Everything Is Coming Up Roses

Langsam reicht es. Wie oft muss ich hier noch Tote beklagen? Er verstarb am 26 Januar.

Unter seinem richtigen Namen Colin Vearncombe kennt ihn kaum einer. Sein Künstlername war Black und er hatte in den 80er Jahren ein paar große Hits. Sein größter Hit war Wonderful Life, von ich heute morgen im Radio eine nicht besonders gute Coverversion hörte. Es war aber nicht ein Lieblingssong von ihm. Ich mochte Everything Is Coming Up Roses lieber.

14 Fragen

Da die letzten Tage sogenannte white noise Tage waren (also Tage die nichts wirklich Erwähnenswertes hervorbrachten) und ich trotzdem Lust zu Bloggen hatte, habe ich mir 14 Fragen gemopst bei Anke Gröner, die sie wiederum von jemand anders hat.

1. Wie hast Du Deinen ersten Korb erlebt? (receiving)

Meinen ersten richtigen Korb von Angesicht zu Angesicht war ziemlich schmerzhaft da schon eine mehrmonatige Liebschaft damit verbunden war.

2. Wie hast Du Deinen ersten Korb erlebt? (giving)

Habe ich per Brief erledigt. Und obwohl ich mir schäbig dabei vorkam, gab es keine andere Möglichkeit, da von der anderen Seite total Funkstille herrschte. Kein Anruf, nichts. Wie der Korb am Ende eingeschlagen hat weiß ich nicht. Die Funkstille hält bis heute an.

3. Wenn Du nochmal zurück könntest, worum würdest Du Deine erste Grundschullehrerin (m/w) bitten?

Oh je, ich bin meiner ersten Grundschullehrerin vor noch gar nicht so langer Zeit begegnet. Sie ist alt und zitterig geworden. Doch weiß sie noch immer wer ich bin und dass ich bei ihr im ersten Schuljahr war. Wenn ich sie etwas um etwas bitten würde, dann wären das all die Kinderlieder die wir bei ihr gelernt haben. Manchmal schwirren davon so kleine Fetzen in meinem Kopf herum aber ganz zusammen bekomme ich sie nicht mehr.

4. Zahnseide oder Munddusche?

Weder noch. Ich benutze diese kleinen Mini Bürsten für die Zahnzwischenräume.

5. Notlüge oder bittere Wahrheit?

Das ist Tagesformabhäning und wie wütend oder betreten ich bin.

6. Hütchenspiel oder Skat?

Wenn es denn unbedingt sein muss, dann Hütchenspiel, Skat kann ich nicht.

7. Musical oder Oper?

Wenn ich es mir ansehe, beides. Wenn ich dafür arbeite tendiere ich eher zu Musical, weil es Opern gibt die ich musikalisch kaum ertrage. Musical geht aber hinter der Bühne immer.

8. Nachschlag oder Nachtisch?

Nachtisch, MIT Nachschlag. 🙂

9. Wenn Du eine Sache an Deinem Körper ändern könntest, welche wäre das?

Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken ein paar Falten im Gesicht wegmachen zu lassen… Falten die Schwerkraft geschuldet sind ich die vor zehn Jahren noch nicht hatte.

10. Wenn Du eine Sache an Deinem Charakter ändern könntest, welche wäre das?

Ich bin durchaus ein geduldiger Mensch, doch gibt es gewisse Situationen bei denen ich jegliche Contenance verliere kann. Warten auf einer Tankstelle z.B. macht mich schier wahnsinnig. Noch schlimmer wird es, wenn im Tankladen eine Schlange vor der Kasse steht und jemand vor mir, Millionen an Zigaretten kauft und alles einzeln bezahlt weil er Einzelrechnungen haben muss. Da würde ich am liebsten manchmal abhauen und nicht zahlen. Wochenendtage im großen Supermärkten versuche ich auch so weit wie möglich zu meiden, weil ich sonst die Leute wüst anpöble.

11. Wenn Dir ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglichen würde, Dich – anstatt zu arbeiten – einer Aufgabe zu widmen – welche wäre das?

Davon mal abgesehen, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen das Unwort des Jahrzehnts ist und die Arbeit dadurch noch mehr entwertet als sie es eh schon ist, würde ich wahrscheinlich anfangen mehr und intensiver zu schreiben.

12. Deine größte irrationale Angst ist …?

Naturkatastrophen, Feuersbrünste, Krieg…

13. Gibt es einen Film, den Du immer wieder gucken kannst?

Es gibt mehrere. Cabaret gehört zu meinen ältesten Favoriten.

14. Wie stehst Du zu Deinen Füßen?

Ein Fußfetisch habe ich nicht. Meine sind, glaube ich, ganz okay und solange ich darauf stehen kann ohne dass sie schmerzen oder ich mir keine Blasen gelaufen habe, ist alles soweit in Ordnung.

 

Dumm statt Böse

„Ich denke mir“, erläuterte Miss Marple,….“dass viele Leute weder gut noch böse sind, sondern schlicht und einfach sehr dumm.“
Agatha Christie / Der Dinstagabend-Club in Das große Miss-Marple-Buch

Genau in diesen Sinne fand ich heute die neuste Kolumne von Sascha Lobo auf SpOn und musste bei jedem Satz so heftig mit dem Kopf nicken dass es fast wie Headbanging aussah.

]…Was sich an Schwachsinn in die sozialen Medien ergießt, ist mittlerweile nicht mehr auszuhalten. Oft scheint es, als sei es gar nicht Hass, sondern vor allem Dummheit, die sich da Bahn bricht…[

]…Wer etwa drei Minuten die begeistert-empörten Kommentare auf der Facebook-Seite studiert, muss Pegida nicht als politische Bewegung, sondern als Phänomen der schieren Dummheit begreifen…[

Darum lese ich zum Beispiel nie die Kommentare zu einschlägigen Nachrichten. NIE! Das gehört sich so.

Glücksklee Update

Ich hatte die Knollen als kleines Toi Toi Geschenk zur Premiere bekommen. Ich hatte sie abgelichtet als ich sie eingepflanzt hatte und auch einmal zwischendurch als sich im Topf etwas zu bewegen begann.

Jetzt sieht er so aus. die Blätter sind noch etwas spärlich aber erfreulicherweise hat er auch Blüten.

Die Geschichte des J.

Ich lernte den J. Mitte der Achtziger kennen, als ich meine Lehre als Friseur begann. Der Laden war recht groß mit neun Friseuren und  vier Auszubildenden. Solche großen Läden gibt es heute kaum noch. Es war einer renommiertesten Salons in Luxemburg, der fast nur die sogenannten oberen 10.000 bediente. Ich habe späterhin nie wieder in einem Laden gearbeitet, bei dem es eine Kundschaft gab, die jeden Tag kam nur um sich auffrisieren zu lassen. Es waren 4-5 Frauen die jeden Morgen im gleichen Stuhl saßen, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

J. war einer der Gesellen, der am längsten dort arbeitete. Besonders beliebt war er nicht weil er nebst der Chefin der einzige war der die Kasse machen durfte und bildete sich schwer etwas darauf ein.  Dabei war der schlechteste aller Friseure im Laden und bediente zum größten Teil nur alte Damen, denn auf den neuesten Trend verstand er sich nicht. Gehasst war vor allem von den Azubis da er uns herumkommandierte als seien wir Putzmägde. Doch Lehrjahre sind bekanntlich keine Jubeljahre und unter ihm waren sie noch ein bisschen schlimmer.
Dar J. hatte keine Freundin, lebte bei seiner verwitweten Mutter und hatte damals (er war Anfang 30) keinen Führerschein. Er trat immer auf wie ein Gutsherr, doch war er alles andere als das. Er trank damals schon nicht wenig, kam aber nie besoffen zur Arbeit, kaute aber regelmäßig viel Kaugummi.

Als ich nach drei Jahren meine Lehre beendete, war er immer noch da und sollte auch dort bleiben bis die Chefin des Betriebes in Rente ging und der Salon endgültig geschlossen wurde.

Da J. aber noch nicht alt genug war um selbst in Rente zu gehen, musste er wohl weiterarbeiten. Ich fragte mich manchmal,  wo er untergekommen sei. Ich begegnete ihm manchmal selbst am Sonntagen wenn er herum spazierte. Ich versuchte, die Höflichkeit gebot es, Hallo zu sagen, suchte seinen Blick, aber er sah durch mich hindurch. Ob er mich nicht erkannte oder nicht erkennen wollte, weiß ich nicht. Ich begegnete ab und zu alten Kollegen aus der Zeit aber niemand wusste etwas über ihn.

Gestern sah ich die Chefin des Friseurladens wieder. Ich fragte sie nach J.
„Oh, meinte sie, ich sehe du bist nicht auf dem letzten Stand. J. hat sich vor über einem Jahr das Leben genommen. Er sprang von der Corniche. Er hatte eine Stelle in einem anderen Salon gefunden. Und es schien auch gut zu klappen. Er hatte seine eigene Kundschaft… Dann eines Tages kam er morgens nicht zur Arbeit. Irgendwann gegen Mittag erreichte ihn die Chefin des neuen Landes dann doch. ‚Wie, meinte diese, du lebst noch?‘ ‚Ja, sagte er, aber nicht mehr lange. Man hat mich aus der Wohnung geschmissen.‘ und legte den Hörer auf. Einige Stunden später rief dann die Polizei an und sagte dass er sich das Leben genommen hätte. Er hatte seit Jahren keine Miete mehr bezahlt. Er lebte seit Monaten ohne Strom und Wasser. Sein Briefkasten quoll über. Er öffnete weder Rechnungen noch Mahnungen. Er hatte eine Unmenge Schulden. Ich weiß nicht was in ihn gefahren ist.“

HDR Fotos

Als ich heute Picasa durchwühlte, weil ich ein ganz bestimmtes Foto suchte, fielen mir diese Fotos auf. Ganz weit hinten versteckt in einem Ordner der schlicht ‚Back-Up‘ hieß und den ich, seitdem ich in Luxemburg City wohne noch nie geöffnet habe. Und dann vielen mir Fotos auf die alle das gleiche Motiv hatten aber verschiedenen Belichtungen. „Ach, dachte ich, DA sind die!“ Ich hatte diese Fotos in einem Sommer eigens für eine Serie von HDR Fotos gemacht die ich noch zusammen setzen wollte, es aber nie getan hatte. Ich mochte schon immer dieses Surreale was man damit erzielen kann. Inzwischen kann jedes iPhone HDR Fotos machen, aber man kann die dann nicht so sehr bearbeiten wie ich jetzt mit Photomatix.

Nun, hier sind sie:

Das hier war an einem heißen Sommertag in Trier, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ich habe es absichtlich sehr hoch in Farben gezogen. Es sollte schon so aussehen wie eine alte nachcolorierte Postkarte.

Diese Treppe ist, aber sicher bin ich mir da auch nicht mehr, auf Troosknäppchen in Echternach. Es ist schon so lange dass ich die gemacht habe…

Diese Fachwerkhäuser stehen in Quedlinburg. Ich besuchte damals mit einer Freundin deren Mutter in Magdeburg und wir machten einen Tagesausflug nach dorthin.

Das muss auch in Trier gewesen sein aber sicher bin ich mir da nicht.

Dieses Foto hat schon Seltenheitswert. Wenn man heute auf der gleichen Terrasse sitzen würde, wäre die Sicht ein völlig andere. Es wurde in Echternach in der Fußgängerzone gemacht. Das Hotel Aigle Noir gibt es nicht mehr. Die Terrasse ganz rechts ist auch weg.

Ich sollte neue HDR Fotos machen, das Stativ hab ich ja noch.

 

Heute vor 124 Jahren

…wurde Oliver Norvell Hardy geboren, Schauspieler und Komiker der später mit Stan Laurel eine Weltkarriere machen sollte.

Er war mit so das erste was ich als Kleinkind im Fernsehen sehen durfte.Ich weiß noch dass ich einmal später aufbleiben durfte weil ein Spielfilm von ihnen kam und ich meine Eltern zum ersten Mal Tränen lachen sah.

Es gibt eine berühmte Szene in „The Emperor“ bei der man nicht genau weiß warum beide einen Lachkrampf haben aber jedes mal wenn ich sie sehe muss ich unweigerlich mitlachen.

Ausverkauf der Erinnerungen

Nach zwei Jahren Papierkram und einer nicht mehr nachvollziehbaren Warterei, war es am Donnerstag soweit. Der Vertrag wurde unterschrieben und das Haus der Großmutter wurde verkauft. Ich habe es an ein Bauunternehmen verkauft und es wird in ein paar Tagen abgerissen werden. Ich fuhr nach dem Notartermin noch einmal hin, weil noch ein paar wenige Teile in der Diele standen die ich mitnehmen wollte…. und machte einen Fehler. Ich ging ein letztes mal durch das ganze Haus.

Die Räume sind leer.

Als ich die Fotos machte, schien die für einen kurzen Moment die Sonne, als ob sie mich daran erinnern wollte, dass diese alten Mauern sehr viel Schönes zu erzählen haben und dass das Haus bessere Tage gesehen hat, als die letzten zwei Jahre.

Es ist das Haus in dem ich den Großteil meines Lebens verbracht habe. Es kamen Erinnerungen an längst vergangene Tage hoch, als noch Leben im Haus herrschte…

Oberes Zimmer war eine Weile mein Schlafzimmer bis ich mich entschied daraus mein Büro zu machen. Dort schrieb ich zahlreiche der Blogeinträge aus dem alten Blog „Augenblicke“.

(Nachtrag: Das kleine Video ist im Zuge der Umänderungen von Photobucket leider unwiederbringlich verloren.)

Das Video machte ich unfreiwillig. Es lief einfach mit als ich von einem Raum zum anderen ging. Durch die unendliche Stille hallen Schritte…

Auf der Rückfahrt liefen unentwegt die Tränen.
Mein Gott, was hab ich getan?
Ich habe meine Erinnerungen verkauft!

Starbucks in Luxemburg! Seriously??

Eigentlich wollte ich stillschweigend darüber hinweg gehen. Doch ich habe bei mehreren Blogs bereits gelesen wie toll sie das alle finden. Sogar RTL war es einen Bericht wert, dass ein Starbucks am Flughafen eröffnet hat.

Ganz ehrlich Leute, geht’s noch?

Starbucks habe ich vor fast 20 Jahren in den Staaten kennengelernt und war von dem Konzept für Amerika wohlgemerkt, überzeugt. Der Kaffee schmeckte mir zwar nicht und auch wenn es mich vor den ganzen Zusätzen, wie Haselnuss Sirup gruselte, so fand ich dort die heissbegehrte Thermos Mugg, die damals der absolute Renner auf den heimischen Filmsets war.

Ein paar Jahre später in London, hatte das Starbucks Virus mit aller Kraft zugeschlagen und man fand an jeder Ecke ein Laden. Dort entdeckte ich dann auch die Konkurenz Costa aus Spanien und Nero aus Italien. Bei Costa wollte mir der Kaffee auch nicht so richtig schmecken. Nero wurde dann zu meinem Favorit und wenn ich in London bin gehe ich heute noch hin. Das kommt aber weitgehend daher dass es in London Pub’s gibt und keine Café’s wie in Frankreich oder Luxemburg.

Ich bin ein Kaffeepurist und mag ihn ohne Milch und ohne Zucker. Das ist bei Starbucks die absolute Ausnahme und es gibt dann meistens ein Filterkaffee (brrr)

Ein Hazelnut-Latte (ein Milchkaffe mit mit einem Schuss Haselnuss Sirup) in Venti Größe schlägt in Luxemburg mit 7.-€!!! zu Buche. Das ist nicht nur teuer, das ist eine Frechheit! Mir erklärte mal eine Kneipenbesitzerin, dass sie an der Tasse Kaffee am meisten verdient, weil nur ein paar Cent an Aufwand drinstecken. Es ist heißes Wasser mit ein wenig Kaffepulver.

Dabei gibt es so viele tolle Kaffees in der Innenstadt die sich die allergrößte Mühe geben, in privater Hand sind und keine Weltkette. Der Kaffee hat noch einen angemessenen Preis (2.00 – 3.00 €), und schmeckt! Und wenn sie die Haselnuss Variante nicht anbieten, fragt sie doch einfach. Sie tun euch bestimmt den Gefallen und legen sich eine Flasche Sirup zu und ich wette dass der Kaffee keine 7.- € kosten wird!

† David Bowie †

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Ich habe selten im Internet erlebt wie viel Empathie das Dahinscheiden eines Künstlers auslösen kann. Heute morgen auf Facebook und Twitter, haben so unendlich viele Leute (ich auch) über David Bowie geschrieben, dass es mich stutzig machte. Waren die wirklich alle Fans? Wahrscheinlich nicht. Ich im übrigen auch nicht und viele seiner Lieder sprechen mich auch nicht an. Aber ich fand es schön als er vor zwei Jahren wieder ein Album herausbrachte in dem er seiner alten Heimat Berlin huldigte.  Seine Musikvideos waren immer großartig, befremdlich und irgendwie nicht von dieser Welt. Und selbst wenn man die Songs nicht mochte, so blieb man doch dran und sei es nur um die Ästhetik zu bewundern. Die erste Single (ihr wisst schon, die kleinen schwarzen Scheiben mit dem großen Loch in der Mitte die man mit 45 RPM laufen ließ) die ich von ihm besaß, war Ashes to Ashes. Sogar mein höchst konservativer Vater, mochte das Lied und das Video, weil er, wie alle, von der Fremdartigkeit fasziniert war.  Ich tanzte auch wie wild zu seinen größten Dancefloor Hits in den 80ern, China Girl und Let’s dance und kaufte mir das Album.

Als ich vor wenigen Wochen zum ersten mal das neue Video Black Star sah, war ich wieder hin und weg mit welch einfachen Mitteln er eine hoch ästhetische und fremdartige Welt erschaffen konnte, die einem Angst macht und zugleich anzieht und fasziniert.

Als sie auf RTL heute morgen die Nachricht bestätigten, dass er tatsächlich verstorben sei, (denn es ist nicht zum ersten Mal dass eine solche Meldung über ihn sich anschließend als Hoax herausstellte) und sie das Lied Heros spielten, war ich kurz vor den Tränen. Es kamen Erinnerungen an eine Zeit in der ich selbst nicht wusste wer und was ich war, und  „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ las, in dem das Lied ebenfalls vorkommt und sich alle Protagonisten wie Helden fühlten, und sei es auch nur für einen Tag, für eine Stunde, oder für ein paar Minuten solange das Lied läuft.

We could be heros, just for one day.

Danke David…

Goodbye Natalie

Ich habe heute erst mit Erschrecken festgestellt dass Natalie Cole an Sylvester verstarb.

Hier in einem Interview Ausschnitt mit Oprah Winfrey.

Eines ihrer schönsten Lieder das sie post mortem mit ihrem Vater sang ist „Unforgetable“. Und das wird sie auch bleiben: unvergesslich.

Party und Zitate

Nach all dem Gefeiere, mit Fresserei und Sauferei, hatte ich mir vorgenommen, dass der Januar um einiges ruhiger werden sollte in dieser Hinsicht. Doch die Feste soll man bekanntlich feiern wie sie fallen. und so war gestern die erste Party des Jahres angesagt. Eine late Brunch Geburtstagsparty. Und ich muss zugeben dass ich mich schon lange nicht mehr so herrlich amüsiert habe. Die Musik war querbeet aber vor allem Songs aus den 80er und 90er.

Bis auf ein paar wenige waren die meisten Gäste alle über 40. Der Y. der auch zugegen war ist jedoch erst 22. Er tanzte und hopste mit wie all die anderen mit. Bei manchen Liedern kamen Erinnerungen an vergangene Abende hoch. Irgendwann fragte ich ihn bei einem Lied wie alt er da gewesen sei als das Lied raus kam. Der Y. lächelte und meinte nur, „das war vor meiner Zeit da ich noch nicht mal geplant.“
Mir wird bei den Aussagen immer bewusst wie steinalt ich schon bin…. nun ja.
„Aber weißt du, sagte der Y., ich mag die alten Songs viel lieber. Ihr hattet wenigstens gute Musik in eurer Teen- und  Twenzeit. Und was haben wir?  Justin Biber, Miley Cyrus und Rihanna…*würg*“

Ganz unrecht hat er nicht…

Rückblick 2015

Ich hab ihn schon mal gemacht den Jahresrückblick, aber nicht regelmäßig.

Zugenommen oder abgenommen?
Auf und nieder,immer wieder.

Haare länger oder kürzer?
Gleichgeblieben, noch immer der einrasierte Seitenscheitel alle drei Wochen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleichsichtig.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger, aber warum genau kann ich nicht sagen. Faulheit? Bequemlichkeit?

Mehr Kohle oder weniger.
Ich rechne das ja etwas anders da ich ja immer von Saison zu Saison gucke. Die letzte war nicht so berauschend.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger, weil ja auch weniger rein kam.

Der hirnrissigste Plan?
Zu denken ein Hausverkauf würde innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Das dachte ich Mitte 2013. Pah!  Der definitive Termin beim Notar ist erst jetzt im Januar.

Die gefährlichste Unternehmung?
Mit all den terroristischen Anschlägen im letzten Jahr, wurde das alles so relativ.

Die teuerste Anschaffung?
Ein Pelzmantel.

Das leckerste Essen?
Ein richtiges marokkanisches Couscous auf dem Geburtstag einer Freundin.

Das beeindruckenste Buch?
Wenn es Nacht wird /Verbrechen in New York.

Das enttäuschendste Buch?
Mord ist schlecht fürs Geschäft von Jean G. Goodhint

Der ergreifendste Film?
Eng nei Zäit

Die beste Musik?
Das neue Album von Adele.

Das beste Theater?
Kinky Boots in London

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Schminken und Frisieren

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Im ersten Halbjahr war es meine bessere Hälfte.

Vorherrschendes Gefühl 2015?
The show must go on.

2015 zum ersten Mal getan?
Den ganzen Papierkram zu einem Hausverkauf mitgemacht.

2015 nach langer Zeit wieder getan?
Mich so besofen dass ich drei Tage brauchte um zu mir zu kommen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Gleich zu Anfang des Jahres, mehrere gute Bekannte und Freunde verlieren und an deren Grab stehen. Mitte des Jahres erfahren müssen der „Fels in der Brandung “ für den ich meine Beziehung hielt, nur aus Pappmaché war und dem ersten Sturm einseitig nicht standhielt.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass Fasten das Beste ist was mir je widerfahren ist.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Jemanden gehen lassen, der sich aber nicht erwartete dass ich unter seinen Schlussstrich einen noch  fetteren Strich ziehen würde. So gesehen kein schönes Geschenk für ihn, sagen wir eher ein definitves Geschenk.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Mir zu sagen, dass ich Klasse habe.

2015 war mit 1 Wort…?
Transitjahr.

Vorsätze für 2016?
Ballast abwerfen.

Kaffee?

Schon mal was von vietnamesischen Kaffee gehört?

Es erinnerte mich an die silber Filterkaffee Tassen meiner Großmutter die nur zu besonderen Anlässen aus dem Schrank geholt wurden.  Hier abe tröpfelte der Kaffee langsam auf eine dicke Schicht Milchkonzentrat. Wenn der Kaffee durch ist, rührt man das ganze auf jeder Menge Eis auf.

Zu finden ist der Drink in den Desserts des Little Saigon auf der Place Wallis.

Während einem Schaufensterbummel am Bahnhof

…,ich schaute mir Herrenanzüge an, und überlegte ob ich mir eine neue Fliege zulegen sollte, wegen der Sylversterparty, sprach mich ein Mann in sehr gebrochenem Französisch an.

Er hielt mir ein Zettel hin. „Vous savez oú c’est l’adresse?“ Auf dem Zettel stand das ‚Office Social‘ auf der ‚Côte d’Eich‘ das in der Oberstadt zu finden ist und nicht im Bahnhofsviertel. „C´est loin?“ Na, ja von der Avenue de la Gare sind es zu Fuss schon gute 15 Minuten. „Par-ce-qu’on la voiture là!“ Er zeigte in Richtung Bahnhof.  Ich sah, dass er nicht alleine war.“Je vous explique, on est venue avec la voiture, moi, ma femme, mon fils, et un copain. On n’a pas de travaille, pas de domicile et je veux que mon fils grandit ici.“ Die Frau sah sehr blass und übermüdet aus. Der Junge schien ein wenig geistesabwesend zu sein. Der Freund war ein dünnes abgemagertes Männchen. Ich schaltete mein inneres Navi ein versuchte so gut es ging, ohne ihn zu sehr zu verwirren, wie er dorthin käme.

Er will dass sein Sohn hier groß wird. Es ging ihm gar nicht mal so sehr um ihn. Er würde wahrscheinlich jede Drecksarbeit annehmen. Denn, ich konnte sein Akzent nicht richtig deuten, dort wo er genau herkommt wird er keine Perspektive haben.

Ja, das kann ich nachvollziehen…

Der Trick mit dem Feuer

Rückblickend auf die letzten drei Tage kann ich sagen dass ich mich jeden Tag überfressen habe, dass alles was ich kredenzt bekam über die Maßen lecker war und ich war an keinem der Tage allein. Es ist auch das erste Weihnachten seit Jahren an dem ich nicht gearbeitet habe.

Doch wie so oft wurmten mich ein paar dunkle Gedanken. Jeder kennt das. Es gibt  schlechte und böse Dinge die einem widerfahren, die, obwohl sie längst der Vergangenheit angehören, noch immer im Kopf herumgeistern.

Gestern Abend war bei der J. geladen (ich berichtete bereits über sie im letzten Post). Es war Resteessen angesagt und die J. hatte ein kleines Ritual vorbereitet das sie „Fuck off 2015 “ benannt hatte. Auf der Veranda brannte in einer großen Schale ein Feuer und nebenan auf einem Tisch lagen leere Zettel und ein paar Stifte.  Jeder sollte sich einen Zettel nehmen und darauf schreiben was ihn im Laufe des Jahres wütend oder traurig gemacht hat, oder etwas von dem er nicht loslassen kann. Anschließend soll er den Zettel ins Lagerfeuer werfen. Ich kann nicht sagen dass 2015 ein besonders schlechtes Jahr für mich war. Doch gibt es auch bei mir ein paar Dinge… Ich warf den Zettel ins Feuer und die Begebenheit verbrannte und zerfiel zu Asche.  Der Trick dabei ist, dass wenn diese negativen Dinge doch noch mal hochkommen sollten, denkt man dabei auch an das Feuer und dass man sie verbrannt hat.

Ein sehr schönes Ritual und ideal für die Sylvesterfeierlichkeiten. Probiert es aus, es funktioniert!

Der Sinn eines Tages

Es ging damit los, dass ich nicht richtig wusste was ich noch vor den Feiertagen schreiben sollte und ich war kurz davor gar nichts zu schreiben.

Doch traf ich gestern zum Apéro zwei Bekannte. Wir saßen zusammen und uns war klar dass wir uns über die Feiertage nicht sehen würden. Wir schauten auch alle etwas versonnen drein. Die J. fährt dieses Jahr zum ersten mal nicht nach Übersee um ihre Familie zu besuchen. Die A. wird mit ihren Kindern feiern und ist froh und dankbar dass sie immer noch mit ihrem Vater feiern darf.

Und ich?

Ich werde dieses Jahr, da ich ja wieder solo bin, mit der D. und ihrem Anhang bei der S. zu hause feiern. Seid also unbesorgt, ich bin nicht alleine.

Mir viel gestern ein kleines Foto in die Hände, das ich schon länger nicht mehr betrachtet hatte. Es war an meiner ersten Kommunion. Von den elf Personen die darauf abgebildet sind (einschließlich meiner Mutter die das Foto schoss) sind nur noch zwei da….

Ich erinnerte mich an all die Weihnachten an denen ich an einem großen Tisch saß mit den Eltern und all der Verwandtschaft. Es waren schöne Tage. Es waren Tage an denen nicht gestritten wurde, immer nach dem Motto meiner Mutter „heute ist Weihnachten, es wird nicht gestritten“, und jeder hielt sich dran.

Ich wünsche euch allen frohe Festtage und selbst wenn ihr stöhnen solltet, dass ihr die Tage mit diesem oder jenem verbringen MÜSST, seid euch immer bewusst dass es nicht so bleiben wird. Im Gegenteil, seid froh und dankbar dass sie mit euch feiern. Wer weiß schon was morgen ist. Genießt den Augenblick.

In diesem Sinne…

London

Es war schön.

Das Hotel war es aber weniger. Selbst schuld. Ich hätte das Hotel nehmen sollen dass ich immer nehme anstatt eines zu versuchen, das gleich nebenan liegt und von außen zwar sehr schön ausschaut aber bei weiten nicht den gleichen Standard hat. Unter anderem war das WLAN grottenschlecht.

Merke jedoch: unter 4 Sternen geht hotelmäßig in London gar nichts. Dann kann man auch gleich im Hydepark das Zelt aufschlagen, wenn es denn erlaubt wäre.

Das Hotel ließ mich aber gezwungenermaßen etwas neues ausprobieren, da das Frühstück dort ungenießbar war und selbst mit nur 16 Pfund noch zu teuer. Ich ging ins Jermyn frühstücken das dem legendären Fortnum & Mason angegliedert ist.

Da gab es dann ein richtiges englisches Frühstück so wie es sich gehört. Herrlich. Es war so reichlich das ich das Mittagessen ausfallen ließ.  Bei Fortnum erwarb ich dann auch wieder meinen heissgeliebten Countess Gray Tee, für mich der beste Gray Tea überhaupt.

Ich sah mir zwei Shows an. Kinky Boots im Adelphi Theater werde ich mit Sicherheit noch einmal sehen. Ich sah mir die nachmittags Show an nachdem kurz davor erst gelandet war. Ich fühlte mich etwas geschlaucht durch den Flug, doch die Show pustete jegliche Müdigkeit weg. Ich war anschließend derart aufgekratzt wie in alten Zeiten als ich noch ein Partytiger war.  Folgendes Foto machte bereits Furore auf Facebook.

Die andere Show hieß Beautyful – The Carol King Musical und ebenfalls sehr schön wenn auch ganz anders als Kinky Boots.  Carol King kannte ich jahrelang nur wegen einem einzigen Album „Tapestry“

Es war das Lieblingsalbum einer Schulfreundin und sie hörte es ununterbrochen. Titel wie „So far away“, „It’s too late“ vor allem aber „You’ve got a freind“, das mich zu Tränen rührte, waren für mich wie ein Katapult zurück in meine Jugendjahre. Doch lernte ich während dem Musical ein ganze Reihe von Fakten die ich davor nicht wusste. So zum Beispiel dass King eine Menge Songs für die Shirelles und die Drifters geschrieben hat und den legendären Song Locomotion für Little Eva, die eigentlich King’s Babysitter war.

Eine schöner Kurzurlaub aber eben zu kurz…

 

Faszination des Morbiden

Als ich die Buchvorstellung im Radio hörte, ging ich sofort auf die Suche danach.

Wenn es Nacht wird: Verbrechen in New York 1910-1920

Wenn es Nacht , ist ein Bildband wie ich ihn noch nicht gesehen habe. Es geht um alte Polizeifotos aus den Jahren 1910 – 1920 in New York. Diese Fotos sollten eigentlich nicht mehr existieren und waren auch lange Jahre nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, doch Wilfried Kaute fand sie per Zufall in einem Archiv.

Auf den meisten Fotos sind Leichen zu sehen, Menschen die ermordet wurden, Selbstmord verübten oder auf eine andere Art aus dem Leben schieden die nicht natürlich war.  Manche Fotos sind mit Geschichten verbunden, viele aber davon nicht. So gibt es zum Beispiel ein Bild eines Mädchens das eines Tages spurlos verschwand und erst Wochen später in Los Angeles wiedergefunden wurde. Sie war mit ihren 12 Jahren abgehauen und wollte Schauspielerin in Hollywood werden. Andere Geschichten sind spannend wie ein Krimi.

Doch es sind die Fotos von denen die Geschichte gänzlich fehlt, die eine sehr große innere Stille ja sogar Ruhe ausgeht.

Es mag seltsam erscheinen, aber ich mag den Bildband sehr.

Disneyland ?

Zugegeben, vom Weihnachtsmarkt aus fotografiert sieht es schon ein bisschen so aus. Es ist aber nur die Sparkasse.

Da das Wetter so klar war, hier noch einmal das Riesenrad auf dem ich letztens fast gestorben wäre.

Things I find beautiful

Ach wenn doch alle Sonntagmorgende mit einem solchen Fundstück beginnen würden.

I conducted an independent project, which evidently turned into a social experiment halfway through, regarding beauty at my performing arts high school in Chicago. I want to clarify that my intentions were not to get a reaction out of people. I was simply filming beauty and this is the result. Here it is.

Via Vorspeisenplatte

PS: Ganz besonders finde ich die Reaktion des Mädchens das wütend wird.

EuroScope @ Cercle Cité

Wie versprochen im letzten Beitrag hier nun etwas zu der aktuellen Ausstellung im Cercle Cité.

Im Rahmen der luxemburgischen Präsidentschaft Europas, zeigt die BEI (Banque d’Investissement d’Europe…oder so ähnlich…ich such das jetzt nicht nach) ihre Kollektion von zeitgenössischer Kunst.

EuroScope heißt die Ausstellung. Wenn man danach googelt fällt man aber zuerst auf eine Seite dieser seltsamen Touristen Automaten die man europaweit findet, bei denen man sich ein 2 Cent Stück zu einem Souvenir umprägen lassen kann. Das lässt darauf schließen dass die Kuratoren der Ausstellung, den Namen vorab nicht gegoogelt haben und einfach was Griffiges mit ‚Euro‘ darin haben wollten…nun ja.

Die Ausstellung einer Kunstsammlung, sei sie nun von einer Bank oder einem Kunstsammler, hat leider immer den schalen Nachgeschmack eines Sammelsuriums. Das ist hier nicht anders. Und mich persönlich stört das immer wieder, aber es ist leider nicht ändern. So sah ich vor langen Jahren in Berlin die Flick Collection (die zur Zeit im Hamburger Bahnhof zum Teil zu sehen ist) bei der mir das wahllose Sammelsurium noch viel bewusster wurde….ich schweife ab.

Es werden Werke von international anerkannten Künstlern gezeigt und von Künstlern die es noch nicht sind und vielleicht auch nie werden. Somit beinhaltet die Ausstellung Werke der zwei der ganz großen luxemburger Künstler, Lucien Wercollier und Michel Majerus, der leider viel zu früh ums Leben kam. Eine weiterer Name den ich sofort einordnen konnte war Jan Fabre. Ein weiterer Name bei dem ich stutzig wurde war Herta Müller. Ich kenne eine Autorin Herta Müller die den Literatur Nobelpreis bekam. Hier scheint es sich jedoch um jemand anders zu handeln, oder?

Ist die Ausstellung es Wert dass man sie sich ansieht? Ja, wenn auch mit Abstrichen.

Unter Einsatz meines erbärmlichen Lebens

…schoss ich eines dieser Fotos.

Aber der Reihe nach. Ich erwachte morgens und der erste Blick aus dem Fenster zeigte mir dass die Wand des Nachbarhauses in ein helles leicht rötliches Licht getaucht war. Wie schön, dachte ich, endlich Sonne, schoss ein Foto und postete es voller Begeisterung auf Facebook.

Viel zu schönes Wetter um zu hause zu hocken. Ich beschloss, immer mein Blog vor Augen und meine Leser im Blick, ein Foto zu machen das ich schon seit zwei Jahren machen will und es bis dato nie geschafft habe. Aber heute mit blauem Himmel und Sonne sollte es sich lohnen. Ich schlenderte zum Weihnachtsmarkt bei der „Gëlle Fra“ und stieg aufs Riesenrad.

Ich bin kein Schisser was Höhe angeht und ich dachte bis dato dass ich ziemlich schwindelfrei sei. Auf das Riesenrad der Schobermesse steige ich fast jedes Jahr und es macht mir nichts aus.  Es gibt aber einen Unterschied zwischen den Gondeln, diese hier sind offen, was ich nicht bedacht hatte. Offen zu sitzen und dass die Gondel schaukelt wie ein Kuhschwanz, ließ mich zur Salzsäule erstarren. Ich saß da, festgeklammert und mit nur mit größter Anstrengung konnte ich folgendes Foto machen.

Heifroh wieder festen Boden unter dem Füßen zu haben, beschloss ich mir etwas Gutes zu tun. Ein Flammkuchen war genau das Richtige.

Musikalisch wurde ich zum ersten Mal dieses Jahr „gewhamt“. Nun ja, viele mögen das Lied ja nicht. Ich habe ein paar sehr schöne und ein paar sehr traurige Erinnerungen daran. Die Sonne schien und ich saß am Fenster.

Der Pont Adolphe ist immer noch eingepackt.

Ich wanderte noch ein wenig durch die Stadt, grüßte Bekannte, sah mir Schaufenster an, besichtigte die BEI Austellung im Cercle (über ich die nächsten Tage berichten werde) genoss das schöne Wetter, und mir wurde bewusst wie unendlich ich diese Stadt liebe.

 

Mein Avatar

Ist es eigentlich noch in Mode sich einen Avatar zuzulegen? Man hört schon lange nichts mehr von Second Life das aber immer noch zu existieren scheint.  Ich habe ein Avatar schon seit Jahren in einem Online Game. Es scheint, aber da bin ich mir nicht sicher, seit Jahren eines der erfolgreichsten  zu sein. Es heißt Runescape ist ein sogenanntes MMORPG. Zur Zeit sehe ich so aus, wie auf dem Bild links.

Runescape ist so vielfältig, wie selten ein anderes Spiel. Ich kann mich erinnern dass ich, als es zum ersten Mal spielte, dran blieb und nicht nach 10 Minuten aufgab weil es mir zu schwierig schien oder weil man tausend verschiedene Befehle auswendig lernen muss. Zudem kann man am Anfang über Monate hinweg gratis spielen in einer freien Welt.

So sieht die Welt aus wenn man spielt. Der Mit dem Umhang und dem Lagerfeuer bin ich.

In der Mitglieder Welt geht es dann weiter mit noch mehr Orten und weiteren Möglichkeiten Fähigkeiten zu trainieren.  Was mich am Anfang sehr fesselte, ist die Tatsache dass man nicht permanent gegen alle möglichen Viecher kämpfen muss, sondern viele andere Dinge tun kann.

So sieht eine sogenannte Clanburg aus, die ich gemeinsam mit anderen aufbaue.

Die Welt, die Gielinor heißt, ist so riesig das selbst ich nach all den Jahren sie noch immer ganz kenne und es immer noch Gebiete gibt die ich nicht erforscht habe.

Das ist ein Schlingchilla (… schon klar von welchem Tier der Name abgeleitet ist) und man kann es sich neben Hund und Katze auch als Haustier halten.

Ich spiele fast täglich, im Schnitt zwischen 30 Minuten und  einer Stunde. Wenn ich in einem Abenteuer bin, ein sogenanntes Quest, manchmal länger.

Und was soll ich sagen, es macht Spaß.

 

Eine Schriftstellerin aus meiner Kindheit

Auf den Nachttisch liegt immer noch das Buch von Agatha Christie. Zwischendurch habe ich aber eine Biographie regelrecht verschlungen.  Barbara Stoney veröffentlichte bereits 1974 eine Biographie über eine von mir heiß geliebte Schriftstellerin, Enid Blyton. Enid Blyton war in meiner Kindheit meine Flucht in eine andere, oft bessere Welt. 5 Freunde, Geheimnis um.. , die schwarze 7, sogar sämtliche Hanni und Nanni Bücher habe ich gelesen. Lesen Kinder heute noch ihre Bücher?

Enid Blyton selbst war aber ein großes Geheimnis und ich wusste nichts über sie. Das einzige was ich wirklich wusste was, dass sie als ich ihre Bücher lass, als bereits gestorben war. Irgendwann wurde ich dann stutzig dass immer noch Bücher von ihr erschienen…

Diese Biographie gibt Einblick in die Welt der Schriftstellerin, die zwar zu ihren kleinen Lesern sehr freundlich war, aber mit ihren eigenen Kindern nichts anzufangen wusste. Ihre jüngste Tochter beschreibt sie als tyrannisch und herrisch. Lange wurde gemunkelt dass sie die meisten Bücher gar nicht selbst geschrieben hätte, was sie jedoch immer energisch bestritt.

Eine sehr fesselnde Biographie einer Frau die völlig anderes war als was man sich vorstellt wenn man nur ihre Bücher kennt.

Lesenswert.

PS: Es gibt auch eine sehr schöne aber arg kurze Verfilmung mit der großartigen Helena Bonam Carter in der Hauptrolle.

PS PS: Über dem Schreiben und Suchen den Links fiel ich auf eine hochinteressante Archiv Seite der BBC in der man den Briefverkehr zwischen Blyton und dem Direktor des BBC nachverfolgen kann. Zu lesen hier.

Black Friday

Eine weitere kommerziell Chose aus den Staaten, die ich dieses Jahr irgendwie verstärkt wahrnahm, war der Black Friday.

Ich hatte auch ein Black Friday, was aber weniger mit dem Tag an sich zu tun hatte, als mit den Folgen gestern und heute. Ich schwomm (nachdem ich schon am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeden Abend unterwegs war) am Freitag auf einer Partywelle, wie selten zuvor. Ich verspürte tagsüber einen leichten Anflug einer Grippe, die ich aber erfolgreich bekämpfte mit ein paar Pillen. Abends dann wollte ich zuerst nicht los ziehen, ließ mich dann aber doch dazu überreden. Das Dipso hatte die zweite Auflage Beats Bubbles & Wine Party. Da ich die erste Ausgabe verpasst hatte, wollte ich unbedingt auf der zweiten dabei sein.

Es war ein sehr schöner Abend an dem ich ein paar Bekannte wieder sah, die ich schon seit ewigen Zeiten nicht mehr getroffen hatte und es wurde sehr lustig. Ich hatte versucht mich alkoholisch auf ein Getränk zu beschränken, aber dieser Vorsatz schlug fehl als wir gegen Mitternacht das Lokal wechselten, weil das Dipso einfach zu voll war. Eine Stippvisite im Apoteca, ließ mich gezwungenermaßen auf ein anderes Getränk umschwenken. Dann ging es weiter ins White, wo ich nochmal was anderes trinken musste. Der anfänglich leichte Schwips verwandelte sich in ein Desaster. Doch ehe ich nicht mehr aufrecht stehen konnte, orderte ich ein Taxi und fuhr nach Hause.

Den Samstag verbrachte ich mit einem gewaltigen Kater wie ich ihn schon lange nicht mehr hatte. Ich versank im Wehklagen und Selbstmitleid und war niemandem zuzumuten.

Heute geht es wieder einigermaßen, doch ganz wiederhergestellt bin ich immer noch nicht…

Merke: Mit den Jahren dauern die Folgen solcher Exzesse immer länger an. Ich werde alt.

 

Burgers & Bordeaux

Um ein Haar hätte ich einen großartigen Abend verpasst, wenn ich mich nicht gestern vom Sofa hochgequält hätte. Ich hatte nicht wirklich Lust einen einsamen Fernsehabend zu verbringen. Die Oberstadt war vollgestopft und verkehrstechnisch ging nichts mehr. Ich schlenderte also zu Fuß zu meiner neuen Bar meines Vertrauens (obwohl das so nicht stimmt, aber den Grund zu erörtern wäre zu kompliziert) Die Bar war gut besucht und man musste schon sehr laut sprechen um sich zu verständigen. Nach einer viertel Stunde nervte mich das so sehr dass ich beschloss in mein Lieblingsrestaurant zu gehen.

Als ich dort ankam war es schon recht spät, doch ich bekam noch einen Tisch in einer schnuckeligen Ecke. Man erklärte mir dass es heute nur ein Menü geben würde; Hamburger und Bordeau Wein.

Oh, dachte ich, das ist doch mal was ganz anderes. Ich ließ mich darauf ein und wurde nicht enttäuscht.

Zum Einstimmen gab es zwei Minihamburger, wovon der einer nicht aus Brötchen bestand sondern aus  Baiser. Dazu gab es ein Roséwein der so leicht und lecker schmeckte dass ich später sechs Flaschen davon orderte.

Zur Vorspeise gab es ein… Burger. Es war recht lustig denn die Bedienung amüsierte sich immer wieder anzukündigen, dass das Gericht…oh Wunder…ein Burger sei. Dieser hier bestand aus einem Briochebrötchen gefüllt mit Foie Gras und weiteren Leckereien. Das grüne Zeug auf dem Foto waren Pistazienbrösel und passten hervorragend dazu.

Von dem Hauptgericht und dem Nachtisch habe ich leider kein Foto mehr gemacht weil ich anschließend in ein Gespräch vom Nachbartisch verwickelt wurde. Was  die Gerichte genau waren, entnehmt ihr dem ersten Foto auf den ich das Menü abgelichtet habe. So lernte ich gestern einen Koch, einen Bankkaufmann und eine Managerin kennen.

Es war ein schöner und leider einmaliger Abend, aber ich bin froh dass ich in nicht verpasst habe.

PS: Als ich diesen Beitrag schrieb, dachte ich daran dass ich erst letzte Woche über Hamburger geschrieben hatte. Wenn ich ich jetzt einen Vergleich ziehe, muss ich ganz ehrlich sagen dass im Annexe Preis und Qualität mehr als stimmen. Das Menü kostete einschließlich der Weine 59 €.
Letzte Woche im Snooze,  bezahlte ich für einen einzigen Burger mit Pommes, zwei 0,25cl Gläser Wein und ein Espresso satte 41€, das im Vergleich völlig überteuert ist.