sich nicht von anderen Stilrichtungen beeinflussen ließ. Im ersten Bild oben sieht man schon die Einflüsse von Picasso und dem Kubismus. Bei anderen Bildern findet Ansätze von Impressionismus. Das Museum hatte es leider nicht geschafft, zumindest eine Skulptur von ihm auszustellen, den er hatte auch eine Schaffensperiode in der er sich ausschließlich damit beschäftigte.
Am Abend ging wollte ich ein etwas edleren Schmaus und reservierte mir einen Tisch im Cecconi‘s, an dem ich öfters vorbei gegangen war.
Kurz nach 5:00 Uhr morgens, bereits hellwach. Ich ging hinunter zur Rezeption und kaufte mir eine Flasche Wasser. Als ich wieder hoch kam, hatte ich eine etwas seltsame Begegnung. Mir kam auf meiner Etage eine hübsche, junge, sehr zierliche Dame entgegen, fein zurecht gemacht, fertig fürs Büro, in einem Chanel Kostüm. Sie begrüßte mich mit einem ‚Guten Morgen‘ und einer Stimme, die einen so tiefen Bass besaß, dass ich fast erschrak. Die Stimme passte so gar nicht zu ihrem Aussehen.
Apropos Aussehen: Ich habe in den letzten zwei Tagen festgestellt, dass man in Berlin sehr viel schwarz trägt. Es erinnerte mich an die Achtzigerjahre, in denen ich nichts anderes im Kleiderschrank hatte als schwarz. Interessant ist, dass es sich durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Es sind nicht nur Büroangestellte sondern auch Fahrradfahrer, Jogger und Menschen mit sonstiger legerer Freizeit- oder Arbeitskleidung.  Alles von Kopf bis Fuß schwarz. 
Ich überflog noch einmal das Blogposting von gestern und lud es hoch.
Dritter und letzter Tag der re:publica, und der fing damit an dass ich erstmal sehr unmotiviert war. Zumindest in den ersten Panels war nichts was mich bewog aufzustehen und sofort zur Arena zu fahren. Also zog ich erst kurz vor Mittag los.
Zum Glück begegnete ich der Kaltmamsell die mich in zwei Panels mitnahm. Und für das dass ich so bäh war, nahm ich dann doch noch jede Menge mit.
“I wake up to a thousand tweets insulting me”: Digital attacks against exiled and diaspora women activists – and what to do about them.
Repressive Regierungen nutzen invasive Überwachung, Online-Belästigung und Verleumdungskampagnen, um Aktivistinnen im Ausland im Exil zu bedrohen. Auf der Bühne waren drei Frauen vertreten, eine aus der Türkei, eine aus dem Aserbaidschan, und eine aus dem Iran. Erschreckend fand ich, dass es für diese Frauen keine Anlaufstelle gibt. Doch inzwischen tut sich was in der Richtung.
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Digitale Gegenwelt: Wie mit Wikipedia, Mastodon & Co. ein freieres und freundlicheres Internet entsteht. Mit Stefan Mey
Ein interessantesü Panel für die, die ihre Internetgewohnheiten einmal überprüfen wollen. Ich selbst habe ja schon viele Sachen seit Jahren geändert. Ich nutze zum Beispiel die Programme von Mozilla, und meine Office Programme sind von Open Office. Doch mit den weit über 100 Programmen, die er vorstellte, könnte ich da noch so einiges ändern. Hier ein Link von Stefan Mey selbst mit all den frei verfügbaren Programmen, die er in dem Panel vorgestellt hat.
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Die Gedanken sind frei, oder doch nicht? – Wenn künstliche Intelligenz das Gehirn lesen kann. Mit Simon Eickhof
Noch ein KI Panel, aber diesmal kam mir das kalte Grausen. Forschungsarbeiten zeigen, dass es möglich ist, allein auf Basis der individuellen Struktur und Funktionsweise des Gehirns, mittels künstlicher Intelligenz Aussagen über individuelle Eigenschaften wie Persönlichkeitszüge und kognitive Fähigkeiten vorherzusagen.
Und mit all den Diagrammen, die Herr Eickhof uns zeigte, ist das mittlerweile sehr wohl möglich. In meinem Kopf spielten sich Horrorszenarien ab. Denn wenn es einerseits eine sehr gute Methode ist, um Präventionsarbeit zu leisten, hinsichtlich gewisser Krankheiten, so könnte ich mir auch vorstellen, dass man in naher Zukunft zum nächsten Bewerbungsgespräch ein MRT Scan mitbringen muss, um eine Anstellung zu bekommen.
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Bei diesem Panel hatte ich es so just geschafft, noch ein Foto zu machen, bevor die Überschrift verschwunden war. Mit Jeanette Hofmann Politikwissenschaftlerin und Digitalisierungsforscherin
Ich hätte ich mir wirklich gewünscht Frau Hofmann hätte ein bisschen mehr Zeit gehabt als nur eine halbe Stunde. Aber in dieser knappen Zeit hat sie sehr anschaulich erklärt, wie Desinformation im digitalen Zeitalter funktioniert. Sie gibt dabei den sozialen Netzwerken die kleinste Schuld, nach dem Motto ‚Don’t Shoot the Messenger.‘ Ich lief Frau Hoffmann später noch einmal über den Weg und bedankte mich bei ihr, weil ich ein paar Dinge sehr viel besser verstanden hatte. Hier unbedingt das Video anschauen.
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Geheimsache Wasser. Ein weiteres Panel des Verbundes in investigativer Journalisten, Correktiv.
Man hatte sich die Frage gestellt, wer eigentlich die größten Wasserverbraucher in Deutschland sind, und da Wasser eine Länder Angelegenheit ist, schrieb man sämtliche Länder an, um gewisse Daten zu bekommen, was sich aber als schwieriger herausstellte. Viele wollten nämlich nicht mit der Information herausrücken. Dabei sind es Informationen, die öffentlich zugänglich sein müssten. Hier hatte ich mir zugegeben etwas mehr erwartet, aber diese Investigation läuft noch.
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Zwischendurch ein Panel zum ‚entspannen‘. Es ging um ein neues Fernsehformat, dass das ZDF in Ende der achtziger Jahre, Anfang der neunziger startete. Was jugendlich frisch der herkommen sollte. Es nannte sich X Base. Dem Großteil der Leute war es unbekannt.
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Und dann ein letztes Panel mit Felix Schwenzel, bevor die Klausingzeremonie begann. Hunde sind auch nur Menschen.
Hunde haben unbestritten nicht die ausgeprägtesten kognitiven Fähigkeiten. Trotzdem haben sie die Welt erobert und die Kontrolle über viele Menschen übernommen.
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Wenn meine geschätzten Leser es bis hier hin geschafft haben, mitzulesen, Glückwunsch! Ich habe meinen persönlichen Rekord an Panels an einem Tag gebrochen. Sieben Stück! Es folgen noch ein paar wenige Fotos der Closing Session und dem offiziellen durchschneiden des Armbandes,dass ich dieses Mal dort ließ.
Ich werde versuchen, noch einige YouTube Videos vor allem von den Panels, die mir wichtig waren, nachträglich einzufügen. Aber nicht mehr heute.
Ich schleppte mich müde und matt ins Hotel und aß nicht weit davon entfernt, noch einen kleinen Happen. Ich fand ein kleines Sushirestaurant, das ziemlich klasse war!
Aber so konnte ich zumindest den Blogbeitrag noch einmal durchlesen und hochladen. (Und es sind noch immer noch Fehler drin)
Pünktlich vor dem Regen war ich in der Station. Ich war sehr unschlüssig was ich als erstes wählen sollte und wählte das Falsche.
Es ging um Memes die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Ich muss sagen dass der Vortrag mir nun wirklich nichts gebracht hatte. Es erzählte mir nichts Neues, was ich nicht schon wusste. Er war aber schnell durch und hatte noch Zeit für ein paar Fragen, doch ich wanderte ab und ging hinüber zur Stage1 wo Herr von Hirschhausen seine Zeit überzog. Ich hatte ihn zugunsten von dem anderen Beitrag über die Memes, verschmäht.
***
Ich wollte einen weiteren Beitrag über KI hören. „Wo stehen Chatbots auf dem Weg zur Superinelligenz?“ von Eva Wolfangel:
Es ging dabei um eine Erfahrung die sie selbst gemacht hatte mit einem Chatbot von Google von vor ein paar Jahren, bei dem sie als Forscherin davon überzeugt war, dass man inzwischen von einem Gewissen und einer eigenen Identität der Bots sprechen könne. Sie war nicht allein die das Phänomen entdeckte. Auch ein anderer Wissenschaftler hatten darüber berichtet.
Sie hat sich überlegt, wie man das testen kann und fand mit Hilfe anderer heraus dass die Bots nich lange nicht so weit sind, und dass ihre Erfahrung auf einem Zufall beruhte, dass der Bot auf genau die Worte zurückgriff die er als ausgewertet für richtig empfand.
Merke: Eloquenz bedeutet nicht Intelligenz.
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Dazwischen hatte ich noch einmal eine Session, die etwas, befremdlich war. Es ging darum wie Randgruppen unsere Existenz bedrohen. Ich gehöre zu einer, also Trigger pur. Es ging dabei aber eher um rechte Gruppierungen die die Demokratie gefährden. Na gut. Daniel Ziblatt , ein Amerikaner, zeigte es auf anhand von Donald Trump. Ich hatte etwas Mühe mitzuhalten, auch aufgrund eines heftigen Akzents, und schaltete dazwischen im Kopf immer wieder ab.
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Danach ging es zu Bernard Pörksen, den ich schon mehrfach auf der re:pubilca gesehen und gehört habe und auf den ich mich freute.
Sein Thema: Aufmerksamkeitscrash. Kurzfristiges und langfristiges Denken.
Die Aufmerksamkeitsspanne wird in den heutigen Zeiten von Häppchen Journalismus und Aufreger du Jour immer kürzer. Seine Grundfrage: Wie können wir die großen Langzeitbedrohugrn der Welt, wie Klimawandel, Rassismus und dergleichen mit High and Low Denken lösen? Antwort: GAR NICHT. Denn interessanterweise entwickeln wir uns gradewegs in Gegenrichtung. Es wird alles immer schneller, je schlimmer die Situation wird.
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Ralf Raul Krauthausen: Wie sähe ein kultureller Wendepunkt für echte Inklusion aus?
Ihr kennt ihn vielleicht aus der Soap ‚Marienhof‘ (oder sowas ähnliches, ich habe mir das sehr nur selten angesehen) Er ist behindert und Aktivist. Alles was er sagte über marginalisietre Menschen war schon sehr richtig. Dabei sprach er nicht nir von Menschen mit Behinderung sondern auch von anderen Randgruppen.
Was mir aber auffiel war eine gewisse Verbitterung, die mir bekannt vorkam. Meine Freundin Françoise, die schon seit fünf Jahren verstorben ist, und ihr Leben lang an Krücken ging oder im Rollstuhl saß, hatte sie ebenfalls. (Irgendwann werde ich darüber berichten. Das ist aber ein eigener Blogbeitrag)
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Danach brauchte ich eine Pause. Die Wetterschwankungen bescherten mir Kopfschmerzen. Juchuuu! Doch ich hatte keine Tabletten eingesteckt. Ich suchte die nächst gelegene Apotheke auf und setze mich in ein Café und wartete dass sie ihre Wirkung zeigten. Ich aß eine Kleinigkeit und nach einer guten Stunde war ich soweit wieder fit.
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Ich ging zurück zur Station, denn Carolin Emcke war da. Wenn es eine Frau gibt der ich lange und viel zuhören kann, dann ihr. Ich sah sie das erste mal auf der re:pubilca hier. Es war das Jahr in dem sie auch den Friedenspreis des Buchandels bekam. Sie hatte damals Dinge gesagt, die mich sehr tief bewegten.
Zusammen mit Claudia Kempfert und Jonas Schaible diskutierte sie über Gewalt und Wahrheit im Angesicht der Klimakatastrophe. Ein Satz, den ich für mich aus dieser Diskussion mit nahm, war der, dass ich, wenn ich heute auf mein Leben zurück schaue, sehr viel falsch gemacht. Klimaneutral leben, war das nicht. Mehr möchte ich aber nicht auf diese Diskussion eingehen, da ich müde bin und eh schon zu viel heute geschrieben und gedacht und gelesen habe.
Ich habe versucht, soweit, wie ich sie finden konnte einzelne Panels und Konferenzen, die auf YouTube bereits verfügbar waren, einzufügen. Auch für den gestrigen Tag habe ich bereits ein paar nachträglich eingefügt.
Am Abend noch einen kurzen Besuch im Salhino und ein fabelhaftes Abendessen.
Die Tagesfrage die ich mal nicht so direkt verlinke, passt zum ersten Tag der re:publica wie die Faust aufs Auge und wäre ein Panel wert: „Erinnerst du dich an ein Leben vor dem Internet?“ Ich denke mal dass alle die, die hier mitlesen, das noch können. Leser der Nullerjahre hab ich sehr wenige.
Früh aufgewacht.
Kein Frühstück. Ich werde die Berlintage auch dafür nutzen, die Fresserei der letzten Tage etwas einzudämmen.
Und da wären wir!
Es ist schön wieder in der Station zu sein. Ich mochte die Arena in Kreuzberg nicht so sehr. Das war mit einer der Gründe warum ich letztes Jahr nicht da war. Der andere war, dass ich kein Early Bird Ticket bekommen hatte, weil ich den Verkaufsstart verpasst hatte. Die regulären Tickets sind inzwischen sehr teuer geworden.
Um 10:30 ging es los mit den Gründervätern einer davon Johnny Häusler.
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Den nächsten Vortrag, den ich mir rausgesucht hatte :
Verloren auf Plattformen. Wir erinnern uns dass Elon Twitter ja kaputtgemacht hat. Was nun?
Ja, die Ratlosigkeit ist groß. Für alle der Komferenzteilnehmer gibt es bis jetzt nichts Gleichwertiges, was Twitter mal war. Der einen oder anderen Plattform fehlen immer wieder verschiedene Aspekte, sei es Mastodon, Bluesky, Thread oder Fediverse, mal davon abgesehen, dass einige davon globale Player sind. Es kamen ein paar der Lobpreisugen, die es immer wieder, seit Jahren schon gibt, dass man wieder mehr sein eigenes Ding machen sollte, z.B. auf der eignen Plattform bloggen und das Reichweite nicht so wichtig ist. Auch die guten alten Rss Feeds, die ich auch noch nutze, wurden nochmal hervorgehoben.
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Die beiden nächsten Panels fanden hintereinander auf der Stage7 statt und waren eng verbunden miteinander. Es ging um KI. Ich selbst empfinde ja KI in mancher Hinsicht als etwas, das ich nicht will, weil es für mich als Kunstschaffender sehr schädigend sein kann.
KI wird uns alle retten. Es sei denn sie tut es nicht. Matthias Spielkamp erklärte was KI alles retten kann, oder wenn man genau hinschaut, wohl eher nicht. Das Klima wäre da ein schönes Beispiel.
Der Redner gleich im Anschluss war für mich viel imteressanter. Jörg Heidrich, Jutiziar und Datenschutzbeauftragter bei Heise.de zeigte mir ein paar Dinge auf die ich davor nicht wusste. Er beantwortete mir vor allem eine Frage die mich schon lange beschäftigte. Welches Material darf KI nutzen um davon zu lernen? Also das berüchtigte Data Mining. Antwort: ALLES! Die Urheberrecht Experten der EU haben da wohl etwas zu kurz überlegt. Denn das Gesetz, dass KI alles verwenden kann, wurde auf Europaebene durchgewunken.
Es sei denn man selbst erlaubt es für den eigenen Internet Content nicht. Aber wen wird es stören wenn ich als kleiner Blogger auf jeder Seite mit php. einen Satz generiere, der das verbietet? Glaubt jemand wirklich, dass sich da irgendein großer amerikanischer Konzern daran halten wird? Wohl eher nicht.
Ja und das oben in dem Foto wird noch für so manchen Konflikt sorgen.
Danach machte ich eine Pause trank eine Mate und schrieb schon mal in großen Teilen hier vor.
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Danach machte ich mich auf zur Stage 10 die auf der anderen Seite in Technik Museum war. Das Thema hatte mich getriggert. Queer Mutants: Modes to Cultivate Generic Resitants. Ein Thema von dem ich gar keine Ahnung hatte.
Lyndsey Walsh ist ein sogenannter Mutant und berichtete über ihren/seinen eigenen Weg. Aber wenn man es ganz genau in der Auslegung des Wortes nimmt, sind wir es alle. Vorab erklärte sie/er einige Dinge. Man kann sich genetisch testen lassen ob diverse Krankheiten predominant sind oder nicht. Für die ihn war kam heraus dass sie/er zu 99,9 % an Brustkrebs erkranken würde, weil ihre/seine genetische Struktur nicht dafür ausgelegt ist eigene Abwehrzellen zu Abwehr zu prodzieren. Sie/er erklärte ebenfalls welche doch recht fiesen Tricks die Krankenversicherungen inzwischen anwenden, um mit solchen Mutanten nicht konfrontiert zu werden und dafür aufkommen zu müssen. Sie/er beschrieb aber auch eine Methode die sie/er inzwischen anwendet, die auch bei Autoimmun Erkrankungen zum Einsatz kommt, nämlich sich immer wieder den Krebszellen auszusetzen. Da sie/er auch eine Künstler/in ist, sieht man das auf ihrer Homepage.
Nach dem Vortrag war ich so geflasht und gewowt, dass ich mich bei ihr/ihm bedankte.
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Der letzte Vortrag dann war von Jean Peters vom CORRECTV. Es ging um den Knaller Anfang des Jahres, als die AfD dabei erwischt wurde, wie sie sich heimlich mit Neonazis traf. Jean Peters berichtete im Detail darüber, wie es angestellt hat.
Er wurde im Anschluss an seinen Vortrag sehr bejubelt, und das zurecht.
Ich hatte im Anschluss noch einen Vortrag eingeplant, den ich mir unbedingt ansehen wollte, doch mein Kopf wollte nicht mehr.
Zum Abendessen hatte ich angedacht in das gregorische Restaurant zu gehen, in dem ich schon bei meinem letzten Berlin Besuch war, doch das hat montags geschlossen. Ich entschied, mich zum Savignyplatz zu fahren und dort im zwölf Apostel eine Pizza zu essen. Dabei könnte ich mir einen Aperol Spritz.
Ich bestellte mir eine zwölf Apostel Pizza. Es war vor fast 20 Jahren die erste Pizza, die ich bei meinem allerersten Berlin Besuch gegessen habe. Damals schmeckte sie köstlich, war anders belegt als heute. Sie ist immer noch gut, aber nicht mehr wie damals.
Müde und matt schleppte ich mich ins Hotel. Ich schrieb die letzten Zeilen von einem doch recht langen Blogeintrag und wählte auf der App die Vorträge für morgen aus. Es tut so gut wieder hier zu sein. Ich hab die Re:publica sehr vermisst.
Aber bevor ich mit den Fotos anfange: Gestern wurde Smalltown Boy von Bronsky Beat 40 Jahre alt. Von den drei Bandmitgliedern lebt nur noch Jimmy und er hat die Stimmlage immer noch. Alle Achtung!
Ja, das Lied heute ist wichtiger den je.
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Leider sollte hier der traditionelle Fotoreigen folgen aber es es gibt nur zwei Stück:
Da ich das Hotel gleich zu Anfang auch gebucht hatte, war ich felsenfest davon überzeugt, ich hätte das gleiche Hotel wie letztes mal, aber nein. Das fiel mit erst auf als ich vom Flughafen hinfuhr. Ich hatte mir, weil ich müde war, ein Taxi gegönnt.
Das Hotel ist nun nicht der Hammer, aber ok.
Früh zu Bett um nicht schlafen zu können, da fremdes Bett, aber das bin ich ja gewohnt.
Den Samstag würde ich gerne kurz zusammenfassen, aber so ganz geht das leider nicht. Er war einerseits schön und emotional und andererseits ermüdend und lästig.
Es fing damit an, dass der Wecker schon um 7:00 Uhr klingelte, was ungefähr ungefähr eine Stunde zu früh war. Am liebsten hätte ich das Handy durchs Fenster in den Hof geschmissen. Ich war elend müde. Doch es half alles nichts, ich musste raus.
Der erste Termin war beim Friseur meines Vertrauens, wo ich jemandem aus Gründen beratend zur Seite stand. Das war einerseits schön, dass man so großes Vertrauen in mich setzt aber an dem Morgen wäre es mir auch schlichtweg egal gewesen, so müde war ich. Die A. wusste von der Aktion, und lud mich später zum Kaffee zu sich nach Hause ein. Kurze Zeit später ging ich mit ihr zum Markt. Ich selber brauchte nichts, da ich ja morgen wegfahre.
Am Nachmittag dann einen letzten beruflichen Termin, den ich am liebsten nicht gehabt hätte. Aber da ich nun mal bin, wie ich bin, hatte ich zugesagt. Es war die Wiederaufnahme eines Stückes, dass zweieinhalb Jahre lang in der Kiste lag. Da ich es diesmal nicht selber mache, übergab ich es an jemand anders. Und hier kam das Emotionale und Schöne zutage. Ich wurde so oft in den Arm genommen, und lieb gedrückt, wie schon lange nicht mehr. Alle waren traurig, dass ich nicht mit dabei sein werde.
Kurz nach 22:00 Uhr war ich zu Hause und fiel wie ein Stein ins Bett.
Der Freitag fing damit an, dass ich am Morgen einen Termin gründlich versammelte. Ich hatte für das Auto ein Wellness Programm gebucht. Innen und außen. Dann muss das Auto anderthalb Wochen dreckig, durch die Gegend fahren bis ich von der Re:publica zurück bin. Am Nachmittag fuhr ich zum Baumarkt und holte neue Salzsäckchen für die Entfeuchterkisten in der Garage und im Keller.
Am Abend betreute ich die letzte Vorstellung des vorvorletzten Stückes meiner Saison. Und damit wäre diese Baustelle auch zu. Uff.
Und weil die Tagesausbeute sehr karg ist, gibt es noch eine Tagesfrage:
Was bedeutet „alles haben“ für dich? Ist es erreichbar?
Natürlich ist es nicht erreichbar. Man könnte darüber eine ganze philosophische Doktorarbeit schreiben.
Aber genau zu der Frage hat Stephen Sondheim mal ein Lied geschrieben das 1990 im Film Dick Tracy zu hören war. Und ich denke das trifft es ganz gut:
Once upon a time I had plenty of nothing, Which was fine with me Because I had rhythm, music, love, The sun, the stars and the moon above, Had the clear blue sky and the deep blue sea. That was when the best things in life were free.
Then time went by and now I got plenty of plenty, Which is fine with me. ‚Cause I still got love, I still got rhythm, But look at what I got to go with ‚em. „Who could ask for anything more?“, I hear you query. Who could ask for anything more? Well, let me tell you, dearie.
Got my diamonds, got my yacht, got a guy I adore. I’m so happy with what I got, I want more!
Count your blessings, one, two, three I just hate keeping score. Any number is fine with me As long as it’s more! As long as it’s more!
I’m no mathematician, all I know is addition I find counting a bore. Keep the number mounting, your accountant does the counting. (More! More!)
I got rhythm, music too, just as much as before Got my guy and my sky of blue, Now, however, I own the view. More is better than nothing, true But nothing’s better than more, more, more Nothing’s better than more.
One is fun, why not two? And if you like two, you might as well have four, And if you like four, why not a few Why not a slew? More! More! (More! More!)
If you’ve got a little, why not a lot? Add and bit and it’ll get to be an oodle. Every jot and tittle adds to the pot Soon you’ve got the kit as well as the caboodle. (More! More!)
Never say when, never stop at plenty, If it’s gonna rain, let it pour. Happy with ten, happier with twenty If you like a penny, wouldn’t you like many much more?
Or does that sound too greedy? That’s not greed, no, indeedy That’s just stocking the store. Gotta fill your cupboard, remember Mother Hubbard. (More! More!)
Each possession you possess Helps your spirits to soar. That’s what’s soothing about excess Never settle for something less. Something’s better than nothing, yes! But nothing’s better than more, more more (Except all, all, all) Except all, all, all Except once you have it all (have it all) You may find all else above (find all else above) That though things are bliss, There’s one thing you miss, and that’s More! More!
Herrlich gut geschlafen, das war schön. Noch in der Horizontalen bei anderen Bloggern gelesen und die Tagesfrage beantwortet.
Welche persönlichen Gegenstände liegen dir besonders am Herzen?
Made with Gencraft
Das ist eine gute Frage die aber eine etwas ausführlichere Antwort verdient. Es gibt einen Unterschied zwischen beruflichen Gegenständen und Gegenständen aus dem privaten Bereich.
Berufliche Gegenstände, die mir am Herzen liegen, gibt es in dem Sinne nicht, aber sie sind überlebenswichtig. Wenn ich sie nicht habe, kann ich meinen Beruf nicht ausüben. Es gibt aber Gegenstände, die mich an längst vergangene Projekte erinnern und die ich aus Nostalgiegründen nicht wegwerfen kann. So fand ich vor kurzem kleine längliche, wellenförmige Schaumstoffteile wieder, die man zwischen die Zehen gibt, wenn man die Zehennägel lackiert. Ich hatte sie damals besorgt, und sie waren Teil der Requisite aus einem Film, an den ich schöne Erinnerungen habe. Ich werde diese Schaumstoffteile nie wieder gebrauchen, aber wegwerfen kann ich sie (noch) nicht.
Im privaten Bereich sieht das anders aus. Als vor über zehn Jahren, die traurige Zeit begann, in der einer nach dem anderen aus der Familie starb, war ich plötzlich mit so viel Zeug aus drei verschiedenen Haushalten konfrontiert, die alle viele Erinnerungen beinhalteten. Jedes einzelne Teil, dass ich verkaufte, entsorgte oder weg gab, versetzte mir einen Stich ins Herz, als so, als ob ich die Erinnerungen wegwerfen würde. Es fiel mir zusehens schwerer und ich holte mir Hilfe. Ich heuerte eine Flohmarkthändlerin an. Ich durfte bei ihren großen Aufräumaktionen nicht anwesend sein, da ich es nicht ausgehalten hätte. Sogar jetzt beim Schreiben, überkommt mich immer noch ein Unwohlsein. Andererseits, was hätte ich mit all dem Zeug angefangen? Ich wäre darin erstickt.
Rückblickend gesehen tat ich das einzig richtige, auch wenn es sich heute noch immer schmerzlich anfühlt. Inzwischen sehe ich die Dinge anders. In der Garage und im Keller stehen immer noch Kisten, die ich seit dem Umzug und dem Häuserausräumen nicht angefasst habe. Ich habe mir vorgenommen, im Sommer diese Kisten endlich zu entsorgen. Ob ich es in die Tat umsätze oder nicht, steht in den Sternen.
Und um jetzt auf die Frage oben zu antworten welche Gegenstände mir besonders am Herzen liegen, kann ich nur sagen; es gibt zu viele davon. Sie sind kleine Kostbarkeiten und unendlich schwerer Ballast zugleich.
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Den Nachmittag mit ein bisschen Haushalten und Lesen verbracht.
Ich sollte vielleicht ein paar Worte über das Werk, das ich davor gelesen hatte, verlieren. Gilgi.
Es ist vor allem die Sprache die mich faszinierte. Zudem gibt sie jeder Figur ihre ganz eigene Sprache. Am interessantesten ist die Hauptfigur selbst, die es mit ihren knappen 21 Jahren versteht sich so ausgewählt und treffend genau auszudrücken, dass es teilweise unglaubwürdig scheint. Das tut der Geschichte an sich aber keinen Abbruch. Schade, dass es mit ihrem Fortgang aus dem Rheinland aufhört. Ich hätte gern gewusst wie es ihr in Berlin so ergangen wäre.
Ich lies so lange im neuen Buch bis es wieder an der Zeit war, dem nachzugehen damit ich Butter auf dem Brot habe.
Im Frühtau…. ein Wazifubo Foto im Laboratorium für medizinische Analysen, zwecks Blutabnahme. Eine meiner bevorzugten Lieblingsbeschäftigungen früh am Morgen. So sehr, dass ich sie mir nur ganz selten gönne, damit der Hochgenuss auf höchster Stufe erhalten bleibt….oder auch nicht.
Später ging ich kurz zum Wochenmarkt auf einen schnellen Kaffee mit der D.
Ich kaufte mir beim Metzger des Marktes eine Quiche Lorraine, von dem ich letzte Woche schon eine hatte und die sehr lecker war.
Ich war sehr müde und legte mich kurz hin.
Als ich das Pflaster vom Arm zog, wusste ich auch warum sie es doppelt geklebt hatte. Ha! Die Laborantin hatte ein wenig daneben gebohrt.
Am Abend dann das üblich Unverblogbare das bis Ende der Woche so weitergeht.
Später, als es heimwärts ging, machte ich ein Foto auf der Place Guillaume. Der Vollmond hübsch eingebettet zwischen den Türmen der Kathedrale:
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Ein Nachtrag von gestern Abend aus dem Radio. Das Zitat das ich sehr gut fand, kam von einem Jazzmusiker, fragt mich aber nicht wer, ich weiß es nicht mehr:
KI kann man im kulturellen Bereich in Zukunft mit IK bekämpfen.
(IK = Intelligente Kunst)
Auf Englisch geht es auch: AI versus IA = Intelligent Art.
Ein Regentag, fast so schlimm wie letzte Woche. Am Morgen hatte es auch eine Warnung gegeben im Radio, nicht für meine Region, sondern für den Norden Luxemburgs. Der Wetterumschwung brachte mit sich, dass ich morgens gleich schon mit Kopfschmerzen aufstand.
In meiner Alten Heimat ist der Pfingstdienstag ein Feiertag. Einer der heiligsten überhaupt. So heilig, dass er sogar in das nonmaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Die Echternacher Springprozession. Wenn das Wetter einigermaßen gewesen wäre, hätte ich mich sogar dazu hinreißen lassen und wäre hingefahren. Den
Doch ich entschied mich anders.
Eine Reihe Haushaltsdinge, die letzte Woche liegen geblieben waren, waren an der Tagesordnung. Zwischendurch hörte ich ein Hörbuch von Irmgard Keun, dass sie schon vor mehreren Wochen angefangen hatte. Gilgi, eine von uns.
Am Morgen flitzte ich schnell zur Schildkröte der A. Gegen 11:00 Uhr hatte ich einen dienstlichen Termin.
Für Mittag hatte ich einen Tisch im Renert bestellt. Sie hatten für den Feiertag ein extra Pfingstmenü aufgetischt. Ich ging zusammen mit D. hin.
Der Koch hat sich selbst übertroffen. Und ich hatte mich hoffnungslos überfressen.
Am späten Nachmittag hatte ich noch einen weiteren Termin. Er war halbwegs dienstlicher Natur, traf mich aber nur bedingt. Es war zum ersten Mal, dass sich fast alle Maskenbildner Luxemburgs trafen. Es war eine lustige Runde. Es ging vor allem um ein Thema, dass ich hier leider verschweigen muss, was aber sehr wichtig für uns alle war.
Seit ein paar Tagen steht der fahrbare Aussichtsturm wieder auf der Place de la Constitution. Ich war vor Jahren schon schon einmal  damit gefahren.
Interessanterweise passieren die Serverausfälle immer an einem Samstagabend spät oder Sonntagmorgen, wenn niemand erreichbar ist. Sehr seltsam, gell?  Zudem ist morgen auch noch ein Feiertag das macht es nicht besser. Ich werde es ab jetzt jedes Mal festhalten im Blog, da es mich langsam nervt.
Angedacht war, dass ich in die Alte Heimat fahre. Dort wird Pfingsten immer etwas mehr gefeiert als anderswo. Doch als ich am frühen Nachmittag losfahren wollte, hörte ich das erste Donnergrollen. Also blieb ich zu Hause, las und schrieb und schaute Netflix. Das Wetter blieb bis zum späten Abend unstet.
Zwischendurch huschte ich schnell in die Wohnung der A. Da sie über das Wochenende nicht da ist, ich musste ich nach der Schildkröte sehen.
Ich schaute mir verschiedene Dokus an. Zwei davon fand ich bemerkenswert.
Camille Pissarro wird als Vater des Impressionismus bezeichnet. Er war von Anfang an mit dabei und war der älteste der Maler, die diesen Stil mit prägten, nebst Manet, Monet, Cézanne und Degas und einer Frau die oft vergessen wird, Berthe Morisot.
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Bei einer weiteren Doku lernte ich enorm viel dazu, weil mir diese Frau kein Begriff war. Gabriële Buffet-Picabia.
Sie war Strippenzieherin im besten Sinne des Wortes, und Mitbegründerin des Dadaismus.
Zugegeben, der Pfingstsamstag ist kein Feiertag, aber für mich war es der erste freie Tag seit langem.
Ich war endlich wieder einmal auf dem Wochenmarkt und nach dem schrecklichen Regentag, der so einiges hier überflutet hatte, trockenen Fußes.
Ich kaufte Blumen…
… und Obst und Gemüse für das verlängerte Wochenende.
Am Nachmittag schaute ich mir vier Folgen der Serie Victoria an, die ich schon seit längerem aufgenommen hatte. Ich wusste wenig über die Queen, auch wenn ich in punkto Ausstattung in englischen Filmen schon öfters mit der Mode aus der Zeit konfrontiert wurde. Über ihr Leben wusste ich wenig. Über ihre letzten Jahre wusste ich mehr weil es mal einen sehr tollen Film mit Judi Dench gab in der Hauptrolle. Mrs.Brown.
Später dann eine Doppelvorstellung im Theater, was selten vorkommt. Es gab eine Vorstellung auf der großen Hinterbühne, und eine Vorstellung im Studio. Beide waren von den Zeiten her so gelegt, dass man sie sich hintereinander ansehen konnte. Warum nicht mal einen ganzen Abend im Theater verbringen mit zwei Vorstellungen? Im Kino hab ich das schon oft gemacht, dass ich mir zwei Filme angesehen habe.
Erste Vorstellung:
The Shakespear Villans. Eine One Man Show auf Englisch. Großartige kraftraubende Performance des Darstellers.
Zweite Vorstellung:
Wer hat Angst vor Virginia Woolf, eine Coproduktion mit dem Mainzer Staatstheater. Ein Klassiker. Die Geschichte eines Ehepaares, dass sich gegenseitig zerfleischt. Ich kannte den Film mit Elisabeth Taylor und Richard Burton. Ich hatte aber nur wenige Erinnerungen daran. Noch mal ein Theaterstück, dass den Darstellern viel Kraft abverlangte, dem älteren wie dem jungen Ehepaar.
Wer in oder um Mainz wohnt, sollte sich das Stück unbedingt ansehen. Es läuft noch zweimal in dieser Spielzeit und wird wahrscheinlich auch in der nächsten wieder aufgenommen.
Einen letzten Absacker gab es in der Brasserie du Théâtre, die einen neuen Pächter haben. Sehr gute Cocktails! Der Espresso Martini war genauso, wie ich ihn mag.
Ein letztes mal die 6:00 Uhr Nummer. Und dann hoffentlich nicht so schnell wieder!
Am Abend davor hatte es eine gelbe Wetterwarnung gegeben. Es sollte ein heftiger Regentag werden. Nun ja, was soll’s. Mir sollte es recht sein. Ich hatte eh den ganzen Tag über genug zu tun. Und so kämpfte ich mich über die Autobahn durch den Starkregen in Richtung Süden kurz nach 7:00 Uhr. Lustig war das nicht. 
Kurze Zeit später bekam ich dann folgende SMS:
Zur Mittagsstunde traf ich mich mit der N. Auch Darwin war hellauf begeistert mich zu sehen. Wir aßen eine Kleinigkeit in der Hosteria Gusto, die heute ein letztes Mal ihre Türen geöffnet hatte. Sie wird schließen.
Dann kämpfte ich mich mit dem Auto noch einmal durch den starken Regen über die Autobahn und war heilfroh, dass mein Teilstück noch geöffnet war, denn im Radio hörte ich, dass schon viele andere Straßen, auch Autobahnteile, gesperrt waren.
Daheim legte ich mich kurz hin und schrieb schon im Blog vor.
Und am späten Nachmittag wurde dann per SMS die zweite Alarmstufe ausgerufen, diesmal in rot:
Bei mir stand Unverblogbares an, dass aber wie gewohnt von statten lief.
Ich machte beizeiten Schluss und war froh als ich endlich im Bettchen lag.
In der Nacht hatte es gründlich geschüttet, so sehr dass ich gegen 1:00 davon wach wurde. Mir viel mein alter gehörloser Nachbar ein, als ich noch im kleinen Studio am Bahnhof wohnte. Sein Kommentar war immer, „Chegen, Chegen, Chegen.“, und dabei schüttelte er die Hände in der Luft. Manchmal begegne ich noch…
Um 6:00 Uhr klingelte der Wecker. Unbarmherzig. Ich wäre gerne noch liegen geblieben. Doch ich musste aufstehen. Sogar die Dusche half nicht viel. Auch die drei Tassen Kaffee waren nicht der Hit. Sie machten mich nur zittrig.
Ich beschloss, dass der erste Dienstschluss bereits um 11:30 Uhr war. Wieder daheim, hüpfte ich noch mal unter die Dusche und wusch dieses Mal die Haare mit. Ich hätte einen Termin beim Friseur. es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Wolle in drei Wochen nachgewachsen ist. Den asymmetrischen Haarschnitt habe ich beibehalten. Ich denke, dass ich ihn noch eine Weile beibehalten werde.
Ein freudiges Wiedersehen mit der D., die aus dem Baskenland zurück war. Es war aber nur kurz, da sie Termine hatte. Anschließend fuhr ich zum Supermarkt, der nicht meines Vertrauens ist. Die Cora und Match Kette in Luxemburg wurde von E.Leclerc aufgekauft. Der große Supermarkt in der Concorde hat demnach den Namen geändert. Die Produktpalette hat sich bis jetzt aber nicht geändert.
Am Abend sah ich mir Zwei Folgen von Miss Marple an. ONE zeigt zur Zeit die sehr alten Folgen aus den achtziger Jahren mit Joan Hickson in der Hauptrolle. „Nemesis“ (Das Schicksal in Person) ist eine der Geschichten, in der ein altes Verbrechen aufgeklärt wird. Und für mich ist es eine der bewegendsten Geschichten. Obwohl ich seit vielen Jahren weiß, wie sie ausgeht und wer der oder die Täter sind, berührt sie mich immer wieder.
Sehr viel Unverblogbares die letzten Tage. Darum gibt es hier eine Kurzfassung.
Montag: Ein Termin bei der Ärztin beruhigte mein Gemüt. Ich hatte etwas Beunruhigendes entdeckt, was sich aber als nicht weiter schlimm herausstellte. Es nennt sich Morbus Dupuytren. Das muss irgendwann mal operiert werden, wenn es mich wirklich beeinträchtigt.
Dienstag: Am Morgen fühlte sich der Tag an, als ob er nicht genug Stunden haben würde. Hatte er aber. Es war sogar am Nachmittag noch kurz Zeit für eine Mini Siesta. Später am Abend las ich dass Alice Munro verstorben ist. Eine großartige Schriftstellerin deren Werke ich noch bei weitem nicht alle durch habe.
Mittwoch: 6:00 Uhr aufstehen ist ein Unding für mich, zumal wenn ich am Abend davor noch bis 23:00 dienstlich unterwegs war. Und während ich duschte hörte folgenden Podcast über Matt Bianco. Ein guter Einstieg für die, die ihr Luxemburgisch aufpolieren wollen, den Gibbes Bertolo spricht langsam und präzise und hat eine sehr angenehme Stimme.
Am frühen Nachmittag die Aufzeichnung der Sendung. Am Abend wieder dienstlich Unverblogbares. Uff… der Tag war sehr lang.
Die Sonntage, an denen ich dienstlich gefordert bin, sind eher rarer Natur aber nicht unmöglich. Darum gibt es heute eine Tagesfrage:
Als ich die Frage las, fiel mir sofort ein Name ein.
Erzähle eine Geschichte über jemanden, der dein Leben positiv beeinflusst hat.
Manche werden sich wundern, denn die Frau ist auch umstritten. Es ist Oprah Winfrey. Anfang der 90er wurde ihre Show auf dem holländischen RTL4 übertragen. Sie war ja damals die Queen des Dailytalks. Mit der Zeit gab es immer mehr Ableger davon bis zu dem Punkt dass nur noch lächerlich war. Doch Winfrey entwickelte sich weiter. Ihr Themenbereich ging immer weniger in Richtung spezifischer Probleme von Menschen, die bis zum Abwinken ausdiskutiert wurden. Sie stellte stattdessen Menschen vor, die in dem unterschiedlichsten Bereichen inspirierten.
Es war auch die Zeit in der sich bei mir das Gefühl festgefahren hatte, auf einem Abstellgleis zu stehen. Ich war auf der Sinnsuche.
Sie stellte einmal eine Frau vor, die ihr eigenes Schönheitsinstitut in New York eröffnet hatte. An einen Satz kann ich mich heute noch erinnern. „Exfoliation is my passion“, sagte die Kosemtikerin. Und Oprah schaute später in die Kamera und fargte, „What is your passion?“
Ja, was? Die Vorstellung das Leben zu haben dass ich jetzt habe, war weit entfernt. Das heißt das Verlangen danach war schon da. Aber es fühlte sich so utopisch an, dass ich den Wunsch nicht zu haben wagte. Ich musste noch ein paar tiefe Täler durchlaufen bevor ich soweit war.
Doch Oprah brachte mir auch viele grundlegende Dinge bei, wie z.B: „You can‘t change a person.“ Durch sie habe ich von Wally Lamp, den sagenhaften Roman ‚ Der Gesang der Wale‘ gelesen.
Sie brachte mir viel Zwischenmenschliches bei, von dem ich keine Ahnung hatte. Noch heute, wenn ich sie in Interviews sehe, berührt es mich immer noch irgendwie. Ich sehe sie aber weitaus differenzierter als damals. Viele der Kritikpunkte, wie zum Beispiel, dass ihre ganzen philanthropischen Aktionen, doch nur Eigennutz sind und dem eigenen Image dienen, kann ich nachvollziehen.