Kälte & Text

Bei eisiger Kälte und strahlendem Sonnenschein ein langen Spaziergang mit R. und ihrem Hund an der Sauer absolviert. Jetzt so kurz vor 18:00 Uhr ist es noch immer richtig hell. Man merkt dass die Tage länger werden.

Ich muss Text Text Text lernen. Sonst werde ich erschossen.

Iiischhh liebe diiischhh…

Die „kleine Kostbarkeit“ ich hier vor ein paar Tagen erwähnte, entwickelt sich zum Kult. Die drei Pickelgesichter waren bei TV Total eingeladen. Jetzt weiss die ganze Menscheit, dass sich die drei Grup Tekkan nennen. (Nee, nee… Grup… das ist schon richtig geschrieben!! Ausnahmsweise mal kein Unterhaltungsschreibfehler!)
Wer das Video überigens nicht auf meiner Seite sehen kann sollte es mal hier versuchen. Wer es dann immer noch nicht sieht, dem fehlt das Flashplayer Plug-in im Browser und sollte diesen bei Adobe Macromediea herunterladen.

Lavendel

Wenn ich sehe wie viel dass die olle Else schreibt zusätzlich ihres ganzen Arbeitspensums und wie schändlich wenig ich hier zu Blog bringe, habe ich gleich ein schlechtes Gewissen.
Dabei gibt es doch Dinge zu berichten die unbedingt ins Log gehören. Zum Beispiel war ich gestern Nachmittag im Kino mit einer Freundin die ich schon eine Weile nicht gesehen hatte. Da sie, soweit ich dass noch in Erinnerung habe, hier nicht erwähnt werden möchte, nennen wir sie mal R. R litt längere Zeit unter einer Mangelkrankheit und hatte sich ganz aus allen sozialen Verpflichtungen zurückgezogen. Umso erfreuter war ich als ich endlich wieder etwas von hier hörte.
Ladys in Lanvender mit Judy Dench, Maggie Smith und Daniel Brühl. Der Film kam schon 2004 in die Kinos, hat aber ziemlich lange gebraucht bis er den Weg nach Luxemburg fand. Das kommt manchmal vor. (Deshalb habe ich hier auch schon den Amazon Link der DVD)
Absolut rührende Story und blendend gespielt, allen voran Judy Dench die mal wieder alle Register ihres Könnens zieht. Der Film basiert, genau wie Brokeback Mountain, auf einer Kurzgeschichte. Es scheint ein Trend der Zeit zu sein.

Druck

Die Proben haben an Intensität zugenommen. Ich habe schon länger nicht mehr drüber geschrieben, weil sie in der Regelmäßigkeit einer Kuckucksuhr jede Woche stattfinden. Seit gestern geht es in den Endspurt des zweiten Teils und somit gehen wir in Riesenschritten auf die Endproben zu.  Seit gestern ist auch das Plakat raus mit der Ankündigung des Stückes, was es nicht leichter macht, im Gegenteil. Ich wurde gestern und heute schon mehrfach darauf angesprochen und der Erwartungsdruck steigt.
Hatte ich nicht irgendwann mal gesagt, dass ich mir das nie mehr antun würde?

Die Beule

Man geht ein Schritt vor und merkt dass es klappt, dass dieser eine Schritt den Erfolg hatte den man sich vorgestellt hat. Dann versucht man noch einen und ist regelrecht begeistert wie gut es vorangeht. Dann wird man übermütig und versucht gleich zwei Schritte auf einmal. Und da passiert es. Man knallt mit dem Kopf gegen die Wand. Vor lauter Erfolg hat man die Wand nicht gesehen. Doch sie stand schon immer da. Man hat sie ganz zu Anfang bemerkt und doch irgendwie übersehen. Die Beule am Kopf lässt einen rückwärtstaumeln, zurück zur Startlinie.
Und dann?
Im zwischenmenschlichen Bereich ist das mitunter irreparabel.

Schreibfaul

Seit Samstag nichts mehr geschrieben. Dabei gäbe es viel zu erzählen. Angefangen mit der Geschichte meiner verlorenen Brieftasche, die mir allerdings sehr peinlich ist. Also lassen wir die mal sein.
Das Echternacher Puppenhaus, das ich ihm vorigen Eintrag erwähnte, wäre noch einen Eintrag mehr wert. Aber dafür bräuchte ich Zeit und Ruhe. Da gäbe es Seitenweise Schwänke aus meiner Jugend zu erzählen. Eingefallen sind sie mir als ich die Fotos sah, die am Freitag herumgereicht wurden. Ich selbst erkenne mich kaum wieder darauf. Ich sehe irgendwie androgyn aus.
Den Sonntag habe ich in einem leicht alkoholisierten Zustand verbracht, begleitet von einem latenten Kopfschmerz. Wenn ich zurück überlege war das gar nicht so verkehrt, weil ich sonst  all die belanglosen Gespräche und Themen nicht schadlos überstanden hätte.
Seit zwei Tagen haben wir ein traumhaft schönes Wetter in Luxemburg mit eisigen Temperaturen. Aber traue dem Frieden nicht.
Jetzt gleich muss ich nach Trier. Und wenn mir unterwegs noch was einfällt gibt es später noch einen Eintrag.

Wiedersehen

Die Fotos die nun folgen bedürfen einer längeren Erklärung. Ich glaube ich habe noch nie erzählt wie ich überhaupt zum Theater gekommen bin und warum diese Ausdrucksform mich derart fasziniert. Ich stand zum ersten mal 14 auf einer Bühne in einem Schultheaterstück. Damals gab es noch sogenannte Optionsstunden, die zu den eigentlichen Schulstunden hinzugezählt wurden, aber nicht benotet wurden. Ich hatte damals Theater als Optionsfach gewählt.
Jahre später als ich in Echternach zur Schule ging, stieg ich bei einer Pantomimegruppe ein, die sich das Echternacher Puppenhaus nannte. Das war in den frühen Achtzigern. Diese Truppe hatte schon fast Proficharakter, weil wir regelrecht auf Tournee durch andere Länder gingen. Damals wurde mir der Theatervirus unwiderruflich eingepflanzt.
Gestern sahen wir uns alle nach sehr langer Zeit zum ersten Mal wieder.

Sie sind mir alle sehr wichtig und haben zu einem Großteil dazu beigetragen, dass ich das bin was ich heute bin.

Entlastung?

Seit 2 Tagen finde ich keinen geeigneten Zeitpunkt um etwas niederzuschreiben, oder auch nur ansatzweise einen Gedanken so zu Ende zu denken dass es Sinn macht ihn niederzuschreiben. Und das hier ist ein „Schlechtes-Gewissen-Entlastungsposting“. Aber so richtig helfen tut es nicht.
Ich verspreche Besserung.

Himmel mit Sternenstaub glasiert

Aufgelesen bei Spreeblick. Es ist so…so…so unsagbar… Ich kanns echt nicht beschreiben. Mir fehlen die Worte. Es soll Leute geben die das unglaublich gut finden und als echte kleine Kostbarkeit schätzen.
Beim ersten Mal musste nach knapp 1/3 abschalten. Ich hab es nicht bis zum Ende geschafft.

Das Etwas

Wisst ihr wie das ist wenn man sich etwas verschrieben hat und dann plötzlich merkt dass man besser gehabt hätte, gleich auf sein Innerstes zu hören und die Finger davon zu lassen? Man kommt sich vor wie beständig auf der Flucht. Das ist unsagbar anstrengend und ermüdend. Aber es gleich zu beenden hieße, ein riesiges Desaster herbeiführen. Da dieses Etwas zeitlich begrenzt ist und irgendwann aufhören wird, wendet man die Schafstaktik an, zieht den Kopf ein, macht alles mit, lässt alles über sich ergehen und weiß, dass es in naher Zukunft ein Ende haben wird.
Das Etwas werde ich nicht verraten. Ich weiß ja was es ist und das reicht. Wenn ich es verraten würde, würde es an klugen und weisen Ratschlägen nur so rieseln. Und danke, nein, danke aber nein danke.

Oscar und Schnee

Nach den heftigen Schneetagen, hat es heute den Anschein als ob es wieder losgehen würde. Wir haben März, hallo?
Die Oscarnacht habe ich auf Video. Schade, Brokeback Mountain hat nicht so viel abkommen wie ich es mir gewünscht hätte. Eine Ansprache die ich nicht hätte missen möchten war die von Merryl Streep und Liliy Tomlin zur Verleihung des Eherenoscars an Robert Altman. Hoffentlich schneiden sie es nicht aus der Wiederholung bei pro7 raus. Erschrocken war ich eben, als ich sah, dass Anne Bancroft gestorben ist sowie der Bruder von Sean Penn, Chris Penn. Wann war das denn? Wieso habe ich das nicht mitbekommen?

Und dann habe ich eben etwas bei Else gelesen, die es mal wieder besser in Worte fassen kann ich.

und wer weiß mit sicherheit, wann das, was er gerade fühlt, gültig ist und für wie lange?
eins steht unverrückbar fest: so wie ich bin, bin ich JETZT.
vorhin war ich anders. nachher werde ich anders sein.

Emotionen

Wenn ich den heutigen Tag beschreiben soll, dann dass es ein Tag war an dem ich mehr als eine Träne vergossen habe. Ein Tag an dem Emotionen so hochkochten, ich wusste nicht dass ich dessen noch fähig bin. Alles wegen einem Film. Brokeback Mountain.
Liebe kann so verdammt schön sein und irrsinnig weh tun.
Hier einer der zahlreichen Kommentare, die man auf der offiziellen Homepage findet, der es meiner Meinung nach am besten trifft.

„Brokeback Mountain“ is a movie that washes over you in the theatre – there is humor, tragedy, uspeakable emotion, and most of all, love. By the end of the screening, I felt completely emersed in the story. My boyfriend and I left the theatre so touched that we walked 2 blocks without saying a word before we had to stop and hug each other before wiping away the tears and heading to dinner. Brilliant.

Weiss wie Schnee Teil 2

Nein, diese Fotos sind nicht aus von Annodazumal, sondern von heute Nachmittag um 3. Und das in Echternach, einer Ecke in Luxemburg die immer ein paar Grad wärmer ist, als der Rest vom Land und der Schnee selten liegen bleibt.

Von Poe und Telefonhörern

Ja ich bin noch da. Es gar nicht mal viel außergewöhnliches passiert in den letzen Tagen. Es ist mitunter eine seltsam ruhige Zeit. Ich arbeite an dem neuen Theaterstück, lese wieder in dem Kurzgeschichtenbuch von Edgar Allen Poe, das ich eine Weile zur Seite gelegt hatte, schaue zum Fenster hinaus, sehe den Schnee rieseln, ernähre mich ungesund, warte auf den nächsten Berlintrip der voraussichtlich im Mai sein wird, schaute mir eben Harald Schmidt an, der ein unerschöpfliches Repertoire an Kalauer über die Vogelgrippe zu haben scheint, und werde jetzt eine Suche über hippe Telefonhörer starten die in Polylux vorgestellt wurden.

Träume

Im Traum sollte ich zurück nach Echternach ziehen. (wieso ich da weggezogen bin ist mir schleierhaft) Es wurde ein kleiner Anhänger voll beladen, und am Ende kippte alles vor unserer Haustür vom Wagen weil zu hoch gestapelt worden war. Johann Lafer, der dabei war mit meiner Großmutter im Garten Brombeeren zu pflücken, sollte dann ein Stellungnahme an einen TV-Reporter geben, warum das geschehen sei. Großmutter kam ihm zuvor und meinte dass er das nicht machen sollte. Stattdessen schickte sie meinen Cousin (ich habe gar keinen Cousin!!!) vor deren Kamera, der irgendwie Thomas Gottschalk und meinem alten Grundschullehrer ähnelte.

Ich sollte meine Träume öfters aufschreiben. Die Bedeutung davon würde Seiten füllen.
Später mehr. Die Kaffeemaschine muss mich erst versorgen.

Zu schön

Der Besuch bei Freunden hat sich zerschlagen und die eventuelle Besprechung auch. Somit habe ich unverhofft einen freien Nachmittag. Und den werde ich nicht an mein Blog verschwenden. Sorry Schnuffis, aber das Wetter ist zu schön um drinnen zu hocken.

Zwölf Tipps

…. wie man den Counter vom Blog zum rotieren bringt. Ist leider nicht auf meinem Mist gewachsen sondern hier.

– Hängen Sie sich ein Schild mit ihrer URL drauf um den Hals. Gehen Sie raus.

– Singen Sie im Bus oder in der U-Bahn/S-Bahn ihre URL laut und deutlich.

– Rufen Sie bei der Deutschen Bahn mit verstellter Stimme an. Behaupten Sie, eine Bombe sei im Bahnhof versteckt und sie würden den Ort nur verraten, wenn ihre URL in den Nachrichten genannt wird. (Dabei bedenken, dass sie sich vorher ein Gefängnis in der Nähe eines Hotspots suchen)

– Kaufen Sie sich einen Hund. Nennen Sie ihn so wie ihre URL.

– Rufen Sie die Bildzeitung an. Bieten Sie eine neue Rubrik an „Girls/Boys aus dem Internet“. Lassen sie sich nackt fotografieren. Bestehen sie auf der URL in der Bildunterschrift.

– Gehen sie zu den Blogstats. Posten sie Amok in den Kommentaren der Top 30 Blogger. Weisen sie immer nur auf eigene Beiträge hin, und dass sie dies schon geschrieben haben, als das Internet noch gar nicht erfunden wurde.

– Suchen Sie sich Blogs von Frauen. Beleidigen Sie diese subtil oder prangern Sie irgendwas an. Weltbild. Satzstellung. Warten Sie ein paar Stunden, bis sich die Verehrer melden. Beschimpfen sie die Verehrer, zum Beispiel, dass diese auf einer mit Kacke verschmierten Tastatur tippen würden, sonst könne man ja nicht so einen Scheiß schreiben. Seien sie kreativ! Versuchen Sie die Diskussion in ihr Blog zu ziehen. Hören sie nicht auf!

– Ändern Sie ihren Namen in ihre URL.

– Da sie ein Weblog führen wollen, werden sie kein Hobby haben. Das bedeutet, dass sie sich eins zulegen müssen. Achten sie dabei auf Internet-Affine Themen. „Sammle Socken aus den 20er Jahren“ ist sicher eine Marktlücke, doch werden sie wahrscheinlich wenig Freunde finden, die mit ihnen dieses Hobby teilen werden. Denken sie ökonomisch. Suchen Sie sich eine noch nicht so bekannte, aber naheliegende sexuelle Obsession. „Vögeln und das Tao“ wäre eine Idee. Wenn Sie eine Frau sind, schreiben sie einfach darüber wie sehr sie manchmal unter der Dreiecksbeziehung zwischen ihrem Freund und ihrer lesbischen Freundin leiden. Beschreiben sie genau.

– Schreiben Sie über provokante Themen wie „Katzen gehören gepoppt und danach gegrillt“. Verlinken sie im Text auf Katzen Content Blogs und vertrackbacken sie die anschließende Diskussion in allen Blogs, derer sie habhaft werden können.

– Schleimen Sie sich bei einem Blog User ein. Vollführen Sie freundschaftliche und/oder sexuelle Handlungen bei der/denjenigen, bei denen sie vermuten, er oder sie habe noch ein Blog in der Hinterhand.

– Lassen sie Tausende von diesen Papieraufkleber mit ihrer URL drucken, die nur mit viel heißem Wasser, stundenlanger Knibbelei und vielen Flüchen wieder ab zu machen sind. Kleben Sie einen auf die Windschutzscheibe jedes geparkten Autos, an dem sie vorbei kommen. Ein guter Zeitpunkt ist die kalte Jahreszeit.

Und wenn ihr das alles ausprobiert habt könnt ihr mir gerne davon berichten. Es wird mir eine Freude sein eure profunden Kenntnisse und Taten in die Welt hinauszutragen.

Zitat

…von Fräulein Julie: In Zeiten, wo man damit rechnet, von sterbenden Schwänen erschlagen zu werden, die einem, in einem letzten Moment der Klarheit, den verseuchten Speichel ins Gesicht spucken…

Beschäftigung

Ich schreibe wenig die letzten Tage. Das kommt daher, dass ich ziemlich beschäftigt bin.

Gestern Nany McPhee gesehen. Schöne Geschichte, wunderschöne Sets, gute Schauspieler, allen voran Emma Thomson als Nany McPhee. Aber das ist auch schon alles. Der Film hinterlässt keine Spuren, kein Gefühl, nichts.
Ganz anders der Film den ich seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen habe. My fair Lady. Ein Mitbringsel aus Berlin. Ich habe ihn zum ersten Mal mit Originalton gesehen. Ich wußte nie dass die Übersetzung von „Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“, „The rain in Spain falls mainly in the plain“ ist.
Es steht ein Wochenende voller Proben und Karneval bevor. Samstag Morgen eine Probe, Mittags ein Besuch bei Freunden, Abends eventuell eine Besprechung. Sonntags morgens sehr früh eine Probe, Mittags Geburtstagsfeier meiner Mutter, Nachmittags Masken für die alljährliche RTL-Fiesta, die seit ein paar Jahren in Echternach stattfindet und abends bis spät in die Nacht im Philo“soff“ im Einsatz.
Wenn ich bis Montag nichts schreiben sollte, dann wisst ihr warum.

Beitrag zum Heine Jahr

Vor 10 Jahren habe ich mich zum ersten Mal mit Heinrich Heine beschäftigt. Damals arbeitete ich an einem Theaterabend in dem eine Reihe von Gedichten szenisch aufgezogen wurden.

Und heute beim lesen von Elses Tagebuch viel mir ein Gedicht wieder ein.

Heinrich Heine
Zur Theologie

Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht, daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gnügte uns ein einzges Bein.

Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Aug genug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
Daß wir schauen und begaffen
Wie er hübsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide;
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollen wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen Hühneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.

Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute anzuhäufen
In den Großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun –
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen –
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)

Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen wüßten
Und den Wein verschlappern müssten.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppelmäulig wär,
Fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.

Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorzüglich schön
Ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören –
Gäb es nur Tonkunst-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär! –

Als zur blonden Teuotlinde
Ich in solcher Weise Sprach,
Seufzte sie und sagte: Ach!
Grübeln über Gottes Gründe,
Kritisieren unsren Schöpfer,
Ach ! das ist, als ob der Topf
Klüger sein wollt als der Töpfer !
Doch der Mensch fragt stets: Warum ?
Wenn er sieht, daß etwas dumm.
Freund ich hab die zugehört,
Und du hast mir gut erklärt,
Wie zum weisesten Behuf
Gott dem Menschen zweifach schuf
Augen, Ohren, Arm’ und Bein’,
Während er ihm gab nur ein
Exemplar von Nas und Mund –
Doch nun sage mir den Grund:
Gott, Schöpfer der Natur,
Warum schuf er einfach nur
Das skabröse Requisit,
Das der Mann gebraucht, damit
Er fortpflanze seine Rasse
Und zugleich sein Wasser lasse ?
Teurer Freund, ein Duplikat
Wäre wahrlich hier vonnöten,
Um Funktionen zu vertreten,
Die so wichtig für den Staat
Wie fürs Individuum,
Kurz fürs ganze Publikum.
Zwei Funktionen, die so greulich
Und so schimpflich und abscheulich
Miteinander Kontrastieren
Und die Menschheit sehr blamieren.
Eine Jungfrau von Gemüt
Muß sich schämen, wenn sie sieht,
Wie ihr höchstes Ideal
Wird entweiht so trivial !
Wie der Hochaltar der Minne
Wird zu ganz gemeinen Rinne !
Pyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis,
Er verwandelt sich beim Scheine
Ihrer Lamp – in Mankepiß.

Also Teutolinde sprach,
Und ich sagte ihr: Gemach !
Unklug wie die Weiber sind,
Du verstehest nicht, liebstes Kind,
Gottes Nützlichkeitssystem,
Sein Ökonomie-Problem
Ist, daß wechselnd die Maschinen
Jeglichem Bedürfnis dienen,
Den profanen wie den den heilgen,
Den pikanten wie langweilgen, –
Alles wir simplifiziert;
Klug ist alles kombiniert:
Was dem Menschen dient zum Seichen,
Damit schafft er seinesgleichen.
Auf demselben Dudelsack
Spielt dasselbe Lumpenpack.
Feine Pfote, derbe Patsche,
Fiddelt auf derselben Bratsche,
Durch dieselben Dämpfe, Räder
Springt und singt und gähnt ein jeder,
Und derselbe Omnibus
Fährt uns nach dem Tartarus.

Entscheidungen

Das ganze Wochenende inklusive Montag war mit unendlich viel Arbeit belegt. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, da einiges davon noch nicht in die Öffentlichkeit gehört. Ihr wisst ja dass ich da immer einen großen Unterschied mache.
Gestern habe ich meinen Vorstandsposten bei Maskénada abgegeben. Eine Entscheidung die mich, als es dann endgültig feststand, leicht wehmütig machte. Als ob es das Ende einer Ära wäre. Aber ich bereue sie nicht.

Fundstück bei Else und Zitat des Tages.

das tagebuch ist mein haustier. andere haben einen wellensittich, eine katze, einen hund oder alles zusammen – ich habe dies tagebuch. es protestiert nicht, es schnarcht nicht, es wird nicht krank, es pißt nicht in die ecken.

111

Wir sind was wir tun. Und was tu ich? Arbeiten wie ein Verrückter. Den gazen Samstag an einem Videodreh gearbeitet. Im Großen Theater die Aufführung von der Cie. 111 gesehen. Das was sehr sehr sehr schön. Wenn ihr irgendwann mal die Gelegenheit bekommt diese Truppe zu sehen, lasst sie euch unter keinen Umständen entgehen.

Und jetzt MUSS ich schlafen, sonst gibt es morgen ein Desaster…morgen ist nochmal Video.

Kleine Steppenwölfe

Tage kommen und gehen. Man übersieht die kleinen Dinge oder vergisst sie.
Die Phettberg Bemerkung der letzten Eintrages hat manchen von euch erschreckt. Tja…jeder, auch ich, hat so seine Bridget Jones Momente.
Und dann habe ich einen FATALEN Fehler endeckt auf den NIEMAND mich hingewiesen hat. Der Steppenwolf ist von Hermann Hesse, nicht von Thomas Mann. Das ist ein peinlicher Ausrutscher aller erste Güte und niemand sagt auch nur ein Wort zu mir, ihr kleinen Steppenwölfe, ihr!!!

Kurze Vorschau auf den nächsten Eintrag: We are what we do.

Ekel höchsten Grades

Als ich eben die Treppe hoch kam und in den Flurspiegel schaute, war ich fassungslos. Mein Spiegelbild erschreckt mich. Das bin nicht ich. Ich sehe grauenvoll aus.
Wenn man wie ich in einem Beruf arbeitet, in dem man tagtäglich mit dem Aussehen Anderer zu tun hat, ist es schwer sich selbst nicht zu beurteilen. Ich kann nicht so tun als wäre es mir egal. Ich kann nicht so tun als wären die satten 10-15 Kilo Winterkampfgewicht nicht da. Ich hasse meine langgezüchteten Haare die ich extra für das Theaterstück habe wachsen lassen. Morgen oder übermorgen kommt der Bart noch weg. Der Fettklops mit langen Haaren ist perfekt.

Hermes Phettberg lässt grüßen.

Monsters

Warum ich den Eintrag so nenne? Es war der Titel eines Liedes das ich eben im Radio hörte. Monsters von Claudine Muno and the Luna Boots. Gern würde ich ihn jetzt verlinken, doch ich bin mir ziemlich sicher dass ich ihn nicht bei Amazon finden werde. Ich hatte schon mal über Claudine geschrieben, in Augenblicke I müsste was zu finden sein.
Gestern Abend war die Probe sch… Nicht so sehr dass ich von nun an mit ewigen Zweifel behaftet bin, aber es reinigt sie Luft von seltsamen Traumvorstellungen, und dass Schauspielerei immer noch ein knallhartes, schwer zu erlernendes Handwerk ist. Ich muss Text lernen…

Monters als Titel passt seht gut. Der Großherzog von Luxemburg feiert heute seine silberne Hochzeit.

Valentinstag. Da passt Monsters auch. Ein Tag an dem Monsterumsätze in Blumegeschäften gemacht werden. Ein Tag an dem die Monster einer Melancholie verfallen und sich fragen warum sie alleinstehend sind. Ein Tag an dem die Monster zurück denken am vergangene Valentinstage, an denen sie noch kleine unbescholtene Drachen waren und davon träumten, wie sie für ihre Liebsten eine Kerze mit einem Feuerstrahl aus ihren Nüstern anzünden würden. Ein Tag an denen den Monstern bewusst wird, dass sie Monster sind.

Lösung

Alles deutet darauf hin, dass ich etwas ändern muss, nur weiß ich noch nicht was. Vielleicht ist es nur ein eine kleine Feineinstellung, eine Sichtweise gegenüber einem Tatbestand, aber es muss schon recht wichtig sein, sonst würden mir diese Dinge nicht passieren.

Und das habe ich irgendwie kurz nachdem ich den Eintrag in meinem kleinen Kämmerlein in der Pension geschrieben hatte, geregelt. Das große Aha-Erlebnis. Noch am gleichen Abend sah ich mir Taxi Driver an. Ein Film den ich schändlicherweise noch nie gesehen hatte. Und gestern auf der Heimreise hörte ich als Hörspiel Der Steppenwolf von Thomas Mann, ich als Buch oft angefangen aber nie fertiggelesen hatte.
Hierzu passt ebenfalls die Aussage, die am ersten Tag in Berlin gemacht habe.

Ich bin Berlin. Ich bin Berlin. Ich bin in Berlin.
Und ein seltsamer Gedanke befiel mich. Einsamkeit. Die Einsamkeit einer Großstadt…
Es fühlt sich nicht fremd an, es ist schön und traurig zugleich.

Alles zusammen ergibt die Lösung.
Jedoch hapert es an der Umsetzung.